Wie geht es Euch soweit mit der Geschichte ? Spannend, oder ? Ich bin jedenfalls wirklich sehr in dem ganzen gefangen.
Ich mache dann mal einen Tag Pause und gebe Euch Ziet die Geschichte zu reviewen :)
Teufel in Rosa
Das erste was Hermine sah war rosa.
Leuchtendes, hässliches Rosa.
Sie kannte nur eine Person, die so eine Farbe trug.
Dolores Umbridge stand in der Mitte des Raumes, ein Klemmbrett in der Hand und eine lächerliche kleine Schleife auf dem Kopf. Hermine nahm automatisch die Haltung ein, die man ihr im Center beigebracht hatte.
Hände verschränkt, den Blick gesenkt.
Nach Minister Fudge Tod hatte man Dolores Umbridge zum Senior Unter-Sekretär der Abteilung für Sozial-und Bildungsreformen ernannt. Damit unterstanden ihr die Dienerinnen und die verbliebenen Mugglegeborenen.
Genau diese Frau stand nun in Snapes Wohnzimmer und wollte sie sehen.
Angst machte sich in Hermine breit. Was wollte sie von ihr?
Sie war seit einer Woche bei Snape und hatte sich bemüht ihn zufriedenzustellen. Hatte sie dabei etwas falsch gemacht ?
"Hier ist sie", annoncierte Snape Hermines Anwesenheit.
Umbridge sah sie an und ihr Mund verzog sich zu einem hässlichen Lächeln.
"Hallo, meine Liebe. Wie geht es Dir?"
Diese ekelhaft süße Stimme war kaum zu ertragen.
Trotzdem antwortete sie höflich.
„Mir geht es gut. Danke, Madam."
Hermine schaute vorsichtig in Snapes Richtung.
Sein Mund war zusammengepresst, er sah nicht glücklich aus.
Was wenn Snape seine Meinung geändert hatte, wenn er nicht mehr wollte, dass sie in seinem Haus blieb?
Ihre Angst wuchs.
Noch vor einer Woche wäre Hermine liebend gern in die Verbannung gegangen. Aber heute?
Wäre sie mit Snape allein gewesen. dann hätte sie ihm alles versprochen um bleiben zu dürfen. So weit war sie inzwischen gesunken, dachte Hermine mit Erschütterung.
Umbridge warf einen Blick auf ihr Klemmbrett.
"Und hat sie sich gut benommen? Keine Zwischenfälle jeglicher Art?", fragte sie.
"Nichts, was ich melden müsste", antwortete Snape.
Umbridge strahlte und Hermine entspannte sich ein wenig.
"Ich bin so froh das zu hören, Severus. Unsere Mädchen sind gut ausgebildet, aber einige von ihnen können ... schwierig sein."
"Manche benötigen eine härtere Hand als andere, denke ich."
"Ja, ja, das ist wahr. Schade, dass wir gezwungen sind auf solche Methoden zurückgreifen. Aber es geht schließlich um unsere Zukunft."
"Wir sollten dankbar für den Weitblick unseren Herrn sein", wies Snape die Frau in rosa zurecht.
Umbridge Lächeln erstarrte für einen Moment.
"Ich bin, ich meine ... Sie haben Recht."
"Habe ich das?", fragte Snape leise, seine dunklen Augen blitzten gefährlich.
"Nun ja, schauen Sie sich diese Dienerin an. So gut erzogen. Nicht so wie manch andere.", schmollte sie.
"Einige von ihnen, nun ja, sie sind dreckig, sie antworten nicht auf meine Fragen. Ich erinnere mich da an die Dienerin von Mister Macnair. Die lief den ganzen Tag ungewaschen und stinkend umher. Schrecklich. Man musste sie zwingen zu duschen."
"Beschämend", sagte Snape.
Hermines Magen krampfte sich zusammen.
Sie hatte das Mädchen einmal getroffen - die Macnairs hatte sie für einen Besuch in Crispus Haus gebracht.
Obwohl sie hochschwanger war, wurde sie wie im Zirkus herumgereicht.
