Tja, Snape wäre schonmal überstanden. Doch schon naht die nächste Katastrophe! Ich sage nur: Umbridge
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Als Jess den Klassenraum für VgddK erreichte, saß MJ schon in einer der vordersten Reihen. Hastig gesellte sie sich zu ihrer Schwester bevor noch einer der Anderen auf die selbe Idee kam. Kaum hatte sie Platz genommen, suchte sie auch schon den Raum ab. Er musste ja hier irgendwo sitzen, schließlich hatte sie vorhin auch schon jemanden aus seinem "Gefolge" gesehen. Und da entdeckte sie Draco.
Er saß auf der anderen Seite des Raumes. Das Mädchen neben ihm redete wie besessen auf ihn ein. Sie hieß Pansy, das wusste Jess mittlerweile. Und sie wusste auch, dass sie Dracos heißeste Verehrerin war.
Doch den schien das ganze Gehabe nur zu langweilen, denn er gähnte ausgelassen vor sich in und schien der "armen" Pansy nicht einmal mit halbem Ohr zuzuhören. Stattdessen lies er seinen Blick durch den Raum schweifen. Als er ihr Starren bemerkte, setzte er wieder sein überhebliches Grinsen auf und starrte ganz ungeniert zurück.
Schnell wandte Jess den Blick ab. Natürlich nicht ohne vorher rot wie eine Tomate zu werden. "Hast du ihn wieder angestarrt?" MJs Tonfall klang gelangweilt. "Nein, ich… naja… also… es könnte sein, dass ich ihn mal kurz angesehen hab, aber…!", versuchte sie sich zu rechtfertigen. "Also HAST du ihn angestarrt." Es war eine Feststellung, keine Frage. Hastig wechselte Jess das Thema und erzählte, wieso sie nicht die leiseste Ahnung hatte, was Professor Burbage die Stunde zuvor erzählt hatte. Halb im Scherze, halb ernst meinte ihre Schwester: "Pass nur auf, dass du dir deswegen keinen Ärger mit den andren Slytherins einhandelst." Dann berichtete diese von ihrer Begegnung mit Fred und der darauf folgenden Unterrichtsstunde. Als sie geendet hatte, strahlte Jess über das ganze Gesicht. "Jetzt bist du auch verliebt!!"
MJ errötete leicht. "Du spinnst doch!" Damit war das Gespräch beendet.
Sie hätten auch nicht weiter reden können. Selbst, wenn sie wegwollt hätten. Denn soeben hatte die Lehrerin den Raum betreten. Automatisch holten alle Schüler ihre Zauberstäbe hervor und legten sie auf den Tisch. Jesss Stab sah sehr elegant aus. Den Griff zierten drei grüne Perlen, die in Silber gefasst waren, das Holz war schwarz wie die Nacht, und sein Inneres enthielt eine Drachenherzfaser.
Den Griff von MJs Zauberstab zierten ebenfalls Perlen, doch ihre waren aus Bernstein und in Bronze gefasst. Das Holz hatte die Farbe von Mahagoni und das Innere beherbergte ein Haar aus dem Schweif eines Thestrals.
Als die Professorin am Pult angekommen war, konnten die Zwillinge sie zum ersten Mal richtig in Augenschein nehmen. Sie war klein und etwas rundlich und ihre mausgrauen Haare waren zu einer übertriebenen Dauerwelle gelockt. Noch dazu trug sie eine Strickjacke in einem furchtbaren Rosé-Ton. Als wäre das nicht schon genug, saß auch noch eine große schwarze und überaus hässliche Samtschleife in Mitten ihrer "Lockenpracht". Die Beiden glaubten sich zu erinnern, dass dies die Person war, die Professor Dumbledore am Abend zuvor ständig unterbrochen hatte. Aber sicher waren sie sich nicht.
"Guten Tag!", begrüßte sie die Klasse.
"Guten Tag…", kam es von zwei oder drei Schülern zurück. "Na also wirklich!! Ich darf doch sehr bitten. Wie hört sich das denn an? Ich möchte, dass Sie von nun an Guten Tag, Professor Umbridge! sagen.", fuhr sie die Klasse verärgert an. "Nun, noch einmal! Guten Tag, Klasse."
"Guten Tag, Professor Umbridge!", kam es im Chor zurück. Zufrieden lächelnd faltete sie die Hände hinter dem Rücken. "Nun, bitte legen Sie Ihre Zauberstäbe weg und holen Sie Ihre Federn hervor."
