Annuket: Gut, hier ist also das nächste Kapitel für euch. Leider
muss ich gestehen, dass ich Kapitel 20 noch nicht ganz fertig habe
'schäm', aber es ist zum Glück nicht mehr viel, so dass ich
zuversichtlich bin, dass ich bis in zwei Wochen auch Kapitel 21
schaffen werde, so dass ich wieder im Plus bin (schreibtechnisch). Aber
lassen wir das. Zunächst einmal vielen Dank für die Reviews und dabei
wie immer allen voran Dax.
Zu HannaKaiba20: Danke für das Lob. 'freu' Was Schutniu betrifft, so
habe ich das Gefühl, es passiert öfter, dass sie zur falschen Zeit am
falschen Ort ist. 'überleg' Eigentlich passt sie in dieser Beziehung
aber perfekt zu Ryou, oder? Aber du hast Recht damit, Harry
auszuschimpfen. Manche Schlangen sind auch lieb. Besonders natürlich
bei den alten Ägyptern... wo allerdings die Apopisschlange (die ja
Chetmety in gewisser Weise ist) wirklich die einzig abgrundtief böse
ist... Aber egal, meiner ist ja lieb. Ach so, und die
Termine/Ungenauigkeiten gebe ich trotzdem lieber an, weil ich es in
gewisser Weise gewohnt bin mit solchen Anmerkungen zu arbeiten (ich
studiere ja Geschichte). Außerdem hasse ich es immer, wenn ich durch
das Lesen einer Fanfiction eine bestimmte Stelle nachlesen will und
dann erst ewig danach suchen muss. Wenn ich es angebe, dann schränkt
das die Seitenzahl hingegen doch ziemlich ein.
Zu Lilly: 'große Augen bekomm' Du fandest eine Erklärung gut? Ich wußte
es immer. Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen! Halloween ist bei
dem Quidditch-Spiel leider schon vorbei (das war ja Ende der ersten
Novemberwoche), also wird es das maximal als Spezial irgendwann geben.
Ich hoffe, dir wird auch dieses Kapitel gefallen, obwohl öfter was
erklärt werden muss. Aber es passiert auch was, und die Handlung wird
vorangetrieben.
So, nun aber zum Kapitel. Heute geht es in den Wald. 'freu' ... Wenn auch nur ein bisschen.
'Zentaurengruppe kommt angaloppiert'
Magorian: Wir haben gehört, dass du unseren Wald für deine Geschichte verwenden willst, Mensch.
Annuket 'schaut etwas irritiert, nickt dann aber heftig': Ja, genau.
Magorian 'Augen verengen sich zu einem sehr finsteren Blick': Dann bist du der Meinung, dass der Wald dir gehört?
Annuket 'hat Angst und schüttelt heftig den Kopf': Nein, nein, nein.
Mir gehört nichts aus den Harry Potter Bänden und auch nichts aus
Yugioh, wenn wir schon dabei sind. Ich borge mir nur ein paar Figuren,
Orte und Handlungstränge.
Magorian 'misstrauisch': Na gut. Wenn das so ist, darfst du dich heute
mal ausnahmsweise für deine Geschichte hier aufhalten. Aber stell
nichts an!
Annuket 'nickt wieder ängstlich, rennt dann zu Magician': Magician, die Zentauren sind gemein zu mir...
Magician 'tätschelt ihr tröstend den Kopf': Sie sind nunmal sehr stolz und nehmen alles zu ernst. Mach dir nichts draus.
((...))
Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..."
Gespräch
‚...'
Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede
wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut
(Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas
Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange,
heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte,
heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel,
heiliges Tier der Maat)
Blabla
Parsel
Parallel zu meinem Kapitel findet für Harry und seine Freunde das Kapitel ‚Hagrids Geschichte' statt (auf den Seiten 493-518, sowie auch die letzten Seiten des vorigen Kapitels, nämlich S. 490-492 von ‚Harry Potter und der Orden des Phönix'). In ‚Hagrids Geschichte' gehen Harry, Hermine und Ron zu Hagrids Hütte, weil Hermine dort hatte Licht brennen sehen. Hagrid war gerade angekommen und erzählt den dreien –nachdem sie kurz von den Ereignissen bei sich erzählt haben- von seinem Besuch bei den Riesen. Hagrid ist übrigens schon verletzt, auch wenn man im Buch erst später erfährt warum. (Für die, die sich aus irgendwelchen Gründen weigern, das Buch zu lesen, der Hinweis, dass erzählt wird, dass er seinen Halbbruder gefunden und nach Hogwarts gebracht hat. Weil die beiden Brüder diverse… ‚Sprachprobleme' haben und einer von ihnen ein Riese ist, der seine Kraft nicht so genau einschätzen kann, führt das zu Blutergüssen usw. für Hagrid.) Dann gab es in ‚Hagrids Geschichte' noch das erste Gespräch zwischen ihm und der bei allen so beliebten Umbridge.
Kapitel 18: Der Tempel
Nach ihrer Unterhaltung mit Hermine kehrten die drei Schattenmagier in ihren Gemeinschaftraum zurück, wo sie ein wenig mit den Tieren spielten. Kurze Zeit später gingen sie in die Große Halle, aßen zu Abend und machten sich dann erneut auf den Weg zu ihrem Haus, um dort den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Als Yugi allerdings durch ein Fenster draußen im Schnee eine Gestalt an die Wand des Gewächshauses gepresst sah, entschloss er sich nach kurzer Überlegung dazu, nach der Person zu sehen. Seine beiden Geliebten folgten ihm.
