Kerkermond Evolution
Trashig-slashige Fanfiction, heute in der familiären Atmosphäre des gemütlichen Hauses Nummer Zwölf, Grimmauldplatz
Danke sehr für eure Reviews: Glupit, Lucy und Lola (Wie du siehst, ein schnelles Update war möglich ;-)
Hat Gawain die Nacht überstanden? Haben sich die Wogen im Orden geglättet? Werden Remus' langjährige Mitstreiter ihm verzeihen? Und hat Remus Milch im Haus? Diese und noch mehr Fragen werden sich jetzt klären… Außerdem beweist Lucius mal wieder, dass er Stil hat und zudem über eine künstlerische Ader verfügt ;-)
24. Remus: Silberwolf
Remus erwachte, weil etwas sehr Kaltes, Glitschiges an seinem Bein herum tastete. Er schrak hoch und gab dem Kraken einen leichten Schlag mit der flachen Hand. Sofort zog sich das gigantische Tier in die Tiefe des Sees zurück. Remus stand mühsam auf. Sein fadenscheiniger Umhang, ohnehin zu dünn für die Jahreszeit, war klamm und kalt, und seine Zähne schlugen aufeinander. Sein Rücken schien aus steifem Gips anstelle von Muskeln zu bestehen und sein Kopf dröhnte. Die Sorgen der vergangenen Nacht holten ihn ein, und voller böser Ahnungen machte er sich auf den Weg zurück zum Schloss.
Er erreichte die Krankenstation, ohne dass ihm jemand begegnete. Als er die Tür öffnete, erschrak er. Das Zimmer, in dem Gawain gelegen hatte, war verlassen. Die Fenster standen weit offen, und die kühle Frühlingsluft ließ die Gardinen wie weiße Leichentücher flattern. Das Bett war leer und die Laken abgezogen.
„Gawain", sagte Remus leise in Stille hinein. Oh Merlin, der junge Zauberer hatte es nicht geschafft. Wäre Remus nicht wie ein Idiot in Greybacks Falle getappt, der Amerikaner könnte noch leben.
Remus zog seinen feuchten Umhang enger um die Schultern, obwohl er wusste, dass er ihn nicht wärmen würde. Langsam schritt er durch das Zimmer, seine Finger strichen wie von selbst über die Matratze, auf der blaue Flecken noch von der Verwendung des Silberantidots kündeten. Erfolglose Mühen, wie Remus jetzt wusste. Das Gefühl der Schuld lastete ihm unsagbar auf den Schultern und das Atmen fiel ihm plötzlich schwer.
Eine Tür öffnete sich hinter ihm.
„Professor Lupin!", rief eine erstaunte Stimme.
Remus drehte sich um und entdeckte Hermine Granger, die – den Arm voller Zaubertrankflaschen - die Krankenstation betrat.
„Was tun Sie denn hier?", fragte das Mädchen und setzte die Flaschen auf einem Regal ab, um ihm dann erfreut die Hand darzubieten. „Harry wird sich so freuen, Sie zu sehen. Ich freue mich natürlich auch", setzte sie schnell hinzu und errötete leicht. Doch ihrem wachen Blick entging sein derangierter Zustand nicht. „Sind Sie krank?", erkundigte sie sich teilnahmsvoll.
„Vollmond ist doch erst in drei Wochen."
„Nein, ich…hier ist letzte Nacht ein Freund von mir gestorben", antwortete er. „Jemand vom Orden." Ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen. „Niemand, den du kanntest", setzte Remus hinzu.
„Oh mein Gott!" Hermine schlug sich auf den Mund. „Erst dieser verletzte Zauberer und jetzt auch noch das."
„Moment mal", hakte Remus nach. „Was für ein verletzter Zauberer?"
„Heute Nacht …also, sagen Sie's bitte nicht weiter, aber wir waren in der Bibliothek, weil wir…etwas recherchieren mussten, und da haben wir sie gesehen: Eine ganze Gruppe fremder Zauberer. Professor Dumbledore hat sie begrüßt, und dann sind sie alle hierher in die Krankenstation gegangen. Es waren unheimlich viele Leute hier, auch Tonks und Mr. Shacklebolt, und eine fremde Hexe, die ein bisschen aussah wie Professor MacGonagall. Jedenfalls sprachen einige der Zauberer mit amerikanischem Akzent. Wir konnten nicht alles verstehen, aber sie sprachen über einen verletzten Zauberer. Ihr Name ist auch gefallen, Professor Lupin."
„Haben sie etwas über einen Gawain Gray gesagt?", erkundigte sich Remus.
Hermine überlegte. „Ich glaube, das war der verletzte Zauberer, den sie mitgenommen haben."
„Mitgenommen? Merlin, dann ist er vielleicht doch nicht tot. Und ich dachte…" Remus wies auf das verlassene Zimmer.
