Kerkermond Evolution 19

Kerkermond Evolution 19

Trashig-slashige Fanfiction, in der dieselbe Lemonszene schamlos zweimal ausgeschlachtet wird ;-)


Eigentlich sollte es in diesem Kapitel um Severus gehen. Aber irgendwie hat sich meine „Flotte Schreibetastatur" selbständig gemacht, und jetzt gibt es doch ein Kapitel aus Lucius' Perspektive – ohne dem Grundsatz, dass Remus der Erzähler ist, untreu zu werden. Ein wirklich getrickster Kniff, ich geb's zu ;-) Aber es erwies sich beim Schreiben, dass es für mich ein ganz besonderen Reiz hat, die Zeit im Kerker einmal durch die grauen Augen unserer blonden Diva zu betrachten…


Lucius: Perspektivenwechsel

Snape rang um Fassung. Als er schließlich sprach, klang seine Stimme gepresst und erschöpft.

„Ich hatte keine Wahl. Ich musste Albus von dem geplanten Anschlag berichten. Sie kam ein paar Nächte vorher zu mir und war völlig aufgelöst. Narcissa konnte den Gedanken nicht ertragen, dass die Kinder getötet werden sollten. Ich ahnte ja nicht, dass sie die Einzige war, die über diesen Angriff informiert war. Ich ging davon aus, dass ein Verdacht sich auf viele Anhänger des Dunklen Lords verteilen würde… sie käme niemals als Verräterin in Betracht."

Erschöpft ließ Severus sich auf seinen alten Sessel sinken. „Ich habe ihre Erinnerung daran, dass sie mir von dem geplanten Anschlag erzählt hatte, gelöscht, bevor ich früh morgens Malfoy Manor verließ."

„Deswegen sagte sie, es sei, als blättere sie in einem Buch mit leeren Seiten", stellte Remus fest. „Wusste sie überhaupt, dass Ihr…?"

Snapes Kopf schnellte nach oben.

„Was glaubst du wohl? Dass ich sie in mein Bett zerre und hinterher ihr komplettes Gedächtnis lösche? Vielleicht würde ein Werwolf das tun, aber kein Mensch. Natürlich wusste sie, wen sie deckte."

„Jetzt verstehe ich, warum du glaubst, in Lucius' Schuld zu stehen", sagte Remus ruhig, ohne auf die Beleidigung einzugehen. Er bedauerte Severus. Auf diese Art und Weise seine Geliebte zu verlieren musste entsetzlich sein.
„Weiß Lucius von eurer … Liaison?"

„Lucius", sagte Severus nachdenklich, „hat nicht einmal bemerkt, dass sie ihn betrog."

„Und doch hat er sie geliebt", stellte Remus nüchtern fest.

„Genug, sich ihretwegen dem Dunklen Lord entgegen zu stellen und um für sie zu sterben", gab Severus zu. „Ich wusste, dass er bereit ist, Risiken für sie einzugehen, aber ich hatte keine Ahnung, dass eine Natter wie Lucius sich als couragiert erweisen könnte. Ich habe ihn unterschätzt."
Er holte stockend Luft. „Du kannst den Rest sehen. Er hat mir eine Botschaft für dich mitgegeben."

„Du siehst erschöpft aus", sagte Remus.

‚Wir sind alle am Ende unserer Kräfte', dachte er bei sich. Wie hatte er glauben können, Severus sei ein einsamer Kämpfer, der sich losgelöst von jeglichen menschlichen Bindungen im Interesse des Ordens durch das Universum schlug?

„Bringen wir es hinter uns", erwiderte der Tränkemeister müde.

Noch einmal standen sie nah voreinander, noch einmal verbanden sich ihre Gedanken. Wieder öffnete Severus für Remus den Blick in Lucius Malfoys Gedanken.
Bilder rauschten an Remus vorbei.

