Was willst du?", fragte er mit belegter Stimme ohne sich umzudrehen. Er leerte sein Glas in einem Zug, um seine Kehle zu klären. „Nachsehen, ob ich tot und selig in einer Ecke liege, weil dein Sterben mir egal geworden ist?"

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SECHSZEHN

Die Bitterkeit in seiner Stimme ließ Hermine zögern.

Nein, er wählte diesen Weg nicht. Er hielt hier mit ihr aus und wurde nicht müde, um das Leben der Frau zu kämpfen, die ihm nichts als offenkundige Verachtung entgegenbrachte.

Die Feindseligkeiten, die sie ihm gerade noch entgegenschleudern wollte, schmeckten plötzlich schal in ihrem Mund.

Sie musste ihm kein weiteres Leid zufügen- er büßte schon seit 20 Jahren für seine Schuld.

Severus hatte das hier nicht gewollt, er hatte nicht gewollt, dass irgendjemand an dem Fluch zugrunde ging. Er hätte ihr nicht bis zu ihrer Wohnung folgen müssen. Er hätte sie dort liegen und langsam verbluten lassen können. Das schlechte Gewissen, das ihn vielleicht gequält hätte, wäre sicher leichter zu ertragen gewesen, als das Opfer seiner Taten täglich vor Augen zu haben und seinen schleichenden Verfall als Mahnmal seiner Untaten erleben zu müssen.

Und er hätte ihr seine Urheberschaft verschweigen können. Er hätte es ausnutzen können, dass sie sich ihm so bereitwillig näherte. Sie hatte ihn geküsst, und sie hätte mit ihm geschlafen, wenn er sie nicht aufgehalten hätte.

„Warum hast du es mir erzählt?", fragte sie leise.

Severus schnaubte, sah jedoch nicht zu ihr auf.

„Ich wusste nicht, wie ich dich sonst hätte aufhalten sollen. Eine Ohnmacht, die uns beide aus dieser peinlichen Situation gerettet hätte, war ja nicht zu erwarten!"

Hermine zuckte unter seinen grausamen Worten zusammen, und sie hatte schon eine scharfe Erwiderung auf den Lippen, doch sie hielt inne, als sein Blick sie flüchtig streifte.

Die Erinnerung an die Szene vor zwei Tagen, die sie seitdem aus ihrem Kopf zu verbannen versucht hatte, stieg wieder in ihr auf. Sie lag in seinen Armen, sehnsüchtig in Zärtlichkeit versinkend, und Severus löste sich von ihr... langsam, zögerlich... Hermine hatte den Kampf, den er mit sich ausgefochten hatte, in seinen Augen sehen können. Und sie sah ihn jetzt.

„Du lügst!", stellte sie in ruhigem Ton fest und verschränkte die Arme.

Severus antwortete nicht, sondern beugte sich vor, um sich ein neues Glas Wein einzuschütten.

„Macht das einen Unterschied?", murmelte er, während er den Korken der Flasche herauszog.

„Ja, verdammt, den macht es!", rief Hermine. „Vor drei Wochen hatte ich noch ein Leben! Ein langweiliges vielleicht, aber es war... einfach. Und jetzt ist es..."

Sie suchte nach Worten und fuhr sich mit den Händen durch die Haare. „Ich weiß gar nicht mehr so genau, wer ich eigentlich bin- und ich habe wahrscheinlich nicht mehr genug Zeit, um das herauszufinden! Der Thanatos flüstert mir ein, dass da nichts ist, was sich herauszufinden lohnt. Weißt du, was mir bis jetzt die Kraft gegeben hat, mich dagegen zu wehren? Es war die Gewissheit, dass du so verbissen daran arbeitest, mich zu retten. Ich dachte... die Stimmen in meinem Kopf können nicht Recht haben, wenn du so sehr um mich kämpfst. Ich kann nicht so... furchtbar sein, wie sie sagen, wenn du meine Nähe ertrugst, wenn du mir die schrecklichen Dinge verzeihen konntest, die ich während meiner Anfälle tat"

Severus zeigte keine Reaktion auf ihre Rede, doch er hielt die Weinflasche noch immer in seiner Hand und machte keine Anstalten, das Glas voll zu gießen.

