36 Kerkermond Evolution
Kerkermond Evolution
Slashig-trashige Fanfiction, in der Remus dem Teufel begegnet und sich auf die Suche nach einem gefallenen Engel begibt.
Hallo, liebe Leser!
Besten Dank an für die Reviews an Glupit, Elementargeist, Nicole und Lola.
Nicole: Ich kann auch nichts für die neue deutsche Rechtschreibung. Ich fand schon die alte schwierig. In diesem Fall bleibt zu konstatieren: es war zum ko….
‚Dame Amnesia', hätte ich gerne gemacht, aber der transsexuelle Legiliment in rosa Spitzenrobe mit silbernen Stillettos ist dann doch eher was für eine deutlich komödiantischere Fanfic. Was hast du im Übrigen gegen Sentensiosus Converter? Wenn das kein sprechender Name ist…
Wo er im letzten Jahr war? Nun, vielleicht hatte er ein Sabbatical an der Magischen Fakultät von San Francisco? Nein, wahrscheinlicher ist, dass es ihn selbst diesen doch überschaubaren Zeitraum gekostet hat, um herauszufinden, was er Remus im nächsten Kapitel mitteilen will. Also in diesem hier. Read and feed (back) ;-)
Manche mögen sich erinnern, ich hatte ganz am Anfang der Geschichte angekündigt, dass wir bis nach Irland reisen würden. Und jetzt, nach 35 Kapiteln, ist es endlich soweit. Folgt mir, oder besser Remus, also auf die malerische grüne Insel, legt die Füße hoch und genießt die frische Brise der Irischen See auf den Klippen, idyllische Villages und verträumte Farmen, romantische Seeufer und pittoreske Cottages zwischen grasbedeckten Hügeln. Doch zuvor – noch einmal zurück ins graue, verregnete Zaubererlondon.
36. Remus: Irische Elegie
„Ich möchte mit Ihnen über Lucius Malfoy sprechen", sagte der Heiler.
„Ja", erwiderte Remus wenig eloquent. Sein Herz raste. Alle Sinne waren auf Empfang gestellt. Er nahm den Duft des Fremden nach Kräutern und Kupferkesseln wahr. Die steife Körperhaltung. Die schwarzen Augen. Die merkwürdigen grauen Haare, über die Strähnen von Schwarz liefen.
Eine Aura von Geheimnissen und Gefahr umgab den Heiler, die Remus seltsam vertraut vorkam.
„Bevor ich Ihnen Dinge anvertraue, von denen das Ministerium besser nichts erfährt, brauche ich die Zusicherung Ihrer Diskretion", sagte der Fremde.
„Ich sage Ihnen absolute Vertraulichkeit zu", erwiderte Remus, während sein Puls raste. „Kann ich Ihnen etwas anbieten?"
„Nein danke."
Er fixierte Remus mit schwarzen Augen. „Glenkill", sagte er dann. „Sie waren mit Lucius Malfoy über ein altes Blut-Ritual verbunden. Glenkill."
„Ich habe keine Ahnung, woher Sie diese Information erhalten haben, aber sie ist korrekt", bestätigte Remus. Vielleicht hatte der Heiler etwas gesehen in Lucius' Gedanken, als er den ‚Legilimens' durchführte?
„Dann gehe ich Recht in der Annahme, dass alle ihre Gefühle mit dem Ende der Magie des Delinquenten erloschen sind?"
Remus schloss für einen Moment die Augen. Nein, er fühlte. Sehnsucht, Verzweiflung, zärtliche Liebe.
„Dazu kann ich Ihnen nichts sagen", wich er aus.
Der Fremde hob eine Augenbraue.
„Nur mal angenommen, der Zauber wäre nicht vollständig gebrochen – was bedeuten würde, dass Malfoy aus irgendeinem Grund noch Reste von Magie in sich trägt – wie weit wären Sie bereit zu gehen, Mr. Lupin? Würden Sie all das hier" – der Heiler umschrieb mit einer Geste die Aktenschränke und das Büro – „aufgeben, um ihn zu suchen?"
„Warum wollen Sie das wissen?", erkundigte sich Remus mit trockenem Hals.
