Kerkermond Evolution

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Lady of the dungeon

Slashig-trashige Fanfiction, in der Lucius unerwarteten Mut beweist, Remus einen Hauch von Brokeback Mountain verspürt und Daktari ihre Kombinationsgabe unter Beweis stellt.


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A/N:Danke an lola und lufa für die Reviews!

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Musik: Ich bin gebeten worden, meine Kapitel ‚wie früher' mit Musikempfehlungen zu versehen. Interessiert Euch das wirklich, was jemand hört, während er schreibt? (Wobei ich schon Mails des Tenors hatte: „Wer so krankes Zeug schreibt, kann nur Mist hören.")

Also bitte: Ihr wisst, es kommt ja doch nichts außer Heavy Metall oder Klassik:

Apocalyptica feat. Cristina Scabbia - S.O.S

(Eines Tages gibt es den Cross Over „Tränkemeister meets W.O.A.", versprochen! Drei Tage mit Severus Snape und Lordi. Da fällt mir ein: Habt Ihr schon mal überlegt, wo Voldi sich all die Jahre versteckt hatte? Was, wenn „körperlos in Albanien" eine Lüge war? Was, wenn er in Wirklichkeit der stark geschminkte Lead-Gitarrist einer amerikanischen Rock-Formation war, der angeblich wegen Alkoholproblemen aufgehört hat? Und ist es nicht seltsam – als er die Band verließ, kehrte Voldemort zurück?)


38. Reitstunden, die Zweite

Der Ausritt am Abend verläuft entspannt und ohne größere Probleme. Lucius korrigiert ein paar Mal Remus' Haltung, und er lässt ihn immer wieder antraben und verzögern.

„Finger vom Zügel, Remus. Das ist kein Motorrad, sondern ein Pferd. Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Trense im Maul. Sie würden nicht wollen, das jemand unsensibel daran herumreißt."

„Lieber nicht", entgegnet Remus, und der Gedanke entfacht ein paar Fantasien in seinem Kopf, die ihm das Blut in die Wangen treiben.

Als sie einen sich durch den Wald mäandernden Weg mit weichem Boden erreicht haben, lassen sie die Zügel ganz lose auf den Pferdehälsen liegen. Die Tiere laufen ruhig nebeneinander her.

„Was tun Sie, wenn Sie nicht gerade reiten lernen, Remus?", fragt Lucius.

„Ich kümmere mich um ein paar Firmen", sagt Remus. „Management. Klingt nicht sehr spannend, ist es aber meist."

„Das glaube ich gerne", sagt Lucius.

„Und Sie, Louis? Ist diese Position hier auf dem Reiterhof Ihr Traum?" Es fühlt sich seltsam an, ihn nicht ‚Lucius' zu nennen, Remus verbiegt sich noch immer jedes Mal die Zunge und muss sich konzentrieren.

„Es ist ziemlich gut, für den Moment", antwortet Lucius. „Ich liebe Pferde und ich mag die Arbeit mit den Kindern. Der Rest ist ein Job."

„Versnobten Londoner Managern das Reiten beizubringen?", fragt Remus mit halbem Lächeln."

„Wenn ich ehrlich bin – ja. Das war jetzt nicht sehr höflich, Entschuldigung." Lucius zuckt die Schulter. „Es bezieht sich ganz sicher nicht auf Sie, Remus. Aber bei weitem nicht jeder ist so."

„So was?"

„So…". Lucius sucht nach Worten. „In Ordnung eben. Geduldig. Ruhig. Viele die hierher kommen, erwarten, dass sie sich auf ein Pferd setzen und der Reitlehrer ist dann für den Rest verantwortlich. So funktioniert das aber nicht. Manche Leute können dann ganz schön….schwierig werden."

„Das hört sich nach unangenehmen Erfahrungen an", stellt Remus fest.

