Hey Leute, vielen Dank für die Kommentare.

Sorry, dass ich so lange nicht geschrieben habe…mir fällt nicht mal ne Ausrede ein.

Daher kann ich nur hoffen, dass euch dieses Kapitel gefallen wird.

Enjoy.


15. Kapitel: Eine dieser Nächte…

Sie hatte den Atem angehalten und wagte es nicht, sich zu bewegen. Sie war völlig geschockt. Mit weit aufgerissenen Augen hockte sie vor ihrem Hauslehrer und war nicht in der Lage, geradeaus zu denken.

Dann, plötzlich, warf er die Decke zurück, gleichzeitig stand sie mit einem erstickten Laut auf und ging zurück. Er sprang in einer fließenden Bewegung, ähnlich der einer Katze, aus dem Bett und ging auf sie zu, während sie immer weiter zurückwich.

Ihre Wade prallte gegen ihr Bett und sie fiel schwer und haltlos darauf. Snape stützte sich mit einem Knie zwischen ihre Beine und mit beiden Händen neben ihren Schultern ab. Es war fast stockduster, sie sah seine Augen nur vage vor ihrem Gesicht funkeln. Sein Atem ging schwer, er musste sich offenbar sehr zusammenreißen, um nichts Unüberlegtes zu tun.


Er beobachtete sie bereits seit einigen Sekunden und sie merkte es nicht. Er hatte nicht vor, sie zu unterbrechen, früh genug würde sie erkennen, in welcher Lage sie sich befand. Dann blickte sie zu ihm herüber und erstarrte. Die Augen vor Schreck geweitet und unfähig zu sprechen schien sie wie versteinert vor ihm zu kauern. Er wollte sie nicht wissen lassen, wie wütend er tatsächlich war, also stand er, so ruhig er konnte, aus dem Bett auf und ging auf sie zu. Je mehr sie von ihm wich, desto wütender wurde er.

Jetzt, da er beinahe auf ihr lag, konnte er nicht verheimlichen, dass er ihr am liebsten alle möglichen Flüche an den Hals gehetzt hätte. Er hatte niemals aus freien Stücken eine Frau geschlagen, doch hier und jetzt würde er zu gerne eine Ausnahme machen. Stattdessen ließ er sich etwas tiefer sinken und stützte sich nun auf den Ellenbogen ab. Er beugte seinen Kopf zu ihr hinunter und stellte fest, dass sie am ganzen Körper zitterte. Je näher er ihr kam, desto schlimmer wurde es. Für einen kurzen Moment fühlte er ein wenig Genugtuung. Sie sollte vor ihm zittern.


„Der Schmerz scheint Sie um Ihren sonst so scharfen Verstand gebracht zu haben, Miss Bodes…"

Sie dachte, seine Lippen würden ihr Ohr berühren, doch es war nur sein Atem, der sie erzittern ließ. Sie schluckte schwer und konnte dieses Zittern einfach nicht unterdrücken. Seine Haare kitzelten ihr Gesicht und sie erschauderte unter dem Gefühl.

Sie schloss die Augen und hoffte, er würde einfach verschwinden. Stattdessen konnte sie förmlich hören, wie seine Lippen sich zu einem Grinsen verzogen.

„Aber glauben Sie mir…", er strich eine Haarsträhne hinter ihr Ohr, „…heute Nacht werden Sie noch ganz andere Dinge um den Verstand bringen."

Als er sich wieder aufrichtete und sie ansah, dachte sie für einen Moment, dass er sie schlagen würde. Stattdessen stand er vom Bett auf und packte sie grob am Oberarm. Er riss sie geradezu vom Bett herunter und zog sie hinter sich her. Sie stolperte und fiel beinahe, doch er stieß nur unsanft die Tür zum Badezimmer auf und stieß sie hinein. Er verschloss die Türe zum Wohnzimmer mit einem Zauberspruch und sah dann Jess an.


Aufgewühlt, noch immer sprachlos und vor allem frierend stand sie im Badezimmer und starrte Snape an. Was sollte das nun wieder werden?

Er blickte sich kurz um und ließ mit einem Schlenker seines Zauberstabs alles aus dem Raum verschwinden, was nicht niet- und nagelfest war. Dann macht er ein paar Schritte zurück und als Jess ihm grade zurück ins Schlafzimmer folgen wollte, kam Snape auch schon mit ihrer Bettdecke zurück. Diese warf er in die Badewanne und gab dann nur noch ein kühles „Gute Nacht" von sich.

Nachdem sich die Türe zum Schlafzimmer hinter ihm geschlossen hatte, stand Jess einige Sekunden lang noch immer regungslos da. Sie konnte es nicht wissen. Er wollte sie nicht ernsthaft in der Badewanne schlafen lassen?!

