Nun war es vorbei, ehe es hatte anfangen können, und er war nicht auf den Schmerz vorbereitet gewesen, den es verursachte.

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F ÜNFZEHN

So musste es sich anfühlen, wenn man tot war. Hermine spürte ihren Körper nicht, und sie spürte sich selbst nicht. Die Erkenntnis war zu schrecklich, um sie zu empfinden und so entschied ihr Geist sich offenbar dafür, gar nichts zu empfinden. Hermine wünschte, dass dieser Zustand ewig anhalten würde, dass sie so taub bleiben könnte, bis der Thanatos endlich sein grausiges Werk vollendet hätte und sie Frieden finden würde.

Doch als der Morgen heran dämmerte wich die Taubheit. Hermine hatte sie leider nicht halten können, denn es tobten so viele unterschiedliche Gefühle in ihr, dass sie zu einem dumpfen Brummen verschmolzen, wie das vielstimmige Gewisper einer Menschenmasse.

Schließlich kristallisierte sich ein Gefühl heraus. Es war lauter als die anderen und es riss mit zorniger Entschlossenheit an ihren Eingeweiden. Hermine wurde beinahe übel von der Welle voller Wut, die über sie hinweg schwappte und alles andere in sich ertrinken ließ.

Sie musste raus hier! Raus aus diesem Haus, in dem sie eingeschlossen war mit einem Mann, der ihr das alles angetan hatte.

Sie überlegte nicht lange, sondern gab einfach dem Impuls nach, der ihr sagte, dass sie dieses Zimmer, dieses Haus sofort verlassen musste. Überall wäre es besser als hier, wo Snapes Anwesenheit die Luft vergiftete.

Sie packte, was sie auf die Schnelle finden konnte und schlich durch das noch dunkle, stille Haus zur Eingangstür. Ohne sich noch einmal umzusehen griff Hermine nach der Türklinke- doch die Tür ließ sich nicht öffnen. Severus hatte den Bann doch schon vor Wochen aufgehoben, warum konnte sie nicht gehen?

„Ich habe ihn erneuert", erklang eine Stimme aus den dunklen Tiefen des Raumes, und jetzt erkannte Hermine, dass eine Gestalt auf dem Sofa saß und sie beobachtete. Zornig brandete die Woge in ihr auf.

„Lass mich gehen!"

„Nein, noch nicht. Ich lasse dich gehen, wohin du willst, wenn du geheilt bist, aber bis dahin wirst du hier bleiben" Er klang müde aber entschlossen.

„Ich will aber nicht. Ich will nicht in deiner Nähe bleiben, ich will dich nie wieder sehen!", rief sie aufgebracht.

„Hermine, du bist eine kluge Frau, aber du reagierst wie ein verschrecktes Kind. Wenn du jetzt gehst, gibt es keine Hoffnung mehr. Du weißt jetzt, warum ich der einzige Mensch bin, der dir helfen kann. Ich bin das Monster, das den Fluch erschaffen hat und ich bitte dich: Gib jetzt nicht auf! Du musst mich nicht ansehen, du musst nicht mit mir sprechen, aber bleib und lass mich weiterarbeiten. Danach kannst du tun, was du willst"

„Dich anzeigen, zum Beispiel?", fragte sie herausfordernd.

„Auch das", nickte er matt.

Hermine dachte nach. Es war wirklich Wahnsinn, was sie vorhatte. Sie wollte leben- und wenn sie dazu seine Hilfe brauchte, würde sie bleiben müssen....

„Wenn ich gehe, werde ich deine Phiole mitnehmen", sagte sie schließlich.

Sie hatte diese Phiole nehmen wollen, um ihn zu retten. Nicht eine Sekunde lang hatte sie vorgehabt, nach ihrer Heilung zu gehen und ihn einfach zurück zu lassen. Doch jetzt verfolgte sie ein anderes Ziel. „Du sollst dich nicht so leicht vor einer Strafe drücken können"

Er seufzte. „Auch das soll so sein, wenn du es willst. Du bleibst?"

Ohne ein Wort wandte sie sich ab und kehrte in ihr Zimmer zurück.