„Es ist nicht immer leicht", sagt Lucius. „Als Sie kamen und Lulu am ersten Tag diese Zicken machte, und dann auch noch Mr. Walker, da habe ich gedacht, gleich bricht das Jüngste Gericht über mir zusammen. Jeder andere wäre ausgeflippt, aber Sie sind ganz cool geblieben. Ich war wirklich dankbar."

„Cool?", fragt Remus. „Es war mit derart unangenehm, dass ich die Pferde so scheu gemacht habe. Ich bin froh, dass Sie's noch einmal mit mir versucht haben hinterher." ‚Und bei Merlin, ich wäre unendlich glücklich, wenn du noch etwas anderes wieder mit mir versuchen würdest, Lucius', setzt Remus in Gedanken hinzu.

„War ein hartes Stück Arbeit", sagt Lucius lächelnd. „Aber es war auch ein sehr…ungewöhnliches Erlebnis."

Remus sieht zu ihm herüber. Lucius schaut starr zwischen den Ohren von Lulu hindurch, man kann ihm ansehen, wie unsicher er ist.

„Also hast du es auch gespürt", denkt Remus.

„Das habe ich. Es hat einen …tiefen Eindruck bei mir hinterlassen", antwortet Lucius, und erst jetzt wird Remus klar, dass er laut gesprochen haben muss, weil Lucius ihm antwortet.

„Dort vorne ist eine Furt. Wir können durch den Fluss reiten und die Pferde am Ufer trinken lassen."

Remus nickt stumm und lenkt Ventus hinter Lulu her, die jetzt Geschwindigkeit aufnimmt. Der Weg ist abschüssig und gerade, in ein paar hundert Metern wird sich der Wald in eine Wiese öffnen. Lucius macht eine Geste, ihm zu folgen, und dann treibt er Lulu an. Ventus fällt sofort ebenfalls in Galopp. Sie haben es schon geübt, auf der Koppel, aber hier draußen ist es noch etwas ganz anderes. Der Wind zerzaust Remus die Haare und der warme Pferdekörper unter ihm dehnt und streckt sich. Er lässt sich in einen Rhythmus fallen mit Ventus, der Lulu spielend überholt und offenbar das Wasser bereits anvisiert.

Vor Freude und auch Anstrengung keuchend bringt Remus schließlich den Hengst an der Furt zum stehen und sitzt ab. Lulu erscheint mit Verspätung, sprengt ins Wasser und schnaubt empört, als Lucius sie zurück treibt.

„Sehr gut", lobt Lucius und seine Augen leuchten. „Das war ein richtig guter Ritt. Gute Haltung, sauberer Stil – na, du reitest ja auch ein fantastisches Pferd."

Remus führt Ventus zum Ufer und nimmt ihm die Trense ab, weil Lucius dasselbe mit Lulu getan hat. Er lässt sich neben ihm ins Gras fallen. Lucius zieht die Reitstiefel aus und hängt die Zehen ins Wasser.

„Uff, das ist noch ganz schön kalt."

„Es ist Mai", sagt Remus. „Baden kommt wohl kaum in Frage." Er wirft Lucius einen verstohlenen Blick zu, doch dieser blinzelt mit halb geschlossenen Augen in die Sonne.

Die Spannung zwischen ihnen ist mit Händen zugreifen. Doch Remus wagt nicht, auf Lucius zuzugehen, gleichzeitig wird ihm klar, dass Lucius es wohl nicht versuchen wird. Er muss immerhin damit rechnen, dass Remus, ein Kunde, vielleicht doch nicht eben erfreut reagiert, wenn sein Reitlehrer ihn anmacht.

„Man kann schwimmen", sagt Lucius plötzlich. „Ich habe es schon versucht, dieses Jahr. Es ist wirklich, wirklich kalt, aber auch …nun ja…ziemlich erfrischend." Er steht langsam auf, zögernd. „Dort vor dem Steg ist es tiefer und die Strömung fast Null. Es sind nur ein paar Meter von hier."