Als sie das Schloss verließen, zauberten sie sich mit Schattenmagie Mäntel, um sich gegen die Kälte und den Schnee zu schützen. Nach ein paar Minuten erreichten sie das Gebäude und der Kleinste der drei Schattenmagier näherte sich dem jungen Mann. Dieser lehnte zusammengekauert an der Wand und schien nichts von dem mitzubekommen, was um ihn herum vor sich ging.
Yugi zauberte einen weiteren Umhang und legte ihn um die Schultern des deprimierten Rothaarigen. „Wenn du noch lange hier sitzt, wirst du dich erkälten oder Schlimmeres, Ron-san", schalt Yugi den Gryffindor-Torwart sanft, der erschreckt aufgesehen hatte, als er das Gewicht des Kleidungsstückes plötzlich auf seinen Schultern spürte. Er trug noch immer seine Spieluniform und hatte Schnee in den Haaren.
„Wa… Was macht ihr hier?" fragte er.
„Wir haben dich von dort gesehen und wollten schauen, ob es dir gut geht", erwiderte der kleine Japaner und zeigte auf ein Fenster im Erdgeschoß.
Statt zu antworten, vergrub Ron den Kopf nur wieder in seinen Armen. Yugi sah ihn besorgt an. „Komm schon, Ron-san. Wie lange willst du dich hier noch vor deinen Freunden verstecken? Jeder hat mal einen schlechten Tag und spielt nicht gut."
„Aber ich bin nicht gut genug für die Mannschaft", erwiderte der Rothaarige gequält, während er Yugi anschaute. „Wenn Harry nicht gewesen wäre, hätten wir verloren und nur durch meine Schuld!"
„Ron, es ist normal, dass du nervös bist bei deinem ersten öffentlichen Spiel", versuchte Yami ihn zu beruhigen. „Ganz besonders, wenn ein Teil des Publikums derart gegen dich ist und dich psychisch so fertig macht. Ganz abgesehen davon ist Quidditch ein Mannschaftssport, und man gewinnt oder verliert als Mannschaft. Selbst wenn du alle Bälle gehalten hättest, hätten die Slytherins gewonnen, wenn Draco den Schnatz gefangen hätte."
„Yami hat Recht. Komm jetzt", sagte Yugi, der sich während des Gespräches neben den Gryffindor gehockt hatte, sich nun aber aufrichtete und ihm seine Hand entgegen streckte. „Je länger du wartest, desto schwieriger wird es für dich, ihnen entgegenzutreten. Außerdem machen sie sich garantiert schon Sorgen. Hermine-san war sehr besorgt und hat sogar gleich nach dem Spiel nach dir gesucht."
Nach kurzem Zögern ergriff Ron schließlich Yugis Hand und stand mit seiner Hilfe auf. Sie gingen zurück zum Schloss und brachten den Rothaarigen bis zu einem der Treppenhäuser, das ihn zum Gryffindor-Haus bringen würde. Dort sagte er ihnen matt, dass er den Rest des Weges allein gehen wolle. Daher trennten sie sich von ihm und folgten einem anderen Weg, der sie zu ihrem Haus bringen sollte, nachdem sie dem Rothaarigen, der bedrückt die Treppe hinaufschlurfte, noch einen Moment hinterhergeschaut hatten.
Nachdem die drei Schattenmagier ungefähr die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten, kam ihnen plötzlich Benu aus einem dunklen Gang entgegengeflattert und landete in Yamis Armen. „Benu, was ist denn los?" fragte der ehemalige Pharao, während er den Phönix streichelte.
:Ich weiß nicht: erwiderte der Bote Res aufgeregt. :Miut und Scha haben sich plötzlich verändert und benehmen sich seltsam.:
„Was?" fragte Yami verwundert und tauschte mit seinen Geliebten besorgte Blicke aus.
„Seht nur" sagte Kaiba, der so stand, dass er den Gang, aus dem Benu gekommen war, besser im Blick hatte, als Yami und Yugi. Seine Geliebten drehten sich daraufhin ebenfalls dorthin um und sahen, wie Miut gerade in ihrer Löwengestalt in den Schein des Flurlichtes trat, dicht gefolgt von Scha in seiner Seth-Tiergestalt.
:-:Ich grüße euch, Schattenmagier:-: sagte die Löwin, deren Augen im Fackelschein glühten. :-:Ich habe von dem Geist meiner Dienerin Besitz ergriffen, so wie Seth es mit dem seinen tat, damit wir euch etwas zeigen können.:-:
„Wie ihr wünscht, ehrenwerte Bastet und ehrenwerter Seth", erwiderte Yami mit einer kleinen Verbeugung zu den Göttern, nachdem er mit seinen Geliebten einen kurzen Blick getauscht hatte.
:Was ist los?: fragte Benu Yami verwirrt, während die drei Schattenmagier den beiden göttlichen Tieren durch die dunklen Gänge des Schlosses folgten.
„Ich weiß auch nicht mehr als du" erwiderte Yami und streichelte beruhigend über das Gefieder des Phönix. „Aber ich glaube nicht, dass du dir Sorgen machen musst."
