Annuket: Hallo. Als allererstes möchte ich mich
entschuldigen, dass wir dieses Mal einen Tag später updaten.
Magician: Eigentlich ist das meine Schuld. Ein Freund meiner Familie ist letzte
Woche gestorben. Wir waren alle ziemlich geschockt deswegen, weil es total
überraschend kam. Ich konnte mich da dann nicht mehr wirklich auf das
Korrigieren konzentrieren. Und dann war gestern auch noch die Beerdigung und
ich wusste, dass ich danach fix und fertig sein würde. Na ja, und deshalb haben
wir das Update auf heute verschieben müssen. Es tut mir sehr leid. 'sich
verbeug'
Annuket: Wir hoffen, dass ihr uns wegen der Verspätung nicht böse seid
und dass ihr beim Lesen des Kapitels Spaß haben werdet. Ich persönlich mag es.
'neues Tier und Alte-Runen-Professorin knuddel'
Magician: Die Lehrerin in Alte Runen ist einfach nur spitze. Ich find sie toll!
Annuket: Als
nächstes möchte ich mich bei meinen Reviewern bedanken (auch
wenn es leider nur zwei waren). Irgendwie hatte ich auch weniger
Leser...Auf jeden Fall erst einmal dir vielen Dank, Dax. Auch dir
vielen
Dank, Lilly. Da du Baku-Ra magst, wird es dich vermutlich freuen zu
hören, dass er dieses Kapitel wieder dabei ist. Sehr viel
spannendere Dinge tun die drei ab jetzt aber vermutlich nicht. Danke
für die Kekse und den Kakao… 'Kakao schlürf und an Keksen knabber' So und nun
den Disclaimer. Also, mir…
'Personengruppe
kommt rein, fast alle scheinen Auroren zu sein'
Panischer
Nicht-Auror: Das ist sie! Das ist sie! Von der hat der schwarze Mann
mit den weißen Haaren gesprochen! Sie soll der Drahtzieher
hinter allem sein!
Auror 'zieht Zauberstab sicherheitshalber': Verstehe. Miss, darf ich
sie bitten, zum Verhörzimmer des Ministeriums mitzukommen? Wir
hätte da einige Fragen…
Annuket:
Was? Worum geht es?
Auror: Uns
ist zu Ohren gekommen, dass sie eine Geschichte schreiben und dafür
Figuren von Harry Potter und Yugioh als Geiseln genommen haben, um sie
das Ganze erleben zu lassen.
Annuket:
Hey, sie spielen freiwillig mit und ich sage auch jedes Kapitel, dass
sie mir nicht gehören… Das heißt, ich versuche es, aber
oft sagen es andere… So wie sie heute…
Panischer
Nicht-Auror (zu Auror): Sehen Sie? Sehen Sie? Sie gibt es zu! (zu
Annuket) Erkennen Sie mich, Sie unmögliche Person? Ich bin
Slinkhard, dem Sie diesen weißhaarigen Irren auf den Hals
gehetzt haben!
Annuket:
Es tut mir leid, aber das war im Drehbuch nun mal erforderlich.
Slinkhard
(zu Auror): Verhaften Sie sie!
Auror 'richtete Zauberstab auf Annuket': Miss, ich muss sie leider
festnehmen…
Annuket:
Das glaube ich nicht. 'setzt Autorenpower ein, um Gedächtnisse
der beiden zu verändern, wie bei "Men in Black"(gehört mir
nicht)'
Auroren
und Slinkhard 'verwirrt und planlos': Hä? Was ist los?
Annuket:
Wollen sie nun gehen oder nicht? Hier ist definitiv nicht ihre
Weihnachtsfeier!
Auroren
und Slinkhard: Äh… Ok… 'gehen'
Annuket:
Ui, das war knapp… Jetzt aber los mit dem Kapitel.
((...))
Anmerkungen von Annuket
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..."
Gespräch
‚...'
Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede
wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut
(Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas
Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange,
heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte,
heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- (?)
Kapitel 12: Ein neues Tier
Schließlich kam die Mittagspause. Nachdem Yami, Yugi und Kaiba eine Kleinigkeit gegessen hatten, gingen sie in einen Gang, in dem sie alleine waren, und verschwanden in den Schatten. Als sie die Schatten verließen, waren sie in einem ordentlichen Zimmer. Es war in zwei Teile aufgeteilt, die in der Mitte durch eine Papierwand voneinander getrennt waren.
In der einen Hälfte lag Chetmety unter dem Fenster direkt in den letzten Strahlen der Sonne. Er hatte sich zusammengerollt und schlief ruhig. Als die Schattenmagier ein paar Schritte auf die Riesenschlange zugegangen waren, erwachte sie und blinzelte schläfrig. --:Hm?:-- fragte er, einen kurzen Moment orientierungslos, ehe er Yami, Yugi und Kaiba sah und sich seine großen, roten Augen weit öffneten. Augenblicklich verschwand jede Spur von Müdigkeit aus ihnen, als er erkannte, wer da plötzlich im Zimmer stand.
--:Hallo:-- begrüßte er sie überrascht. --:Was führt euch nach Japan?:--
„Hallo Chetmety", erwiderte Yugi. „Entschuldige, dass wir dich geweckt haben, aber weißt du, wo Baku-Ra ist? Wir wollten kurz mit ihm sprechen."