Und Lucius geht vor, ein paar Meter, dann dreht er sich zu Remus um. Das Angebot ist ebenso eindeutig wie diskret. Remus kann jetzt sagen, dass es ihm doch zu kalt ist, und die Sache ist erledigt. Niemand verliert sein Gesicht. Es ist die letzte Möglichkeit, Lucius dieses neue Leben hier zu erhalten, denn wenn sie jetzt wieder zueinander finden, wird Remus ihm irgendwann die Wahrheit sagen müssen.

„Baden im Mai?", sagt Remus. Dann setzt er hinzu: „Warum eigentlich nicht?", und er folgt Lucius.

Sie legen am Ufer die Kleider ab, ohne einander anzusehen. Wie auf ein geheimes Kommando springen sie gleichzeitig in den Fluss. Remus stockt der Atem, so eisig ist das Wasser. Sein Herzschlag scheint auszusetzen, dann beschleunigt er sich rasant.

Prustend kommt er an die Oberfläche.

„Verflucht, das ist wirklich grausam kalt", ruft Lucius und paddelt mit langen Zügen auf ihn zu. „Du warst noch nicht mit dem Kopf unter Wasser", sagt er, und etwas Provozierendes liegt in seiner Stimme. Seine Augen leuchten hell zwischen den Wassertropfen, die blitzend in der Frühlingssonne auf seiner Haut glänzen.

„Oh doch, das war ich", protestiert Remus, doch im nächsten Moment wird er schon herunter gezogen und die hellen Fluten schlagen über ihm zusammen.

Sie balgen sich für eine Weile, bis Remus schließlich zu viel Wasser schluckt und Lucius ihn in seichtere Bereiche zieht.

„Bis du in Ordnung?" fragt er, und in seinem Blick steht echte Besorgnis, aber auch Amüsement.

„Ja, ich…bin okay", erwidert Remus.

Sie stehen direkt voreinander, es ist saukalt, und es ist der Moment vor dem Kuss, der so sicher folgen wird wie das Amen in der Kirche. Remus legt eine Hand an Lucius' Wange und für einen Augenblick verschlingen sich ihre Blicke.

„Ich kenne dich", sagt Lucius.

„Ja. Ich weiß", erwidert Remus, und dann küsst er ihn.

Ihre Lippen sind kalt und nass, Remus' Zunge findet schnell einen Weg in Lucius' Mund. Sie sind einander so vertraut, denn Remus erinnert sich, er kennt seinen Geliebten, und er weiß, wie er ihn küssen muss, um ihn zu kriegen.

Sie taumeln ans Ufer, zitternd vor Kälte und vor Erregung, und das Gras unter ihren Körpern ist zum Glück warm und trocken.

Für eine Weile sind ihre Küsse, ihre Berührungen und ihr keuchender Atem alles, das auf dieser Welt zählt. Lucius ist beinahe ruppig, er wirkt ausgehungert und fast schon gierig. Remus lässt ihn warten, bremst ihn, nimmt sich Zeit. Sie hatten niemals mehr Freiheit als hier unter dem blauem irischen Himmel, und nur Merlin weiß, was morgen sein wird.

Er will Lucius lieben, nicht ihn konsumieren wie eine schnelle Droge.

Er bedeckt jedes Stückchen Haut, das er erreichen kann mit Küssen, Lucius' Hals, die Brust, seinen Bauch, seine Hüften. Seine Hände streicheln die Spannung aus den vor Erregung verkrampften Muskeln, finden mit Leichtigkeit die Punkte, die Entspannung bringen, Wohlgefühl vermitteln. Remus streicht an den Innenseiten von Lucius' Schenkeln entlang, seine Hand gleitet nach oben, zwischen die Beine des Geliebten. Lucius windet sich unter ihm, die Hände ins Gras gekrallt überlässt er sich völlig Remus' Führung. Plötzlich jedoch zieht er Remus hoch zu sich, presst seinen Unterleib gegen ihn und legt seine Stirn an die des anderen.