„Sie sollten wirklich zu Professor Dumbledore gehen", schlug Hermine vor. „Es ist noch ziemlich leer auf den Gängen. Wenn Sie den Flur vor der Großen Halle meiden…"
Sie musste nicht aussprechen, dass Remus sich besser nicht mitten in der Schule sehen ließ. Remus nickte. Hermine hatte natürlich Recht.
„Bestell Harry und Ron meine besten Grüße", sagte er, dann machte er sich auf den Weg zu Dumbledore.
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„Schokofrösche", sagte er zu dem Wasserspeier, der daraufhin den Zugang zur Wendelteppe freigab.
Er stieg die Treppe hinauf und hielt noch einen Augenblick vor der Tür inne, bevor er zögernd anklopfte.
„Tritt ein, Remus", rief Dumbledore. „Hat Miss Granger dich gefunden? Ich hatte sie mit ein paar Tränken in die Krankenstation geschickt. Sie und Mr. Ronald Weasley sind heute Nacht Zeugen eines Eingriffs der amerikanischen Administration in innerste britische Angelegenheiten geworden."
„Was ist mit Gawain?", fragte Remus, ohne auf Dumbledores Worte einzugehen.
„Man hat ihn in die Vereinigten Staaten transferiert. Außer von Miss Tonks wird er auch noch von Minerva begleitet."
„Albus, wie geht es ihm? Wird er durchkommen?", fragte Remus drängend.
Der Direktor seufzte. „Die amerikanische Delegation hatte einen Heiler dabei, der auf Lykantrophe spezialisiert ist, einen Professor Mandrake. Ich habe noch nie von ihm gehört, aber Severus kannte ihn zumindest dem Namen nach. Er muss eine ausgesprochene Kapazität sein. Und seiner Ansicht nach ist Mr. Grays Zustand stabil genug gewesen, um ihn zu transportieren. Sie glauben, dass sie ihn in den Staaten schneller wieder auf die Beine bringen können als hier. Und wie es scheint, wird er durchkommen. Du kannst dankbar sein, dass er über eine solch starke Physis verfügt."
Remus atmete tief durch.
„Ich bin dankbar", erwiderte er schließlich. „Albus, ich…ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich schäme mich."
„Wir haben in dieser Sache alle Fehler gemacht, Remus. Ich hätte erkennen müssen, wie dringend du Lucius Malfoy befreien willst. Aber ich will dir auch nicht verhehlen, wie enttäuscht ich von dir bin. Und nicht nur ich allein. Du wirst sicher verstehen, dass sich für den Orden die Frage nach deiner Zuverlässigkeit stellt. Sobald Miss Tonks und Minerva aus den USA zurück sind, und zwar unabhängig von Mr. Grays Schicksal, werde ich den Orden zusammen rufen. Wir müssen entscheiden, ob wir auch in Zukunft mit dir zusammen arbeiten können. Verstehe mich richtig, ich persönlich betrachte mich noch immer als deinen Freund. Aber als Leiter einer Organisation, die ihren Mitgliedern absolut vertrauen können muss, ist es meine Pflicht, auch die Sicherheit der anderen zu gewährleisten. Böte man Voldemort Harrys Leben anstatt dem von Lucius, könnte er versucht sein, einem Handel zuzustimmen."
Remus starrte Albus an, als wäre er ein Geist.
„Entschuldigen Sie bitte", sagte Remus, als er sich einigermaßen gefangen hatte, „verstehe ich Sie richtig, dass Sie mir zutrauen, Harry zu verraten, um die Todesser dazu zu bringen, Lucius aus Askaban zu befreien?"
„Von einem Plan kann nicht die Rede sein", entgegnete der Direktor. „Ich ziehe lediglich in Zweifel, dass du in vollem Umfang Herr deiner Entscheidungen bist. Immerhin unterliegst du einem mächtigen Zauberbann, Remus."
„Ich habe einen Fehler gemacht, Dumbledore", erwiderte Remus heftig. „Und das tut mir unendlich Leid. Aber - bei Merlin - nach menschlichem Ermessen habe ich lediglich mein eigenes Leben riskiert, sowie das von ein paar Todessern und von Lucius. Ich konnte nicht ahnen, dass Severus hinzu stoßen würde oder Gawain eine Privatfehde mit Greyback laufen hat. Sie wissen, dass ich mich für James' und Lillis Sohn zerreißen lassen würde."
„Natürlich", lächelte Albus. „Aber würdest du auch zusehen, wie Lucius Malfoy zerrissen wird?"
Remus nahm sich einen Moment Zeit, um in sein Inneres zu horchen, bevor er antwortete. „Diese Entscheidung ist unmenschlich, Albus. Aber die Antwort ist ‚ja'. Ich würde selbst Lucius opfern." Er fixierte den Direktor von Hogwarts. „Rufen Sie meinetwegen den Orden zusammen. Ich stelle mich Ihrer Entscheidung und werde sie akzeptieren. Aber denken Sie bitte darüber nach, ob ich wirklich so verzichtbar bin, wie Severus immer betont."
