Kapitel
4
Lange
Reisen, egal ob mit Flohpulver, Portschlüssel oder Apparieren,
machten Katie neuerdings krank. Sie waren auf den Bermudas, die Sonne
schien und sie steckte hier im Badezimmer und stieß ihr Frühstück
auf.
„Bist du in Ordnung Katie?" fragte Angelina, an die Tür klopfend. „Du verbirgst nicht irgendetwas oder?"
Katie brauchte einen Augenblick, um zu verstehen, wovon er sprach.
„Nein, Angie. Nur ein Hauch von Apparations Übelkeit", sagte sie.
Sie wollte hinzufügen, dass in der Reihenfolge von einer Schwangerschaft, sie wahrscheinlich zunächst Sex haben müsste und das passierte gerade nicht. Wenn sie ihren Kopf nicht aus der Toilette bekam, würde es auch nicht passieren, solange sie hier war.
„Oliver und ich gehen noch zum Markt, um etwas zum Essen und Trinken zu holen. Brauchst du irgendwas?" fragte sie und Katie Magen taumelte bei dem Wort `Essen`.
„Nicht jetzt. Ich bin in Ordnung", sagte sie, sie kämpfte sich auf die Füße.
„Ich sehe dich dann in wenigen Minuten", rief Angelina aus, als sie von der Tür wegging.
Katie wartete, bis es ruhig im Haus war, bevor sie das Badezimmer verließ. Es war ein schöner Ort und die Dekoration war anders als alles was Katie je in ihrem Leben gesehen hatte. Erst kürzlich hatten Ron und George entschieden einen Scherzartikelladen an dem größten Zauberer-Touristen-Platz zu eröffnen und dies war Georges erster Auftrag. Sie schloss aus seinen Briefen, dass der nächste Ort in Florida oder Südkalifornien war. Es war nicht lange, bevor Angelina und Oliver zurückkamen, beide trugen Taschen mit Lebensmitteln und verschiedene Flaschen mit einer Art lokalem Gebräu, von dem Katie nie gehört hatte und sie wusste, sie würde nicht fähig sein, es genau jetzt unten zu behalten. Glücklicherweise verstaute Angelina diese hinter der Bar im Wohnzimmer.
„Du kannst dir nicht das Theater vorstellen, dass das örtliche Ministerium macht, wegen der Genehmigung. George dachte es wäre schwierig, als er in Mallorca eröffnete, aber das war nichts im Vergleich hierzu", sagte Angelina und Oliver nickte mit. Katie lächelte leicht, als sie beide ihrem Gastgeber in die Küche folgten. George war kurz vor ihrem Eintreffen von einem Treffen heimgekommen und er war wie alle örtlichen Zauberer gekleidet, Shorts die direkt über dem Knie endeten, ein Shirt und eine Krawatte, alles unter einer Robe, die kürzer war, als die meisten die sie je gesehen hatte. Er musste in letzter Zeit ziemlich viel in der Sonne gewesen sein, denn sein Gesicht hatte mehr Sommersprossen, als gewöhnlich und sein Haar war zu einer leicht hellroten Farbe ausgeblichen.
„Wie laufen eure Wagnisse auf dem amerikanischen Markt? Wie geht es voran?", fragte Oliver als George zurück kam und versuchte an allem interessiert zu klingen.
„Salem ist garantiert, wie einige andere heiße Plätze an der Ostküste. Orlando... sie scheinen zu glauben, dass sie uns nicht wollen, aber Ron und ich wollen sie doch noch erwägen", sagte George und er fuhr fort über all die Städte in denen sie eröffnen wollten.
Selbst nach all den Jahren, war Katie amüsiert über die Anzahl der Städte, die eine große Zauberer Population hatten, und dass die Muggel es dennoch nie bemerkten. Das Haus in dem sie jetzt waren, war mit mehreren Zaubern in der Nachbarschaft versteckt. Es hatte sogar seinen eigenen Privat-Strand und Orte die nie auf einer Muggel-Karte zu finden sein würden.