„Ich habe das hier noch nie getan, mit einem Mann, meine ich", keucht er. „Oder ich erinnere mich zumindest nicht."

„Du musst keine Angst haben", erwidert Remus heiser, ohne die implizierte Frage zu beantworten. „Ich werde dir nicht wehtun."

Er küsst ihn und umschließt dann Lucius' hartes Glied sanft mit der Hand. Er reibt am Schaft auf und ab, und seine Fingerkuppe gleitet über die feuchte Spitze. Lucius stöhnt, es ist ihm anzusehen, dass er sich kaum noch kontrollieren kann. Remus setzt sich auf ihn und beginnt vorsichtig, die Spitze in sich einzuführen. Er schließt die Augen, als der Schmerz kommt, natürlich hat er kein Gleitmittel dabei, aber Werwolfsspucke ist zum Glück multifunktional. Mit einem heiseren Aufschrei nimmt er Lucius ganz in sich auf, lässt sich langsam hinab gleiten auf dessen Härte, die ihn völlig ausfüllt.

Sie beginnen, sich zu bewegen, zuerst vorsichtig und langsam, doch dann gewinnen Lucius' Stöße rasch an Intensität und Wildheit, und Remus hat beinahe Mühe, die Position zu halten.

Lucius sucht seinen Blick, die grauen Augen sind längst verschleiert vor Lust, wie dunkle Herbstnebel, und allein der Anblick lässt Remus jede Vorsicht vergessen. Er drängt sich Lucius entgegen, und sein Geliebter kommt mit einem Stöhnen und einem Schrei. Zuckend ergießt er sich in Remus, nimmt dann seinen Schwanz in die Hände und es braucht kaum drei. vier Bewegungen, bis Remus ebenfalls von der Welle fort getragen wird.

Keuchend und schweißüberströmt liegen sie eng aneinander gepresst im Gras, Remus wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Gesicht. Schmerz, Lust und Glück liegen eng beieinander an diesem Tag.

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Eine ganze Weile liegen sie beieinander, und Remus betrachtet schweigend das Spiel von Sonne und Wolken auf Lucius' ungewohnt gebräunter Haut. Für Mai hat Lucius bereits einiges an Farbe bekommen; Remus ist blass und käsig im Vergleich zu ihm, nur Gesicht, Hände und Unterarme haben bereits ausreichend frische Seeluft und Sonne gekostet. Der Wind streicht durch die Haare seine Geliebten, die in feinen Strähnen sein schönes Gesicht umrahmen.

‚Ich kenne dich', hat Lucius gesagt, bevor sie sich geküsst haben. Also hat Lucius es doch gespürt, diese Verbindung zwischen ihnen, die ihn, der ohne Erinnerung ist, verwirren und verunsichern muss. Jetzt, denkt Remus, wäre die Zeit für Fragen, doch Lucius stellt keine. Stattdessen hat er sich aufgesetzt und die Knie mit den Armen umschlungen, den kühlen Blick fest auf das Spiel der klaren Wellen an der Wasseroberfläche gerichtet.

„Normalerweise schlafe ich nicht mit Schülern", sagt Lucius plötzlich in die Stille hinein. „Ich meine, auch nicht mit Frauen."

„Keine Frau wäre wahnsinnig genug, Anfang Mai in acht Grad kaltem Wasser baden zu gehen", versucht Remus die Schwere aus dem Gespräch zu nehmen.

„Das kann mich den Job kosten", setzt Lucius hinzu.

„Keine Sorge, ich werde nicht petzen", versichert ihm Remus und nimmt Lucius' Hand in die seine.

