Der Unterricht beginnt. Und ausgerechnet mit Zaubertränke!
Mal sehen, wie das erste (oder auch zweite) Zusammentreffen mit Mister Serverus Snape verläuft.
Kommentare erwünscht.

Als sie den Raum, in dem der Zaubertrankunterricht stattfand, erreichten, hatte sich schon eine angeregt plaudernde Schülertraube gebildet. MJ stöhne angesichts des Lärmpegels auf. "Noch mehr von diesen gutgelaunten Spinnern!" Etwas abseits lehnten sich die Beiden an die Kerkerwand und beobachteten den Trubel um sie herum. "Die scheinen sich ja nicht auf den Unterricht zu freuen…", stellte Jess trocken fest. "Naja…", nuschelte ihre Schwester verschlafen. "Es können ja nicht alle so verrückt nach diesem Fach sein, wie du." "Mhm…", antwortete Jess nur. Sie hatte eine gewisse Person in der Menge entdeckt und beobachtete diese nun.

Draco gähnte seinem Gesprächspartner gerade ins Gesicht und sah überhaupt ziemlich müde aus.

Er ist es halt nicht gewohnt, so früh aufzustehen… Wird zuhause wahrscheinlich total verwöhnt. Bestimmt ist er deswegen so ein eingebildeter Lackaffe… aber die zurück gegelten Haare stehen ihm wirklich gut! Und die paar vorwitzigen Strähnen, die ihm in die Augen hängen… süß… Nein Jess!! Hör auf so über ihn zu denken! Er ist ein hochnäsiger Fiesling!!! Zum Glück wurde ihr Gedankenschwall von der sich öffnenden Kerkertüre unterbrochen. Sofort verstummten alle Gespräche und die Schüler trotteten, meist mit gesenkten Köpfen und Grimassen schneidend, in den Raum dahinter.

Jessica steuerte sofort die vorderste Bankreihe an die, oh Wunder, noch vollkommen leer stand. Seufzend lies MJ sich neben ihre Schwester fallen, während diese schon ihre Unterrichtsutensilien auf den Tisch stellte. Hinter ihnen wurde die Türe geschlossen und ein kaltes: "Ruhe!", schallte durch den, sowieso schon ruhigen Raum. Ein Mann in einem schwarzen Umhang rauschte an ihr vorbei und postierte sich fast direkt vor ihnen.

Reflexartig sah MJ auf und starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Das darf doch nicht wahr sein…, dachte sie panisch. Ihre Blicke trafen sich, als er seinen Kopf zu ihr hinunter beugte.

Ihre Gesichter kamen sich unangenehm nah. "Na? Wie ich sehe haben Sie es trotz Ihrer nächtlichen Eskapade pünktlich zum Unterricht geschafft. Ich bin beeindruckt!" Seine Stimme tropfte nur so vor Ironie. Sofort lief das blonde Mädchen rot an. Jedoch nicht vor Scham, sondern vor Wut auf diesen Mann. Ihr Blick schien ihn erdolchen zu wollen, doch er sah nur kalt auf sie hinunter. Nach einem endlos wirkenden Augenblick richtete er sich wieder auf und wandte sich an die restlichen Schüler: "Wie Sie vielleicht wissen, finden diesen Juni die ZAG-Prüfungen statt. Ich erwarte von Ihnen allen mindestens ein Annehmbar. Andernfalls werden Sie mein Missbehagen zu spüren bekommen." Er lies seine eisigen Augen über die Menge schweifen. "Ich erwarte nicht, dass ich nächstes Jahr viele von Ihnen in meiner UTZ-Zaubertrankklasse wiedersehen werde. Schließlich nehme ich nur die Allerbesten auf!" Wieder musterte er die Klasse und starrte dann gezielt auf einige Schüler in den hintersten Reihen.

Als er fortfuhr, war seine Stimme schon fast unbehaglich sanft: "Aber bis dahin rate ich Ihnen, sich darauf zu konzentrieren das hohe Abschlussniveau zu halten, das ich von meinen ZAG-Schülern erwarte." Mit wehendem Umhang drehte er sich zur Tafel um und schwang seinen Zauberstab. Sofort erschien das Rezept eines kompliziert wirkenden Zaubertranks. "Heute werden Sie einen Trank brauen, der bei den ZAGs häufig verlangt wird: den Trunk des Friedens. Er lindert Ängste und dämpft Aufgeregtheit. Seien Sie vorsichtig und passen Sie gut auf alle Schritte richtig auszuführen. Sollten Sie einen Fehler begehen, und möge er noch so klein sein, löst der Trank einen tiefen Schlaf aus, aus dem manche nicht mehr erwachen werden." Jess lächelte. Diese Aufgabe war exakt nach ihrem Geschmack und hatte genau den richtigen Schwierigkeitsgrad! "Die Zutaten und die Zubereitung stehen an der Tafel und Sie finden alles, was Sie brauchen im Zutatenschrank." Durch einen weiteren Schwenk seines Stabs sprang die Tür eines Schrankes auf und offenbarte eine beachtliche Sammlung an Zutaten. "Sie haben anderthalb Stunden… fangen Sie an."

