Kerkermond Evolution 31
Kerkermond Evolution
Trashig-slashige Fanfiction, in der Lucius diesmal weit über seine Grenzen hinausgehen und alles riskieren muss, und ein Kindermädchen nicht ist, was es zu sein scheint.
Danke sehr für die tollen Reviews! Ich habe noch ein paar Review-Schulden, bemühe mich jedoch darum, sie abzuarbeiten. Bevor ich das tue, werde ich jedoch dieses Update noch hochladen, als Betthupferl oder Frühstücksüberraschung für euch, sozusagen. Enjoy!
Lola: Du bist sicher, dass Du nicht mit Trelawny verwandt bist? Deine Ahnungen trügen nicht...
31. Lucius: Todesser
Inzwischen hatten die Auroren unten auf dem Parkett die Ordnung ansatzweise wieder hergestellt. Berkins wurde aus dem Saal getragen, jemand rief nach einem Heiler. Auroren gingen durchs Publikum und baten die Anwesenden um Ruhe. Als endlich wieder Ruhe eingekehrt war, setzte Whiteman die Verhandlungen fort.
„Miss Umbridge, Sie übernehmen bitte die Leitung der Staatsanwaltschaft", sagte Whiteman, sichtlich erschöpft. „Mr. Shacklebolt, sehen Sie sich in der Lage, dem Prozess weiter zu folgen?"
Kingsley wischte seine Hand, die mit Berkins Blut besudelt war, an der Robe ab und nickte. Wieder klickten die Kameras der Reporter.
„Mr. Lawbender, ist Ihr Mandant verhandlungsfähig?", erkundigte sich Whiteman.
„Mein Mandant hatte an diesem Aufruhr keinerlei Anteil", erwiderte Lawbender sofort.
„Und dafür kann er sich bei Ihrem Mitarbeiter bedanken, das haben wir alle gesehen. Eine derartige Verhandlung ist mir noch nicht untergekommen, nicht in vierzig Jahren Dienstzeit!"
Whiteman wandte sich zu Umbridge.
„Soweit ich dies überblicke, gibt noch einen Anklagepunkt, und dies ist der Mord an dem Muggel Frank Brice. Bitte verlesen Sie die Anklageschrift. Was ist mit dem Zeugen Rodolphus Lestranges?"
„Oh, ich denke, wir können den ‚Silencio' von ihm nehmen und ihn abführen", antwortete Umbridge.
Sie wirkte gestresst und angespannt, und warf immer wieder besorgte Blicke in Richtung von Kingsley. Doch der große Auror hatte sich augenscheinlich beruhigt. Welche Konsequenzen sein Angriff auf den Staatsanwalt haben würde, war allerdings kaum absehbar. Remus hoffte inständig, dass man ihm die besonderen Umstände dieses Tages mildernd zugestehen würde.
Ein Auror trat auf Lestranges zu, dessen Augen wild rollten. Seine Lippen zuckten. Kaum war der Schweigezauber aufgehoben, begann er wieder zu schreien:
„Lucius, du gehst nach Askaban, und dort werden wir dich kriegen! Die Hand des Dunklen Lords reicht überall hin, dorthin, dahin, in die Anderwelt, selbst in diesen Gerichtssaal wird er hinabfahren wie die apokalyptischen Reiter… Es beginnt, es beginnt!"
Er lachte wild und zerrte an seinen Ketten.
Als hätte er ein Stichwort gegeben, knallte es im Gang hinter einer der doppelflügeligen Türen, die unten in den Saal führten. Jemand lachte hoch und schrill, es klang wie ein grausiges Echo von Lestranges irrem Gelächter. Gleichzeitig war der ängstliche, verzweifelte Schrei eines Kindes zu hören.
Die Tür flog auf, und Johari Shacklebolt lief in den Saal, mit schreckensgeweiteten Augen und Tränen im Gesicht. Ihre Fingerchen waren in ein weißes Stoffeinhorn gekrallt, dem irgendwer den Kopf abgerissen hatte. Aus dem Rumpf des Tieres lief grausigerweise Blut.
„Angstmacher!", schrie sie. „Angstmacher!"
„Sie meint Dementoren!" rief Remus laut und sprang auf.
Einige Auroren hasteten an dem Mädchen vorbei, und Sekunden später hörte man sie bereits „Expecto patronum!" rufen. Weitere Auroren setzten ihren Kollegen nach. Sie achteten nicht auf das Mädchen, das mit panischem Blick ganz allein mitten zwischen ihnen stand und beinahe umgerannt wurde.
Johari sah ihren Vater nicht, der aufgesprungen war, den ein besonders umsichtiger Kollege aber offenbar nach dem Ausbruch gegen Berkins mit einem Fangzauber an seinen Platz gebunden hatte.
