Annuket: Hier haben wir also Kapitel 21. Und dieses Mal ist FFnet nicht gegen Magician und mich und wir können wieder normal updaten. Doch bevor es hier weihnachtet, möchte ich mich wie immer für die Reviews bedanken. Danke für das Smily, Dax.
An Claudia: Ich mag auch Thestrale. Sie sind so ruhig und friedlich und kaum einer bei HP mag sie (in Bezug auf die ganze Zaubererwelt, nicht nur die, die man so im Allgemeinen in den Büchern kennt). Und um dich zu beruhigen, wie gesagt, ich habe zumindest im Moment keine wirkliche Szene mit Pegasus im Kopf, auch wenn ich seine Sing-sang-Stimme mag. Danke für die 4 K und Eistee und Milchshake.
An Heavenfly: Ja, der arme Grabräuber. Ich freue mich, dass meine Erklärung verständlich war (PS: Aber ich bin nicht ‚Sir', weil ich ein paar andere Teile habe und mir dafür wieder andere Teile fehlen ‚zwinker'). Ich weiß noch nicht, ob ich mal zur LBM fahre, obwohl Cosplayer schon ein Anreiz sind. Aber irgendwie konnte ich mich noch nie überwinden, für diese Messe nach Leipzig zu fahren. Cosplayer kann man bei bestimmten Gelegenheiten aber auch anderenorts sehen. Beim Japan Festival bei uns gab es auch welche… wobei es im letzten Jahr sehr wenig waren und überhaupt das ganze extrem klein geworden war. Beim ersten Mal gab es aber auch einen Atem(u), und drei Kaibas (der arme Yami… oder Kaiba? Gleich so viele Doppelgänger…). Bakura war nur ein Mal da, aber dafür auch das schwarze Magiermädchen und die mystische Elfe. Aber irgendwie komme ich schon wieder ins Schwafeln…
An Hannakaiba20: Schön, dass dir das Kapitel gefallen hat und dass du mit dem Auge an Neville so leben kannst. Der Ausbruch der Schattenmagie war nicht sehr stark, aber doch recht ordentlich. Aber dennoch hast du mit deiner Vermutung in der Frage Recht. Schattenmagie war versiegelt, weswegen keiner zu der HP-Zeit damit umgehen kann und daher ist jeder Ausbruch umso stärker spürbar. Das mit Nevilles Training beschreibe ich eigentlich gar nicht so genau. Zumindest nichts mit Grundlagen usw., weil ich glaube, dass das nur langweilig wäre. Mit der Prüfung nehmen die Schattenmagier ihre rechtmäßigen Stellungen ein und insofern muss auch Neville eine machen, aber die Prüfung im Tempel ist nur für Yami, Yugi und Kaiba. Aber ich will nicht zu viel verraten.
So, aber bevor es zum Disclaimer kommt, muss ich mich erst auf das Kapitel einstellen. ‚klopft an Tür' Wieweit seid ihr denn?
‚Tür öffnet sich einen Spalt und ein kleiner Elf lugt hervor'
Elf: Fast fertig… ‚dreht sich um und schaut in den Raum, aus dem Gelächter dringt' Oh, jetzt ist es fertig. ‚macht Tür auf'
Annuket ‚betritt Raum und betrachtet zufrieden und glücklich Weihnachtsdekoration': Sehr hübsch. Das bringt mich wirklich in die richtige Stimmung. ‚drückt Elf an sich' Gut gemacht.
Elf ‚lacht ausgelassen': Zu dieser Jahreszeit sind wir ja noch nicht ganz so ausgelastet und noch liegen wir mit der Spielzeugherstellung im Zeitplan, daher ist es nicht der Rede wert. Zur Hauptsaison hätten wir dir nicht geholfen.
Annuket: Ja, ich weiß. Aber trotzdem vielen Dank. Zur Belohnung dürft ihr auch den Disclaimer machen.
Elf ‚panisch': Hättest du das nicht vorher sagen können? Wir haben uns jetzt gar nicht entsprechend eines Gastauftrittes angezogen! Was werden die Leser denken, wenn sie uns in solch normaler Elfenkleidung sehen und nicht in unserer Weihnachtsuniform.
Annuket: Äh… Ich fürchte, ihr seid schon mitten im Gastauftritt… Aber ich kann euch beruhigen, dass die Leser euch a) nicht direkt sehen ‚alle Elfen wenden sich bestürzt den Lesern zu' und b) auch nicht eure ‚offizielle Uniform' erkennen würde.
‚Elfen und Hauptelf beraten sich kurz'
Hauptelf ‚richtet sich stolz auf': Ok, wenn es niemand sonst erfährt, ist ja gut.
Annuket ‚etwas erleichtert': Gut. Bist du dann so lieb?
Elfen im Chor: Der hier anwesenden Annuket gehört weder Yugioh noch Harry Potter noch hat sie die Rechte auf irgendetwas anderes, sei es Manga, Buch, Film, Serie oder weitere größerem Publikum bekannte Dinge.
Annuket: Danke euch.
Hauptelf ‚strahlt unbekannten Zauber aus': So, liebe Leser und nun lest endlich die Geschichte und falls ihr euch aus irgendeinem Grund an uns erinnern solltet, dann haben wir unsere Uniform getragen!

((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..." Gespräch‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)
Blabla Parsel

Der Erzählung Nevilles liegen die Geschehnisse auf den Seiten 542-557 von ‚Harry Potter und der Orden des Phönix' zugrunde.

