Tja... Wenn Fred schonmal anfängt zu schwärmen.
Ob das gut geht?
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Die Minuten fühlten sich wie Stunden an. MJ dachte schon, sie müsste gleich im stehen einschlafen, als Fred sie endlich an der Hand nahm und aus dem Laden zog.

Etwas verlegen fühlte sie sich dazu verpflichtet etwas zu sagen. "Das war wirklich interessant."

Hoffentlich kam das glaubwürdig rüber. Ein gezwungenes Lächeln auf den Lippen sah sie zu ihm nach oben. Zu ihrer Erleichterung schien er es nicht zu bemerken.

"Ja, nicht wahr! Das ist meine große Leidenschaft." antwortete er mit leuchtenden Augen.

Erleichtert beglückwünschte sie sich selbst dazu, vorher nicht einfach gegangen zu sein. Fred war unglaublich süß und wenn sie sein Hobby nicht akzeptieren konnte, würde er bestimmt nie wieder mit ihr ausgehen. Und das war wirklich das Letzte, was sie wollte.

Ist es wirklich besser ihn anzulügen? meldete sich ihr Gewissen.

Darüber wollte sie gar nicht nachdenken. Es war gut so. Ganz gut! Alles ok…

Glücklicherweise lenkte Fred sie ab, indem er ihre Hand losließ.

Häää? war ihr erster Gedanke. Was soll das denn jetzt??? Aber als er ihr dann stattdessen den Arm um die Hüfte legte und sie somit näher an sich zog, war sie wieder ganz zufrieden. Mehr als zufrieden sogar.

So wanderten sie durch die Straßen und zogen einige Blicke auf sich. Aber das war zumindest MJ egal. Und Freds Grinsen nach zu schließen schien es ihm sogar zu gefallen.

Plötzlich blieb sie vor einem Schaufenster stehen. Vorteilhaft ausgestellt wurde darin Quidditchausrüstung aller Art präsentiert. Und natürlich auch Ausrüstung in allen Preisklassen. Mit großen Augen trat MJ näher an das Glas und legte sachte die Hand dagegen. "Oh Mann…"

Sie sollte unbedingt wieder mal mit ihrem Dad shoppen gehen. Ihre eigenen Sachen vielen bestimmt bald auseinander.

"Du stehst auf Quidditch?" kam es ganz überrascht von Fred.

"Oh ja!! Ich fliege schon seit ich mich selbst auf einem Besen festhalten konnte." Begeistert wanderten ihre Blicke weiter über die Auslagen hinter dem Glas.

"Hast du dann Lust mal mit Ron, Harry, George und mir zu spielen?" fragte er leise neben ihrem Ohr.

"Wenn ihr es vertragen könnt zu verlieren, sicher!" antwortete sie ihm grinsend.

"Du bist ja sehr von dir selbst überzeugt."

Verlegen blickte sie zu Boden und spürte, wie ihre Wangen heiß wurden. War das zu übertrieben gewesen? Aber sie hatte doch nur die Wahrheit gesagt.

Er schob sich näher an ihr Ohr - falls das überhaupt noch ging - und hauchte: "Das gefällt mir."

Wäre es nicht so peinlich gewesen, hätte sie sich wahrscheinlich von ihm losgerissen und hätte mindestens einen Luftsprung gemacht. Natürlich mit entsprechendem Kreischen.

Aber so was konnte sie jetzt nicht bringen. Dieses Fettnäpfchen würde sie umgehen.

Eine Weile schwiegen sie und ergötzten sich am Anblick der frisch polierten Ausrüstung.

Dann setzten sie sich wieder in Bewegung. Am Horizont tauchten dunkle Regenwolken auf und Fred zog sie in Richtung eines Cafés.

Es war schon an der Außenfassade von den anderen Gebäuden zu unterscheiden. Dieser rosa Anstrich stach ja auch überall heraus.

Etwas zweifelnd schielte sie zu ihrer Begleitung, Er hatte doch nicht ernsthaft die Absicht da rein zu gehen. Aber über jeden Zweifel erhaben steuerte er auf die Eingangstür zu und schob sie unter dem Gebimmel kleiner Glöckchen hindurch.

Im Inneren war es fast noch schlimmer. Rosa war auch hier die dominierende Farbe und der Duft von Himbeere und Vanille hing in der Luft. Und über den besetzten Tischen schwebten kleine Engel, die rosafarbene und rote Herzchen auf die Gäste warfen.

