Er lächelte grimmig. „Ich kann ihn neu erschaffen, wenn ich will. Ein weiter Aufschub, nicht mehr"

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VIERZEHN

Leider tat der Fluch Severus nicht den Gefallen, sich an feste Uhrzeiten zu halten. Es war zwar grundsätzlich immer der frühe Abend an dem er zuschlug, doch innerhalb dieses Zeitrahmens kam es durchaus zu Abweichungen.

Meist saß Hermine zu dieser Zeit am Tisch und arbeitete an ihrer Übersetzung. Um sie herum lagen dann mehrere Bücher aufgeschlagen bereit, damit sie in ihnen etwas nachschlagen oder überprüfen konnte. Jetzt jedoch waren sie noch immer ordentlich gestapelt und unberührt. Gleichwohl schrieb Hermine, aber es sah eher nach Briefen aus.

Es irritierte Severus, dass sie nicht an der Helmond- Übersetzung arbeitete. Auch wenn er keinen wirklichen Nutzen darin sehen konnte, hatte sie Hermines Geist wenigstens beschäftigt und von den Schatten abgelenkt, die drohend über ihr schwebten.

Als er sich heute Mittag lobend über das Essen geäußert hatte, dass sie ihm vorsetzte, hatte Hermine mit einem schiefen Grinsen zugegeben, dass es eine Konserve war- sie hätte es aufgeben, etwas wirklich Schmackhaftes produzieren zu wollen.

Und ihre Unterhaltung heute am Strand...

Es machte fast den Eindruck, als habe sie kapituliert und Severus wusste nicht, wie er sie davon abhalten konnte, komplett zu resignieren. Ihr die Phiole zu versprechen war ein kleiner Versuch gewesen, Hermine zu beruhigen. Sie sollte keine Angst vor einem schmerzhaften Sterben haben, sie sollte noch nicht einmal daran denken.

Als sie die Schreibfeder beiseite legte, ging Severus direkt auf Hermine zu, um sie diesmal vom Labor fernzuhalten.

Sie lehnte sich mit diesem verwirrenden Lächeln auf ihrem Stuhl zurück und blickte zu ihm auf.

Misstrauisch beäugte er sie. Sicher würde sie ihm nicht den Gefallen tun und dort auf dem Stuhl sitzen bleiben, bis alles vorüber war. So einfach war es noch nie gewesen...

Tatsächlich stand sie jetzt langsam auf und trat dicht an ihn heran.

„Du willst es mir nicht einfach machen, hm?", raunte Hermine mit der schrecklich fremden Stimme, die dem Fluch gehörte. „Aber ich werde dich doch einmal besiegen- und weißt du warum?"

Sie legte ihre Hände auf seine Brust und kam noch näher. Severus schluckte, doch er wich nicht zurück. Sie sollte ihn nicht noch einmal in die Enge treiben können. Er antwortete nicht, sondern starrte nur auf sie hinab.

„Ich werde dich besiegen, weil du mich begehrst", hauchte sie dicht an seinen Lippen und berührte sie für einen winzigen Augenblick mit den ihren. „Ich habe bemerkt, wie du mich manchmal ansiehst, habe gespürt, wie sehr es dir gefällt, wenn ich dich berühre. Es vergeht kein Tag und sicher keine Nacht, in der du dir nicht wünschst, mich zu besitzen" Ein teuflisches Glitzern war in ihre Augen getreten, doch Severus konnte den Blick nicht abwenden als sie weitersprach: „Du stellst dir vor, wie es wäre, mich überall auf deinem Körper zu spüren, zu sehen, wie ich mich unter dir winde und dich anflehe, mir mehr zu geben. Das ist es, was dich schwach macht! "

Severus biss die Zähne so fest aufeinander, dass es knirschte. Er hatte das nicht zugeben wollen, noch nicht einmal vor sich selbst, und er hatte diese unsinnige Empfindung tief in sich vergraben wollen- doch sie hatte Recht. Er begehrte Hermine. Doch die Frau, die jetzt vor ihm stand, war nicht Hermine.

„Es kann wahr werden", fuhr sie verheißungsvoll flüsternd fort und hauchte erneut einen Kuss auf seinen fest verschlossenen Mund. „Stell dir vor, wie es wäre, wenn ich dir alles geben würde, Severus. Meinen Körper und meine Seele. Du kannst sie haben- wenn du mir danach meinen Frieden lässt"

Er musste Zeit gewinnen. Hermine würde all ihre Energie darauf verwenden, ihn herumzubekommen. Es würde ein Leichtes sein, sie so lange hinzuhalten, bis der Fluch von ihr abließ.

