Annuket: Willkommen zu Kapitel 14. Zunächst vielen Dank an meine Reviewer, allen voran Dax.
An Heavenfly: Vielen Dank auch an dich. Schön, dass der Lemon dir gefallen hatte. Magician wirft mir das immer noch vor… Und was die Tatsache anbetrifft, dass Seto die Früchte von Yamis 'Arbeit' erntet: a) Yami bietet es ja selbst an und b) denke ich mir, dass es bei ihnen sowieso anders ist, als es bei 'realen/normalen' Trios wäre, da sie über ihr Band ihre Gefühle sowieso miteinander teilen. Mal sehen, wann es den nächsten gibt, oder ob ich dann gar keine Worte finde und es daher lasse.
Magician 'noch immer leicht verstimmt': Lass es! Das macht es für uns beide einfacher. Obwohl... Heavenfly hat sich ja als Betareader angeboten... Dann kann's mir ja egal sein. Ach ja, Heavenfly, ich habe nie verlangt, dass du dich entschuldigst. 'lach' Ich musste einfach nur Dampf ablassen...
Annuket: Ja, jetzt weißt du, was ich immer mitmachen muss... Andererseits muss ich ja froh sein, dass ich einen zuverlässigen Betareader habe. Und in diesem Kapitel gab es wieder einige Stellen, mit denen wir ganz schön zu kämpfen hatten (dass Yami ein bisschen... ungehalten wird, hatte ich eigentlich so gar nicht...). Und ich bin beruhigt, dass du den Schneemann mit männlicher Begleitung gesehen hast, denn... 'flüstert' ...ich hatte kurz den Eindruck, er ist ein Schwulenhasser, weil ich letztens gehört hatte, wie er so etwas Fieses gesagt hatte… aber sag ihm das nicht…
An Lilly: Zumindest habe ich zwei Reviews von dir für die beiden Kapitel bekommen, also weiß ich nicht, ob da ein Fehler war. Vielen Dank.
So, und bevor ich zu dem Disclaimer komme, will ich noch meinen Tee austrinken. 'nippt an Teetasse'
'Mädchengruppe kommt fröhlich tratschend rein': Geht es bald los? Heute ist doch die AG, oder? 'kichern dümmlich'
Annuket: Ja, aber ich will noch austrinken...
Mädchen 'tuscheln leise miteinander, einige Gesprächsfetzen kommen aber trotzdem an': Yami ist besser... – Rede keinen Unsinn... Kaiba ist doch so schön groß... – Yami sieht so sexy aus... 'Annuket trinkt genervt aus'
Eines der Mädchen 'ungeduldig': Geht es jetzt endlich los?
Annuket: Nein, erst der Disclaimer, dann die Geschichte!
Anderes Mädchen: Ich mach's, ich mach's... Annuket gehört—
Annuket: SILENCIO! 'alle Mädchen sind stumm' Puh, das war knapp... Heute schaffe ich es! 'redet schnell' Mir gehört weder Yugioh noch Harry Potter. 'schnappt nach Luft, schaut sich triumphierend zu schmollenden Mädchen um' Ha, heute durfte ich. Nun, aber los mit der Geschichte. 'Blicke der Mädchen hellen sich auf und sie stürmen aus dem Raum'

((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..." Gespräch
‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)

Kapitel 14: Die AG

Im Rest der dritten Woche passierte nicht viel Aufregendes. Als die drei Sarlena das nächste Mal sahen, war sie wieder ihr panisches Selbst und vermied es, auf das Thema Agda angesprochen zu werden. Die Schattenmagier respektierten das und ließen sie in Ruhe.

Am Freitag kam Schutniu zusammen mit den Posteulen in die große Halle gesegelt. Viele schauten verwundert den wunderschönen, auffälligen Vogel an, wie er, eine Spur von weißem, glitzerndem Staub und ab und zu auch eine Feder in seinem Weg zurückließ.

Sie setzte sich vor die drei Schattenmagier. --Guten Tag, mein ehrenwerter Pharao, und auch Sie, werte Geliebte seiner Majestät, begrüße ich. Da Ihre Majestät und auch Sie, sehr geehrte Wiedergeburt des Hohepriesters Seto, mich noch nicht kennen, möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Schutniu--, sagte sie.

„Sehr erfreut", sagte Yami freundlich auf Japanisch. „Ich bin Yami, und das ist Seto. Yugi hatte bereits von dir erzählt."

--Oh, ich fühle mich geehrt, dass Sie es für nötig erachtet haben, Ihren Geliebten von mir zu berichten, Yugi-san--, sagte der weiße Vogel ehrerbietig. --Nun gut, ich habe die Ehre, Ihnen einen Brief von Ryou überbringen zu dürfen.--

„Oh, Ryou-kun hat uns geschrieben?" fragte Yugi fröhlich und löste den Brief von Schutnius Fuß, den sie ihm entgegenstreckte.

--Ja, leider musste ich meinen werten Gastgeber nötigen, Ihnen zu schreiben--, sagte sie beschämt. --Denn eigentlich wollte ich selbst etwas von Ihnen.--

„Was können wir für dich tun?" fragte Yugi leise, während er so tat, als würde er den Brief sehr intensiv lesen, in dem nur stand, dass der sanfte weißhaarige Junge seine Freunde gerne einmal zum Tee einladen wollte, wenn sie Zeit hätten.

