A/N: So, dass ist der erste Teil von Kapitel 5. Das ist deshalb so, weil ich noch was zwischendurch einfügen will und bisher nicht weiß, wie es hier nach weitergehen soll, aber ich komme schon noch dahinter. ;)

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Kapitel 5, Teil 1 – Wo ist sie?

Beth und Josef erstarrten. Micks Feststellung hatte sie erschreckt. Man sah deutlich, dass sie das, was er soeben gesagt hatte, für absolut unmöglich hielten, sah man sich einmal die Tatsache an, in welcher Höhe die Wohnung lag.
Josef löste sich als Erster aus seiner Erstarrung und drängte sich an Mick vorbei ins Badezimmer. Er ging auf direktem Weg zur Dusche und drehte das Wasser ab. Dann sah er sich um. „Das darf ja wohl nicht wahr sein!", murmelte er, als er vor dem weit geöffneten Fenster stand und in die Tiefe starrte. „Wie konnte sie hier unbemerkt rauskommen?" Er drehte sich um und sah Mick und Beth wütend an. „Es ist hellichter Tag!" Eine vollkommen überflüssige Feststellung. „Wie ist es möglich, dass sie hier einfach so abhauen konnte?" Seine Stimme wurde merklich lauter, irgendwie durchdringender. „Zudem mit einem Wolf!"
Mick seufzte. „Josef, das Wasser lief und wir haben uns unterhalten. Bevor du gekommen bist." Beth nickte nur, offenbar zu betäubt um zu sprechen.
Plötzlich sah Josef zum Spiegel. „Aha.", murmelte er. „Sie hat uns was hinterlassen!" Er ging hinüber und nahm den Umschlag in die Hand. „Dann wollen wir doch mal sehen, was sie uns mitteilen will!" Er ging erneut an Mick vorbei und setzte sich mit dem Brief in der Hand auf die Decke, die kurz zuvor noch Velvets Körper gewärmt hatte.
Mick und Beth sahen sich kurz an und folgten ihm dann, setzten sich ihm gegenüber in die Sessel. Sie lehnten sich zurück und sahen ihn abwartend an, als er vorsichtig den Briefumschlag öffnete und mehrere Bögen weisses Papier heraus nahm.
Er begann in aller Ruhe den Brief zu lesen. Hin und wieder lächelte er versonnen, dann wieder nickte er oder riss die Augen weit auf. Als er schließlich fertig war, faltete er den Brief zusammen, steckte ihn zurück in den Umschlag und in die Innentasche seines Jacketts. Dann rief er sich erschöpft über sein Gesicht.
„Was steht drin?", fragte Mick schließlich, als er sich sicher war, dass sein Freund nicht von selbst anfangen würde, ihnen den Inhalt des Briefes mitzuteilen.
Josef sah auf, einen Anflug von Ironie auf dem Gesicht. „Sie weiß eine ganze Menge über uns und die Gemeinschaft der Vampire in LA." Er schnaubte. „Das war in gewisser Weise zu erwarten!"
„Warum?", fragte Beth und sah zwischen den beiden hin und her.
Mick sah sie kurz an und konzentrierte seinen Blick dann auf Josef. „Sie wusste gestern erstaunlich viel über Josef. Persönliche Sachen und auch allgemeineres."
Sie nickte. „Gut." Dann sah sie Josef direkt an. „Was steht sonst noch drin?"
Er wandte sich ihr zu und sah ihr nun unmittelbar in die Augen. „Velvet und Logan kennen sich. Schon eine ganze Weile!"
„Na toll!", war Mick nun leise zu vernehmen. „Dann sind seine Informationen möglicherweise überhaupt nichts wert." Er sah seinen Freund an. „Hast du ihn schon bezahlt?"