„Ich dachte, ich könnte kein so schlechter Mensch sein, wenn du mich mochtest...", fügte Hermine leise hinzu, bevor sie lauter weitersprach: „Und dann erfahre ich, dass es nie wirklich um mich ging! Es ging immer nur um den Fluch und deinen Anteil daran, um dein schlechtes Gewissen!"

Jetzt endlich wandte Severus ihr langsam den Kopf zu und sein Blick bohrte sich beinahe feindselig in ihre Augen.

„Glaubst du, es bereitet mir Vergnügen, dass ich Schuld am Tode der Menschen bin, die mir nahe stehen? Immer wieder? Meine Mutter, Lily, Albus..."

Er griff nach seinem Glas und einen Moment lang glaubte Hermine, er würde es an die Wand werfen. Doch er stellte es ab und füllte es stattdessen bis zum Rand.

„Es war eine alte Schuld von mir, die dich hierher gebracht hat, und natürlich war es mein Ziel, mich von dieser Schuld zu befreien! Und das ist es noch!", rief er dann und leerte mit grimmiger Entschlossenheit das Glas in einem Zug.

„Aber?", fragte sie leise und hoffnungsvoll. Sie wollte nicht glauben, dass es kein Aber gab.

Mit einem Seufzen schloss er die Augen.

„Aber... es ist mir inzwischen auch noch aus anderen Gründen wichtig geworden, dich zu retten. Du hast..... es gibt so viele Möglichkeiten... und du solltest wählen können..."

Er brach ab und barg den Kopf in seinen Händen.

Ohne sich dessen bewusst zu sein, war Hermine näher an ihn herangetreten, während er gesprochen hatte und stand nun direkt vor ihm.

Sie war müde, unendlich müde, und sie sehnte sich nach dem sicheren Gefühl zurück, dass sie in den letzten Wochen in Severus' Nähe eingehüllt hatte.

Langsam setzte sie sich neben ihn auf das Sofa und legte eine Hand auf seine Schulter. Er schrak zusammen, wie jemand, der Schläge erwartet, doch dann ließ er sich unter dem sanften Druck ihrer Hände zurück in die Polster drücken und legte den Arm um sie, als sie sich an ihn schmiegte.

Sie musste nicht mehr hören, aus welchen Gründen genau er sie retten wollte, sie musste auch nicht mehr wissen, um wen er geweint hatte. Sie hatte da so eine Ahnung, und sie hinterließ ein wohliges Gefühl in ihr.

Für heute würde ihr das reichen. Wenn sie die Zeit hätte, würde sie die Möglichkeiten, die Severus angedeutet hatte, vielleicht ergründen... sie brauchte nur Zeit....

-o-o-o-

Hermine schmiegte sich an ihn, wie es gewesen war, bevor sein Geständnis alles zerstört hatte. Severus wusste, dass er nicht auf ihre Verzeihung hoffen konnte, aber dass sie zu ihm gekommen war, trotz allem, was sie über ihn wusste, trotz allem, was er ihr angetan hatte, berührte ihn zutiefst. Sie musste das nicht tun. Er würde sie auch retten, wenn sie ihn hasste; das hatte er in den letzen Tagen bewiesen. Doch sie war zu ihm gekommen und er war unendlich dankbar dafür.

Schweigend saßen sie einfach nur da, gewärmt vom Feuer und der Nähe des anderen. Ein Frieden, den er nicht kannte, breitete sich in ihm aus, und er zog die junge Frau ein wenig dichter an sich, bevor er die Augen schloss.

Lange lauschte er ihren ruhigen Atemzügen, bis er sicher war, dass sie schlief. Vorsichtig langte er nach seinem Zauberstab und holte damit eine Decke herbei, die er behutsam über Hermine ausbreitete. Er hätte sie wecken können, sie in ihr Bett bringen können, doch er wollte ihre Nähe noch nicht missen, nachdem er sie in der letzten Zeit hatte entbehren müssen.

Sie murmelte etwas Unverständliches und rutschte mit ihrem Kopf an seiner Brust hinab, bis sie mit dem Kopf auf seinem Schoß zu liegen kam.

Obwohl Severus so still wie möglich dasaß, ruhten die Gedanken in seinem Kopf keine Sekunde lang. Er konnte nicht sagen, was es bedeutete, dass Hermine jetzt wieder bei ihm war, nur dass ihre Anwesenheit imstande war, ihm neue Hoffnung einzuflößen. Er würde es schaffen, es musste einfach gelingen...