Finstere Blicke wurden getauscht und viele bereiteten sich mental schon mal auf eine langweilige Stunde vor, während sie Feder, Tinte und Pergament hervorholten.
Während dessen tippte Umbridge mit ihrem Zauberstab an die Tafel. Sieht meinem Stab sogar ein bisschen ähnlich… aber bei ihr wirkt sowas einfach nur kitschig!, dachte Jess belustigt, während sie las, was an der Tafel erschien.
'Verteidigung gegen die dunklen Künste'
Eine Rückkehr zu den Grundprinzipien
"Durch den ständigen Lehrerwechsel in den letzten Jahren ist Ihr Wissen mehr als bruchstückhaft. Wie ich feststellen musste, sind auch Ihre Leistungen weit unter dem verlangten ZAG-Niveau. Daher werden wir in diesem Jahr einen sorgfältig strukturierten Kurs abhalten, dessen Lehrplan sich genau an die Vorgaben des Ministeriums hält. Die Ziele, die Sie erreichen sollten, sind Folgende:
Das Verständnis der Grundprinzipien defensiver Magie; das Erkennen von Situationen, in denen defensive Magie auf rechtlicher Grundlage eingesetzt werden kann; und den Gebrauch defensiver Magie in einem Zusammenhang mit praktischem Nutzen stellen." Umbridge legte eine kleine Kunstpause ein bevor sie fortfuhr. "Schlagen Sie nun bitte ihre Bücher auf Seite fünf auf und lesen Sie Kapitel 1, Allgemeinheiten für Anfänger! Ich möchte keine Unterhaltungen hören, haben Sie mich verstanden?" Zustimmendes Gemurmel kam als Antwort.
"Wenn ich Ihnen eine Frage stelle, möchte ich, dass Sie mit Ja, Professor Umbridge. oder mit Nein, Professor Umbridge. antworten! Also, haben Sie mich verstanden?"
"Ja, Professor Umbridge!"
Zufrieden setzte sie sich an ihr Pult und beobachtete die lesenden Schüler. MJ hatte zwar ihr Buch aufgeschlagen und den Kopf darüber gebeugt, aber lesen kam ihr gar nicht in den Sinn. Leise murmelte sie: "Verteidigung gegen die dunklen Künste ohne Zauberstab? Was soll das denn bringen!?"
Umbridges Kopf ruckte nach oben und sie starrte leicht verblüfft zu ihr hinüber. "Wenn Sie etwas zu sagen haben, stehen Sie auf und lassen Sie es uns alle wissen." MJ reckte das Kinn nach vorne und erhob sich. "Ich habe gesagt: Was macht es für einen Sinn, in diesem Kurs zu sitzen, wenn wir nicht lernen, wie man defensive Zauber einsetzt?!" Die Anderen, Jess mit eingeschlossen, starrten sie verblüfft und sogar entsetzt an. Immerhin hatte sie gerade den Lehrplan des Ministeriums infrage gestellt.
Umbridge war ebenfalls aufgestanden und sah das blonde Mädchen mit einem Blick an, den dieses nicht deuten konnte. "Wie ist Ihr Name?" MJ stand weiterhin stolz aufgerichtet da und wandte das Gesicht nicht ab. "Mary-Jane Carter!"
Langsam kam die Professorin auf sie zu. "Nun denn, Miss Carter! Wenn Sie das so sehen, dann möchte ich, dass Sie diesen Raum verlassen. Für heute sind Sie des Unterrichts verwiesen, Miss Carter. Nehmen Sie Ihre Sachen und gehen Sie!"
Es war fast so, als ob die gesamte Klasse den Atmen anhielt. Aber Mary-Jane lies sich davon nicht beeindrucken. Wenn diese Ministeriumsschnepfe sie für eine Querdenkerin hielt, sollte sie doch! Provozierend langsam packte sie ihre Sachen und ging lässig auf die Türe zu. Dort angekommen blieb sie stehen und wandte den Kopf zu ihrer Schwester um. Jess hatte sie ebenfalls erhoben und ihr Schreibzeug eingesteckt. Professor Umbridge sah mit einer Mischung aus Entsetzten und Wut zu, wie der andere Zwilling anstallten machte, sich zu seinem Gegenstück zu gesellen. "Was machen Sie da? Bleiben Sie gefälligst sitzen und lesen Sie weiter."