„Weil nur der Entschlossene die Kraft hat, gegen Unwissenheit und Verweigerung vorzugehen. Weil nur einer, der sein Ziel fest im Auge hat, Widerstände überwindet. Und natürlich habe ich ein wissenschaftliches Interesse an dem Fall."
„Schickt Sie das Ministerium?", fragte Remus direkt. „Oder Voldemort?"
Der Fremde zuckte bei der Nennung des Namens kaum merklich zusammen.
„Ersteres: nein. Das zweite: dann und wann. Heute bin ich in eigener Mission hier. Es gibt Geheimnisse, die führen uns direkt ins Verderben. Ich frage mich, ob ich Ihnen vertrauen kann, Lupin. Das Ministerium zu betrügen, ist riskant. Den Dunklen Lord zu hintergehen ist tödlich."
„Ich gehe für Lucius Malfoy jedes Risiko ein", sagte Remus.
„Jedes? Er könnte anderweitig gebunden sein. Er ist der nicht-lykantrophe Teil einer Fluchgemeinschaft. Es könnte Ihnen das Herz brechen", warnte der Heiler.
„Mein Herz ist mein Problem", sagte Remus kühl.
„Und falls sie ihn glücklich vorfinden, ein Muggel mit Frau und Kind? Falls er Sie nicht mehr will?", fragte der Heiler lauernd. „Werden Sie die Kraft finden, sich umzudrehen und zu gehen? Oder sind Sie egoistisch und zerren ihn in eine Welt zurück, die ihn verurteilt und verbannt hat?"
Remus schloss die Augen. Wusste dieser Heiler, wo Lucius war? Hatte er ihn gar gesehen, und wusste, dass Lucius neu gebunden war?
Remus hatte nie darüber nachgedacht, dass Lucius, wenn er sich nicht an Remus erinnerte, durchaus eine neue Beziehung eingegangen sein könnte. Er hatte den Gedanken stets verdrängt. Was, wenn dies die bittere Wahrheit war? Welches Recht hatte er dann noch, sich einzumischen, gar neues Glück zu zerstören?
Schließlich sagte Remus leise: „Wenn es sein muss – wenn es in seinem Interesse wäre, würde ich mich ungesehen zurückziehen. Bitte, wenn Sie etwas über Lucius Malfoys Verbleib wissen, lassen Sie es mich wissen."
„In diesem Fall stünden Sie in meiner Schuld. Ich würde die Begleichung dieser Rechnung irgendwann einfordern", sagte der Heiler.
„Was wollen Sie, meine Seele?", fragte Remus. „Wer sind Sie, der Teufel?"
„Mephistopheles, vielleicht", erwiderte der Fremde.
„Ich werde meine Freunde nicht verraten, auch nicht für Lucius, und ich werde niemals auf der Seite Voldemorts stehen", sagte Remus. „Alles andere können Sie von mir haben."
Der Heiler nickte. „Das sollte genug sein", sagte er.
Dann griff er in die Innentasche seiner weiten Robe und zog ein Blatt aus einer Zeitung hervor. Es war die ‚Sunday Tribune', herausgegeben in Dublin. Es handelte sich um die Ausgabe vom vergangenen Wochenende, eine Seite aus dem Lokalteil.
Remus' Blick glitt über einen Bericht über ein Kostümfest, eine Reportage über die Arbeit der örtlichen Feuerwehr und blieb an einem Artikel hängen, der sich mit dem Kinderferienprogramm eines Reitstalls beschäftigte.
„Summertime Farm bietet Abenteuerurlaub für Kinder aus sozial benachteiligten Familien", stand dort.
In einem Interview erläuterte eine hübsche rothaarige Frau namens June Summertime das Programm der Veranstaltung. Ein Foto von ihr befand sich neben dem Interview. Darunter gab es ein weiteres Bild, das ihr Team zeigte: Vier Reiter zu Pferde, und davor June, die ein Pony am Zügel führte. Neben ihr lächelte ein blonder Mann in die Kamera, der den Hals eines Schimmels streichelte. Und auch wenn Reitstiefel und Muggelkleidung Remus irritierten, bestand für ihn kein Zweifel, dass der Mann auf dem Foto niemand anderer war als Lucius Malfoy.