Er schien doch eingeschlafen sein, denn als er die Augen wieder aufschlug lag grauer Morgennebel vor den Fenstern. Hermine war fort.

Mit einem Satz war er auf den Beinen. „Hermine?", hallte sein erschrockener Ruf durch die Räume. Schmerzhaft hämmerte sein Herz in seine Brust und Panik würgte ihn.

„Ich bin hier!"

Ein einzelner Satz, eher ein dumpfes Murmeln, doch es hatte eine unglaubliche Wirkung auf ihn. Erleichterung strömte spürbar durch seinen Körper und die verkrampften Muskeln entspannten sich. Die Bilder in seinem Kopf, auf denen er durch die Landschaft irrte und nach Hermine suchte, verblassten schlagartig.

Hermine kam aus ihrem Zimmer und Severus konnte sehen, dass sie sich bloß umgezogen hatte, nichts weiter. Wie von selbst verzogen seine Mundwinkel sich zu einem Lächeln, doch in seinem Blick musste noch etwas von der Panik gelegen haben, denn sie sah ihn erschrocken an und kam auf ihn zu.

„Alles in Ordnung?", fragte sie mit schiefgelegtem Kopf, als sie vor ihm stehen blieb.

Severus nickte bloß. Hermine musterte ihn einen Moment lang besorgt. Sie ahnte, was er gedacht hatte. Dann wandte sie sich ab und ging in die Küche. „Möchtest du auch einen Kaffee?"

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Es tat Hermine gut, zu der Routine zurückzukehren, die sie gehabt hatten, bevor alles noch komplizierter geworden war.

Sie begann, ihre Übersetzung wieder hervorzuholen. Sie musste das noch beenden. Das Rätsel lockte sie noch immer, sie würde herausbekommen, welcher Zutat Helmond so große Bedeutung beimaß und wenn es das Letzte sein würde, was sie tat. Ein mattes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Es würde das Letzte sein, was sie tat.....

Severus begann ebenfalls zu arbeiten und an seinen fahrigen Bewegungen konnte sie erkennen, dass er nicht zufrieden mit den Ergebnissen war.

Schließlich trat er an ihren Tisch und musterte sie mit nervösem Blick, als sie zu ihm aufsah.

„Es nutzt nichts, ich muss in die Stadt und ein paar Dinge einkaufen", begann er und presste die Lippen dann fest aufeinander. Im ersten Moment wusste Hermine nicht, warum ihn diese Aussicht offensichtlich zu belasten schien, doch dann kam ihr eine vage Ahnung. Sein Ruf nach ihr am Morgen, seine Sorge, sie jetzt allein zu lassen… Severus wusste nicht, ob er dem Frieden, den sie gestern wieder hergestellt hatten, trauen konnte.

Sie legte ihren Stift beiseite und stand auf.

„Ich werde hier warten", sagte sie mit fester Stimme und sah ihm in die Augen.

Er wollte etwas entgegnen, doch Hermine legte ihm sanft ihre Hand auf den Mund. „Ich werde hier warten", wiederholte sie und in seinen Augen konnte sie sehen, dass er endlich verstand, dass sie nicht lediglich auf eine Gelegenheit lauerte, doch noch von hier fortzukommen.

Zögerlich legte Severus seine Hand um ihre Finger und presste sie kurz an seine Lippen, bevor er sie herab nahm. Ein Schauer durchrieselte sie. Ihre Hand lag noch in seiner und sie wollte nicht, dass er sie losließ. Sie trat einen Schritt näher an ihn heran und spürte der Spannung nach, die zwischen ihnen entstand.

So hatte es sich angefühlt, als sie sich das letzte Mal so nahe gekommen waren. Es hatte sich damals richtig angefühlt und das tat es auch jetzt. Er musste es ebenfalls spüren, denn er beugte sich ihr sacht entgegen, die Augen dennoch mit einem fragenden, unsicheren Blick auf sie gerichtet. Hermine schloss ihre Augen, als ihre Lippen sich trafen. Für sie gab es keine Unsicherheit.

