Annuket: Ich glaube, dass das bisher das längste Kapitel von ‚Schattenmagier 2' ist (zumindest auf dem derzeitigen Stand). Aber bevor es losgeht, möchte ich mich bei Dax und Claudia für ihre Reviews bedanken. Und um dir, Claudia, zu antworten: Das mit dem Wortspiel ist so typisch ägyptisch. Solche ähnlichen haben die auch immer gemacht ‚grins'. Es gab schon mal eine neue Hauserfindung? Kannst du mir den Titel der Geschichte sagen? Ich habe noch nie eine gelesen. Außerdem kann ich dich beruhigen, denn ich weiß, was ich damit machen will (und das hatte ich Magician auch schon erzählt, und sie fand es zumindest interessant). Der Name hat einen Sinn.
Sarlena ‚stürzt ins Zimmer': Wahhhhhh, alles zu spät! Wir müssen uns beeilen anzufangen! Los, schnell, hopp hopp!
Annuket: Immer mit der Ruhe. Letzte Woche waren Magician und ich viel später dran.
Sarlena: Das ist keine Ausrede! ‚schaut auf das Geschriebene, dann panisch' Es fehlt noch der Disclaimer! Wie furchtbar!
Annuket: Ja, ich wollte gerade damit anfangen.
Sarlena: Das dauert alles zu lange! ‚sagt sehr schnell' Annuket-gehört-weder-Yugioh-noch-Harry-Potter-oder-sonst-irgendetwas-wofür-sie-Geld-bekommt! ‚zerrt an Annuket' So, nun aber schnell!
Annuket ‚seufzt und sagt, während sie aus der Tür geschleift wird': Viel Spaß beim Lesen. Und ich würde mich natürlich über Reviews freuen.

((...)) Anmerkungen von Annuket und/oder Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..." Gespräch
‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevills Kröte, heiliges Tier des Götterpaares Huh unf Hauhet)

Kapitel 3: Das Haus Smaragd

Die drei Schattenmagier folgten dem Schuldirektor durch die Gänge der Schule ebenso wie die beiden Monster und die anderen Lehrer. Schließlich kamen sie zu einem riesigen, steinernen Wasserspeier. Dumbledore sagte das Passwort (Zischende Zauberdrops), und der Weg zu seinem Büro öffnete sich. Sie fuhren die fahrstuhlartige Treppe hoch, bis sie vor einer riesigen, schimmernden Eichentür standen, deren bronzener Türklopfer die Gestalt eines Geiers hatte. Dumbledore, der immer noch voran ging, öffnete die Tür geräuschlos und betrat sein Büro. Die anderen folgten.

Fasziniert schauten sich Yami, Yugi und Kaiba in dem geräumigen, runden Raum um. An den Wänden hingen Gemälde von Zauberern und Hexen, die sich zu ihrer Überraschung bewegten; einige verließen ihre Gemälde, um bei ihren Nachbarn aufzutauchen und mit diesen zu tuscheln. In der Mitte des hinteren Teils des Raumes stand der riesige, klauenfüßige Schreibtisch des Direktors. Dahinter auf einem Regal lag der sprechende Hut, der nun scheinbar wieder vor sich hindöste, da er seine Aufgabe für dieses Jahr erfüllt hatte. Neben dem Schreibtisch auf einer Goldenen Stange döste ein Phönix. Als er die vielen Menschen –und zwei Monster– in den Raum kommen hörte, öffnete er verschlafen die Augen. Müde flatterte er in eine dunkle Ecke, drehte der Gesellschaft den Rücken zu und schien gleich wieder einzuschlafen. Weiterhin waren im Raum mehrere storchenbeinige Tischchen, auf welchen ein paar silberne Geräte surrten oder leise zischend Dampfwölkchen ausstießen. Ein paar der vielen Schränke, die überall an der Wand standen, waren geöffnet, und auch darin konnte man einen Blick auf verschiedene interessante Zauberinstrumente und -apparaturen erhaschen.

Während sich die drei umsahen, füllte sich der Raum. Das Büro war so groß, dass das gesamte Lehrerkollegium, die drei Schüler sowie die beiden Monster bequem darin Platz fanden. Durch einen Zauber ließ Dumbledore Sessel erscheinen, so dass alle sich setzen konnten. Währenddessen gesellten sich auch noch die vier Hausgeister zu ihnen.

„So", hob Dumbledore an, „kann mir nun jemand erklären, was es mit diesem neuen Haus auf sich hat?"

„Oh, es ist nicht neu", sagte der dicke Mönch von Hufflepuff, der der älteste der Hausgeister war. „Als ich noch jung war und mein erstes Schuljahr in Hogwarts verbrachte, wurde dieses Haus gerade versiegelt. Schon damals war um die 20 Jahre nie ein Schüler dorthin eingeteilt worden. Madame Ravenclaw, die die letzte der Schulgründer war, entschloss sich dazu, Smaragd zu versiegeln, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Hut einen Schüler für das Haus auswählen würde."

„Da", schrie Sarlena auf einmal wütend und deutete auf das älteste Bild in der Reihe der Schuldirektoren. Der Mann darauf war sehr alt und schlief in einem großen Lehnsessel. In seinem langen Bart, der Dumbledores durchaus Konkurrenz machen konnte, hatte er ungefähr in der Mitte einen Knoten. „Da ist er. Hey, Professor Kimber. Wie können sie es wagen zu vergessen, uns zu wecken!"

Durch ihr Geschrei erwachte der Zauberer auf dem Bild. „Hmmm?" Er rieb sich verschlafen die Augen. „Hat jemand gerufen?" fragte er mit alter, heiserer Stimme.

„Sie haben uns nicht wecken lassen!" kreischte Sarlena, ihrem Namen ‚hysterischer Elf' alle Ehre machend. „Die Schüler sind schon da, und die Zimmer des Hauses Smaragd sind seit Jahrhunderten vernachlässigt!"

„Hää? Oh ja, jetzt erinnere ich mich", sagte der alte Zauberer mit der Knollennase. „Dafür hatte ich mir also den Knoten in den Bart gemacht. Ich habe Ihnen ja gesagt, ich habe was vergessen. Sehen Sie? Ist es denn schon so weit, dass Schüler eingeteilt wurden?"

„Ja! Und Sie hätten uns vor mehreren Stunden wecken sollen!" schimpfte Sarlena.

„Ach", tat es der Mann auf dem Gemälde ab. „Bei so vielen Jahrhunderten tun doch ein paar Stunden nichts mehr zur Sache."

„Waaaaaasss?" Sarlena schien ihr Geschrei fortsetzen zu wollen. Doch Samantha legte ihr eine Hand auf die Schulter.

„Schhhhh", sagte die dreiäugige Hexe beruhigend. „Es hilft nichts, wenn wir uns nur aufregen. Taten sind nun gefragt."