Schließlich erreichten sie erneut den Ausgang des Schlosses und verließen das Gebäude. /Nicht schon wieder/ stöhnte Yami in Gedanken auf. /Warum müssen wir schon wieder raus?/
/'/Wir sind doch warm angezogen. Und ein bisschen Schnee ist doch nicht weiter schlimm/'/ erwiderte der CEO mit einem vergnügten Funkeln in seinen Augen und schloss ebenso wie seine Geliebten seinen Mantel.
/-/Ja, ich mag Schnee/-/ stimmte Yugi lächelnd zu.
/Schnee ist einfach nur unnatürlich!/ erklärte Yami missmutig. /Man kommt auch gut ohne ihn aus./
/'/Ist er nicht/'/ erwiderte Kaiba. /'/Zumindest biologisch gesehen. Die Pflanzenwelt in einigen Gebieten braucht ihn, um nicht zu erfrieren./'/
/-/Nicht zu vergessen, wie viel Spaß man damit haben kann /-/ stimmte Yugi zu.
Während ihrer gedanklichen Diskussion über Schnee erreichten sie den Verbotenen Wald. Die beiden von ihren jeweiligen Göttern kontrollierten Tiere gingen zielstrebig hinein, und die drei Schattenmagier folgten ihnen. Benu drückte sich ängstlich an Yami, der ihn mit sanften Worten beruhigte.
Je weiter sie in den Wald gingen, desto dunkler wurde es. Nach kurzer Zeit war es stockfinster um sie, und Yugi wollte gerade ‚Kugeln des mystischen Scheins' beschwören, als Bastet-Miut((1)) sich zu ihm umdrehte. :-:Tu das nicht.:-:
„Warum?" fragte Yugi erstaunt und hielt beim Durchsuchen seiner Karten inne.
:-:Weil Licht in diesem Wald nur unnötig Aufmerksamkeit erregt. Tarnt euch mit den Schatten und lasst sie eure Augen sein.:-:
Die drei Schattenmagier tauschten einen Blick, der deutlich ihre Verwirrung zeigte, folgten aber Bastet-Miuts Anweisung und riefen die Schatten. Anschließend folgten sie der Löwin und dem Seth-Tier weiter durch den Wald. Zunächst war es ungewohnt für sie, sich zur Orientierung allein auf die Schatten zu verlassen, doch schon nach kurzer Zeit bemerkten sie erstaunt, dass sie auch so wirklich ‚sehen' konnten.
Tiefer und tiefer gingen sie in den Wald. Unterwegs trafen sie auf einige Lebewesen, auch wenn diese sie zu ihrer Zufriedenheit nicht bemerkten. Durch die magische Energie, die sie fühlten und die anscheinend stärker wurde, je tiefer sie in den Wald vordrangen, waren sie sich zunächst nicht sicher gewesen, ob die Lebewesen, die hier lebten, sie dadurch nicht trotzdem wahrnehmen konnten. Nach etwa einer Viertelstunde Fußmarsch sahen sie einen Lichtschein vor sich. Als sie näher kamen, sahen sie, dass er von einer Laterne kam, die ein riesiger Mann trug. Er hatte einen großen, schwarzen, ängstlich wirkenden Hund bei sich und stapfte in Richtung Schloss.
Eine Gruppe von fünf Zentauren folgte ihm, und die drei Schattenmagier hörten, als sie näher kamen, wie sie auf ihn einredeten. „Das kannst du nicht machen, Hagrid", sagte gerade einer von ihnen erbost. „Du kannst ihn nicht einfach hierlassen."
„Der Wald gehört allen", erwiderte der Mann, der anscheinend Hagrid hieß und der mit verschiedenen Verletzungen übersät war, wie die drei Schattenmagie im Schein seiner Lampe sahen. „Also kann er hier bleiben."
„Wir sind die Hüter des Waldes", ereiferte sich einer der anderen Zentauren. „Und wir werden uns die Gegenwart dieses Riesen nicht gefallen lassen! Wir werden ihn auch mit Gewalt entfernen, wenn es nötig ist."
Während der Hund sich hinter ihm versteckte und leise wimmerte, drehte sich Hagrid abrupt zu dem erzürnten Zentauren um und sah ihn und seine Artgenossen drohend an. „Ihr werdet Grawp nichts tun!" verlangte er und umklammerte die Armbrust fester, die er in der Hand ohne Lampe hielt. „Schließlich tönt ihr sonst immer, dass magische Wesen hier willkommen sind."
„Aber er ist zu groß und gefährlich für die anderen Geschöpfe, als das wir ihn hier dulden könnten!" ergriff wieder ein anderer der Zentauren das Wort.
„Aber er hat Recht, oder Bane?" warf der erste Zentaur nachdenklich und zögerlich ein. „In unserem Ehrenkodex steht, dass wir Flüchtlingen eine neue Heimat geben."
„Es handelt sich hier aber um keinen Flüchtling!" erwiderte der Zentaur namens Bane hitzig. „Er ist eine Gefahr!"
„Er ist sehr wohl ein Flüchtling", antwortete nun wieder Hagrid. „Er war ein Ausgestoßener in dem Stamm, aus dem er kommt. Und außerdem ist er mein Halbbruder."
„Das macht ihn nicht unbedingt gleich zu einem Flüchtling", erwiderte ein weiterer Zentaur.
