Scott's Sicht:
Ich stürzte zurück zum Geländer und traute meinen Augen kaum. Dort stand sie, keinen Tag älter als sie bei ihrem Verschwinden gewesen war. Sie umarmte das Mädchen, dass ich als Hexe vermutete und glühte vor freude. Mein Herz schlug schneller und ich lehnte mich über die Brüstung um sie besser sehen zu können,was bei meinen Jäger Augen eigentlich völlig Unnötig war. Ihr Lachen das immer wieder an mein Ohr drang klang wie Musik. ,Aubrey!", flüsterte ich. ,Davina komm!", rief jemand und Aubrey drehte sich um und winkte dem jenigen zu. Davina? Aber es war doch Aubrey... Alles begann sich zu drehen. Wer war dieses Mädchen und warum sah sie genau so aus wie das Mädchen, dass ich vor 142 Jahren verloren hatte.
Ich brauchte antworten und zwar schnell! Ich riss mich vom Geländer los und erhaschte noch einen Blick auf sie um sie mir einzuprägen bevor sie in der Menge verschwand.
Ihr Lachen klingelte immer noch in meinen Ohren, als ich mir meine Lederjacke überwarf und aus der Wohnung stürmte.
Als ich aus der Haustür trat trafen mich die heiße Sommerluft und der Alkoholgeruch mit voller Kraft. Geschickt schlängelte ich mich durch die Menschen mit einem festen Ziel vor Augen: Das Hexenquarter.
Die meisten Touristen waren von den falschen Hexen und ihren Talismanen geblendet, doch vereinzelt gab es noch die richtigen Hexen und Warlocks in New Orleans. Die Hexe die ich suchte war in der Blutlinie der Salem Hexen verankert und vor 142 Jahren Aubrey's beste Freundin gewesen: Avery Good, Nichte der in Salem verurteilten Sarah Good.
Ich hatte sie seit Aubrey's verschwinden nur einmal aufgesucht. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich auf meinem Selbstzerstörrungstrip gewesen bin, doch ich wusste ganz genau wo ich sie finden würde. Avery war nicht nur eine grandiose Hexe sondern auch eine Verwandlungskünstlerin, die ihr aussehen alle 20-25 Jahre veränderte um nicht aus dem Hexenquarter verschwinden zu müssen. Echte Hexen sowie Dämonenjäger erkannten sie natürlich trotzdem als starke Hexe. Ich bog in eine kleine Straße ab in der sich ein kleiner versteckter Hauseingang befand ich klingelte und durch die Gegensprechanlage ertönte ein: ,,Hallo?" ,Tha mi duilich", antwortete ich. ,,Thig a-staigh!", kam es zurück,die Tür summte und ich trat hinein. Mit schnellen Schritten lief ich in das oberste Stockwerk und kaum war ich oben angekommen, stand vor mir eine blonde junge Frau die mich ansah. ,Scott R. McKean! Wie lange ist es her? 90 Jahre? Und wie ich sehe bist du noch am leben und nicht länger gealtert als 19 höchstens 20! Hast dich wohl doch nicht selbst umgebracht!" Ich kratzte mich am Hinterkopf ,,Gab da wen der mir gründlich den Kopf gewachsen hat!" Avery lächelte ,,Sie hätte es so gewollt!" Ich sah sie kurz an: ,,Ich hab sie gesehen! Vor kaum 15 Minuten,vor meinem Haus!" ,Wie viel Bourbon hast du getrunken Scott?", fragte sie mich. Ich seufzte, Ich wusste, dass du mir nicht glauben würdest...gib mir deine Hand!" Ich hielt ihr meine hin und zögerlich ergriff sie meine. Sobald sich unsere Hände berührten schickte ich ihr die Erinnerung. Es dauerte einige Sekunden, bis sich unsere Hände wieder lösten. , Das ist unmöglich!", meinte Avery und blinzelte einige male. ,Das ist Aubrey oder?", ich sah sie flehend an. , Komm rein,dass ist kein Gespräch für einen Hausflur!", meinte Avery und wir verschwanden in ihre Wohnung und kaum hatten wir sie betreten began sie in ihrer Wohnung herum zu wuseln. Sie sammelte eine Karte, Kerzen und ein kleines Fläschchen mit einer roten Flüssigkeit zusammen. Sie legte alles zusammen auf den Küchentisch. ,,Einen Lokalisationszauber?", fragte ich sie und sie nickte. ,,Wenn es wirklich Aubrey ist, dann werden wir sie finden!" Sie positionierte die Karte von New Orleans in der Mitte und stellte die Kerzen um sie Herum. Als letztes öffnete sie das kleine Fläschchen und ein süßer und gleichzeitig eiserner Geruch erfüllte die Luft. ,,Blut? Ist das Aubrey's Blut?", fragte ich ungläubig. ,,Natürlich, dass beste Mittel um jemanden genau zu finden!", sagte sie und träufelte etwas Blut auf die Karte. ,,Du hast Aubreys Blut die ganze Zeit aufbewahrt!", fragte ich ungläubig und verzog leicht das Gesicht. ,,Hör auf so zu gucken, du trägst das Versteinerte Blut deiner Eltern als Talisman bei dir! Bevor du mich getroffen hattest, musstest du es auch in Fläschchen aufbewahren! Wusstest du das diese Steine jetzt total Modern sind?", meinte sie und ich lockerte meine Gesichtszüge, da ich wusste dass sie recht hatte. Sie lächelte zufrieden und löschte das Licht im Raum, sodass nur noch die Kerzen den Raum erhellten. ,, Phasmatos tribum nas ex veras sequita saguines ementas asten mihan ega petous!". Die Kerzen flackerten wild umher und Avery wiederholte den Spruch wie ein Mantra, doch nichts tat sich. Das Blut bewegte sich kein bisschen. ,,Phasmatos tribum nas ex veras sequita saguinem!", probierte sie jetzt einen anderen Spruch, doch nichts tat sich. ,,Es ist nicht Aubrey!", meinte Avery und lies die Hände sinken. ,,Woher willst du das wissen... vielleicht...vielleicht hat jemande einen Verhüllungszauber auf sie angewendet um sie für uns unsichtbar zu machen!", warf ich ein. ,,Nein, der Zauber würde mich wegstoßen, aber da war nichts...ich kann es mir auch nicht erklären...!", sie schwieg und sah zu Boden. Auf ihrer Stirn bildeten sich Denkfalten ich sah sie eindringlich an. ,,Avery? Was denkst du?", fragte ich. ,,Es könnte sein...!", sie dachte noch einmal über ihren Gedanken nach und ich hätte sie am Liebsten geschüttelt. ,, Es sei denn was?", fragte ich ungeduldig. ,,Es könnte sein, dass dieses Mädchen Aubrey's Doppelgänger ist!", sagte sie und sah mich ernst an.