Doch er musste die Augen schließen. Die Aussicht, die sich ihm bot, war zu verführerisch.

„Du würdest mir alles geben?", flüsterte Severus fragend und spürte an seinen Lippen, dass sie lächelte. „Das sagte ich", erwiderte sie und ließ ihre Hände über seinen Körper wandern, während sie fortfuhr, kleine Küsse auf seinen Mund zu hauchen und damit begann, langsam die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen.

Für einen winzigen Moment unterdrückte Severus ein Seufzen. So würde es sich anfühlen, wenn Hermine... doch sie war es nicht. Nicht wirklich. Es war der Fluch, der sich ihres Körpers und ihres Geistes bediente, um sein Ziel zu erreichen- nicht mehr.

„Sag mir, was du willst...", hörte er Hermine flüstern, die verheißungsvolle Küsse auf seiner mittlerweile nackten Brust verteilte.

Blitzschnell griff Severus nach ihren Schultern, um Hermine von sich wegzuschieben, als sie beginnen wollte, seinen Gürtel zu öffnen. Um die Heftigkeit seiner Reaktion zu mildern, beugte er sich zu ihr hinab, und ließ seine Lippen sanft an ihrem Hals entlang streichen.

„Ich will dich im Bett", sagte er und erschrak über den heiseren Klang seiner Stimme.

Ohne ihr in die Augen zu sehen, nahm Severus sie bei der Hand und führte Hermine in ihr Zimmer, wo sie sich mit einem verlockenden Lächeln auf das Bett legte und die Arme nach ihm ausstreckte.

Severus kämpfte gegen eine langsam aufsteigende Panik an. Wann würde der Fluch sie endlich aus seinen Fängen entlassen? Er war sich nicht sicher, wie lange er diese Scharade noch aufrecht erhalten konnte, wie lange er zuverlässig daran denken konnte, dass es anders war, als es aussah. Er würde Hermine nicht mehr in die Augen blicken können, wenn er jetzt nachgab...

Um Zeit zu gewinnen, begann Severus zögerlich sein Hemd vollends aufzuknöpfen und sah mit einer Mischung aus Entsetzen und Faszination, dass sie es ihm gleich tat.

Hermine hatte ihre Bluse beinahe gänzlich geöffnet, als ihre Arme plötzlich schlaff herabsanken. Sie war endlich ohnmächtig geworden!

Mit einem erleichterten Aufseufzen vergrub er sein Gesicht für einen Augenblick in den Händen, um sich zu sammeln.

Es war vorbei.

Hastig stopfte Severus sein Hemd zurück in seine Hose und beugte sich nach einigem Zögern zu ihr herab, um ihre Bluse wieder zu schließen.

Es sollte nicht sein...

-o-o-o-

Noch lange, nachdem sie erwacht war, hielt Hermine die Augen geschlossen.

Glasklar erschienen die Bilder ihres Anfalls vor ihrem inneren Auge. Wie sie sich an Severus' Körper gepresst hatte. Wie sie ihn geküsst hatte. Was sie ihm versprochen hatte. Und wie Severus schließlich nachzugeben schien und sie in ihr Zimmer begleitete.

Aufgeschreckt tastete sie nach ihrer Bluse. Sie war geschlossen. Wahrscheinlich hatte er sie mit einem nachsichtigen Lächeln zugeknöpft. ‚Dummes kleines Mädchen', musste er gedacht haben. ‚Als ob du mich so einfach verführen könntest'

Dass er sie begehren könnte, war eher eine Wunschvorstellung als eine wirkliche Gewissheit gewesen.

Severus hatte gesagt, dass sie während eines Anfalls nicht sie selbst war... und doch...

Irgendwie war diese Person ein Teil von ihr. Sie war sie selbst, auch wenn das Gift ihre Handlungen bestimmte. Nie war ihr das so deutlich gewesen wie jetzt- und nie hatte sie sich das gnädige Vergessen aus der Anfangsphase sehnlicher zurückgewünscht.

Es war demütigend, zu wissen, wie schamlos sie sich ihm angeboten hatte, und die Demütigung war umso größer, da sie sich… tatsächlich zu ihm hingezogen fühlte.