Während Jess sich die Anweisungen an der Tafel genau durchlas, stand MJ auf um die nötigen Dinge für Beide zu holen. Zum Glück kannte sie sich einigermaßen mit Kräutern und dergleichen aus und musste nicht erst in ihrem Buch nachlesen, wie die Zutaten aussahen. So war sie mitunter eine der Ersten, die wieder an ihrem Platz saßen. Derweilen hatte ihre Schwester ihre Kessel aufgebaut und zwei muntere Feuer darunter entfacht. Sofort begannen Beide ihre Trankzutaten klein zu schneiden, penibel darauf achtend, das Rezept zu befolgen. Als sie zu der Stelle kamen, an der der Trank sieben Minuten köcheln musste, beugte MJ sich zu ihrem Zwilling hinüber und fragte sie leise: "Was weißt du über den Professor für Zaubertränke?" Jess blickte nachdenklich in die kleinen Flammen unter ihrem Kessel. "Naja.. Sein Name ist Serverus Snape und er ist der Hauslehrer von Slytherin! Er bewirbt sich schon seit Jahren für den Lehrposten im Fach Verteidigung gegen die Dunklen Künste, ist aber bis jetzt nie genommen worden. Soweit ich weiß bevorzugt er die Schüler aus seinem Haus und zieht den übrigen gerne Punkte ab. Glück für mich!" Grinsend beugte sie sich erst über ihren Zaubertrank, dann über den ihrer Schwester und fuhr fort. "Die Slytherins scheinen ihn ziemlich zu mögen, aber er duldet kein Fehlverhalten. Ich hab aber auch mitgekriegt, dass ihn die Schüler aus den restlichen Häusern nicht leiden können… ist ja kein Wunder! Angeblich schikaniert er gerne Schwächere und denkt sich jeden noch so kleinen Grund aus, um jemanden Nachsitzen zu lassen! Außerdem scheint er, wie jeder andere Slytherin, irgendwas gegen Harry Potter zu haben… um genau zu sein: sie hassen ihn alle!" MJ sah mit ernstem Gesicht auf ihre Armbanduhr. "Wir können der Rest reinkippen… die sieben Minuten sind um." Gesagt, getan.

Schon nach einigen Sekunden stieg ein leichter silberner Dampf von beiden Kesseln auf und Snape, der gerade an ihnen vorbeikam, gestattete sich ein anerkennendes Nicken in Jesss Richtung. MJs Trank nahm er zwar zur Kenntnis, lobte ihn jedoch in keinster Weise. Stattdessen tat er so, als ob sie nicht existierte und ging mit kaltem Gesichtsausdruck an ihr vorbei. Mit zusammengekniffenen Lippen blieb er am Nachbartisch stehen. "Das hätte sogar ein Muggel besser hinbekommen Miss Chang! Evanesco."

Mit einer kleinen Bewegung seines Stabs verschwand der misslungene Trank des Ravenclawmädchens und man sah ihr an, dass sie den Tränen nahe war.

Aus der Reihe dahinter kam ein gemeines Lachen. Draco hatte die Szene mitbekommen und fand ihr Versagen ungemein witzig. Snape sah kurz zu ihm und seine Lippen verzogen sich zu einem kleinen Lächeln. "Konzentrieren Sie sich auf Ihren Trank, Mister Malfoy!" Mit einem breiten Grinsen nickte dieser und beugte sich wieder über seinen Kessel. "Und sowas findest du tatsächlich süß??", flüsterte Mary-Jane ihrem Zwilling ins Ohr. "Hat ja keiner gesagt…", murmelte diese mehr zu sich selbst. Sie war unglaublich erleichtert, als Snape das Wort ergriff und MJ somit davon abhielt weiter auf diesem Thema herumzureiten. "Alle, deren Trank nicht vollends misslungen ist, füllen ein Fläschchen davon ab, beschriften es lesbar mit ihrem Namen und bringen es zu mir nach vorne. Als Hausaufgabe schreiben Sie zwölf Zoll Pergament über die Eigenschaften von Mondstein und seine Anwendung in der Zaubertrankzubereitung. Abgabe am Donnerstag."