Ein schmales Lächeln ist die einzige Antwort, bevor Lucius sich los macht und langsam beginnt, seine Kleider wieder einzusammeln. Remus betrachtet den sehnigen Körper mit den Narben, die man Lucius in Voldemorts Kerker und in Askaban beigebracht hat. Schmale weiße Striemen über dem Rücken, die Narbe am Bein, die von Crabbes Sporen stammt (Lucius reitet auch heute ohne diese Hilfsmittel, ebenso wie Remus): Remus hat diese Wunde selbst geheilt. Die Tätowierung des Handgelenks stammt aus Askaban: Zwei Runen und die Nummer 537, darüber steht ‚Askaban'. Er fragt sich, ob Lucius eine Idee hat, was dieses Wort bedeutet. Sie ziehen sich an und zäumen die Pferde wieder auf. Mittlerweile ist es kälter geworden. Lucius schweigt, als er Ventus hält und beruhigt, damit Remus aufsteigen kann, doch er drückt die Hand des Zauberers, als er ihm hinauf hilft.

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Es hat bereits zu dämmern begonnen, als sie wieder auf Summertime Farm ankommen. Sie nehmen nicht den Weg zu den Stallungen, sondern Lucius führt sie am Waldrand entlang zu seinem Cottage. Vor der kleinen Hütte stehen Stühle und ein Campingtisch, es ist gedeckt und ein Grill raucht fröhlich vor sich hin.

„Hey, das grenzt an Zauberei", sagt Lucius und lässt sich von Lulu rutschen.

Sie satteln die Pferde ab, Lucius holt aus dem Haus Bürsten und Decken, Remus besorgt Wasser aus dem nahmen Brunnen. Einhundert Meter weiter ist eine kleine umzäunte Weide, im Unterstand liegt Heu.

„Ich bringe sie rüber. Du kannst schon einmal den Wein aufmachen, wenn du magst", bietet Lucius an. Er lächelt, und dann beugt er sich vor und haucht Remus einen Kuss auf die Lippen, der dem Gryffindor fast die Knie wegzieht. „Lauf nicht weg", sagt Lucius.

„Bestimmt nicht", erwidert dieser. Merlin, es fühlt sich an, als wären sie nie getrennt gewesen. Nur dass Lucius vermutlich nicht ansatzweise ahnt, wer sie sind und warum sie etwas füreinander empfinden.

„Wie kalt ist das Wasser?", fragt eine amüsierte Frauenstimme, und Remus erkennt Daktari, die eben aus Lucius' Hütte kommt.

„Wie kommen Sie denn darauf, dass wir…ich meine…?" Remus fehlen die Worte.

Sie lacht. „Ich habe doch Augen im Kopf. Nasse Pferde, nasse Haare, und von Osten seid ihr auch gekommen."

„Das Wasser ist ziemlich kalt", sagt Remus und setzt sich zu ihr.

„Wein ist schon auf", sagt sie. „Oder willst du lieber ein Bier?"

„Wein ist perfekt", erwidert Remus und sie schenkt ihm ein. Er mustert sie mindestens genau so neugierig wie sie ihn. Daktari ist eine zierliche Frau von etwa Mitte Dreißig. Blonde Haare umrahmen ein fein geschnittenes Gesicht mit dunkelblauen Augen und einem etwas zu groß geratenen Mund. Sie ist einer dieser energiegeladenen Typen, die niemals Ruhe finden. Auch jetzt kritzelt sie irgendetwas in eine braune Lederkladde.

„Ward ihr verabredet?", fragt Remus. „Ich will nicht stören."

„Quatsch", sagt sie. „Wir sitzen öfter abends zusammen, aber nach einer Geburt eigentlich immer." Sie sieht zum Grill hinüber. „Brennt aber schlecht heute", sagt sie.

„Ich schau mal", sagt Remus, macht sich mit der Kohlenzange zu schaffen und zaubert unauffällig ein ganz kleines bisschen.

„Hey, du bist ja ein Feuerkünstler", stellt sie anerkennend fest. „Wie läuft es mit dem Reiten? Und ich meine nicht Louis."

Remus schluckt. Die offene Art der Muggel ist etwas, womit er nur schwer umgehen kann.

