Kerkermond Evolution Ritual

Kerkermond Evolution

Trashig-slashige Fanfiction unter Mißachtung der für das Genre üblichen Regeln ;-)


Nachdem dieses Kapitel ja schon einmal on war, ist eine keine Frage, dass ich es gleich wieder hochstelle. Danke für die Reviews zum ‚neuen' neunten Kapitel.

Die ursprüngliche Vorbemerkung zu „Ritual" möchte ich stehen lassen, auch wenn die Stammleser schon wissen, was kommt:
Es gibt – vor allem im Amerikanischen, einige FFs, in denen Remus mit wahlweise Severus, Sirius, Harry, ja sogar Lily, irgendwo eingesperrt ist, der Vollmond kommt, und um zu überleben, muss sich der beklagenswerte Andere von ihm beißen lassen, wahlweise mit oder ohne Sex. Falls mit, dann handelt es sich meist um eine „PWP"-Story. Ich fand das immer sehr steril und nicht zielführend, kann mich aber der Faszination des Themas nicht entschließen. Denn der wirklich spannende Teil folgt ja erst danach (in besagten PWP-Stories folgt allerdings zumeist nichts): Wie reagiert jemand wie Remus darauf, wenn ihm eine solche ‚Liebe' unfreiwillig aufgedrängt wurde? Und welche Maßnahmen ergreift ein Charakter wie Malfoy?

Aber jetzt erst mal (oder noch einmal) viel Vergnügen mit Kapitel Zehn: „Ritual" ;-)


10. Remus - Lucius: Ritual

Sie fanden einen Rhythmus zwischen hungrigen, zuweilen brutralen und manchmal beinahe sanften Küssen und zwischen Bissen, die zuweilen hart und gnadenlos, dann wieder vorsichtig und aufreizend zart waren. Malfoy ließ sich von Remus' Erregung anstecken: Der Werwolf konnte seinen schnellen Atem im Gesicht spüren, den beschleunigten Herzschlag und die blutgefüllte Härte an seinem Oberschenkel. Remus begann, eine Spur feiner Bisse zu setzen, beginnend an Malfoys Schultern, über seinen Brustkorb zu seinem Magen, und dann weiter hinunter, der Spur feiner blonder Wirbel vom Nabel nach unten folgend.
Er hörte Malfoys heiseren Schrei, als er seine Lippen um das harte Glied schloss und sie langsam an dem samtigen Schaft entlang gleiten ließ.
Er wiederholte die Bewegung und steigerte langsam das Tempo. Es dauerte nicht lange, bis der Slytherin mit den Hüften seinem Rhythmus folgte. Als Remus spürte, wie nah der andere dem Höhepunkt kam, glitt er an seinem Körper hinauf, wobei er Malfoys Penis fest in der Hand hielt und ihn weiter immer intensiver und schneller streichelte.
Er presste ihm seine Lippen auf den Mund, hart, bestimmt, während er den Rhythmus seiner Hand noch steigerte.
Malfoy stöhnte, seine Bewegungen kamen schnell und abgehackt, sein Atem stoßweise.

„Sag meinen Namen", flüsterte Remus.

Genau das war der Grund, warum er selbst bis hierhin eisern die Kontrolle behalten hatte. Der Name war notwendiger Teil des Rituals.
Mit einer schnellen Handbewegung packte Malfoy eine Strähne von Remus' Haar und zog ihn zu sich heran. Sein Gesicht war jetzt direkt vor Remus'.

„Ich habe es nicht vergessen, Werwolf", keuchte Malfoy.

Seine grauen Augen waren fest auf Remus' gerichtet, die mittlerweile fast bernsteingelb sein mussten, so nah wie der Mondaufgang war. Malfoy hielt den Kontakt auch noch, als er sich zuckend auf die Matratze ergoss.

„Remus, verflucht!"

Es war nur ein Flüstern, aber es war ausreichend.

Remus schloss für einen Moment die Augen. Es ging besser, viel besser, als er erwartet hatte, besser, als er es für möglich gehalten hätte.
Mit wenigen Bewegungen schob er sich auf Malfoy, der noch immer schnell atmend da lag, den Blick wach auf Remus geheftet.

„Versuch, dich zu entspannen", sagte Remus leise, während er sich bemühte, aus der Küche, die er nie gesehen hatte, irgendetwas Gleitfähiges zu beschwören.