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An diesem Tag verließ sie es nur, wenn es nötig war und schaffte es auch dann, Severus' Anblick auszuweichen.

Sie schrieb an ihren Briefen weiter. Ihre Lieben sollten einen letzten Gruß von ihr erhalten, wenn sie Snapes Phiole geleert hatte.

Den Brief an ihre Eltern beendete sie zuerst, und sie war gerade dabei, ihn in einen Umschlag zu stecken, als es klopfte.

Als Severus kurz darauf ohne Aufforderung eintrat, sah sie noch nicht einmal auf. Sie wusste, warum er gekommen war. Die Zeit war da…

Sie hieß die Taubheit willkommen, die der Thanatos mit sich brachte und begrüßte die Hoffnungslosigkeit, die die Stimmen ihr einredeten, wie einen alten Freund. Warum sollte sie gegen sie ankämpfen?

„Willst du zusehen, wie sich erfüllt, was du geschaffen hast?"

Zum ersten Mal seit dem gestrigen Abend sah sie ihm ins Gesicht. Wie hatte sie es anziehend finden können? Es war blass und erloschen und seine Lippen nur ein schmaler Strich.

„Gib mir das Messer und es hat alles ein Ende. Das Ende, das du geplant hast!", fauchte sie.

Schmerz huschte über das blasse Gesicht- es rührte sie nicht.

„Ich habe nie geplant, dich zu töten", gab Snape kraftlos zurück.

„Mich oder James- wo ist da der Unterschied? Wir sind doch austauschbar. James war dir im Weg, weil du Lily wolltest, und ich bin dir im Weg, weil du den Tod willst. Siehst du diesen Brief? Er ist an meine Eltern gerichtet und erklärt ihnen, dass es mich nicht mehr gibt. Ich belaste sie nicht mit Details, du kommst darin noch nicht einmal vor. Niemand wird dich belangen, du hättest gar keinen Anteil daran. Schließ einfach die Augen. Noch nicht einmal du selbst wirst dir das vorwerfen können. Du warst die ganze Nacht wach, um meine Flucht zu verhindern... es ist keine Schande, wenn die Müdigkeit dich übermannt..."

Langsam begann sie, sich zu erheben. Er hatte sich nicht gerührt... würde er sie endlich in Frieden lassen?

Doch schon spürte sie Snapes Hände auf ihren Schultern, die sie auf den Stuhl zurückdrückten.

„Fass mich nicht an!", schrie Hermine und wich zurück, so weit es ging. „Ich werde dir nie wieder erlauben, mich zu berühren, hörst du? Ich verabscheue dich!"

Sie wollte noch mehr sagen, wollte den Ausdruck des Schmerzes in seinem Gesicht genießen. Sie wollte ihm so weh tun, wie er ihr wehgetan hatte, doch schon sie spürte das herabsinkende Schwarz, das sie einhüllen würde.

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Fluchend wischte Severus die Pfütze auf, die das Karmelinkraut verursacht hatte. Er war zu fahrig. Nie war es notwendiger als jetzt, sich zu konzentrieren, doch er konnte nicht aufhören, an die Abscheu zu denken, die in Hermines Gesicht und in ihrer Stimme gelegen hatte, als er sie berührt hatte, und an diese bitteren Vorwürfe, die sie ihm gemacht hatte. Natürlich hatte sie Recht. Er selbst wusste das am Besten und doch wünschte er, es würde ihn nicht so sehr quälen, so etwas von ihr zu hören.

Hermine hielt sich fern von ihm und das würde so bleiben, bis er das Gegenmittel gefunden hatte und sie endlich gehen konnte, um ihr Leben zu leben- wie immer sie es halten wollte.

In gewisser Weise war das eine beruhigende Aussicht. Es bedeutete, dass alles wieder so sein würde, wie es immer schon gewesen war. Es würde nicht besser sein, aber dieser Schmerz war ihm wenigstens vertraut. Severus war es müde, sich weitere zuzufügen.

Er sah sie kaum am nächsten Tag. Erst als der Abend kam, verließ sie ihr Zimmer, um sich auf das Sofa vor dem Kamin zu setzen ohne ihn anzusehen.