Lucius kommt zurück und bewahrt ihn vor einer Antwort.

„Daktari", sagt er und küsst die Tierärztin auf die Wange. „Du hast ja schon alles fertig. Danke."

„Der Grill dürfte auch schon heiß sein", sagt sie. „Dein Freund Remus ist ein Flammenbeschwörer."

Lucius verschwindet im Haus und kehrt fast sofort zurück, wobei er ein Tablett mit Schüsseln und Tellern balanciert.

„Für wie viele Leute hast du Salat und Spieße gemacht?", fragt er. „Die Pferde werden mich bald nicht mehr tragen können, wenn du so weiter machst."

Sie lacht und Remus stimmt mit ein, weil Lucius gut und gerne noch ein paar Pfund vertragen könnte, und weil Daktari über ein sehr ansteckendes Lachen verfügt. Nach dem zweiten Glas Wein wird Remus etwas lockerer. Sie essen zusammen und verbringen einen äußerst netten Abend, zu dem auch June Summertime irgendwann hinzu stößt.

June erweist sich als Theaterkennerin und Daktari als Musikfreak. Die Themen gehen den Vieren nicht aus, und natürlich geht es immer wieder auch um Pferde.

Gegen Mitternacht verabschieden sich die beiden Frauen.

„Wo schläfst du?", fragt Lucius die Tierärztin. „Du kannst nicht mehr fahren."

„Stimmt, aber dein Bett ist mir zu dritt zu eng", erwidert sie lachend. Sie deutet auf June. „Gästezimmer. Gute Nacht, Lou!"

Remus hat ein enges Gefühl in der Brust, als sie Geschirr und Gläser zusammenräumen.

„Ist sie…ich meine, seid ihr…?"

„Was?", fragt Lucius. „Ein Paar? Dann wäre sie wohl kaum so entspannt. Nein, wir sind sehr enge Freunde, aber nicht in dieser Art."

„Diese Art?", erkundigt sich Remus grinsend.

„Komm, ich zeig's dir. Das heißt, wenn du in so einer Hütte übernachten willst."

Die Unsicherheit in Lucius' Stimme verursacht Remus ein warmes Gefühl im Bauch. Er geht zu ihm und legt ihm die Arme um den Hals.

„Nur zu gerne." Seine Stimme klingt rau und ungewohnt tief.

Kurze Zeit später liegen sie auf Lucius' Bett, und durch das offene Fenster könnten sie den Sternenhimmel sehen, wenn sie nur einen Blick dafür hätten. Doch beide haben sie nur Augen, Hände, Lippen für den anderen. Sie lieben sich, bis sie nicht mehr können vor Erschöpfung. Remus bewundert Lucius' ätherische Schönheit, dessen Körper vor Schweiß im Mondlicht glänzt, die Laken sind feucht von ihrer Anstrengung und Leidenschaft. Am Ende gewinnt der Schlaf schließlich doch die Oberhand über die wilde Faszination der beiden Männer aneinander. Remus weiß nicht, wann er das letzte Mal so glücklich war wie in dieser Nacht, und dies ist sein letzter Gedanke, bevor die Dunkelheit sein mattes, zufriedenes Bewusstsein schluckt.


Fortsetzung folgt

A/N., die Zweite: Ich gebe es zu: Ich wollte schon immer einen Harry Potter/Brokeback Mountain- Cross Over schreiben, bzw. den Jungs aus Brokeback Mountain ein Happy End gönnen. Oder gibt es das schon irgendwo in guter Qualität? Link bitte an mich.
Inzwischen hat sich Heath Ledger ja mit Batman getröstet, bzw. ihn interessiert das alles nicht mehr wirklich, und Jake Gyllenhaal jagt jetzt den Zodiac-Killer.
Dennoch: Dieses Kapitel ist Heath Ledger gewidmet und Annie Proulx (Autorin von Brokeback Mountain).