Malfoy legte seine Hand um die von Remus.

Accio oleum olivae", sagte er ruhig.

Remus spürte wie die Magie des Anderen seine Hand durchdrang, sich prickelnd in seinem Arm ausbreitete und sich in seiner Hand eine Glasflasche manifestierte.

„Sieht nach einer italienischen Nacht aus", sagte Malfoy leise, öffnete die Flasche und ließ den Inhalt herauslaufen, um ihn von seinem Bauch und seinen Schenkeln aus weiter zu verteilen.

„Ich werde vorsichtig sein", versprach Remus und spürte, wie sich die Erregung irgendwo unterhalb seines Magens zusammen zog.

Dolorcalmus", flüsterte er, dann drang er mit einer fließenden Bewegung in den anderen ein.

Malfoy sog scharf die Luft ein, um seine Augenwinkel zogen sich die feinen Fältchen zusammen, doch das war das einzige Anzeichen dafür, dass dieser Akt nicht ganz schmerzfrei für ihn war.

Zunächst noch langsam und vorsichtig begann Remus, sich zu bewegen, doch bald wurden seine Stöße drängender, schneller, fordernder. Irgendwo zwischen der Angst und Lust, Verwirrung und Scham entdeckte er noch ein anderes Gefühl: Die fast vergessene Freude daran, sich lebendig zu fühlen. Malfoy und er selbst, sie mochten verletzlich und zutiefst verletzt, bedroht, gefährdet und in einer schier ausweglosen Situation gefangen sein, aber sie waren lebendig.

Remus spürte die Welle seines Höhepunkts herannahen, sehr plötzlich und unvermutet heftig.
Seine Hände fanden kaum Halt auf dem schweißnassen Brustkorb des anderen, er tastete nach dem Zauberstab, verlor dabei fast das Vlies aus Veelahaaren und verbrannte sich beinahe die Hand, doch das spielte jetzt keine Rolle mehr.
Während er sich mit aller Konzentration noch zurückhielt, schrie er den Bannzauber hinaus, der ihn bis ans Ende seiner Zeit an Malfoy binden würde. Die Brandung seiner Lust schlug über ihm zusammen, kaum dass er den Stab hatte fallen lassen. Der Raum um ihn herum flirrte vor arkaner Energie. Er kam keuchend mit harten, schnellen Stößen, die Hände jetzt mit Malfoys Haaren verflochten, den Mund an seinem Hals.

„Lucius", stöhnte er leise.

Er spürte, wie Malfoy seine Arme um ihn legte, eine fast zärtliche Geste.

Remus schloss die Augen, dann biss er zu.

Es brauchte einiges an Kraft, die Haut mit seinen noch menschlichen Zähnen zu durchdringen, doch schließlich sprudelte das Blut warm und salzig in seinen Mund, und Remus schluckte. Im ersten Moment geschah nichts, außer dass der metallische Geruch des Blutes ihm fast die Besinnung raubte. Dann schoss eine Hitzewelle durch seinen Körper, jeder Zentimeter Haut, jede Muskelfaser schien in Flammen zu stehen. Seine Knochen begannen zu schmelzen.

Remus begriff. Dies war nicht etwa die Nachwirkung des Rituals, sondern seine Verwandlung setzte ein.
Mit einem heiseren Schrei riss er sich von Malfoy los und stürzte ans Fenster. Doch der Mond verbarg sich noch irgendwo unterhalb des Horizonts. Aber er musste nah sein. Hatte der Blutgeschmack die Bestie in seinem Inneren hervor gelockt? Hatte ihr Tun am Ende nicht die gewünschte, sondern gar eine gegenteilige Wirkung?

Panisch drehte er sich um, um Malfoy zu sagen, er solle mit den Kindern fliehen.
Als er den Mund öffnete, entkam ihm nur ein tiefes, kehliges Jaulen.
Remus starrte auf seine Hände, die sich vor seinen Augen zu hässlichen, fellüberzogenen Krallen zusammenzogen.
Merlin, er hatte niemals, niemals zuvor mehr gespürt und bewusst mitbekommen von seiner Verwandlung als den glühenden Schmerz zu Beginn. Etwas zog ihn auf die Knie, und er begriff, dass sich seine Beine verkürzten, seine Kniegelenke klappten nach hinten um, und der Schmerz nahm ihm schier den Atem.