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Es kostete Remus vier volle Tage, seine Abreise so vorzubereiten, dass niemand ihn vermissen würde und die Angelegenheiten der Firma für eine Woche geregelt waren. Elaine Rogue und Dr. Solicitor würden sich gemeinsam der notwendigsten Dinge annehmen. Remus bat Gawain, ihm für die fragliche Zeit seinen Zauberstab zu überlassen. Nachdem Greybacks Stab offiziell auf Remus umgeschrieben worden war, hatte er diesen benutzt. Doch jetzt wollte er zaubern, ohne eine nachvollziehbare Spur zu hinterlassen, und Gawains Stab war in Großbritannien nicht registriert.
Mehr als alles andere fürchtete Remus, dass er durch eine Unachtsamkeit Todesser auf Lucius' Spur setzen könnte. Dies war auch der Grund, warum er sich nicht nur einer gewissen Maskerade, sondern auch völlig unmagischer Transportmittel bediente.
Als er in Dublin aus dem Flugzeug von „Aer Lingus" stieg, war er dankbar, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Er nahm am Flughafen den Bus, der ihn in die Stadt brachte. Im Bahnhof fand er mühelos den Vorortzug, der ihn nach Wicklow brachte. Die Zugfahrt war ein letztes Zeitfenster, eine Möglichkeit, sein Vorhaben noch einmal zu überdenken, während die malerische irische Landschaft mit ihrem sanften Grüntönen am Fenster vorbei flog.
Was erwartete er?
Ihm war bewusst, dass selbst, wenn er Lucius fand, dieser sich kaum an ihn erinnern würde. Falls Lucius dort war..., falls er nicht längst ein Muggelleben führte, in dem kein Platz für einen alternden Werwolf war, …
Falls Lucius wirklich dort und frei war, würden sie die Chance zu einem Neuanfang bekommen?
All diese Fragen brachten Remus jedoch nicht weiter. Was er brauchte, mehr als alles andere, waren Antworten. Und die würde er, so oder so, bald bekommen.
In Wicklow stieg er aus dem Zug und vergewisserte sich, dass ihm niemand gefolgt war. Er suchte sich eine ruhige Stelle in einem Park und apparierte von dort nach Blessington Village.
Er nahm sich ein Zimmer in dem verschlafenen Städtchen, in das sich um diese frühe Jahreszeit nur wenige Touristen verirrten.
Der freundlichen, aber neugierigen Landlady erzählte er dieselbe Geschichte, die er bereits am Vortag der Rezeptionistin von Summertime Farm aufgetischt hatte: Er sei ein ziemlich überarbeiteter Manager eines Londoner Unternehmens, und sein Arzt habe ihm dringend Landluft und lange Spaziergänge am Meer im milden irischen Klima angeraten. Um sich zu beschäftigen, wolle er die Gelegenheit ergreifen, reiten zu lernen. Er sei allerdings bereits zweimal bei dem Versuch gescheitert und ein ziemlich hoffnungsloser Fall.
Tatsächlich hatte Remus durchaus schon mehrfach in seinem Leben auf einem Pferderücken gesessen. Doch dies war über dreißig Jahre her und vor seiner Begegnung mit Greyback gelegen. Pferde fürchteten sich vor ihm, weil sie - je näher an Vollmond umso deutlicher - witterten, was er in sich verbarg.
Es war gegen zwei Uhr nachmittags, als Remus das Fahrrad, das zu seiner Ferienwohnung gehörte, nahm und die wenigen Kilometer nach Summertime Farm fuhr. Das satte Grün der sanft zu Hügeln und Tälern aufgeschwungenen Landschaft reichte, soweit das Auge sehen konnte. Er überquerte ein paar kleinere Bäche, erreichte das Ufer von Blessington Lake und atmete tief die klare Luft, die sich von der Londons so sehr unterschied wie das Fahrrad von einem Rennbesen.
Summertime Farm lag idyllisch zwischen Feldern und Weiden. Schon von weitem sah Remus bunt durcheinander gewürfelte Pferdeherden einträchtig neben zottigen kleinen Gallowayrindern grasen.