--Nun ja, ich kam nicht umhin zu bemerken, dass der altehrwürdige Chetmety sich nach seinem großen Bruder sehnt und gerne mehr Zeit mit ihm verbringen würde--, erwiderte Schutniu. --Und daher wollte ich Ihnen und Ihren Geliebten mitteilen, dass laut dem Wissen meiner Göttin in dieser Schule bei ihrer Gründung ein Raum geschaffen worden sein soll, mit dem es möglich ist, durch heilige Magie, wie sie uns Göttertieren zu eigen ist, eine Verbindung herzustellen, so dass wir von überall hierher kommen können und von hier überall hin. Wenn Sie die Güte hätten, diese Fähigkeit besagten Raumes zu aktivieren, könnten der altehrwürdige Chetmety und auch wir anderen Tiere uns dadurch problemlos gegenseitig besuchen.--

„Das klingt gut", erwiderte Yami. „Benu ist auch traurig, dass sein Bruder nicht so oft bei ihm ist. Wo ist dieser Raum, und wie können wir ihn aktivieren?"

Da es schon ziemlich spät war, und der Unterricht bald beginnen sollte, sagte Schutniu: --Meine Göttin sagt, dass er sich gegenüber Ihres Wohnheims befindet. Aber die Aktivierung dauert mindestens eine halbe Stunde. Da Sie so viel Zeit nicht mehr haben, ehe Ihre Anwesenheit im Unterricht erforderlich ist, möchte ich Sie höflichst darum bitten, in Ihren Gemächern bis zur Mittagszeit oder bis zum Abend warten zu dürfen, um den Zauber vorzunehmen.--

Die drei erklärten sich natürlich einverstanden. Der weiße Vogel entschuldigte sich und flog nach Smaragd. Die ersten Unterrichtsstunden vergingen wie im Fluge und schnell war die Mittagszeit gekommen. Da die Schattenmagier eine längere Pause hatten, weil sie vorher eine Doppelstunde besuchten, konnten sie ihre freie Zeit dazu nutzen, in ihr Haus zu gehen und den Zauber durchzuführen. Der Raum war, wie sie schon vermutet hatten, der Raum der Wünsche und selbst wenn dieser wieder von Dobby gebraucht werden sollte, würden die Tiere ihn benutzen können.

Ansonsten mussten sie sich in der dritten Woche sowieso mit anderen Dingen beschäftigen. Nachdem die drei Liebenden ihr Formular am Sonntag abgegeben hatten, waren am Montag überall an den Schwarzen Brettern in der Schule Aushänge aufgetaucht, die auf die neue AG aufmerksam machten. Das erste Treffen war für den Dienstag der nächsten Woche vorgesehen.

Yami war sehr aufgeregt und nachdem Dumbledore ihnen einen Raum für die AG zur Verfügung gestellt hatte, verbrachte der ehemalige Pharao den größten Teil seiner Zeit darin, um ihn für den Gebrauch herzurichten. Er besuchte oft seine Schatzkammer unter Gringotts, um verschiedene Gegenstände zu holen oder wieder abzuliefern, wenn sie doch nicht in sein Konzept passten.

Kaiba und Yugi freuten sich, ihren Geliebten so voller Tatendrang zu sehen. Der kleinste der drei Schattenmagier, Sarlena, Samantha und die heiligen Tiere halfen dem ehemaligen Geist des Millenniumspuzzles und obwohl es durch all die verschiedenen Meinungen ab und zu zu kleineren Streitereien kam, hatten sie alle doch ziemlich viel Spaß. Und auch wenn der CEO arbeiten musste, so half selbst er dem ehemaligen Pharao, sobald er Zeit hatte. Sie brachten sogar echten Wüstensand aus Ägypten nach Hogwarts.

Schließlich war alles vorbereitet, und die vierte Woche, die gleichzeitig die letzte Septemberwoche war, brach an. Da Yami am Montag zu aufgeregt und ungeduldig war –auch wenn er es nicht zeigte, so spürten seine Geliebten es natürlich dennoch- und da es in dem Raum nun wirklich absolut nichts mehr besser zu machen gab, entschloss sich Kaiba, seine beiden Geliebten erneut auszuführen. Nachdem sie schon um 15:45 Uhr Schluss gehabt hatten, machten sie bis zum Abendessen noch schnell ihre Hausaufgaben und nach dem Mahl, bei dem sie nur eine Kleinigkeit zu sich nahmen, zogen sie sich bald wieder zurück.

Von Smaragd aus teleportierten sie sich zurück in ihre Villa, wo sie sich einzeln umzogen. Kaiba hatte sich für eine schwarze Anzughose entschieden und ein schwarzes Hemd mit hoch stehendem Kragen. Wie fast immer war er der erste, der fertig war, da bei ihm das Trocknen und Kämmen der Haare nach dem Duschen am schnellsten ging.

Er setzte sich in sein Arbeitszimmer und ließ sich von Ani eine Tasse Tee bringen, während er auf seine Geliebten wartete. Interessiert las er dabei erneut eine Beschreibung der besten indischen Restaurants. Er war so in seine Pläne vertieft, dass er nicht bemerkte, wie Yami den Raum betrat. Erst als sich plötzlich Arme um ihn schlangen, und er spürte, wie sich ein kleinerer, aber muskulöser Körper an ihn presste, wurde er sich dessen Anwesenheit bewusst.

