45. Kapitel

Das Ende der Nacht bringt den Anfang eines neuen Tages

"Warum bist du mit mir zurückgekehrt?", fragte Severus, während er scheinbar vollauf damit beschäftigt war, das Feuer im Kamin zu schüren.

"Weil du mich darum gebeten hast", erwiderte Hermine schlicht.

Er sah zu ihr, und sie konnte die Flammen in seinen dunklen Augen reflektieren sehen.

"Ich hatte dich früher am Abend gebeten wieder zu gehen...warum bist du diesem Wunsch nicht nachgekommen?"

"Weil ich wusste, dass du mich brauchst."

Severus schloss die Augen und sein Gesichtsausdruck schien im Lodern der Flammen dennoch von einer inneren Kälte überzogen zu werden.

"Weil ich dich brauchte...weil ich dich brauchte, um dich zu missbrauchen...Hermine...ich...", er öffnete die Augen und sah sie plötzlich mit zornigem Blick an, "ich stehe nach den Todessertreffen immer noch unter einer...Anspannung, die gefährlich für dich ist. Ich dachte, dass es mir hilft, wenn ich dich sehe - es hat mir nicht geholfen...und es hat dich erneut in Gefahr gebracht."

"Ich war nicht in Gefahr - es war schlimm...aber es war keine Gefahr", widersprach Hermine und erhob sich von der Couch, um zu ihm zu gehen.

"Ich habe dich leiden lassen, weil ich mich nicht aus den Erinnerungen lösen konnte, die plötzlich vor meinem Auge standen."

"Du hast es getan, nachdem ich dir die Erlaubnis dazu gab - Severus, ich sagte dir, dass ich deinen Schmerz teilen wollte."

Hermine war inzwischen bei ihm angelangt und setzte sich neben ihn auf den Boden.

"Was du erlebt hast...was ich dir in meinem grenzenlosen Egoismus aufgebürdet habe, war meine Macht über ein Mädchen...ein Mädchen, das bereits jetzt ihren ersten Mord verübt haben sollte, wenn alles nach Plan lief. Sie kam zu mir als Jungfrau und bereits heute ist sie eine Todesserin, wie der Lord sie sich wünscht, und ich habe meinen Teil dazu beigetragen, damit sie diesen Weg nimmt."

Hermine rückte ein Stück näher an ihn und griff nach seiner Hand.

"Als sie auf dir war...wusstest du da schon, dass sie das Mal im Moment deines Höhepunktes eingebrannt bekommen würde?"

Er nickte stumm und sah in die Flammen.

"Hat es dich besonders erregt?", fragte Hermine so ruhig wie möglich.

"Es war nicht das erste mal, dass ich an einem solchen Ritual beteiligt war."

Er wollte ihr seine Hand entziehen, doch sie hielt sie mit Nachdruck fest.

"Das war nicht meine Frage...als sie sich auf dir bewegte und du wusstest, dass sie statt eines eigenen Höhepunktes nur Schmerz empfangen würde...hat dich das erregt?"

Er antwortete ihr nicht, sondern ließ seinen Kopf in den Nacken sinken und schnaubte geräuschvoll.

"Ich glaube die Antwort zu kennen, Severus...aber ich möchte sie von dir hören."

"WARUM?", herrschte er sie plötzlich an.

"Weil ich...weil ich nicht dieses Mädchen bin, auch wenn du mich eben genau dazu gemacht hast. Ich bin nicht SIE. Ich bin nicht dein Gewinn in einem Spiel. Ich gebe mich dir hin, als wäre ich das Diebesgut, das du dir erbeutet hast...aber das bin ich nicht. Wo ist der Unterschied zwischen ihr und mir? Sie hat die Schmerzen in Kauf genommen, so wie ich. Sie hat dich zum Höhepunkt gebracht, so wie ich. Wo...wo liegt der Unterschied, zwischen ihr und mir? Ist es nur die Tatsache, dass sie Todesserin ist, und ich nicht? Wo liegt der Unterschied?"

Severus sah ihr nun direkt in die Augen, als er leise sprach.