Damit verließ er das Büro und eilte in Minervas Arbeitszimmer, um zum Grimmauldplatz zurück zu kehren. Innerlich schäumte er vor Wut, doch äußerlich war er ruhig und beherrscht. Es gab nichts mehr, das er tun konnte.
Mit einer Flasche Absynth begrub er sich - kaum zuhause - in die Bibliothek, und er trank, bis Zorn, Frustration und Enttäuschung zu einem tröstlichen grünen Nebel zerflossen waren.
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Die anderen Ordensmitglieder zeigten ihm in den nächsten Tagen die kalte Schulter. Niemand kam ins Hauptquartier, weder Molly noch Dumbledore. Der Direktor schickte ihm auch keinerlei Aufträge per Eulenpost mehr. Remus überraschte das nicht, auch wenn er enttäuscht war. Er hatte all die Vorurteile bestätigt, die man einem Werwolf entgegen brachte. Am dritten Nachmittag - Remus saß in der Bibliothek und kümmerte sich um die Aktualisierung von Gebäudekarten - hörte er das Fauchen des Kamins, und kurze Zeit später schnelles Getrappel auf der Treppe.
Er blickte auf, als die Tür mit Schwung geöffnet wurde und eine kleine rosa gewandete Gestalt auf ihn zuraste.
„Remus!", piepste Dhakira.
Er ging auf die Knie und sie umarmte ihn.
„Papa hat frei, und wir wollten dich besuchen!", strahlte sie ihn an. „Wir haben auch Kuchen dabei und Schokopulver. Hast du Milch für Kakao?"
„Ich muss nachsehen, ob noch Milch da ist", sagte Remus. „Aber falls nicht, können wir beim Kaufmann welche holen. Hallo Kingsley", begrüßte er den Auror, der nun mit Babu auf dem Arm in der Tür stand. Hinter seiner prächtigen gelben Robe versteckte sich Johari.
„Guten Tag, Remus. Ich hoffe, wir stören nicht?", dröhnte Kingsley.
„Keine Sorge. Ihr seid die ersten seit Tagen, die mit mir etwas zu tun haben wollen."
Remus konnte selbst die Unsicherheit in seiner Stimme hören.
„Hallo Babu." Remus zwang sich zu einem Lächeln und winkte dem kleinen Jungen zu. Dann zwinkerte er Johari zu, die immer noch schüchtern hinter den Beinen ihres Vaters verharrte.
Kingsley bückte sich und setzte seinen Sohn ab. „Sag' Remus ‚Guten Tag'", forderte er ihn auf. Tatsächlich tappte Babu zu Remus und reichte ihm mit breitem Grinsen die Hand.
„Mach dir nicht solche Gedanken, Remus. Dumbledore übertreibt maßlos. Aber tatsächlich scheinen einige Leute Probleme mit deiner Person zu haben." Er seufzte. „Ich will dich nicht anlügen. Es wird sogar von einem Ausschluss gemunkelt."
Remus schloss für einen Moment die Augen. Das war weit schlimmer, als er befürchtet hatte. Weit schlimmer, als selbst er für angemessen erachtete, und er war ganz sicher hart genug sich selbst gegenüber.
„Zauberst du uns Seifenblasen, die wie kleine Drachen aussehen?", fragte Dhakira und sah ihn mit großen braunen Augen an.
„Nach dem Kuchen", vertröstete sie Remus.
„Wir haben dir deinen Zauberstab mitgebracht", sagte Kingsley auf dem Weg nach unten in die Küche. „Das Ministerium hat ihn in einer ziemlich übel beleumundeten Gegend bei einer Dame namens Miss Fellini abgeholt."
„Ich hatte ihn bei der…Sache verloren", sagte Remus vage, um die Kinder nicht etwas aufschnappen zu lassen.
„Womit zauberst du?", fragte Kingsley verblüfft.
„Mit Greybacks Stab", antwortete Remus. „Passt besser zu mir als der, den ich zuletzt hatte. Du weißt ja, Dung hat den letzten besorgt. Mein eigener hängt vermutlich bei Peter als Trophäe an der Wand. Hat das Ministerium dir einen neuen besorgt?"
„Natürlich. Sie haben extra einen aus Nairobi einfliegen lassen. Kongolesisches Mahagoni."
„Genau. Papa kann ja nicht ohne zaubern, wo er doch ein Polizeizauberer ist", erklärte Babu.
„Ich bin ein Auror", korrigierte Kingsley.
„Mama hat aber gesagt, dass du Polizeizauberer bist. Wann fahren wir mit einem Polizeiauto, Papa?"
„Ach, Babu", seufzte Kingsley.
„Wer kümmert sich um die Kleinen, während du arbeitest?", erkundigte sich Remus.