Die überraschende Feinfühligkeit, die er an den Abenden auf dem Sofa ihr gegenüber bewiesen hatte, hatte ihren Blick verändert, und sie war dazu gekommen, Einzelheiten wahrzunehmen. Seine sonore Stimme, die schlanken Finger, der beißende, aber amüsante Sarkasmus… Jede für sich wahrscheinlich belanglos, aber zusammengenommen ließen sie in ihr das Bedürfnis aufkommen, diesen Mann kennenzulernen, ihm nahe zu sein, ihn zu berühren…

Sie war sich dessen bewusst geworden und hatte es als natürliche Reaktion abgeschrieben. Sie waren ein Mann und eine Frau und hier miteinander eingesperrt. Es musste zwangsläufig zu Spannungen zwischen ihnen kommen.

Nicht eine Sekunde lang hatte Hermine tatsächlich daran gedacht, dieser Anziehung, die Severus auf sie ausübte, jemals nachzugeben. Es war viel zu wichtig für sie, dass sie ihn als Freund an ihrer Seite wusste. Schon einmal hatte sie erleben müssen, dass eine Freundschaft zerbrochen war, weil sie unpassende Gefühle entwickelt hatte.

Sie konnte es sich buchstäblich nicht leisten, Severus zu verlieren.

Doch der Fluch hatte sie zum Handeln gezwungen, und Hermine war nun der Blamage ausgesetzt, die sie bisher gemieden hatte.

Sie wusste noch, wie sie innerlich triumphiert hatte, als sie glaubte, ihr kranker Plan könnte Erfolg gehabt haben. Sie hatte ihn verführen wollen, um als Belohnung die Freiheit zurück zu erhalten.

Geräusche aus dem Wohnraum verrieten ihr, dass Severus noch wach war und arbeitete.

Sollte sie zu ihm gehen? Er wusste, dass sie immer um diese Zeit wach wurde und sich zu ihm setzte. Wenn sie jetzt weg bliebe, würde es morgen nur noch schwerer werden, die Erinnerung an den heutigen Abend verblassen zu lassen.

Severus wusste schließlich, dass sie nicht dafür verantwortlich gemacht werden konnte, was sie während der Anfälle tat. Sie würde zu ihm gehen, und er würde sagen, dass sie nicht an die vergangenen Stunden denken sollte. Und sie würde ihren versöhnlichen Ausgang des Abends auf dem Sofa bekommen. An Severus geschmiegt würde sie dasitzen, das Kribbeln in den Fingerspitzen unterdrückend, das sie treiben wollte, sanft mit den Fingerspitzen über seine Brust zu streichen…

Er sah auf, als sie den Raum betrat und begrüßte sie mit einem flüchtigen Lächeln. Sie bemühte sich, es zu erwidern, bevor sie in der Küche eine Flasche Wein holte und sich damit auf das Sofa setzte. Sie würde ihr helfen, sich zu entspannen.

„Ich weiß, dass du gesagt hast, ich müsste das nicht tun", begann sie leise. „Aber ich möchte mich trotzdem entschuldigen. Es tut mir leid, was geschehen ist..."

Er antwortete nicht, und als sie sich zu ihm umwandte, sah sie, dass Severus in seiner Arbeit innegehalten hatte und mit zusammengezogenen Augenbrauen eine Papiertüte zwischen seinen Händen zerdrückte.

„Glaub mir, ich weiß, dass es dir leid tut", sagte er schließlich und sie erschrak über den bitteren Klang seiner Stimme.

„Ich meinte... ich hätte nicht... es sollte nicht...", versuchte sie dem Gesagten hastig eine andere Bedeutung zu geben als er es offenbar getan hatte.

„Lass es gut sein, Hermine. Einigen wir uns darauf, dass es nie passiert ist", unterbrach er sie barsch und warf die Tüte achtlos auf den Tisch.

Langsam stand Hermine auf. Ihre Schritte waren zögerlich, als kenne sie ihr Ziel nicht, doch sie konnte nicht anders, als einen Fuß vor den anderen zu setzen, bis sie schließlich direkt vor Severus stand.

-o-o-o-

Er gab vor, nicht zu bemerken, dass Hermine wieder dort vor ihm stand, genauso wie vor wenigen Stunden unter Einfluss des Thanatos.

„Du tust es wirklich, nicht wahr? Du begehrst mich!", flüsterte sie mit unüberhörbarem Erstaunen in der Stimme.