Die gepflegte Anlage der Farm verfügte über mehrere Gebäude: Stallungen, zwei Reithallen, Paddocks, einen Longierplatz und natürlich Wohnhäuser des Personals. Remus stellte das Fahrrad ab und begab sich zu einem weißgetünchten Haus im typischen einstöckigen Baustil mit steinbedecktem Dach. ‚Office' stand auf dem Schild. Mit klopfendem Herzen betrat er den offen stehenden Flur.
Eine sehr schöne rothaarige Frau blickte von ihrem Computer auf, als er gegen die Zimmertür klopfte.
„Guten Tag", grüßte sie freundlich. „Was kann ich für Sie tun?"
„Hi. Mein Name ist Remus Lupin. Ich hatte angerufen."
„Natürlich, Mr. Lupin!", sagte sie und stand auf, um hinter dem Schreibtisch hervor zu treten und ihm die Hand zu geben. Sie trug eine enge Reithose und hohe Stiefel, und Remus konnte nicht umhin zu bemerken, wie schön die zierliche Frau war.
Sie strahlte ihn aus blaugrünen Augen an.
„Ich bin June. June Summertime. Wir haben telefoniert." Sie lächelte. „Sind Sie gut untergekommen in Blessington?" erkundigte sie sich.
„Ja, vielen Dank. Ich wohne bei Mrs. Dahl", antwortete Remus.
„Bei Rose? Dann sind Sie in allerbesten Händen. Sie ist die beste Köchin im Ort. Ihr Frühstück ist ein Gedicht, probieren Sie unbedingt die selbst gemachten Marmeladen. Sie sind sicher mit dem Rad gekommen bei dem schönen Wetter?"
„Es steht draußen."
Remus sah sich um. In dem ordentlichen Büro gab es nur eine Vitrine, in der verschiedene Pokale dicht bei dicht standen. Urkunden schmückten die Wände, daneben Portraits von Pferden und ein paar vermutlich private Bilder, die June mit einem rothaarigen Mädchen zeigten, das offensichtlich ihre Tochter sein musste.
„Wir können uns morgen früh um den Papierkram kümmern", bot June an. „Wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen erst einmal die Farm, das heißt, wenn Sie sich umgezogen haben. Dort hinten ist ein kleines Bad."
Eine Stunde später hatte Remus die meisten Gebäude und Paddocks kennen gelernt und die neuen Reitstiefel, die Elaine besorgt hatte, begannen zu drücken. Er würde Blasen an den Füßen haben heute Abend. June befragte ihn über seine Erfahrungen mit Pferden, stellte ihm einige der Mitarbeiter und Schüler vor, die ihnen begegneten. Remus gefiel die freundliche, familiäre Atmosphäre sofort.
„Wir nennen uns hier alle beim Vornamen", erklärte June. „Aber natürlich, wenn Sie die korrekte Form bevorzugen, Mr. Lupin..."
„Remus ist völlig in Ordnung", sagte er schnell.
Lautes Kläffen begrüßte sie, als sie schließlich die Stallungen betraten, an deren hinterem Ende die größere der beiden Reithallen lag. Ein Golden Retriever und ein Jack Russel Terrier sausten um die Ecke und sprangen begeistert an Junes Beinen hoch.
„Erschrecken Sie nicht", sagte June lachend. „Das sind nur Dobby und Missy, unsere Stallhunde."
„Dobby und Missy?", fragte Remus. Sein Herz begann zu stolpern. Diese Namen konnte nur Lucius den Tieren gegeben haben.
„Putzige Namen, nicht wahr?", sagte June. „Es sind Streuner. Unser Reitlehrer hat sie irgendwann angeschleppt. Sie sind etwas ungestüm, aber wirklich lieb. Holla, was ist das denn?"
Die beiden Hunde hatten sich vor Remus auf den Boden geworfen und streckten ihm jetzt ihre Bäuche entgegen.
„Das tun sie sonst nicht", wunderte sich June, während Remus die Tiere kraulte.
„Ich…habe ein Händchen für Hunde", sagte Remus lächelnd.
„Kommen Sie, die Reitstunde läuft noch, dann können Sie sich schon einmal einen Überblick verschaffen."
June führte ihn die Stallgasse entlang, von der rechts und links geräumige Pferdeboxen abgingen. Die Tiere schnaubten und wieherten aufgeregt, als Remus vorbei ging. Die Aufregung verbreitete sich wie ein Lauffeuer im gesamten Stall.
