Dray saß im Gemeinschaftsraum und war den Tränen nahe.

Erst erfährt er, dass der Dunkle Lord es doch geschafft hatte, seine Mutter ausfindig zu machen und wieder nach Malfoy Manor zu bringen. Und dann zweifelt seine große Liebe auch noch an ihm.

-Wenigstens ist Emily in Sicherheit, dachte Dray noch betrübt und schrak auf, als ihm sich jemand näherte. Es war weit nach Mitternacht, wer läuft denn so spät noch rum?

Dray drehte sich ruckartig um und sah seinen besten Freund auf sich zukommen.

„Willst du reden?"

Dray schüttelte nur den Kopf und schaute wieder ins Feuer.

„Was hat sie denn überhaupt gesagt?"
„Ich wäre arrogant, gefühllos und total von mir selbst überzeugt."
„Das kennen wir doch schon. Das ist nichts Neues. Hat sie sonst noch was gesagt?"
„Sie zweifelt allen Ernstes daran, dass ich sie wirklich liebe."
„Tust du das denn?"
„Was für eine Frage! Warum sollte ich sie belügen? Was hätte ich davon? Nur einen verlorenen Stolz."
„Und du wärst um eine Erfahrung reicher."
„Wie meinst du das?"
„Du kennst doch die Ansicht meiner Eltern. Die finden die Rassentrennung total bescheuert und wünschen sich, dass ich eines Tages mit ner Muggelgeborenen antanze."

„Du hättest meine Mutter sehen sollen, als ich ihr letzten Sommer verkündigt hatte, ich hätte mich verliebt und dass auch noch in das Vorzeigeschlammblut schlecht hin."
„Das hast du nicht wirklich so gesagt?"
„Ich dachte meine Mutter würde mir den Kopf abreißen, aber nichts da! Sie gab mir sogar Tipps wie ich Mione für mich gewinnen konnte!"

„Das hätte ich deiner Mutter jetzt nicht zugetraut! Was sagt sie denn zu der jetzigen Situation?"
„Dazu kann sie nichts sagen…"
„Warum?"
„Der Dunkle Lord benutzt sie als Druckmittel, damit ich den Auftrag auch schön erfülle."
„Und nun?"
„Der ganze Orden ist auf der Suche nach ihr, obwohl ich ihnen gesagt hatte, dass sie Hundertpro auf Malfoy Manor ist."

„Erwachsene wollen eben nicht hören! Komm lass uns zu Bett gehen. Ich könnte hier locker einschlafen."
„Ich zwinge dich nicht, hier zu bleiben."
„Komm, Dray. Du brauchst auch deinen Schönheitsschlaf."

Dray lies sich also überreden, doch zu Bett zu gehen, in der Hoffnung, dass alles nur ein schlechter Traum war.

Doch er irrte sich.

Als er am nächsten Morgen in die Große Halle kam, wurde er nicht, wie sonst, mit einem Lächeln von Hermione begrüßt. Sie sah ihn noch nicht mal an.

„Was ist eigentlich zwischen dir und Draco vorgefallen?", fragte Harry besorgt. Wie gut, dass Samstag war und Ron entschlossen hatte, heute mal auszuschlafen.

„Wir haben uns gestritten und ich überlege, ob es überhaupt eine gute Idee war, eine Beziehung mit dem Slytherinprinzen einzugehen."
„Mione, dass meinst du nicht ernst?", kam es geschockt von Ginny.

„Wenn man mir vor drei Monaten gesagt hätte, Draco Malfoy hätte eine Schwäche für mich, dann hätte ich diese Person ausgelacht und ehrlich gesagt, glaub ich kaum, dass seine Gefühle echt sind!"
„Also wirklich, Mione!", Harry sah sie enttäuscht an, sonst war sie doch immer gut darin, wenn sie Menschen einschätzte. Denn Draco hatte sie im ersten Schuljahr keineswegs als arrogant und selbstverliebt bezeichnet, dass hatte erst im zweiten Schuljahr angefangen, als er sie Schlammblut nannte.

Man hörte Flügelschläge und die Post kam wie immer pünktlich auf die Minute.

Mione nahm einer Eule den Tagespropheten entgegen und wie immer kam die Fragen: „Jemand den wir kennen?"

„Nein", war wie jeden Morgen Mione's schlichte Antwort und sie vergrub sich hinter der Zeitung.

„Sirius schreibt mir"

Sofort faltete Mione die Zeitung zusammen und sie verließen zu dritt die Große Halle, ohne zu wissen, dass ihnen ein ganz bestimmter Slytherin folgt.

Lieber Harry,

Ich schreibe dir, weil gestern Abend etwas Schreckliches passiert ist.

Cizzy und ich hatten uns in den Garten von den Weasleys gesetzt und unterhielten uns munter, ohne zu ahnen, dass wir uns in Teufelsküche begeben haben. Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich meine liebe Cousine Bellatrix auf, gefolgt von ihrem werten Mann und während ich mir Rudolphus kämpfte, schnappte sich Bella Cizzy und verschwand.

Der ganze Orden sucht nach ihr und richtet es auch bitte Ron aus, egal wie Malfoy euch behandelt, habt etwas Mitleid mit ihm.

Sirius"

„Draco muss es jetzt ziemlich dreckig gehen", meinte Mione und hatte sofort ein schlechtes Gewissen.

„Hast du etwa ein schlechtes Gewissen?"

Die drei drehten sich um und erblickten sofort Dray.


TBC

SnapeEvans