Vielen Dank an alle Reviewer und Leser. Beachtet bitte die Worte am Ende des Kapitels.
Danke an Sonne, die sich als Beta zur Verfügung gestellt hat. Ich hoffe, dass wir auch in der Zukunft gut zusammenarbeiten werden.
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Post Facto
Hermine nahm die aktuelle Ausgabe des Tagespropheten zur Hand.
In großen Buchstaben las sie neueste Schlagzeile der bekanntesten Zeitung der magischen Welt:
Ehemaliger Minister Lucius Malfoy zu drei Jahren Gefängnis verurteilt
und in etwas kleinerer Schrift stand darunter:
Sein Sohn von allen Anklagepunkten freigesprochen
Sicher war das Urteil eine Provokation für viele Verfolgte unter Voldemort, aber sie war sicher, dass Malfoy nicht so lange im Gefängnis sitzen würde.
Es war der letzte große Prozess gegen einen der Anhänger des alten Regimes und schon lange machten sie keine Schlagzeilen mehr. Sogar der Selbstmord von Bellatrix Lestrange (nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Ehemann sich gegen Voldemort gewandt hatte), war der Presse nur ein kleine Notiz wert.
Hermine legte die Zeitung zur Seite und begann sich fertig zu machen. Sie ging zum Spiegel und richtete sich die Haare. Es war nicht einfach gewesen das Krankenhaus zu verlassen, denn die Heiler waren der Meinung, dass sie Ruhe brauchte. Aber Ginny und Harry hatten sie darin unterstützt, dass die Arbeit ihr am besten helfen würde.
Ihre Arbeit oder besser ihr Projekt hatte den Namen „Hoffnung" und kümmerte sich um die Kinder der Dienerinnen mit dem Ziel, Mütter und Kinder wieder zu vereinen bzw. neue, bessere Familien zu finden.
Es klopfte leise und Ginny steckte ihren Kopf durch die Tür.
„Du hast nach einer Eule gefragt?"
„Ja, danke schön."
Sie nahm einen Brief vom Nachttisch und band ihn der Eule an den Fuß.
„Bitte bring den Brief zu Severus Snape."
Ginny sah sie fragend an.
„Ich verstehe das nicht. Du schreibst ihm jeden Tag, aber Du willst ihn nicht sprechen. Und er hat Dir nie geantwortet."
Sie strich sanft über ihren Babybauch, der bisher nur für die Eingeweihten zu erkennen war.
Hermines Bauch war riesig, sie würde ihr Baby bald bekommen.
„Er weiß, warum ich ihn nicht sehen kann. Und er respektiert meinen Wunsch, nicht zu schreiben."
Für einen Außenstehenden war es schwer zu verstehen, aber Hermine hatte 7 Jahre lang machen müssen, was andere ihr befohlen hatte, ohne Magie, ohne Freiheit. Es gab nur ein wenig Hoffnung, geschrieben auf ein kleines Stück Pergament. Lange Zeit konnte sie sich nicht einmal mehr daran erinnern, wie sie zu diesem Zettel gekommen war.
Rückblick
Es regnete in Strömen, als sich eine kleine Gruppe von Mädchen und jungen Frauen auf dem Bahnsteig versammelte.
Ängstliche Kinder schauten sie mit großen Augen an.
Hermine versuchte sie zu beruhigen, dabei hatte sie selbst Angst. Zu frisch waren die Erinnerungen an den Tod von Harry und Ron.
„Es wird alles gut werden", versprach sie.
Währenddessen wurde ein Kind nach dem anderen von den Todessern ergriffen und schließlich war auch sie an der Reihe.
Allerdings kannte sie den Mann, der sie so grob anfasste, es war ihr ehemaliger Lehrer Severus Snape.
„Wir haben nur einen Moment Zeit, Miss Granger. Ich bin nicht was Sie von mir denken, aber das kann ich Ihnen leider nicht erklären. Sie sollen wissen, dass Sie nicht allein sind. Es gibt Überlebende und ich werde alles tun, damit Sie sicher sind. Nur eins müssen Sie mir versprechen – verlieren Sie nicht die Hoffnung."
Sie war erschüttert, konnte nichts erwidern.
„Sie werden sich nicht daran erinnern, aber nehmen Sie das."
Er steckte ihr etwas zu.
„Woran Sie sich erinnern, ist, dass der Schulleiter Ihnen das nach Ihrem sechsten Schuljahr zukommen ließ und Sie glauben, dass der Zettel der Schlüssel zu Ihrer Rettung sein wird."
Er schaute sie an.
„Haben Sie verstanden?"