Lucius trifft seine Entscheidung. Er weiß, die Chancen mit Narcissa zu entkommen, sind minimal, und es wird ihn alles kosten, wofür er Zeit seines Lebens gekämpft hat. Dennoch ist es eine einfache Entscheidung. Er könnte sich niemals vergeben, es nicht wenigstens versucht zu haben.
Sein Stab ist auf Narcissa gerichtet, aber nicht auf ihren nackten Körper, sondern auf den Ring, den sie am Finger trägt. Ein geschliffener Smaragd in Weißgold, er hat ihn ihr zu Dracos Geburt geschenkt.
Portus", flüstert Lucius, und wieder kann Remus es nur hören, weil er in Lucius' Kopf ist, oder vielmehr in Severus' Kopf, der mit seinem ‚Legilimens' Lucius' Erinnerungen abruft. Doppelter ‚Legilimens', dreifacher Spiegel.

Lucius schließt mit einem Sprung die Lücke zwischen sich und Narcissa, er ergreift ihre Hand und sein Zauber beginnt. Sie fliehen.
Der harte Aufprall an der magischen Barriere, die Voldemort errichtet hat und von der Lucius nichts ahnt, durchzuckt ihn als stechender Schmerz. Seile schlingen sich um seine Arme und Beine, jemand schlägt ihm den Stab aus der Hand, und alles versinkt in einem Nebel aus Blut und Schmerz. Narcissas Schreie holen Lucius aus dem gnädigem Dunkel der Ohnmacht, die ihn umgibt: Und dann sieht er seine Frau brennen, sieht, wie Pettigrew und Bellatrix sie zu Tode foltern, nachdem der Dunkle Lord irgendwann das Interesse verloren hat.

Remus fühlt die Stricke, die in Lucius' Hand- und Fußgelenke schneiden. Und auch Lucius' verzweifelte Wut, sein namenloses Entsetzen, das sich später in tiefe Trauer wandelt, die ihm den Boden entzieht, geht Remus tief unter die Haut.
Er spürt die Schläge, mit denen Crabbe und Goyle Lucius traktieren, und den dumpfen Schmerz, als sie ihn nach Stunden endlich liegen lassen auf dem steinigen Kerkerboden. Remus kennt diesen Kerker. Er war auch dort.

Seine ‚Freunde' – sie überlassen ihn einem Schicksal, der grausamer ist als der Tod. Dementoren. Lucius' feine Veela-Sinne spüren ihre Anwesenheit in dem düsteren Gemäuer. Wenn die Nacht kommt, werden sie aus den Winkeln kriechen, die jetzt noch ihre fauligen Gestalten verbergen. Er versinkt in einem dunklen Nebel, irgendwann hört er die Stimmen von McNair und Shacklebolt. Der Auror kämpft verzweifelt gegen den ‚Imperius' des Henkers an, und Lucius kann ihn verstehen.
Er erinnert sich, dass der Angriff auf Shacklebolts Haus nur eine Warnung sein sollte. Lucius selbst hat ihn geplant. Er wollte dem Ministerium nur demonstrieren, dass die Anhänger des Dunklen Lords auch in ein scheinbar perfekt gesichertes Haus eindringen können. Er ist nicht eben begeistert, als die Mutter der Kinder in der Küche plötzlich vor ihm steht. Nora Shacklebolt ist eine Muggel, aber sie ist eine mutige Frau. Das Fleischmesser in ihrer Hand ist keine Bedrohung für Lucius, und so treibt er sie in Richtung der Kinderzimmer rückwärts die Treppe hinauf. Er trägt die Maske, er muss das grausame Spiel jetzt spielen. Zu gehen, ohne den Angst einflössenden Ruf seines Herrn zu verbreiten, ist keine Option, nun, da sie ihn gesehen hat.

Bitte, meine Kinder sind oben. Sie sind noch klein. Bitte nicht", fleht sie.

Ihr solltet nicht zuhause sein", sagt Lucius mit gefährlich leiser Stimme.

Babu hat die Masern. Bitte, bitte, nehmen Sie mich, aber tun sie meinen Kindern nichts an!"