Kapitel 21: Heimfahrt zu Weihnachten

Nevilles Training beschäftigte die Schattenmagier noch ziemlich lange. Bis zur Weihnachtspause unterrichteten Yami und Yugi –und ab und zu auch Kaiba- den Gryffindor mindestens eine Stunde täglich darin, wie man mit den Schatten umgehen musste. Schon Anfang Dezember hatte der Schwarzhaarige die Kräfte des Gedankenlesens zumindest so weit unter Kontrolle, dass er sich für seine mentalen Schilde nicht mehr so sehr anstrengen musste und sogar gezielt die Gedanken der mental weniger geschützten Menschen lesen konnte. Außerdem lernte er einen Illusionszauber, mit dem er das Auge in seiner Stirn verbergen konnte. Zwar konnte er dazu noch keine Schattenmagie benutzen, da ihn das zu sehr anstrengte, doch dafür fiel es ihm inzwischen nicht einmal mehr schwer, diesen normalen Zauber selbst im Schlaf beizubehalten, so dass er zumindest den Verband nicht mehr brauchte.

Mitte Dezember beherrschte der neue Besitzer des Auges auch die Grundlagen der richtigen Schattenmagie so weit, dass Kaiba ihn ein Duelmonster-Deck aus seinen vielen englischsprachigen Karten zusammenstellen ließ((1)). Neben dem Training mussten sie auch noch die Hausaufgaben erledigen, deren Umfang drastisch zunahm, wenn auch die Schattenmagier vieles schon im Unterricht erledigen konnten.

Dennoch hatten sie auch ab und zu ein paar Minuten für sich, und Yugi konnte Yami sogar ein paar Mal davon überzeugen, mit ihm und Neville im Schnee zu spielen, der das Schloss noch immer wie eine Decke einhüllte. Der ehemalige Pharao konnte sich dadurch zwar trotzdem nicht mit der weißen Pracht anfreunden, aber Yugi ausgelassen darin spielen zu sehen, machte ihn dennoch froh. Die DA-Treffen wurden etwas seltener während dieser Zeit, da viele Mitglieder nicht mehr so viel Zeit hatten, doch schafften sie es immer irgendwie, einen Termin zu finden, selbst wenn es nur für eine oder zwei Stunden in der Woche war.

Am Morgen der Abreise der Schüler, die über Weihnachten nach Hause fuhren, brodelte die Gerüchteküche wieder einmal bis zum Äußersten. Soweit Yugi, Yami und Kaiba von den Gesprächen an den Nachbartischen hörten, hatte es in der Nacht zuvor einen Aufruhr im Gryffindorturm gegeben, dessen Ergebnis war, dass nun Harry und die Weasleys bereits überstürzt Hogwarts verlassen hatten. Die Gryffindors, die es mitbekommen hatten, also die Jungen der fünften und sechsten Klasse sowie die Mädchen der vierten((2)), hatten es, sobald sie ihre Freunde sahen, weitererzählt, und nun gab es die wildesten Gerüchte von mysteriösen Krankheiten bis Rauswurf der Fünf aus Hogwarts.

Als sie mit ihrem Frühstück fertig waren und sich davon überzeugt hatten, dass ihre Sachen gepackt waren, begaben sie sich zum Bahnhof, wo der Hogwartsexpress schon stand. Zehn Minuten, nachdem sie sich in eines der vielen leeren Abteile gesetzt hatten, kam auch Neville mit einer der Kutschen am Gleis an. Sie winkten ihm zu, und kurze Zeit später betrat er ihr Abteil und verstaute sein Gepäck.

Dann ließ sich der Gryffindor auf den Fensterplatz gegenüber von Yami fallen, der neben Yugi saß. Kaiba saß an Yugis anderer Seite und schrieb auf seinem Computer, den er durch Schattenmagie vor den Anti-Technologie-Zaubern abgeschirmt hatte. Doch selbst er blickte auf, als er die Erschöpfung in Nevilles Stimme hörte.

„Was für eine Nacht", stöhnte der Gryffindor und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.

„Was ist denn passiert?" fragte Yugi.

„Ich habe kaum geschlafen", erklärte Neville und blickte müde auf. „Habt ihr das mit Harry gehört?"

„Wir haben nur Gerüchte mitbekommen", erwiderte Yami. „Irgendetwas, dass Harry, Ron und die restlichen Weasleys schon weg sind… Was ist denn wirklich los gewesen, und warum konntest du dann nicht schlafen?"

Während der Zug nun ein lautes Tuten vernehmen ließ und sich in Bewegung setzte, nickte der Gryffindor. „Nach dem DA-Treffen gestern bin ich sofort schlafen gegangen, weil ich sowieso schon müde war. Aber etwa eine Stunde später bin ich, genau wie die anderen in unserem Schlafraum, aufgewacht, da Harry scheinbar einen furchtbaren Albtraum hatte. Er hat ziemlich gestöhnt, sich hin- und hergewälzt und sogar geschrieen."

„Solche Albträume sind schlimm. Ich hatte früher auch oft Albträume", gestand Kaiba, und Yugi drückte mitfühlend seine Hand. „Teilweise hatte ich sogar Angst vor dem Schlafengehen. Habt ihr Harry geweckt?"

„Ron hat es probiert", erwiderte Neville. „Er war der erste bei ihm und hat versucht, ihn zu wecken, aber er ist nicht aufgewacht. Schließlich habe ich mich dazu durchgerungen, in Harrys Gedanken einzudringen. Ich hatte Angst, dass ich den Albtraum oder was auch immer, vielleicht irgendwie hervorgerufen hatte, weil ich nicht genug vor dem Schlafen meditiert hatte und somit vielleicht Schatten freigelassen worden waren und nun Harry schadeten."

