Wie angedroht hier das neue Kapitel. Vielleicht merkt Ihr, dass immer mehr Hinweise auf das Leben unter Voldemort auftauchen. Bleibt dran. Es lohnt sich.
Quid Per Quo?
In Hermines neuer Welt hätte Severus das Recht gehabt, einen Gegenwert für sein Tun zu fordern. Aber noch immer hatte er nichts von ihr verlangt, obwohl doch schon eine Woche seit ihrer Ankunft vergangen war.
Sie wusste allerdings, dass sich ihre Situation heute ändern würde. Das Ministerium würde Snape davon unterrichten, dass ihre fruchtbare Zeit begonnen hatte.
Verbunden mit der Aufforderung etwas für die magische Welt und deren überleben zu tun.
Sie fragte sich was er von ihr verlangen würde. Schließlich waren sie allein und hinter verschlossenen Türen wäre alles möglich.
Diese erste Nacht könnte Maßstäbe für den Umgang miteinander setzen.
Was waren seine sexuellen Vorlieben?
Wollte er sie erniedrigen? Sie auf allen vieren sehen?
Bevorzugte er Gewalt? Peitschen und Ketten ?
Oder benutzte er seine Zauberstab für andere Dinge als …
Sie wollte nicht daran denken, aber in den letzten Jahren hatte sie viel gehört, gesehen und erlebt. Trotz aller Vorschriften des Ministeriums.
Bisher war sie in Häusern gewesen, in denen die Ehefrauen auf die Einhaltung bestimmte Regeln geachtet hatten.
Es gab keine Romantik, kein Vorspiel. Auch weil die Aufseher des Ministeriums jederzeit Rechenschaft fordern konnten. Schließlich ging es um die Zeugung eines Kindes. Nicht mehr und nicht weniger.
Es war peinlich, demütigend und relativ sicher.
Aber sie hatte alles hinter sich gelassen, als sie Snape bat sie nach Hause zu bringen.
Es bestand plötzlich eine unausgesprochene Abmachung zwischen ihnen.
Das Klopfen an der Tür schreckte sie.
"Herein", rief sie.
Snape kam herein und schloss die Tür hinter sich. Dann blieb er stehen und musterte sie.
Hermine fühlte sich nackt. Sie trug nur ein weißes Nachthemd und hoffte, dass sie nicht falsch machen würde. Die Situation war so ungewöhnlich, so unbekannt.
Nachdem Snape noch immer nichts sagte oder tat, ergriff sie die Initiative.
"Wie wollen Sie mich?"
Snape antwortete mit klarer Stimme.
"Auf dem Bett. Legen Sie sich auf die Seite und sehen Sie mich nicht an."
Hermine tat was er von ihr verlangte.
Snape dimmte das Licht, ein Zauber vielleicht?
Kurz danach setzte er sich zu ihr aufs Bett und berührte sie vorsichtig.
Seine Berührung war sanft, kein Grabschen oder obszönes Keuchen begleitete seine Handlungen.
Er erforschte ihren Körper langsam und genau.
Sie fühlte sich unwohl bei dem Gedanken, dass er ihre unrasierten Beine berühren musste oder ihr Haar unter den Achseln als störend empfand. Aber was konnte sie dagegen tun.
Nichts von diesen Dingen schien ihn zu entmutigen.
Geschickte Finger glitten in sie hinein bis sie stöhnte und wimmerte.
Sie wollte ihn berühren, ihn ansehen, aber er erlaubte es ihr nicht.
Plötzlich fühlte sich seinen Penis und erstarrte.
„Entspann Dich", flüsterte er.
„Ich will Dir nicht wehtun."
Seine Worte sollte sie beruhigen, aber der Tonfall machte sie total an. Ihre Erregung wuchs. Sie wollte ihn endlich in sich spüren.
Seine Hände kneten ihre Brüste durch das dünne Nachthemd. Sie schob es ungeduldig hoch, damit sie seine Haut spüren konnte.
"Magst du das?"
Snape war erstaunt.
"Ja", stammelte sie.
Er drückte sich noch enger an sie.
"Ja!", wiederholte sie, diesmal sicherer.
Plötzlich lag sie auf dem Rücken, ihre Beine einladend gespreizt.
Sie grub ihre Nägel in seine Schultern und ließ sich von ihm küssen, als er in sie eindrang.
Es dauerte nicht lange und er begann sich in ihr zu bewegen.