Remus war froh, als die Boxengasse endete und sie vor einer hölzernen Abtrennung standen, hinter der die Reithalle lag.
Zwölf Pferde, davon vier Ponys, bewegten sich im Kreis. Ihre Reiter und Reiterinnen hatten ausnahmslos gerötete Wangen und sehr konzentrierte Gesichter.
„Katherine, den Rücken gerade! Jodie, etwas mehr Zügel! Sue, sehr schön. Mary, die Haltung! Schenkel enger ans Pferd. Wayne, denk an die Hilfen."
Die kühle Stimme mit dem geschliffenen Oxfordakzent hätte Remus überall auf der Welt aus Duzenden heraus gehört. Er hielt die Luft an. Auf einem grauweißen Schimmel thronte inmitten der Halle niemand anders als Lucius. Er hatte nie besser ausgesehen. Seine blasse Haut hatte Farbe bekommen, er hielt sich aufrecht und ein Zopf fiel ihm bis fast auf Schulterhöhe. Remus lächelte. Manche Gewohnheiten änderten sich nie. Es war das zweite Mal, dass Lucius die Haare hatte nachwachsen lassen. Sein grauer Blick folgte konzentriert dem Tun seiner Schülerinnen. Dabei lenkte er sein Pferd einmal hierhin, einmal dorthin, um Korrekturen direkt an Pferd und Reiter durchzuführen.
Zum Abschluss ließ er die Gruppe galoppieren und über ein Hindernis springen.
„Das war schon viel besser als letztes Mal. Vielen Dank, meine Damen und Herren. Absatteln, trocknen und striegeln. Denken Sie an die Hufe, wenn Sie die Pferde jetzt rausbringen und in die Boxen zurückstellen. Jodie, lass mir ‚Lulu' bitte noch da."
Lucius ritt auf eine junge Frau zu, die auf einer gedrungenen, braunen Stute saß und nahm ihr die Zügel ab. Er sagte leise etwas zu der vielleicht Achtzehnjährigen, die darauf heftig kicherte und knallrot anlief. Lucius zwinkerte ihr zu und klopfte dem Pferd leise lobend auf den Hals.
„Hey Louis, verwirr' mir nicht die armen Schülerinnen", rief June lachend durch die Halle.
Lucius blickte auf und lächelte. Remus glaubte, sein Herz würde einfach aufhören zu schlagen, als Lucius jetzt sein Pferd auf sie zulenkte und wenige Meter vor ihnen vom Rücken des Tieres glitt.
„Hi", sagte er und reichte Remus die Hand. „Sie müssen Remus sein, June hat Sie gestern bereits angekündigt."
„Remus Lupin", sagte Remus und es bedurfte all seiner Beherrschung, um Lucius nicht in eine aus dessen Sicht völlig unangemessene Umarmung zu ziehen oder ganz die Fassung zu verlieren. Er hatte seinen Geliebten gefunden. Mehr als ein Jahr, nachdem das Ministerium Lucius Malfoy zerstört und verschleppt hatte, stand er jetzt vor ihm – und es ging ihm offensichtlich gut.
Die Berührung von Lucius' Hand durchzuckte Remus wie ein Blitzschlag. Hitze raste in ungestümen Wellen von seinen Fingerspitzen über seine Hände durch seinen Körper. Zumindest was Remus betraf, war der Zauber von Glenkill voll wirksam.
Für einen Augenblick schien Lucius irritiert, aber dann setzte er ein professionelles Lächeln auf und sagte:
„Louis van Bergen, freut mich, Sie kennen zu lernen, Remus. Kommen Sie herein in die Halle, damit Sie die Hauptperson Ihres Unterrichts kennen lernen können. Das dort drüben ist unsere Lulu."
Lucius hatte ja keine Ahnung, wie Unrecht er hatte, was hier die Hauptperson betraf.
„Kann ich Sie dann jetzt alleine lassen?", fragte June. „Lou, du bringst Remus hinterher zum Büro zurück?"
„Ich tue alles, was dich glücklich macht", erwiderte Lucius und deutete eine mokante Verbeugung in Junes Richtung an. Er wandte sich Remus zu. „Dann wollen wir beginnen?"
Fortsetzung folgt