„Aber du bist doch inzwischen sehr gut darin, deine Kräfte zu zügeln", erhob Yami Einspruch. „Warst du wirklich dafür verantwortlich? Wenn ja, dann könntest du bei uns in Smaragd schlafen, wann immer du unsicher bist. Unsere Gegenstände beschützen uns vor deinem und da du auch Schattenmagier bist, kannst du ja zeitlich unbegrenzt da sein."

„Danke für das Angebot", erwiderte Neville und lächelte Yami schwach, aber unverkennbar dankbar, an. „Aber als ich die verantwortliche Magie spürte, während ich Harrys ‚Traum' sah, wusste ich, dass ich nicht dafür verantwortlich war. Harry hat durch die Augen einer Schlange gesehen, die gerade durch merkwürdige Gänge geschlängelt ist und dann Mr. Weasley gesehen und angegriffen hat."

„Das ist ja furchtbar", rief Yugi besorgt. „Ich hoffe, es war nur ein Traum oder eine Illusion…"

„Ich fürchte nicht", meinte Neville niedergeschlagen. „Ich habe, wie gesagt, Magie gespürt, wenn auch nur unterschwellig. Es war mit seiner Narbe verbunden, und daher ist es definitiv nicht meine Schuld gewesen. Ich hatte den Eindruck, sein Geist wäre mit dem von Du-weißt-schon-wem verbunden, aber warum er dann durch die Schlange gesehen hat, weiß ich nicht."

„Mächtige Zauberer können mit bestimmten Tieren eine Verbindung eingehen, wobei sie ihren Geist mit diesem zumindest teilweise verschmelzen", erklärte Kaiba, der seinen Computer geschlossen hatte. „Allerdings kann das ziemlich gefährlich sein, sowohl für den Menschen als auch für das Tier, und es müssen überhaupt erst einmal bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit das klappt."

„Verstehe", erwiderte Neville nachdenklich.

„Aber was ist denn nun weiter passiert?" fragte Yugi. „Ist Harry aufgewacht?"

„Ja, ich habe ihm geholfen, die Verbindung zu unterbrechen, auch wenn er es nicht weiß", antwortete der Gryffindor. „Anschließend war Harry verständlicherweise panisch. Er wusste, dass das, was er gesehen hatte, der Wahrheit entsprach, und versuchte verzweifelt, die anderen zu überzeugen, dass es kein Traum war. Währendessen bin ich schnell zu Professor McGonagall gerannt und habe sie geholt. Nachdem ich mit ihr endlich wieder im Schlafsaal war und sie sich angehört hatte, was Harry zu sagen hatte, ist sie mit ihm und Ron zum Schulleiter gegangen."

„Da war ja wirklich ganz schön was los", sagte Yami. „Du hast sicher noch eine Weile mit Seamus und Dean darüber diskutiert, oder?"

„Eine kurze Zeit lang, ja", erwiderte Neville. „Dann wollten sie sich wieder hinlegen, aber wir haben dann hastige Schritte draußen gehört und haben auf den Flur geschaut. Professor McGonagall hat auch die anderen Weasleys geholt und ist auch mit ihnen zu Professor Dumbledore gegangen. Also haben wir auch den anderen wachen Schülern erzählt, was wir wussten und mit den Sechstklässlern die Situation diskutiert. Wenig später kam unsere Hauslehrerin wieder und hat uns gesagt, dass Harry und die anderen nach Hause geschickt wurden und dass wir uns darüber nicht den Kopf zerbrechen, sondern ins Bett gehen sollten."

„Als ob man danach einfach sofort wieder schlafen könnte", sagte Yami.

„Naja, die anderen haben kurz danach wieder geschlafen, aber ich konnte es nicht", erklärte Neville, und sein Gesicht war totenblass durch die Erinnerung. Seinen Blick stur auf den Boden gerichtet, ohne diesen bewusst zu sehen, fuhr er fort: „Ich konnte diese Bilder aus Harrys Traum nicht aus meinem Kopf bekommen. Es war so ein schreckliches Bild, wie Rons Vater da so lag, in einer riesigen Lache aus Blut, das unaufhörlich aus den Wunden strömte. Die Abdrücke, die die Zähne hinterließen und die Zufriedenheit der Schlange oder Du-weißt-schon-wem, diesen Schmerz zuzufügen und sich somit zu rächen, dass sie durch seine Anwesenheit nicht weiterkamen."

Der Gryffindor zuckte zusammen, als er plötzlich spürte, dass jemand ihn berührte und sanft in die Arme nahm. Yugi war zu ihm herübergekommen und versuchte nun, den Schwarzhaarigen zu beruhigen, der sich willig den besänftigenden Schatten des kleineren hingab. „Es ist vorbei" flüsterte der kleinste der drei Austauschschüler fast schon hypnotisierend. „Mach dir jetzt darüber keine Gedanken mehr und schlaf erst einmal."

Wenige Minuten später lehnte Neville mit einem entspannten Gesichtsausdruck an der Schulter seines Freundes und war eingeschlummert. Sanft streichelte Yugi ihm durch die Haare und sorgte dafür, dass er ruhig schlafen konnte.

Eine Stunde später öffnete sich die Abteiltür. Yugi, Yami und Kaiba sahen auf und stellten fest, dass es Malfoy und Crabbe waren. „Hallo, da seid ihr ja", grüßte der Blonde, sofort als sein Blick auf Yami gefallen war, kam herein und überließ es Crabbe, die Tür hinter ihnen zu schließen.