Hermine nickte und wollte sich alles merken. Dabei war es schon längst zu spät. Die Begegnung löste sich in ihren Gedanken auf, als wenn sie nie stattgefunden hatte.
Im nächsten Moment schob er sie zurück auf den Bahnsteig und rief nach einem Todesser.
„Gibt es ein Problem mit ihr?"
Severus schüttelte nur den Kopf und ging schnell in die andere Richtung.
„Hat er Dir etwas getan?", fragte eines der Mädchen später.
„Nein. Er hat mir nur Angst einjagen wollen."
Ängstlich griff sie in ihre Tasche. Er war noch da, der Zettel von Dumbledore.
Ginnys Stimme brachte sie in die Gegenwart zurück.
„Er wird dort sein."
„Das hoffe ich", erwiderte Hermine
Sie lächelte ihre Freundin an und griff nach ihrem Umhang.
„Komm. Wir müssen los."
Hermine folgte Ginny ins Wohnzimmer, wo Remus vor Gavril kniete und leise mit ihm sprach.
„Warum kann ich nicht mitkommen?", jammerte der Elfjährige und hörte sich dabei an wie ein Fünfjähriger.
„Das ist kein Platz für Kinder. Und außerdem musst Du ja Hermines Eltern mit Camilla helfen."
Gavril schaute abfällig auf das kleine Kind.
„Na gut", gab er nach.
Hermine nahm das kleine Mädchen auf den Arm und Gavril an die Hand.
„Bist Du sicher?", fragte Remus.
Sie nickte und bat Gavril, das Floopulver in den Kamin zu werfen.
„Zu den Grangers", sagte sie deutlich und die drei traten in die grünen Flammen.
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Das Haus ihrer Eltern war warm und gemütlich. Normalerweise blieb sie stundenlang dort und holte all die verlorene Zeit nach. Heute war das anders. Sie war aufgeregt, weil sie Snape wiedersehen würde und so verabschiedete sie sich schnell von ihren Eltern und den Kindern.
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Auf den hohen Klippen standen Dutzende Hexen und Zauberer und sie alle starrten in das Tal.
Es hatte lange gedauert, bis man einen Zauberspruch gefunden hatte, der die gefangenen Seelen befreien würde.
Dieser Zauber machte es nötig, dass sie alle hier waren. Nur die Lebenden konnten die Seelen der Verbannten erlösen und damit die letzten Reste von Voldemorts Magie beseitigen.
Plötzlich ertönte eine Stimme neben ihr.
„Wie ich sehe, hast Du meine Nachricht nicht erhalten oder Du hast beschlossen sie zu ignorieren."
Sie hatte sich schon gedacht, dass Snape ihren Wunsch diesmal nicht respektierten würde und hatte ihm so spät wie möglich die Eule geschickt. Allerdings wollte sie ihn unbedingt sehen, genau an dieser Stelle.
So sehr hatte sie gehofft, dass er kommen würde. Doch eine Sicherheit gab es für sie nach den Ereignissen, welche dieser Schlacht folgten, nicht.
Snape hatte zwei Monate in St. Mungos verbracht und sich von den Verletzungen erholt, dann steckte man ihn ins Gefängnis. Hermine hatte sich geweigert gegen ihn auszusagen, obwohl der Prozess nur eine Formalität war. Kingsley und die anderen Mitglieder des Gerichtes lebten in New Hope und wussten selbstverständlich, dass Snape ein Spion für die gute Sache war. So wurde er nach einer Woche aus Askaban entlassen und stand seitdem in schriftlichem Kontakt mit Hermine.
Und nun war er hier und sah sie nach Monaten zum ersten Mal.
„Du bringst Dich und unser Kind in Gefahr."
„Nichts hätte mich abhalten können. Außer der Geburt des Babys natürlich."
Er wollte sich nicht streiten, wusste er doch, dass es keinen Sinn hatte.
„Miss Granger, ich ..."
„Hermine", unterbrach sie ihn.
„Ich komme mir wie eine dumme Schülerin vor, wenn Du mich Miss Granger nennst."
„Du warst niemals dumm."
Kam das Kompliment von Professor Snape oder von Snape? Wie auch immer, sie war stolz, dass er so über sie dachte.
„Ich nehme an, dass Du mit mir über die Geburt sprechen willst."
Sie nickte. Das wäre ein guter Anfang.
„Ich wohne schon zu lange am Grimmauld Place. Ginny bekommt ein Baby und Charlie wird in ein paar Wochen heiraten. Ich möchte dort ausziehen."
„Was? Potter setzt Dich auf die Straße?"
Hermine lachte leise. Das war typisch Snape, er hatte noch immer kein Vertrauen zu Harry.