Nach einem kurzen Blick auf die kleine Uhr, die auf dem Schränkchen neben ihnen stand, antwortete das heilige Tier des Apopis: --:Hmmm… So weit ich weiß, hatten er und Ryou bis vor einer halben Stunde noch an einem Go-Club teilgenommen, den der letztere ausprobieren wollte. Sie sollten bald kommen.:--
Kaum hatte die Riesenschlange zu Ende geredet, öffnete sich die Tür und Ryou kam herein. „… der Club braucht seine Steine, und es ist nicht das Ziel des Spieles, heimlich möglichst viele Steine des Gegners zu klauen, sondern nur Felder durch--", hier unterbrach er seine Strafpredigt und blieb in der Tür stehen, weil er Yami, Yugi und Kaiba sah. Baku-Ra, der Ryou offensichtlich auf dem Fuße gefolgt war, streckte sich ein wenig und spähte über die Schulter seines Hikaris in das Zimmer, um den Grund für dessen abruptes Schweigen zu erfahren.
„Yugi? Yami? Kaiba?", fragte Ryou verwundert, ehe er die wenigen Schritte zu ihnen zurücklegte und Yugi zur Begrüßung kurz umarmte. „Was gibt es? Ist etwas geschehen? Warum seid ihr hier?"
„Wir wollten darüber reden, was Baku-Ra gestern Abend gemacht hat", erwiderte Yami.
„Gestern Abend?" wiederholte Ryou, einen Moment lang verwirrt. Dann antwortete er mit einem knallroten Gesicht: „Er war hier."
„Die ganze Zeit?" wollte Yami weiter wissen.
„Tja", sagte Baku-Ra, grinste herablassend und legte seinen Arm besitzergreifend um Ryous Schultern. „Ich kann im Gegensatz zu dir meinen Mann stehen und erfülle meine ‚männlichen Pflichten' sehr gewissenhaft."
„Baku-Ra", hauchte Ryou böse und beschämt, sein Gesicht so rot wie eine sehr reife Tomate.
„Ist doch wahr", sagte Baku-Ra, der es liebte, Ryou so verlegen zu sehen, und daher entschlossen war, es bis zum Äußersten zu treiben. „Ich habe schon vergessen, wie oft du gestern beim Höhepunkt meinen Namen gestöhnt hast, bevor du eingeschlafen bist."
Der sanfte weißhaarige Junge schlug leicht den Arm des Grabräubers weg und als er versuchte, das Thema etwas davon abzulenken, grinste der Geist des Millenniumsringes böse. „Wieso? Warum wollt ihr wissen, wo er war?" fragte er mit einer gezwungen fröhlichen Stimme.
Kaiba öffnete seine Tasche, zog die Zeitung heraus und warf sie Ryou zu. Dieser fing sie verwirrt und schaute sich die Titelstory an, in der es darum ging, dass irgendein alter Ex-Quidditchspieler unter dem Verdacht stand, in den Verkauf von irgendwelchen dubiosen Zaubertränken verwickelt zu sein. „Seite zwölf", sagte der CEO. „Der Artikel ist eingekreist."
Ryou schlug die angegebene Seite auf, und Baku-Ra, der über die Schulter seines Geliebten mitlas, konnte sich ein erneutes böses, aber auch irgendwie zufriedenes Grinsen nicht verkneifen. Doch das verschwand nur Augenblicke, nachdem es gekommen war und wurde ersetzt durch einen leicht nervösen Gesichtsausdruck, als Ryou zunächst nichts sagte, sondern nur weiter auf die Zeitung in seinen Händen starrte und dabei leicht zu zittern anfing. Dann flüsterte er: „Bak-kun… Willst du mir das nicht erklären?"
Der Grabräuber, zu Lebzeiten der gefürchtetste Mann Ägyptens, der vor nichts und niemand Angst gehabt hatte, wich verlegen lachend ein paar Schritte vor Ryou zurück, der sich währenddessen langsam zu ihm umdrehte, seine Augen hinter seinem Pony versteckt. „Du denkst doch nicht etwa, dass ich etwas damit zu tun habe, oder?" fragte er nervös und versuchte, so unschuldig wie möglich auszusehen.
Der normalerweise sehr sanfte Junge sagte nichts und rührte sich auch nicht von der Stelle. Baku-Ra wurde mit jeder Sekunde, in der sein Hikari ihn nicht ansah, mit ihm sprach oder sich auch nur rührte, sichtlich nervöser. „Ach weißt du, Ryou…", begann er schließlich zögerlich und ging noch ein paar Schritte rückwärts, bis er plötzlich die Wand hinter sich spürte. „Es ist nicht so, wie du denkst. Ich war die ganze Nacht hier."
--:Ja, bis auf die paar Stunden, die du in Großbritannien warst… Nun gib schon endlich zu, dass du es warst. Es wissen doch sowieso schon alle. Mit deinen Lügen machst du alles nur noch schlimmer:--, mischte sich Chetmety ein. --:Oder soll ich erzählen, was du getan hast? Ich habe schließlich alles gesehen.:--
„Dieses Mal weißt du doch gar nicht alles", erwiderte der Grabräuber schadenfroh und vergaß für einen Moment, dass er ja eigentlich nicht zugeben wollte, dass er es gewesen war. „Schließlich habe ich dich hier zurückgelassen, obwohl du wach warst, weil ich genau weiß, dass du immer alles ausplauderst."