Sie sah auch Remus nicht, der versuchte, nach unten zu gelangen.
Der einzige, den sie sah, war der blonde Mann, der neben seinem Sitz auf die Knie gegangen war.
„Lucius!", schrie sie, sah noch ein letztes Mal panisch über ihre Schulter, dann ließ das verstümmelte Einhorn fallen und rannte auf ihn zu.
Lucius empfing sie mit offenen Armen, hob sie auf und stich ihr, leise Trostworte murmelnd, über die Haare.
„Nehmen Sie dem Angeklagten das Kind fort!", rief Umbridge mit schriller Stimme. „Er wird dem Mädchen etwas antun!"
Eine der letzten verbliebenen Aurorinnen ging auf Lucius zu, aber Johari begann schrill zu schreien.
„Nein, nein, will Lucius, will Lucius!"
„Dein Vater ist dort vorne, Mädchen. Lass Mr. Malfoy los."
Johari krallte sich mit alle ihrer kindlichen Kraft in Lucius' Umhang.
„Lassen Sie das Kind gehen!", forderte die Aurorin Lucius auf und senkte drohend ihren Stab.
Lucius nahm für einen Moment die Hände vom zitternden Körper des Kindes und zeigte seine leeren Handflächen.
„Ich bin unbewaffnet. Und nicht ich halte Hari fest, sie hängt an mir."
„Geben Sie sie mir", sagte eine freundliche, wenn auch etwas abgehetzte Frauenstimme. Mary das Kindermädchen, war durch die offen stehende Tür gekommen, mit Babu auf dem Arm, der absonderlicherweise trotz des Tumults zu schlafen schien.
Johari schrie laut, dann plötzlich flüsterte sie Lucius etwas ins Ohr. Seine Augen weiteten sich vor Schreck, und er trat hastig einige Schritte zurück.
„Sie ist nicht Mary!" rief er laut. „Polyjuice! Das ist Bellatrix Lestranges!"
Die vermeintliche Mary zog plötzlich einen Zauberstab und ließ ein irres Lachen vernehmen, das sein Echo in Rodolphus' nicht weniger hämischem Gelächter fand. Sie richtete den Stab auf den schlafenden Babu auf ihrem Arm. Vom Gang waren Schreie und Kommandos zu hören. Offenbar war von den Auroren dort keine Hilfe zu erwarten.
„Wenn sich nur einer von euch rührt, ist das Knäblein tot!", gellte ihre Stimme durch den Saal.
Die Zuschauer und wenigen verbliebenen Auroren schienen wie erstarrt vor Entsetzen.
„Macht meinen Mann los!" kommandierte sie in Richtung eines jungen Auroren.
Der verunsicherte Mann löste die Kette des Todessers. Rodolphus, der jetzt sehr genau zu wissen schien, was er tat, entriss ihm den Stab, schlug die Tür zu und zielte auf Lucius.
„Du Verräter, du Schwein! Ich habe dir gesagt, dass ich dich brennen sehen werde. Aber vorher wirst du Deinem Lord noch einen Dienst erweisen. Töte das Mädchen!"
„Wovon träumst du?", erwiderte Lucius, und er wandte Rodolphus den Rücken zu, um Johari mit seinem Körper abzuschirmen.
Neben ihm hatte Rascal Rogue sich in den Sitz gedrückt, und Remus konnte sehen, dass die Hand des Hünen langsam zu seinem Gürtel wanderte. Doch jemand anderer hatte es auch bemerkt.
„Avada kedavra!", schrie Bella, und Rogue brach zusammen, als der grüne Blitz ihn traf.
„Imperio!" schrie Rodolphus, und die Spitze seines Stabes zeigte auf Lucius. „TÖTE SIE!"
Lucius ließ Johari zu Boden sinken. Sein Blick wurde seltsam leer.
„Lucius, nein!", rief Remus. Hätte er nur seinen Stab bei sich! „Lucius, kämpf dagegen an! Du willst das nicht tun."
„Oh doch, er will!", kreischte Bellatrix. „Bist du noch nicht tot, elender Werwolf? Sectum sempra!"
Remus, der unbewaffnet war und den Fluch weder blocken noch ihm ausweichen konnte, spürte einen scharfen Schmerz an der Seite. Wie paralysiert starrte er auf Lucius, der vor Johari kniete, die grauen Augen fest auf das Mädchen geheftet. Das blasse Gesicht des Slytherins war schweißüberströmt, und er murmelte immer wieder „Avada kedavra", und seine Hand vollführte eine komplizierte Bewegung. Hätte er einen Stab besessen…
„TÖTE DAS KIND!", befahl Rodolphus noch einmal. „Nimm den hier!"