„Hallo, mein Herr", hauchte der ehemalige Pharao in das Ohr des CEOs. „Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, wie sexy Sie aussehen in dieser Aufmachung? Und umso mehr mit diesem geistesabwesenden Blick…"

„Wieder mal verspielt, hu?" erwiderte Kaiba grinsend und betrachtete Yami aus dem Augenwinkel. „Aber wenn so eine Anmache von jemandem kommt, der so sexy aussieht wie du, würde ich durchaus darauf eingehen…"

„Ist die einzige Vorraussetzung dafür, sich Ihnen nähern zu dürfen, dass Sie die Person sexy finden?" fragte der Pharao gespielt beleidigt, drehte den Schreibtischstuhl, auf den sich der CEO gesetzt hatte, und ließ sich verführerisch auf seinem Schoß nieder, ohne die Umarmung zu lösen. „Ich fürchte, dann muss ich Sie bestrafen, Mr. Kaiba, und dafür sorgen, dass sich diese wunderschönen blauen Augen auf niemand anderen richten."

„Hm…", erwiderte der Braunhaarige und musterte seinen Geliebten, der breitbeinig auf seinem Schoß saß. Der ehemalige Pharao hatte sich anscheinend für eine schwarze Korthose entschieden, die 3 Gürtel zierten, ein weißes, eng anliegendes Shirt und darüber eine schwarze Lederweste mit tiefem Ausschnitt, die vorne wie ein Korsett zusammengebunden war. „Tja, ich weiß nicht… Ich fürchte, du hast da noch einen Konkurrenten…"

„Mit einem kann ich leben, besonders wenn er so entzückend aussieht wie dieser junge Mann da drüben", sagte Yami und deutete mit einem Kopfnicken zur Tür, wo Yugi stand. Der Kleinste der drei, der nun den heißen Blick seiner Geliebten auf sich spürte, war knallrot. Aber er konnte es nun einmal nicht ändern, dass er seine beiden Partner absolut verführerisch in so einer Aufmachung fand, und seine Gedanken jedes Mal abschweiften, wenn er sah, wie sie miteinander flirteten wurden.

„Ja, das tut er", antwortete der CEO spielerisch, seine scharfen Augen nun auf den Kleineren fixiert. „Du siehst toll aus, Yugi", sagte er anerkennend.

„D-Danke", stammelte Yugi. Komplimente machten ihn noch immer etwas unsicher. Das wiederum führte dazu, dass er nervös an dem unteren Ende seines eng anliegenden, dunkelgrünen Rollkragenpullis zupfte, was diesen etwas anhob, und auch das obere Ende der äußerst engen Lederhose freigab. Trotz der aufreizenden Bekleidung wurde dadurch irgendwie seine Unschuld stark betont. „Ihr seht auch toll aus. Wohin gehen wir denn nun?"

„Ich dachte, wir könnten Indisch essen gehen", erwiderte der CEO.

„Indisch? Ich wollte schon lange mal Indisch essen gehen", sagte Yugi mit leuchtenden Augen. „In der Nähe des Hafens in Domino hatte doch ein Inder aufgemacht, aber Jii-chan wollte nicht mit mir dahin…"

„Soweit ich weiß, ist dieser Laden auch ziemlich miserabel", meinte der CEO abfällig. „Und warum sollen wir nach Domino, wenn wir nach Indien selbst können?"

Yugis Augen wurden noch größer und leuchtender. „Ach ja? Wohin?"

Kaiba erhob sich und setzte Yami, der ihn interessiert beobachtete, auf dem Boden ab. Dann streckte er Yugi seine Hand entgegen. „Lasst euch überraschen…"

Nachdem der CEO in jedem seiner Arme einen seiner Geliebten hatte, geleitete er sie in Richtung Kamin in der Eingangshalle. Sie verabschiedeten sich auf dem Weg dorthin bei Ani und den anderen, und dann warf Kaiba zwei Hände voll Flohpulver in den Kamin und aktivierte den Flohpulverzauber. Keine Sekunde später verschwanden die drei in den Schatten und erschienen im Eingangsbereich, oder besser gesagt Kamin eines Zaubererrestaurants, zeitgleich mit der grünen Flamme, so dass es aussah, als wären sie durch den Kamin gekommen.

„Namaste((1))", begrüßte der Empfangschef sie auf indisch und fragte nach ihrer Reservierung.

Kaiba, der am Tag zuvor von Mystagogus eine Reservierung hatte vornehmen lassen, nannte seinen Namen, und der Empfangschef, der sie zunächst ein klein wenig misstrauisch beäugt hatte, setzte ein strahlendes Lächeln auf. Der Geschäftsführer hatte allen Angestellten eingeschärft, dass die Gäste, die unter dem Namen ‚Seto Kaiba' reserviert hatten, mit besonderer Zuvorkommnis behandelt werden sollten.

Während sein Gehilfe die drei Schattenmagier durch Magie von den Russresten des Kamins befreite, rief der Portier die Oberkellnerin zu sich, die die Gäste zu ihrem Tisch geleiten sollte. Die drei folgten der in einen türkis- und silberfarbenen Seidensari gekleideten Frau, die sie über einen Lift in das oberste Stockwerk brachte. Das Restaurant war eine riesige unsichtbare Kugel und das berühmteste Zaubererrestaurant Asiens, wie Kaiba seinen Geliebten erzählte, während sie nach oben fuhren.

„Bitte schön, werte Herren", sagte die Kellnerin auf Japanisch mit einem erstaunlich geringen Akzent, als sich die Lifttüren öffneten. „Bitte machen Sie es sich gemütlich."

Kaiba und seine beiden Geliebten setzten sich auf die Sofas mit den vielen Kissen. Die Kellnerin reichte ihnen eine in Japanisch übersetzte Karte und zog sich zurück, bis sie gerufen wurde. Nachdem sie gegangen war, nutzten die drei die Gelegenheit, um sich etwas genauer umzuschauen. In der obersten Etage waren die Schattenmagier unter sich und konnten ungehindert nach allen Seiten schauen. Das Restaurant schwebte über Bombay und da alle Wände aus Glas waren, konnte man alles sehen. Der Boden war so verzaubert, dass man durch ihn auch schwach sehen konnte, was unterhalb der Kugel war, wenn auch nicht so deutlich wie in die anderen Richtungen.