„Du warst es also doch", sagte Ryou leise und schaute den Grabräuber nun vorwurfsvoll an.
„Ähm…", sagte Baku-Ra zögerlich. Ihm war klar, dass lügen jetzt völlig zwecklos war, und so senkte er den Kopf. „Sieh mal, mein Juwel", versuchte er seinen Hikari zu beruhigen. „Nach unseren ähm… Aktivitäten gestern Nacht war ich etwas zu aufgekratzt, um zu schlafen--"
--:Ehem:-- hustete Chetmety. --:Hast du nicht vorher extra viel geschlafen und hast Ryou schon beim Sex etwas Energie abgezogen, um ihn müder zu machen und dich munterer, damit er später nicht aufwacht, während du unterwegs bist? Zumindest hast du bei unserer Unterhaltung gestern Nacht, als du mich nicht mitnehmen wolltest, damit angegeben.:--
Ryou schaute kurz zu der Schlange und dann wieder zu Baku-Ra. Seine Augen waren nun mit Tränen gefüllt, und er sah den Grabräuber vorwurfsvoll an. „Wie konntest du nur?" fragte er tief verletzt und verschwand in den Schatten.
Baku-Ra sah fassungslos auf die Stelle, an der Ryou vor kurzem noch gestanden hatte. Dann drehte er sich zu Chetmety um, und seine Augen blitzten zornig. „Was sollte das? Du hast ihm weh getan!"
--:Ich habe nur die Wahrheit gesagt:-- erwiderte die Schlange empört. --:Du hast es schließlich getan, und damit das ganze ausgelöst.:--
„Aber Ryou hätte ohne dich nie etwas davon erfahren", schrie der Grabräuber aufgebracht.
Chetmety wollte gerade zurückschreien, als Yugi dazwischenging. „Genug", sagte er, nun seinerseits wütend. „Chetmety, manchmal musst du wirklich genauer die Situation und deine Worte beachten, auch wenn sie der Wahrheit entsprechen. Und Baku-Ra-kun, du musst ehrlicher werden. Ihr habt Ryou-kun beide verletzt!"
Der weißhaarige Mann sah einen Moment wütend zu Boden und öffnete dann ein Schattenportal. „Wohin willst du?" fragte Yami.
Baku-Ra schaute ihn hasserfüllt an. „Es geht dich zwar nichts an, aber ich will natürlich zu ihm!"
„Lass es", erwiderte Yugi wieder ruhiger. „Bleib lieber hier. Ryou muss sich erst einmal wieder beruhigen. Ich werde mich um ihn kümmern, und du überlegst derweilen, was du gemacht hast und wie du es ihm gegenüber wiedergutmachen willst."
Ohne eine Antwort abzuwarten, verschwand Yugi in den Schatten. Der amethystäugige Junge brauchte nicht lange, um Ryous Energie zu finden, obwohl er sie zu verbergen suchte. Als der kleinste der fünf Schattenmagier bei dem anderen auftauchte, sah er, dass dieser sich hinter einen Felsen gehockt hatte, das Gesicht zwischen Knien und Armen verborgen. Sie waren an einem See, der aus einem Bilderbuch hätte stammen können. Das Wasser war klar und leicht orange vom letzten Abendrot, die Berge um sie herum spiegelten sich darin ebenso wie der Wald, der sie umgab. Es war ruhig, und man hörte nur das Singen der Vögel, das leise Zirpen und Summen von einigen Insekten und das fast lautlose Rascheln von Blättern im sanften Wind.
„Es ist schön hier", sagte Yugi, um ein Gespräch zu beginnen, dass nicht sofort mit dem weißhaarigen Geist zu tun hatte.
Ryou reagierte zunächst nicht. Ein paar Minuten stand Yugi ruhig und geduldig neben seinem auf dem Boden kauernden Freund und sagte nichts. „Ich hätte nie gedacht, dass er noch immer so etwas macht", sagte der Weißhaarige schließlich leise. „Ich dachte, dass er mich liebt… dass ich ihm vertrauen kann…"
Yugi überlegte kurz. „Ich kann verstehen, dass du dich hintergangen fühlst. Mir würde es genauso gehen", sagte er schließlich ruhig. „Aber andererseits… Wenn ich bedenke, dass wir hier von Baku-Ra-kun reden, dann ist es vielleicht sogar ein Liebesbeweis."
Ryou schaute empört auf, und seine tränennassen Augen starrten Yugi zornig an. „Dass er mich hintergeht und mich einschläfert, um sich dann in der Nacht rauszuschleichen und Menschen zu quälen, soll ein Liebesbeweis sein?"
Yugi hockte sich zu ihm, aber seine amethystfarbenen Augen mieden die braunen seines Freundes und betrachteten dafür weiter das Wasser. „Ich weiß nicht… aber schließlich reden wir wie gesagt von Baku-Ra-kun. Er ist doch immer etwas… anders gewesen. Früher hätte er dich mitgenommen und dich alles ansehen lassen, um sich auch noch zusätzlich an deinem Schmerz beim Zuschauen zu erfreuen, oder? Insofern ist es doch nett von ihm."
Einen Moment starrte Ryou vor sich auf die Erde und das Gras. „Ja, schon… Aber selbst wenn er es aus Rücksicht auf mich vor mir verheimlicht hat, so macht das die Sache doch nicht besser!"
