Na wer hat den da ein Date?? Uuuuuuuh. Na da sind wir ja mal gespannt ^^
Kommentare erwünscht.

Zwei Stunden und einen riesigen Klamottenberg später saß MJ erschöpft auf ihrem Bett. Jess hockte im Schneidersitz auf der Spitze von Kleider-Mountain und sah sich ratlos um. "Du machst Knitter in meine Sachen!", versuchte MJ es nun schon zum hundertsten Mal.

"Na und? Das ist doch jetzt nicht wichtig! Fassen wir es noch einmal zusammen… es soll umwerfend aber nicht übertrieben - sexy aber nicht nuttig - und schlicht aber nicht mauerblümchenartig sein." Ihr Zwilling seufzte tief. "Supi. Is ja auch so einfach ein derartiges Outfit zu finden ohne eigens dafür shoppen zu gehen!"

Mary-Jane verdrehte genervt die Augen und erhob sich. "Lass mich mal. Und geh endlich von meinen Klamotten runter!!!" Durch einem kräftigen Stubbs fiel Jess rückwärts auf den Boden. "Hey!" hörte man sie unter mindestens fünf Jeans nur gedämpft protestieren. Vorsichtig, als ob sie auf rohen Eiern laufen würde, stakste MJ durch die zentimeterhohe Schicht Stoff. Man konnte ja nie wissen, was darunter lag und sie wollte nicht schon wieder auf eine ihrer unzähligen Haarspangen treten. Am Schrank angekommen betrachtete sie die wenigen Stücke, die ihre Schwester noch nicht ausgemustert über ihre Schulter geworfen hatte. Schließlich schafften es ein schlichter hellblauer Rollkragenpullover ohne Ärmel und eine eng anliegende dunkelblaue Röhrenjeans sie zufrieden zu stellen. "Wieso so keusch?", kam es fragend von hinten. "Weil ich erstens immer noch einen Bluterguss habe, den dieses Oberteil gerade noch bedeckt und zweitens nicht besonders viel zum herzeigen habe!" Mit einem halb geseufzten Ratzeputz und einem lässigen Schwenk ihres Zauberstabs erhob sich der Kleiderberg in die Luft, legte sich säuberlich zusammen und verstaute sich wieder an seinem angestammten Platz.

Mit hektischen Bewegungen schlüpfte sie in "Das" Outfit, zwängte ihre Füße in blaue Riemchensandalen und warf sich eine weiße Jacke über. Zu guter letzt fasste sie ihre Mähne zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammen und begutachtete sich im Spiegel. "Japp… so geht's!"

Jess stand derweilen am Fenster und schien jemanden zu beobachten. Leise schlich ihre Schwester von hinten an sie heran und spähte über ihre Schulter. "Wen beobachtest du denn?", fragte sie, obwohl die Antwort eigentlich klar war. "N-n-niemanden!" stotterte sie mit glühenden Wangen.

"Du kannst Draco auf dem weg nach Hogsmead sehen, nicht wahr?" Liebend gern hätte sie ihre Schwester ein bisschen aufgezogen, doch ein rascher Blick auf ihre Armbanduhr lies sie zur Türe spurten. "Ich würde mich ja gern noch ein bisschen mit dir unterhalten, aber der heiße Rothaarige wartet auf mich!" Ein kurzes Zwinkern und schon war sie weg.

Nervös eilte MJ die langen Treppen hinunter, sich immer wieder zwischen fröhlich plappernden Schülern hindurch schiebend. Unten angekommen lugte sie vorsichtig durch das riesige Portal in die große Halle und da stand er, in ein wichtig aussehendes Gespräch mit seinem Bruder vertieft. Zaudernd lehnte sie sich an den Türrahmen und fragte sich innerlich, ob sie nun zu ihm gehen oder lieber hier auf ihn warten sollte.

Die Entscheidung wurde ihr abgenommen, denn Fred hatte sie bereits entdeckt und winkte ihr grinsend zu. Als sie jedoch einen Schritt auf ihn zumachte, bedeutete er ihr zu bleiben, wo sie war. Wenn sie seine Zeichen richtig deutete, sollte sie auf ihn warten. Die Augenbrauen zusammen gezogen nickte sie ihm zu. Aber eigentlich wollte sie nicht warten. Betrübt starrte sie vor sich hin, die Arme verschränkt und fragte sich, was wohl so dringend war, dass es ihm wichtiger war als ein erstes Date. Sie konnte sich einfach keinen Reim darauf machen.