"Du wolltest eine Antwort. Die bin ich dir wohl schuldig. Ja - ja...ich habe es genossen, dass sie Schmerzen haben würde. Wolltest du das wirklich hören? Es ist die Neigung in mir, die sich Voldemort immer wieder neu zu nutzen macht. Ich kann ihr nicht entgehen, so sehr ich mich auch dagegen sträuben würde. Ich habe dir niemals vorgemacht, dass ich jemand anderer wäre, als der, der ich bin. Ich sagte dir, dass wir an Grenzen geraten würden...diese Grenze ist für dich unüberwindlich...und das sollte sie auch sein. Es war vermessen von mir, zu glauben, dass ich dir etwas anderes als Schmerz bieten könnte. Meine Nähe ist Gift für dich. Ich hätte es wissen müssen. Es tut mir leid - ich wusste es wirklich nicht vorher. Ich dachte...ich...das Gefühl, was ich für dich empfinde, ist anders als alles, was ich bislang empfand...ich dachte, es würde reichen, um dich zu schützen. Wenn du heute Nacht bei mir bleibst, dann werde ich dafür sorgen, dass du es nicht bereuen musst. Du wirst es nicht bereuen...glaube mir."

"Ich brauche dir nicht zu glauben - ich WEIß es, Severus. Das, was du mir gerade gestanden hast, ist nicht wirklich neu für mich. Ich weiß, dass es ein Teil von dir ist, das Leiden anderer auf diese Art zu empfinden..."

"Es gibt nichts und niemanden auf der Welt, der das akzeptieren sollte. Es war sicher schon immer da, aber die Jahre als Todesser haben es verstärkt. Die Symbiose von Gewalt und Lust ist ein Schmelztiegel der Perversitäten...und ich gehöre dem obersten Kreis an. Einem illustren Kreis aus Sadisten. Es ist zuviel geschehen, um diesen Ausdruck abzumildern. Lass uns heute Nacht einfach nur zusammen sein, morgen früh werden wir unser weiteres Vorgehen für den Orden besprechen...und dann möchte ich, dass du mir versprichst, dass du mich zum Teufel jagst, wenn ich dich je wieder darum bitte, zu mir zu kommen, ohne dass es dem Ziel des Ordens dient."

Hermine beugte sich zu ihm und ihre Fingerspitzen berührten sanft seine Lippen.

"Versprich es mir", sagte er leise.

"Ich verspreche dir...dass ich keine Angst vor dir haben werde...und ich verspreche dir, dass du keine Angst vor dir selbst haben musst. Und nun möchte ich, dass du mir gibst, was du mir schuldig geblieben bist."

Abermals entfuhr ihm ein Schnauben.

"Besser nicht. Die Grenzen verwischen zu schnell."

"Ich möchte, dass du diesmal mit deinen Gedanken bei mir bist. Alles andere wird sich finden."

"Du hast Recht - ich schulde dir etwas. Du möchtest, dass meine Gedanken bei dir sind? Das Unsinnigste, was ich je tat, war, dass ich sie eben NICHT bei dir hatte. Ich wollte dich damit quälen."

Hermine schüttelte entschieden den Kopf.

"Ich glaube, dass du dich selbst damit gequält hast. Und ich fürchte, dass unsere Verbindung dich immer wieder aufs Neue dazu bringt, dich selbst zu quälen. Doch ich weiß nicht, wie ich es verhindern könnte, bis du dem Einfluss Voldemorts endlich entkommst. Du weißt, dass ich vieles akzeptieren kann...dass ich bereit bin, Grenzen auszuloten...aber das, was Voldemort aus dir macht...schon all die Jahre lang...das ist selbstzerstörerisch. Du wirst daran zugrunde gehen."

Er sah sie einen Moment schweigend an, ehe er erwiderte: "Ich habe den Überblick verloren, wer ich bin, Hermine. Der Wechsel fällt mir immer schwerer. Deine Gegenwart ist so aufwühlend, dass ich mich ständig beherrschen muss, um nicht in Verhaltensweisen zu verfallen, die ich sonst nur in festgelegten Situationen auslebe. Und doch weiß ich, dass ich dich nicht verletzen möchte...dass ich mit dir auf einer Ebene glücklich werden könnte, die keine Angst beinhalten müsste."