„Nein, tut es nicht", erwiderte Yugi. „Aber es gibt dir einen Grund, ihm zu verzeihen, oder? Ich weiß, dass du ihn liebst und dass du ihm verzeihen willst."
Ryou schwieg kurz. „Ja, ich will ihm verzeihen, aber kann ich ihm vertrauen? Man kann doch nicht lieben ohne zu vertrauen", sagte er und schaute Yugi verzweifelt und traurig an.
Dieser erwiderte seinen Blick einen Moment, bevor er wieder auf den spiegelglatten See schaute, über den gerade ein paar Wildgänse flogen. „Ja, da hast du Recht, aber es ist alleine deine Entscheidung, ihm wieder zu vertrauen oder nicht. Auf jeden Fall solltet ihr darüber in Ruhe miteinander reden. Vielleicht bei einem romantischem Abendessen oder so."
Der weißhaarige Mann lachte leicht, obwohl ihm immer noch ein paar Tränen über die Wangen liefen. „Baku-Ra zu einem romantischen Essen mitnehmen? Das endet gewöhnlich in einer Katastrophe… Das habe ich ein Mal mit ihm gemacht und auch wenn ich es inzwischen lustig finde, daran zurück zu denken, so ist es nichts, was ich wiederholen möchte."
Yugi lächelte seinen Freund an. „Das kann ich mir vorstellen."
Gemeinsam starrten sie eine Weile auf das Wasser. „Ich denke, wir sollten zurückgehen", sagte Ryou schließlich. Es war inzwischen schon recht dunkel, und die ersten Sterne leuchteten am Himmel.
Die beiden jungen Männer erhoben sich und wollten gerade ihre Magie benutzen, als plötzlich etwas Weißes Ryou rammte und ihn unsanft zu Boden stürzen ließ. --Oh nein. Ich bitte vielmals um Verzeihung--, sagte eine weibliche Stimme ein paar Sekunden später.
Verwundert betrachteten die beiden Schattenmagier das Wesen. Es war ein weißer Vogel, etwa so groß wie eine Ente, aber zierlicher. Er sah irgendwie aus wie ein Pfau, hatte also einen langen Hals und einen kleinen Kopf mit schmalem, orangefarbenem Schnabel. Auf seinem Kopf waren kleine Federn wie eine Art Krone und die Schwanzfedern waren, ebenfalls wie bei einem Pfau, extrem lang.
Der Vogel schaute sie mit großen, schwarzen Augen an und legte seinen Kopf leicht schief. --Was schauen Sie mich so an? Bestimmt sind Sie mir böse, weil ich Sie aus Versehen umgeflogen habe… Es tut mir wirklich aufrichtig leid, aber ich muss weiter. Was rede ich da eigentlich? Sie können mich doch bestimmt sowieso nicht verstehen.--
„Was genau sind Sie?" fragte der weißhaarige Junge und siezte den Vogel zurück. „Sind Sie etwa ein heiliges Tier?"
--Oh… können Sie mich wirklich verstehen?-- Die beiden Schattenmagier nickten nur stumm. --Dann habe ich also Sie gespürt. Verzeihung, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe. Meine Göttin hat mir nur gesagt, dass ich Sie aufsuchen soll, nicht wie Sie aussehen. Ich bin Schutniu, Dienerin der Maat((1)).--
„Sehr erfreut, ich bin Ryou und das ist Yugi."
--Die Freude ist ganz meinerseits--, sagte Schutniu und neigte höflich den Kopf. --Ich habe schon einiges von Ihnen gehört. Meine Göttin sagte, Sie beide stärken mit ihren Partnern das Gleichgewicht der Welt und ganz besonders Sie, Ryou-sama.--
„Wirklich?" fragte der weißhaarige Mann.
Der weiße Vogel nickte. --Ja. Und deshalb muss ich Sie auch um einen großen Gefallen bitten.--
„Was denn?" wollte Ryou neugierig wissen.
--Meine Göttin möchte, dass ich in Ihrer Nähe bleibe und besonders den Diener des Chaos im Auge behalte. Es würde meinen Auftrag wirklich wahnsinnig erleichtern, wenn Sie die Unannehmlichkeit auf sich nehmen würden und mich als Ihr Haustier akzeptieren könnten.--
Ryou blinzelte und starrte Schutniu einen Moment verwirrt an. Dann fragte er unsicher: „Sie wollen mein Haustier sein?"
--Nur, wenn es Ihnen keine Umstände macht--, antwortete der Vogel schnell. --Ich würde verstehen, wenn Sie es ablehnen. Es ist schließlich anstrengend für Sie, wenn Sie sich um mich kümmern müssen. Aber als Gegenleistung wäre ich auch bereit, Botenflüge für Sie zu übernehmen, auch wenn mir bewusst ist, dass Sie vermutlich Eulen bevorzugen, weil die normal sind.--
„Soll das ein Witz sein?" fragte Yugi. „Auch wenn wir uns jetzt gerade mal ein paar Minuten kennen, so habe ich nicht den Eindruck, dass Sie auch nur im geringsten eine Belastung wären, Schutniu-san. Ryou-kun hat wesentlich mehr Arbeit in einer Stunde mit Baku-Ra-kun als er mit Ihnen vermutlich in einem Monat hätte, oder Ryou-kun?"
„Das ist richtig", stimmte Ryou zu. „Ich würde Sie gerne aufnehmen. Aber um eins möchte ich dann vorher bitten."