„Genug", sagte der letzte Zentaur, der bisher geschwiegen hatte, mit ruhiger und ein wenig trauriger Stimme. „Wir haben einen Eid geleistet und den müssen wir erfüllen."
„Das kannst du nicht allein entscheiden, Ronan. Ich bin der Wortführer der Herde", entrüstete sich der Zentaur, der vorher gesprochen hatte.
„Das schon, Magorian, aber du wirst doch nicht unsere Ehre verletzen wollen, oder?" entgegnete Ronan und bäumte sich ein bisschen auf.
Nachdenklich blickte der andere zu Boden und überlegte, ehe er widerwillig antwortete: „Du hast Recht. Aber sorge dafür, dass er sich benimmt, Hagrid! Ansonsten muss er gehen--"
Dem Rest der Unterhaltung konnten die drei Schattenmagier nicht mehr genau folgen, da sie nun außer Hörweite waren. Bastet-Miut und Seth-Scha hatten einen kleinen Bogen geschlagen, so dass sie außerhalb des Lichtkreises der Lampe, mit den Schatten getarnt, die Gruppe der Streitenden passieren konnten.
Weiter folgten die drei Schattenmagier den beiden göttlichen Tieren, bis sie schließlich nach einem eineinhalbstündigen Fußmarsch eine kleine Lichtung betraten. Direkt vor ihnen auf der anderen Seite war eine Felswand. Bastet-Miut und Seth-Scha legten sich auf die Lichtung neben einen kleinen Strauch und starrten die Felswand an. Erstaunt stellten die drei Schattenmagier fest, dass hier kein Schnee lag, obwohl auf der freien Fläche zwischen Schloss und Wald welcher gelegen hatte.
„Und nun?" fragte Kaiba schließlich ungeduldig, nachdem sie ein paar Minuten gewartet hatten.
„Geduld", erwiderte Seth-Scha ruhig. „Gleich ist es so weit."
Der CEO schnaubte, unzufrieden mit der Antwort, setzte sich aber, woraufhin seine beiden Geliebten auf seinem Schoß Platz nahmen. Benu's Augen hingegen begannen zu leuchten. Wie in Trance flog er aus Yamis Armen, setzte sich auf den kleinen Strauch und begann ein Lied zu singen. Wie verzaubert lauschten die Schattenmagier, Bastet-Miut und Seth-Scha der Stimme des Phönix. Plötzlich riss die Wolkendecke ein kleines Stück über ihnen auf, und der Mond, der fast ein Viertel groß war, strahlte die Lichtung an, woraufhin die Knospen des kleinen Strauches plötzlich zu leuchten begannen.
Fasziniert betrachteten die drei das Schauspiel und beobachteten, wie sich viele kleine Lichtfünkchen von den Knospen trennten und um sie herumwirbelten, als wollten sie die Besucher der Lichtung prüfen. Dann stoben sie in Richtung der Felswand, und plötzlich bewegten sich einige der Felsen langsam. Sie erhoben sich und drehten sich um. Die drei sahen zu ihrem Erstaunen, dass es sich um zwei große, etwa vier Meter hohe Duelmonster handelte, die beide ein steinernes Schwert in der Hand hielten((2)).
Benu beendete sein Lied und flatterte auf den Eingang zu, den die beiden Riesen-Steinsoldaten freigegeben hatten und an dem sie nun Spalier standen, und verschwand darin. Bastet-Miut und Seth-Scha erhoben sich nun ebenfalls und folgten dem Phönix. Die drei Schattenmagier tauschten einen kurzen Blick, ehe sie sich ebenfalls zu dem Eingang begaben und den Tunnel betraten, in den ihre Tiere wenige Sekunden vorher hineingegangen waren.
Nachdem sie ein paar Minuten dem Gang gefolgt waren, gelangten sie in eine riesige Höhle. Beeindruckt schauten sie sich um. Die Wände des großen unterirdischen Raumes leuchteten sanft und tauchten den Raum in ein beruhigendes Licht, dass einem kleinen Hain ermöglichte, hier zu existieren. Zögerlich betraten die drei die Höhle und gingen zu Bastet-Miut und Seth-Scha, die sie, erneut liegend, an einem der Bäume entdeckten.
„Hohoho, wen haben wir denn da?" fragte eine etwas raue, doch amüsiert klingende Frauenstimme. „Besuch hatten wir ja lange nicht…"
Erschrocken blickten sich die drei um und tasteten ihre Umgebung mit den Schatten ab. „Wer ist da?" fragte Yugi, während er sich unterbewusst bereit machte, sich und seine Geliebten mit einem Schild zu verteidigen.
:':Seid unbesorgt:': beruhigte Seth-Scha sie. :': Niemand wird euch hier etwas tun.:':
„Hohoho, das ist richtig", bestätigte die Stimme von vorher. Als Yami, Yugi und Kaiba erneut ihre Umgebung nach der Sprecherin absuchten, lachte sie nur weiter belustigt, und auch andere Stimmen stimmten mit ein.
Kaiba fiel dabei auf, dass sich während des Lachens der Baum vor ihnen und auch die um ihn herum leicht bewegten und einige Blätter fielen, doch kein Lufthauch war zu spüren. Er schaute genauer hin und musste feststellen, dass der Baum sich alleine bewegte. Auch Yami und Yugi wurden darauf aufmerksam und bemerkten, dass der Stamm an einer Stelle gesichtsartig aussah und er es war, der lachte.