Jess runzelte die Stirn und wollte gerade etwas, nicht gerade nettes, erwidern, als sie aus dem Augenwinkel sah, wie ihre Schwester leicht den Kopf schüttelte. Leise seufzend lies sie sich wieder auf ihren Platz sinken und holte ihr Buch hervor. Umbridge lief derweilen zu Höchstform auf. Mit böse funkelnden Augen wandte sie sich an die gesamte Klasse. "Wenn noch jemand von Ihnen Anstallten macht, Miss Carter zu folgen, wird das strenge Konsequenzen haben. Ich denke, eine Woche Nachsitzen wäre das mindeste!" Entsetzt sahen sich die Schüler an. Eine ganze Woche Nachsitzen war das MINDESTE? Hastig vergruben sie ihre Nasen in den Büchern und fingen an zu lesen. Oder taten zumindest so.
"Und nun zu Ihnen." Hastig schritt die Ministeriumshexe auf ihren Schreibtisch zu, nahm ein Blatt Pergament und eine Feder und schrieb etwas darauf. Dann ging sie, mit einem siegessicheren Lächeln im Gesicht, auf MJ zu und überreichte es ihr. "Ich denke, der Schulleiter sollte von ihrem Verhalten erfahren. Begeben Sie sich unverzüglich zu seinem Büro und zeigen Sie ihm das." Ein ärgerliches Fauchen stieg in MJ auf, doch sie hielt es wohlweislich zurück. Dumme, dumme, dumme, dumme Kuh!! Hocherhobenen Hauptes drehte sie sich um und öffnete die Türe. Mit voller Absicht lies sie diese mit einem lauten Knall hinter sich zuschlagen. Aufatmend lehnte sie sich dagegen und verharrte einen Augenblick so. Erst jetzt wurde ihr klar, was sie da gerade angestellt hatte. Super… Das hast du ja wieder toll hingekriegt, MJ! Sie seufzte abgrundtief und ging den Gang entlang. Nun musste sie nur noch das Büro des Schulleiters finden.
Die Minuten vergingen, während sie durch die Korridore irrte. Neben dem Bild eines eleganten Mannes mit Spazierstock blieb sie schließlich stehen. "Kann ich Ihnen helfen, Miss?" Erschrocken zuckte sie zusammen und wandte sich der Stimme zu. Der Herr aus dem Bild neben ihr hatte sich besorgt zu ihr hingebeugt. Warum bin ich nicht schon vorher auf die Idee gekommen, eines der Gemälde zu fragen? "Wenn es Ihnen nichts ausmacht, könnten Sie mir dann sagen, wie ich zum Büro des Schulleiters komme?" Er strich sich die braunen Locken aus dem Gesicht und antwortete mit einem galanten Lächeln: "Aber natürlich, Miss! Wenn ich kein Gemälde wäre, würde ich ihnen jetzt meinen Arm anbieten… aber da ich nun mal eines bin, müssen Sie mir wohl oder übel so folgen." Und mit diesen Worten, ging er, den Spazierstock schwingend und leise vor sich hin pfeifend, von seinem Gemälde in das benachbarte und begleitete MJ so, bis sie einen großen Wasserspeier erreicht hatten. "Wir sind da, Miss! Hinter diesem Wasserspeier befindet sich das Büro von Professor Dumbledore." Lächelnd wandte sie sich dem Gemälde zu. "Vielen Dank! Darf ich noch fragen, wie Ihr Name ist?" Der elegante Herr sah sie, mit leuchtenden grünen Augen, erfreut an. "Aber sicher doch, Miss! Schon seit Jahren hat mich niemand mehr nach meinem Namen gefragt! Ich heiße Henry."
"Vielen Dank, Henry! Haben Sie etwas dagegen, wenn ich Sie ab und zu besuche? Ich würde mich gerne etwas länger mit Ihnen unterhalten."
"Aber nein, Miss! Kommen Sie, wann Sie wollen. Es würde mich sehr freuen! Auf wiedersehen, Miss!" Mit einer eleganten Bewegung fasste er sich an die Krempe seines Zylinders. MJ beantwortete dies mit einem ebenso eleganten Knicks und dann war er auch schon verschwunden. Ich glaube, ich habe mich gerade mit einem Gemälde angefreundet…, dachte sie leicht verwirrt.