Sarlena schaute sie ein paar Sekunden an. „Du hast recht", schrie sie, wobei sie ihre Lautstärke wieder etwas gesenkt hatte. „Ich kümmere mich um die Zimmer. Regele du hier alles." Samantha nickte ruhig. „Hier", fuhr Sarlena fort und reichte dem anderen Monster ein Stück Pergament((1)), das sie aus ihrem Buch zog. „Ich denke, ich habe alles Wichtige aufgeschrieben, was wir noch brauchen."

Samantha nahm es. Kaum hatte sie es ergriffen, rief Sarlena: „Waaahh, ich muss mich beeilen!" und war Sekunden später aus dem Büro verschwunden. Alle Anwesenden sahen ihr mehr oder weniger fassungslos nach.

„Dürfte ich nun um eine ausführliche Erklärung bitten?" fragte Dumbledore, und alle Augen richteten sich auf das Monster.

Samantha richtete ihr drittes Auge, das als einziges geöffnet war, auf ihn. „Verzeihen Sie, Sarlena ist ein Organisationsgenie, aber leicht in Panik zu versetzen. Und was die Erklärung betrifft… ich denke, sie beziehen sich darauf, warum wir versiegelt waren, nicht wahr?"

„Genau. Ich habe noch nie von einem fünften Haus in Hogwarts gehört. Und auch in der Geschichte Hogwarts' ist es nicht erwähnt."

„Ich kenne dieses Buch nicht, aber wir wurden 20 Jahre nach der Schulgründung versiegelt", erwiderte Samantha ruhig. „Ich weiß nur, dass einer der Schüler, der über die Gabe der Zukunftsschau verfügte, eine Prophezeiung aussprach. Diese besagte, dass das Haus Smaragd erst in diesem Jahr zum ersten Mal aktiv werden würde."

„Ja, daran erinnere ich mich", bestätigte der fette Mönch nachdenklich. „Er machte diese Prophezeiung genau zur Mittagszeit in der großen Halle, und deshalb wurde das Mittagessen um 1 ½ Stunden verschoben."

„Damals war Madame Ravenclaw die einzige überlebende Gründerin Hogwarts'", fuhr Samantha wieder fort. „Und um uns die Wartezeit zu verkürzen und damit unser Haus nicht unbenutzt existierte, versiegelte sie es mit Hilfe des Lehrerkollegiums. Sarlena und ich, die die Wächter unseres Hauses sind, wurden dabei auch in unseren langen Schlaf versetzt."

„Aber die Frage ist doch hauptsächlich, was wir jetzt tun sollen, oder?" fragte McGonagall. „Ein Haus mit nur drei Schülern hat es noch nie gegeben. Ganz abgesehen davon, dass sie nun auch einen Hauslehrer und einen Vertrauensschüler brauchen."

„Als Vertrauensschülerersatz dienen wir", teilte Samantha mit. „Wenn Sie es wünschen, übernehmen wir auch Hauslehrerfunktionen."

„Das können Sie doch nicht zulassen, oder Albus? Können wir sie nicht einfach erneut in ein Haus einteilen lassen?" meldete sich Raue-Pritsche zu Wort.

„Eine neue Einteilung können wir genauso wenig vornehmen, wie wir Harry letztes Jahr vom Trimagischen Turnier ausschließen konnten", erwiderte Dumbledore. „Auch mit dem Hut wird für die Einteilung ein magischer Eid eingegangen.((2)) Allerdings halte ich es wirklich für besser, wenn ein Lehrer Hauslehrer wird."

„Vielleicht sollte jemand, der bereits Hauslehrer ist, diese Aufgabe übernehmen", meldete sich wieder McGonagall zu Wort.

„Chrm, chrm", ließ sich Umbridge vernehmen.

„Ja, Professor? Sie haben einen Vorschlag?" fragte Dumbledore freundlich, während die anderen Lehrer eher genervt und wütend aussahen.

„Nun", fing sie mit ihrer zarten Mädchenstimme an. „Ich denke, es wäre besser, wenn die Hauslehrer nicht mit dieser zusätzlichen Bürde belastet werden würden. Ich erkläre mich gerne dazu bereit, die drei kleinen Racker zu betreuen."

Yugi, Yami und Kaiba schauten sie böse an. Schon seit Jahren –bei Yami waren es ja sogar Jahrtausende– hatte niemand mehr gewagt, die beiden größeren als ‚Racker' zu bezeichnen. Und auch Yugi war von dieser Bezeichnung nicht gerade angetan.

Doch ehe sie oder die Lehrer ihre Meinung kundtun konnten, erhob auch schon Samantha Einspruch. „Ich fürchte, das geht nicht. Smaragd unterscheidet sich von den anderen Häusern Hogwarts'. Nur Schüler unseres Hauses, freie Seelen und Personen, die zumindest die grundlegenden Eigenschaften besitzen, können unser Haus ohne Beschränkungen betreten. Alle anderen müssen in unser Haus geleitet werden, und auch dann haben sie nur für kurze Zeit Zutritt, bevor sie wieder hinausgeschleudert werden."

„Was soll das denn heißen?" fragte Umbrigde, deren Miene sich etwas verfinsterte.

Samantha drehte sich zu ihr um. „Da Sie nicht annähernd die erforderlichen Fähigkeiten besitzen, können Sie nicht Hauslehrerin für unser Haus werden." Die beiden unteren Augen der Frau, die bisher fest geschlossen gewesen waren, öffneten sich ein Stück, und man konnte tiefschwarze Augen, ohne die Spur einer weißen Lederhaut((3)) erkennen. „Es sei denn, Sie wollen sterben und zum Geist werden, natürlich. Wenn sie wollen, könnte ich Ihnen dabei behilflich sein." Ihre Stimme und ruhige Sprechweise änderten sich nicht im Geringsten, während sie das sagte.

Umbridge schaute leicht geschockt weg. „Nein, das ist wohl nicht nötig."

Samanthas untere Augen schlossen sich wieder. „Wie Sie wünschen."

„Hat denn einer unserer Lehrer, die hier fast alle anwesend sind, die erforderlichen Kräfte?" fragte Dumbledore.

Samantha musterte die Lehrer mit ihrem dritten Auge, sich scheinbar auf irgendetwas konzentrierend. Alle schauten sie gespannt an, als sich der Blick des dritten Auges auf sie richtete. Alle bis auf Snape, der anscheinend ein Stoßgebet zu jedem ihm bekannten Gott, Teufel oder was auch immer schickte, dass er nicht geeignet sein würde. Doch auch an ihm ging Samanthas Blick vorbei wie an den anderen.

Schließlich sagte sie: „Nein, es tut mir leid. Hier ist kein geeigneter Kandidat dabei."