„Ahh", sagte der Baum vergnügt. „Hab ich endlich eure Aufmerksamkeit."
:':Dies ist der heilige Ischedbaum((3)):': verkündete Seth-Scha feierlich.
„Verzeiht, ehrenwerter Baum, aber solltet ihr nicht in Heliopolis sein?" fragte Yami.
„Hohoho, kleiner schlauer Pharao. Ihr habt natürlich Recht", erwiderte der Baum vergnügt. Doch als er fortfuhr, wurde er nachdenklicher, und eine Spur Traurigkeit war in seiner Stimme. „Aber ich bin leider nur ein Ableger des wahren Ischedbaumes aus Heliopolis, den Ihr damals ganz sicher gesehen habt. Ich wurde vor über tausend Jahren hier gepflanzt, weil meine Mutter im Sterben lag. Sie war schon alt und in Ägypten war es nicht mehr wirklich sicher. Daher bin ich, als ich noch ein ganz junger Spross war, hierher gebracht worden."
Ein Lächeln spielte um Yamis Züge. „Es freut mich, dass Ihr, ein Wesen unserer Zivilisation die Jahrtausende überstanden habt, auch wenn Ihr ein Nachfahre seid."((4))
„Hohoho, Ihr macht mich ja ganz verlegen", erwiderte der Baum munter und lachte wieder herzhaft.
„Spiel dich nicht immer so in den Vordergrund! Du bist hier nicht der einzige heilige Baum", ertönte eine aufgeregte Stimme von der Sykomore links neben dem Ischedbaum entrüstet. Dann wandte sie ihr Gesicht Yami und seinen Begleitern zu und sagte ehrfürchtig: „Euer Besuch ist auch uns eine Ehre, Sohn des Re. Ich bin der Wortführer der Sykomoren hier. Wir sind die Nachfahren der Bäume aus einem heiligen Hain des Osiris."
„Es ist mir--" begann Yami und verbeugte sich leicht zum Baum hin, doch wurde er von einer Stimme hinter ihm unterbrochen.
„Wen interessiert das? Der Hain des Osiris ist doch unbedeutend im Vergleich zu denen meines Gottes", sagte die Akazie hinter ihnen aufgebracht zu den Sykomoren. „Ich und meine Brüder sind schließlich Nachfahren der heiligen Akazie von Heliopolis, aus der Horus hervorgekommen ist." Yami wollte auch zu ihr etwas sagen, aber noch während er den Mund aufmachte, ertönte eine weitere Stimme.
„Geht das auch leiser? Es ist Nacht und ich wollte eigentlich schlafen", sagte eine alte Stimme, die von einem Ölbaum kam.
„Sei nicht so unhöflich, wo wir endlich mal Besuch haben", wandte sich die Sykomore zeternd an den alten Baum. „Andererseits ist dein Vorfahre ja nur mit Ptah in Verbindung gebracht worden und selbst das erst, nachdem sich niemand mehr für den Kerl vorher –wie hieß er noch? Cheribakef oder so?- interessiert hat. Ein völlig unbedeutender Gott… Kein Wunder, dass dir so hoher Besuch wie der von einem Pharao peinlich ist."
„Pflaume den Ölbaum nicht an!" rief eine Dattelpalme von der anderen Seite. „Er ist schließlich nicht mehr der jüngste. Im Gegensatz zu dir wurde er schließlich umgepflanzt und hat Ägypten noch gesehen, also nimm ein bisschen Rücksicht!"
„Nun ist es aber genug. Was sollen unsere Gäste von uns denken, wenn ihr die ganze Zeit streitet", sagte der Ischedbaum streng.
:Es ist Zeit, mein Sohn: erklang plötzlich Benus Stimme, die tiefer und auch ernster war als gewöhnlich, aus dem Wipfel des Ischedbaumes. Yami, Yugi und Kaiba entdeckten nun den Phönix, der auf eine Stelle weiter hinten in der Höhle schaute. Dann richtete sich sein Blick auf den ehemaligen Pharao und seine beiden Geliebten. Seine Augen leuchteten noch immer, ein Zeichen, dass Re von dem Körper seines Dieners Besitz ergriffen hatte und der Geist des jungen Phönix schlief.
„Oh, wie schade", meinte der Ischedbaum und klang sehr enttäuscht. „Na dann, beeilt euch mal. Ich hoffe, ihr kommt bald mal wieder."
Auch die anderen Bäume((5)) verabschiedeten sich. Derweilen hatten sich Bastet-Miut und Seth-Scha wieder erhoben, und die drei Schattenmagier folgten ihnen um den Baum herum, der sein Gesicht merkwürdigerweise drehen konnte und ihnen nachblickte. Kurz hinter dem Stamm des Ischedbaumes plätscherte ein kleiner, kristallklarer Bach. Mühelos überquerten die Tiere, gefolgt von Yami, Yugi und Kaiba, das kleine Gewässer. Die drei sahen dabei sich aufmerksam um und entdeckten nun ein mit Pflanzen stark überwuchertes Gebäude, auf das die drei Tiere zugingen. Vom Baustil erinnerte es stark an einen kleinen ägyptischen Tempel, dessen Front mit vier Osirispfeilern geschmückt war. Merkwürdigerweise waren diese aber alle unbemalt, und es waren auch keine Inschriften oder Bilder zu erkennen. Als sie näher kamen, stellten sie fest, dass das Bauwerk außerdem aus Marmor -oder zumindest damit verkleidet- war, also einem Material, welches in Ägypten nicht verwendet wurde.