‚Lucius', dachte er plötzlich, und der Gedanke hatte etwas Drängendes. Wo war Lucius?

Dann entglitt ihm die Wirklichkeit. Er fiel in einen schwarzen Nebel, aus dem er sich nur mühsam zu befreien vermochte.
Als er wieder zum Himmel blickte, stand der Mond rund und silbrig zwischen den von eiligen Winden getriebenen Wolken.
Er hob die Schnauze und witterte.
Rechts von ihm, vor der Pritsche, lag etwas …etwas, das nach frischem Blut noch, nach…nach Beute!

„Remus, nein. Lass die Kinder."

Der Wolf hob den Blick.

Eine Gestalt, deren Haare das blasse Mondlicht reflektierten, trat ihm entgegen. Der Wolf knurrte drohend. Er spannte seine Muskeln, bereit zum Sprung. Doch plötzlich war dort etwas, das ihn fesselte.
Der Blick eines Gefährten. Grau, stetig, fest. Kein Grund, aufgeregt zu sein, wütend oder gar ängstlich.
Seine Stimme klang sanft in den gespitzten Wolfsohren, eine dunkle, vertraute Melodie, und der Geruch des anderen war dem des Wolfes ähnlich, er steckte ihm auf der Haut, unter dem dichten Pelz.

„Nein, Remus nicht. Komm nicht näher."

Lucius hatte die Faust um den Zauberstab geballt, der so furchteinflößend nach Silber roch.

Remus wollte fragen, warum, warum darf ich nicht töten, wie es meiner Natur entspricht, doch seiner Kehle entrang sich nur ein Heulen.

Dringender als zu der zappelnden Beute wollte er zu seinem Gefährten, die langen Finger in seinem struppigen Fell spüren, das sanfte Streicheln.
Er senkte den Kopf und ließ die Zunge aus dem Maul hängen. Langsam tappte er näher, winselnd. Ob Lucius verstand, dass er doch nur seine Nähe suchte?

Doch bevor er ihn erreichte, veränderte sich plötzlich etwas im Raum. Der Wolf spürte die Kälte, er witterte den fauligen Gestank von etwas Mächtigem, Bedrohlichem. Mit einem einzigen Satz war er hinter Lucius, die Rute eng zwischen die Hinterbeine geklemmt.

Er hörte den Ärger und auch Angst in Lucius' Stimme.
Nervös fuhr er herum. Da, in der Tür stand der Auslöser des strengen Geruchs. Der Wolf knurrte laut. Direkt vor ihm bewegte sich etwas. Das kleine warme Wesen atmete schnell, und es roch nach kleinem Raubtier und nach Lucius. Der Wolf stupste es mit der Schnauze an, doch es vergrub sich nur tiefer unter der Felldecke, die nach seinem Gefährten roch.
‚Welpe', dachte der Wolf. Von fern vernahm er das Echo des Menschen, der ihn einsperrte und kontrollierte, solange der Vollmond ihm nicht die wenigen Stunden Freiheit schenkte.
Dem Menschen lag an den Welpen, außerdem rochen sie nach Lucius, und dem Wolf war klar, dass er die Welpen seines Gefährten nicht anrühren durfte. Im Gegenteil, er musste sie beschützen.

Das riesige böse Wesen kam näher. Silberner Nebel stob aus dem Zauberstab des Gefährten, und das Wesen wich zurück. Der Wolf jedoch spürte seine eisige Präsenz, die sich im ganzen Raum weiter ausbreitete. Da waren noch mehr der Dunklen Kreaturen. Der Wolf legte den Kopf in den Nacken und heulte.
Warum verjagte Lucius sie nicht? Eine ferne Erinnerung an eine schlanke Gestalt, schwarze Haare, eine Brille, zog sich durch die verwirrten Gedanken des Wolfes.
‚Du musst den Hirsch rufen', dachte er. Warum rief Lucius nicht den Hirsch, der die kalten Wesen vertrieb?
Doch Lucius sah nicht aus, als würde er irgendetwas rufen. Er hatte seinen Zauberstab erhoben und rief Worte, die der Wolf nicht verstand. Nichts geschah, außer, dass der finstere Seelensauger näher auf ihn zu glitt. Der Wolf sah seinen Gefährten zurückweichen. Zwischen ihm und den Welpen, die der Wolf bewachte, waren nur noch ein paar Schritte.
Der Wolf ließ ein tiefes, warnendes Knurren hören und entblößte die langen Zähne.
Lucius ging indessen vor dem finsteren Feind auf die Knie. Als die riesige Gestalt sich über ihn beugte und rasselnd Atem holte, war es um die Beherrschung des Wolfs geschehen.
Mit einem Satz schnellte er von der Pritsche empor und sprang der düsteren Gestalt an den Hals. Er würde nicht dulden, dass das Wesen seinem Gefährten wehtat!