„Natürlich nicht. Ich denke einfach es ist Zeit."
Sie wollte noch mehr sagen, da ertönte Harrys Stimme.
„Erhebt Eure Zauberstäbe."
Hermine, Snape und die anderen richteten die Zauberstäbe auf das Tal unter ihnen.
„Auf drei. Ein, zwei, drei."
Alles vereinte sich zu einem großen Lichtstrahl und sammelte sich in der Mitte des Tales.
Plötzlich kam ein Wind auf und ein heller Blitz schoss in den Himmel.
Er nahm alle gefangenen Seelen mit. Ihre Familien, Freunde und Kameraden waren erlöst.
Zusammen sahen sie zu, wie sich das Tal leerte und die nun befreiten Seelen gen Himmel schwebten.
Hermine fühlte, wie Snape den Arm um sie legte und lächelte.
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25 Jahre später
Hermine stand auf der Bühne und sah zu, wie eine frühere Dienerin ihre Rede beendete.
Als der Beifall abebbte, trat sie zu der Hexe.
„Danke, Roselyn."
Sie sah viele junge Hexen und Zauberer zur Bühne aufblicken. Seit der Veröffentlichung ihrer beiden Bücher über das Regime von Voldemort, die zu Standardwerken geworden waren und seitdem an den Schulen zum Lehrplan gehörten, erzählten sie und andere ehemaligen Dienerinnen über die damalige Zeit.
Diese Auftritte waren jedes Mal schwer, denn sie hatte das Gefühl, den Opfern nicht gerecht zu werden.
Worte konnten den erlebten Horror nicht beschreiben und so beendete sie ihren Vortrag stets auf dieselbe Weise:
„Im ersten Jahr nach Voldemorts Regime rettete das Projekt „Hoffnung" 58 Dienerinnen aus der Sklaverei. Zahlreichen anderen Frauen kam eine angemessene medizinische Versorgung zugute und auch heute betreuen wir noch Opfer dieser gewalttätigen Epoche. Aber unsere Arbeit ist noch nicht vorbei. Aus den Dokumenten des früheren Ministeriums geht hervor, dass es bis zu 600 Dienerinnen gegeben haben soll. Wir haben noch immer nicht alle finden können."
Sie räusperte sich und kam zum Ende ihrer Rede.
„Wir sollten immer darauf achten, dass so etwas nie wieder passieren kann. Vielen Dank für Ihr Erscheinen. Gute Nacht."
Die Menge begann zu applaudieren, als sich Hermine verbeugte. Sie wollte gerade die Bühne verlassen, als sie ein junges Mädchen bemerkte, das ihr aufgeregt zuwinkte.
„Madam Snape, Madam Snape."
„Ich sehe, dass Du eine Frage hast."
Das Mädchen nickte.
„Madam Snape, stimmt es, dass Ihr Ehemann früher einer der vertrautesten Anhänger von Voldemort war? Und waren Sie wirklich seine Dienerin?"
Die Menge verstummte und alle Blicke richteten sich auf sie.
Hermine lächelte weiter, sagte aber nichts.
Severus Snapes Arbeit als Spion war allgemein bekannt. Aber sie hatte immer versucht, ihr Privatleben privat zu lassen.
Eine Dienerin, die ihren „Herren" geheiratet hat, das war doch sehr ungewöhnlich.
„Meine Ehemann war Spion für den Orden des Phönix und hatte sich als Todesser bei Voldemort eingeschlichen", erklärte sie geduldig.
„Wussten Sie, dass er ein Spion war?", fragte die Begleiterin des Mädchens.
„Ich war eine Dienerin und er hat mir damals nicht gesagt, dass er ein Spion ist."
„Und Sie haben ihn trotzdem geheiratet?"
Hermine sah in die letzte Reihe. Dort saßen Severus, ihre beiden Kinder Camilla und Tobias, ihr Schwiegersohn Gavril und ihre kleine Enkeltochter Hope.
Dann wandte sie sich wieder dem Mädchen zu und beantwortete die Frage:
„Ja, das habe ich. Ein Freund hat mir einmal gesagt, dass es egal ist, wie eine Liebesgeschichte beginnt, wichtig ist nur, wie sie endet."
Ende
Mir ist klar, dass es ein abruptes Ende ist. Ich habe mit der Autorin gesprochen und sie meinte, dass man ja seine Phantasie spielen lassen könnte.
Ich wäre auch bereit etwas zu schreiben, nur wie sie zusammenkommen, wäre zu einfach.
Vorschläge nehme ich trotzdem gern an, versprechen kann ich nichts.