Sie hatte Snape schon immer für etwas…nun ja…besonders gehalten, aber allmählich beschlich sie der Gedanke, dass dieser Mann wahnsinnig war. Wahnsinnig kaputt.

„Hey!" Sie trat ein paar Schritte vor und hämmerte gegen die Tür. „Haben Sie jetzt auch noch den Verstand verloren?" Er antwortete nicht. Vermutlich hörte er sie nicht einmal, weil er die Tür verzaubert hatte. Sie versuchte erst gar nicht, sie zu öffnen. Sie machte nur noch einen ungläubigen Laut und sah sich dann in dem leeren Badezimmer um.

Es stand wirklich nichts, aber auch gar nichts mehr herum. Skeptisch betrachtete sie die Badewanne und hoffte inständig, dass das alles ein riesiger Alptraum war.

Einige Minuten später stieg sie tatsächlich in die Wanne und fror gleich doppelt so stark. Also schob sie die Bettdecke unter sich, um nicht auf dem kalten Material liegen zu müssen. Als sie es sich gerade „bequem" gemacht hatte, wurde ihr das nächste Problem bewusst: Das Licht. Natürlich gab es keinen Lichtschalter.

Snape hatte das Licht aus purer Boshaftigkeit nicht gelöscht. Der Gedanke daran, dass er jetzt triumphierend grinsend in seinem Bett lag, ließ Jess wütend schnauben und sich auf die andere Seite drehen, was sie sofort bereute, da sie mit dem Ellenbogen gegen den Wannenrand knallte.

In Badewannen zu nächtigen war wirklich nicht ihr Ding.


Snape seinerseits grinste genau so, wie Jess es vermutet hatte. Das lag vor allem daran, dass er sehr wohl hören konnte, welche Laute seine Schülerin von sich gab. Er konnte sich vorstellen, dass sie bei ihrem Temperament am nächsten Morgen ein paar blaue Flecken mehr zu beklagen haben würde.

Wenn sie nur wüsste…


Nach Stunden, wie ihr schien, hatte sie es endlich geschafft einzuschlafen. Dieser Zustand sollte jedoch nicht lange währen. Hinter der Wand neben sich vernahm sie merkwürdige Geräusche. Es klang so, als würde jemand mit Besteck hantieren.

Ganz sicher war es Snape, der sich grade genüsslich seine Brötchen schmierte, um danach frühstückend bei einer Tasse Kaffee den Tagespropheten zu lesen. Murrend vergrub Jess ihren Kopf in ihrer Bettdecke.

Sie war völlig übermüdet, ihre Glieder würden sicher schmerzen, sobald sie aufstehen würde und außerdem war ihr unheimlich kalt.

Sie lag noch eine ganze Weile da und wurde allmählich ein wenig wacher, als ihr zweierlei Dinge bewusst wurden: Erstens war das Licht noch immer an und blendete sie, und zweitens hatte sie keinerlei Anzeichen von körperlichem Unwohlsein gespürt.

Geradezu erschrocken über diese Erkenntnis fuhr sie hoch und stand, so schnell sie konnte, aus der Wanne auf. Sofort bereut sie dies stöhnend und krümmte ihren Rücken, was ihr ein wenig Linderung verschaffte.

Dann tappste sie, ganz langsam, zur Türe, welche zum Schlafzimmer führte, und drehte am Knauf. Die Tür ließ sich öffnen und ohne es zu merken, hielt Jess den Atem an. Das enizige Licht im Raum kam zum einen aus dem Badezimmer und zum anderen aus dem kleinen Fenster unter der Decke. Es war wirklich ein sehr sonniger Morgen. Sie atmete erschöpft und grundlos erleichtert aus. Snape war nicht in diesem Zimmer, aber er würde es ganz sicher gleich sein.


Wie sie dastand, über ihren Koffer gebeugt. Die Haare hingen ihr wirr ins Gesicht und bei jeder Bewegung stöhnte sie leise auf und rieb sich wahlweise das Kreuz, Ellenbogen oder Knie. Mit jedem Mal wurde sein Lächeln ein wenig breiter und er nahm grinsend einen kleinen Schluck von seinem Kaffee. Dieses Ritual des Frühstückens hatte er sich lange nicht mehr gegönnt. Heute schien es ihm grade gut genug.

Sie hatte sich ihre Klamotten zusammengesucht, richtete sich ein wenig auf und murmelte etwas Unverständliches. Dann drehte sie sich zur Seite und stand gerade in der Türe zum Badezimmer, als sie aufblickte und ihren Hauslehrer in der anderen Türe des Badezimmers stehen sah. Augenblicklich hielt sie inne und ihre Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen. Snapes Grinsen wurde breiter.

„Na, gut geschlafen, Miss Bodes?"


Ich freue mich wie immer diebisch über Kommentare!