"Bislang konnte ich mit dieser Angst gut leben. Ich kann es auch nach dem, was heute geschehen ist. Das, was ich fordere ist jedoch Wiedergutmachung. Du hast eben nicht mit mir geschlafen, sondern mit einer jungfräulichen, hübschen Todesserin. Glaubst du, du könntest dich jetzt mit dem Gedanken anfreunden, eine nicht ganz jungfräuliche, weniger hübsche Nicht-Todesserin in deinen Armen zu wissen?"

Er schickte ihr ein kurzes Lachen bei dieser ungewöhnlichen Beschreibung.

"Du weißt, dass du hübsch bist, und du weißt was du willst. Du hast mich gefragt, wo der Unterschied zwischen dir und ihr liegt. Es gibt tausende, aber ich möchte es dir mit nur einem Satz sagen: Sie bedeutet mir nichts - du bedeutest mir alles. Aber ich kann dir nicht versprechen, dass so etwas wie heute nicht wieder passieren wird. Daher möchte ich, dass du mich nur noch aufsuchst, wenn wir Angelegenheiten des Ordens zu besprechen haben. Aber ich schulde dir diese Nacht und ich halte mein Versprechen. Es wird anders sein, als die letzten male, das verspreche ich dir." Er zögerte, als erwarte er eine Antwort von ihr. Als diese ausblieb, zog er sie vorsichtig an sich.

Sein Kuss war sanft, während seine Hände Hermines Haar durchwühlten. Sie umschlang ihn und presste ihren Körper gegen den seinen.

Im Schein des Feuers entkleideten sie sich gegenseitig, mit einer Ruhe, die sie selbst nicht für möglich gehalten hätten. Hermine nahm jede Bewegung in sich auf, die er vollführte. Jedes Streicheln seiner Hände, jede Berührung seiner Fingerspitzen auf ihrer nackten Haut.

Die Flammen wärmten sie, und Hermine seufzte wohlig.

Als Severus tiefer rutschte, um beinahe fragend seine Zungenspitze über ihre noch geschlossenen Schamlippen wandern zu lassen, durchfuhr Hermine sofort ein mächtiges Verlangen. Sie spreizte die Beine, um ihm besseren Zugang zu gewähren.

Seine kreisenden Bewegungen versetzten sie in einen ekstatischen Taumel.

Als er seine Finger zusätzlich in sie dringen ließ, durchzuckte sie bereits nach kurzer Zeit der erste heftige Orgasmus. Er wartete, bis ihr Beben verebbt war, um diesmal seine Zunge in sie dringen zu lassen. Hermine spreizte die Beine weit, und fragte sich still, ob sie sie je wieder ernsthaft würde schließen wollen. Sie spürte, wie er an ihr saugte, als wolle er ihren Geschmack für diesen - von ihm angekündigten Abschied - für immer tief in sich aufnehmen.

"Jetzt oder nie", flüsterte sie heiser, was Severus nicht einmal zu bemerken schien.

Er war darauf konzentriert, ihr die größtmögliche Lust zu verschaffen, und als sie sich plötzlich unter ihm fortwand, blickte er sie irritiertet an.

Hermine ignorierte seinen Blick. Sie wusste, dass sie so feucht war, dass sie keine weiteren Hilfsmittel benötigen würden.

Langsam ging sie auf die Knie und beugte sich nach vorne. Ihr Kopf berührte beinahe den Boden, als sie sich mit dem Gesäß zu ihm wandte und die Beine spreizte, während sie ihm zuflüsterte: "Nimm mich so, wie du es mir schon zweimal angekündigt hast. Ich bin bereit."

Sie bemerkte sein Zögern, doch kurz darauf stimulierte er sie, indem er seine Finger durch ihre nasse Spalte gleiten ließ.

Er verteilte die Feuchtigkeit so sorgfältig, dass Hermine einen Moment doch zweifelte, ob sie sich nicht zuviel zutraute. Offensichtlich wusste er, dass sie gut vorbereitet sein musste, damit er seinem Versprechen gerecht werden könnte, dass sie es nicht bereuen würde, die Nacht über bei ihm geblieben zu sein.