Lange konnten sie sich nicht darüber wundern, weil sich die schwere Holztür öffnete und die drei Tiere daraufhin in der schummrigen Eingangshalle verschwanden, wodurch die Schattenmagier gezwungen waren, ihnen zu folgen, wenn sie sie nicht verlieren wollten. Nachdem sie eingetreten waren, gingen sie bis zu dem Raum mit dem Altar, hinter dem in einem klassischen Tempel nur noch ein Gang war, der zu den drei Räumen der Göttertriade((6)), also dem Allerheiligsten führte. In diesem Raum warteten die Tiere auf sie, doch sofort nachdem die drei angekommen waren, leuchteten die Körper der Tiere plötzlich auf und nahmen die Gestalt der Götter Re, Seth und Bastet an. „Willkommen seiest du, mein Sohn und ebenso ihr, Geliebte meines Sohnes", begrüßte der Sonnengott sie.
Yami sank auf die Knie, in der üblichen Anbetungspose eines Pharao und seine Geliebten folgten seinem Beispiel. „Re, König der Götter, mein Vater."
„Sicher fragt ihr euch, warum ihr heute Nacht hierher geführt worden seid", sagte der Götterkönig würdevoll. „Es ist nun genau ein halbes Jahr her, dass du, mein Sohn, mit deinen Geliebten das Spiel gegen deinen Konkurrenten gewonnen und dich –ebenso wie sie- somit als die rechtmäßigen Meister der Schatten erwiesen hast.((7)) Bevor ihr aber zu den wahren Meistern werden könnt, werdet ihr euch, noch bevor sich euer Sieg zum ersten Mal jährt, einer letzten Prüfung unterziehen müssen."
„Etwa heute?" fragte Kaiba dazwischen. Er hasste es, nicht auf solch wichtige Angelegenheiten vorbereitet zu sein.
„Nein", erwiderte der Sonnengott, dessen Stimme ein klein wenig irritiert klang, da er einfach so unterbrochen worden war. Das gab sich aber schnell wieder, als er weitersprach: „Die Prüfung wird erst kurz vor dem Jahrestag stattfinden. Dennoch ist heute bereits eure Anwesenheit an diesem Ort, an dem die Prüfung stattfinden wird, erforderlich. Heute müssen die Dinge in Bewegung gesetzt werden."
Re sagte diese Worte, als müsse nun klar sein, was zu tun sei. Die Schattenmagier sahen ihn mit Augen an, die klar ihr Unverständnis ausdrückten. Sogar Yami hatte keine Ahnung, worauf sein göttlicher Vater hinauswollte. Der Sonnengott seufzte leise und ergänzte: „Um es in Worten eurer Zeit auszudrücken: Ihr müsst euch heute für die Prüfung anmelden."
„Um das zu tun", ergriff nun Bastet das Wort, „müsst ihr mit eurer Magie und euren Gegenständen sowie unserer Hilfe dieses Tor öffnen." Sie zeigte auf das breite Prunktor, hinter dem sich normalerweise das Allerheiligste befand.
Noch bevor einer der drei Schattenmagier etwas fragen konnte, begann plötzlich der Raum zu leuchten. „Es ist soweit", verkündete Re feierlich, während auf jedem der drei Altäre ein Sockel erschien. „Legt die Millenniumsgegenstände, die euch erwählt haben, nun auf ihren Platz."
Folgsam nahmen die drei die Ketten ab, an denen ihre Gegenstände hingen, und sie platzierten sie, als sie ihre normale Größe wieder angenommen hatten, gleichzeitig in die Altäre. Die Götter nahmen hinter ihren Schützlingen Aufstellung, und Re sprach weiter: „Nun konzentriert eure gesamte Kraft auf die Gegenstände, und sie werden eure Magie mit unserer Hilfe in die Tür weiterleiten."
Yami, Yugi und Kaiba nickten einander bestätigend zu, bevor sie ihre Augen schlossen und taten, was der Sonnengott ihnen gesagt hatte. Es war für sie ein unglaublich schönes Gefühl, den Raum derart mit Magie aufgeladen zu spüren und auch die Energie, die sie dadurch durchströmte. Hinzu kam, dass ihre Seelen stärker verbunden zu sein schienen als jemals zuvor. Es fühlte sich an, als würden sie ineinander versinken. All dies war für sie derart atemberaubend, dass es schon fast wieder unangenehm war. Durch die Energie wurden ihre Körper stark belastet, so dass sie jeden einzelnen ihrer Muskeln spürten, und ihre Seelen schrieen in Protest auf in dem Wissen, dass die tiefe Verbindung nicht lange bestehen konnte, wenn sie sich nicht ineinander verlieren wollten. Nach wenigen Sekunden, die ihnen wie Stunden vorkamen, war es vorbei und die Magie floss zurück in ihre Körper. Als sie die Augen öffneten, war die Tür offen und nach allem, was sie sehen konnten, führte der Eingang wieder nach draußen.
„Seid ihr in Ordnung?" riss Res Stimme die drei in die Wirklichkeit zurück.