Macnair prahlte mit seiner Männlichkeit und die Gäste durften ihren Bauch berühren.
Währenddessen beschwerte sich Madam Macnair bei den anderen Frauen darüber, was eine Belastung das Mädchen war.
Hermine erinnerte sich, wie Lucius Malfoy sich vorgebeugt hatte um den Bauch der anderen Frau zu berühren.
Sie hatte gebetet hatten, dass er das nicht bei ihr versuchen würde. Zum Glück tat er es nicht.
"Einige dieser Mädchen erkennen nicht welche Ehre es ist, für den Dunklen Lord zu arbeiten", sagte Umbridge mit einem traurigen Seufzer.
"Was erwarten Sie von diesem Schlammblütern."
Eigentlich hätten diese Worte Hermine nicht treffen sollen, aber sie kamen von dem Mann, der sie in den vergangenen Nächten so sehnsüchtig geküsst hatte.
"Danke, Severus. Es ist immer gut zu hören wie sehr Du hinter unserem Herrn stehst."
Der angesprochene verbeugte sich kurz.
„Gibt es sonst noch etwas, Dolores?"
Umbridge tippte mit der Spitze ihrer Feder gegen das Klemmbrett. "Ich habe nur ein paar klitzekleinen Fragen an Deine Dienerin.
Sobald sie die beantwortet hat, werde ich gehen."
Sie umkreiste Hermine, als ob diese ein Stück Fleisch war – eines von zweifelhafter Qualität.
"Ich sehe Du bist sauber, gut genährt und unverletzt ..."
Umbridge machte sich eine Notiz auf dem Pergament.
„Gab es Versuche zur Empfängnis?"
Hermines Mund wurde trocken und sie konnte Snapes Augen auf sich fühlen.
Sie schluckte, bevor sie antwortete: "Ja. Zwei"
"Hmm, zu früh um zu wissen, ob sie erfolgreich waren, nehme ich an ..."
"Und wie war das?"
Hermines erschrak und sah Snape nun direkt an.
Sein Gesichtsausdruck war unergründlich, aber Hermine dachte, sie hätte ein leichtes Zucken der Muskeln direkt unter seinem rechten Auge gesehen.
"Es war in Ordnung", sagte sie.
Das Kratzen der Feder stoppte.
"In Ordnung?" fragte Umbridge nach.
Hermine wusste nicht was sie der Frau sagen sollte.
Das es schrecklich war? Schmerzhaft und erniedrigend? Das war es nicht.
Das es wunderbar war, ihr Körper vor Vergnügen gebebt hatte? Auch das war nicht geschehen.
"Es war in Ordnung", wiederholte sie.
Umbridge machte ein kleines Geräusch.
"Das wäre alles. Du kannst gehen."
Hermine ging langsam an den beiden vorbei, aber kaum hatte sie das Zimmer verlassen, da rannte sie los. Die Treppen rauf so schnell es ging.
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Snape hatte sie nicht weggeschickt.
Sie sah sich in der Bibliothek um. Wenn er es gewollt hatte, dann wäre das Lesen dieser Bücher der perfekte Grund gewesen.
Stattdessen hatte er die Kontrolleurin des Ministeriums an der Nase herumgeführt.
Sie ging entschlossen auf die Regale zu und nahm das gefährlichste Buch in die Hand, das sie finden konnte.
Und noch eins und noch eins.
Es war zwar nicht die Hogwarts-Bibliothek, aber Snape hatte ihr freien Zugang zu diesen Büchern gegeben und sie hatte sieben Jahre nachzuholen.
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Grüne Flammen flackerten auf, als Severus in Malfoy Manor landete.
Er lief durch die Korridore direkt in den Speisesaal. Zu dieser Tageszeit war die Familie sicher dort versammelt.
Als er in den Raum stürmte, richteten sich die Blicke der Anwesenden auf ihn.
Lucius saß am Kopf des Tisches, eine silberne Gabel in der Hand.
Neben ihm Narzissa, auf der anderen Seite des Tisches Draco und seine junge Ehefrau.