„Dann bleibt uns nur die Hoffnung auf Professor Trelawney", sagte McGonagall, scheinbar nicht sehr begeistert von dieser Möglichkeit. „Oder Hagrid. Wir werden wohl warten müssen, bis er von seiner Reise zurückkehrt."

„Nein", erwiderte Dumbledore, der lächelte, weil ihm scheinbar eine Idee gekommen war. „Es gibt einen passenden Kandidaten. Professor Binns ist schließlich ein Geist, und insofern sollte er als ihr Hauslehrer geeignet sein."

„Halten Sie das für klug?" ließ sich Professor Sprout vernehmen. „Er hat schon seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten keinen direkten Kontakt mehr zu Schülern außerhalb des Unterrichts gehabt."

„Das stimmt schon", antwortete Dumbledore. „Aber er wollte unsere drei jungen Schüler sowieso kennenlernen, weil sie viel über altägyptische Magie wissen. Und die restlichen Hauslehrer können ihn ja unterstützen."

„Aber das geht doch nicht!" erwiderte Umbridge. „Er ist tot."

„Wir hätten zumindest nichts dagegen, einen Geist als Hauslehrer zu haben", sagte Kaiba, der die Diskussion abkürzen wollte.

„Sir Nicholas, würden Sie bitte Professor Binns herholen", wandte sich Dumbledore an den fast kopflosen Geist von Griffindor.

„Es ist mir eine Ehre", erwiderte dieser und schwebte durch die nächste Wand.

„Aber was machen wir mit dem Stundenplan?" fragte McGonagall. „Wir können sie doch nicht alleine Unterricht haben lassen."

„Den können wir doch dem Grundstundenplan der Fünftklässler in Griffindor anpassen", antwortete Dumbledore. „Da Sie, Minerva, sowieso die Stundenpläne der gesamten Schule festlegen, ist das vermutlich die einfachste Regelung. Schließlich sind es doch nur drei Schüler mehr in der Klasse."

In diesem Moment schwebte Sir Nicholas, dem ein verwirrter Professor Binns folgte, in das Büro des Schulleiters. „Ah, Professor", begrüßte Dumbledore ihn. „Es tut mir leid, dass wir Sie belästigen müssen. Aber könnten Sie bitte die Leitung eines Hauses übernehmen?"

„Was für ein Haus?" fragte Binns, der sich etwas planlos im Raum umsah und die Lehrer, Schüler und das Monster betrachtete, als hätte er seit Jahren keine Menschen mehr gesehen.((4))

„Das Haus, in das die Austauschschüler eingeteilt wurden", erwiderte Dumbledore geduldig. „Ich hatte Ihnen doch von den Schülern erzählt, die viel über altägyptische Magie wissen. Sie sind jetzt da." Er wies auf Yami, Yugi und Kaiba, die die Besprechung interessiert verfolgten. „Aber sie wurden in ein Haus eingeteilt, das versiegelt war und somit keinen Hauslehrer hat. Und Sie sind der perfekte Kandidat für diesen Posten. Würden Sie die Aufgabe übernehmen?"

„Hmm…" überlegte Binns, der sich scheinbar die Schulabläufe ins Gedächtnis rufen musste. „Sind nur diese drei in dem Haus?"

„Ja", erwiderte McGonagall. „Und wir anderen Hauslehrer unterstützen Sie natürlich bei Ihren Aufgaben."

„Na schön", sagte der Geist. „Ist es mein früheres Haus Ravenclaw? Warum sind da so wenige Schüler drin? Andererseits sind die meisten Noten, die ich vergebe, seit Jahren nicht so umwerfend.((5))"

„Nein", erwiderte Dumbledore. „Es handelt sich um das Haus Smaragd."

„Hm" machte der Geist. „Ich erinnere mich gar nicht an so ein Haus… Es gab doch nur Ravenclaw, Slytherin, Hufflepuff und Gryffindor."

„Ja, da haben Sie Recht. Aber Smaragd war, wie ich vorhin auch schon sagte, lange versiegelt", erwiderte der Schulleiter.

„Oh, na gut", sagte das Gespenst. „Ist ja auch egal."

„Gut", sagte Samantha und erhob sich. „Da wir nun einen Hauslehrer haben, kann das Weitere ja später besprochen werden. Aber ich denke, die Schüler unseres Hauses sollten nun nicht länger wachgehalten werden. Sarlena ist bestimmt auch bald fertig."

„Natürlich", stimmte Dumbledore ihr zu. „Ich würde das Haus aber gerne sehen, wenn Sie nichts dagegen haben."

„Selbstverständlich", erwiderte die dreiäugige Hexe ruhig und verneigte sich leicht. „Bitte folgen Sie mir", sagte sie zu Dumbledore, Yami, Yugi, Kaiba und Binns.

Dann wandte sie sich an den restlichen Lehrkörper. „Ich wünsche eine geruhsame Nacht." Die Lehrer erwiderten den Abschiedsgruß, und Samantha verließ, gefolgt von den fünf zuvor genannten, das Büro. Die anderen Lehrer folgten ihnen, gingen dann aber außerhalb des Büros in die verschiedenen Richtungen, in denen jeweils ihre Zimmer lagen.

„Es tut mir Leid, Albus-jii-chan", sagte Yugi, als sie schließlich allein durch die schummrigen Schulkorridore gingen. „Wir wollten dir bestimmt nicht so viel Ärger machen."

Dumbledore drehte sich zu ihm um und lächelte. „Aber das ist doch nicht schlimm. Ich finde es gut, wenn ab und zu mal etwas Unerwartetes geschieht. Und unter uns, die Blicke von den meisten Lehrern und Schülern waren wirklich komisch." Die Augen des Schulleiters funkelten vergnügt. „Macht euch keine Sorgen."

„Verrätst du uns, was es mit dieser Umbridge-Person auf sich hat?" fragte Yami.

Der Schulleiter sah kurz nachdenklich aus. „Das Ministerium hat ihr geholfen, die Stelle zu bekommen. Nicht dass ich mich vor Bewerbern hätte retten können... Ihr müsst wissen, seitdem ich vor langer Zeit Voldemorts Bewerbung um diese Stelle abgelehnt habe, scheint der Posten des Lehrers für ‚Verteidigung gegen die dunklen Künste' irgendwie verflucht zu sein. Niemals war ein Lehrer länger als ein Jahr im Amt."

„Das ist schlecht", erwiderte Yugi. „Wenn wir dir irgendwie helfen können, sag Bescheid, ja?"