„Das Ministerium hat einen Kindergarten, und Dhakira geht auf die Muggelschule des Diplomatischen Corps. Außerdem habe ich ein Kindermädchen engagiert."
„Nächsten Sommer komme ich nach Hogwarts, und außerdem haben wir jetzt eine Nanny aus Irland, die ist ganz nett", erläuterte Dhakira wichtig.
„Leider ist sie auch ziemlich zerstreut", klagte Kingsley.
„Man muss froh sein, dass Marys Kopf angewachsen ist, sonst würde sie ihn überall liegen lassen", fügte Dhakira altklug hinzu, während Remus Teller und Tassen auf dem Tisch verteilte.
„Mit der Milch haben wir Glück", verkündete er. „Also, wo ist das Schokopulver?"
Sie tranken Tee und Kakao und aßen den Kuchen, der nur ein kleines bisschen unten angebrannt war (Mary hatte ihn im Ofen vergessen), Remus verwandelte Sauerrahm in Schlagsahne (Mary hatte die echte vergessen) und Kingsley beschwor einen Tortenheber, da die Küche im Grimmauldplatz über keinen verfügte und Mary einen silbernen eingepackt hatte.
„Mary ist meine Freundin", sagte Babu, als Kingsley sich über die chaotische Nanny beschwerte. „Sie spielt ganz toll mit Autos, und wenn ich groß bin, heirate ich sie."
„Darüber unterhalten wir uns noch mal, wenn es soweit ist", sagte Kingsley lachend. „Merlin, Remus, bevor ich es vergesse, es gibt Neuigkeiten von Gawain."
Remus blickte von seinem Kuchenstück auf. Sein Herz begann zu rasen.
„Keine Sorge, es geht ihm deutlich besser. Ich habe heute Morgen mit ihm gesprochen, per Floonetzwerk. Er hat Tonks angestiftet, Corn Flakes aus der Küche des Militärkrankenhauses zu stehlen, in dem er liegt. Er scheint sich erstaunlich schnell zu erholen. Und Remus, er und Tonks lassen dich grüßen."
Remus zog die Knie an und stützte die Stirn schwer auf seine Hände. „Oh Merlin sei Dank", sagte er leise. Die Erleichterung machte ihn fast ein bisschen schwindlig. Kingsley legte ihm seine Hand auf die Schulter und tätschelte ungeschickt seinen Arm.
„Remus?", hörte er auf einmal Johari leise neben sich, die bisher noch kein Sterbenswörtchen gesagt hatte.
„Was ist denn, Herzchen?", fragte er und sah sie an.
„Wo ist Lucius?"
Remus wechselte einen schnellen Blick mit Kingsley.
„Sie fragt fast jeden Tag nach ihm", sagte Kingsley. „Ich habe ihr gesagt, dass du es ihr erzählen würdest."
„Vielen Dank, dass du mir die heiklen Sachen überlässt. Soll ich sie auch aufklären, wenn es soweit ist?"
„Mary erklärt uns alles", steuerte Babu zu ihrer Unterhaltung bei.
„Johari", begann Remus und suchte nach Worten. „Lucius ist…in einem Gefängnis."
Sie riss die braungrünen Augen weit auf. „Warum? Er ist doch so lieb!"
„Ja, das stimmt", pflichtete Dhakira ihr bei. „Er hat uns immer Essen gezaubert und Märchen erzählt. Und er hat Hari die Tierchendecke geschenkt."
„Tierchendecke?", fragte Remus verblüfft.
„Er hatte die tolle Idee, ihr seinen Nerzumhang zu versprechen. Sie hat die Auroren, die euch befreit haben, derart gelöchert, bis sie ihn ihr geholt haben", erläuterte Kingsley.
„Lucius ist nicht immer so lieb gewesen wie zu euch", beantwortete Remus schließlich Joharis Frage. „Er hat einige verbotene Sachen gemacht. Deshalb hat man ihn eingesperrt."
„Können wir ihn mal im Gefängnis besuchen?", fragte sie.
„Das geht leider nicht", sagte Remus. „Ich würde ihn auch gerne sehen, aber es ist verboten, ihn zu besuchen."
„Du musst sehr traurig sein", stellte sie sachlich, aber nicht ohne Mitgefühl fest. „Und Lucius ist bestimmt auch ganz traurig, wenn ihn niemand besucht."
„Papa war auch traurig, als Mama weg war", bemerkte Dhakira.
„Remus?" Offenbar war Johari noch nicht fertig mit ihren Überlegungen. „Kann ich Lucius ein Bild malen und ins Gefängnis schicken? Kira kann etwas dazu schreiben, sie kann schon gut schreiben."
Dhakira genierte sich ein bisschen, aber dann nickte sie begeistert.
Kingsley zögerte, das war offensichtlich. Es machte sicher keinen besonders guten Eindruck im Ministerium, wenn die Töchter des Chef-Aurors Briefe und Bilder an einen mutmaßlichen Mörder und Todesser nach Askaban schickten.