„Shh", machte Yugi. Dann winkte er und flüsterte: „Hallo, Draco-kun."

Derweilen rührte sich Neville, der sich beim Schlafen an Yugi gelehnt hatte, und schaute verschlafen auf. Sein Blick fiel auf Malfoy, und da er noch nicht ganz wach war und seine mentalen Schilde etwas gesenkt hatte, hörte er, als dieser dachte: ‚Oh, ich hatte Longbottom gar nicht gesehen. Aber ist ja klar, dass er hier ist. Schließlich ist er ständig bei Yugi, Yami und Seto. Aber es ist ganz schön gemein. Ich will auch mehr Zeit mit ihnen verbringen, und beim Schlafen an Yugis Schulter zu lehnen, anscheinend sogar mit Zustimmung seiner Geliebten, wäre auch nicht schlecht…'

„Wieso? Er ist doch wach", sagte der Blonde derweilen laut, während er sich neben Yugi setzte und Crabbe neben Yami.

„Wo ist Goyle?" fragte der ehemalige Pharao verwundert.

„Der Arme muss kurzfristig Weihnachten in der Schule verbringen, weil sein Vater bis Anfang Januar auf einer Expedition und seine Mutter plötzlich erkrankt ist und sein Urgroßvater damit überfordert wäre, sich um ihn zu kümmern", erwiderte Draco. Neugierig las Neville weiter seine Gedanken: ‚Ich bin so froh, dass es meinen Eltern gut geht. Vater wird zwar wieder darauf bestehen, dass wir alle Traditionen wahren und Mutter, dass ich mich an die Etikette halte, aber insgesamt ist das ja nichts Schlechtes, und ich liebe schließlich meine Eltern.'

„Hat seine Mutter was Ernstes?" fragte derweilen Yugi besorgt.

„Nein, sie wird wieder. Aber der Heiler musste sie in einen Heilschlaf versetzen, der leider eine Woche dauert und somit ist es dann zu spät. Vielleicht kann sie Gregory die letzten paar Tage über aber noch selbst zu sich holen." Derweilen dachte er: ‚Hätte ich es früher gewusst, hätte ich Vater schreiben können, ob Gregory nicht zu uns kommen könnte. Blödes Timing…'

„Und was macht sein Vater?" wollte Yami interessiert wissen.

„Der ist ein Anes", antwortete Malfoy.

Yami sah nachdenklich aus. „Anes sind so etwas wie Söldner auf magischen Expeditionen, oder?"

„Ja", erwiderte Malfoy.

„Was macht er denn genau? Weihnachten ohne die Familie zu verbringen, ist doch nicht sehr schön, und hier in Großbritannien steht doch die Familie im Vordergrund, so weit ich gehört habe", sagte Yugi traurig.

„Es war nicht so geplant. Die Expedition, die in Griechenland stattfindet, sollte eigentlich morgen zurückkehren, doch es gab Verzögerungen, so dass der Zeitplan verändert werden musste und nun das Ganze zwei bis drei Wochen länger dauert. Aber sagt mal, wie feiert ihr denn Weihnachten in Japan, wenn nicht als Familienfest?"

Yugi lächelte sanft und seine Augen wanderten zu seinen Geliebten. „Es ist ein Fest für Liebespaare."

„Dann feiert ihr unter euch?" fragte der Blonde gespannt.

Yugi kicherte. „In der Nacht vom 24. zum 25. will Seto uns irgendwohin mitnehmen, hat aber noch nicht gesagt, was wir genau machen."

„Aber Mokuba kommt auch mit", mischte sich nun der CEO ein. „Also ist es in gewisser Weise ein Familienausflug."

„Aber Sugoroku-jii-san kommt nicht mit, und Mokuba wird bestimmt früher schlafen als wir, was es nur teilweise zu einem Familienausflug macht, oder?" entgegnete Yami und seine Augen suchten lüstern die des Braunhaarigen. „Und dann werden wir am ersten Weihnachtsfeiertag auf jeden Fall erst einmal ausschlafen."

Nach einem besorgten Blick zu dem Gryffindor fuhr Yugi fort: „Am frühen Nachmittag wollten wir uns dann mit Neville treffen und am Abend ist ja, wie du weißt, unsere Weihnachtsfeier."

„Ja, ich freue mich auch schon darauf. Es ist toll, dass ihr mich und meine Eltern eingeladen habt", sagte Malfoy. In Gedanken fügte er hinzu: ‚Das ist endlich mal was Schönes und so komm ich wahrscheinlich auch noch um das Gedenken und Würdigen unserer Vorfahren herum. Natürlich haben sie Großes vollbracht und so, aber immer und immer wieder die gleichen Geschichten zu hören, so lange man lebt, ist doch langweilig. Mutter könnte ruhig mal von anderen erzählen. Warum muss sie immer die gleichen sieben nehmen, wenn auf dem Familienstammbaum der Malfoys so viele sind. Ich frage mich, ob Longbottom auch so etwas über sich ergehen lassen muss. Vermutlich nicht, seine Familiengeschichte reicht schließlich nicht ganz so weit zurück.' Er warf den Schattenmagiern einen fragenden Blick zu und sagte dann laut: „Was macht ihr denn vorher mit Longbottom? Dafür sorgen, dass er später den Weg zu euch findet?"