Dumbledore strahlte ihn an. „Vielen Dank für das Angebot", sagte er, bevor er ernst und nachdenklich weitersprach: „Aber ich fürchte, wir können da vorerst nicht allzu viel unternehmen. Gesetzen des Ministeriums habe ich kaum etwas entgegenzusetzen. Und unser werter Zauberereiminister befürchtet, dass ich seinen Posten will. Er sieht seine Theorie dadurch bestätigt, dass ich Voldemorts Rückkehr publik mache. Er meint, es sei ein Schachzug, um die Leute in genug Angst zu versetzen, dass sie sich gegen ihn und für mich entscheiden."

„Politiker…" ließ sich Kaiba in einem sehr verächtlichen Tonfall vernehmen. „Aber tut er wenigstens etwas im Geheimen, um sich gegen Voldemort zu rüsten oder versucht er zu prüfen, ob er wirklich zurück ist?"

„Meinen Quellen zufolge, und die sind immerhin aus dem Ministerium, versucht er nur mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln jedes Anzeichen dafür zu vertuschen und Harry und mich als verrückt dastehen zu lassen."

„Ja, ja", ließ sich Professor Binns plötzlich vernehmen. „Geschichte wiederholt sich. Als Frinzakus die Magiergemeinde in Karthago vor dem bevorstehenden Angriff der Römer warnte, wurde er aus der Stadt gejagt."

„Ich habe darüber gelesen", sagte Kaiba. „Das war zur gleichen Zeit wie der dritte Punische Krieg bei den Muggeln. Am Ende war Karthago nicht mehr als ein Häufchen Asche."((6))

Binns sah ihn begeistert an. „Ja, das ist dieser Krieg. Sie kennen sich mit Geschichte aus. Das ist sehr gut. Ich bin sehr froh, Ihr Hauslehrer sein zu dürfen. Was die Sicht der Muggel angeht, bin ich allerdings nicht ganz so bewandert."

Yami lächelte den Lehrer an. „Es wird sicher ein interessanter Austausch."

Während des Gesprächs führte Samantha sie zielstrebig durch die Gänge der Schule. Sie nahmen verschiedene Treppen, die scheinbar immer genau so lagen, wie es am günstigsten war. Schließlich hielt sie an einem Wandteppich an, auf dem Trolle in Ballett-Kostümen einen Zauberer verprügelten.

„Warum verprügeln diese Trolle den armen Mann?" wollte Yugi wissen.

„Das ist Barnabas", antwortete Binns und schob seine Brille zurecht((7)). „Er wurde sechs Jahre nach Gründung der Schule in Hogwarts eingeschult. Später erhielt er den Beinamen ‚der Bekloppte', weil er nach seinem Abschluss versuchte, ein Trollballett aufzubauen. Wie dieser Wandteppich uns zeigt, war sein Versuch nicht gerade von Erfolg gekrönt."

„Und was ist das für ein Raum gegenüber davon?" fragte Yami.

Verwundert sah sich Binns um. „Was für ein Raum?" fragte er und betrachtete die leere Wand.

„Ihr könnt ihn sehen?" wollte Dumbledore verwundert wissen. Als Yami, Yugi und Kaiba irritiert nickten, erklärte er: „Dort ist der Raum der Wünsche. Aber eine Tür wird erst sichtbar, wenn man dreimal daran vorbei läuft und sich ganz fest einen Raum wünscht. Sehr praktisch, wenn man ganz dringend eine Toilette braucht", sagte er und kicherte leicht. Dann sah er die drei an, und seine Miene wurde nachdenklich, bevor er fortfuhr: „Normalerweise solltet ihr ihn nicht sehen können."

„Wir sehen auch nur eine schwarz schimmernde Tür", erwiderte Kaiba.

„Dieser Raum wurde von dem Gründer unseres Hauses erschaffen", ertönte die Stimme der dreiäugigen Hexe hinter ihnen. „Eigentlich ist auch nur dieser Raum und unser Haus direkt von ihm geschaffen worden. Vermutlich ist er gerade deshalb in Vergessenheit geraten. Außerdem verließ er die Schule sofort nach der Fertigstellung, ohne jemals jemanden zu unterrichten."

„Können Sie uns mehr über den Gründer erzählen?" fragte Dumbledore, der sich genau wie die anderen nun wieder der Hexe zugewandt hatte.

Wieder öffnete sie ihre zwei unteren Augen einen Spaltbreit. „Ich könnte. Aber es ist uns verboten. Nur so viel darf ich sagen: Er half, das Band der vier anderen Gründer zu stärken, so dass sie die Schule erbauen konnten."

Ihre Augen schlossen sich wieder, und sie wandte sich dem Wandteppich zu. „Lasst Barnabas mal kurz in Ruhe", befahl sie in ihrer ruhigen Tonlage den Trollen. Doch diese hörten nicht auf sie und verprügelten den armen Zauberer weiter, wie sie es jahrhundertelang getan hatten. „Hey, ich sagte Schluss jetzt!" sagte sie lauter.

Als die Trolle trotzdem nicht innehielten, öffneten sich plötzlich die unteren Augen der Hexe vollständig. Die schwarze Magie des Monsters traf den Teppich, und die Trolle blickten endlich auf. Erschrocken sahen sie die Hexe mit den zwei vollständig schwarzen Augen an. Sofort traten sie beiseite und ließen den Zauberer in Ruhe.

Dieser hatte sich auf dem geknüpften Boden zusammengekauert. Als er merkte, dass die Trolle von ihm abgelassen hatten, schaute er zögerlich auf und wurde der Personen vor seinem Teppich gewahr, die ihn –mit Ausnahme Samanthas– neugierig musterten. Seine Augen weiteten sich, und er richtete sich schnell auf. „Seien Sie gegrüßt", sagte er würdevoll… oder versuchte es zumindest. Er rückte seine Kleidung zurecht, während er fragte: „Warum unterbrechen Sie uns?"

Samanthas untere Augen schlossen sich wieder, da sie die Aufmerksamkeit der Teppichbewohner hatte. „Würden Sie uns bitte in unser Haus lassen?"

„Oh", machte er. „Sind das die neuen Schüler? Fein, fein. Nur herein", sagte er leicht ungeduldig. „Dürfen wir jetzt weitermachen?" fragte er, nachdem er für die Schattenmagier spürbar einen Zauber aktiviert hatte.

Die Hexe schien zufrieden zu sein. „Natürlich", erwiderte sie.

„Danke", erwiderte Barnabas und wandte sich wieder den Trollen zu, die miteinander flüsterten, in der Nase bohrten oder einfach nur gelangweilt herumlungerten. „So, nun aber etwas Disziplin. Wir haben schließlich Publikum. Stellt euch in einer Reihe auf und dann macht die Schritte nach, die ich euch gezeigt habe." Die Trolle sahen Barnabas an, dann wechselten sie ein paar Blicke miteinander und stürzten sich wieder auf ihn.

Samantha ignorierte die Teppichbewohner und hob nun den Vorhang, hinter dem ein Loch erschienen war. „Bitte nach Ihnen", sagte sie und bedeutete den vier Menschen und dem Geist vorzugehen.