Nach etwa zwanzig Minuten kam er lächelnd auf sie zu. Sie war immer noch nicht gut auf ihn zu sprechen, doch die nette Umarmung, in der sie sich kurz darauf wieder fand, leerte ihren Kopf.

"Hi!" hauchte er in ihr Ohr, bevor er sie losließ. Ihrer Stimme nicht trauend lächelte sie ihn nur an. Wäre ja noch schöner, wenn sie jetzt auch noch anfing zu stottern.

Fast schon zärtlich nahm er sie bei der Hand und zog sie lachend aus dem Schloss, wobei sie etliche Blicke auf sich zogen. "Jetzt zeig ich dir mal den besten Teil an Hogwarts!"

So schön es auch war, in ihrem Hinterkopf regte sich immer noch der Ärger, dass er sie hatte warten lassen. Nein! Sie wollte jetzt nur die Zeit mir dem Weasley genießen und sich nicht von trüben Gedanken ablenken lassen. Und so verdrängte sie das nagende Gefühl. Wahrscheinlich reagierte sie nur über… wäre ja nicht das erste Mal.

Wild drauflos plappernd zog Fred sie von einem Geschäft ins Nächste. Am längsten jedoch dauerte ihr Aufenthalt in Zoknos Scherzartikelladen. Natürlich fand MJ es interessant an diesem Ort, aber Fred schien ihr die Wirkung jedes einzelnen Dinges in diesem Raum erklären zu wollen. Und das dauerte… lange… und länger. Mittlerweile gelangweilt hörte sie ihm nur noch mit einem Ohr zu und wünschte sich ganz schnell irgendwo anders hin. Statt einfach den Laden zu verlassen fing sie an ihn zu mustern. Er sah unglaublich gut aus und nett war er ja auch. So extrem gentlemanlike, das es bei jedem anderen gespielt wirken würde. Aber bei ihm war es einfach nur anziehend. Also stieß sie einen lautlosen Seufzer aus und lies es über sich ergehen. Der Rest würde sie hoffentlich dafür entschädigen. Hoffentlich…

Verträumt blickte Jess wieder auf das Schlossgelände hinunter, sobald ihre Schwester den Raum verlassen hatte. Nachdem Draco außer Sichtweite war, fasste sie einen Entschluss. Sie würde Hogsmead auf eigene Faust erkunden. Jawohl, das würde sie.

Gut gelaunt stürmte sie in ihren eigenen Gemeinschaftsraum, zog ein oranges T-Shirt und einen pink gemusterten Rock hervor, glitt in ein Paar silbrige Sandaletten und schnappte sich ihre Tasche. Mit dem breitesten Grinsen der Welt schlängelte sie sich durch das anhaltende Gedränge der Schüler, die zum Mittagessen wieder ins Schloss zurückgekehrt waren. Die Sonne schien und es sah nach einem wunderbaren Nachmittag aus. Nur einige wenige Wolken waren am Horizont zu sehen.

Schon nach wenigen Minuten Fußmarsch kamen die ersten Häuser in Sicht und ihre Vorfreude stieg. Let's shop!

Ungefähr zwei Stunden lang streifte Jess ziellos durch Hogsmeade. Gut ein Viertel dieser Zeit verbrachte sie im Honigtopf. Das reinste Paradies für eine Naschkatze wie sie.

Dieser Ort war es auch, an dem sie ihn traf. Von einer Sekunde auf die andere stand er hinter ihr und erschreckte sie fast zu Tode. Quietschend lies sie die Lakritzstande fallen, die sie eben noch in den Händen gehalten hatte.

Mit seinem üblichen überheblichen Grinsen hob er sie auf und hielt sie Jess vor die Nase. "Magst du süße Sachen?", hauchte er. Verunsichert wich sie einen Schritt zurück und musterte ihn. Er trug eine eng anliegende schwarze Jeans und ein weißes Hemd. Darüber eine graue Jacke. Frech antwortete sie: "Nur, wenn es sich um etwas zu essen handelt…" Lachend legte er die Lakritze zurück und begleitete sie aus dem Laden. Schweigend schlenderten sie die Straße entlang, blieben vor einigen Schaufenstern stehen und waren nicht auf den plötzlichen Platzregen gefasst, der auf sie hinunter prasselte.

Naja. Draco war wohl darauf gefasst, den er trug eine Jacke, aber Jess war dem Wasser schutzlos ausgeliefert. Innerhalb weniger Sekunden war sie ziemlich durchnässet und blickte gequält zu ihrem Begleiter.