Hermine versuchte sich zu entspannen, als er seine Spitze gegen ihre hintere Öffnung drückte.

Sie hoffte, dass er sie nun nicht noch einmal fragen würde, ob sie es wirklich wolle. Und das tat er nicht. Statt dessen schob er sich langsam in sie hinein, bis der Druck beinahe unerträglich wurde. Ein Schmerz durchzuckte Hermine, der sich aufkeuchen ließ. Sofort stoppte er, und verharrte in seiner Position. Hermine atmete tief durch und versuchte sich zu entspannen. Langsam schob er sich weiter in sie und plötzlich wandelte sich das Gefühl des Schmerzes in eine ungeahnte Lust.

Als er sich nun langsam in ihr bewegte, erschien es ihr, als würden alle Farben der Lust sich wie eine Spirale vor ihre Augen drehen. In diesem Taumel fragte sie sich plötzlich, warum sie vor diesem Augenblick immer so große Angst gehabt hatte. Die Tatsache, dass seine Finger inständig über ihren Kitzler rieben, sorgte dafür, dass sie entspannt blieb, als er härter in sie drang.

Es war ein eigenartiges Gefühl, auf diese Art dem Höhepunkt entgegenzuschnellen. Kaum hatte er ihr Vibrieren wahrgenommen, ergoss er sich in ihr, um sich zurückziehen zu können, bevor es für sie unangenehm wurde. Hermine ließ sich flach auf den Boden sinken, während er zum Zauberstab griff und sie beide mit einem Reinigungszauber versah. Erst dann ließ er sich neben ihr nieder und zog sie in seine Arme.

"Das war ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe", sagte sie glücklich, "das sollten wir unbedingt wiederholen."

Ein dunkles Lachen perlte über ihre Schulter, als er ihr ins Ohr flüsterte: "Das wirst du morgen anderes sehen, glaub mir. Zudem hast du mir etwas versprochen. Das war das letzte mal...die letzte Nacht."

"Das habe ich dir nicht versprochen. Ich habe dir versprochen, dass ich keine Angst haben würde. Und ich habe keine Angst. Und nun werde ich auch keine Angst mehr haben, wenn du mich auf diese Weise nehmen willst. Es ist mir egal, was morgen ist. Ich fühle mich großartig."

"Nun, vielleicht wirst du morgen immer noch keinen Zauber für deinen Rücken wollen...aber ein Heilzauber für deinen Po könnte nicht schaden. Du kannst das selbst entscheiden."

Hermine lächelte nun doch etwas unsicher und murmelte: "Gut, dann werde ich das selbst entscheiden. Aber eine Entscheidung steht bereits fest. Ich werde unsere Beziehung nicht beenden. Nicht freiwillig, Severus."

Statt einer Antwort, gab er ihr einen Kuss auf ihr Haar und zog sie noch dichter an sich, während er sie umschlang.

Seine Stimme klang gedämpft an ihr Ohr.

"Wenn ich dich doch nur schützen könnte. Wenn ich doch nur dafür sorgen könnte, dass du nie wieder irgendeiner Gefahr ausgesetzt wirst! Wenn ich dich doch nur gehen lassen könnte. Du musst von mir fortgehen, Hermine."

"Ich werde immer wieder zurückkehren."

"Das ist ein Fehler, und das weißt du. Heute Nacht...heute Nacht bat ich dich darum...doch ich werde es nie wieder tun. Dich jetzt zu halten, macht mir klar, wie wenig ich genau das verdient habe. Ich habe dich durch das Training zu Dingen erzogen, die kein Mensch gezwungen sein sollte zu tun. Ich kann es nicht rückgängig machen, und es ist für deine Arbeit beim Orden lebensnotwendig. Aber alles andere...ich kenne die Grenzen nicht mehr, und das ist der Punkt, an dem du mich zum Teufel jagen musst. Ich hatte mich vorhin nicht mehr unter Kontrolle, als ich dir eine Rolle aufdrängte, die nicht die deine ist - das darf nie wieder passieren."