Yugi, Yami und Kaiba kletterten hinein, Binns folgte und schließlich nahm Samantha Dumbledore bei der Hand, und die beiden stiegen ebenfalls in das Loch. Der Schulleiter spürte einen leichten Druck, als er die Räumlichkeiten betrat. „Ich bin wohl nicht allzu willkommen. Es fühlt sich an, als würde mich das Haus als Fremdkörper empfinden."

„Also, ich fühle mich hier sicher und beschützt", stellte Yugi fest.

„Ja, als würde die Magie uns umarmen und liebkosen", ergänzte Yami, der seine Augen kurz geschlossen hatte, genüsslich.

Nachdem sie die drei Stufen hoch in den Gemeinschaftsraum gestiegen waren, der von einem prächtigen Kronleuchter in ein sanftes Licht getaucht wurde, schauten sie sich in um. In der rechten Wand war ein Karmin eingelassen mit der Hausfahne darüber. Darum herum war ein halbkreisförmiges Sofa, das mit lilafarbenem Samt überzogen zu sein schien. Gegenüber davon, an drei 3 m hohen Fenstern stand ein langer Tisch. Gegenüber vom Eingangsloch war eine Treppe, an deren Seiten zwei große leere Steinplatten standen, wie die, aus denen Sarlena und Samantha hervorgekommen waren.

Erstere kam gerade die Treppe hinuntergestürzt. „Ihr seid schon hier?", fragte sie panisch.

Hinter ihr erschien ein Hauself, der, als er die drei Schattenmagier sah, plötzlich sehr ängstlich aussah. Er verbeugte sich hastig. „Ich habe das Gepäck gerade gebracht", sagte er verschreckt, bevor er sich erneut verbeugte und fluchtartig das Zimmer verließ.

„Oooh", heulte Sarlena. „Es ist ja schon so spät! Nun aber husch, husch ins Bett. Ihr müsst morgen um 8:00 Uhr aufstehen." Die Elfe schnappte sich Yugis und Yamis Hand und zog die beiden Schüler die Treppe hoch.

„Ich stimme Sarlena zu", sagte Samantha. „Die Schüler sollten jetzt schlafen. Wenn Sie sich jetzt bitte wieder zurückziehen wollen, Professor Dumbledore? Sie wissen ja nun, wo unser Haus ist und wie es hier aussieht."

„Danke. Und selbstverständlich werde ich jetzt gehen, damit die drei schlafen können", erwiderte der Schulleiter. „Ich wünsche eine gute Nacht."

„Und ich auch. Wir sehen uns morgen", sagte Binns.

Kaiba nickte ihm zu und verschwand auf der Treppe, von deren oberem Ende noch immer Sarlenas aufgeregte Rufe zu hören waren. Dumbledore ging, dicht gefolgt von dem Geschichtslehrer, durch das Loch hinaus, erleichtert, die für ihn nicht besonders angenehme Umgebung des Hauses Smaragd verlassen zu können. Nachdem das Loch sich wieder geschlossen hatte, ging Samantha den anderen nach.

„Hier sind die Schlafanzüge. Es ist schon lange Schlafenzeit, seht ihr?" rief Sarlena gerade hysterisch, als Samantha den Schlafraum betrat. Die Elfe zeigte auf eine Uhr in der Ecke, die auf ‚Schlafenszeit' stand.

Die geflügelte Elfe((8)) begann ungeduldig an Yugis Kleidung herumzuzupfen. Kaiba packte seinen kleineren Geliebten und zog ihn von der Elfe weg. Diese schaute ihn nur verdutzt an. „Lassen wir sie lieber allein", sagte Samantha zu Sarlena, bevor diese wieder rumschreien konnte. „Unsere Hausbewohner sind schließlich alt genug, um sich selbst um sich zu kümmern. Und müssen wir nicht noch mit den Hauselfen sprechen? Ganz abgesehen davon, dass noch die Hausabzeichen auf die Uniformen müssen."

Sarlena hob ihre Brille an und rieb sich den Nasenrücken. „Du hast Recht", seufzte sie. Dann sah sie die drei Schattenmagier an. „Wenn was ist, ruft uns!" Schließlich packte sie die dreiäugige Hexe am Arm und zog sie die Treppe hinunter.

Erleichtert atmeten die drei jungen Männer auf. /Sie ist etwas anstrengend, oder/

/-/Das sagst du? Hat sie etwa versucht, dich auszuziehen/-/

Yami grinste. /Aber ich kann es verstehen, warum dich jemand ausziehen will. Auch wenn ich nicht will, dass das jemand anderes als wir macht./ Der ehemalige Pharao knöpfte Yugis Hemd auf, da der Umhang bereits ausgezogen war.

Kaiba grinste. /'/Ganz deiner Meinung/', sagte er, bevor er sich zu Yami herunterbeugte und ihn innig küsste.

/-/Die Einteilung in dieses Haus hat durchaus seine Vorteile. Niemand wird uns jetzt stören/-, stellte Yugi fest. Mit diesen Worten drehte er sich in Kaibas Armen um und fing nun seinerseits an, Yami auszuziehen.

/'/Euch ist schon klar, dass wir morgen Schule haben und es bereits kurz vor Mitternacht ist/'/ fragte Kaiba, der sich nur noch schwer auf diesen Gedanken konzentrieren konnte.

/-/Heißt das, du willst nicht? Du kannst auch nur zuschauen, wenn du zu müde bist…/-, antwortete Yugi, der Yami nun von seiner oberen Bekleidung befreit hatte. Er drehte sich wieder um und fing an, nun auch den CEO auszuziehen. Dabei küsste er hier und da etwas von der gerade freigelegten Haut.

Kaiba stöhnte leicht in seinen Kuss mit Yami. /'/Ich hoffe, euch ist klar, dass, wenn wir morgen unausgeschlafen sind, es eure Schuld ist. Besonders deine, Yami, denn du hast schließlich angefangen/', sagte er und löste den leidenschaftlichen Kuss mit ihm.

/Damit kann ich leben. Aber dafür bist du nicht so angespannt, wie du es immer bist, wenn du nicht deine tägliche Dosis bekommen hast./ Da Yami nun sich und Yugi vollständig ausgezogen hatte, widmete er sich ebenfalls dem CEO. Er lenkt sie zum nächsten der drei riesigen Betten im Schlafsaal. Yugi gab den letzten kleinen Schubs, der Kaiba dazu veranlasste, sich überrascht auf das Bett fallen zu lassen.

Yugi, der den sitzenden CEO nun etwas überragte, küsste ihn leidenschaftlich, während Yami sich aufs Bett hinter den größeren kniete. Er umschlang ihn von hinten und liebkoste und küsste seinen Nacken.