Nachdem sie ihr Essen bestellt hatten, genossen sie die Aussicht und ihre Gesellschaft. Die bunten Lichter der Stadt unter ihnen, der Mond und die Sterne über ihnen und die Spiegelungen dieser Lichter im Meer waren sehr romantisch, und die drei kuschelten sich zusammen. Ihr Essen kam eine Viertelstunde später und schmeckte fantastisch. Nachdem sie aufgegessen hatten, bestellten sie noch Tee und etwas später Nachtisch.

Schließlich gingen sie so gegen 19:30 westeuropäischer Zeit((2)) und kehrten in ihre Villa zurück, wo sie nach einem langen Spaziergang in ihrem Garten schließlich den Sonnenuntergang beobachteten. Nachdem sie sich danach in ihrem Schlafzimmer der physischen Genüsse erfreut hatten, kehrten sie müde aber glücklich nach Hogwarts zurück, um schlafen zu gehen.


Der nächste Tag verlief wieder gut für die drei Schattenmagier. Schließlich wurde es Abend und nach dem Abendbrot sollte um 19:00 Uhr das erste Mal die AG stattfinden. Schon zwei Stunden vorher überprüfte Yami noch einmal, ob alles in Ordnung war. Yugi und Kaiba versuchten, ihn zu beruhigen, aber der ehemalige Pharao war viel zu aufgeregt, als dass sie irgendetwas hätten ausrichten können. Neville war schließlich der erste, der kam. Sie plauderten ein bisschen mit ihm, während die Zeit des offiziellen AG-Beginns näher rückte. Plötzlich bemerkte Yami, dass ein Kästchen mit besonders starken Schutzamuletten in Form von Flügelsonnen, die er später zeigen wollte, nicht an seinem Platz stand. Offensichtlich hatte er es in seinem Verließ vergessen. Bevor er jedoch völlig in Panik geraten konnten, sandte Yugi ihm beruhigende Gefühle und verließ lächelnd den Raum, um die Amulette zu holen.

Ab ungefähr 18:50 Uhr trudelten die meisten Interessierten ein, setzten sich auf die Sitzkissen, die überall verstreut lagen, und sahen sich aufgeregt schnatternd um. Die meisten waren Mädchen, die mehr als nur einen schmachtenden Blick auf Yami und Kaiba warfen und miteinander darum zu kämpfen schienen, wer neben den beiden sitzen durfte bzw. ihnen gegenüber, um sie möglichst gut sehen zu können. Doch auch die Dekoration schien bei ihnen Gefallen zu finden und somit wurde auch diese einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Es standen mehrere goldene Schreine herum, in denen Götterfiguren zu sehen waren((3)). Auch Schmuckstücke waren überall im Raum verteilt, die, den Gesten und dem Getuschel nach zu urteilen, Gegenstand intensiver Diskussionen der Mädchen waren. Jene waren jedoch nicht die einzigen, die gekommen waren, auch Harry, Ron und Hermine hatten den Raum betreten. Ansonsten hatten sich nur noch vier Jungen verschiedener Jahrgänge aus Ravenclaw eingefunden. Draco hatte den dreien gesagt, dass er auch Interesse hätte, aber dass er erst in der nächste Woche kommen könnte, weil diese Woche sein Quidditch-Training zur gleichen Zeit stattfand und da das Feld schon gebucht war, wollte Montague es nicht ausfallen lassen.

Schließlich war es 19:00 Uhr und Yami entschloss sich, anzufangen, obwohl Yugi noch nicht wieder da war. Er erhob sich von seinem Kissen. „Hallo", sagte er zu den anderen Schülern. „Es freut mich, dass ihr alle Interesse an der Geschichte meiner Heimat zeigt."

„Ich dachte, du wärst Japaner", traute sich eines der Mädchen aus Gryffindor zu fragen.

Der ehemalige Pharao lächelte sie an, was dazu führte, dass sie auf einmal sehr verträumt aussah. „Ich lebe in Japan, und Yugis Großvater hat mich bei sich aufgenommen, doch eigentlich komme ich aus Ägypten."

„Heißt das etwa, das Gerücht, dass ihr nicht verwandt seid, stimmt tatsächlich?" fragte ein anderes Mädchen aus Hufflepuff. Sie hing wie fast alle Mädchen im Raum an Yamis Lippen und beobachtete jede seiner und Kaibas Bewegungen.

„Ja", erwiderte Yami. „Aber mein Privatleben tut hier im Moment nichts zur Sache. Kommen wir lieber zum Thema dieser AG. So weit ich weiß, lernt ihr an dieser Schule absolut nichts über die altägyptische Magie. Das finde ich ziemlich schade, weil ich mich selbst damit intensiv beschäftigt habe."

/'/Die Untertreibung des Jahrtausends/'/ ließ sich Kaiba durch ihren Link vernehmen. /'/Du hast sie schließlich nicht nur erlebt, sondern hast sie auch etwa 3000 Jahre lang am eigenen Leib gespürt./'/

/Lenk mich nicht ab/ erwiderte der Pharao. /Ich habe nicht vor, ihnen meine Lebensgeschichte zu liefern./

„Weiß denn schon einer von euch etwas--" setzte Yami laut an.