„Nein.", sagte dieser. „Und ich bin darüber im Moment auch nicht gerade unglücklich, muss ich sagen." Dann seufzte er. „Wir solle nicht nach ihr suchen." Er sah Mick in die Augen. „Sie schreibt, dass sie ihr Aussehen bereits verändert hat und wir sie nicht finden werden, weil sie es von nun an regelmäßig tun wird."
„Aber sie hat trotzdem einen individuellen Geruch, der sehr speziell ist!", bemerkte Mick nun und sah ihn lächelnd an. „Der wird sie irgendwann verraten."
„Ja. Nach Wildkräutern und Honig ...", sinnierte Josef mit verträumtem Gesichtsausdruck. Dieser verschwand, als er den Blickwechsel zwischen den beiden anderen bemerkte. „Wir müssen sie finden!" Seine Stimme drückte deutlich seine innere Anspannung aus.
Beth lächelte leicht, als sie Josef nun ansah. „Es läuft ja auch nicht jeder mit einem Wolf an der Seite durch Los Angeles."
„Stimmt.", sagte Mick und lächelte Josef ebenfalls an. „Noch ein Geruch, der uns zu ihr führen wird!"
Josef sah die beiden mit einem seltsamen Blick an. Schließlich sagte er: „Ist ja alles schön und gut, aber es standen noch einige andere Dinge darin!"
„Was?", fragte die beiden wie aus einem Mund.
„Nun ja, es betrifft euch beide! Aber ich weiß nicht, ob Mick damit einverstanden ist, wenn ich das einfach ausplaudern würde.", sagte Josef schließlich mit einem Seitenblick auf Mick, der sehr viel andeutete, aber nichts aussagte.
„Nun sag schon!", forderte Beth, ohne auf Mick zu achten, der nervös in seinem Sessel hin und her rutschte, weil er schon so eine Ahnung hatte, was Velvet geschrieben haben könnte.
Josefs Lächeln bestätigte seine schlimmsten Befürchtungen. „Oh, sie meint, dass Mick sich endlich für dich eingestehen soll, Blondie!" Sein Blick richtete sich auf Mick, dessen Hände zu Fäusten geballt waren, so dass seine Knöchel weißer als sonst hervortraten. „Sonst heiratest du am Ende noch einen anderen und bist damit außerhalb seiner Reichweite." Er grinste schief. „Etwas, dass ich dir ja schon länger sage, Mick. Vielleicht hörst du ja auf sie, wenn du schon nicht auf mich hören willst, und stellst dich nicht taub, wie üblich!"
Mick und Beth sah sich sprachlos an.
Josef räusperte sich und schließlich, als die Situation anfing, lächerlich zu werden. „Ich denke, wir sollten uns jetzt darauf konzentrieren, unsere kleine Ausreißerin zu finden!" Als die beiden anderen abwartend nickten, fuhr er fort: „Ihr fahrt zu Logan. Findet heraus, was er weiß!"
„Und was machst du in der Zwischenzeit?", fragte Beth und sah ihn herausfordernd an.
„Sonnenlicht ist nicht gut für meine sensible Haut!", kam die ironisch klingende Antwort.
„Das kann ja wohl kaum dein Ernst sein, Josef!", bellte Mick, sein Blick war durchdringend.
Josef grinste schelmisch und sagte dann: „Ich kümmere mich um die Eingrenzung des Suchgebiets. Sie ist auf der Suche nach irgendwas, also wird sie noch in der Stadt sein. Ich höre mich um, ob irgend jemand sie vielleicht gesehen hat."
Mick und Beth nickten nahezu synchron.
„Wir treffen uns später in meinem Haus.", schlug Josef nun vor. Er erhob sich langsam. „Dann können wir unsere Ergebnisse zusammentragen."
Die beiden anderen nickten erneut und erhoben sich ebenfalls. Schließlich verließen sie alle zusammen Micks Wohnung.

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A/N: Ich hoffe, es hat euch gefallen. Lasst doch bitte ein Review für mich da, damit ich weiß, ob es euch gefallen hat oder nicht.