Er warf Lucius einen Stab zu, den er einem anderen Ministeriumszauberer abgenommen hatte. Lucius fing ihn aus der Luft und richtete ihn auf Johari.
„Nein!", brüllte Kingsley. „Malfoy, nein!"
Lucius lächelte Johari zu. „Auf Wiedersehen, Prinzessin", sagte er.
Im nächsten Augenblick packte er das Mädchen und stieß sie mit einem Aufschrei in Remus' Arme. Er riss den Stab herum und zielte auf Rodolphus. Ein roter Strahl schoss aus dem Stab hervor, verfehlte den Todesser jedoch um Haaresbreite.
„Das war ein dummer, wirklich dummer Plan, Rod!", rief Lucius mit drohend erhobenem Stab, und sein Gesicht war weiß vor Zorn.
„Ich töte niemals…Kinder. Avada…."
Eine schwarzgewandete Gestalt schoss aus dem Hintergrund auf Lucius zu und fiel ihm in den Arm.
„Stupor!" schrie Severus panisch, im selben Augenblick, in dem sich seine Hand um die von Lucius schloss.
Ein rotgrüner Strahl schoss aus dem Stab hervor und traf Rodolphus in die Brust. Der Todesser drehte sich um seine eigene Achse und brach zusammen.
Bellatrix heulte auf. „Das werdet ihr bereuen!"
Sie beschwor einen Besen aus der Luft, ließ die leblose Gestalt ihres Mannes auf sich zuschweben und legte ihn bäuchlings vor sich auf den Besen.
„Das Kind stirbt, wenn mir einer in die Quere kommt", kreischte sie und erhob sich in die Luft. An Babus Hals hatte sie ihren Zauberstab angesetzt.
„Ihr wollt doch nicht, dass er aussieht wie das arme Stoffeinhorn", zwitscherte sie süßlich mit künstlich hoher Stimme, um dann wieder ihr irres Lachen anzustimmen.
„Destructo!"
Sie erzeugte eine enorme Explosion, und die Wand des Gerichtssaals hinter den Richterstühlen zerbarst. Mehrere Hexen und Zauberer des Gamots wurden unter den Trümmern verschüttet. In der Wand klaffte ein Loch. Laut lachend rauschte sie auf dem Besen hinaus.
„Leb wohl, Lucius! Viel Spaß beim Verrotten in Askaban. Wusstest du nicht, dass der Todesfluch zu den Unverzeihlichen gehört?"
„Lass meinen Sohn los, du Miststück!", brüllte Kingsley, der sich endlich von dem Fangzauber befreit zu haben schien.
„Aber bitte", rief sie zurück. „Flieg, Negerlein!"
Sie stieß Babu von sich weg, und das Kind fiel in die Tiefe.
„Wingardium leviosa!" schrie einer der Auroren, doch sein Zauber verfehlte den abstürzenden kleinen Körper.
Ein heiserer Schrei wie von einem Raubvogel ertönte, und im nächsten Augenblick war Lucius verschwunden, und dort, wo er gestanden hatte, rieselte eine Sandwolke wirbelnd zu Boden.
Sekunden später hörte man Bremsen quietschten, wütendes Hupen drang von der Muggelstraße nach oben, an welche die Außenwand des Gerichtssaals grenzte.
Kingsley stürzte zu dem riesigen Loch in der Wand, zusammen mit einigen anderen Zauberern.
„Oh Merlin", sagte jemand.
„Holt Heiler. Verständigt das St. Mungos", drang Whitemans Stimme durch den Saal. „Türen auf. Lasst die Leute hinaus, bevor hier noch eine Panik ausbricht. Los jetzt."
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Minuten später stand Remus auf der grauen Muggelstraße, eine zitternde Johari auf dem Arm. Auroren riegelten den Bereich ab, versahen ihn mit Hilfe anderer Ministeriumsbediensteter mit Muggelabwehrzaubern.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit hatten einige Heiler Lucius Malfoy umringt, der regungslos auf dem Asphalt lag. Arthur Weasley redete beruhigend auf den völlig schockierten, aber unverletzten Fahrer eines roten Kleinwagens ein, der den Slytherin offensichtlich angefahren hatte.
Kingsley hielt Babu in den Armen. Der Junge war noch ohne Bewusstsein, aber bis auf ein paar Schrammen hatte er wunderbarer Weise keine Verletzungen zurück behalten.
„Ich sah das Kind von da oben aus dem Fenster fallen. Oder nein, es wurde vielmehr von einem fliegenden Besen geworfen", stammelte der verwirrte Muggel. „Ich habe noch versucht zu bremsen, wirklich. Dann war da plötzlich dieser Mann, wie aus dem Nichts, und er …fing das Kind, drehte es weg…da hat es auch schon geknallt. Ich kann nichts dafür, wirklich. Sie glauben mir doch, oder?"