Und bevor Severus reagieren und sie unwirsch zurückweisen konnte, hatte Hermine sein Gesicht schon zwischen ihre Hände genommen und ihre Lippen sanft auf seinen Mund gedrückt.

So süß war diese Berührung, so überwältigend ihre Nähe, dass sein Körper seinen Verstand betrog, und Severus sie mit einem erstickten Laut an sich zog, um sich für einen Moment in ihrer Liebkosung zu verlieren.

Hermine öffnete sich ihm und schmiegte sich hingebungsvoll an ihn. Er hatte nicht gewusst, wie groß seine Sehnsucht danach gewesen war.

Seine Hände glitten über ihren Körper, und ein wohliges Seufzen entfuhr ihr, als er sich aus dem leidenschaftlichen Kuss löste und seine Lippen über die zarte duftende Haut ihres Halses streichen ließ.

Sie war so weich, so warm, so hingebungsvoll, so...vertrauensvoll…

Er richtete sich auf und begegnete Hermines glänzenden Augen. „Severus", flüsterte sie, und es war ihre Stimme, nicht die des Thanatos, die ihn so ansprach.

Wenn er sie jetzt wieder küsste, würde es kein Zurück geben, das wusste Severus. Er würde Hermine verführen, sich von ihr verführen lassen, ihre Zärtlichkeiten genießen, nach denen er so sehr hungerte.

Sie würde sich ihm hingeben, voller Vertrauen- und das Bewusstsein, dieses Vertrauen nicht verdient zu haben machte sich plötzlich als dumpfer Druck auf seiner Brust bemerkbar.

Er kostete ihn beinahe übermenschliche Anstrengung, doch Severus löste seine Hände von ihr und richtete sich auf. Hermines Arme lagen noch um seinen Hals und sie blickte fragend zu ihm auf.

„Ich kann das nicht tun, Hermine", presste er heftig atmend hervor. „Und du wirst es auch nicht wollen, wenn du die ganze Wahrheit kennst"

Sie lehnte sich ein Stück zurück und ihre Hände ruhten auf seiner Brust.

„Was meinst du?", fragte sie mit einem lauernden Unterton in der Stimme.

Hastig trat Severus von ihr weg und begann, im Raum auf und ab zu gehen.

Er konnte ihr nicht nahe sein, ihr nicht in die Augen sehen, wenn er ihr alles erzählte. Er wollte nicht mit ansehen müssen, wie der warme Glanz, der jetzt noch aus ihrem Gesicht sprach, sich in Wut und Hass verwandelte.

Am Kamin blieb Severus stehen und stütze sich mit einer Hand an der Wand ab.

Seinen Blick hielt er starr auf die Flammen in der Feuerstelle gerichtet, als er sich zwang zu sprechen. Diesen einen Satz, der so leicht und gleichzeitig so schwer auszusprechen war.

„Ich habe den Thanatos- Fluch entwickelt!"

Es war still nach seinen Worten, eine schreckliche Stille, die in seinen Ohren dröhnte und schwer auf ihm zu lasten begann. Er wollte sie durchbrechen, wollte, dass Hermine irgendetwas sagte, ihn anschrie oder ihn sogar schlug- doch nichts geschah, und Severus nahm dieses quälende Warten auf eine Reaktion als ersten Bestandteil einer Bestrafung. Als er aufblickte sah er, dass Hermine mit einer zitternden Hand ihren Mund bedeckte, als wolle sie die Erinnerung an die Berührung seiner Lippen auslöschen.

„Deswegen hast du ihn sofort erkannt", sagte sie schließlich bebend. „Du wolltest mich umbringen?"

Das Entsetzen in ihrer Stimme war unüberhörbar.

„Nein!", rief Severus aus. „Nein, das wollte ich nie. Es war Wurmschwanz..."

„Ich denke, du hast diesen verdammten Fluch erschaffen?" Ihre Stimme überschlug sich fast.

„Lass es mich erklären", seufzte er und wandte den Blick wieder den flackernden Flammen zu. „Es stimmt, ich habe diesen Fluch vor vielen Jahren entwickelt. Ich habe ein Messer mit diesem Gift behandelt und es so in eine noch furchtbarere Waffe verwandelt. Es gibt keine Entschuldigung dafür und ich werde nicht nach einer suchen. Ich habe diese Waffe jedoch nie eingesetzt, weil..."