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Noch lange nachdem Severus gegangen war stand sie dort und starrte auf die Tür. Der Mann, der eben durch sie hindurch gegangen war, war derjenige, der ihr Leben in den Händen hielt- und sie konnte sich keine anderen Hände vorstellen, in denen sie es lieber gewusst hätte. Der Fluch macht es ihr unmöglich, weiter als bis zum nächsten Vollmond zu denken, aber sie genoss das Gefühl, dass es etwas geben könnte, dass vielleicht darüber hinaus andauerte. Es war sicher nichts, mit dem sie gerechnet hätte, aber es schaffte eine Hoffnung in ihr, eine Aussicht, dass es gut sein konnte, das alte Leben hinter sich zu lassen und ein neues zu beginnen, eines, in dem sie nicht den Erwartungen anderer entsprach sondern dass sie nach ihren Vorstelllungen gestalten würde. Und wenn es nicht gelang, wenn sie keine Gelegenheit dazu bekäme, wollte sie wenigstens diese letzen Tage so verbringen, als ersetzten sie ein nicht gelebtes Leben.

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Dass er all das, was er gelernt hatte, über den Haufen warf, war für ihn ein untrügliches Anzeichen für beginnende Panik. Severus wusste, dass man keine gute Arbeit leisen konnte, wenn man in Panik war- doch er war hilflos dagegen. Ihm blieben nur noch vier Tage!

Keine der Möglichkeiten, die es für die letzte Zutat gab, schien zu passen. Selbst all die absonderlichen Ingredienzien, die er in der Nokturngasse besorgt hatte, schienen nicht das gewünschte Ergebnis zu bringen. Nichts ergab eine Deckung mit dem Muster auf der Kymatographie und der Mond nahm zu....

Er musste einfach versuchen, die Flüche, die in dem Gift verwoben waren, zu brechen, bevor er alle Bestandteile bestimmt hatte. Vielleicht würde die letzte Zutat, wenn er sie endlich fand, nur minimale Abweichungen hervorbringen, so dass die Gegenflüche ohne großen Aufwand abgewandelt werden konnten. Es blieb ihm nichts anders übrig, als es zu versuchen.

In dem gleichen Maße, wie seine Rastlosigkeit zunahm, schien Hermine von Stunde zu Stunde ruhiger zu werden.

Sie hatte die Übersetzung zwar wieder aufgenommen, doch es fehlte der Funke in ihren Augen, der von der Beseeltheit sprach, die sie bei ihrer Arbeit empfand. Die Bücher, Severus er ihr mitgebracht hatte und die ihr bei der Übersetzung helfen sollten, hatte sie zwar freudig entgegengenommen, aber jetzt lagen sie unbeachtet neben ihr auf dem Tisch. Es war, als wollte Hermine den Text einfach nur nicht halbfertig liegen lassen; sie widmete sich ihm wie einer Aufgabe, die man zu Ende bringen musste, ohne wirkliche Freude daran zu finden. Man band sich eben beide Schnürsenkel zu und nicht nur einen, bloß weil man die Lust am Zubinden verloren hatte.

Die Briefe an ihre Freunde und ihre Familie lagen auf ihrem Nachttisch. Hermine hatte ihn gebeten, sie abzuschicken, wenn.... Severus hatte es nicht hören wollen! Er wusste, welchen Zeitpunkt sie meinte.

Wenn sie sich von allem abwandte, was ihr Leben einst ausgemacht hatte, so konnte er froh sein, dass er früher nicht zu ihrem Leben gehört hatte. Sie suchte seine Nähe stärker denn je und er gab sie ihr bereitwillig, um Gleiches zu empfangen.

Es war anders als alles, was er bis jetzt erfahren hatte; es war das erste Mal in seinem Leben, dass er einen Menschen ansehen konnte, ohne das nagende Bewusstsein, dass er ihn hassen würde, wenn er alles über ihn wusste. Hermine wusste ja alles! Und noch immer trat dieser warme Ausdruck in ihre braunen Augen, wenn sie ihn ansah. Severus fühlte sich einzigartig unter diesem Blick- und er gehörte nur ihm. Er drängte den Gedanken, dass diese Augen den seinen einmal kalt und erloschen begegnen könnten, weit von sich.

Da er es gewohnt war mit wenig Schlaf auszukommen, gestattete er sich nur wenige Ruhezeiten, doch er spürte, dass die Abende auf dem Sofa Hermine wichtig waren.