Sie folgte ihm in allem und spürte wie seine Erregung zunahm. Viel zu früh für sie, nahm sie seinen Orgasmus war und fühlte seine Samenflüssigkeit in sich.
Er stöhnte laut auf und rollte sich neben sie.
Nach kurzer Zeit stand er auf, nahm sein Kleidung und verlies Hermines Zimmer ohne ein Wort zu sagen.
Diese fühlte eine große Erleichterung. Wenn es das war, was er von ihr verlangte, dann konnte sie das für ihn tun.
Am folgenden Abend kam er wieder und der Vorgang wiederholte sich. Hermine war etwas forscher, sie stimulierte ihn und hoffte, dass er zufrieden war.
Aber auch diesmal fielen keine Worte und sie verbrachte den Rest der Nacht wieder allein.
Hermione saß am Frühstückstisch als Snape die Küche betrat.
"Master Snape wollen sein Frühstück?"
Fritzlee war glücklich ihn endlich bedienen zu können.
"Ja", antwortete Snape und setzte sich zu Hermine.
"Guten Morgen, Miss Granger."
"Guten Morgen, Sir."
Fritzlee tanzte praktisch durch die Küche und tischte Unmengen von Köstlichkeiten auf.
"Ich bin überrascht, Sie hier zu sehen", bemerkte Hermione.
Sie war nicht sicher, was sie sagen sollte und ob Snape überhaupt an Smalltalk interessiert war.
Snapes zog seine Augenbrauen hoch.
"Sie sind überrascht mich in meiner eigenen Küche sehen?" fragte er trocken.
Ihre nächtlichen Begegnungen hatten anscheinend nichts geändert.
"Nun, nein. Es ist nur, dass Sie in der Regel nicht mit mir essen."
"Ich bin hungrig", erklärte er.
Snapes Erklärung löste noch mehr Aktion bei Fritzlee aus. Der Tisch bog sich fast, so viele Dinge hatte sie „herbeigezaubert".
Sie aßen schweigend. Nachdem sie fertig war, wollte Hermine in ihr Zimmer gehen als Snape sie stoppte.
"Ich habe etwas für Sie."
Hermine war überrascht. Dienerinnen war es nicht erlaubt persönliche Dinge zu besitzen. Ob Snape das wusste?
"Was ist?", fragte sie. Sie versuchte nicht zu gierig oder zu hoffnungsvoll zu klingen, aber ihr Interesse war offensichtlich.
"Wenn Sie mir erlauben zeige ich es Ihnen."
Schweigend liefen sie durch das Haus als Snape plötzlich vor den Bücherregalen stehenblieb.
Hermione versuchte sich nicht zu große Hoffnungen zu machen.
"Was?"
"Ich habe diesen Raum „verankert". Sie dürfen jedes Buch lesen, das Sie interessiert."
Hermine war für einen Moment sprachlos.
"Ist das Ihre persönliche Bibliothek?" fragte sie schließlich.
"Kaum, Miss Granger. Einige der Bücher hier stammen aus meiner Schulzeit, aber die meisten gehörten meiner Mutter. Und obwohl sie alt sind, werden Sie bestimmt etwas Interessantes finden."
Hermine konnte ihren Blick nicht von den Regalen lösen. In Gedanken machte sie schon eine lange Liste. Es war eine Menge Lesestoff und sie konnte ihn nach Themen kategorisieren. Beginnend mit ihren Lieblingsthemen, Geschichte oder sie konnte…
Sie hatte fast vergessen, dass Snape war noch in den Raum.
"Das ist phantastisch, Sir! Wirklich, ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll", sagte sie.
"Gern geschehen, Miss Granger."
Snape drehte sich um und verschwand durch die Wand.
Allein im Zimmer begann sie an Snapes Motiven zu zweifeln.
War es eine Falle? Vielleicht würde er sie an das Ministerium verraten, wenn sie verbotene Bücher las?
Ihre Hand zitterte als sie für ein zerlesenes Buch berührte. Es war einer der Titel den sie für ihr siebtes Jahr in Hogwarts gekauft hatte und nie lesen konnte. Es war ein Buch über magische Zahlen und sie würde damit anfangen. Vielleicht war es weniger gefährlich.