Der war gerade dabei sich aus seiner Jacke zu schälen. "Was machst du da?" Sie erhielt keine Antwort. Stattdessen legte er den schützenden Stoff um ihre Schultern. Sogleich fühlte sie sich trockener und die Kälte wurde auch sofort von einer unglaublichen Hitze vertrieben. Nicht, dass die Jacke so warm gewesen wäre, obwohl sie noch etwas seiner Körperwärme abstrahlte. Es war eher sein Anblick.

Dracos Hemd war durch den Regen durchsichtig geworden und offenbarte einen gut trainierten Körper. Dazu kamen die Tropfen, die sich äußerst sexy in seinem Haar verfangen hatten und ihm ein verwegenes Aussehen gaben.

Jess Mund wurde ganz trocken, als sie ihn so anstarrte. Während dessen beobachtete er sie. Auch wenn sie es nicht wusste, der Regen sah auch an ihr nicht unbedingt unattraktiv aus! "Wie lang willst du mich noch anstarren?" Sein Ton war leicht belustig; das viele Wasser schien ihm nicht viel auszumachen.

Sofort rot werdend schaute sich die Blondine um und stellte erschrocken fest, dass sich keine Menschenseele mehr auf der Straße befand. War ja logisch! Niemand war auch nur annährend so blöd im Regen stehen zu bleiben… ok, fast niemand.

Als sie ihren Blick wieder auf den Malfoy-Jungen richtete zierte wieder dieses besondere Lächeln sein Gesicht. Dieser Gesichtsausdruck, der sie rasend machte und den sie, wenn sie es sich eingestand, auch sehr gern mochte. Der weiß doch ganz genau, welche Wirkung er im Regen hat… grummelte sie in Gedanken, während sie sich gemeinsam auf den Weg in das nächst beste Gebäude machten. Zufällig landeten sie in den drei Besen. Nachdem sich die Beiden einen Tisch gesichert hatten war Draco auch schon verschwunden um ihnen heiße Schokolade zu besorgen. Sie hatte es ihm zwar nicht gesagt, aber im Moment war es genau das, was sie brauchte.

Neugierig sah sie sich um und bemerkte die Blicke, die sie immer wieder streiften. Anscheinend lag das an ihrem Begleiter und so oft, wie sie aneinander gerieten, sollte sie sich wohl besser daran gewöhnen.

Das Gestarre ignorierend musterte sie die anderen Gäste und kam zu dem Schluss, dass sie nicht die einzige klitschnasse Person hier war. Sie konnte Cho sehen, die verzweifelt versuchte die langen Haarsträhnen, die ihr im Gesicht klebten, aus ihren Augen zu bekommen.

Jess persönlich hielt ja nicht viel von ihr. Ihrer Meinung nach, war dieses Mädchen einfach nur eingebildet und unsympathisch. Chos verzweifelte Versuche brachten sie zum kichern und das wiederum brachte ihr einen leicht verwirrten Blick aus Dracos Richtung ein. Der stolzierte nämlich grade auf ihren Tisch zu, zwei dampfende Becher in der Hand. "Danke…" brachte sie noch heraus, bevor sie sich endgültig von dem mehr als warmen Getränk ablenken lies.

Interessiert betrachtete Malfoy sein unfreiwilliges "Date" und gab ein kurzes aber selten echtes Lächeln preis, dass sie natürlich, beschäftigt wie sie war, nicht sah. Stillschweigend schlürften sie ihre heiße Schokolade und machten sich anschließend wieder auf den Rückweg. Unbemerkt war die Zeit an ihnen vorbei gezogen. Ja, auch in den Momenten, in denen man denkt, die Zeit bliebe stehen, läuft sie eigentlich weiter.

Die Dämmerung setzte langsam ein, als Jess und Draco die Straße entlang gingen. "Warum hast du mir vorhin eigentlich deine Jacke gegeben?", platzte es nach einer fast endlosen, aber nicht wirklich unangenehmen, Stille aus ihr heraus. Draco war so verblüfft, dass er erstmal nicht antwortete. "Ich bin Vertrauensschüler.", kam es schließlich sachlich von ihm. Natürlich stellte es Jess nicht zufrieden, mit so einer lahmen Ausrede abgespeist zu werden, aber sie wollte nicht darauf herum reiten. Also schwieg sie wieder. "Wieso hattest du keine eigene Jacke dabei?"

Diesmal kam die Frage von ihm und es war an ihr verblüfft nach einer passenden Antwort zu suchen. "Das Wetter war schön, als ich losgegangen bin." "Schon mal das Wort Wetterbericht gehört?", stellte er sogleich spitz die nächste Frage. Darauf fiel ihr nichts intelligentes ein und wieder senkte sich Schweigen über sie. Kein Angenehmes…