Am anderen Ende, weit entfernt von der Familie, saß eine schwangere blonde Frau. Lucius Dienerin.
Nachdem sich Lucius erholt hatte, begrüßte er den Eindringling. "Guten Abend, Severus. Wir sind gerade beim Essen ..."
"Ich muss Dich sprechen", erklärte Severus trocken.
Narzissa's Augen flackerten ängstlich.
Draco blieb ungewöhnlich stumm.
"Natürlich", antwortete Lucius nach einer Weile, legte die Gabel auf seinen Teller und tupfte sich die Lippen mit der Serviette ab.
"Unter vier Augen."
In Severus brodelte es, aber noch hatte er sich unter Kontrolle.
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"Ich bin sicher, Du hast eine Erklärung für Dein ungehobeltes Verhalten", sagte Lucius.
"Nein, Lucius, Du schuldet mir eine Erklärung."
Lucius hob eine der perfekt gewölbten Augenbrauen.
"Ich versichere Dir, ich habe keine Ahnung was Du meinst. Hast Du die Güte mich aufzuklären?"
Lucius drehte ihm den Rücken zu und nahm eine Flasche Scotch in die Hand.
Aus Prinzip wollte Severus den Scotch, den ihm Lucius anbot ablehnen, aber dann überlegte er es sich anders.
Um dieses Gespräch durchzustehen brauchte er jede Unterstützung, die er bekommen konnte.
Severus stürzte die Hälfte seines Glases in einem Zug herunter und wartete auf Lucius, der es sich in seinem Sessel bequem machte.
"Ich hatte heute Besuch von Dolores Umbridge."
Der plötzliche Schreck in Lucius Augen zerstreute Severus Wut.
Offensichtlich hatte Lucius nichts davon gewusst.
"Ich hatte nichts damit zu tun", sagte Lucius mit einem eisigen Blick. "Aber ich habe dich gewarnt."
"Du hast mir versprochen alles zu ordnen", erinnerte ihn Severus.
"Das war, bevor ich die Identität des Mädchens kannte. Hast du wirklich angenommen, dass ich sie unbemerkt verschwinden lassen könnte?"
"Was passiert jetzt?"
Lucius stand wieder auf.
„Ich an Deiner Stelle würde sofort zum Ministerium gehen und das Mädchen zurückschicken. Und dann wird sie verbannt."
"Ich kann das nicht tun", erwiderte Severus.
"Warum nicht?", fragte Lucius ungläubig.
"Sie könnte ein Kind von mir erwarten", bot er als Erklärung an.
Lucius Miene wurde düster, aber nicht weniger bestimmt.
"Das ist bedauerlich, aber es ändert nichts."
Soweit Severus betraf, tat es das, aber er sah keinen Sinn darin mit Lucius darüber zu streiten.
"Kannst Du Dir vorstellen, wer Umbridge zu mir geschickt hat?"
Lucius zuckte mit den Schultern.
"Wahrscheinlich niemand. Du weißt wie sehr sie das Mädchen hasst. Granger war ihr schon auf Hogwarts ein Dorn im Auge."
"Hasst sie Gra ... so sehr?"
Severus konnte sich gerade noch stoppen, aber Lucius hatte den Versprecher sehr wohl bemerkt.
Er kehrte zu seinem Stuhl zurück und füllte die beiden Gläser, seinen Blick auf Severus gerichtet.
"Sie verabscheut sie. Du kannst doch nicht vergessen haben, dass sie sich für die Todesstrafe eingesetzt hatte. Umbridge wollte sie hängen – zusammen mit Potter und Weasley."
Severus nickte.
"Ich erinnere mich, dass Du ihr nicht widersprochen hast."
„Im Gegensatz zu Dir."
Severus wählte seine nächsten Worte sorgfältig.
"Sie war fast noch ein Kind - 5 Tage vor ihrem siebzehnten Geburtstag. Und eine sehr gute Schülerin, die von Potter und Weasley verführt wurde."
Selbst für ihn klang das Argument heute genauso lahm wie vor 5 Jahren.
Aber am Ende hatte er damit ihr Leben gerettet und die Tatsache, dass sie über große magische Fähigkeiten verfügte.