Für einen Moment schien es, als gewinne der Werwolf die Oberhand über den überraschten Dementor. Doch dann drangen eisige lange Fingernägel tief unter seine Haut, hinterließen Wunden aus Eis, aus denen Hoffnungslosigkeit die Seele des Tieres überschwemmte. Er knurrte, doch er spürte, wie seine Glieder unter dem tödlichen Gift ermatteten.
Ein langgezogenes, qualvolles Jaulen, ein hoher Schrei, Kälte und Schwärze hüllten ihn ein. Er konnte nichts mehr sehen, doch er hörte das Trommeln riesiger Pfoten direkt hinter sich.

Remus rennt, auch wenn seine Lungen brennen und seine Beine immer wieder einzuknicken drohen. Er muss den Schuppen erreichen, der sich gleich hinter der Gartenmauer befindet. Falls er den Schlüssel schnell genug findet, kann er darin Schutz finden vor dem riesigen, glutäugigen Monster, das ihn jagt. Er spürt den heißen, stinkenden Atem der Bestie in seinem Nacken, er hört das dumpfe Aufschlagen der übergroßen Läufe, und er weiß, er wird es nicht schaffen. Er ist erst sieben, doch er ahnt, dass danach nichts mehr so sein wird wie bisher.

Die Stimme, die plötzlich zu den Ohren des Wolfes durchdrang, war dunkel und stark. Es waren Worte der Macht, und sie rissen ihn fort von der Dunkelheit und Grabeskälte, die bereits sein Herz erreicht hatten.

„Expecto patronum!"

Ein riesiges silbriges Tier drängte sich zwischen den Wolf und das dunkle Klauenwesen. Der Wolf konnte es nicht genau erkennen, doch sein Licht überstrahlte das bleiche Antlitz des Mondes, und es jagte Bosheit und Kälte aus dem Raum. Lucius folgte dem silberhellen Glanz, ein seltsamer Wind zerrte an seinem Haar, der hier drin gar nicht sein dürfte.

„Behüte die Kinder!"

Feiner weißer Sand legte sich auf das Wolfsfell und die Decke aus kleinen Raubtieren, und der Wolf bewachte die Welpen, wie sein Gefährte es verlangt hatte.

Es dauerte lange, bis Lucius zurückkam, auf dem Fuße gefolgt von dem riesigen, silberhell schimmernden Tier.

„Hol Hilfe", befahl Lucius und dirigierte den Patronus zum Fenster hinaus. Ein paar Mal brach sich das silbrige Wesen an der unsichtbaren Mauer, die das Gefängnis umgab, doch dann glitt er hindurch und verschwand in der dunklen Nacht.
Lucius sah ihm nach, dann wandte er sich Wolf und Kindern zu. Sein Gang verriet die Erschöpfung, aber der Wolf begrüßte ihn mit ekstatischem Belecken seiner Hände, und der Zauberer strich dem Tier über den zottigen Kopf.

„Die Dementoren sind fort. Hoffen wir nur, dass dein silbriger Kollege die Auroren schneller erreicht als die Kunde von ihrem Versagen den Dunklen Lord."

Er dirigierte die Matratze neben die Pritsche und steckte den Silberstab weg. Abwartend verharrte der Wolf am Kopf der Pritsche. Er hörte, wie Lucius sich auf der Matratze ausstreckte, und im blassen Licht der Sterne sah er die Schatten unter den Augen des blonden Mannes.

„Remus. Komm."

Der Wolf ließ ein kurzes Fiepen hören, dann legte er sich neben den Zauberer und bettete den grau beharrten Kopf mit der langen Schnauze in seine Armbeuge. Gierig sog er den Geruch ein, seufzte zufrieden auf und schloss die Augen. Fürs erste waren sie in Sicherheit.


Fortsetzung folgt