Ängstlich wandte sie sich nun dem großen Wasserspeier zu, der ihr den Weg versperrte. "Entschuldigen Sie, Mister… äh… Mister Wasserspeier… Sir! Könnten Sie mich bitte vorbeilassen?" Leiser, als man es von einem so großen steinernen Geschöpf erwartet hätte, beugte er sich nach unten, um sie besser in Augenschein nehmen zu können. "So höflich hat mich noch niemand gefragt… aber eigentlich darf ich dich nur vorbeilassen, wenn du das Passwort weißt!" Verdammt! Das hatte sie nicht gewusst. Mit einem Blick der halb verzweifelt, halb bittend war (mit einem Dackelblick eben) sah sie zu ihm auf. "Bitte!"
Der Wasserspeier gab ein Geräusch von sich, das stark an einen Seufzer erinnerte und bewegte sich zur Seite. "Wenn DAS irgendwer erfährt… nun mach schon! Geh zu Dumbledore." MJ beeilte sich lächelnd an ihm vorbei zu kommen. "Danke schön!"
Sie war schon auf halbem Weg nach oben, als er antwortete: "Keine Ursache…" Ihr Lächeln verrutschte etwas. Jetzt hatte sie sich nicht nur mit einem Gemälde sondern auch noch mit einem Wasserspeier angefreundet.
Oben angekommen, blieb MJ schüchtern vor der schweren Holztüre stehen. Sie wollte dort nicht hinein! Was würde der Schulleiter sagen? Er war ihr zwar am gestrigen Abend ziemlich nett vorgekommen, aber der erste Eindruck konnte ja täuschen. Ok… Ganz ruhig. Mach dich nicht verrückt! Tief durchatmen und klopfen… Sie führte eine kurze Yogaatemübung durch und klopfte.
"Herein!" So… jetzt nur nicht durchdrehen… ich bin eine Wildkatze, ich bin eine Wildkatze, ich bin… ach vergiss es… Mit einem tiefen Atemzug drückte sie die Klinke nach unten, schob die Türe auf und schlüpfte zögerlich durch einen kleinen Spalt. Dann schloss sie die Holztüre wieder und lehnte sich mit wild klopfendem Herzen dagegen.
Sie hatte einen großen und freundlichen Raum betreten, (Aus reiner Bequemlichkeit, beschreibe ich das Büro nicht. Schließlich wisst ihr ja alle, wie es da aussieht!! Hoffe ich…) in dessen Mitte Dumbledore hinter seinem Schreibtisch thronte und sie überrascht musste. "Guten Tag, Miss Carter! Sollten Sie nicht im Unterricht sein?" Verblüfft starrte sie ihn an und räusperte sich verlegen. "Guten Tag…" MJ wollte gar nicht wissen, woher er ihren Namen kannte. Musste wohl so ein Schulleiterding sein. "Ich… Professor Umbridge schickt mich zu Ihnen! Ich soll Ihnen das hier geben." Mit zögerlichen Schritten ging sie auf ihn zu und überreichte ihm das Pergament. Dann beobachtete sie ganz genau seinen Gesichtsausdruck. Doch statt wütend oder zumindest etwas verärgert zu wirken, verzogen sich seine Lippen zu einem Lächeln. "So ist das also! Nun, vielleicht sollten Sie sich von nun an etwas zurück halten. Es ist nicht gerade förderlich sich mit dem Ministerium anzulegen!"
MJs Augen wurden immer größer. "Warum sind Sie nicht wütend auf mich? Schließlich wurde ich soeben aus dem Unterricht geworfen!!"Er lachte leise und zwinkerte ihr zu. "Wieso sollte ich wütend darüber sein, dass meine Schüler Fragen stellen?" MJ war immer noch verwirrt. Sie hatte wirklich jede Reaktion erwartet, aber ganz sicher nicht, dass er LACHTE! "Naja, ich meine…" Schließlich seufzte sie und hob die Schultern. "Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung!" Er lächelte sie wieder an und wollte gerade etwas sagen, als es klopfte. Überrascht drehte die Blondine sich um und Dumbledore hob die Augenbrauen. "Herein!?"
Langsam öffnete sich die Türe und ein blondes Mädchen schob sich zögerlich herein. MJs Kinnlade fiel nach unten und ihr fehlten die Worte. Der Schulleiter wirkte ehrlich überrascht, als er Jess heranwinkte. "Miss Carter! Warum sind Sie denn AUCH hier?"
