Kapitel
3
Katie
hörte Oliver herein apparieren und dann direkt in sein Zimmer gehen,
irgendwann um 10 Uhr abends herum. Das Team gegen das sie an diesem
Abend verloren hatten, war nicht so weit weg und sie erwartete, dass
er von jetzt an daheim sein würde. Gewöhnlich suchte er sie nach
diesen langen Touren auf, um ihr zu sagen, dass er daheim war, selbst
wenn er wusste, dass sie ihn hatte kommen hören. Als eine halbe
Stunde vorbei war und er noch nicht zu ihr gekommen war, verließ sie
ihr Zimmer um ihn aufzusuchen. Bevor sie an seine Tür klopfte,
horchte sie sorgfältig, um sicher zu sein, dass er wirklich alleine
war. Als sie niemanden hörte, klopfte sie zweimal und
wartete.
„Komm rein", rief er, er klang darüber hinaus erschöpft.
Sie betrat das dunkle Zimmer und fand ihn mit dem Gesicht nach unten auf seinem Bett liegend vor, immer noch in seiner Quidditchuniform.
„Bist du in Ordnung?" fragte sie.
„Es ist nur Spaß, wenn du gewinnst", murmelte er und drehte das Gesicht zu ihr.
„Wenn du nicht gewinnst, ist es wie eine Menge Arbeit."
„Tut mir leid. Das war eine schlechte Periode die du da hattest. Vergessen, wie man ein Quaffel hält, Oliver? Es ist ein grosser hellroter Lederball", sagte sie und er lächelte fast.
„Ich weiß nicht, was passiert ist. Wir waren so gut bis zu dieser Tour. Ich glaube Victoria O'Connell könnte mich verhext haben", sagte er und setzte sich auf.
Er patschte auf den Platz auf dem Bett neben sich und Katie zögerte einen Augenblick, bevor sie sich zu ihm gesellte. Dies war wahrscheinlich das naheste was sie je in Olivers Bett kommen würde. So bald sie konnte, sollte sie es genießen.
„Hatte sie einen guten Grund, dich zu verhexen?", fragte Katie und Oliver rollte die Augen.
„Fragst du, ob ich mit ihr geschlafen habe? Nein, Katie habe ich nicht. Ich weiß du denkst, ich lasse eine endlose Spur von Frauen hinter mir, aber im ernst es waren nicht so viele. Und ich würde niemals die Tochter von jemandem bumsen, dem ein gegnerisches Team gehört. Das würde nach Problemen schreien", sagte er.
Katie wusste nicht, was sie als nächstes sagen sollte. Sie saß hier, in der Dunkelheit und atmete den Geruch ein, der Oliver war. Sie mussten gerade das Spiel beendet haben, direkt bevor er daheim apparierte, denn er roch noch nach dem Himmel. Es war gemischt mit Adrenalin und Schweiß und sie könnte es ewig einatmen.
„Gehen wir morgen? Ich habe im Agentur freibekommen, also ist alles gerüstet. Ich hab sogar angefangen an meiner Bräune zu arbeiten", sagte Katie, sie hob ihren schlanken Arm hoch, der jetzt leicht braun war.
„Du siehst hübsch aus", sagte Oliver, nahm ihre Hand in seine, sobald sie sie herunterließ.
Ihr Herz begann heftig in ihrer Brust zu schlagen, nur durch seine Berührung und sie schluckte schwer.
„Also warum bist du heute Abend alleine?" fragte sie, sie fühlte eine warme Ausdehnung von dort, wo seine Finger ihre umschlangen zu einem tiefen Platz in ihrem Bauch.
„Ich bin nicht alleine", sagte er leise und sie konnte nichts in seinen Worten lesen.
Er war gerade verwirrt, hatte seine erste reale Chance auf den National Cup verloren.
„Du weißt, was ich meine", sagte Katie und rollte die Augen.
Er lächelte fast wieder: „Niemand mag einen Verlierer."
„Du bist schwerlich ein Verlierer Oliver! Ich denke nicht, dass diese Frauen selbst wissen, wie man die Quidditch Stände in „Sports Animated Monthly" liest, dass ist es also nicht, weshalb sie um dich herumhängen", sagte sie und schluckte jede Eifersucht hinunter, welche sie nicht fühlte, weil sie einen ganzen Monat gehabt hatte, um darüber hinweg zu kommen. Nein, sie fühlte überhaupt keine Eifersucht.
„Katie du weißt, dass es wirklich nicht so ist. Du hast diese Vorstellung in deinem Kopf, dass alles was ich tue Quidditchspielen und rumhuren ist, und das ist nicht der Fall", kündigte er mit einem Seufzen an.
„Verdammt Oliver, wenn irgendjemand auf der Welt weiß, dass du mehr als eine Quidditchspieler mit einer Vorliebe für Frauen bist, dann bin ich das! Ich bin die ganze Zeit hier gewesen, weißt du, durch dick und dünn und die vielen Erlebnisse", sagte sie, ließ seine Hand los, solange sie noch konnte.
„Ich weiß, das warst du", sagte er so leise, dass sie ihn kaum hören konnte.
„Du warst immer für mich da. Außer... macht nichts."
„Was macht nichts?" fragte sie. Er tat dasselbe, wie kurz bevor er letzten Monat ging und sie hatte keine Ahnung was er meinte.
„Es ist nichts. Wann möchtest du morgen abreisen? Ich brauche noch etwas Ruhe, wenn ich so weit reisen soll. In dem Zustand in dem ich jetzt bin, wer weiß wo Teile von mir enden würden", sagte Oliver mit einem Gähnen. Er stand auf und begann seine Uniform auszuziehen und Katie wandte den Kopf ab, selbst wenn sie es nicht wollte.
„George und Angelina erwarten uns um die Mittagszeit, Bermuda-Zeit, also hast du reichlich Zeit, dich auszuruhen. Tut mir Leid wegen dem Pokal, Oliver. Wirklich", sagte sie und stand von der Ecke seines Betts auf, auch wenn sie das nicht wollte.
„Willst du eine Umarmung?"
„Von dir? Immer", sagte er und sie umarmten sich für eine lange Zeit. Katie wusste nicht, was passiert war, während sie noch in Hogwarts war und er schon draussen, aber dies war der alte Oliver, den sie seit Jahren kannte. Die süße Seite von Oliver, die keine dieser Frauen je erleben würde.
Oliver gähnte wieder: „Wenn du nicht vorhast mich zu halten, bis ich schlafe, sollten wir dies besser bald beenden."
„Oh! Tut mir Leid", sagte Katie und trat zurück.
„Ruh dich etwas aus Kat. Wir haben einen langen Weg morgen vor uns", sagte er, er streckte die Hand aus, um ihr Gesicht zu berühren, aber er zog sie weg, bevor er sie berührte.
„Ja, das haben wir", sagte sie und ließ ihn allein in seinem Zimmer.