„Natürlich glaube ich Ihnen", sagte Arthur. „Machen Sie sich keine Sorgen. Sie werden diesen Vorfall bald vergessen haben."
„Wird Babu wieder gesund?", fragte Johari, als ihr Vater zu ihnen trat und sie unter Tränen auf die Wange küsste.
„Ja. Die Heiler sagen, er muss nur für eine Nacht ins Krankenhaus, zum untersuchen", versicherte er ihr.
Remus hatte Kingsley noch nie so blass gesehen. Unter seiner dunklen Haut schien das Blut vollständig aus den Wangen gewichen zu sein.
„Was ist mit Lucius, Papa? Er …er stirbt doch nicht, so wie Mama?" Sie klammerte sich noch fester an Remus.
„Ich… ich weiß es nicht, Herzchen", antwortete Kingsley.
Schweigend beobachteten sie die Heiler, die sich fieberhaft bemühten, Diagnosezauber und Sanitas-Sprüche murmelten, und dem Bewusstlosen Tränke zu verabreichen versuchten. Severus kniete zwischen ihnen, und auch Madame Hoodia war als eine der ersten bei ihm gewesen. Die alte Hexe erhob sich jetzt und trat auf Lawbender und Dr. Solicitor zu.
„Es sieht nicht gut aus, Reprobate. So viele Knochenbrüche. Die Milz ist gerissen und der rechte Lungenflügel. Selbst für einen Zauberer ist das eine schwere Verletzung. Man wird ihn ins St. Mungos bringen, in die geschlossene Abteilung. Stimmen Sie zu?"
„Selbstverständlich", erwiderte Lawbender. Er sah seinen Partner an. „Ich kümmere mich um Lucius' Angelegenheiten. Willst du…?"
„Ja", sagte Solicitor. „Ich gehe und informiere Rascals Frau." Er warf einen letzten Blick auf Lucius. „Wie hat er das gemacht. Veelamagie?"
„Die ganze Straße ist voller Sand", sagte Severus, der jetzt zu ihnen stieß und eine Hand voll feinen weißen Sandes nauf den Boden rieseln ließ. „Das war ein Stück außergewöhnliche Magie. Vorher noch der abgewehrte Imperius. Sie schulden ihm was, Kingsley."
Kingsley erwidert nichts. Stumm beobachteten sie alle, wie zwei Zauberer des Ministeriums einen Portschlüssel vorbereiteten. Whiteman erteilte den Auroren letzte Anweisungen, die den Transport begleiten würden.
„Ich will mit Lucius gehen", erklärte Johari.
„Das geht jetzt nicht. Aber wenn wir gleich mit deinem Bruder im Krankenhaus sind und er versorgt ist, sehe ich, was ich machen kann. Aber vielleicht kannst du ihn auch erst morgen kurz sehen, wenn es ihm besser geht." Kingsley seufzte. „Ich kann es dir jedoch nicht versprechen. Wir müssen Mister Whiteman fragen."
„Lass mich runter", verlangte sie von Remus.
Er setzte sie ab, unfähig, sich zu entscheiden, was er mit seinen Händen tun sollte. Alles in ihm drängte ihn, zu der Trage zu laufen, die eben in einen Portschlüssel verwandelt wurde, und Lucius die blutigen Strähnen aus dem Gesicht zu streichen.
Johari tat inzwischen das, was Remus nicht wagte. Sie marschierte mitten hinein in den Pulk aus Heilern und Auroren und streichelte Lucius über die verklebten Haare.
„Aus deiner Robe läuft Blut, Lupin", stellte der Tränkemeister indes trocken fest. „Lestranges Fluch hat dich getroffen. Ich schlage vor, du kommst mit mir nach Hogwarts."
Remus starrte wortlos zu den Medimagiern, die sich eben mit der Trage auflösten, auf die sie Lucius gebettet hatten.
„Severus hat Recht", sagte Kingsley. „Du kannst hier nichts mehr tun. Wir kümmern uns morgen um alles."
Er sammelte Johari wieder ein, die mit verlorenem Blick auf die Stelle starrte, an der die Trage mit Lucius eben verschwunden war.
„Hari, wir müssen ins Krankenhaus. Komm, wir müssen zum Kamin, ins Ministerium zurück."
Sie nickte, winkte Remus noch einmal zu und ging an der Hand ihres Vaters davon.
Fortsetzung folgt
Merlin, jetzt brauch ich erst mal ein Glas Rotwein, auf den Schreck. Armer Lucius! Hoffentlich übersteht er das. Oder ist dies die Stelle für einen Heldentod?