„Ja", erwiderte Yami für sich und seine Geliebten, nachdem er sich kurz gedanklich ihres Wohlbefindens vergewissert hatte. „Werden wir, wenn diese letzte Prüfung vorbei ist, auch wirklich die Herrscher über die Schatten sein, so dass sie nicht mehr missbraucht werden können?"
„Ja, mein Sohn" erwiderte Re, ihn liebevoll anlächelnd. „Ihr und eure Gefolgsleute, die von den Millenniumsgegenständen erwählt werden bzw. schon erwählt wurden, könnt mit ihnen dafür sorgen, dass sowohl die Schattenmagie als auch die Kas((8)) nicht mehr missbraucht werden."
„Wie genau wird die Prüfung aussehen?" wollte Yugi wissen und lugte durch den Eingang, den sie gerade geöffnet hatte.
„Du kannst ruhig gucken gehen", ermunterte ihn Bastet schnurrend. „Aber hinter der Tür ist nur der Eingang zur Prüfung."
Yugi und seine Geliebten betraten neugierig den nächsten Raum, der eindeutig nicht wie ein ägyptisches Allerheiligstes aussah. Im Gegenteil, es war sogar absolut untypisch, statt den dunklen fensterlosen Räumen einen Hof zu haben und somit keine Decke. Mitten auf dem kleinen offenen Platz stand ein dreigeteilter Torbogen. Darin war ein schleierartiger Vorhang, der sich ganz sanft bewegte. „Was ist das?" fragte Yugi.
„Wie Bastet schon sagte", antwortete Seth. „Dies wird der Eingang zu eurer Prüfung sein. Wenn die Zeit der Prüfung kommt, werdet ihr hindurchgehen und die Aufgabe lösen müssen, die euch gestellt wird. Bis es soweit ist, wird dieser Ort die Kraft sammeln, die nötig ist, um die Prüfung vorzunehmen."
„Deswegen mussten wir schon jetzt die Tür öffnen?" fragte Kaiba, während er und seine beiden Geliebten den Torbogen von allen Seiten betrachten. Schließlich streckte er sogar seine Hand nach dem Schleier aus, doch er wurde von einem Kraftfeld zurückgehalten.
„Sehr richtig. Die Energie, die nötig ist, kommt von den heiligen Bäumen und auch wenn es recht viele sind, so dauert es doch eine Weile, bis sie dem Tor genug übertragen haben, so dass die Prüfung stattfinden kann", erwiderte Bastet. „Doch nun ist es Zeit, ins Schloss zurückzukehren. Da ihr den Weg auch ohne uns findet und um die Körper unserer Tiere nicht zu überlasten, wollen wir uns nun verabschieden."
„Ja", bestätigte Re. „Ich spüre, dass ich den Geist meines Dieners nicht mehr lange vor meinem Einfluss schützen kann. Wenn ihr unsere Hilfe braucht, könnt ihr natürlich um unsere Anwesenheit beten."
Yami, Yugi und Kaiba verneigten sich zum Abschied, und die Tiere nahmen wieder ihre normale Gestalt an. :Hm?: machte Benu verwirrt. :Was war denn los? Wo sind wir hier? Bin ich eingeschlafen?:
„Ja, du hast nur geschlafen", erwiderte Yami. „Komm. Es ist Zeit, dass wir zurückgehen, damit du ins Bett kommst."
:Na gut: erwiderte Benu, der ausnahmsweise nicht widersprach, da er wirklich extrem müde war. Er flatterte zurück in Yamis einladende Arme, kuschelte sich hinein und schlief nur wenige Sekunden später.
:':Gut:': sagte nun Scha. :':Lasst uns aufbrechen. Wir müssen schließlich den ganzen Weg zurücklaufen, weil dieser Wald, durch den wir gekommen sind, aufgrund dieses Tempels zeitweise seltsame Auswirkungen auf die Schattenmagie hat, besonders auf Transport- und Teleportzauber. Zumindest sagt das mein Gott.:':
„Es fühlt sich tatsächlich etwas seltsam an, und ich erinnere mich, dass ich das auch vorhin im Wald gespürt habe", erwiderte Yami nachdenklich, der mit seinen Kräften noch einmal die Umgebung erforschte. „Dieses Gefühl wurde immer stärker, je näher wir diesem Ort kamen."
Sie machten sich auf den Weg und als sie wieder im Verbotenen Wald waren, tarnten sie sich erneut mit den Schatten. Unbeschadet kam sie so durch den Wald, in dem sie zwar noch einmal drei Zentauren, die sich über irgendetwas leise unterhielten, und fünf ziemlich großen Spinnen, die gemeinsam ein Wildschwein jagten, begegneten, von diesen aber nicht entdeckt wurden.
Nachdem sie eineinhalb Stunden zügig gelaufen waren, erreichten sie den Waldrand und bemerkten, dass es hier immer noch oder schon wieder schneite und die Schneedecke inzwischen eine recht beachtliche Höhe erreicht hatte. Yami verzog sein Gesicht angewidert, sagte aber nichts. In der Hütte am Waldrand brannte Licht, das allerdings ausging, während die drei über den verschneiten Rasenabhang zum Schloss gingen. Mit einem einfachen Zauber, den Kaiba kannte, ließen sie ihre Spuren im Schnee verschwinden, damit der Bewohner der Hütte oder andere Wesen sich nicht wunderten, warum Fußspuren vom Wald nach Hogwarts führten.