Der Fluch brachte sie schließlich dazu, ihre Ignoranz seiner Existenz aufzugeben.

„Warum bist du eigentlich hier?", fragte Hermine ihn in nachdenklichem Ton, während sie sich zu ihm umwandte. Wieder war Hermine verschwunden unter den schwarzen Schwingen des Thanatos und doch war Severus auf eine merkwürdige Art froh darüber, dass sie jetzt wenigstens mit ihm sprach. Ihr Schweigen lastete tagsüber schwer auf ihm.

„Ich lebe hier", gab er zurück und begann die Eibenbeeren zu zerquetschen.

Sie lachte hohl.

„Nein, das tust du nicht. Das kann man nicht ‚leben' nennen. Du existierst hier vielleicht, doch es sollte auch ja bloß eine kurze Zwischenstation sein auf deinem Weg zurück zu Lily. Was ist aus deinem Plan geworden, ihr endlich in den Tod zu folgen? Der Plan, von dem ich dich unglücklicherweise abgehalten habe. Du hast die Phiole... worauf wartest du noch?"

Severus sah von seiner Arbeit auf und bemerkte ein gefährliches Glitzern in Hermines Augen.

„Lass das meine Sorge sein", erwiderte er kalt.

Sie schwieg eine Weile und fuhr dann fort mit dieser sanften, einfühlsamen Stimme zu sprechen, die ihm eine Gänsehaut verursachte.

„Ich kann dich gut verstehen, weißt du? Was sollst du hier auch noch? Du hattest eine Aufgabe und sie ist erfüllt- Zeit zu gehen, würde ich sagen. Du willst nicht weiter in einer Welt ohne sie leben. Der grausame Schmerz, den du seit so vielen Jahren spürst, der dein Inneres kalt und leer gemacht hat- er hat dich von deinen Fehlern reingewaschen. Ihr Sohn lebt- und das ist alles, was du ihr noch geben konntest. Ich bin sicher, sie würde das zu schätzen wissen..."

Er bemühte sich, nicht dem einschmeichelnden Singsang ihrer Stimme zu verfallen. Ohne zu wissen was er tat, hatte er die Beeren mittlerweile zu einem unbrauchbaren Mus verarbeitet. Und doch fuhr er fort, sie mit dem Stößel zu bearbeiten. Er wusste, seine Finger würden zittern, wenn er aufhörte sie zu bewegen.

Hermine lachte leise.

„Du weißt, dass ich Recht habe, nicht wahr? Es gibt keinen Grund mehr für dich hier zu sein. Du hast deine Schuld abgearbeitet- und mir schuldest du auch nichts mehr. Du musst das hier nicht tun! Jetzt ist endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem du selbst über dein Leben entscheiden darfst, an dem es endlich wieder dir gehört, nachdem du so lange nichts als eine Marionette warst. Du hast es dir verdient, Severus! Nimm dir dein Leben!"

Severus wusste, was sie dazu brachte, diese Dinge zu sagen, doch es war schwer, sie zu ignorieren.

Sie hatte tatsächlich Recht! Er wusste selbst nicht genau, warum er noch hier war. Hätte es Hermine nicht gegeben, hätte er schon lange seinen Frieden gefunden.

Es war ein verlockender Gedanke... was hielt ihn ab?

Er blickte auf und sah ein zufriedenes Grinsen über ihr Gesicht huschen.

Nein! So leicht würde er sie nicht gewinnen lassen! Er wollte verflucht noch mal, dass Hermine lebte- und wenn es bedeutete, dass er auf seine Ruhe noch ein wenig verzichten musste...nun, er war es gewohnt, seine Bedürfnisse zu ignorieren.

„Ich glaube ich höre sie bereits nach dir rufen", flüsterte sie, die Augen unverwandt auf ihn gerichtet. „Sie sehnt sich nach dir, sie will dir dafür danken, dass du ihren Sohn gerettet hast. Hörst du sie nicht? Gehe zu ihr, Severus, es ist so einfach. Ein kleiner Schluck...." Sie hatte das Sofa verlassen und stand nun direkt hinter ihm.

„Hör auf damit!", zischte er und der Mörser entglitt seinen zitternden Fingern.