Vorsichtig füllten die ehemaligen Beaubatoux ihren Zaubertrank in kleine Flaschen, schrieben deutlich ihren Namen darauf und gingen zu Snape nach vorne. Auf halbem Weg kam ihnen Draco entgegen. Mit einem unglaublichen Lächeln schob er sich an Jess vorbei, die natürlich prompt rot wurde. MJ verdrehte nur die Augen, als sie diese Reaktion bemerkte. Gerade als sie sich an Draco, dem es natürlich nicht im Traum einfiel IHR Platz zu machen, vorbei drängelte, schoss seine Hand nach oben. Allem Anschein nach wollte er ihr die Phiole mit dem Trank aus der Hand schlagen. Doch eine gekonnte Drehung lies ihn nur die Luft treffen. Belustigt zog sie eine Augenbraue nach oben und grinste ihn frech an. "Zu langsam, Malfoy!" Damit ging sie einfach weiter und lies einen vor Wut kochenden Draco zurück.

Nachdem Beide ihre Tränke abgegeben, ihre Sachen zusammengeräumt und das Klassenzimmer verlassen hatten, steuerten sie zügig auf die große Halle zu. "Ich hab Hunger…!", beschwerte sich Jess. "Führ dich nicht so auf, du Nuss!" MJ verdrehte wieder die Augen. So langsam glaubte sie, dass das bald zu einem festen Teil ihres Tagesablaufes werden würde. Solange sich Jess und Malfoy immer wieder trafen… und Jess einfach: naja, eben Jess war! Sie seufzte. "Du hast doch eh immer und überall Hunger!" Daraufhin murmelte ihre Schwester etwas unverständliches und beschleunigte ihre Schritte. Insgeheim hegte sie die Befürchtung, dass sie ansonsten noch auf dem Weg zur großen Halle verhungern würde.

Jess ging, mit übermäßig vollem Bauch, die Gänge entlang. Ihr nächstes Fach war Muggelkunde. In weiser Voraussicht hatte sie sich im Voraus informiert, wo das Klassenzimmer lag und hatte keine Probleme damit es zu finden. Neugierig beobachtete sie die anderen Schüler, die sie ihrerseits entgeistert anstarrten. Irgendwie kam sie sich wie ein Tier im Zoo vor. Trotzdem setzte sie ein gewinnendes Lächeln auf und ignorierte die offenen Münder und das Getuschel.

"Hey!" Erstaunt drehte Jess sich um. Hinter ihr stand die Vertrauensschülerin von Gryffindor und lächelte zu ihr nach oben. "Äh… hallo Hermine!" Hermines Lächeln wurde um einiges breiter. Jess zog fragend die Augenbrauen nach oben. "Ist was?" Als Antwort bekam sie nur ein Kopfschütteln. "Ich freue mich nur, dass du dir meinen Namen gemerkt hast." Die Slytherin wurde rot und murmelte verlegen: "Keine Ursache…"Gemeinsam gingen sie in den Klassenraum und setzten sich in eine der mittleren Bänke. An der Tafel stand eine kleine rothaarige Hexe mit freundlichen grünen Augen. Sie begrüßte ihre Schüler mit einem angedeuteten Nicken und schob sich danach jedes Mal ihre Brille wieder auf die Nase zurück. Jess sah fragend zu Hermine. "Charity Burbage." Dankbar lächelte sie zu ihr hinüber und konzentrierte sich dann auf die Worte der Professorin. Doch irgendwie klappte das nicht so wirklich. Ständig wurde sie von dem Getuschel um sie herum abgelenkt. Irgendwann gab sie schließlich auf und fing an Herzchen, Smileys und verschiedene Schriftzüge auf ihr Pergament zu malen. Wenn diese Pappnasen dahinten endlich ihre Klappe halten würden, könnte ich mich auch auf den Unterricht konzentrieren… Kurz spielte sie mit dem Gedanken, ihnen einen Fluch auf den Hals zu jagen, verwarf ihn jedoch schnell wieder. Es wäre doch etwas auffällig, wenn sie sich, so ganz ohne offensichtlichen Grund, nach hinten umdrehen würde. Als es zum Ende der Stunde hin läutete, seufzte Jess erleichtert auf. Sie hatte keinen blassen Schimmer was Professor Burbage ihnen erzählt hatte und noch dazu war sie mittlerweile extrem genervt von dem ständigen Geflüster der Anderen. Sie wollte endlich wissen, woran das lag. Und so hielt sie Hermine am Arm fest, als diese gerade zu ihrem nächsten Fach gehen wollte. "Äh, Hermine?"

