Kapitel 2 – Nicht sicher

A/N: So, hier bin ich wieder. Mit dem 2. Kapitel im Schlepptau.

Musiktipps:
Dido – hunter
oder
Weezer – island in the sun

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Kapitel 2 – Nicht sicher...

Plötzlich war es still in Josefs Wohnzimmer. Kein Laut war zu hören. Sah man einmal vom Rauschen des Meeres ab, das der Wind durch die geöffnete Glastür ins Zimmer trug.
Mick sah Josef von der Seite her fragend an und stellte schließlich die Frage, die ihm unter den Nägeln brannte: „Wo liegt denn nun unser Problem?"
Josef seufzte und schloss für einen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, war sein Blick auf Mick gerichtet. „Du bringst eine vollkommen fremde Person hierher, über die Du nichts weißt, außer, dass sie Velvet heißt, wenn es denn ihr richtiger Name ist, was sich erst noch herausstellen muss, und der Tatsache, dass sie durch die Straßen von LA läuft und Vampire köpft." Seine Augen schienen Funken zu versprühen. „Nenn mich paranoid, aber die Sache stinkt!"
Als er den Namen seiner Besitzerin gehört hatte, war der Kopf des Wolfes in die Höhe geschnellt, die Augen fest auf Josef gerichtet, der diesen Blick jetzt erwiderte.
„Ich weiß!" Mick klang resigniert. „Aber sollte ich sie etwa einfach so gehen lassen? Ich meine ja nur, dass sie einfach einen Vampir abgeschlachtet und dann Small Talk betrieben hat..."
Josef schnaubte. „Du hast doch eins von diesen neumodischen Dingern. Wie heißen die noch mal?" Er tat, als würde er ernsthaft nachdenken. Dann richtete er seinen Blick direkt auf Mick und sagte: „Ach ja: Handys!"
Mick verdrehte die Augen. „Woher soll ich wissen, ob Du nicht gerade an der Vene von irgendeinem Freshie hängst und den Mund voll hast? Oder eine von Deinen berühmten Parties feierst?"
Der Wolf hatte das Interesse an den beiden offensichtlich verloren und legte seinen Kopf wieder auf die Pfoten, ließ Velvet jedoch nicht aus den Augen.
Josef wandte seinen Blick wieder auf die Bewußtlose. „Ich sage nur, dass die ganze Sache einfacher gewesen wäre, wenn Du dein Gehirn eingeschaltet und mich über deine Ankunft mit ihr informiert hättest!"
„Nächstes Mal."
„Es wird kein nächstes Mal geben!", fauchte Josef. „Ich hasse solche Überraschungen. Man weiß nie, was einen am Ende alles erwartet."
Mick nickte stumm. Er wußte, dass Josef Recht hatte, aber seine Instinkt sagte ihm, dass Josef mehr wusste, als er bereit war, zuzugeben. „Weißt du irgendwas über ihre Abstammung?"
Josefs Blick streifte ihn kurz und ruhte dann wieder auf dem reglosen Körper auf der Couch. „Sie ist kein Mensch. Aber auch kein Vampir.", sagte er schließlich und rieb sich nachdenklich über die Auge. „Vom Aussehen her würde ich sagen, dass sie ursprünglich aus Europa kommt."
„Sonst noch was?"
Josef öffnete die Augen wieder. „Ungefähr 25 Jahre alt. Vielleicht älter, vielleicht jünger. Keine Ahnung. Das kann man heutzutage schwer schätzen."
„Ich fahre später noch bei Logan vorbei und lasse ihn nach ihr suchen.", sagte Mick. „Vielleicht kann er ja zur Lösung des Rätsels beitragen."
Josef nickte. „Tu das." Dann schien ihm etwas eingefallen zu sein: „Ach ja: Hat sie irgendwas merkwürdiges getan, während ihr zusammen ward?"
„So was seltsames, wie Haar- und Augenfarbe, sowie Frisur zu verändern ohne irgendwelche Hilfsmittel zu benutzen oder sich auch nur zu bewegen?", fragte Mick , wobei er sich über Josefs geschockten Gesichtsausdruck amüsierte.
Josef schluckte, weil er das Gefühl hatte, einen Kloß im Hals zu haben. Dann räusperte er sich. „Was hat sie getan?"
Mick sah ihn verständnislos an und antwortete dann: „Ihr Aussehen verändert."
Wieder schluckte Josef.
„Vielleicht sollten wir uns erstmal mit ihr unterhalten, bevor ich zu Logan fahre.", schlug Mick vorsichtig vor.
Josef nickte nur, blieb aber ansonsten ohne jegliche Regung an seinem Platz stehen. Sein Blick war starr auf Velvet gerichtet, als könnte er auf diese Weise Antworten auf all seine offenen Fragen bekommen.
Plötzlich blinzelte er und sah dann Mick an. „Vielleicht sollte wir sie zuerst wecken, bevor wir sie mit Fragen löchern." Dann fiel ihm plötzlich etwas ein und er fragte: „Hast Du ihr eigentlich keine Fragen gestellt, auf dem Weg hierher?"
„Doch.", sagte Mick langsam. „Aber sie hat gesagt, dass mich das nichts angehen würde."
„Ja, ja...", murmelte Josef.
Mick sah seinen Freund besorgt an und sagte schließlich: „Ich hole einen kalten Lappen. Vielleicht wird sie dann eher wach..."
„Auf der Spüle.", kam die einsilbige Antwort.
Mick schüttelte den Kopf und verließ das Wohnzimmer in Richtung Küche.