„Du kannst nun zu Ende bringen, wonach es dich schon so lange gelüstet", hauchte sie jetzt in sein Ohr. „Ich werde dich nicht davon abhalten..."

Severus drehte sich langsam zu Hermine um und erwiderte ihren Blick.

Sie war ihm sehr nahe und ihre glühenden Augen waren auf sein Gesicht geheftet, die Lippen leicht geöffnet in atemloser Spannung.

„Ich habe das Recht, selbst über mein Leben zu bestimmen", sagte er leise. Ihre Augen leuchteten auf und sie nickte kaum wahrnehmbar.

„Das hast du, Severus. Endlich ist es soweit, nach so langer Zeit..."

„Und du glaubst, ich würde dich den Zeitpunkt bestimmen lassen?"

Mit diesen Worten hatte er sich aufgerichtet und verzog seinen Mund zu einem höhnischen Lächeln.

„Versuche nicht, mich zu manipulieren, Hermine! Ich kann dir versichern, ich bin darin weitaus geübter als du"

Sie starrte ihn an und wandte sich dann schwungvoll ab, um geradewegs ins Schlafzimmer zu marschieren. Die Tür fiel mit einem lauten Krachen hinter ihr ins Schloss.

Heftig atmend stützte Severus sich mit beiden Händen auf der Tischplatte ab und schüttelte leicht benommen den Kopf.

Er würde sich nicht von niemandem sagen lassen, wann er zu gehen hatte!

Dann richtete er sich auf und machte sich auf den Weg in ihr Zimmer. Der Anfall war möglicherweise noch nicht vorbei und er konnte Hermine nicht alleine lassen. Die Szene, die sich ihm bot, bestätigte seine schlimmsten Befürchtungen.

Sie hatte es irgendwie geschafft, sich Zugang zu einer der Phiolen zu beschaffen. Das Glasgefäß war zerbrochen und Hermine versuchte, die Haut an ihren Handgelenken tief genug zu durchtrennen, um an die Hauptschlagader zu kommen. Merkwürdigerweise schien sie es nicht eilig zu haben. Mit einer abstoßenden, morbiden Faszination beobachtete sie, wie dünne Rinnsale ihres Blutes über ihre Arme flossen, als sie sie hob.

Mit einem Satz war Severus bei ihr und entriss ihr die Scherbe.

„Hast du wirklich geglaubt, ich gebe dich so leicht auf?", stieß er hervor.

Hermine wand sich, doch er hielt sie eisern umfangen.

„Lass es mich doch endlich tun!", schrie sie. „Dann haben wir beide es hinter uns! Ich ertrage das nicht länger, verflucht! Ich kann nicht mehr! Ich will nicht mehr!"

Er musste warten, bis sie die Besinnung verloren hatte, bevor er die Wunden verbinden konnte. Sie bluteten stark, stärker als es normal gewesen wäre und Severus legte den Verband so eng an, wie er es wagte. Er würde ihn in ein paar Stunden noch einmal überprüfen müssen.

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Hermine lag wach auf ihrem Bett, als Severus spät am Abend noch einmal hereinkam.

„Ich muss die Verbände wechseln", erklärte er leise und hielt, wie zum Beweis, die Verbandspäckchen hoch.

Mit einer gleichgültigen Geste hob sie ihm ihr verletztes Handgelenk entgegen.

Sie zuckte nicht zusammen, als er vorsichtig ihre Verletzungen versorgte. Sie sah noch nicht einmal auf. Still und regungslos lag sie da und ließ ihn gewähren.

Es war schrecklich, sie so teilnahmslos zu sehen, ihre Wut war leichter zu ertragen als diese Lethargie.

Wie, um ihrer Regungslosigkeit etwas entgegen zu setzen, ging er nicht zu Bett sondern stellte sich wieder an seinen Arbeitstisch, um weitere Proben anzumischen.

Er hatte jetzt beinahe sämtliche Kombinationen und Mischungsverhältnisse ausprobiert. Ohne die unbekannte Substanz würde er kein befriedigendes Ergebnis erreichen. Die Flüche, die in dem Gift verwoben waren, wären leicht zu brechen, doch zuerst musste die Basis stimmen! Es war zum Verrücktwerden! Er war einer Lösung so nahe- und doch gelang sie nicht.

