Kapitel 6

Verdammt! Was hatte sie dazu gebracht, einen Bikini zu tragen? Katie blickte sich am Stand um, all die anderen Hexen in ihren Bikinis und sie wünschte sie hätten ihren Einteiler getragen. Verglichen mit ihnen allen, sah sie furchtbar aus und jetzt würde sie nicht imstande sein, ihr Vertuschungsmanöver über all das zu legen. Sie beobachtete, wie Oliver ihnen allen einen gutaussehenden Blick zuwarf und sie beobachtete, wie sie zurückblickten. Als sie sahen, mit wem er da war, strahlten sie alle mit der Zuversicht, dass sie ihn mit einem Herzschlag von ihr weg bringen konnten. Sie wusste ein bisschen, dass sie sich in erster Linie keine Sorgen darüber machen mussten. Wahrscheinlich praktizierte er gerade jetzt seinen leeren Gesichtsausdruck.

„Willst du eine Runde schwimmen gehen?" fragte Oliver und Katie war sicher, dass er hoffte, sie würde nein sagen, so dass er gehen konnte und Miss-Brasilien-Siegellack treffen konnte, die nicht aufgehört hatte ihn anzustarren, seitdem sie angekommen waren.

„Nein. Du kannst gehen, mach dir keine Sorgen um mich", sage sie und zog ihre Vertuschung enger um sich.

„Ich mach mir Sorgen um dich. Jetzt komm und schwimm mit mir", sagte er, stand auf und bot ihr seine Hand an. Diese Geste bewirkte, dass Miss-Perfekte-Brüste auf Oliver schielte, wahrscheinlich bewertete sie, was an diesem Bild falsch war.

„Ich bin gleich da, geh nur schon", sagte sie und hoffte, dass er lange genug weg ging, um ihre Vertuschung abzulegen und ins Wasser zu gehen, ohne dass er unter der Verlegenheit leiden musste, mit ihr hier draußen zu sein.

Er nahm seine T-Shirt ab und legte sie auf das Strandlaken. Sie beobachtete, wie er zum Wasser lief, am Ufer stoppte während er über den Ozean schielte. Sie bemerkte, wie viele andere Leute ihn ebenfalls beobachteten. Selbst so weit weg von zuhause, war er noch Oliver Wood, der-Star-Hüter-des-Puddlemere-United-Klubs-der-Ferien-machte, und all diese Leute wussten es. Zusätzlich zu der Tatsache, dass er in Badehose und ohne Shirt gut aussah.... Katie trat sich selbst. Sie würde nicht darüber nachdenken. Sie stand auf, zog ihr Vertuschungsmanöver weg und beobachtete, wie Miss-Perfekt-Braun die Augen rollte. Nun, zur Hölle mit ihr. Katie war diejenige, die mit dem berühmten Puddlemere-United-Hüter im Urlaub war, nicht sie. Doch sie konnte dieses Ziehen in ihrer Magengrube fühlen, als sie bemerkte, dass jede von ihnen die Frau sein konnte, die die Nacht mit ihm verbrachte. Sie war es sicherlich nicht. Sie brachte gerade den Sitz ihres Bikinis in Ordnung, als Oliver sich umdrehte und in ihre Richtung blickte. Katie errötete, als er seinen Kopf aufrichtete, um sie ein bisschen näher zu betrachten, als sie es brauchen konnte. Es musste ihre Phantasie sein.

„Beeil dich Kat!" rief er, er legte seine Hände auf die Hüften, was seinen Quidditchspieler Körperbau noch mehr betonte.

„Warte eine Sekunde", erwiderte sie und versuchte sich an die Idee zu gewöhnen, hinaus zulaufen während all diese Leute sie beobachteten.

Schließlich tat sie es, sie konzentrierte sich nur auf Oliver und nicht auf all die Augen, sie war sich sicher dass sie um sie herumwirbelten. Die beiden platschten ins Wasser, er zog sie weiter hinaus, als sie wirklich wollte. Ihre Eltern hatten sie oft zu Ferien an den Strand mitgenommen, aber das war Jahre her. Doch sie wusste, dass sie bei Oliver sicher war. Er würde ihr nie etwas geschehen lassen. Zumindest nicht, was er stoppen konnte. Ihr leicht gequetschtes Herz und Ego waren durchaus eine andere Sache. Er ließ sie los und verschwand unter Wasser. Sie konnte nicht anders, als zu schreien, als er zurück an die Oberfläche kam und sie packte. Irgendwie endeten sie in seinen Armen und sie blickten sich von Angesicht zu Angesicht an, der Ozean leistete eine gewisse Art von Magie, indem er sie enger gegeneinander schob, als sie es je gewesen waren. Instinktiv schlang sie ihre Beine um seine Taille und für eine kurze Sekunde dachte sie: `So ist es, wie es sein würde`. Keiner von beiden machte eine Bewegung, um sich voneinander zu trennen, aber dafür lachten beide nervös, bevor sie es zuließen, dass die Wellen sie sanft zusammen drängten und auseinander zogen, und verursachten, dass sie auf seinen Körper aufstieg und herabsank.

„Weißt du, wie viele Herzen du gerade jetzt brichst, wenn du mit deiner besten Freundin herumschwimmst?" fragte Katie, ihre Arme legte sie um seinen Hals, um sich festzuhalten, als sie zurück zum Ufer blickte.

„Weißt du, wie wenig mich das kümmert?"

„Kümmerst du dich um irgendeine von ihnen?" fragte Katie und Oliver schüttelte nur seinen Kopf.