Nora Shacklebolt ist eine schlanke, blonde Schönheit mit strahlend blauen Augen. Sie erinnert ihn an Narcissa; wenn sie nur nicht diesen fürchterlichen amerikanischen Akzent hätte.

Lucius hebt seinen Stab.

Crucio", flüstert er, weil er muss, doch sofort jagt er einen „Stupor" hinterher. Er fängt sie auf, bevor sie sich auf der Treppe zu Tode stürzen kann.

Er legt sie ab und wendet sich zum Gehen.

Ich habe die Wertsachen, und ich habe die Nachricht an die Wand geschrieben!", berichtet der kleine Todesser mit den wässrig blauen Augen hinter der Maske, der unten am Treppenabsatz steht.

Schnell jetzt, die Auroren werden bald hier sein", mahnt Lucius und versucht, Pettigrew von der Treppe abzudrängen.

Kaum. Ich habe den magische Alarm außer Kraft gesetzt", wirft sich Pettigrew in die Brust.

Lucius verabscheut den gedrungenen Animagus, aber er würde nie den Fehler begehen, den kleinen Mann zu unterschätzen. Pettigrew ist listig, zäh und intelligent.

Malfoy, da ist Muggelpolizei im Anmarsch!", ruft ein dritter Mann von draußen. „Was sollen wir tun?"

Ganz offenbar gibt es nicht nur den magischen Alarm hier im Haus, denkt Lucius und läuft nach draußen, um seine Männer anzuweisen, sich ruhig zu verhalten und sich unauffällig zurück zu ziehen.

„Mors mordre!" dringt es plötzlich an sein Ohr.

Entsetzt wendet er sich um: Über dem Haus steht das Dunkle Mal am Himmel, und dann erscheint Pettigrew auf der Treppe und zieht einen Sack hinter sich her.

Das perfekte Druckmittel, um den großen Leiter des Aurordepartment gefügig zu machen", piepst der kleine Zauberer mit leuchtenden Augen, dann disappariert er.

Lucius erfährt später nur, dass man die Kinder ‚zur weiteren Verwendung' untergebracht hat. Nora Shacklebolt hingegen wird später von Auroren tot auf der Treppe vor den Kinderzimmern gefunden. Jemand hat ihr mit einem silbernen Messer die Kehle aufgeschnitten.

xoxoxoxoxoxoxoxoxoxoxoxoxoxoxoxoxo

In Gedanken wieder zurück im Kerker hört Lucius die Stimmen der Kinder, ihr leises Weinen, als man den Vater schließlich fortbringt. In die Verzweiflung der Kinder mischt sich Hoffnung, als sie beginnen, mit jemandem zu sprechen. Einer der Gefangenen scheint sie zu kennen, es sind Worte des Trostes. Der Fremde kann kaum sprechen. Auch Lucius kennt diese sanfte Stimme irgendwo her, auch wenn sie verändert klingt. Im Geiste geht er die Namen der verbliebenen „Gäste" des Dunklen Lords und seiner Dementoren durch. Natürlich: Lupin, Dumbledores Haustier-Werwolf.
Dies also werden seine 'Gefährten im Kuss der Dementoren' sein, ein räudiger Werwolf und die Kinder eines Auroren. Merlin, die Kinder werden sie zuerst holen, als Aperitif. Die Vorstellung ist Lucius unerträglich. Er hat so viel Leid gesehen an diesem Tag, er kann mehr davon unmöglich ertragen. Letztlich trägt er mit Schuld daran, dass diese Kinder jetzt hier sind.

Sie sind noch klein", hört er Nora Shacklebolts Stimme in seinem Geist. Er hat das unbestimmte Gefühl, der Frau etwas schuldig zu sein, und falls Lupin die Kinder trösten kann… Außerdem - es sind Kinder.

Lucius mag Kinder; er hätte sich noch weitere gewünscht nach Dracos Geburt, doch er respektierte auch dieses Mal die Entscheidung seiner Frau. Und Narcissa wollte keine weitere Schwangerschaft; er hatte dies stets bedauert.