„Lass mich einfach wissen, wenn du Hilfe brauchst", sagte Katie und Georges Gesichtsausdruck änderte sich. „Wir kommen wirklich gut voran Katie, danke, aber als Aushilfsverkäuferin taugst du überhaupt nicht.", zwinkerte George.
„Geht's dir eigentlich besser Katie?" fragte Angelina und wechselte die Konversation über das Geschäft seines Ehemannes.
„Ja, danke. Ich reise offenbar nicht genug. Es kann wohl nie an Oliver heranreichen", sagte Katie und beobachtete, wie die beiden Flaschen von dem örtlich gebrautem Butterbier öffneten. Sie stießen die Flaschen aneinander und nahmen einen Schluck.
„Vielleicht werden meine Tage des Reisens früher vorbei sein, als ihr alle denkt", sagte Oliver, sein Gesichtsausdruck wurde hilfloser.
„Oh, hör auf damit Oliver. Es waren nur ein paar schlechte Spiele. Das kann jedem passieren, selbst dir. Dieses Team hätte nie ihr Stadium in dem vergangenen Jahr vollbekommen, wenn du nicht wärst. Sie werden dich nie loswerden wollen... besonders, seit du National-Torhüter bist", sagte George mit einem Lächeln, bevor er weitermachte. „Ich wette du hast Fans, die überall um dich herumwimmeln. Ich wette du hast kein Problem Frauen zu treffen, häh Oliver? Nicht das du das je gehabt hättest... aber ich sehe dein Foto überall jetzt mit den schönsten Frauen... du hast mir nie von ihnen erzählt..."
Oliver warf Katie einen raschen Blick zu und sie zog eine Augenbraue hoch, die zu sagen schien `ich hab's dir gesagt`, als George noch einiges mehr fortführte.
„Oliver ist derzeit ganz der Playboy", sagte Katie und Oliver lächelte.
„Du Glücklicher!"
„Hey….! Bist du etwa nicht ein Glücklicher mit mir?" motzte Angelina rum.
„Es ist nicht ganz so schlimm, wie Katie es darstellt", sagte Oliver hinter zusammengebissenen Zähnen hindurch.
„Wie kann es überhaupt schlimm sein? Wenn irgendjemand ein bisschen Spaß im Leben verdient, dann bist du das Oliver. Und außerdem, sieh dich an Katie – für dich kann es zurzeit auch nicht schwer sein, ein Date zu bekommen", sagte George und musterte sie schnell.
Sie errötete und sah zu Oliver, der sie ebenfalls ansah und ohne jede Art von Leere im Blick. Dies führte dazu, dass sie noch etwas mehr errötete.
„Katie zieht nie ihre Nase lange genug aus ihrer Arbeit, dass irgendjemand sie bemerken könnte", sagte Oliver und sie beschloss das jetzt zu beenden, sie wusste sie könnten dieses – wie du mir, so ich dir – über das Liebesleben des Gegenübers noch stundenlang weiterführen.
„Ich fühl mich besser, also warum mach ich und Angie euch zwei nicht was zum Essen? Ihr könnt noch mehr nachholen und wir haben es in wenigen Minuten fertig, nicht war Angie?", fragte Katie an Angelina gewandt und blickte auf all die Lebensmittel, die sie hereingetragen hatten.
„Klingt großartig Katie", sagte George, griff nach ihr und zog sie in eine enge Umarmung.
„Es ist schön euch beide hier zu haben, selbst wenn Oliver anfängt Quaffel-Blind zu werden."
„Das stimmt. Mach nur weiter und reib noch mehr in der Wunde. Ich hab nichts dagegen", sagte Oliver jetzt lächelnd. Es war das erstemal seit langer Zeit, dass Katie ihn wirklich lächeln sah. Vielleicht würde dieser Urlaub am Ende trotz allem eine gute Sache sein.
