Kapitel 5, Teil 2 – Wo ist sie?
Eine halbe
Stunde später kamen Mick und Beth vor Logans Wohnung an. Die Tür
öffnete sich, sobald sie im Blickfeld der Kamera auftauchten.
Offenbar hatte er ihren Besuch bereits erwartet.
Sie traten ein
und sahen Logan, der majestätisch auf seinem Drehstuhl thronte und
sie über die Bildschirme hinweg lächelnd betrachtete.
Als die
Tür ins Schloss fiel, erhob er seine Stimme: „Was geht ab, Mick?
Was führt euch zu mir?"
Mick lachte kalt. „Tu nicht so, als
wüßtest du nicht ganz genau, worum es geht!" Er deutete auf die
Bildschirme vor Logan. „Josef Kostan hat dich gestern damit
beauftragt, zu einer jungen Frau, deren Bild er dir ebenfalls
geschickt hat, Informationen zusammen zu tragen."
„Stimmt. Er
hat mir ein Bild geschickt und ich habe es durch alle Datenbanken
laufen lassen, die ich kenne, hatte aber nur mäßigen Erfolg.",
sagte er und sah nervös zwischen den beiden hin und her.
„Du
bist kein besonders guter Lügner, Logan!", seufzte Mick nun.
Beth
lächelte Logan aufmunternd zu. „Wir wissen, dass ihr eine sehr
persönliche Beziehung habt." Als er sie schockiert ansah, wurde
ihr Lächeln noch breiter. „Es ist also nicht nötig, Velvet durch
eine Lüge vor uns zu schützen."
Mick nickte zustimmend. „Du
solltest unsere Fragen besser wahrheitsgemäß beantworten." Er sah
ihm direkt in die Augen. „Josef ist unglaublich wütend darüber,
dass er angelogen wurde. Es wäre besser, wenn ich mit ein paar
Informationen zu ihm kommen würde."
Nun nickte Beth ebenfalls.
„Das letzte Mal, als er so wahnsinnig wütend war, hat er einen
seiner Manager umgebracht und in einer Teergrube entsorgt."
„Und
das willst du doch nicht auch erleben, oder?", drohte Mick in
sanftem Ton. „Ich meine, du genießt es doch viel zu sehr, dein
Leben, oder deinen Tod, nach deinen eigenen Regeln zu gestalten,
oder?"
Beth sah Mick an und sagte schließlich: „Jedenfalls
ist Josef bereit, doch noch zu bezahlen, wenn diesmal die realen
Daten übermittelt werden." Sie sah Logan in die Augen. „Und das
ist es doch, was wir alle wollen, nicht wahr?"
Logan sah
zwischen den beiden hin und her. „Sagt mal, glaubt ihr wirklich,
dass die ganze Situation so einfach ist?", fragte er. „Ich kann
euch sagen, dass die ganze Situation wesentlich komplizierter ist,
als ihr es euch vorstellen könnt."
Mick sah ihn mit blitzenden
Augen an. „Was soll das heißen?"
„Das soll heißen,",
sagte Logan, „dass ihr nicht die geringste Ahnung habt, mit wem
oder was ihr euch da anlegt." Nun sah er hilfesuchend Beth an. „Es
ist verdammt noch mal gefährlich!"
„Wer?", ragte sie. Und
als er nicht antwortete, setzte sie hinzu: „Was? Velvet?"
„Nein.",
murmelte er. „Nicht Velvet, sondern die Situation in der sie sich
befindet." Er sah Mick an. „Da sind irgendwelche Typen hinter ihr
her, aber sie will mir nichts handfestes darüber sagen."
„Dir
ist klar, dass du dich durch deine Verbindung zu ihr ebenfalls in
große Gefahr begeben könntest?", fragte Mick ruhig.
„Ja!",
die Antwort kam entschlossen und mit Nachdruck.
„Das ich das in
meinem Leben noch erleben durfte!", lachte Mick ihn an. „Logan
Griffen tut etwas, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten oder
auf die Rettung seiner eigenen Haut zu achten."
Beth lächelte
den Computerfreak wissend an. „Sie muss etwas ganz Besonderes für
dich sein. Eine Person, der du vertrauen kannst. Die deinen Schutz
benötigt, darauf angewiesen ist." Nun sah sie Mick an. „Ich habe
sie kennen gelernt. Sie ist ein wirklich ganz besonderer Mensch."
Sie wandte sich wieder Logan zu. „Du musst sie sehr gern
haben!"
Logan nickte stumm und sah auf den Bildschirm, der
direkt vor ihm stand.
„Wenn du ihr wirklich helfen willst,",
sagte Mick schließlich leise, „solltest du uns helfen, sie zu
finden."
Logan sah ihm in die Augen und schüttelte den Kopf.
„Ich habe versprochen, dass ich mit niemandem über sie rede,
solange ich nicht weiß, ob derjenige ihr schaden will."
Hilfesuchend sah er zu Beth. „Sie vertraut mir und ich kann sie
nicht enttäuschen. Es tut mir leid!"
Beth nickte. „Okay."
Dann beugte sie sich leicht vor. „Aber es ist wirklich wichtig,
dass wir sie finden." Sie lächelte ruhig. „Wenn du etwas hören
solltest: ruf Mick an! Ich würde wirklich gerne noch einmal mit ihr
über verschiedene Dinge sprechen, die wir heute morgen nicht
ansprechen konnten."
Er nickte und sah dann Mick an. „Ich
würde gerne kurz mit deiner Freundin sprechen. Allein!"
Mick
sah kurz zwischen den beiden hin un her, nickte und verließ ohne ein
weiteres Wort Logans Wohnung mit großen Schritten.
Sobald die Tür
ins Schloss gefallen war, wandte Beth sich Logan zu. „Was ist
los?"
„Ich wollte nicht vor Mick darüber sprechen, weil ich
nicht weiß, ob von ihm eine Gefahr für Velvet ausgeht.", erklärte
Logan. „Aber von dir geht ganz sicher keine Gefahr für sie
aus."
„Was ist los?", fragte sie erneut und diesmal
wesentlich interessierter.
„Velvet hat sich bei mir gemeldet.
Kurz bevor ihr kamt.", sagte er und grinste schelmisch. „Aber das
konnte ich dir nicht sagen, solange Mick im selben Raum war."
Sie
nickte verständnisvoll. „Was hat sie dir geschrieben?"
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A/N: An
dieser Stelle möchte ich wieder etwas einschieben, weil auch das an
anderer Stelle einfach nicht mehr so schön passen würde. Ich hab
anscheinend einfach zu viele Nebengedanken im Kopf... :-)
Hoffe,
dass es euch bis jetzt einigermaßen gefallen hat. Ihr könnt, wenn
ihr wollt, eure Gedanken zum bisherigen Verlauf gerne als Review da
lassen... ;-)
