3. Kapitel: Höllische Nebenwirkungen

Als Jessy wieder zu sich kam, wusste sie im ersten Moment überhaupt nicht, wo sie war. Eigentlich war es ihr auch ziemlich egal, denn sie hatte kaum genügend Kraft, die Augen zu öffnen und ihr Kopf drohte zu platzen. Sie zwang sich, einen Blick in den Raum zu werfen und sie erkannte, dass sie sich in einem Bett auf der Krankenstation befand. Warum um alles in der Welt, war es nur so verflucht hell? Jessy blickte nach links und sah die zwei Personen neben sich stehen, mit denen sie jetzt wirklich nichts zu tun haben wollte: Snape und - Dumbledore! Sie sah die Beiden verwirrt an und meinte in Snapes Gesichtszügen vollste Zufriedenheit zu erkennen. "Guten Tag, Miss Bodes..." Dumbledores sanfte Stimme durchbrach die Stille und Jessy blickte ihn ausdruckslos an. "Guten Tag, Direktor!", entgegnete sie in ungerührtem Tonfall und fixierte dann wieder Snape. Dieser grinste sie hämisch an und kippte in das Glas auf dem Tisch neben ihr eine golden schimmernde Flüssigkeit. Sie sah Dumbledore verwirrt an und nahm all ihre Kraft zusammen, um sich ein wenig aufzurichten. "Das hier ist ein spezieller Zaubertrank, den Professor Snape extra für Sie gebraut hat. Er wird Ihnen ihr altes Wohlbefinden wiedergeben!" sagte Dumbledore mit beruhigender Stimme.

'Hast du ne Ahnung...' dachte Jessy und wurde wegen Snapes dämlichem Gegrinse allmählich sauer. Sie trank die Flüssigkeit aus und musste ein heftiges Würgen unterdrücken, denn sie hatte noch nie zuvor etwas so ekelhaftes zu sich genommen. Snape erwiderte ihren hasserfüllten Blick mit einem hochzufriedenen Grinsen. Ihr war klar, dass er ihr irgendetwas in den Trank gemischt hatte, was wirklich widerlich war. Doch schlagartig waren die Kopfschmerzen und jegliches Schwächegefühl tatsächlich verschwunden. "Nun, Miss Bodes... Ich bin gespannt, was Sie mir zu erzählen haben!" Snape grinste schadensfroh und wie aufs Stichwort sagte Dumbledore: "Also gut, ich werde dann ja vorerst nicht mehr gebraucht. Dann lasse ich euch jetzt alleine!" Er lächelte Jessy noch einmal herzlich an, nickte Snape ernsthaft zu und verschwand dann.

Snape grinste Jessy gehässig an und nahm auf einem Stuhl neben ihrem Bett Platz. "Ich höre, Miss Bodes!" zischte er Jessy entgegen, doch diese musste erst einmal die Augen schließen, um zu überlegen, was sie jetzt sagen sollte. "Was wollen Sie denn hören, Professor?" Sie blickte ihn kalt an und zwang sich zur Ruhe, denn Snape machte sie allmählich rasend. "Alles, Miss Bodes! Wie sie zum ersten Mal an die Phiolen gekommen sind... Alles von diesem Zeitpunkt an..." Jessy sah ihn todernst an und zischte: "Tut mir leid, Professor Snape. Ich würde Ihnen das ja zu gern sagen, aber leider kann ich mich nicht mehr erinnern!" Sie sah ihn vollkommend ungerührt an und stellte zufrieden fest, wie Snapes Augen noch einen Tick dunkler wurden (wenn das überhaupt noch möglich war). "Dann muss ich andere Mittel anwenden. Ich warne Sie, Miss Bodes! Das könnte wirklich sehr unangenehm für Sie werden..." Er funkelte sie wütend an und Jessy funkelte noch wütender zurück. "Das kann Ihnen doch egal sein! Ich bin mir sicher, dass es Sie freuen würde, mich leiden zu sehen!" Snapes Mundwinkel zuckten kurz nach oben und dann sagte er: "Und wenn es so wäre! Ich kann Ihnen nur raten, meinen Anweisungen zu folgen..." Jessy erkannte, dass sie keine Chance gegen Snape hatte und so beschloss sie, mit der Wahrheit rauszurücken...
Sie holte tief Luft und sah Snape angesäuert an. Dieser grinste sie gehässig an und wartete geduldig. Jessy erzählte ihm, wie sie zum ersten Mal an die Phiolen gekommen war, wobei sie versuchte so gelassen wie möglich zu klingen.

"...mehr habe ich nicht zu sagen.", schloss sie ihre Erzählung. Snape blickte sie angewidert und kalt an, als er sagte: "Also haben Professor Lupin, Moody und ich uns nicht getäuscht." Jessy zeigte keine Reaktion, wünschte sich aber sehnlichst, er würde jetzt gehen und keine Fragen mehr stellen. "Weiter.", sagte Snape bestimmt. ‚Arschloch', dachte Jess und dann erzählte sie ihm tonlos, wie sie bei jedem Quidditch-Spiel in sein Büro eingebrochen war und einige Phiolen geklaut hatte. Sie erzählte ihm, wie sie es beim gestrigen Spiel getan hatte und Snape grinste sie hämisch an. "Ich wusste bereits auf dem Korridor, dass Sie einen Fehler machen würden, Miss Bodes. Zu schade aber auch..." Jessy sah ihn ausdruckslos an und ließ seine Worte einfach an sich abprallen. Es war ihr egal, was er sagte. Alles war ihr egal. "Schließlich hab ich's übertrieben. Genauso, wie Sie es wollten!" Sie biss sich heftig auf die Zunge, denn das hatte sie eigentlich nicht sagen wollen. Nur denken. Sie blickte Snape weiterhin ungerührt an und sie wusste ganz genau, dass ihre Worte noch Folgen haben würden...