--Sie würden wirklich so großzügig sein? Das würde mir sehr helfen. Sagen Sie nur, was ich für Sie tun kann!-- sagte Schutniu glücklich.
Ryou lächelte sanft. „Ich würde es einfach nur vorziehen, wenn wir uns duzen könnten."
Der schöne weiße Vogel erwiderte das sanfte Lächeln mit seinen Augen. --Das ist alles? Es wäre mir eine Freude.--
Plötzlich piepte Yugis Armbanduhr. „Was denn, schon so spät? Unsere Mittagspause ist fast rum! Yami, Seto und ich müssen zum Unterricht!"
„Dann begleiten Schutniu und ich dich zu Baku-Ras und meinem Zimmer zurück", sagte Ryou und erhob sich. Den weißen Vogel, der während des Gesprächs auf seinem Schoß gesessen hatte, nahm er nun auf den Arm und zu dritt verschwanden sie in den Schatten.
Als sie im Wohnheimzimmer ankamen, warteten Yami und Kaiba schon ungeduldig auf ihren Geliebten. Sie verabschiedeten sich schnell von Ryou, Baku-Ra, Chetmety und Schutniu, die von allen bis auf die beiden Hikaris einen fragenden Blick erntete. Doch in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit hatten Yami und Kaiba keine Zeit zu fragen. Hastig verschwanden die drei Hogwarts-Schüler in den Schatten.
Nach ihrem Besuch in Japan kamen die drei Schattenmagier fünf Minuten zu spät zum Unterricht. Professor Raue-Pritsche ermahnte sie, dass so etwas nicht noch einmal passieren sollte, bestrafte sie aber ansonsten zum Glück nicht.
Während des Unterrichts sollten sie sich noch einmal mit den Bowtruckles beschäftigen. Da die Lehrerin sie dabei erneut alleine die Zweigmännchen beobachten ließ, nutzte Yugi die Gelegenheit, seinen Geliebten gedanklich zu erzählen, wie Ryou und er Schutniu begegnet waren und wer sie war.
/-/Und was ist mit euch?/-/ fragte Yugi, nachdem er seinen Bericht beendet hatte. /-/Was habt ihr und Baku-Ra-kun gemacht?/-/
/Erst einmal haben wir uns ein Weile angestarrt/, erwiderte Yami. /Schließlich hat er aufgegeben und zugegeben, dass er für diesen Vorfall verantwortlich ist. Und dann hat er erzählt, warum er es gemacht hat./
/'/Genau/'/, bestätigte Kaiba. /'/Der Idiot wollte dem Typen eins auswischen, weil der Mann dieses langweilige Theorie-Buch geschrieben hat. Er wollte sehen, wie er reagiert, wenn er mal wirklich Gegenflüche braucht. Außerdem hofft er, dass der Unterricht umgestellt wird und auch praktische Zauber geübt werden, damit die Zauberer wenigstens versuchen können, sich gegen ihn zu wehren, wenn er mal welche quälen will./'/
/-/Ich glaube nicht, dass das mit dem Umstellen des Unterrichts so einfach ist/-/, sagte Yugi nachdenklich. /-/Oh, und habt ihr ihm wieder einmal deutlich gemacht, dass so etwas nicht in Ordnung ist?/-/
/Ja, aber ich vermute, das wird nicht lange in seinem Kopf bleiben… oder zumindest wird er es nicht lange beachten./
/-/Das stimmt, aber es ist gut, dass er weiß, dass wir aufpassen./-/
Sie konzentrierten sich wieder ganz auf ihre Arbeit, und bereits ein paar Minuten später endete ihre Doppelstunde ‚Pflege magischer Geschöpfe'. Danach gingen sie zu ihrer Astronomiestunde. Zum Glück ließ sich dabei Umbridge nicht sehen. Wenn Yami, Yugi und Kaiba richtig gehört hatten, hatte die Großinquisitorin den Unterricht von Professor Sinistra schon am Montag bei der Ravenclaw-Slytherin Klasse des zweiten Jahrgangs geprüft, und somit war eine zweite Inspektion eigentlich auch nicht zu erwarten.
Nach Astronomie gingen die drei Schattenmagier mit ihren wenigen Mitschülern zu Alte Runen. Wie gewöhnlich setzten sie und die anderen Schüler sich auf ihre üblichen Plätze. Kurz vor dem Läuten der Schulglocke allerdings kam noch jemand in das Zimmer gewackelt: Dolores Jane Umbridge.
/'/Seht nur/'/, sagte Kaiba in Gedanken missgelaunt zu seinen Geliebten, da er die Großinquisitorin zuerst bemerkte, und die beiden nicht neben ihm saßen. /'/Scheint so, als dürften wir noch eine Unterrichtsinspektion erleben./'/
/-/Ich hoffe nur, sie macht Sousey-sensei nicht irgendwelche Schwierigkeiten/-/, erwiderte Yugi besorgt.