"Du hast mich gelehrt zu kämpfen, Severus..."

"Ich habe dich in erster Linie gelehrt zu leiden, und dabei stark zu erscheinen. Ich sagte dir zu Anfang unserer Beziehung, dass ich dich nicht schonen würde, in deiner Ausbildung für den Orden. Aber ich sagte dir auch, dass ich in einer intimen Beziehung mit dir an deine Grenzen gehen würde - dass ich sie neu festlegen würde, um mir das zu nehmen, was ich brauche. Ich weiß, dass ich zu weit ging. Dass du mit mir die Nacht verbringst, erscheint mir wie ein Wunder, das ich nicht verdient habe. Dieses Wunder muss einmalig bleiben. Es kommen harte Zeiten auf uns zu und ich möchte nicht...es darf nicht sein, dass wir beide ein...", er verstummte und Hermine drehte sich in seinem Arm, um ihn ansehen zu können.

"Was, Severus? Was darf nicht sein?", sie sah wie er sich verschloss und ihre Stimme wurde drängender: "Wovon sprichst du? Was für harte Zeiten meinst du?"

Seine Stimme klang kühl und endgültig: "Das ist kein Thema für diese Nacht. Beim Ordenstreffen wirst du mehr erfahren."

Hermine stieß einen ungläubigen Laut aus.

"Das heißt, du wirst mir keine Vorabinformationen geben? Aber wir sind ein Team!"

"Ich bilde dich aus! Das ist ein großer Unterschied. Ich werde dir meine Informationen nicht aufladen, ohne den Rückhalt des Ordens."

"Gut - in Ordnung! Fein! Ich füge mich...ist es das, was du willst?", stieß sie wütend aus.

"Ja - genau das will ich", erwiderte er sofort.

"Ich füge mich dir in allen Bereichen...ich hoffe, du rechnest mir die folgsame Schülerin positiv an, denn mehr kann ich nicht tun. Außer..."

"Außer was?"

"Außer deinen Warnungen endlich Folge zu leisten und Abstand von dir zu halten. Ich befolge deine Anweisungen als mein Lehrmeister, aber ich werde mich deiner Lust nicht mehr unterwerfen - ist es das, was du möchtest?"

"Es wäre mit Sicherheit besser für dich", gab er zurück und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn.

"Es ist ein merkwürdiger Umstand, um das jetzt auszudiskutieren", erwiderte Hermine mit einem Kopfschütteln, dann senkte sie die Stimme und flüsterte: "Ich kann noch immer spüren, wie du mich besessen hast - ich spüre dich noch in mir...in jeder Zelle meines Körpers...ich möchte das Gefühl nicht mehr missen. Ich sagte es dir eben...ich werde unsere Beziehung nicht freiwillig beenden."

Er erwiderte nichts, doch seine Augen ließen keinen Zweifel daran, dass er ihre Worte anzweifelte.

"Lass uns zu Bett gehen", sagte er und erhob sich.

Nachdem er Hermine aufgeholfen hatte, gingen sie gemeinsam ins Schlafzimmer.

Als Hermine mitten in der Nacht erwachte, hörte sie seinen gleichmäßigen Atem.

Es war unendlich beruhigend, seine Nähe zu spüren. Hermine hatte sich eng an ihn gepresst und sie strich sanft über seine nackten Oberschenkel, worauf er sich leicht bewegte und im Schlaf ein fragendes Geräusch von sich gab.

"Schlaf weiter", murmelte sie, bevor sie selbst wieder im Land der Träume versank.

Am frühen Morgen wurde Hermine durch einen Donnerschlag geweckt, der an den Kerkerwänden widerhallte. Das heraufziehende Gewitter war wohl ein weiterer Grund für Hermines Kopfschmerzen vom Vortag gewesen und als der nächste Donner erklang, erwachte Severus ebenfalls aus dem Schlaf. Eine lange Zeit sahen sie sich schweigend an, während das Grollen des Gewitters die Stille füllte.

"Die Nacht ist beinahe vorüber", sagte Severus dann leise.

"Es ist noch früh", erwiderte Hermine mit einem zaghaften Lächeln.