Yami schaute ihn, ebenso wie Yugi und Kaiba, finster an und öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch der Gryffindor kam ihm zuvor. „Nein", erwiderte dieser leise, aber deutlich und schaute zu Boden. „Sie wollen mit mir meine Eltern besuchen."

Malfoys Augen wurden größer. ‚Das hatte ich ja völlig vergessen. Vater hatte mir doch erzählt, dass Nevilles Eltern seit etwa 15 Jahren im St. Mungos sind.((3)) Auch wenn er immer behauptet, dass seine Eltern tot sind. Wieso muss ich immer reden, bevor ich denke. Auch wenn Vater immer sagt, dass es ok ist, Gryffindors zu piesacken oder gemein zu ihnen zu sein, das war nun wirklich etwas zu viel. Aber eigentlich ist er ja nicht so schlecht, auch wenn er öfter eine ziemliche Schande für die reinblütigen Zauberer ist. Ich glaube, es ist besser ganz schnell zu gehen, bevor ich noch mehr Sachen sage, die mich auf unangenehme Gedanken bringen.' Er rettete sich in ein verunglücktes Lächeln und sagte: „Wirklich? Ähm, dann hoffe ich, dass dadurch eure Weihnachtslaune nicht allzu sehr getrübt wird, so dass das Fest dennoch schön wird."

Der Blonde erhob sich, und Crabbe tat es ihm gleich. „Nun ja, meine Pflicht als Vertrauensschüler ruft. Wir sehen uns."

Schnell verließ Malfoy das Abteil, seinen Slytherin-Freund direkt hinter sich. Neville blinzelte, während er ihm hinterhersah. „Neville, alles in Ordnung?" fragte Yami besorgt, und Yugi ergriff wieder seine Hand.

Der Schwarzhaarige nickte leicht und lächelte ein wenig, bevor sich sein Blick wieder auf die Tür richtete, hinter der die beiden Slytherins gerade verschwunden waren. „Das ist das erste Mal, dass ich Malfoys Gedanken gelesen habe, und ich muss sagen, er ist nicht so böse und gemein, wie ich immer gedacht habe."

Der Rest der Reise verlief ohne weitere Zwischenfälle. Am Bahnhof verabschiedeten sie sich von Neville und stiegen anschließend wieder in die Limousine. Nachdem sie zunächst eine kleine Besichtigungstour durch London gemacht hatten, die sie vor ihrer Abreise nach Hogwarts ja nicht geschafft hatten, fuhren sie nach Hause.

Am nächsten Vormittag kamen Mokuba und Sugoroku an. Die nächsten zwei Tage verbrachten sie relativ gemütlich, bis auf die Tatsache, dass Kaiba immer mehrere Stunden nicht aus seinem Büro zu entfernen war, obwohl er ihnen eigentlich versprochen hatte, sich Zeit für sie zu nehmen.

Am Donnerstag der Woche, dem 24. Dezember, verkündete Kaiba, dass sich seine beiden Geliebten und sein Bruder um Punkt 15:50 Uhr in der Eingangshalle einzufinden hatten. Obwohl die drei ihn daraufhin erneut löcherten, wo es hingehen sollte, damit sie ihre Sachen dementsprechend packen konnten, blieb der CEO eisern und verriet nichts, stattdessen erklärte er nur knapp, dass sie sich um das Gepäck nicht würden kümmern müssen.

Um nicht dem Dackel- und dem Welpenblick von Mokuba und Yugi sowie dem königlich befehlenden von Yami ausgesetzt zu sein, schloss er sich daraufhin erneut mit seiner Arbeit in seinem Büro ein. Am frühen Nachmittag schlich er sich kurz hinaus, um Ani anzuweisen, was sie zu packen hatte, aber so, dass die anderen es nicht mitbekamen. Er wusste nur zu genau, wie hartnäckig Mokuba war, wenn er etwas herausfinden wollte und dass er nicht davor zurückschrecken würde, seine Schränke zu überwachen, um jeden, der sich diesen näherte, auszuquetschen und so zu erfahren, was dieser wusste.

Yami und Yugi würden, zumindest bei so etwas, nicht so weit gehen, wusste der Braunhaarige. Der ehemalige Pharao war zu stolz, um zu derartigen Mitteln zu greifen, und ließ sich lieber würdevoll überraschen, statt Gefahr zu laufen, sich wie ein Kleinkind zu benehmen. Sein kleinerer Geliebter wiederum liebte Überraschungen und auch wenn er es genoss zu versuchen, es vorher herauszubekommen, würde er sich jetzt einfach nur an der Vorfreude ergötzen.

Um halb vier kam Ani erneut in das Zimmer Kaibas und berichtete, dass alles seinen Anweisungen entsprechend bereit wäre. Pünktlich auf die Minute erschien der Braunhaarige zwanzig Minuten später in der Eingangshalle, wo die drei mit Sugoroku standen, der sie verabschieden wollte. Sofort wurde der CEO von seinem kleinen Bruder attackiert, der ihn dabei aufgeregt anlächelte. „Wohin fahren denn nun?" fragte er ungeduldig.

Kaiba lächelte und tat so, als würde er einen Moment darüber nachdenken, ob er es jetzt wirklich sagen sollte. „Zum Nordpol", sagte er schließlich, als wäre es das Normalste der Welt.

Mokuba sah ihn an und blinzelte verwirrt. „Was wollen wir denn da?"

„Wir werden zu Weihnachten in Christelborg sein, um mit den Weihnachtselfen dort ihre Weihnachtsfeier zu feiern", erwiderte der Braunhaarige verschmitzt grinsend.