/Ich glaube nicht, dass Umbridge die geringste Chance gegen sie hat/, beruhigte Yami ihn. Während der wenigen Stunden, die sie bisher bei ihr gehabt hatten, war die anfängliche Feindseligkeit zwischen dem ehemaligen Pharao und der Lehrerin langsam abgeklungen und nun respektierten sie einander. Daher konnte der alte Ägypter aus fester Überzeugung sagen/Die Frau weiß schließlich, wie sie sich durchsetzen kann, Aibou./
/'/Genau, also mach dir keine Sorgen/'/, sagte Kaiba in seinem sanftesten Tonfall zu Yugi. /'/Ich denke auch, dass es eher für unsere ‚ach so geliebte Lehrerin' für Verteidigung böse enden könnte als umgekehrt./'/
Derweilen schenkte Umbridge den Schülern ihr bekanntes breites Krötenlächeln und schaute sich um. Die einzigen freien Plätze waren wie immer zu beiden Seiten des stets tief in seine Studien versunkenen Ravenclawschülers Vincent Torn. Die Lehrerin wackelte zu ihm und stupste ihn an. Verwirrt schaute er hoch und sah die Frau mit großen Augen an. „Würden Sie bitte Platz machen, mein Lieber?" fragte sie in ihrem zuckersüßen Tonfall.
Der Ravenclaw nickte wortlos und räumte schnell den Platz frei, vor dem Umbridge stand, wobei er seine Notizzettel auf die andere Seite legte, anstatt sie wegzuräumen. Die Großinquisitorin setze sich, und er vertiefte sich wieder in die Pergamentrolle, die er gerade gelesen hatte, als er unterbrochen worden war. Wenige Sekunden später klingelte es aber auch schon, und wie immer beendete Madame Sousey nun ihre Meditation und öffnete die Augen. „Guten Tag, Klasse", sagte sie mit ihrer Stimme, die wie üblich sehr ruhig und würdevoll klang. „Ich hoffe, dass niemand vor allzu großen Schwierigkeiten stand und wir somit mit dem Vergleich der Hausaufgaben schnell fertig sein werden. Mal sehen, wer anfängt… Wie steht es mit ihnen Miss--" Sie unterbrach sich plötzlich. Während ihres üblichen Blickes in die Runde, um zu bestimmen, wer den ersten Satz übersetzen sollte, hatte sie unter ihren Schülern Umbridge entdeckt. Augenblicklich verfinsterte sich ihr Blick. „Und wer, bitteschön, sind Sie und was haben Sie in meinem Unterricht verloren?"
„Oh, ich bin die Großinquisitorin von Hogwarts, Dolores Jane Umbridge", sagte die Ministeriumsangestellte, und erneut breitete sich ein krötenartiges Lächeln auf ihrem Gesicht aus. „Ich nehme an, Sie haben meine Nachricht mit Datum und Uhrzeit ihrer Unterrichtsinspektion erhalten."
„Nicht dass ich wüsste", erwiderte die alte Lehrerin kalt. Ihr finsterer Blick blieb weiterhin auf Umbridge gerichtet, deren Lächeln nun stark gezwungen wirkte und die mehrmals schluckte, während Professor Sousey erklärte: „Ich nehme keine Post an, deren Umschlag nicht mit Runen beschriftet ist. Das sollte eigentlich allgemein bekannt sein. Ich kann auf diese bescheuerten Briefe verzichten, in denen mich irgendwelche wildfremden Menschen mit unwichtigem Kram belästigen. Und was bitte soll eine Großinquisitorin sein?"
„Nun", antwortete die persönliche Assistentin des Zauberereiministers. „Ich wurde berufen, um hier an dieser Schule für Ordnung und einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu sorgen. Dazu besuche ich die Stunden, die meine Lehrerkollegen erteilen, befrage die Schüler und beurteile sie dann. Damit soll sichergestellt werden, dass die Schüler eine perfekte Ausbildung genießen können."
„Es gibt keine ‚perfekte Ausbildung'. Nichts ist perfekt", gab die alte Frau gebieterisch zurück, und ihre Augen schienen Funken zu sprühen. „Und was veranlasst Sie zu der Annahme, meine Schüler würden bei mir keinen angemessenen Unterricht bekommen? Im Gegenteil! Alle Professoren der Zauberuniversitäten, die meine Absolventen übernommen haben, waren meines Wissens stets begeistert von dem Stand, auf den ich die Schüler gebracht habe!"
„Ich habe nicht gesagt, dass ihr Unterricht nicht angemessen ist…", erwiderte Umbridge nervös.
„Aber ihre Anwesenheit hier unterstellt das. Noch nie in den dreiundfünfzig Jahren, die ich hier unterrichte, ist mir etwas Derartiges unterstellt worden!" antwortete Professor Sousey aufgebracht, und die krötenartige Frau sank etwas in sich zusammen. Die Druidin schloss kurz ihre Augen und atmete zwei Mal tief durch, bevor sie sie wieder öffnete und dann etwas ruhiger sagte: „Nun gut. Testen wir ihr Wissen, um zu sehen, ob sie wenigstens die Materie beherrschen. Sagen Sie mir, was folgender Satz bedeutet! Das war der erste Satz der Hausaufgabe zu dieser Stunde." Wie immer wedelte die alte Hexe mit ihrem Zauberstab, und Runen erschienen über ihr und auf den Tischen.
„Ähm, nun", sagte Umbridge zögerlich. Der Blick der älteren Frau wurde noch finsterer, und der Gesichtsausdruck der Großinquisitorin erinnerte immer mehr an einen Schüler, der ohne Hausaufgaben erwischt worden war. „Ich hatte nie alte Runen."