Sie beobachtete ihn aufmerksam, als sie die Bettdecke von ihren Schultern gleiten ließ, und sein Blick über ihre nackten Brüste streifte.

Kein Wort wurde zwischen ihnen gesprochen, als Hermine sich rittlings auf ihn setzte. Seine Augen begegneten den ihren, während sie den Rhythmus aufnahm, der sie beide schon nach kurzer Zeit heftig atmen ließ. Seine Hände fingen ihre wippenden Brüste ein und der feste Griff ließ sie ekstatisch stöhnen. Wortfetzen entrangen sich ihr, die einer herzzerreissenden Bitte nahe kamen - der Bitte um Erlösung und gleichzeitig um die Verlängerung der süßen Qual.

Mit einer kraftvollen Bewegung hob er sie von sich hinunter und wandt sich unter ihr hervor, während er mit einer Hand gegen ihren Rücken drückte, um sie in eine kniende Position zu zwingen. In der Tat hoffte Hermine, dass er ihre hintere Öffnung verschonen würde, da sie sich heute so wund fühlte, wie er es ihr prophezeit hatte. Seine Hände glitten jedoch unmissverständlich zwischen ihre Beine um sie zu spreizen. Ihr war bewusst, wie geöffnet sie in dieser Position aussah und er quittierte es, indem er mehrere Finger in sie gleiten ließ, um sie nachdrücklich zu massieren.

Hermine erschauerte unter dieser intensiven Behandlung und spürte selbst, wie sie immer feuchter wurde. "Leg dich auf den Rücken", wies er sie sanft an. Hermine kam der Aufforderung nach und atmete flach, als er sie ernst ansah.

"Entspann dich, es wird dir gefallen...aber du musst dich entspannen. Vertrau mir", wisperte er beinahe, während er ihre Augen mit seinem Blick einfing, um den Kontakt so eng wie möglich zu halten.

Hermine sah ihn fragend an, versuchte jedoch seiner Bitte Folge zu leisten.

Langsam ließ er wiederum mehrere Finger in sie gleiten, wobei er sie prüfend ansah.

Diese Überwachung kam Hermine merkwürdig vor, denn es war beinahe so, als erwarte er Widerstand von ihr. Und dann spürte sie, dass er diesmal nicht Halt machte. Immer mehr Finger füllten sie aus und sie schnappte überrascht nach Luft, als sie den enormen Druck bemerkte, der sich in ihrem Unterleib aufbaute.

"Ruhig atmen. Entspann dich. Lass dich gehen", raunte er ihr zu, während er mit der anderen Hand ihre Klitoris sanft rieb.

Sie spürte den Reiz an ihrem empfindlichsten Punkt, doch Severus Hand schob sich ganz langsam immer noch vorwärts, was ihr nicht geheuer war. Etwas panisch tastete sie nach dem, was er dort tat. Hermine riss die Augen auf, als sie spürte, dass seine Hand komplett in ihr verschwand. Im gleichen Moment wurde sie von einer Welle der Lust fortgeschwemmt, die sie nie zuvor gespürt hatte. Sie wusste kaum wie ihr geschah, während sie unzusammenhängende Worte ausstieß. Ein Orgasmus peitschte regelrecht durch ihren Körper, als wolle er die Existenz von allem anderen auslöschen. Hermine atmete immer noch heftig, als er seine Hand schließlich vorsichtig zurückzog.

"Was hast du getan?", murmelte sie ungläubig. Er lächelte sie hintergründig an, ob ihres zwiespältigen Gefühles, ehe er erwiderte: "Du wirst es herausfinden, dessen bin ich mir sicher. Du hast mir gestern Nacht und heute morgen dein Vertrauen geschenkt, und ich wünschte, es könne so weitergehen, aber das kann es nicht."

"Doch, das kann es!", erwiderte Hermine energisch. Ein Lachen entfuhr ihm: "Aus dir spricht immer noch die Erregung. Ich werde sie wohl befriedigen müssen, damit du wieder klar denken kannst."

"Ich möchte nicht klar denken können. Als du eben...du hast deine ganze Hand...klar denken? Wie soll ich da klar denken können?", stammelte Hermine und funkelte ihn fragend an.