Mokuba sah ihn ungläubig an. „Aber Nii-sama, ich glaube schon seit Jahren nicht mehr an den Weihnachtsmann und so etwas. Du hast doch selbst gesagt, dass es da höchstens irgendwelche Expeditionsteams gibt, und selbst die ziehen sich im Winter zurück. Also sag schon, wo fahren wir wirklich hin?"

„Das war mein Ernst", sagte Kaiba. „Und ich muss dir gestehen, dass ich mich geirrt habe, was den Weihnachtsmann betrifft. Oder zumindest teilweise, denn die ganze Sache ist schon etwas anders."

Sugoroku kicherte. „Also hast du tatsächlich eine Reservierung bekommen. Ist wirklich nicht leicht."

Der CEO nickte, ungeachtet der Tatsache, dass Yugi ihn ungläubig ansah und auch Yami etwas irritiert zu sein schien, auch wenn dem ehemaligen Pharao das ganze Fest sowieso ziemlich suspekt war. Während der Unterhaltung war von draußen ein Glöckchenklingeln zu hören, das immer lauter wurde, bis es plötzlich aufhörte. Sugoroku kicherte erneut vergnügt. „Scheint so, als wäre eure Kutsche da. Na, dann wünsche ich euch viel Spaß."

Es klopfte an der Tür und bevor eines der anwesenden Monster, oder einer der Hauselfen reagieren konnte, war Mokuba schon mit einem misstrauischen aber doch irgendwie hoffnungsvollen Blick dort und öffnete sie. Draußen stand ein strahlend lächelnder, in Grün, Rot und Gold gekleideter junger Elf, der etwa so groß wie Mokuba war. Um seinen Hals trug er etwas, das wie eine kleine Weihnachtsbaumglocke aussah und ein schwaches, sanftes Licht ausstrahlte.

Er verneigte sich etwas und begrüßte sie. Dann verschwand er mit dem Wenigen, was sie mitnehmen wollten, nach draußen, und Mokuba folgte ihm neugierig. Yugi drückte seinen Großvater zum Abschied, und dieser ging durch den Kamin, nachdem er ihnen noch einmal viel Spaß gewünscht hatte. Anschließend verließen sie das Haus und stiegen draußen in die wartende Kutsche.

Kaiba setzte sich, mit seinen Geliebten zusammengekuschelt unter einer Decke, auf die Rückbank, da Mokuba sich schon auf den Sitz gegenüber gekniet hatte und den immer noch lächelnden und teilweise auch sehr gesprächigen Elf, der auf dem Kutschbock Platz genommen und sich halb zu ihm gedreht hatte, mit Fragen löcherte. Nach einer kleinen Warnung seitens des Kutschers hob der Schlitten ab.

„Also, was ist nun mit dem Weihnachtsmann oder Santa Claus oder wie auch immer der heißt?" fragte Yami. „Gibt es diesen Mann oder gibt es ihn nicht?"

„Nun, es gibt ein Wesen, dass eigentlich San Alaus heißt. Es ist aber kein wirklicher ‚Mann', denn eigentlich handelt es sich um einen Yeti. Allerdings wird er von den anderen Yetis nicht anerkannt, weil er ein Mischling ist. Er ist halb Yeti und halb Klami."

„Was sind Klami?" fragte Mokuba, der sich nun ordentlich hingesetzt hatte, weil der Kutscher sich auf das Lenken der Rentiere konzentrieren musste, und offensichtlich sehr interessiert an dem Thema war.

„Klami sind eine besondere Form von Elfen, deren Lebensspanne theoretisch unbegrenzt ist und die sich von Glücksgefühlen der Zauberer ernähren. Wenn Zauberer glücklich sind, sondern sie eine besondere Energie in die Luft ab, und diese ist die Nahrung der Klami", erklärte Yami.

„Aber es bedarf einer bestimmten, recht hohen Konzentration, und daher konnten die Klami, zumindest früher, nicht allzu lange nahe beieinander leben…", sagte Yugi mit einer Spur Traurigkeit in seiner Stimme. „Ihre Spur verliert sich allerdings im Laufe der Zeit und es ist mir nicht bekannt, was aus ihnen geworden ist. Ich weiß nur, dass sie ständig auf Wanderschaft waren, da andauernd irgendwelche Kriege ausbrachen und auch die Zauberer oft davon zumindest indirekt betroffen waren und dementsprechend nicht so viel Glück empfanden."

„Die Armen", sagte Mokuba. „Aber wie kommt es, dass ich noch gar nichts von ihnen gehört habe? Wir haben bei Wesenskunde gleich mit Elfen angefangen, und Inori-sensei hat uns eigentlich alle Unterarten und auch die elfenähnlichen genannt, und diese waren nicht dabei."

„Nun, sie sind eine Rasse, über die nur wenig bekannt bzw. die den meisten unbekannt ist", erwiderte Kaiba. „Selbst das Wissen über das Volk der Klami, was Yami, Yugi und ich haben, ist aus einem Buch, das eigentlich nur auf ein paar wenigen Seiten auf sie eingeht und das schon sehr alt ist. Es gab davon wohl von Anfang an nur 5 Exemplare, da es eine schwarzmagische Schrift ist und sie nur den engsten Freunden des Autors zugänglich gemacht wurde. Zufällig bin ich vor etwa zwei Monaten auf Notizen eines Hobbyelfenforschers gestoßen, in denen ich auf den Verbleib dieser Elfen gestoßen bin. Daher weiß ich, dass sie heute versteckt und unerkannt in einem Schnee-Elfendorf leben –von denen hast du ja sicher in deinem Unterricht gehört, oder?- und nur noch den wenigsten bekannt sind."