Sehr schnell hatte der Dunkle Lord entschieden, das für die Zeugung von Nachkommen zu nutzen.
Allerdings erst nach drei Jahren in einem Reha-Camp. Danach spreizte sie ihre Beine freiwillig für jeden reinblütigen Zauberer, was man als Erfolg der Umerziehung ansehen könnte.
Wenn es nicht eine Lüge gewesen wäre.
„Das spielt keine Rolle. Wenn Du weiter so machst, verlierst Du Deine Position als einer der getreuen Anhänger des Lords. Nur wegen dieser Dienerin."
„Du hast Umbridge immer unterschätzt", fuhr Lucius fort.
„Schon damals auf Hogwarts als Du Dich geweigert hast, Potter zu verhören und Veritaserum einzusetzen."
"Das war ..." Severus unterbrochen.
Lucius hob die Hand.
"Verschon mich."
„Ich denke, dass sie die Chance sieht, sich an Euch beiden zu rächen. Natürlich hat sie keinen direkten Zugang zum Dunklen Lord, das geht nur über Yaxley. Aber der ist schwach."
Severus zweifelte noch immer.
„Denkst Du, sie könnte Erfolg haben?"
"Ich weiß es nicht. Deine Position ist stark. Der Dunkle Lord hegt seit Deiner Tat eine große Sympathie für Dich."
Severus wusste was gemeint war – die Ermordung Dumbledores.
Die beiden Männer hingen ihren Gedanken nach und nippten am Scotch.
Als Severus heute früh die Eule von Umbridge erhielt, musste er sich darüber klarwerden was er tun konnte.
Und der Gedanke Hermine an das Ministerium zurückzugeben, schmerzte ihn mehr als er erwartet hatte.
An andere Konsequenzen hatte er überhaupt nicht gedacht. Stattdessen war es der verdammte Lucius Malfoy gewesen, der ihn darauf stieß.
"Was ist mit Wishington?", nahm er das Gespräch wieder auf.
"Er ist loyal und diskret, aber er ist nur ein kleiner Beamter. Er kann etwas nicht finden oder durcheinander bringen, aber mehr nicht. Umbridge ist zu klug um das nicht zu durchschauen. Es wäre nur eine Frage der Zeit. "
"Zeit ist alles was ich brauche", antwortete Severus.
Lucius drehte sein Glas langsam.
"Ich werde mit Wishington reden", sagte er schließlich, ohne die Augen zu heben.
Severus nickte kurz und stand auf. Es gab nichts mehr zu sagen.
"Severus."
Severus hielt inne.
„Danach sind alle Gefallen verbraucht. Du bist ab sofort auf Dich selbst gestellt."
Severus war verwundert, dass Lucius überhaupt mit Wishington sprechen wollte. Das war mehr als er erwartet hatte – alles andere war zu riskant und würde die Position von Malfoy gefährden.
Severus war nicht so dumm um das zu erwarten.
"Du bewegst Dich auf dünnem Eis, Severus."
Severus fragte sich was Lucius damit meinte, wollte darüber aber lieber später nachdenken.
Ohne zu zögern verlies er Malfoy Manor und apparierte nach Hause.
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Granger war weder in der Küche noch in der Bibliothek als Severus zurückkehrte.
Er sollte sie zurückschicken.
Das wäre die einzig logische Konsequenz der Ereignisse.
Ihr Leben wäre zu Ende und ihre Seele in Tal gefangen. Es wäre nur gerecht, wenn ihr stummer Schrei ihn für immer verfolgen würde.
Ein Wort genügte und doch …
Wenn er die Augen schloss, sah er ihr Gesicht vor sich.
Sah sie im Bett liegen, wie sie sich unter seinen Berührungen wand.
Wie weich ihr Körper war.
Für einen kurzen Augenblick fühlte er sich begehrt.
Plötzlich kamen ihm Hermines Worte in den Sinn. Sie halfen ihm seine Gedanken zu relativieren.
Es war in Ordnung.
Verdammt.
Wütend stürmte er in sein Labor.