Ihr Verhalten während der Anfälle hatte sich wiederum leicht verändert. Der Thanatos schritt voran und wurde langsam Teil ihrer Persönlichkeit. Hermine tobte nicht mehr, sie versuchte auch keine raffinierten Manöver mehr, um ihr Ziel in diesen Augenblicken zu erreichen, sie wurde nur noch stiller und appellierte an seine Gnade, ihr endlich den Frieden zu geben, nach dem sie sich doch so sehr sehnte. Es wurde schwieriger, die echte Hermine von der Hermine zu unterscheiden, die durch den Thanatos gelenkt wurde. Der Übergang war fließend und das erschreckte Severus mehr, als all ihre Anfälle zuvor.

Ganz still saß sie neben ihm an diesem Abend, den Kopf wie jedes Mal an seiner Brust geborgen. Sie schlief immer wieder ein. Severus spürte es, wenn sie sich völlig entspannte, doch immer, wenn er aufstehen wollte, um sie ins Bett zu bringen, schreckte Hermine hoch und bat ihn, noch ein bisschen zu bleiben.

Zwei unterschiedliche Bedürfnisse stritten in ihm. Er musste ausgeruht sein am nächsten Morgen und eine Nacht auf dem Sofa würde sicher nicht dazu beitragen. Andererseits wollte er Hermine nicht allein lassen, wenn sie seine Nähe so sehr zu brauchen schien.

Eine zaghaft gehauchte Frage von ihr beendete sein Dilemma.

„Kann ich bei dir schlafen?"

Severus hatte sich den Moment, wenn Hermine in sein Bett kam, schon oft vorgestellt. Die Erinnerung an ihre Hände, die suchend unter sein Hemd geglitten waren, war noch recht lebhaft und der Kuss war süß und verheißungsvoll gewesen. Doch das hier war anders. Sie wollte keinen Sex, sie wollte nur seine Nähe- und er schämte sich ein bisschen für das ‚nur' in seinen Gedanken.

Ohne ein Wort zu sagen stand Severus auf und hielt ihr auffordernd seine Hand hin.

„Komm", sagte er schlicht und sie kam mit ihm.

Es war ein fremdes und wundervolles Gefühl, ihren weichen Körper neben sich zu haben, angeschmiegt an den seinen. Diese Sensation nahm ihm jedes Mal den Atem, wenn er in der Nacht aufwachte und spürte, dass Hermine noch immer bei ihm war. Die wenigen hastigen Begegnungen in der Vergangenheit, in denen es ähnliche Situationen gegeben hatte, hatten immer einen merkwürdigen Beigeschmack von Unwillen gehabt. Die Empfindung, dass ein Fremdling bei ihm war, hatte jede Entspannung in diesen Nächten verhindert. Doch bei ihr war es anders. Sie lag in seiner Umarmung, als würde sie nirgendwo anders hingehören.

Natürlich begehrte er sie, er ertappte sich bei dem brennenden Verlangen, sie anders zu berühren, anders zu schmecken als es zwischen ihnen geschah, doch ihr Beisammensein befriedigte ein Bedürfnis, dass viel tiefer lag. Es hallte in ihm nach und hüllte ihn ein in eine Seligkeit, die viel umfassender war, als alles, was Severus während einer körperlichen Vereinigung je gespürt hatte. Es war, als berührte Hermine durch seine Haut direkt seine Seele, an deren Existenz er immer gezweifelt hatte. Und mit diesem Gedanken schlief er endlich ein.

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tbc

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A/N: Soooo… ich hoffe, dass dieses Kapitel etwas von der Traurigkeit nimmt, die ich in den letzten beiden Kapiteln verbreiten musste. Irgendwo, gaaaaanz tief in meinem Herzen bin ich doch auch eine Romantikerin… *g*

Ich möchte mich nach diesem Kapitel noch einmal bei meiner fabelhaften Beta Jonito bedanken, die mir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Denkanstöße geliefert hat! Vielen Dank dafür, Jo!

Einen herzlichen Gruß an meine Leser und einen noch herzlicheren an die Reviewer! Es ist immer wieder klasse, von euch zu hören!

Ich hoffe, wir lesen uns nächste Woche! ;0)

Liebe Grüße von

Tamsyn