Kaiba stöhnte auf, sein Glied wurde immer härter. Er übermittelte seine Liebe, Lust und Leidenschaft an seine beiden Geliebten, die diese Gefühle mit ihren eigenen vermischten und ihm zurücksandten. Und das Feuer der Leidenschaft, das die drei während des Liebesspiels gepackt hatte, fand erst sehr viel später die lang ersehnte Erlösung und ließ die drei Schattenmagier in einen tiefen, zufriedenen Schlaf fallen.

Fortsetzung folgt…

Extra: Ein kurzer Einblick, was in Karthago wirklich geschah…

Annuket: Da Magician mich in einer Korrekturphase fragte, ob gleichzeitig zu dem Muggelangriff ein Kampf der Magiergemeinden stattfand, und ich der Meinung war, dass es mir als Fußnote zu lang ist, habe ich mich für ein kleines Extra entschieden. Viele wird es vermutlich nicht so interessieren, aber man muss es ja nicht lesen. Ich habe mir deswegen extra aus der Bibliothek der drei ein Buch stibitzt, also hier ist es:

Lehrbuch für Zaubereigeschichte, Klasse 6 Kapitel 4: Die Zauberer der Antike((9))

Die Beziehungen zwischen der Zauberergemeinde Roms und der Karthagos war lange Zeit eine der gegenseitigen Ignorierung. Die Legende über den Anfang der Feindschaft zwischen den beiden mächtigen Stadtstaaten, die die Muggel erzählen, entspricht der Realität. Aeneas, der überlebende Prinz Trojas floh aus seiner Heimat, und es verschlug ihn an die Küste Afrikas an den Strand vor der gerade neu entstehenden Siedlung Karthagos. Aeneas und die Anführerin der Karthager, Dido, verliebten sich, und der Trojaner gedachte sogar dort zu bleiben, doch da die Seherin, die Aeneas stets begleitete, nicht aufhörte, ihn zu warnen, dass Unheil bevorstehen würde und alle Bewohner der Siedlung ausgelöscht werden würden, wenn er und seine Mitstreiter Karthago nicht verließen, brach der mächtige Zauberer schließlich auf und damit der klugen und starken Hexe das Herz.

Die Jahrhunderte gingen dahin, und schließlich fanden die Nachfahren Aeneas' und seiner Gefolgsleute in Rom eine neue Heimat. Doch auch wenn sie stets ihren Muggelmitbürgern halfen, neues Land in Italien zu erobern, so gingen sie doch stets den karthagischen Zauberern aus dem Weg, da die am Boden zerstörte Dido einen mächtigen Fluch auf beide Zauberergemeinden gelegt hatte. Dieser besagte, dass sie sich bei jeder Begegnung gegenseitig bekämpfen mussten, bis jeweils alle des anderen Lagers tot waren. Somit kämpften stets nur die Muggel der beiden Städte und dadurch entbrannte ein besonderer Hass zwischen ihnen. Doch schließlich kam es zur Versöhnung. Als Hannibal, der karthagische Feldherr, über die Alpen nach Italien vorrückte, kam mit ihm auch Bapi, der mächtigste karthagische Zauberer aller Zeiten. Er hatte eine außergewöhnliche Resistenz gegen Flüche. Auf einer seiner Streifzüge, getrennt von der karthagischen Streitmacht, traf er eines Tages Fligta, eine junge, römische Hexe, und verliebte sich auf den ersten Blick in sie. Als er sich ihr allerdings zeigte, griff sie ihn, dem Fluch folgend, sofort an. Er nahm sie gefangen und arbeitete fieberhaft daran, den Fluch zu brechen, um mit ihr zusammen sein zu können. Es gelang ihm nach vielen Mühen, und zu seiner großen Freude neigte sich auch ihr Herz ihm zu. Trotz des inzwischen verlorenen Krieges näherten sich nun die Zauberergemeinden wieder an. Allerdings hielten sich auch dann die Kontakte stets in Grenzen.

Etwa 50 Jahre später schließlich gab es in Rom einen Zauberer, der die Karthager heimlich abgrundtief hasste, aus welchem Grund ist leider nicht bekannt. Er zog einen der Muggelsenatoren, Cato Censurius -auch Cato, der Ältere genannt-, auf seine Seite und dieser sagte nach jeder Senatssitzung: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss!" Schließlich konnten die restlichen Senatoren, sowohl Muggel als auch Zauberer, von dem Vorhaben überzeugt werden, so dass die Vernichtung der Stadt heimlich beschlossen wurde. Zu dieser Zeit weilte der Adoptivsohn des Karthagers Karutill und des Römers Frinzakus, die als das wohl bedeutendste, aber auch umstrittenste Liebespaar jener Zeit gelten, aufgrund von Familienangelegenheiten in Rom. Dieser Zauberer, der später berühmt wurde, weil er angeblich als Erster einen ‚Stein der Weisen'((10)) hergestellt haben soll, ist gewöhnlich unter dem Namen seines römischen Vaters, Frinzakus, bekannt. Durch Zufall erfuhr er während dieses Rombesuchs von der Verschwörung und reiste eiligst ab, um die ahnungslosen Karthager zu warnen. Doch das Oberhaupt der Stadt hegte einen großen Groll gegen diese kleine Familie, da es seiner Meinung nach eine große Schande war, dass sein einziger Bruder, nämlich genannter Karutill, einen anderen Mann liebte. Daher entschloss er sich, diese Gelegenheit zu nutzen und Frinzakus zu enteignen und aus der Stadt zu vertreiben. Nur ein halbes Jahr später war Karthago zerstört, und die Zauberergemeinde Roms war unumstritten die mächtigste im ganzen Mittelmeerraum. Das Schicksal Frinzakus' ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Legenden zufolge soll er sich in eine entlegene Region des von den Ptolemäern regierten Ägyptens zurückgezogen haben. Dort soll er sich einer Grabwächterfamilie angeschlossen haben, nachdem er sich in eine der Töchter verliebt hatte. In dieser Abgeschiedenheit habe er den ersten ‚Stein der Weisen' entwickelt, so berichten viele Erzählungen. Noch Jahrhunderte später behaupten normalerweise zuverlässige Quellen, ihn in abgelegenen Orten zufällig angetroffen zu haben. Gestorben ist er Gerüchten zufolge erst etwa 400 Jahre später, da er aufhörte, das Elixier des Lebens zu sich zu nehmen, nachdem seine über alles geliebte Frau aus ungeklärtem Grund überraschend verstorben war. Der Stein, wenn es dieses Exemplar denn wirklich gegeben hat, soll von ihm kurz vor seinem Tod zerstört worden sein.