Severus kannte seine Art Tränke zu entwickeln, und er bemühte sich, nachzuverfolgen, wie er vorgehen würde, wollte er jetzt noch einmal einen solchen Fluch erschaffen.

Er spürte in sich hinein, um den Hass auf James wachzurufen, der ihn dazu getrieben hatte, den Thanatos zu entwickeln, doch es gelang ihm nicht.

Gerade jetzt musst Severus erkennen, dass dieser Hass, den er so lange festgehalten hatte, nur noch eine leere Hülle war, eine Erinnerung, die ihn nicht mehr wirklich berührte und die keine heftigen Emotionen wachzurufen imstande war.

Severus hatte diesen Hass kultiviert, um sich von seiner Liebe für Lily abzulenken- er war leichter auszuhalten gewesen. Doch jetzt schien er zu verblassen und einem neuen Gefühl Platz zu machen, so frisch und überwältigend, dass es Severus den Atem nahm: Verzweiflung.

War er denn dazu verflucht, Menschen, die ihm nahestanden den Tod zu bringen? Severus hatte Lily niemals töten wollen, er hatte auch Albus nicht das Leben nehmen wollen und doch war es geschehen. Und wenn der Mond weiter zunahm, ohne dass er Erfolge verbuchen konnte, würde auch Hermine sterben- und der Gedanke trieb ihn schier in den Wahnsinn.

Schon einmal hatte er so gefühlt und es erschien Severus nur passend, dass heute der war, Lilys Todestag und das Datum seines absoluten Tiefpunkts.

Severus hatte ihn in den letzten 20 Jahren damit verbracht, sich Lilys Bilder und Briefe anzusehen. Manchmal hatte er auch eine der wenigen glücklichen Erinnerungen an sie in seinem Denkarium abgelegt und sie sich angesehen.

Doch heute würde er mit dieser Tradition brechen müssen. Severus redete sich ein, dass ihm die Zeit fehlte, um sie zu begehen, doch das war ein Vorwand. Er hatte so viele Proben vorbereitet, wie es möglich war und er konnte in den nächsten zwölf Stunden nichts weiter tun, als abzuwarten, wie sie sich entwickeln würden. Außerdem war Severus mittlerweile so erschöpft, dass es grob fahrlässig von ihm gewesen wäre, weiterhin mit den Substanzen zu handhaben- es würde mehr Schaden anrichten, als er sich leisten konnte.

Er nahm die letzte Flasche Wein, die er noch vorrätig hatte, und die ihn daran erinnerte, dass er das Haus bald würde verlassen zu müssen, weil all ihre Vorräte zur Neige gingen.

Ihrer beider Vorräte... wann hatten seine Vorräte angefangen, ihre Vorräte zu werden? Es war sinnlos, darüber nachzudenken. Hermine würde nie ein Teil seines Lebens sein, selbst dann nicht, wenn Severus es schaffte, den Fluch aufzuhalten.

Er wusste jetzt, warum er diesen Abend nicht Lilys Gedenken widmen wollte: er schaffte es einfach nicht, ihr Bild heraufzubeschwören. Ein anderes drängte sich dazwischen...

„Weinst du um sie oder um dich?"

Hastig fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht, um die Tränen fortzuwischen, von denen er gar nicht gemerkt hatte, dass sie geflossen waren.

„Was willst du?", fragte er mit belegter Stimme ohne sich umzudrehen. Er leerte sein Glas in einem Zug, um seine Kehle zu klären. „Nachsehen, ob ich tot und selig in einer Ecke liege, weil dein Sterben mir egal geworden ist?"

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tbc

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A/N: Mit diesem Kapitel melde ich mich fürs Erste vom Renovieren zurück und werde für die Folgezeit nichts versprechen, sondern einfach wie gewohnt jede Woche ein neues Kapitel hochladen, wie eine brave FF-Autorin es tun sollte… ;0)

Tausend dicke Dankeschöns für euer fantastisches Feedback- ich hoffe sehr, dass ich niemanden bei den Antworten vergessen habe!

Liebe Grüße von

Tamsyn