An dieser Stelle wurde er unterbrochen, weil die Tür geöffnet wurde. Herein kam ein etwas verplant wirkender Binns mit einem ansehnlichen Stapel Bücher. Irritiert, weil er eigentlich keinen der Schüler erkannte, und entschuldigend sah er sich im Raum um, bevor er seine Bücher auf einen Schaukasten am Eingang legte, in dem die drei Schattenmagier in ägyptischem Sand ein paar Skarabäen untergebracht hatten.

Als sein Blick auf Yami fiel, wirkte der Professor erleichtert, weil er sich an ihn erinnerte und daher wusste, dass er im richtigen Raum war. „Oh, verzeihen Sie die Verspätung", sagte er aufgeregt. „Ich wollte nur diese Bücher mitbringen und irgendwie konnte ich sie über den üblichen Weg nicht mitnehmen. Irgendwelche Schüler müssen da einen ganz üblen Streich mit mir spielen((4))…"

„Kein Problem, Binns-sensei", erwiderte Yami freundlich. „Wollen Sie sich nicht setzen?" fragte er und wies auf den einzigen Hocker im Zimmer. Während der Geist sich setzte, wandte sich der Pharao wieder den Schülern zu. „Wie ihr vielleicht an dem Aushang gesehen habt, hat sich Professor Binns bereiterklärt, unsere AG als Lehrer zu betreuen, da wir sonst nur eine ‚Lerngruppe' wären. Yugi, Seto und ich, die Gründer dieser AG haben uns überlegt, dass wir die ganzen organisatorischen Dinge wie die Wahl, womit wir anfangen wollen und so, erst nächste Woche besprechen, wenn ihr wisst, ob ihr diese AG besuchen wollt. So, jetzt aber zurück zu der Frage, die ich vorhin schon stellen wollte: Was wisst ihr denn schon so über altägyptische Magie?"

„Mein Bruder Bill ist Fluchbrecher für Gringotts", berichtete Ron, ohne zu bemerken, dass Yamis Miene sich verfinsterte.

„Du meinst, er gehört zu denen, die die Schätze der Pharaonen heben?" fragte Yami dazwischen, ohne seinen inneren Zorn zu zeigen. Er entschloss sich dazu, Mystagogus später zu fragen, warum die Zaubererbank die Plünderungen der Gräber seiner Vor- und Nachfahren leitete.

„Genau", bestätigte der Rothaarige stolz. „Und er hat mir erzählt, dass diese ägyptischen Flüche aus reiner schwarzer und weißer Magie bestehen. So eine Kombination kriegen wir heute gar nicht mehr hin, sagt er."

„Wow, das klingt ja noch spannender, als ich gedacht hatte", sagte einer der Ravenclawschüler, der in der sechsten Klasse war. „Ich möchte mal Fluchbrecher werden und deshalb wollte ich auch diese AG besuchen", erklärte er. „Können wir wirklich solche Zauber behandeln?"

„Ich fürchte, über diese Zauber ist nicht sehr viel bekannt, Mr. Juffelgribs", mischte sich Binns ein, um die Frage des jungen Mannes zu beantworten, der eigentlich Daniel Atanep hieß.

„Nun ja, ich weiß schon einiges darüber", sagte Yami. „Aber zu solchen Zaubern können wir nicht sofort kommen. Erst einmal müssen wir die Grundkenntnisse besprechen und beherrschen, ehe wir zu den wirklich mächtigen Zaubern kommen."

„Aber so weit ich sehe, sind hier keine Schüler, die unter dem vierten Jahrgang sind", widersprach Atanep. „Da können wir doch gleich zu schweren Sachen kommen."

„Nein", erwiderte Yami. „Die altägyptische Magie funktioniert ein bisschen anders als die hier. Die Siegel und Flüche, die auf den Gräbern liegen, sind schon geschwächt. Eigentlich beinhaltet die altägyptische Magie nämlich Licht- und Dunkelmagie, die zusammen optimalen Schutz gewähren."

„Das ist Unsinn", ereiferte sich der Ravenclaw, was ihm böse Blicke von fast allen Mädchen einbrachte, weil er einen ihrer Lieblinge ‚beleidigt' hatte. „Diese beiden Magiearten stoßen sich ab."

„Da hast du Recht", antwortete der ehemalige Pharao ruhig, gerade als die Tür geöffnet wurde und Yugi eintrat. Der kleine Japaner bedeutete Yami, dass er die Schachtel hatte, und stellte sie auf einen kleinen Tisch. Der ägyptische Geist nickte ihm dankbar zu, bevor er sich wieder an den Ravenclaw wandte, der wie alle anderen den Austausch zwischen den beiden neugierig verfolgt hatte. „Aber meine Vorfahren hatten eine Möglichkeit gefunden, die beiden zu verbinden. Hier, prüfe es nach. Da du im sechsten Jahr bist, kennst sicher einen Zauber, der dich erkennen lässt, welche Magieart in diesem Amulett ist."

Yami warf ihm ein kleines Amulett in Form eines Falken zu. Der Ravenclaw fing es geschickt. Währenddessen hatte Yugi die Gruppe Mädchen bemerkt, die seinen Platz in Beschlag genommen hatten. Sie alle hatten unbedingt neben Kaiba sitzen wollen und nun schmachteten sie ihn mit verliebten Blicken an, was den CEO mehr als nur ein bisschen verärgerte. Die angewiderten Blicke, die er ihnen zuwarf, waren eisig und hätten eigentlich reichen müssen, jede einzelne der Schülerinnen zu vertreiben. Auch Yugis Blick verfinsterte sich, doch nicht nur wegen des Interesses, dass die Mädchen offensichtlich seinen Geliebten entgegenbrachten, sondern auch, weil sie Kaiba und Yami noch immer umlagerten, obwohl diese schon mehrmals erklärt hatten, dass sie bereits vergeben waren.