Anmerkungen

((1)) Magician: Es soll tatsächlich Pergament sein, ja? Besteht das Buch daraus oder hat sie ein loses Stück da drin? Rausreißen stell ich mir bei Pergament nämlich etwas schwierig vor... Aber ich fürchte, dass einige unserer Leser sowieso keine Ahnung davon haben, was Pergament ist. Die denken wahrscheinlich, das sei eine Art Papier. Ist ein sehr verbreiteter Irrglauben...
Annuket: Meinst du? Dann will ich das ganze Mal zu einem kleinen Exkurs der Schreibmaterialien ausweiten (zumindest Mittelmeerraum und Europa). Allerdings werde ich die Methoden nur ansprechen, denn genaue Erklärungen bedürfen zu viel Zeit… und ich denke, die meisten werden sich dafür nicht wirklich interessieren. Das Einritzen in Stein ist anstrengend, und das lasse ich erst einmal außen vor. In den vorderasiatischen Kulturen haben sie normalerweise auf ungebranntem Ton geschrieben (deshalb freuen sich oft Vorderasiaten und Altorientalisten wie Kullerkekse, wenn bei denen Sachen abgebrannt sind, weil dann die Tafeln gebrannt wurden und so erhalten geblieben sind). Dann gibt es Papyrus, der, wie vermutlich allgemein bekannt ist, aus Papyruspflanzen hergestellt wird. In Ägypten mag das ja recht preiswert gewesen sein, aber für andere Länder war es teurer Import. Da die Papyruspflanzen an anderen Orten nur schlecht (oder eher gar nicht) wachsen, schrieb man in Europa auf Pergament (erfunden in der Stadt Pergamon, also Kleinasien). Allerdings war auch das sehr teuer, weil Pergament Tierhaut ist. Bücher wurden erst erschwinglicher, als die Herstellung von Papier am Ende des Mittelalters entwickelt wurde (soweit ich mich erinnere, lief das relativ parallel zur Erfindung des Buchdrucks). Das erste Papier wurde übrigens nicht aus Pflanzenfasern hergestellt wie heute, sondern aus Lumpen. Ja, ja, das war eine Zeit, wo man wirklich auf jeden Fetzen aufpassen musste, weil viele Lumpen gestohlen wurden, da der Lumpenhandel zu dieser Zeit recht lukrativ sein konnte.
Um aber auf Magicians erste Frage zurückzukommen: Ich dachte mir wirklich, dass Sarlena in ihrem Buch auch ein paar lose Pergamentblätter hat. Die Frau ist im Mittelalter da eingeschlossen worden, ich denke nicht, dass sie irgendwoher Papier bekommen hat.
Magician: Kleine Anmerkung am Rande zu Papyrus. Interessanterweise ist die Papyruspflanze in Ägypten inzwischen ausgestorben. Soweit ich weiß, gibt es sie im Mittelmeerraum heute nur noch auf der Insel Zypern, wo sie damals nicht heimisch war. So ein auf beiden Seiten dicht mit Papyrus bewachsener Wasserlauf ist ein hübscher Anblick, aber wenn man da mit einem Boot durchmuss, ist es wahrscheinlich eher lästig.
Annuket: Eigentlich habe ich versucht, meine Anmerkung recht oberflächig zu halten, aber wo du schon mal meinst, dass das noch unbedingt als Info dazu muss…

((2)) Magician: Mal ganz davon abgesehen, dass der Hut die drei bei einer erneuten Einteilung wohl kaum in ein anderes Haus stecken würde. Er sucht die Häuser ja nicht nach Gutdünken aus...
Annuket: Ja, das auch.

((3)) Für alle, die im Augenaufbau nicht ganz so bewandert sind: Die Lederhaut ist das, was eigentlich weiß ist (und rot werden kann, weil die Äderchen sichtbar werden). Augapfel ist das ganze runde Auge, das Farbige ist die Regenbogenhaut (auch Iris genannt) und das schwarze Loch, durch das das Licht einfällt, ist die Pupille.

((4)) Ich weiß, dass mein Binns noch planloser als in Harry Potter ist. Eigentlich hatte er ja nur den einen großen Auftritt, in ‚Die Kammer des Schreckens', als Hermine ihn über dieselbe befragt. Aber ich vertrete in meiner Geschichte die Meinung, dass er sich zwar in Geschichte sehr gut auskennt, aber vom Schulalltag absolut keine Ahnung mehr hat. Deshalb ist er von Dumbledores plötzlichem Ruf und dem, was er von ihm will, doch arg durcheinander.

((5)) Magician: Warte mal, was haben die Noten damit zu tun, dass nur drei Schüler in dem Haus sind? Meint er, dass es nicht besonders viele Ravenclaw-Schüler geben kann, weil die als lerneifrig gelten und das nicht zu den schlechten Leistungen passt, die die Schüler in seiner Klasse bringen?
Annuket: Genau.

((6)) So, hat auch jeder schon mal was von den Punischen Kriegen gehört? In diesen Kriegen kämpfte Rom mit Karthago (ein mächtiger Handelsstadtstaat in Nordafrika, heute Tunis) um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer. Die Ausgangslage sah zunächst für die Karthager besser aus, aber die Römer waren trotzdem siegreich. Der erste war 264-241 v. Chr., der zweite 218-201 v. Chr. (das war der mit Hannibal, der mit seinen Elefanten über die Alpen nach Italien zieht) und der dritte (falls man ihn überhaupt als richtigen Krieg bezeichnen kann) 149-146 v. Chr. Der letzte war ziemlich unfair. Die Römer fürchteten, dass Karthago sich trotz des für die Karthager ziemlich ungünstigen Vertrages nach dem zweiten Punischen Krieg wieder erholen und erneut eine Machtposition einnehmen würde. Die Römer kamen also nach Karthago, um neue Forderungen zu stellen, wobei Karthago sie gerufen hatte, weil der benachbarte König (der mit den Römern verbündet war) in karthagisches Gebiet eingefallen war, und die Karthager sich laut des Friedensvertrages mit den Römern nicht selbst verteidigen durften (oder eher ein Heer aufstellen). Die Karthager gingen auch auf die römischen Forderungen ein und zahlten, gaben viele ihre Kinder als Geiseln und gaben sogar ihre Waffen ab, aber die Römer halfen ihnen nicht und stellten immer mehr Forderungen. Erst als die Römer verlangten, dass sie ihre Stadt verlassen und zerstören sollten, begann dieser ‚Krieg'. Soviel zur Fairness Roms… … Ich glaube, ich bin ziemlich abgeschweift. Auf jeden Fall bezieht sich Binns darauf.