Er hört den Mann in der Zelle neben der seinen qualvoll husten. Er erinnert sich, wie Pettigrew mit seinem „Experiment", den Werwolf verdursten zu lassen, geprahlt hat.

Lucius sieht sich um. Neben der defekten Wasserleitung, aus der es permanent tropft, steht ein Zinnbecher. Mühsam schleppt er sich dorthin. Sein Kopf schmerzt höllisch, aber noch schlimmer sind die Rippenbrüche, die ihn kaum atmen lassen.
Er füllt den Becher und lauscht dem röchelnden Husten des Werwolfs.

Lupin!"

Er hat ihn lange nicht gesehen, bei dem Zusammenstoß im Ministerium im letzten Jahr hatten Black und Potter Lucius' gesamte Aufmerksamkeit erfordert. Die früher sandfarbenen Haare des anderen Zauberers sind ein graubrauner Filz, und seine magere Gestalt ist in Lumpen gehüllt. Aus der Zelle dringt ein Gestank wie aus einem Raubtierkäfig und Lucius sieht Lupin die Entbehrungen nicht nur der mehrwöchigen Kerkerhaft an. Werwölfe führen ein unstetes Leben.
Doch die Augen des Gryffindors sind wach in dem schmutzverkrusteten Gesicht, und der Blick, der Lucius trifft, ist frei von Hass.

Lucius hebt den Zinnbecher mit dem Wasser zu der vergitterten Luke hinauf, und Lupin entfährt ein Aufschrei. Wie hypnotisiert wankt er auf Lucius zu und starrt auf das Gefäß.
Lucius könnte ihm das Wasser jetzt ins Gesicht schütten, und tatsächlich ist dies sein erster Impuls, aber was würde er damit gewinnen? Er will schließlich, dass die Kinder am Ende des Ganges noch etwas Trost finden.

Ich hatte keine Zeit, es zu vergiften", sagt Lucius. „Trink, bevor ich es mir anders überlege, Werwolf."

Remus erinnerte sich an diese Worte. Er hatte sie schon einmal gehört, ganz zu Beginn dieser merkwürdigen, seltsamen Laune des Schicksals, die ihn und Malfoy zueinander gebracht hat. Damals begann mit diesen Worten ein winziges Hoffnungslicht zu flackern in Voldemorts eisigem Kerker. Jetzt waren sie der Auftakt zu einer Reise in die Gedanken des Gefährten.

Es waren nur mehr einzelne Bilder, die an seinem geistigen Auge vorbei rasten wie Filmsequenzen. Remus nahm sie wahr, die Mühe, die es Lucius kostete, mit seiner Veelamagie den Lichtball zu beschwören, der Babu schließlich dazu bringt, mit dem Spielzeugzauberstab zu Lucius zu kommen, den dunklen Gang entlang. Er spürte, wie Lucius das erste Mal überhaupt Bewunderung anstatt Verachtung für ihn empfindet, als er mit brennenden Fingern das Feuer beschwört, mit dem sie das Silbermedaillon für den Zauberstab schmelzen. Er sah sich selbst unter dem Angriff der Dementoren einbrechen, sein Patronus zu schwach für ein Duzend Seelensauger, und er fühlte die Macht der Veelamagie, mit der Lucius sie schließlich in der ersten Nacht in Schach hält.
Die Zuneigung, die Lucius den Kindern entgegen bringt, seine klare Erkenntnis, dass er nur mit dem verachteten Halbwesen, Remus Lupin, und nicht gegen ihn eine Chance hat, sie zu retten, und schließlich den Moment, in den Lucius erkennt, dass es vielleicht doch ein Fehler ist, jemanden für das zu verurteilen, was er ist, anstatt die Augen für die Person dahinter zu öffnen – Remus saugte die Perspektive des anderen in sich auf.

Es schmerzte, zu fühlen, wie sehr Lucius sich gegen den Gedanken wehrte, die Kinder nur mit Hilfe des Rituals retten zu können. Noch schwerer war es auszuhalten, den Widerwillen des anderen zu spüren, als Remus sich ihm nähert.