"Vielleicht denkst du ab und an daran zurück, wenn du auch in erster Linie daran denken musst, dass es nie wieder zu einem solchen Kontakt zwischen uns kommen darf. Und nun möchte ich mir einen letzten Wunsch erfüllen. Ich möchte dich noch einmal schmecken." Als seine Hände ihre Scham spreizten, fühlte sich Hermine völlig überreizt. Doch seine Zunge bohrte sich nachdrücklich in sie, nur um dort genüsslich zu verweilen. Mit langsamen und kraftvollen Zungenschlägen trieb er sie beinahe in den Wahnsinn. Die Muskeln ihrer Beine zuckten unkontrolliert, als habe heftiges Fieber ihren Körper befallen. Als er endlich von ihr abließ, nur um sich kurz darauf über sie zu beugen und in sie einzudringen, öffnete sie ihren Mund zu einem atemlosen Schrei. Er küsste sie fordernd, und sie konnte sich selbst schmecken, während er sich in ihr ergoss.

Als sie beide schließlich wieder zu Atem gekommen waren, stand Severus auf, und zog sich rasch an, während er ihr erklärte: "Uns bleibt nicht mehr genug Zeit...du musst heute Nachmittag noch einmal herzkommen, damit wir durchsprechen können, wie wir die anderen über Berenger und seine Gruppe informieren."

Hermine zog die Decke enger um sich und sah ihn kopfnickend an, ehe sie leise sagte: "Dein Unterricht beginnt erst in einer guten Stunde."

Nun war er es, der nickte und er wählte seine Worte äußerst knapp: "Ich habe vorher noch einen Termin mit einer Schülerin."

Hermine wägte ab, ob sie ihn näher dazu befragen durfte, doch er nahm ihr die Entscheidung ab.

"Es ist Mira Hayes, ihre Leistungen haben rapide abgenommen. Sie wird die Prüfungen nicht schaffen, wenn sich nicht etwas ändert."

"Mira Hayes...sie ist traumatisiert, Severus...wundert es dich wirklich, dass ihre Leistungen nicht die gleichen sind, wie vor der Tat ihrer drei Peiniger?"

Severus schwieg einen Moment und Hermine gab ihm Zeit.

"Ich werde ihr anbieten, die Erinnerungen ihrem Gedächtnis zu entnehmen, wenn es nicht anders geht - aber vielleicht geht es anders. Sie soll selbst entscheiden."

"Darf ich dich zu diesem Gespräch begleiten?", fragte Hermine plötzlich eindringlich.

Einen Moment zögerte er, doch sein Einwand klang halbherzig: "Du wirst zu spät in die Uni kommen, wenn du danach erst apparieren willst."

"Ich wollte die ersten beiden Stunden nutzen, um Ansichtsmaterial zusammenzustellen, welches ich erst nächste Woche benötigen werde...ich habe also genug Zeit. Doch sage mir ehrlich, ob du mich dabei haben möchtest."

Es dauerte eine Weile, aber schließlich nickte er und seine Stimme klang so selbstanklagend, dass es Hermine kalt überlief.

"Nach allem, was du über mich weißt, kann ich verstehen, wenn du mir nicht zutraust, mit einem jungen hübschen Mädchen allein zu sprechen, bei deren sexueller Demütigung ich Zeuge wurde. Es würde wohl auch nicht viel ändern, wenn ich dir sage, dass ich sie mit anderen Augen sehe, als die junge Todesserin. Begleite mich, damit du sicher sein kannst, dass ich - so unglaublich das auch klingt - ihr nur helfen möchte."

tbc

Herzlichen Dank an alle Reviewer - auch an die anonymen, denen ich leider nicht per Mail oder Reply antworten kann. Die Leserzahl dieser Story ist nach wie vor sehr hoch, doch die Rückmeldungen werden immer weniger, was mich ein wenig demotiviert, darum möchte ich noch mal an dieser Stelle jedem einzelnen danken, der auch bei dieser recht heftigen Story den Mut aufbringt, sich zu äußern.

Eure Kira