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Josefs Blick schweifte zum Fenster ab. Er dachte darüber nach, warum er nicht den Lappen holen ging, während Mick mit dem Mädchen allein blieb.
Sie roch gut. Den Geruch nach getrocknetem Blut auf ihrer Kleidung empfand er jedenfalls nicht als unangenehm.

Häßlich war sie auch nicht, wie er nach einem Blick auf ihr Gesicht feststellte.
Was brachte eine junge Frau wie sie nach LA? Er wusste es nicht.
Konnte sich hinter dieser hübschen Fassade wirklich eine kaltblütige Killerin verbergen? Eine Killerin, die durch die Nacht strich und Vampire tötete? Wieder etwas, dass er nicht beantworten konnte.
Er setzte sich langsam in Bewegung und näherte sich auf leisen Sohlen dem Sofa. Immer darauf achtend, sich nicht zu schnell zu bewegen und damit die Aufmerksamkeit des Wolfes auf sich zu ziehen.
Er starrte sie an. Ihr Mund war leicht geöffnet, ihr Gesichtsausdruck friedlich. Nichts ließ auf ihre wahre Identität schließen.
Sie trug keinen Schmuck oder irgendwelche Accessoires. Keine sichtbaren persönlichen Gegenstände. Nichts, was er normalerweise bei einer Frau erwarten würde.
Er blieb stehen, als der Wolf seinen Kopf hob und ihn mit gebleckten Zähnen warnend anknurrte.
Da fiel es ihm auf.
Der Wolf trug ein Halsband.
Und an diesem Halsband befand sich ein Anhänger.
Josef konzentrierte sich und sah eine kleine silberne Fledermaus an dem schwarzen Lederhalsband baumeln. Er lächelte matt und der Wolf legte seinen Kopf wieder auf die Pfoten und sah ihn lauernd an.
Josef schob sich näher an das Sofa heran. Erst als er direkt vor ihr stand, blieb er stehen und sein Blick ruhte auf ihrem Gesicht.
Nun wirkte ihr Gesichtsausdruck auf ihn nicht länger friedlich. Sie sah aus, als würde sie einen inneren Kampf austragen.
Langsam beugte er sich weiter zu ihr hinunter.
Er konnte spüren, wie er sich veränderte.
Seine Pupillen veränderten sich und die Regenbogenhaut seiner Augen veränderte die Farbe, wurde silbrig-weiss.
Seine Fangzähne wurden sichtbar länger.
All seine Instinkte waren in Alarmbereitschaft. Sie schien seine niederen Instinkte zu aktivieren, ohne dass er es verhindern konnte.
Diese Erkenntnis hätte ihn unter normalen Umständen zurückschrecken lassen, aber der schwache Puls, der direkt unter der Haut ihres Halses pulsierte, setzte jeglichem Gedankengang ein Ende.
Sein Kopf sank weiter herab und schließlich berührten seine Zähne die zarte Haut ihres Halses.
Er hielt kurz inne und verschwendete einen letzten Gedanken daran, ob er sie wirklich beissen sollten, solange Mick im Haus war.
Aber es wurde zunehmend schwerer für ihn, ihr, beziehungsweise ihrem Blut, zu widerstehen.
Gerade als er sich entschlossen hatte, es gegen besseres Wissen zu tun, schloss sich eine Hand über seinem Kehlkopf und drückte schmerzhaft dagegen.
Er sah nach unten und sah in ihre geöffneten schwarzen Augen.
„Was...?"

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A/N: Ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen. Vielleicht könntet ihr mir ja dann ein Review dalassen, wie ihr die Geschichte insgesamt oder das Kapitel fandet. Ich würde mich wirklich darüber freuen.