"Ja?" Fragend legte die Gryffindor den Kopf schief. "Kannst du mir vielleicht sagen, warum ich die ganze Zeit angestarrt werde und sie hinter meinem Rücken wie verrückt rumtuscheln? Schön langsam komme ich mir vor, als hätte ich Pferdefüße oder sowas!!" Doch statt ein wenig Mitleid zu zeigen, fing Hermine an zu kichern. "Naja, also… ich glaube es liegt daran, dass du seit Jahrzehnten der erste Slytherin in diesem Kurs bist! Wahrscheinlich bist du sogar die Erste seit dem Tag, an dem sich die Gründer getrennt haben." Kurz winkte sie noch, dann drehte sie sich um und eilte davon.

Naja… auch nicht übel! SO geht man garantiert in die Geschichte Hogwarts ein. Wenn auch inoffiziell… vielleicht werde ich sogar zur nettesten Slytherin von ganz Hogwarts gewählt! Breit grinsend machte sie sich ebenfalls auf den Weg zu ihrer nächsten Stunde. Als nächstes kam Verteidigung gegen die dunklen Künste und das hatte sie wieder mit ihrer Schwester zusammen. Bin ja mal gespannt, was sie dazu sagt…!

Während sich ihre Schwester auf den Weg zu Muggelkunde machte, ging MJ den entgegen gesetzten Gang entlang. Ihr nächster Kurs war Arithmantik.

Leider hatte sie keinen blassen Schimmer, wo sich das Klassenzimmer befand und so begnügte sie sich erstmal damit, ziellos durch die Gänge zu laufen. Es kann doch nicht so schwer sein, diesen verdammten Raum zu finden…, dachte sie genervt. Durch einen hohen Torbogen trat sie auf einen kleinen Innenhof hinaus. In regelmäßigen Abständen zierten große Wasserspeier die, von Efeu umrankten, Säulen. In der Geschichte Hogwarts stand, dass die meisten von ihnen sprechen konnten. Und dass sie die meiste Zeit ziemlich schlecht drauf waren. MJ verzichtete darauf, sich von einem überdimensionalen Steingreif mir Efeubehang ankeifen zulassen und steuerte stattdessen auf eine Gruppe Jungen zu. Sie standen in den Arkaden, die um den gesamten Hof liefen und diskutierten angeregt. Einige davon waren scheinbar jünger als sie selbst, aber sie konnte auch ein paar Schüler aus ihrem eigenen Jahrgang erkennen. Zwei Jungen stachen besonders aus der Menge heraus. Nicht nur, dass sie die Anderen um gut einen Kopf überragten, auch ihr kupferroter Haarschopf leuchtete schon von weitem. MJ schätzte sie auf 17 oder 18. Beim näher Kommen erkannte sie die verblüffende Ähnlichkeit zwischen den Beiden. Na sieh mal einer an! Ein Zwillingspärchen… Niemand bemerkte sie, bis sie direkt hinter einem der beiden Rothaarigen stand. Ganz leicht tupfte sie ihm auf die Schulter und lies ihn zusammenzucken. "Es war Georges Idee!", stammelte er eilige, während er sich umdrehte. "Hey.", kam es empört von seinem Bruder. Schon hatte George im eine Kopfnuss verpasst. "Du kannst doch nicht einfach…", er blickte auf und lächelte, als er MJ sah. "Oh… Hey!" Sein Bruder rieb sich schmollend den Kopf, musterte sie aber neugierig. MJ bekam das Grinsen gar nicht mehr von ihrem Gesicht und unterdrückte ein Kichern. Die Beiden waren aber auch zu komisch.

Forschend musterte sie den Zwilling, von dem sie den Namen noch nicht wusste. Seine kupferfarbenen Haare standen unordentlich vom Kopf ab und einige Strähnen hingen ihm in die Augen, welche die Farbe von Nougatschokolade hatten. Sommersprossen in allen Größen sprenkelten seine Wangen und die Nase und ließen seine Gesichtszüge jünger wirken. OH MEIN GOTT (OMG)!! Wie kann MANN nur so süß sein?! Sie konnte gar nicht mehr aufhören ihn anzustarren. Er hat schöne Lippen… und bestimmt ist er ein unglaublicher Küsser… Leicht entsetzt schob sie diese Gedanken beiseite. Am Ende fing sie noch an zu sabbern; und dabei kannte sie diesen Typen erst seit zwei Minuten. Bei seinem Bruder passierte ihr sowas schließlich auch nicht und die Beiden sahen total identisch aus!