Lucius starrt in die bernsteinfarbenen, raubtierartig gemaserten Augen des Mannes, den er vor einer Stunde zum ersten Mal geküsst hat. Wie viel lieber hätte er dem verfluchten Gryffindor ins Gesicht geschlagen. Lucius ist immer noch wütend und – auch wenn er es nie offen zugeben würde – auch enttäuscht, dass Lupin ihm nach den fürchterlichen Tagen, die sie hier gemeinsam mit den Kindern verbracht haben, allen Ernstes zugetraut hat, die Kinder zu töten. Lucius hat in den letzten Tagen einen guten Teil seiner Vorurteile Lupin gegenüber revidiert. Der andere Zauberer ist intelligent, belesen und couragiert. Sein ruhiges, sanftes Wesen hat etwas an sich, dass den nagenden Selbstvorwürfen, die Lucius zu zerfressen drohen, die Spitze nimmt.

Sie küssen sich nicht nur. Sie beißen einander, fast wie Tiere, Lupin schont Lucius nicht, fast scheint es, als würde er mit Absicht immer wieder die offenen Stellen an seinen Lippen mit Zähnen und Zunge traktieren.
Sie tun sich schwer miteinander, Lucius und der Werwolf, dessen wilde Tiergestalt schon unter der menschlichen Hülle lauert. Es ist nicht einfach, einem Feind zu vertrauen, und doch bleibt ihnen nichts anderes übrig, wenn sie die Kinder schützen wollen: Vor der Bestie, in die Lupin sich heute Nacht verwandeln wird, und vor den Dementoren, die schon des Moments harren, in dem kein Patronus ihnen den Weg zu den Seelen der Gefangenen mehr verstellen wird.

Lucius kennt ihn gut, den Unterschied zwischen Liebe und Sex. Er versucht, seine Wut und auch die Rachegefühle dem Dunklen Lord und seinen Schergen gegenüber in Erregung umzusetzen, diese unglaublichen Energien zu kanalisieren. Zwischen ihm und Lupin geht es um Macht und Dominanz, wobei Lucius gewohnt ist, zu herrschen, und Lupin dem Wolf in sich so nahe scheint, dass er sich nicht unterwerfen wird. Was sie vollführen, ist tatsächlich kein Liebesakt, sondern ein Machtkampf, wobei das Ziel klar festgelegt ist: Nicht den Gegner zu töten, sondern ihn schließlich zum sexuellen Höhepunkt zu bringen. Für sie beide ist der Trigger heute Nacht Angst, und sie betäuben ihre Furcht und Unsicherheit mit Schmerz.
Vielleicht eint sie beide eine ganz bestimmte Art von Sensibilität: Lucius, den Strategen, der sich immer in die Gegner hinein zu versetzen versteht, und Lupin, der ein natürliches Gespür für die Bedürfnisse anderer hat.

Irgendwann kippt die explosive Mischung aus Angst, Schmerz und Adrenalin in sexuelle Erregung, und dann muss Lucius es nur noch laufen lassen.
Er hat auch kein Interesse, diese Begegnung zu etwas Schlechtem verkommen zu lassen, denn wenn dieses Ritual die Wirkung hat, die sie beide erhoffen, wird Lucius sich noch lange mit dieser Nacht und diesem Menschen beschäftigen müssen.

Lucius kommt schnell und unerwartet heftig, den Blick auf Lupins Raubtieraugen geheftet, und er vergisst nicht, seinen Namen über die Lippen zu bringen, wie es das Ritual erfordert.

Remus, verflucht!"

Es ist nur ein Flüstern, aber es sollte ausreichend sein.

Lucius sieht, dass Lupin für einen Moment die Augen schließt. Natürlich, sie haben erst ein Drittel des Rituals vollzogen. Mit geschmeidigen Bewegungen schiebt er sich auf Lucius, und sein Körper ist warm und fest.

„Versuch, dich zu entspannen", sagt Lupin leise, während er sich bemüht, aus der Küche irgendein Gleitmittel zu beschwören.