Einem plötzlichen Drang folgend ging er zu dem Brünetten und setzte sich auf dessen Schoß. Kaiba wirkte zunächst etwas überrumpelt. /'/Was tust du, Yugi?/'/ fragte er, verwundert über die Annäherung des Kleineren in Gegenwart von so vielen Menschen.

/-/Ich will nur den Mädchen klar machen, dass du ihnen als Geliebter nicht zur Verfügung stehst/-/ erwiderte Yugi in einem halb grimmigen, halb verspielten Tonfall.

/'/Gute Idee/'/ antwortete Kaiba und schlang seine Arme um den Kleineren. Während Yugi sich in die Umarmung kuschelte, küsste der CEO ihn hauchzart auf die Haare und die Stirn. Dabei beobachtete er Aus dem Augenwinkel die Mädchen, die das ganze Schauspiel mit weiten Augen beobachteten und, nachdem sie ihren ersten Schock überwunden hatten, aufgeregt zu tuscheln begannen. Die Gryffindors ignorierten das Geschehen und die vier jungen Männer aus Ravenclaw hatten anscheinend gar nichts davon mitbekommen, da sie alle um Atanep hockten und gebannt zusahen, wie er das Amulett testete.

Als dieser mit der Untersuchung fertig war, schaute er erstaunt auf, da er in der Tat lichte, dunkle und eine weitere ihm unbekannte Magie in dem Gegenstand entdeckt hatte. „Wie ist das möglich?" fragte er, gebannt Yami anstarrend.

„Schatten", erwiderte Yami gelassen. „Es ist zwar kompliziert und vor allem anstrengend, aber man kann dadurch die Magiearten verbinden."

„Aber dürfen wir denn dann so etwas machen?" fragte Harry. „Würde das nicht zu den dunklen Künsten gehören?"

„Die dunklen Künste sind in unseren Kulturen reine Schwarzmagie", antwortete der ehemalige Pharao. „Schattenmagie ist eine Magieart, die völlig unbeachtet ist und insofern ist sie genau genommen nicht verboten. Diese Art der Magie benutzt die magischen Überreste der Verstorbenen. Ich kenne nur wenige Menschen, die davon wissen und diese meinten auch ihrerseits, dass sie nur die kennen, die ich auch kenne. Außerdem muss ich gestehen, dass unsere ägyptischen Vorfahren bestimmt über uns lachen würden, wenn sie wüssten, wie dumm wir uns anstellen."

/-/Es ist schade, dass du sie so belügen musst/-/ sagte Yugi traurig.

/Ich weiß, aber ich sage nicht die Wahrheit, bevor ich nicht ganz genau abschätzen kann, was wir für Leute hier haben/ erwiderte Yami.

/'/Und so wie es aussieht, sind die meisten Teilnehmer auch eher an uns interessiert als an Geschichte/'/ bestätigte Kaiba.

/Aber dank eurer Show sind wir die vielleicht ab dem nächsten Treffen los… vor allem weil ich mich bald nicht mehr beherrschen kann und über euch herfallen werde, wenn das hier noch lange dauert…/ entgegnete Yami neckisch und warf den beiden einen verführerischen Blick zu, der auch den Mädchen nicht entging.

„Und du meinst, du kannst uns das beibringen?" fragte ein Ravenclawjunge aus der Vierten, der hier anscheinend der Jüngste war, derweilen beeindruckt und sah Yami mit großen Augen an. „Auch wie man Gräber verflucht und somit schützt und so was?"

„Nein", log Yami. „Ich weiß dazu nicht genug. Was mir aber bekannt ist, ist, dass man auch damals mehrere sehr starke Magier brauchte, um so ein Grab zu verfluchen und zu versiegeln. Ich kann euch nur erzählen, was heute noch da ist und ein paar kleine Sachen, die mir eine sehr gute Freundin beigebracht hat. Sie ist die Tochter eines Grabwächters, der mit seinem Stamm abgeschieden von allem lebt und die wenigstens ein paar der alten Zauber noch beherrschen."

„Und was?" fragte ein Mädchen aus der ersten Reihe, das schon die ganze Zeit an seinen Lippen zu hängen schien, um keines seiner Worte zu verpassen und zu den wenigen anwesenden weiblichen Wesen gehörte, die auch wirklich an Ägypten interessiert zu sein schien.

„Nun ja, hauptsächlich kleinere Schutzzauber, die vor Krankheiten und Unglück schützen sollen", antwortete Yami.

„Und wie geht das?" fragte eine Freundin des Mädchens. „Solche Zauber sind immer nützlich."

„Die wohl verbreitetste Form des Zaubers waren Amulette", erwiderte Yami. „Diese hatten verschiedene Gestalten. Am häufigsten waren das Götter, Tiere, menschliche Körperteile und Hieroglyphensymbole."

„War die Form wichtig für die Wirkung?" wollte Ron wissen.

„Ja, soweit ich weiß, wurde die Form so gewählt, dass das Potential des Materials für den jeweiligen Zauber so effektiv wie möglich genutzt werden konnte. Aber hauptsächlich diente es auch dazu zu unterscheiden, wo welcher Zauber drauf lag, da ein Amulett nicht fertig war, nur weil es die richtige Form hatte. Danach musste erst in Verbindung mit einer rituellen Handlung das Amulett mit einem Zauberspruch wirkmächtig gemacht werden."