Doch als Remus sich vorstellte, wie Lucius auf diesen Brief reagieren würde, konnte er nicht anders - er sagte leise: „Lucius wäre bestimmt überglücklich, wenn du ihm etwas malst, Johari."
Sie strahlte. „Können wir gleich malen?", fragte sie. „Mary hat Stifte eingepackt."
Zumindest das hatte Mary nicht vergessen, und so holte Remus Papier aus der Bibliothek. Er fand ein paar Pergamentrollen, die sich für Eulenpost besonders eigneten und zu seinem heimlichen Vergnügen das Black'sche Familienwappen trugen. Es war Remus' ganz eigene Art, Lucius zu zeigen, dass er an den Bildern beteiligt war.
Alle drei Kinder malten und zeichneten voller Hingabe, und nach einer Stunde waren drei Bilder fertig. Babu hatte ein Polizeiauto mit Blaulicht gemalt. Nun, Lucius würde etwas zu rätseln haben. Dhakira hatte einen schönen Osterhasen mit rosa Fell gezeichnet, der bunte Eier in einem Garten mit einigen magischen Frühlingsblumen verteilte.
„Muggelfest-Riten werden ihm wahrscheinlich unbekannt sein", mahnte Kingsley.
„Unterschätze Lucius' Allgemeinbildung nicht", sagte Remus lächelnd. „Er kennt sogar Dornröschen."
„Und er kennt Schneeweißchen und Rosenrot, und das Märchen von der Däumeline", klärte Dhakira ihren Vater auf.
Remus betrachtete still das letzte Bild – das, was Johari gemalt hatte. Es war natürlich eine kindliche Darstellung, aber Lucius würde es ebenso erkennen wie Remus es sofort erkannt hatte: Es war der ‚gemalte Patronus' aus ihrer Zelle in Voldemorts Kerker. Zusätzlich enthielt es jedoch auch noch eine vierbeinige Gestalt am unteren Bildrand, die von einer Prinzessin mit einer Krone auf dem Kopf an einer Leine gehalten wurde.
„Wer ist das?", fragte Remus.
„Das ist der Silberwolf, der die Angstmacher vertrieben hat", sagte sie ernsthaft.
Remus lief es eiskalt den Rücken hinunter. Wie viel hatte Johari gesehen und mitbekommen? Hatte der Traumzauber bei ihr nicht richtig gewirkt, und war sie mitten in der Nacht aufgewacht, als die Dementoren angriffen?
„Und wer ist die Prinzessin?", wollte Kingsley wissen.
„Das", sagte Johari andächtig, „ist Cissy. Lucius hat gesagt, sie war die Königin von seinem Herzen."
Tatsächlich prangte auf der Brust der blonden Prinzessin ein dickes, rotes Herz, und auch ihr weit ausgestellter Rock war mit winzigen Herzchen übersät.
„Ich mache eine Kopie von diesem Bild", sagte Kingsley. „Und ich werde es an seine Anwälte schicken. Dieses Bild kann Malfoy unter Umständen das Leben retten."
„Er ist dein Feind", sagte Remus nachdenklich.
„Ich bitte dich", erwiderte Kingsley. „Er hat meine Kinder gerettet. Er hat etwas anderes verdient als Askaban. Natürlich muss er für seine …Sachen, die er gemacht hat, eine Weile hinter Gitter. Aber nach allem, was die Kinder erzählen, hat er eine zweite Chance verdient."
Als Kingsley und die Kinder am Abend nach Hause gefloot waren, saß Remus nachdenklich in der Küche. So hart es ihn ankam, dass die anderen Ordensmitglieder ihn plötzlich mieden, so gut war es zu wissen, dass er immer noch Freunde hatte. Kingsley und Tonks hielten zu ihm – und Gawain ließ ihn grüßen. Außerdem ging es dem jungen Werwolf bereits deutlich besser.
„Manchmal sind es die kleinen Lichter, nach denen zu suchen musst", hatte Lilly Potter einmal zu ihm gesagt. „Manchmal erweisen sie sich als Sterne."
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Eine Woche später kehrte wieder Leben im Grimmauldplatz ein. Dumbledore hatte Remus per Eule wissen lassen, dass er für den Abend ein Ordenstreffen einberufen hatte, und Remus hatte den Nachmittag über die notwendigen Vorbereitungen getroffen. Da er nicht selbst an der Besprechung teilnehmen würde, hatte er die Unterlagen für das Protokoll so weit wie möglich vorbereitet.
Dumbledore selbst erschien mit Minerva MacGonagall als erster. Dies war sehr ungewöhnlich. Normalerweise kam der Direktor stets mit als Letzter. Er begrüße Remus freundlich, aber mit einer gewissen Zurückhaltung. Minerva hingegen verhielt sich höflich, jedoch deutlich distanziert. Als nächste kamen die Weasleys: Molly, Arthur, Fred, George und Bill mit seiner Verlobten Fleur. Während Molly Remus ‚zufällig' übersah, waren die Jungs nicht verändert oder anders als sonst zu ihm.