Die Augen der alten Frau schienen Blitze auf ihre Kollegin zu schleudern. „Und was, glauben Sie, haben Sie dann für eine Berechtigung, meinen Unterricht zu beurteilen? Theoretisch kann ich den Schülern ja totalen Blödsinn beibringen und selbst wenn Sie daneben sitzen, würden Sie es nicht einmal merken! Ich erwarte, dass sie von dieser Sekunde an den Rest der Stunde auf ihrem Platz sitzen und schweigen. Und wenn Sie die Schüler unbedingt etwas fragen müssen, dann tun Sie das nach dem Unterricht! Diese Kinder haben dieses Jahr Ihre ZAG-Prüfungen und keine Unterrichtsstunde sollte mit solchem Blödsinn wie Inspektionen vergeudet werden. Wenn dieser Schwachsinn während des Unterrichts unbedingt sein muss, dann kommen Sie gefälligst zum Unterricht für die Drittklässler wieder. Diese sind Ihnen vom Wissen her wenigstens nicht allzu weit voraus."
Nach einem weiteren Blick der vernichtenden Sorte wandte sich Professor Sousey an Torn. Diesen fragte sie mit etwas sanfterer Stimme: „Nun, wie haben Sie diesen Satz übersetzt?"
Der Rest der Unterrichtsstunde gestaltete sich wie in jeder anderen von Alte Runen. Professor Sousey ignorierte Umbridge, und diese versuchte krampfhaft, nicht aufzufallen. Sie ging nicht umher, stellte keine Fragen, und bei jeder der wenigen Notizen, die sie sich machte, versuchte sie möglichst leise zu schreiben.
Nach der Stunde war die Großinquisitorin die erste, die den Raum verließ, während die alte Lehrerin ihr noch mit einem verächtlichen Blick hinterher sah. Erst als Umbridge verschwunden war, setzte sich die Lehrerin wieder und schloss ihre Augen, um ihre Meditation fortzusetzen. Yami, Yugi und Kaiba packten, genau wie die anderen Schüler, derweilen ihre Sachen zusammen und begaben sich danach zum Abendessen in die Große Halle.
Anschließend machten die drei Schattenmagier schnell ihre restlichen Hausaufgaben. Als sie damit fertig waren, ging Kaiba zum Arbeiten nach Japan, während Yami und Yugi Zeit mit Scha, Miut und Benu verbrachten.
Sie benutzten die freie Zeit, um die Schule etwas genauer zu erkunden. Sarlena begleitete sie dabei und zeigte ihnen einiges. Schließlich kamen sie dabei auch in die Eulerei. Yugi schrieb einen Brief an seinen Großvater, während Benu aufgeregt zwischen den Eulen hin und her flog, die ihn teilweise ignorierten und teilweise genervt anschauten. Einem großen Uhu wurde das Spektakel schließlich zuviel und er hackte nach dem jungen Phönix, der verängstigt zu Yami zurückflog, damit der ihn vor dem anderen Vogel beschützte. Miut fauchte ihrerseits und jagte den Uhu durch die Eulerei, gefolgt von einem fröhlich bellenden Scha. Benu schaute von seinem sicheren Platz in Yamis Armen interessiert zu.
Schließlich rammte der Uhu aus Versehen Yugi, der auf dem Boden saß und noch immer mit dem Schreiben seines Briefes beschäftigt war. Der junge Mann umschlang den panischen Vogel mit dem Arm und sagte streng: „Jetzt ist es aber genug, Miut! Und das gilt auch für dich, Scha. Der arme Uhu ist schon ganz verstört." Während er den Vogel kurz streichelte, fiel ihm der Ring am Bein desselben auf, auf dem das Hogwarts-Emblem abgebildet war. „Oh, du bist eine Hogwartseule? Bringst du meinen Brief dann bitte zu meinem Großvater nach Japan, wenn ich fertig bin?"
Der Uhu schaute ihn einen Moment an, dann zu der auf der Lauer liegenden Miut, die anscheinend nur darauf wartete, dass er aus den sicheren Armen des Jungen, zu dem er sich geflüchtet hatte, entfernte, und wieder zurück zu Yugi, bevor er dann sein Bein ausstreckte als Zeichen, dass er gerne diesen Flug übernehmen würde. Yugi lächelte ihn an, streichelte kurz über seinen Kopf und sagte: „Das ist lieb. Ich bin gleich fertig."
Er schrieb den letzten Satz zu Ende, die Schlussformel und setzte seine Unterschrift darunter. Nachdem er den Brief zusammengerollt und beschriftet hatte, band er ihn dem Uhu ans Bein, brachte ihn zum Fenster und ließ ihn fliegen. Miut blickte enttäuscht hinterher.
Währenddessen kam eine andere Katze mit rötlich-braunen Augen in die Eulerei geschlichen. Sie musterte Yami, der Benu noch immer auf dem Arm trug, Sarlena und Yugi mit misstrauischen Augen und fauchte sie an. Sie drehten sich zu ihr um und Sarlena schnaubte: „Lass uns in Ruhe. Wir tun nichts Verbotenes."
Scha und Miut, die so saßen, dass Yami und Sarlena zwischen ihnen und der fremden Katze standen, gingen ein paar Schritte, so dass sie sehen konnten, was vor sich ging. „Wem gehört diese Katze?" fragte Yami.
„Das ist Mrs. Norris, die Katze des Hausmeisters", erwiderte Sarlena aufgeregt. „Sie hat nichts Besseres zu tun als Samantha, Wispy, Barney und mich andauernd zu behindern. Ständig schleicht sie um uns herum, wenn wir Smaragd verlassen. Das ist so lästig!"