„Warum hast du uns nichts davon erzählt?" fragte Yami mit verschränkten Armen.

Kaiba rollte mit den Augen über den Tonfall seines Geliebten. „Weil die ganze Geschichte mit der in der Zaubererwelt etwas bekannteren Figur San Alaus in Verbindung steht. Hätte ich euch was gesagt, hättet ihr leicht raten können, wohin ich euch zu Weihnachten bringe."

„Schön und gut, aber was ist nun mit den Klamis und den Yetis und dem Nicht-Santa-Claus-heißenden-Santa-Claus", wollte Mokuba wissen.

„Also, eine der Klami kam auf einer ihrer Reisen zu einem Yeti-Dorf", erzählte Kaiba bereitwillig. „Dort verliebte sie sich und da es gerade die Zeit war, in der sie gebärfähig war, wurde sie schwanger. Kurze Zeit später starb der Yeti bei einem Lawinenunglück, was sehr ungewöhnlich für einen Yeti ist, wie du weißt, und sie wurde dafür verantwortlich gemacht und vertrieben. Sie erreichte unter vielen Strapazen ein Dorf von Schnee-Elfen und wurde von diesen mitleidigen Wesen aufgenommen."

„Da hatte sie aber Glück", erwiderte Mokuba. „Schnee-Elfendörfer sind doch so gut getarnt."

„Genau", nickte Kaiba. „Da hast du gut in der Schule aufgepasst."

„Ich bekomme auch ganz tolle Noten", sagte Mokuba eifrig. „Also musst du die Ausgangserlaubnis wieder unterschreiben, damit ich mich auch mit meinen Freunden außerhalb von Iwazakura treffen kann."

Kaibas Mundwinkel formten sich zu einem kleinen Lächeln. „Zeige mir die Noten, wenn wir wieder im Haus sind, dann unterschreibe ich deine Erlaubnis."

„Wirklich?" fragte Mokuba mit strahlenden Augen. „Aber jetzt erzähl weiter."

„Sie gebar einen Sohn und zog ihn in dem Dorf groß. Da sie aber dort keine Nahrung hatte, musste sie jedes Jahr für mehrere Monate weggehen, wobei sie ihren Sohn in der Sicherheit des Schneedorfes zurückließ, da er sich von normaler Nahrung ernähren konnte. Allerdings nicht Fleisch, wie es die Yetis fast hauptsächlich tun, sondern erstaunlicherweise nur Süßigkeiten und Milch."

„Du hast also da gelogen", sagte Mokuba mit verschränkten Armen. „Diese Sachen sind doch nicht ungesund, wenn man sich nur davon ernährt."

„Für dich schon", erwiderte Kaiba ernst und verschränkte ebenfalls die Arme, auch wenn es bei ihm etwas merkwürdig aussah, da Yami und Yugi beide einen seiner Arme eingehackt hatten und nicht losließen, sondern nur über die beiden Brüder lächelten. „Du bist nämlich kein Klami-Yeti-Mischling."

„Oh, richtig", stimmte Mokuba bedrückt zu und schaute schmollend zu Boden. Aber schon wenige Sekunden später schaute er wieder mit leuchtenden Augen auf. „Und wie ging es weiter mit…?"

„San Alaus heißt er", informierte ihn Kaiba. „Also, seine Mutter ließ ihn in der Obhut von Pflegeeltern, die sich sehr gut um ihn kümmerten und ihn sehr liebten, und seine Mutter war insgesamt nur zwei Monate im Jahr bei ihm. Auch wenn er das Leben im Dorf sehr schön fand und alle ihn mochten, obwohl er anders war als sie, wünschte er sich doch, dass seine Mutter ständig bei ihm bleiben könnte. Er erkannte, dass Kinder die meisten Glücksgefühle ausstrahlten und dass diese auch noch am intensivsten und reinsten waren."

„Ganz abgesehen davon, dass Kinder auch meist einfacher glücklich zu machen sind als Erwachsene, nicht wahr?" fragte Yugi dazwischen.

„Ja, genau", antwortete der Braunhaarige. „Er entwickelte einen Zauber, den er auf Spielzeug legte, und jedes bisschen Freude, dass durch dieses Spielzeug hervorgebracht wurde, wurde von dem Spielzeug in eine Kristallkugel geleitet, die er an einen Baum hängte. Da er zu der Zeit, als er dies erfand, schon alt genug war, reiste er zu einem Dorf, in dem sich, wenn auch getarnt, zwei Zaubererfamilien niedergelassen hatten. Bei einer der Familien wurde gerade am nächsten Tag die älteste Tochter elf, und daher gab es ihr zu Ehren eine Geburtstagsfeier, und die kleinen Geburtstagsgäste waren schon alle zum Übernachten da. Die Kinder schliefen zusammen im Wohnzimmer, während die Eltern sich in ihr Zimmer zurückzogen. Als endlich alle schliefen, schlich sich San Alaus in das Haus und las mit Hilfe einer Klamifähigkeit in den Gedanken der Kinder ihre Namen und schrieb je einen Namen dem Spielzeug zu, von dem er dachte, dass sich das Kind jeweils am meisten freuen würde. Dann ließ er den Sack mit den Geschenken am Kamin stehen und schlich sich wieder raus. Er versteckte sich und beobachtete, wie die Kinder am nächsten Morgen zuerst aufwachten und sich freudig über die Geschenke hermachten."

„Und das war das erste ‚Weihnachten' mit San Alaus?" fragte Yugi.