Er lachte unfroh. „Glaub es oder nicht: Ich war vor mir selbst erschrocken. Ja, ich habe gehasst, ich tue es noch immer, aber noch nicht einmal dieser Hass war tief genug, um mich dazu zu bringen, etwas so Entsetzliches zu tun. Ich habe sämtliche Erinnerungen an seine Herstellung gelöscht..."

Severus begann wieder, unruhig im Zimmer auf und ab zu gehen, unfähig, ruhig stehen zu bleiben und Hermines verachtungsvollen Blick auf sich zu spüren.

„Was glaubst du, warum es so schwierig für mich ist, die Zusammensetzung herauszubekommen? Ich war gründlich, ich wollte nie wieder in eine solche Versuchung geführt werden"

„Für wen war der Fluch gedacht?", kam ihre Stimme aus der Ecke des Raumes, und sie klang so eisig, dass Severus trotz des Kaminfeuers fröstelte.

„Kannst du es dir nicht denken?", fragte er leise. „Ich habe nur einen Menschen jemals so abgrundtief gehasst, dass ich ihm den Tod wünschte... James Potter..."

Es fiel ihm noch immer schwer, diesen Namen auszusprechen. Jahre der Demütigung hatten ausgereicht, um den Hass so tief zu verwurzeln, dass all die Zeit, die vergangen war, scheinbar nicht ein Jota davon genommen hatte.

„Was hast du mit dem Messer gemacht, nachdem du deine Erinnerungen gelöscht hattest?" Klar, kalt und analysierend drang ihre Stimme in sein Ohr. Jede Emotion schien daraus gelöscht worden zu sein.

„Ich habe es aufbewahrt... sicher aufbewahrt in einer Kiste im Haus meiner Eltern. Ich wollte nicht, dass es in Hogwarts ist-es erschien mir zu riskant. Aber ich wollte es behalten, um mich an meine dunkelste Stunde zu erinnern, in der ein Stück von mir gestorben war. Es wurde zu einem Mahnmal für mich, eine sichtbare Erinnerung daran, zu was ich beinahe geworden wäre- einem feigen Meuchelmörder! Ich hatte dieses Messer vor Augen, als ich beschloss, Dumbledore von dem Plan zu erzählen, der bestand, um Lily und ihre Familie zu töten"

Er strich sich über die Stirn, um die qualvollen Erinnerungen wieder wegzuwischen.

„Dann, in deinem sechsten Schuljahr lebte Wurmschwanz bei mir. Diese schreckliche Kreatur! Er schnüffelte herum, und ich warnte ihn vor diesem Messer. Wenn ihm sein Leben lieb sei, sollte er seine gierigen Finger davon lassen. Natürlich wird er dem dunklen Lord davon erzählt haben. Ich weiß nicht, ob es Wurmschwanz' Plan war oder ob der Lord es selbst in Auftrag gegeben hatte... eines Tages bemerkte ich das Fehlen des Dolches und Wurmschwanz versicherte mir kichernd, dass die Waffe noch einen großen Auftritt haben würde. Ich würde ihn sicher nicht verpassen. Da wusste ich, dass er den Fluch nach Hogwarts bringen wollte. Ich wies Filch an, die Kontrollen zu verschärfen und hielt selbst oft genug Ausschau nach dem verdammten Eulenvogel, der die unselige Fracht transportierte... doch er kam nie an. Du weißt ja, wie die Geschichte weiterging"

Er fühlte sich leer. Er brauchte den Kopf nicht zu heben, um zu wissen, dass sie noch immer dastand und mit Abscheu auf ihn herabblickte.

„Ich würde mein Leben geben, wenn ich das alles hätte verhindern können", flüsterte er.

„Was ist das schon wert!", spie sie aus. „Du willst es ja ohnehin nicht!"

Noch lange, nachdem ihre Zimmertür mit lautem Krachen ins Schloss gefallen war, stand er regungslos da. Nun war es vorbei, ehe es hatte anfangen können, und er war nicht auf den Schmerz vorbereitet gewesen, den es verursachte.

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tbc

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A/N: Hallo liebe Leser! Leider fehlt mir im Moment die Zeit, um regelmäßig online zu sein. Ich habe mein Hobby zurzeit zwangsläufig in Tapeten-Abkratzen geändert… demnächst steht ein Umzug an und dementsprechend viel Arbeit, die auch viel Energie kostet.

Eure Reviews werden mir also eine anstrengende Zeit versüßen... *g*

Liebe Grüße von

Tamsyn