Lucius war nicht bewusst, dass er dem Werwolf tatsächlich gestatten muss, ihn zu nehmen. Innerlich stöhnt er auf. Ein Blow-Job, dem anderen einen runterholen, in Ordnung, aber das? Doch vermutlich würde er auch nackt in einer Schlammgrube catchen, wenn das die Kinder retten würde. Wenn es also notwendig ist, will er sich dabei wenigstens nicht mehr als unvermeidlich verletzten. Er legt seine Hand um die von Remus, der den Stab hält, und zaubert.

Accio oleum olivae", sagt er ruhig.

Nachdem er das Öl von seinem Bauch und seinen Schenkeln aus weiter verteilt hat, bemüht sich Lucius, innerlich loszulassen. Den Rest muss Lupin zuwege bringen, irgendwie.

„Ich werde vorsichtig sein", verspricht der Werwolf, dann flüstert er „Dolorcalmus".

Behutsam dringt er mit einer fließenden Bewegung in Lucius ein, und der grelle, scharfe Schmerz verliert sich nach einem Moment in der Wirkung des Zaubers.
Zunächst noch langsam und vorsichtig beginnt Lupin, sich zu bewegen, doch seine Bewegungen gewinnen rasch an Intensität und Geschwindigkeit.
Lucius konzentriert sich auf den Rhythmus des anderen, er kann seinen immer kürzer, abgehackter hervorgestoßenen Atem hören, und dann geht plötzlich alles sehr schnell. Remus greift nach dem Zauberstab, und er schreit er den Bannzauber hinaus, der sie beide binden wird, bis der Tod sie trennt. Remus kommt keuchend mit harten, schnellen Stößen, und er stöhnt leise Lucius' Namen.

Etwas ist passiert. Lucius kann den Zeitpunkt nicht mehr genau eingrenzen, aber irgendwann in diesem Ritual hat sich seine Perspektive verschoben. Er legt die Arme um Remus' Schultern, weil er nicht will, dass der andere Mann sich verloren fühlt in diesem verfluchten, eisigen Kerker, auf dieser schäbigen Matratze. Was für ein grässlicher Ort, um einander nah zu sein!

Plötzlich schließt Remus die Augen, dann beißt er zu.
Ein heißer Schmerz schießt von Lucius' Schulter aus direkt in seinen Schoß und verwandelt sich dort in Erregung. Er vergräbt seine Hände in Remus' Haaren, zieht den Kopf mit den filzigen Strähnen zu sich, um seine Lippen mit einem Kuss zu bedecken.

Remus jedoch reißt sich plötzlich los, ein irres Glühen in den jetzt orangegelben Augen. Er stößt einen heiseren Schrei aus, es scheint, als wolle er etwas sagen, doch er hat keine menschliche Sprache mehr. Stattdessen entkommt ihm ein tiefes, kehliges Jaulen.Lucius starrt auf Remus' Hände, die sich vor seinen Augen zu hässlichen, fellüberzogenen Krallen zusammenziehen. Für einen Augenblick fragt er sich, ob das Ritual überhaupt irgendeine Wirkung hatte, außer die Wandlung des Werwolfs zu beschleunigen. Im nächsten Moment stellt Lucius fest, dass er sich sorgt, weil er befürchtet, dass Remus Schmerzen hat. Dessen Kniegelenke klappen auf unnatürliche Art nach hinten, und das muss höllisch wehtun.

Lucius lächelt. Wenn er sich Sorgen um Remus macht, dann muss der Glenkill-Zauber wirken. Er steht auf, nimmt den Zauberstab und seinen Umhang und sieht nach den Kindern. Es wird nicht lange dauern, bis die Dementoren aus ihrem Loch gekrochen kommen. Wenn es soweit ist, wird er bereit sein.


Fortsetzung folgt

Vielen Dank an diejenigen, die mir das Weiterschreiben nach dem letzten Kapitel wieder mit einem Review versüßt haben:
Lucy, Glupit, Sunuxal. Ihr seid super!