Jess war es sichtlich unangenehm, so begrüßt zu werden. Ihre Wangen waren vor Verlegenheit gerötet und ihre Augen huschten unruhig umher. "Professor Umbridge hat mich hergeschickt."
Dumbledores Augenbrauen wanderten nach oben. "Haben Sie etwa auch zu viele Fragen gestellt?"
"Nein, ich… ich soll Ihnen das geben." Auch Jess hatte ein Stück Pergament dabei und gab es dem Schulleiter. Der las konzentriert, was Umbridge notiert hatte und seine Miene verfinsterte sich dabei. Als er fertig war, sah er auf und blickte sie über den Rand seiner Halbmondbrille ernst an. "Habe ich das richtig verstanden? Sie sind im Unterricht handgreiflich geworden?" MJ war bis jetzt wie versteinert stehen geblieben und realisierte erst nach einer unangenehmen Pause, was er eben gesagt hatte. "Du… WAS??"
Jess wurde noch röter und blickte zu Boden. "Ja. Das stimmt…"
Der Schulleiter legte das Pergament zur Seite, rutschte auf seinem Stuhl nach vorne und legte die Fingerspitzen aneinander. "Und weshalb haben Sie das getan?"
Bei diesen Worten hob sie den Kopf und starrte aus dem Fenster. "Nachdem Mary-Jane den Klassenraum verlassen hatte, hat Blaise Zabini eine abfällige Bemerkung gemacht - eine sehr abfällige Bemerkung - und da habe ich die Beherrschung verloren."
Einen langen Moment herrschte Stille und Dumbledore sah sie einfach nur an.
"Nun! Ich hoffe so etwas wird nicht noch einmal vorkommen, Miss Carter. Ich kann Ihre Tat leider nicht ohne Strafe lassen. Sie werden die nächste Woche unserem Wildhüter Hagrid helfen."
Als sich niemand bewegte fügte er hinzu: "Sie können jetzt Beide gehen!" Mit einem flüchtigen Nicken verabschiedeten die Beiden sich von ihm und waren im nächsten Moment auch schon an dem netten Wasserspeier vorbei. Der stieß ein verblüfftes Keuchen aus und krächzte: "Waaas? Von euch gibt es ZWEI?" Beide winkten ihm lächelnd zu, hielten aber nicht an.
Erst als sie um einige Ecken gebogen waren, blieben sie stehen. MJ packte ihre Schwester an den Schultern und schüttelte sie. "Was. Hast. Du. Gemacht?" Abwehrend hob Jess die Hände. "Blaise hat war gemein zu dir!"
"Was hat er gesagt?" Mit den Händen in den Seiten ging MJ auf und ab.
Nach kurzem zögern kam die Antwort: "So eine Schlampe wie du, hätte nichts Besseres verdient."
MJ Augen begannen wütend zu funkeln. "DAS hat er tatsächlich gesagt?"
"Ja…" Ihre Schwester verschränkte verärgert die Arme vor der Brust.
"Und du hast WAS gemacht, nachdem du das gehört hast?" Beide setzten sich wieder in Bewegung und Mary-Jane wartete gespannt auf eine Reaktion.
"Naja… Blaise ist vermutlich auf der Krankenstation.", murmelte Jess ziemlich verlegen.
"Hast du ihm etwa einen Fluch auf den Hals gehetzt?", wollte MJ mit einen schadenfrohen Grinsen wissen.
"Nein… ich habe eine etwas - direktere Methode gewählt!"
"Soll heißen…?"
"Ich glaube, ich habe ihm die Nase gebrochen.", gab Jess grinsend zu.
Lachend bogen die Schwestern um die nächste Ecke.
"Kann es sein, dass du auf dem Hinweg ein gewisses Gemälde getroffen hast?", fragte Jessica während sie zu ihrer Schwester hinüber sah.
"Einen gewissen Herren mit einem Zylinder und wunderbaren Manieren? Ja, den habe ich getroffen."
"Gut!" sie atmete erleichtert auf. "Und ich habe mich schon gewundert, weshalb ER sich gewundert hat!"
MJ stieß sie grinsend an. "Jaaaaa! Lass uns zu ihm gehen und dafür sorgen, dass er sich NICHT mehr wundert!"