Nach und nach trudelten alle Ordensmitglieder ein. Zuletzt erschien Snape, der mit einem Kopfnicken an Remus vorbei hastete. Die schwere Tür zum Esszimmer schloss sich hinter ihm. Doch Sekunden später flackerte der Kamin noch einmal auf, und Kingsley trat mit den Kindern aus dem Feuer.
„Hallo Remus. Stell dir vor, das Kindermädchen hat heute seinen freien Abend, und ich habe vergessen, sie zu bitten, ihn zu verlegen. Marys Zerstreutheit scheint ansteckend zu sein. Da du ohnehin nicht mit hinein darfst…ähem…" Es war Kingsley sichtlich unangenehm.
„Natürlich sind mir die Drei herzlich willkommen", lächelte Remus. Er war sogar dankbar, da die Kinder ihn sehr wirksam vom Grübeln und Warten ablenken würden.
„Hast du noch Kakao?", war denn auch ihre erste Frage.
„Lasst uns in die Küche gehen und nachschauen", bot Remus an und führte die Kinder in Richtung Küchentür.
In diesem Augenblick zischten wieder grüne Flammen im Kamin. Remus fuhr herum.
„Das ist Tonks!", jubelten Babu und Dhakira und rannten zum Feuer.
Die junge Aurorin sprang heraus.
„Hey, Ihr Süßen!", rief sie begeistert und umarmte die Kinder. „Hallo Remus!", strahlte sie ihn an.
Remus sah sie an. Tonks hatte nie besser oder glücklicher ausgesehen. Ihre Wangen waren rot und ihre Augen leuchteten, und sie hatte sich heute eine wilde lila Frisur gegönnt. Sie ging auf Remus zu und umarmte ihn.
„Wie geht es dir? Du siehst ein bisschen angespannt aus. Bist du heute Abend Babysitter?"
„Allerdings", erwiderte Remus und drückte sie an sich. „Kings ist bei den anderen im Esszimmer."
„Was macht er denn da? Welche anderen? Oh, ist Ordenstreffen?"
„Weißt du das nicht?", fragte Remus verblüfft. „Ich dachte, du wärest deshalb hier."
„Nein, ich weiß gar nichts. Ich bin hier, um dich zu sehen. Gawain muss auch jeden Moment…da kommt er schon."
Wieder züngelten Flammen im Kamin hoch, und Sekunden später trat der amerikanische Werwolf aus dem Feuer. Gawain Gray wirkte ein bisschen blass und schmaler als früher, aber sein Lächeln hatte nichts von dem jungenhaften Charme verloren, als er jetzt auf Remus zuging und ihm die Hand bot.
„Hi Remus. Was geht?"
„Gawain. Das…ist eine Überraschung", sagte Remus perplex und nahm die dargebotene Hand.
Sie sahen einander in die Augen.
„Kannst du mir verzeihen?", fragte Remus als erster.
Gawain lachte. „Wenn du mir meine blöde Geheimniskrämerei vergibst." Er klopfte Remus hart auf die Schulter. „Beim alten Abe Lincoln, sich mit Greyback einzulassen, welcher Teufel hat dich da nur geritten?"
„Du wärst fast drauf gegangen", konstatierte Remus und schluckte trocken.
„Ja, und es war meine eigene Schuld. Er hätte das Messer auch an jedem anderen Abend gezogen, Remus. Ich war übermütig, unvorsichtig und leichsinnig. Hochmut kommt vor dem Fall." Er grinste. „Aber ich hatte eine klasse sexy Krankenpflegerin." Er zwinkerte Tonks zu.
„Wusstest du eigentlich, dass heute Ordenssitzung ist?", fragte ihn die Aurorin.
„Echt? Nein, hat mir keiner gesagt."
„Warum bist du eigentlich nicht da drin und schreibst?", fragte Tonks Remus, plötzlich irritiert.
„Sie beraten über meine weitere Zugehörigkeit zum Club der guten Menschen", sagte Remus nicht ohne Bitterkeit. „Nicht alle möchten von jemandem wie mir abhängig sein in einer Notsituation."
„Was? Die spinnen ja wohl!", entrüstete sich Tonks.
Auch Gawain sah konsterniert drein. „Das ist ja nicht zu glauben. Komm, Dora. Dem Irrsinn machen wir ein Ende."
Er nahm sie bei der Hand und strebte direkt dem Esszimmer zu. Remus sah, wie der Amerikaner die Tür aufriss und in den Raum trat.
„Hey, guten Abend, alle zusammen", klang seine Stimme übertrieben fröhlich an Remus' Ohr. „Schaut mal, wen ich euch mitgebracht habe." Er schob Tonks in den Raum. „Wie schön, wieder hier in England zu sein! Was glaubt ihr, wie sehr mir euer Essen gefehlt hat?"