„Ist dieses Armband auch ein Amulett?" fragte das Mädchen unmittelbar neben Kaiba und Yugi und zeigte auf das Armband des Kleineren mit den unvergebenen Millenniumsgegenständen. „Schließlich sind Augen darauf."

Yami trat zu Yugi, kniete sich vor ihn, nahm sein Handgelenk und küsste die Gegenstände zärtlich. „Ja und nein", erwiderte er und schaute das Mädchen an, dem der Atem stockte und das anscheinend am liebsten das Armband oder zumindest der Träger gewesen wäre, genau wie die meisten anderen Schülerinnen. „Dieses Schmuckstück ist kein Amulett im klassischen Sinn. Es geht eine Symbiose mit dem Träger ein, und sie beschützen sich gegenseitig."

„Wo kann ich so eins kaufen?" fragte ein anderes Mädchen sofort, während das erstere den ehemaligen Pharao nur schmachtend ansah.

„Es ist ein Einzelstück", gab Yugi zurück.

Das Mädchen schmollte. „Aber wir könnten uns andere Amulette anschauen", schlug Yami vor. „Ich habe ein paar mitgebracht, die sich im Besitz meiner Familie befanden."

Er holte das Kästchen vom Tisch sowie weitere aus einer der Truhen am Rand, in denen jeweils 10 bis 20 Amulette waren und erklärte den anderen grob, was sie bewirkten und welche Legenden dahinter standen. Sofort waren die Mädchen wieder Feuer und Flamme, als sie die vielen schönen Schmuckstücke sahen.

„Und wie wurde noch gezaubert?" fragte Hermine schließlich. „Ich habe von Zaubersprüchen gelesen, die ohne Amulette die Personen beschützen sollten."

„Ja, diese waren aber nur für die Magier selbst", erwiderte Yami. „Zum Beispiel wurden Zauber auch aufgenommen, indem die Tafeln, auf denen die Zauber standen, mit Wasser oder Ähnlichem übergossen wurden und es dann wieder aufgefangen und getrunken wurde. Eine andere Möglichkeit war, den Zauber irgendwo aufzumalen, zum Beispiel auch auf Körperteile wie die Handfläche, und er dann abgeleckt wurde."

„Oh, können wir das machen?" fragte eines der Mädchen und bekam erneut einen verträumten Gesichtsausdruck.

„Ja, das können wir tun", erwiderte Yami leicht genervt. „Aber das tut man normalerweise nur bei sich selbst, weil der Zauber sonst nicht so wirksam ist. Man bittet für sich in dem Zauber um Schutz und es erfordert ungleich mehr Kraft, ihn für andere brauchbar zu machen."

„Oh", machte das Mädchen und schien etwas enttäuscht.

„Aber man kann es tun, nicht wahr?" hakte eine ihrer Freundinnen nach.

„In speziellen Fällen schon...", sagte Yami unwirsch. Die Aufdringlichkeit der Mädchen und die Tatsache, dass sie sich nicht wirklich für seine Heimat interessierten und es nur als Vorwand benutzten, um flirten zu können, ärgerte ihn. „Aber wie gesagt, erfordert das enorm viel Kraft und nicht selten ist der Magier danach völlig erschöpft. Deshalb musste er dem, dem er den Zauber angedeihen lassen wollte, absolut vertrauen können."

„Wie bei einem Liebespaar? Das ist ja so romantisch..." Die Mädchen tauschten schwärmerische Blicke aus, und nun hatte Yami endgültig genug. Er starrte sie einen Moment böse an und beschloss, der Sache ein Ende zu machen.

„Ja, genau!" fauchte er. „Und für mich kämen daher für einen solchen Zauber sowieso nur zwei Leute in Frage." Mit zwei großen Schritten legte er die Entfernung zwischen sich und seinen Geliebten zurück und umarmte sie. Der CEO blinzelte überrascht, ließ es sich aber problemlos gefallen, während Yugi rot anlief und sein Gesicht in Kaibas Brust vergrub. Die Mädchen, die zu Beginn der AG besonders Yami und Kaiba umschwärmt hatten, waren nun endgültig enttäuscht und wirkten auch beleidigt. Ein paar von ihnen schienen sich jedoch relativ schnell zu erholen und dieses neue Bild ihrer Lieblinge ganz bezaubernd zu finden, denn sie beobachteten die drei weiterhin und fingen bei jeder vertrauten Geste an zu kichern und zu tuscheln. Die anderen Schüler, die bis dahin noch gar nichts mitbekommen hatten, bekamen nun große Augen und schauten dann teilweise sofort verlegen zu Boden.

„Auf jeden Fall klingt das sehr spannend", sagte Professor Binns, der die ganze Zeit höchst interessiert zugehört und sich alles genau angesehen hatte, aber entweder nicht zu verstehen schien, was Yami gerade getan hatte, oder es absichtlich ignorierte. „Wir sollten aber trotzdem lieber mit den Amuletten anfangen."

„Ich stimme Ihnen zu, Professor", sagte Yami, der sich in den Armen seiner Geliebten wieder beruhigt hatte. „So, wir sollten absprechen, was wir zunächst an Amuletten machen wollen. Und ob wir auch heilige Tiere behandeln wollen, wie zum Beispiel Phönixe. Die einfachsten Amulette sind---"

Doch weiter kam Yami nicht, da sich die Tür öffnete und Samantha hereingeschwebt kam. „Guten Abend", sagte sie würdevoll. „Ich wollte Sie nur darauf aufmerksam machen, dass die zehnte Stunde fast erreicht ist, in der die Ausgangssperre für die Schüler beginnt."