((7)) Ich weiß, dass in Binns Beschreibung nichts von einer Brille steht. Aber so alt, wie er beschrieben wird, wird er wohl eine nötig gehabt haben. Und da Glasbrillen ja schon im 16. Jahrhundert erfunden wurden... In der Antike wurden übrigens geschliffene Edelsteine verwendet ((man schrieb dies zuerst den (magischen) Kräften der Edelsteine zu)) und später aus Quarz oder Beryll, was immer noch ziemlich teuer war. Aber als man dann Glasbrillen herstellen konnte, konnten sie sich selbstverständlich gleich viel mehr Leute leisten (na ja, Tagelöhner und so vermutlich nicht, aber die Bürgerschicht sicher).

((8)) Magician: Was ich gerade dachte, es ist doch schon komisch, dass ein Monster, das ‚Hysterischer ELF' heißt, zur Gattung ‚Fee' gehört, oder? Aber darüber haben die Macher wahrscheinlich nicht wirklich nachgedacht...
Annuket: Das fällt dir jetzt erst auf? Das ist doch oft so. Der ‚Antike Elf' ist ein Hexer, ‚Elfenwächter' ist auch eine Fee und ‚Doma, Engel der Stille' ist eine Fee, um nur einige Beispiele zu nennen. Die denken doch oft nicht nach. Aber ich weiß auch nicht, wo da Übersetzungen nicht stimmen oder sie umgenannt wurden.
Magician: Ich hab die japanischen Namen mal nachgeguckt. Der ‚Antike Elf' ist korrekt übersetzt, er heißt im Original ‚Ancient Elf' (die Japaner benutzen liebend gerne englische Wörter, selbst wenn es ein japanisches gibt), genauso der ‚Elfenwächter', im Original ‚Pixi Guardian', aber der ‚Hysterische Elf' ist eigentlich ein ‚Hysterischer Engel'. Und bei ‚Doma, Engel der Stille' haben sie ein kleines, ‚unwichtiges' Detail weggelassen, der heißt nämlich ‚Doma, Engel der Todesstille'. Na ja, die Einteilung in die Klassen macht trotzdem nicht besonders viel Sinn...

((9)) Ich habe wieder wirklichen Legenden bzw. Fakten einige eigene Ideen hinzugefügt.

((10)) Auf Magicians Frage, ob nicht Nicholas Flamel der einzige ist, der den Stein herstellen konnte, kann ich nur mit ‚ja' antworten. Aber ich finde, die Stelle (S. 239, ganz unten) kann auch so gedeutet werden, dass er der einzige im Moment lebende ist, oder? Und zum Stein selbst steht ja nur, dass der einzige zu dieser Zeit existierende Mr. Flamel gehört.

Magician 'schleift einen großen Sack herein': Annuket, was machen wir denn mit TCs Geschenken? Das ist so viel, das können wir gar nicht allein schaffen.Annuket: Wir können unseren Hauptcharakteren was abgeben. 'flüstert' Vielleicht können wir auch einen Blick auf sie nach ihren... 'dreht sich um, ob auch niemand lauscht' ..."Aktivitäten" erhaschen.
Magician 'rotwerd': Ähm... 'flüstert' Wo müssen wir lang? 'wird noch röter'
Annuket 'öffnet Geheimgang': Hier lang. Aber sei leise. Die Wände sind nicht sehr dick und wir wollen doch nicht von Sarlena oder Samantha erwischt werden. Wer weiß, was die mit uns machen...
Magician: Sarlena schreit nur rum, denke ich. Aber Samantha... 'schluckt'
Annukt: Ich weiß, also psssssssssssttt. 'schleichen ein paar Minuten mit dem Sack den Geheimgang entlang' So, hier sind wir... 'öffnet leise die Tür und linst ins schummrige Zimmer' Die Luft ist rein. 'öffnet die Tür weiter und betritt mit Magician den Raum'
Magician 'hievt den Sack auf den Tisch': So, geschafft. Hey, Annuket, der Tisch kann sich nicht zufällig selber decken, oder?
Annuket: Jetzt, wo du es sagst, natürlich. Mit der Kraft des Autors und Betareaders ist alles möglich.
Magician 'grinst und klopft dann auf den Tisch, als wollte sie ihn zu etwas auffordern': Du da, richt' das Essen hier doch mal schnell ordentlich an. Und solange... 'konzentriert sich und in ihrer Hand erscheint eine kleine Lichtkugel' So, hoch mit dir. 'schleudert die Kugel an die Decke'
Yami, Kaiba, Yugi 'schauen verschlafen und verschwitzt hoch, sind aber noch größtenteils von der Bettdecke bedeckt': Was ist denn jetzt los?
Magician 'dreht sich um, sieht die Jungs und wird knallrot': Yieks... 'verschwindet murmelnd hinter dem Tisch' Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott... 'linst immermal wieder zu den dreien, bevor sie wieder wegguckt'
Annuket 'fröhlich, aber nur in die Gesichter der Jungen schau': Hallo, ihr drei. Wir haben von Claudia so viel bekommen, dass wir euch was abgeben wollten. Ich bin sicher, ihr seid bestimmt wieder hungrig geworden, nach so viel... ihr wisst schon. 'wird auch immer röter'
Yugi 'versteckt sich hinter der Decke', Yami 'schaut böse'
Kaiba 'auch böse': Bei euch piept es wohl. Wir haben morgen Schule! 'öffnet Schattenloch, dass Annuket und Magician mit den ganzen Sachen verschluckt'
Annuket 'schaut sich in der Dunkelheit um': Naja, wenigstens haben wir genug Vorräte.
Magician 'kritzelt etwas auf einen Zettel und bindet ihn an den Sack': Annuket, was hiervon willst du haben? Nehmen wir von allem die Hälfte?
Annuket: Wofür?
Magician: Den Rest schick ich den dreien rüber... als Versöhnungsgeschenk. 'murmelt' ...und als Belohnung für diese "Aussicht" 'wieder rotwerd' Das war es doch wert, oder?
Annuket: Jup, gute Idee. Ich hoffe, dass sie das davon abhält, vielleicht in den Streik zu treten.
Magician 'sortiert die Sachen und teleportiert den Sack magisch in den Gemeinschaftsraum von Smaragd': So, erledigt. Können wir jetzt hier verschwinden? Es ist wirklich nicht gerade hübsch.
Annuket: Ok. 'teleportiert sich, Magician und die restlichen Sachen zum Seeufer, der Mond scheint inzwischen, ein paar wenige Wolken sind am Himmel und verdecken ab und zu die Sterne, das Gras ist fast trocken, und Annuket lässt viele kleine Kugeln des mystischen Scheins erscheinen' So, tolle Atmosphäre für ein Nachtpicknick, oder? 'Nimmt sich Kakao und ein Stück Kuchen und legt sich auf eine Decke' Ahhhhhhhhhhhhhhh...
Magician 'nimmt sich ein Eis und den Cappuccino': Viel besser. Die drei wissen gar nicht, was sie verpassen...
Annuket: Ja. 'zu Lesern' Also dann, bis nächste Woche.