Die Tür schloss sich hinter ihnen und sperrte jedes Geräusch aus.
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„Jetzt ist es aber höchste Zeit für unseren Kakao", stellte Remus fest und scheuchte die kleine Kindergruppe in die Küche. „Mit etwas Glück finden wir auch noch ein paar Shortbread Fingers."
Als sie kurze Zeit später zu Viert um den kleinen Kamin in der Küche saßen, Kakao mit Keksen genossen und in die Flammen guckten, sagte Dhakira plötzlich: „Erzählst du uns ein Märchen, Remus?"
„Oder eine spannende Geschichte?"
„Was möchtet ihr denn hören?", erkundigte er sich.
„Die Geschichte vom Silberwolf", quietschte Babu.
„Die kennt Remus doch nicht, die ist doch von Lucius", wies die Große ihren Bruder zurecht.
„Ihr habt eine Silberwolfgeschichte von Lucius gehört? Daran erinnere ich mich gar nicht", sagte Remus.
„Die war in seinem Brief!", krähte Babu.
Remus spürte, wie ihm die Gesichtzüge entglitten.
„Ihr habt einen Brief bekommen – von Lucius?"
„Willst du ihn sehen?", fragte Johari leise.
Remus schluckte. „Gern", antwortete er.
Die Kleine nahm ihren pinkfarbenen Rucksack mit den Einhörnern darauf und öffnete den Reißverschluss. Mit konzentriertem Gesichtsausdruck förderte sie ein Schulheft zu Tage, in dem sie ein Blatt aus feinem weißem Pergament vor Knicken sicher aufbewahrte.
Der Brief trug das Wappen der Familie Malfoy, eine silberne Schlange auf dunkelgrünem Grund, die sich um einen Zauberstab mit Drachenkopf ringelte.
In dunkelgrüner Tinte und elegant verschlungener Handschrift waren folgende Worte abgefasst:
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Liebe Dhakira, lieber Babu – liebe Johari,
für die Bilder und Euren Brief habt herzlichen Dank. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie überrascht ich (und nicht nur ich!) über diese ungewöhnliche und unerwartete Post gewesen bin. Ich kann mich kaum erinnern, mich jemals über ein Geschenk derart gefreut zu haben, wie über Eure wunderbaren Bilder.
Babu, ich habe eine Weile gerätselt, was für ein Ding das Auto mit der blauen Beule ist. Dann erinnerte ich mich jedoch dass, es das Gefährt der Muggelauroren ist, und dass es richtig Krach machen kann. Du könntest mir sicher Genaueres darüber erzählen. Du hast mich ja in der Vergangenheit mit deinem Wissen über die Welt der nicht-magischen Leute sehr beeindruckt.
Dhakira – über deinen Hasen war ich sehr verblüfft, weil ich immer dachte, der Osterhase wäre braun, allein schon, um nicht allzu sehr aufzufallen, wenn er die Eier im Garten versteckt. Aber in pink ist er viel schöner. Besonders die Frühlingsblumen sind auch sehr apart in Deinem Bild. Roter Fingerhut – wächst er in Deinem Garten? Er passt wunderbar zu Samhain, wie wir Zauberer Ostern nennen. Wenn du ihn pflückst, sei aber vorsichtig: Er enthält ein starkes Gift, das Menschen wie tot aussehen lassen kann, obwohl sie leben. Manche Leute sagen auch, dass Schneewittchen keinen Apfel gegessen, sondern eine Blüte davon in ihr Haar gesteckt hat.
Johari, meine kleine Prinzessin – Dein Bild habe ich sofort wieder erkannt. Du hast Cissy einen Silberwolf geschenkt. Sie hätte sich sehr darüber gefreut. Auf der nächsten Seite findest du eine Silberwolfgeschichte, die ich für Dich und Deine Geschwister gezeichnet habe. Zeigt sie auch den Erwachsenen, mit denen ihr Eure Bilder gemalt habt. Manche großen Leute lieben Geschichten ebenso wie Kinder.
Nun, Ihr habt mir eine große Freude gemacht mit Eurem Brief und den Bildern. Ich bin froh, dass es Euch gut geht und Ihr so eine nette Nanny bekommen habt. Wenn Euer Vater sie ab und an mit einem Erinnerungszauber bedenkt, wird sie vielleicht auch den Kuchen nicht mehr anbrennen lassen.
Bleibt wie Ihr seid, ich versichere Euch meiner Zuneigung und möge Merlin über Eure Schritte wachen,
Lucius
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„Warum weinst du denn, Remus?", fragte Dhakira. „Findest du den Brief nicht schön?"
„Doch", erwiderte Remus und blinzelte eine weitere Träne fort. „Ich…ich vermisse Lucius ein bisschen. Seine schönen Geschichten, und dass er immer ein Lächeln für euch hatte."