Hermine verbrachte die meiste Zeit des Tages lesend. Fritzlee tauchte in ein paar Mal auf und versuchte sie ihr etwas zu essen zu bringen, aber Hermine schüttelte nur den Kopf, nicht bereit sich von dem Buch zu trennen.
Der Tag war grau und kalt und am Nachmittag fing es an zu regnen.
Hermine klappte das Buch zu und blickte durch den Nieselregen auf die fernen Berge. Trotz aller Bemühungen sich zu konzentrieren, dachte sie an ihre und Snapes Situation.
Während ihres sechsten Jahr in Hogwarts hatte sie eine widerwillige Bewunderung für den Halbblutprinzen entwickelt. Dann hatte er sie verraten und sollte sie die Mutter seines Kindes werden.
Wieder einmal dachte sie daran was ihr Dumbledore vererbt hatte.
Nach so vielen Jahren, konnte sie es sich endlich eingestehen wie groß die Enttäuschung gewesen war.
Als das Paket ankam, waren ihre Erwartungen, denn sicher würde er ihr etwas Wertvolles hinterlassen haben. Stattdessen war es nur ein kleines Stück Pergament mit dem Wort Hoffnung.
"Hoffnung worauf?", murmelte sie vor sich hin.
Trotzdem war es ihr gelungen, das kleine Erbstück über alle die Jahre zu retten.
Ihr Gedankengang wurde von der Hauselfe unterbrochen.
"Fritzlee fragt sich, ob Miss hungrig ist. Miss nicht zum Mittagessen kommen."
Hermine schenkte ihr ein Lächeln.
"Ich glaube, ich bin ein wenig hungrig. Vielleicht einen Tee und Sandwiches. Würde es Dir etwas ausmachen die Sachen hierher zu bringen?"
"Fritzlee habe nichts dagegen. Fritzlee gerne dienen!"
Sie verschwand um eine Minute später mit einem großen Tablett zurückzukehren.
Als der Tee eingegossen war, nahm sie Hermine ein Sandwich und sah die Hauselfe ernst an.
"Fritzlee, hast Du Snape schon einmal tagsüber im Haus gesehen?", fragte Hermine zwischen zwei Bissen.
Fritzlee schüttelte den Kopf.
"Master Snape immer im Labor. Fritzlee dort nicht erlaubt. Sonst Fritzlee verliert sonst ihre Zunge und ihre Augen."
Hermine zuckte zusammen als sie sich das vorzustellen versuchte.
"Was glaubst du, macht er den ganzen Tag?"
"Fritzlee nicht wissen."
Hermine starrte auf das Buch auf ihrem Schoß.
"Er muss einsam sein. Außer Malfoy habe ich hier niemanden gesehen und das auch nur einmal", murmelte sie.
"Master Snape nicht einsam!" erwiderte das winzige Wesen. "Fritzlee hören wie Master Snape mit jemanden reden ..."
Die Elfe stoppte, entsetzt über ihre offenen Worte.
"Weißt Du mit wem?"
"Fritzlee nicht wissen, Miss Fritzlee im Labor nicht gestattet werden, sagen Master Snape ..."
"Ich weiß, die Zunge und die Augen", erwiderte Hermine mit einem Seufzer.
Plötzlich schimmerte die Wand und Snape erschien.
Fritzlee Augen wurden ganz groß bevor sie mit einer tiefen Verbeugung verschwand.
Für einen Moment dachte Hermine, dass Snape hatte ihr Gespräch belauscht.
Wie konnte sie nur so dumm sein und sich mit einer Hauselfe über den Hausherrn zu unterhalten.
Aber als sie Snapes Blick sah, war ihr klar, dass es etwas anderes sein musste.
"Was ist los?", fragte sie und versuchte das Zittern in ihrer Stimme zu verbergen.
"Es scheint, Miss Granger, dass jemand im Ministerium ein persönliches Interesse an Ihrem Wohlbefinden hat", sagte Snape leise.
Hermione runzelte die Stirn, sie konnte nicht vorstellen wer das sein sollte.
"Wer?", fragte sie.
Snapes Augen verengten sich, aber er antwortete nicht auf ihre Frage.
"Kommen Sie mit", sagte er.
Hermine folgte Snape mit einem unguten Gefühl in der Magengrube.
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Quidproquo (lat.: diesesfürdas) ist ein Rechtsgrundsatz und ökonomisches Prinzip, nach dem jemand, der etwas gibt, dafür eine angemessene Gegenleistung erhalten soll.