War es nicht störend, wenn die Teile im eigenen Getränk landeten?

Eigentlich mochte MJ kitschige Dinge ja… aber das war dann doch leicht übertrieben.

Vor allem die Rüschchen und Schleifen die an jedem freien Fleck hingen. Hoffentlich wurden sie hier von niemandem gesehen, den sie kannte. Was wahrscheinlich nicht besonders schwierig war. Niemand ihrer Freunde würde freiwillig hierher gehen. Ok, Luna vielleicht, aber doch nicht allein. Und mit wem sollte die denn hingehen? Obwohl… wenn sie eventuell mit Neville… Nein, sie war bei einem Date und das war nicht die richtige Zeit oder der richtige Ort um über Kuppelmöglichkeiten nachzudenken.

Schüchtern lies sie sich von Fred zu einem kleinen Tisch im hinteren Teil des Cafés führen. Ein verlegenes Schweigen legte sich über die Beiden, während sie auf eine Bedienung warteten. Zum Glück kam schon nach wenigen Minuten Madam Puddifoot zu ihnen und fragte mit trällernder Stimme nach ihren Wünschen.

Erleichtert bestellten Beide eine Tasse Kaffee und ein Stück Erdbeertorte.

Während MJ vorsichtig an ihrer Tasse nippte überlegte sie fieberhaft, welches Gesprächsthema sie am besten anschneiden sollte. Schule? Umbridge? Familie?

Nein, das war alles zu… seltsam. Am Ende wollte er sich gar nicht darüber unterhalten und die Laune sank tiefer und tiefer. So was sollte man immer vermeiden.

Als sie schließlich die erste Gabel ihres unglaublich lecker aussehenden Kuchenstücks in Richtung ihres Mundes bewegte kam ihr eine wunderbare Idee. Hatte er nicht eben vorhin gesagt, dass er Quidditch spielte? Ja… wenn ihr Gedächtnis nicht wieder einmal aussetzte, könnte das sogar so gewesen sein!

"Welche Position spielst du beim Quidditch?" fragte sie ihn neugierig über den Rand ihres Kaffees hinweg.

"Bis jetzt haben George und ich immer als Treiber gespielt. Und das nicht gerade ohne Erfolg." gab er nicht ohne Stolz in der Stimme zu.

Grinsend stützte MJ sich mit den Ellbogen auf dem Tisch ab. "Ich hab schon gehört, dass Gryffindor immer mal wieder den Quidditchpokal gewinnt!"

"Immer mal wieder???" Er klang tatsächlich etwas gekränkt. "Wir haben bis jetzt jedes Jahr gewonnen. Die anderen Häuser haben überhaupt keine Chance!!"

"Weis ich doch." beruhigte sie ihn. Sie war sehr zufrieden mit dem Verlauf dieses Gesprächs. Zumindest bis Fred das nächste Mal den Mund aufmachte.

"Huffelpuff und Ravenclaw hatten noch nie eine Chance. Sie spielen jedes Mal nur um den dritten und vierten Platz." Er schnaubte spöttisch. "Ich weiß ja nicht, warum die überhaupt noch teilnehmen. Der einzige ernst zunehmende Gegner für uns ist Slytherin."

MJ schaffte er gerade noch so ihren Mund davon abzuhalten überrascht aufzuklappen. Das war jetzt nicht wahr!! Zog er gerade über ihr Haus her? So was unverschämtes.

Verärgert runzelte sie die Stirn. Aber wenn sie jetzt etwas sagte, würde es doch ihr Date ruinieren, oder? Zerknirscht gestand sie sich ein, dass sie wahrscheinlich weiterhin hinnehmen würde, wenn er solche Dinge sagte. Jedes andere Mädchen wäre bestimmt gegangen.

Aber das hier war ihr erstes Date seit Monaten. Und sie sehnte sich sehr nach ein bisschen ernstzunehmender Aufmerksamkeit von einem Jungen. Fred gab ihr all das und deshalb war sie bereit zu ignorieren, dass er eben etwas schlechtes über Ravenclaw gesagt hatte.

Es schien so, als wäre er gerade tief in Gedanken an einen Sieg gegen Slytherin. Sie wusste ja mittlerweile, dass sich diese beiden Häuser einfach nicht ausstehen konnten.