„Ich auch", seufzte Johari und legte ihren dunklen Lockenkopf an Remus' Seite.
Remus blätterte auf die zweite Seite und kämpfte mit einem dicken Kloß im Hals.
Mit schwarzer Tusche hatte Lucius in seinem eleganten Schwung eine Reihe von Skizzen angefertigt.
Auf der ersten waren drei kleine Löwen dargestellt, die sich in einem Wald fürchteten. Die Baumstämme um sie herum hatten finster drein blickende Gesichter und zwischen den Blättern glommen schlitzförmige Augen.
Im zweiten Bild versteckten sich die Löwenkinder zwischen den Beinen eines schlanken Wolfes. Dieser knurrte und fletschte die Zähne, während ein paar zwergenartige Gestalten mit dunklen Umhängen und Kapuzen ihn und die Kinder umringt hatten.
Auf dem nächsten Bild stieß ein Falke zu der Gruppe, doch dieser kämpfte mit dem Wolf.
Eine Zeichnung weiter hatten die beiden Tiere ihren Kampf beendet, und der Wolf leckte dem Falken über das Gefieder. In der Folge verwandelte sich der Falke in einen Wolf.
Das letzte Bild zeigte die beiden Wölfe. Sie trugen die Löwenwelpen auf ihren Rücken davon, und im Hintergrund schwangen die bösen Zwerge wütend, aber erfolglos ihre kleinen Fäuste.
„Die Zwerge sind wie die Angstmacher", sagte Johari leise. „Aber Lucius hat sie mit seinem Silberwolf verjagt. Wie der Wolf in der Geschichte."
„Papa hat auch ein Silbertier. Einen Löwen mit einer langen Mähne!", rief Babu.
„Du hast auch einen Wolf, oder, Remus?", wollte Johari wissen.
„Ich…ja, ich habe auch einen Wolf", sagte Remus leise.
„Kennst du denn auch ein Wolfsmärchen? Papa kennt viele Löwenmärchen", sagte Dhakira.
„Weil er aus Afrika kommt. Da wohnt auch Oma", erklärte Babu. „Wir haben Löwen gesehen, als wir bei Oma waren."
„Wirkliche, echte Löwen?", fragte Remus nach.
Die Kinder berichteten nun begeistert von ihrem Besuch bei der Großmutter und der fantastischen afrikanischen Tierwelt. Remus hörte ihnen zu und blickte dabei ins Feuer. Er war dankbar, sich heute keine Wolfsgeschichte ausdenken zu müssen. Die Geschichte vom Silberwolf, dessen Gestalt in seinen Gedanken drei kleine Löwen sicher durch eine feindliche Umgebung trug, beschäftigte ihn vollkommen. Lucius' Worte, auch wenn sie an die Kinder gerichtet waren, hatten ihn tief bewegt. Allein dieses Papier mit seiner Schrift zu berühren – Pergament, dass Lucius noch vor Tagen in den Händen gehabt hatte. Remus strich fast zärtlich über die Zeichnungen des Slytherin. Und plötzlich, als er die Gestalt des Falkenwolfes berührte, hob sich das Tier ein paar Millimeter über die Oberfläche des Pergaments und drückte seinen pelzigen Kopf an Remus' Finger.
„Oh Merlin", sagte er überrascht.
Während Babu weiter über Giraffen mit soooo langen Hälsen und einen Manticor berichtete, flüsterte Johari Remus ins Ohr: „Bei mir macht er das auch. Bei den anderen aber nicht. Wir sagen das nicht, oder? Es ist geheim."
„Einverstanden", sagte Remus heiser.
„Willst du das Bild ein paar Tage behalten? Ist aber nur geleiht", betonte sie.
„Ich werde gut darauf aufpassen", versprach Remus. „Und bis dahin…" Er zog seinen – Fenrirs – Stab und tippte auf das Pergament. Eine magische Kopie entstand.
„Wow!", sagten die Kinder. Und sie begannen sofort wieder, von Afrika zu erzählen.
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Nach einer Weile hörten sie das Knarren der Eßzimmertür und Tonks leichte Schritte auf dem Weg zur Küche. Sie kam herein, und ihre gute Laune von einer Stunde zuvor war wie weggewischt. Remus, der sie gut kannte, entging das zornige Funkeln ihrer Augen nicht, obwohl sie sich sofort zu den Kindern setzte und verlangte, auch etwas über Afrika zu erfahren.
„Sie erwarten dich drüben", sagte sie zu Remus. „Komm nachher hierher zurück. Gawain und ich werden auf dich warten."
Remus schwante nichts Gutes, als er sich erhob, den Kindern vorsichtshalber ‚Gute Nacht' sagte und sich auf den Weg zu den anderen machte. Was hatte der Orden entschieden? Nun, was immer es war, er würde es gleich erfahren. Er atmete tief durch, dann stieß er mit einem Ruck die schwere Eichentür auf.
Fortsetzung folgt