Die Katze fauchte erneut, und ihr Schwanz schweifte hin und her. :-:Genug!:-: sagte Miut plötzlich gebieterisch und stolzierte hinter Yugi hervor. :-:Achte den Willen unserer Göttin und ehre ihre Schützlinge!:-:
Mrs. Norris sah Miut einen Moment lang an, dann zu den drei Schattenmagiern, Scha, Benu und Samantha und dann zurück zu Miut. Diese hatte sich stolz und erhaben zwischen die Katze des Hausmeisters und ihre Freunde gesetzt. Die Katze mit den rötlich-braunen Augen senkte schließlich unterwürfig den Kopf und ging die wenigen Schritte, die sie von der heiligen Katze trennten. Miut leckte ihr kurz anerkennend den Kopf.
Sekunden später öffnete sich die Tür und ein etwa fünfzig-jähriger Mann betrat die Eulerei. „Na, meine Süße? Was hast du jetzt gefunden?" Sein Blick fiel auf die drei Schüler. „Na, was haben wir denn hier… Die drei Austauschschüler und ihr Anhang. Ein reichlich später Zeitpunkt, um Briefe zu schicken, oder?"
„Wollen Sie uns etwas unterstellen, Mr. Filch?" fragte Sarlena entrüstet. „Es ist noch nicht 22:00 Uhr, und somit haben unsere Schüler das volle Recht, hier zu sein. Und Briefe können sie so viele schreiben, wie sie wollen!"
Der Hausmeister gab einen verächtlichen Laut von sich. „Die Regeln sind viel zu lasch, genau wie die Strafen."
„Die Regeln sind, wie sie sind", erwiderte Yami. „Und wir haben nicht gegen irgendwelche davon verstoßen. Also lassen Sie uns in Ruhe."
Filch musterte ihn und Yugi misstrauisch. „Ganz schön aufmüpfig, schon in der zweiten Woche. Ihr glaubt wohl, ihr habt Sonderrechte, weil ihr Austauschschüler seid… Aber vergesst eins nicht: Ich werde euch im Auge behalten."
„Unverschämtheit", sagte Sarlena empört. Sie sah so aus, als wolle sie sich jeden Moment auf den Hausmeister stürzen, aber Yugi hielt sie am Arm fest.
„Lasst uns gehen", sagte er leise zu seinen Freunden. Nachdem er Filch um der Höflichkeit willen einen guten Abend gewünscht hatte, zog er Yami und Sarlena aus der Eulerei. Miut, Scha und Benu folgten den beiden Schattenmagiern und dem Duelmonster, nachdem sie dem älteren Mann einen bösen Blick zugeworfen hatten. Mrs. Norris hingegen blieb in der Eulerei zurück und versuchte scheinbar, den Hausmeister abzulenken und zu besänftigen.
Fortsetzung folgt…
Anmerkung
((1)) Da
haben wir also das nächste heilige Tier. Endlich ist auch Ryou
versorgt. Maat war die personifizierte Weltordnung… Recht, Gericht,
Wahrheit… Der Begriff ist schwer zu übersetzen. Sie ist auf
jeden Fall der Gegensatz zum Chaos und steht für das Gute usw.
und deshalb habe ich sie Ryou als Tier gegeben, weil sie insofern das
perfekte Gegenstück zu Apopis abgibt. Eigentlich ist die Göttin
Maat in gewisser Weise recht arm dran, weil sie als ‚Opfergabe'
vom König an die Götter gegeben wird und sie in manchen
Texten auch noch Speis und Trank des Re ist. Den Vogel, der hier ihre
Dienerin ist, habe ich mir ausgedacht. Die Maat wird eigentlich immer
als sitzende Frau mit einer ‚Maat-Feder' (soweit ich weiß
soll das eine Straußenfeder sein) dargestellt. Also, wenn ihr
in ein Museum mit ägyptischen Sachen geht, und ihr seht so eine
kleine indianerähnliche Frau sitzen, das ist sie (und es wird
niemals eine andere Göttin so dargestellt ‚freu'). Wie auch
immer, es gibt kein Tier zu ihr. Den Strauß könnte man
zwar wegen der Feder mit ihr in Verbindung bringen, aber ich kann mir
ehrlich nicht vorstellen, dass Ryou einen Strauß als Haustier
hat. Daher habe ich einen Phantasievogel gewählt, dessen
Schwanz- und/oder Kopffedern straußenähnlich geformt sind,
auch wenn er eigentlich sonst pfauenähnlich ist.
Der Name Schutniu ist von mir ausgedacht. Die Maat hat keine anderen Namen, von
denen ich wüsste. Es soll ‚Straußenfeder' bedeuten
(ich habe kein ganzes Wort dafür gefunden). Schut ist ägyptisch
für ‚Feder' und niu ist das Wort für ‚Strauß'.
Allerdings bin ich nicht sicher, ob ich das dann einfach so als
direkten Genitiv stehen lassen kann… Es gibt direkten und
indirekten Genitiv im Ägyptischen, und beim indirekten käme
noch ein ‚(e)n' dazwischen (also Schutenniu oder so).
Annuket: Magician und ich wünschen allen ein schönes Weihnachtsfest. Das nächste Kapitel von 'Schattenmagier 2' gibt es erst wieder im neuen Jahr, also allen einen guten Rutsch.