„Warum tust du es dann?"

Es war etwas, dass sie nie verstehen würde und sie wusste es. Es war nur Sex. Es brauchte ihm nichts zu bedeuten. Der Gedanke, den sie benutzte um sie glücklich zu machen, machte sie jetzt auf eine Art traurig.

„Ich tue es, weil ich nicht weiß, was ich sonst unterdessen tun soll", sagte er und sie warf im einen verwirrten Blick zu.

Sein Gesichtsausdruck war alles andere als Leer in diesem Moment und sie könnte in seinen rehbraunen Augen versinken, wenn sie es wollte.

„Unterdessen? Was hat das zu bedeuten?" fragte sie.

„Unterdessen, bevor ich haben kann, was ich wirklich will", sagte er und sie starrte ihn nur an, sie versuchte angestrengt die Bedeutung seiner Worte zu verstehen.

Konnte es bedeuten, was sie dachte, das es bedeutete? Nein, das war nicht möglich.

„Was willst du wirklich?" fragte sie.

Eine Welle schob sie näher zusammen und sie streifte gegen einen Teil von ihm, von dem sie nie gedacht hätte, dass sie ihn spüren würde. Es sandte einen warmen Schwall durch ihren Körper und eine Feuchtigkeit überschwemmte einen Ort, der in diesem Augenblick bereits ziemlich nass war.

„Ich will, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Ich will sicher sein. Noch wichtiger, ich will, dass auch sie sich sicher ist", sagte er und ihr Herz begann fester zu schlagen, beinah sperrte es das Geräusch der Wellen um sie herum aus.

„Vielleicht ist sie sich sicher."

„Warum hat sie dann nie etwas gesagt?" fragte er.

Seine Hände verschwanden unter Wasser, schlangen sich um ihre Taille und zogen sie gegen sich.

„Vielleicht weil sie dachte, dass es etwas ist, was sie nie jemals haben könnte."

Das Gefühl wenn er sie gegen sich drückte, selbst durch all den Stoff, war wundervoll. Sie musste sich konzentrieren, damit sie verständlich sprach.

„Warum nicht?"

„Weil er nie etwas gesagt hat", sagte sie.

„Aber er wollte es sagen, jedoch war sie zu dieser Zeit vergeben und er war kurz vor seinem Schulabschluss.", sagte er.

„Wolltest du?" fragte sie und verwarf den ganzen `er` und `sie` Unsinn.

„Ja das wollte ich."

„Aber warum tatest du es nicht?", fragte Katie, sie sah in seine Augen und sah etwas, dass sie nie zuvor dort gesehen hatte. War das Bedauern?

„Du warst ja so in Roger Davis verschossen. Blind vor Liebe…."

Sie lachten beide und er wirbelte sie im Wasser herum, ihre Beine schlangen sich noch enger um ihn.

„Aber als du dann fort warst, hatte ich Schluss gemacht, warum hast du nicht dann……?" fragte sie und sie ihn wieder ernst an.

„Nein, wie hätte das bitteschön funktionieren sollen? Ich war Quidditchspieler bei einem Profiklub und du noch in der Schule…"

Oliver schüttelte bei der Erinnerung wie sehr er sich damals zwar eine Beziehung mit Katie Bell gewünscht hätte. Katie zog einen Arm von seinem Hals und berührte seine Wange.

„Erst meine Mutter und dann als Fred starb, beschloss ich dir zu sagen, wie ich fühlte. Ich wusste, wie kurz das Leben sein kann, aber ich musste es sagen, für den Fall, dass irgendetwas noch passierte. Ich wollte es dir damals, als ich dich beim finalen Schlacht wiedersah, sagen."

„Du meinst, die ganze Zeit, als ich dachte, du wolltest mich nicht... nicht mal für eine Nacht..."

„Ich dachte, du wolltest mich auch nicht", sagte er mit soviel Bedauern in seiner Stimme, dass es ihr wehtat.

„Seither habe ich so viele Dinge getan, die du auch erdulden musstest. Ich dachte ich könnte nicht haben, was ich will, also nahm ich, was immer da war. Katie ich bin müde von all dem ständigen Nichts, das nur eine Nacht dauert. Ich will nicht, dass es nur eine Nacht mit dir ist."

„Zwei Nächte wären gut", sagte sie mit einem Lächeln.

Er lächelte nicht zurück: „Du kannst mich unmöglich haben wollen, nach all den Dingen, die du gesehen und gehört hast..."

„Sei schon still!", sagte sie, sie wollte ihm erklären, dass sie wusste, dass es nur Sex gewesen war.

Nicht einmal hatte er diese Mädchen mit dem Blick angesehen, den er gerade jetzt in den Augen hatte. Statt ein Wort zu sagen, zog sie sein Gesicht zu ihrem, begierig einen Kuss erwartend. Sie waren so nahe an dem was beide wollten und sie würde es nie wieder an sich vorbeigehen lassen. Aber bevor seine Lippen ihre treffen konnten, hörten sie jemanden vom Strand rufen.

„Da seid ihr zwei ja!" rief Angelina aus, Katie zog sich so schnell wie sie konnte von Oliver weg. „George musste zurück in den Laden und dachte ich geselle mich zu euch."

Sie paddelte ihren Weg in Richtung zu ihnen. Katie gab Oliver einen entschuldigenden Blick und bevor Angelina sie erreichen konnte, sagte sie nur ein Wort:

„Später."

Es war hart, aber sie wusste sie konnte warten. Oliver Wood war jetzt der-Mann-der-sie-wollte, und dies war es wert zu warten.