George beobachtete seinen Zwilling derweilen ganz genau. Sah fast so aus, als ob er so einige Schweinereien im Kopf hätte, denn er musste schwer schlucken bevor er den Blick von dem Mädchen abwenden konnte. Sofort ergriff George die Initiative. "Hi! Ich bin George Weasley und das ist mein Bruder Fred. Können wir dir irgendwie weiterhelfen?" Mit geröteten Wangen kam MJ in die "Wirklichkeit" zurück und sah auf die Uhr. "Waaah! Verdammt, ich komme zu spät. Ihr könnt mir nicht zufällig sagen, wie ich zu Arithmantik komme?" Leicht verzweifelt blickte sie von Einem zum Anderen. George überlegte kurz. "Du suchst Professor Vektors Klasse? Dann gehst du am besten…" Etwas hinter MJ hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Er hob einen Arm und begann wie wild zu winken. "Hey! Hermine!! Kannst du die Kleine hier zu Arithmantik mitnehmen?" Empört blies die ehemalige Beaubatoux die Backen auf. "Ich. Bin. Nicht. Klein." Halbherzig trat sie ihm gegen das Schienbein und drehte sie zu Hermine um. George schien jedoch in keinster Weise davon beeindruckt zu sein und grinste sie nur frech an.

"Ihr verkauft doch nicht wieder eure Scherzartikel an die Erstklässler, oder?" Die Gryffindor war, die Arme in die Seite gestemmt, stehen geblieben. "Seit froh, dass ich zu spät dran bin!" Sie winkte MJ zu sich heran, warf den beiden Weasleys einen bitterbösen Blick zu und marschierte zügig davon. Der blonde Zwilling hatte einige Mühe sie wieder einzuholen. "Diese blöden Weasleys! Tun einfach, was sie wollen.", murmelte sie, mehr zu sich selbst.

Gemeinsam eilten sie durch die fast leeren Gänge. "Weißt du," begann Hermine zu erzählen. "Die Weasleys erfinden Scherzartikel. Wäre ja nicht so schlimm, wenn sie die nur nicht immer an den Erstklässlern testen würden! Ich hab alle Hände voll zu tun, um das Schlimmste zu verhindern, aber… sie hören eben nicht auf mich! Meiner Meinung nach bräuchten die Beiden eine Freundin oder sowas. Hauptsache sie sind beschäftigt." Sie seufzte übertrieben. "Im großen und ganzen sind sie aber ziemlich nett; und sie sind nicht umsonst in Gryffindor! Wenn einer ihrer Freunde mal Hilfe braucht, sind sie immer zur Stelle. Solang sie nicht selbst gerade Nachsitzen oder so… was eh viel zu oft vorkommt." Es sah so aus, als ob Hermine noch etwas sagen wollte, doch da hatten sie auch schon den Klassenraum erreicht. Gerade noch rechtzeitig schlüpften die Beiden durch die Türe und setzten sich auf zwei freie Plätze. Hinter ihnen wurde die Türe von einer älteren Hexe geschlossen. Ihre kastanienbraunen Haare waren zu einem eleganten Zopf geflochten und ihre ebenfalls kastanienbraunen Augen musterten die unruhigen Schüler. "Ruhe!"

Obwohl sie nicht besonders laut gesprochen hatte, wurde sie von jedem verstanden und es wurde still. Sie begann zu erklären, was der Stoff der nächsten Monate sein würde, aber MJ passte nicht auf. Stattdessen starrte sie verträumt an der rechten Schulter von Professor Vektor vorbei ohne irgendetwas um sie herum wahrzunehmen. Eine bestimmte rothaarige Person ging ihr, wie sollte es auch anders sein, einfach nicht mehr aus dem Kopf. Verstohlen linste sie auf ihren Stundenplan. Nachher hatte sie mit Jess zusammen Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Da sollte sich eigentlich gut plaudern lassen. Noch ein letztes Mal versuchte sie, dem Unterricht zu folgen, gab aber dann doch auf und lies ihrer Fantasie freien lauf. Und ein ihr wohlbekannter Rotschopf spielte eine tragende Rolle darin.