„Sag das nicht so ruhig", sagte Sarlena, die kurz hinter ihrer Partnerin den Raum betreten hatte und ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat, panisch. „Schon 21:50 Uhr und die Schüler noch auf den Gängen... Nein, dieses Unglück! Ich weiß einfach, dass dieser furchtbare Mann mit seiner Katze uns dafür verantwortlich machen wird… Kommt schon, beeilt euch, Kinder…"

Verwirrt sahen die Schüler auf ihre Uhren. Sie hatten gar nicht gemerkt, dass die Sonne bereits untergegangen war und der Raum durch magische Fackeln beleuchtet wurde. Sie erhoben sich unter Sarlenas hektischem Drängen, und Yami konnte ihnen gerade noch mitteilen, dass sie sich doch bitte zur nächsten Sitzung überlegen sollten, womit sie anfangen wollten. Dann gingen alle in ihre jeweiligen Häuser.

Nachdem Yami, Yugi und Kaiba in Smaragd waren, riefen sie als erstes Mystagogus. Das alte Duelmonster erschien nur wenige Minuten später, auch wenn er schon sehr müde aussah und vermutlich auch kurz davor gewesen war, schlafen zu gehen. Er verneigte sich vor den drei Schattenmagiern. Yami, der mit verschränkten Armen auf dem Sofa saß, Yugi und Kaiba an seiner Seite, fragte ihn, ob es wahr sei, dass Gringotts die Gräber seiner Vorfahren und Nachfolger plünderte.

Mystagogus bestätigte das, doch er erklärte, dass das geschehe, um die Gräber zu schützen. Anschließend gingen sie in die Zaubererbank, und der Direktor brachte sie in einen anderen Teil der tiefen unterirdischen Gewölbe und zeigte den dreien, dass er den Pharaonen neue Ruhestätten verschafft hatte, sicher und abgeschirmt von der Außenwelt. Die Fluchbrecher, erklärte er, bekamen jeweils nur einen bestimmten Prozentsatz des Wertes der Schätze ausgezahlt und auch in Zauberergeld, um zu verhindern, dass die ehemaligen Könige Ägyptens wie in den Zeiten vor Mystagogus' Eingreifen respektlos ausgeplündert wurden.

Zufrieden mit dem Gesehenen und auch ziemlich erschöpft, da es inzwischen fast ein Uhr morgens war, gingen die drei nach Hogwarts zurück, um schlafen zu gehen.

Fortsetzung folgt…

Anmerkungen

((1)) Ich gebe zu, ich kann Indisch noch weniger als Japanisch (wo ich ja immerhin 3 oder 4 Wörter verstehe, wenn auch keine Grammatik oder irgendwelche Inhalte, von der Schrift ganz zu schweigen…). Aber auf einer Seite im Internet habe ich gesehen, dass ‚Namaste' Hallo, Guten Tag, Auf Wiedersehen, Tschüss etc heißt.

((2)) Wenn ich mich nicht irre, müsste es in Bombay (das ja heute eigentlich Mumbai heißt) etwa 1:00 Uhr morgens sein. Die Zeitdifferenz beträgt von Großbritannien 5 ½ h.

((3)) Ich möchte darauf hinweisen, dass das eigentlich NICHT typisch ist. Die Götterfiguren waren absolut heilig und nicht für die Augen von Menschen bestimmt. Nachdem sie angefertigt und geweiht worden waren, blieben sie in ihrem Schrein weggeschlossen und wenn sie herausgeholt wurden, dann haben wenn überhaupt höchstens der Pharao und eventuell (!) noch der Hohepriester des Tempel und seine nächsten Untergebenem sie gesehen. Das normale ‚Volk', zu dem die Hogwartsschüler gehören würden, hätte nie auch nur ein kleines Stückchen davon zu Gesicht bekommen. Nicht einmal den inneren Schrein, so weit ich weiß. Es gab zwar Prozessionen (Barkenprozessionen, wo also die Schreine mit den Göttern in kleinen Schiffchen ausfuhren), aber es wurden dann nur die Barken gesehen. Dass mein Yami hier trotzdem so freizügig seine Götter zeigt, liegt daran, dass ich einfach mal behaupte, die Götter hätten es ihm erlaubt, weil sie eh nicht mehr angebetet werden. … Andererseits würde ich als Gott vielleicht auch mal vorziehen, das Licht der Welt zu sehen, anstatt die ganze Zeit im Dunkeln in einem Sanktuar eingesperrt zu sein. Ganz abgesehen davon, dass sie, wenn sie angezogen usw. wurden, vermutlich nur ‚künstliches' Licht traf (ob Fackeln oder Spiegel sei mal dahingestellt), da die Tempel keine Fenster hatten. Überhaupt waren die Tempel ziemlich abgeschlossen. Es gab dicke Tempelmauern, und man musste immer wirklich weit in den Tempel, um zum Götterbild zu kommen, denn es war eigentlich immer am entgegengesetzten Ende vom Haupteingang.

((4)) Ja, der gute Mann hatte vergessen, dass er ein Geist ist und er zwar durch die Wände gehen, aber dabei keine Dinge mitnehmen kann.

Magician: Tja, Annuket hat sich schon verkrümelt. Sie sagte irgendwas von 'Disclaimer-Siegesfeier'... 'kopfschüttel' Was soll's, mach ich halt heute mal den Abschluss. Wir hoffen, das Kapitel hat euch gefallen. Bis übernächste Woche. 'verbeugt sich und verlässt den Raum'