Höflich, wie sie war, störte sie ihn nicht und beobachtete leicht deprimiert die schweren Regentropfen, die gegen das große Schaufenster prasselten.

Schließlich schien der Weasley wieder in der Gegenwart angekommen zu sein, denn er blinzelte kurz und nahm einen weiteren Bissen von seinem Kuchen.

"Welche Position spielst du?" stellte er die Frage, auf die MJ schon seit Minuten gewartet hatte.

"Unterschiedlich, aber am besten bin ich als Jägerin." Stolz fügte sie hinzu: "In meiner Freizeit entwickle ich neue Angriffsmethoden. Und die sind meist ziemlich unkonventionell und spektakulär. Es geht schließlich nichts über einen gekonnten Auftritt!"

Ein Nicken war seine einzige Antwort.

Quidditchanekdoten austauschend tranken sie ihren Kaffee und aßen ihren Kuchen.

Dann rief Fred Madam Puddifoot wieder zu sich und zahlte für sie Beide. Als sie protestieren wollte brachte er sie mit einem unglaublich strahlenden Lächeln zum schweigen.

Mit einer super-süßen Geste legte er wieder den Arm um ihre Taille und sie quetschten sich unter der allgemeinen Aufmerksamkeit aus dem Café.

Draußen hatte der Regen aufgehört und so konnten sie den frischen Geruch nach Regen genießen.

Lächelnd schmiegte MJ sich an Freds Oberkörper. Daraufhin beugte er sich zu ihrem Ohr und flüsterte: "Ich mag es, wenn du lächelst. Dann bist du noch schöner."

Wie auf Kommando wurden ihre Wangen rot und sie schlug peinlich berührt die Augen nieder.

"Danke…" nuschelte sie verlegen.

Auf dem Weg zurück zum Schloss überhäufte er sie regelrecht mir weiteren Komplimenten und süßen Bemerkungen. Was dazu führte, dass ihr Gesicht seine natürliche Farbe nicht wieder annahm, sondern rot blieb.

Vor dem Portal angekommen lockerte er seinen Griff etwas und zwang sie mit einer kleinen Bewegung sich so zu drehen, dass sie mit dem Gesicht zu ihm stand. Durch seinen Arm nah an seinen Körper gedrückt musste sie den Kopf weit in den Nacken legen um ihm in die Augen sehen zu können.

Gerade wollte sie ihn fragen, was das sollte, als er sich zu ihr runterbeugte und ihr einen zarten Kuss auf die Wange hauchte. Dann wanderten seine Lippen ihr Gesicht entlang in Richtung Ohr. Selbstsicher zog er eine Spur aus lauter kleinen Küssen, die ein interessantes Kribbeln auf MJs Haut auslösten, bis er ihr Ohr erreicht hatte. Nach einem letzten Kuss auf ihr Ohrläppchen zog er sich zurück und setzte wieder dieses unglaubliche Grinsen auf. "Danke für diesen wunderbaren Tag, Mary-Jane!"

"Ähm, bitteschön." Verlegen trat sie von einem Bein auf das Andere.

"Ich muss los. Hab mich mit den Jungs zum Quidditch verabredet. Wir sehn uns." Und damit lies er sie los und machte sich vom Acker.

Etwas verloren blieb MJ vor dem Schlossportal stehen. Er hatte sich nach einem Date mit seinen Freunden verabredet? So was war doch nicht normal. Als ob er einschätzen könnte, wie lang das Date… Moment mal. Hatte er etwa - nein! Nein, ganz ausgeschlossenen.

So etwas würde er nicht machen! Glaub ich jedenfalls.

Seufzend schob sie sich ins warme Schloss, denn während sie draußen herumspekuliert hatte, war es empfindlich kalt geworden.

Die Halle war leer. Bis auf ihre Schwester, die wie angewachsen an einem Flügel des Portals lehnte und seltsam entrückt vor sich hin starrte. Zwischen ihren Füßen lag eine kleine Schachtel.

Entschlossen trat MJ neben ihren Zwilling und wedelte mit der Hand vor ihrem Gesicht herum. "Jess? Jeeeeehess!!!! Spielst du Dornröschen und ich muss dich wach küssen, bevor du mit mir redest?"

Dass schien sie wieder in die Realität zurückzuholen, denn sie wich einige Schritte seitwärts aus und streckte abwehrend die Arme vom Körper. "Bleib von meinen Lippen weg!"