Als sie allerdings am Schlosseingang ankamen, mussten sie feststellen, dass das Tor bereits verschlossen war. Eigentlich wollten sie daraufhin die Tür mit einem Zauber öffnen, doch zum Glück prüfte Kaiba mit den Schatten vorher, ob die Eingangshalle leer war. Dabei stellte er fest, dass sich dort gerade der Hausmeister mit dem Poltergeist der Schule zankte und ihn durch die Halle jagte, während dieser sich über den Sterblichen einfach nur amüsierte.
Da die drei Schattenmagier aus Erzählungen wussten, dass solche Streitigkeiten lange dauern konnten und sie inzwischen doch schon recht erschöpft waren, nutzten sie ihre Schattenmagie, um sich und ihre Tiere in ihren mollig-warmen Gemeinschaftsraum bringen zu lassen. Dort begegneten sie Barney, der sofort davoneilte und ihnen warmen Tee brachte. Sie brachten Benu ins Bett und tranken ihren Tee im Gemeinschaftsraum. Die beiden anderen Tiere zogen sich bald ebenfalls zum Schlafen zurück, und auch die drei Schattenmagier begaben sich kurz darauf zur Ruhe.
Fortsetzung folgt…
Anmerkungen
((1)) Wir hatten hier ein kleines Bezeichnungsproblem. So wie die Tiere hier sind (zumindest Miut und Scha), sind sie zwar von ihren Göttern besetzt, es sind aber noch ihre Körper und sie bekommen alles geistig mit. Wenn die Götter als ihre Göttergestalten auftauchen, schlafen die Seelen der Tiere und dann ist es eindeutig, aber hier nicht ganz so. Daher habe ich mich entschlossen, sie hier Bastet-Miut bzw. Seth-Scha zu nennen. Den Götternamen zuerst, da es die Götter sind (im ägyptischen wurden Götternamen vorangestellt, selbst wenn die Aussprache erst weiter hinten im Namen stehen sollte, als Ehrbezeugung) und sie zweitens ja ohnehin die Kontrolle über den Körper haben, der Name des Tieres danach, weil es immer noch die Tiergestalt ist (wenn auch die große).
((2)) Es sind zwei Riesen-Steinsoldaten. Das sind Drei-Sterne-Monster mit 1300 ATK und 2000 DEF.
((3)) Der Ischedbaum ist ein heiliger Laubbaum. Einer stand z.B. im Obeliskenhaus von Heliopolis und hatte dementsprechend mit Re zu tun. Ischedbäume galten als Lebensbäume und auf Ischedblätter wurden dann von Thot und Seschat die Regierungsjahre der Könige geschrieben. Natürlich waren die Ischedbäume nach den ägyptischen Vorstellungen nicht lebendig (bzw. nicht so wie der hier), aber wer nimmt das schon so genau…
((4))
Magician: Wie kann Yami hier von ‚die Jahrtausende
überstanden' reden, wenn der Baum nur etwas über 1000
Jahre alt ist? ‚verwirrt sei' Ich bin so unwissend...
Annuket: Die
Tatsache, dass es ein heiliger Baum Ägyptens ist (auch wenn er
nun außerhalb ist) meint er. Und ‚einen' Ischedbaum gab es
ja schon mehr als tausend Jahre.
((5)) Das ist übrigens eine weitere Auswahl an heiligen Bäumen gewesen. Es gab viele Baumkulte in Ägypten. Entschuldigung, aber ich bin zu faul, dass alles aufzuschlüsseln und zusammenzusuchen, wofür jeder Baum noch bzw. genau zuständig war und wie das zu beurteilen ist.
((6)) Oft
wurde in einem ägyptischen Tempel eine Götterfamilie
angebetet, also drei Götter. Es gibt zwar Ausnahmen, aber
meistens trifft es zu. Für gewöhnlich bestand diese Familie
(Göttertriade, weil 3 Götter) aus Vater, Mutter und Sohn
(z.B. Osiris, Isis und Horus; Amun, Mut und Chons). Töchter
fallen da irgendwie raus… vielleicht weil Mutter und Tochter sich
öfter nicht vertragen? Keine Ahnung. Soweit ich weiß,
kommt es nur ein Mal vor, dass eine Triade aus Vater, Mutter, Tochter
besteht, nämlich Chnum, Satis und Anuket. Sie wurden im Gebiet
von Elephantine verehrt (also ganz weit im Süden).
Magician
‚grins': Ja, ja, was für ein Zufall, dass du dich nach ihr
benannt hast...
Annuket
‚versucht unschuldig zu schauen': Moi? Nach ihr benennen? Nein,
wie kommst du den darauf?
((7)) Das wäre das Ende von ‚Meister der Schatten', wovon ich ja bisher nur 2 Kapitel habe. Die Konkurrenten sind hier natürlich Yami und Baku-Ra mit ihren ‚Teams'.
((8)) Damit meine ich hier die Duelmonster. Da die Kas in den Statuen usw. sitzen, halte ich das für das Naheliegenste mit den Monstern, da die ja in den Steintafel eingeschlossen wurden laut der Serie.
Annuket: So, dass war's wieder für dieses Mal. Ich hoffe, dass Kapitel hat euch gefallen.Bis in zwei Wochen dann.