„Ja, er kehrte zurück in sein Dorf und sah, dass seine Erfindung einwandfrei funktionierte, und seine Mutter konnte bei ihm bleiben. Mit ihrer Hilfe machten sie daraus ein riesiges Projekt und nun leben alle Klami zusammen im Weihnachtswald, der in einer riesigen erleuchteten Höhle unter dem Nordpol liegt und ernähren sich dort vom gesammelten Kinderglück. Den meisten Zauberern sind nur wenige Details der Geschichte bekannt, und das ganze Wissen um die Person von Alaus beschränkt sich leider nur auf wenige reinblütige Zaubererfamilien. Die meisten begnügen sich damit, dass da ein Elfenführer ist, der ihre Kinder beschenkt. Nicht dass sie es leicht in Erfahrung bringen könnten, denn die ganze Geschichte zu kennen, gibt den betreffenden Familien einen besonderen Stolz und sie bilden sich ein, dass es Zeichen ihrer langen Reinblütigkeit ist und hüten dieses Geheimnis deshalb mit allen Mitteln."

„Wow", machte Mokuba. Nachdem er kurz überlegt hatte, fragte er aber misstrauisch: „Aber Nii-sama, nur Zaubererkinder bekommen was, oder? Heißt dass, ich bekomme eins vom Weihnachtsmann… äh, Weihnachts-Yeti persönlich?"

„Nein, Mokuba, da muss ich dich enttäuschen. Auch Zaubererkinder bekommen nur Geschenke bis sie 11 Jahre sind."

„Wie gemein…", erwiderte der Schwarzhaarige schmollend.

„Aber wie kommt es zu der Muggellegende mit Santa Claus?" fragte Yugi.

„Ich bin nicht sicher, aber ich vermute ein Zauberer, vielleicht einer mit Muggeleltern, hat es jemandem erzählt und dieser hat einige Teile der Geschichte genommen, sie mit dem ihm vertrauten Namen vom heiligen Nikolaus verbunden und schon gab es Santa Claus. Und dass es der Tag war, an dem Christus laut der Kirche geboren worden sein soll, ist Zufall."

„Wir werden bald ankommen", ließ sich die fröhliche Stimme des Kutschers plötzlich vernehmen. Während Kaibas Erzählung waren sie in Windeseile durch die Luft geflogen und flogen nun schon seit einiger Zeit über weiße Eis- und Schneefelder. „Bitte halten sie sich fest und verschütten sie nicht ihren Kakao."

„Was für Kakao?" fragte Mokuba verdutzt.

„Oh, ich vergaß, Ihnen ihren Kakao für die Fahrt zu geben?" fragte der Kutscher verdutzt. „Nun, hier haben sie ihn."

Mit einem Wink von ihm erschienen plötzlich Tassen mit heißem Kakao in ihren Händen. „So, nun aber festhalten", sagte der Kutscher und lenkte den Schlitten plötzlich relativ steil nach unten, direkt auf eine riesige weiße Fläche zu. Kaiba warf ihm einen finsteren Blick zu, verkniff sich aber einen beißenden Kommentar, während er mit einem einfachen Zauber dafür sorgte, dass sich der Inhalt der Tassen während der Fahrt nach unten nicht über sie ergoss. Die Kutsche durchbrach problemlos die Schneedecke, und sie fanden sich in einer riesigen, hell erleuchteten Höhle wieder, in der sich eine kleine Stadt befand, in der sehr viel los zu sein schien, dem Gewimmel nach zu urteilen.

„Willkommen in Christelborg. Ich hoffe, sie werden ihren Aufenthalt genießen", erwiderte der Elf grinsend, als er den fliegenden Schlitten auf dem Dach einer Herberge zum Stehen brachte. Sofort wuselten weitere freundliche Elfen herbei. „Willkommen", begrüßte eine ältere Elfe sie. „Folgen Sie mir, ich bringe sie zu ihren Zimmern. Die Zeremonie zur Verabschiedung von San Alaus findet bereits in einer halben Stunde statt, und sicher wollen sie die Parade nicht verpassen."

Während sie der Elfe zu zwei nebeneinander liegenden Zimmern folgten, erzählte diese ihnen das Wichtigste zu den Feierlichkeiten. Eine Viertelstunde später trafen sich die drei Schattenmagier und Mokuba in der unteren Empfangshalle mit den anderen drei Familien, die die gleiche Herberge besuchten. Obwohl jede der Familien aus einem anderen Land kam, konnten sie sich durch den Sprachzauber, der über die gesamte Höhle gelegt worden war, problemlos verständigen, so wie die Elfen sich durch ihre Kugeln mit jedem verständigen konnten, wie die vier erfuhren.

Von der Chefin der Herberge wurden die Gäste zu einem von fünf Ehrenterrassen geführt, die für die Zauberer waren, die an der diesjährigen Zeremonie teilnehmen durften. Um den Platz, auf dem die Terrassen waren, drängelten sich in freudiger Erwartung die Elfen. Die meisten waren Schnee-Elfen, doch auch einige etwas höher gewachsene und vermummte Elfen waren anwesend; die Klami nach der Vermutung der Schattenmagier.

Schließlich hielt der Bürgermeister eine kleine Rede, in der er auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes hinwies und sagte, wie stolz er war, dass auch dieses Jahr wieder alle Probleme und Problemchen gelöst worden waren und einem glücklichen Fest nichts im Wege stand. Anschließend steckte er unter tosenden Beifall der Elfen einen goldenen Schlüssel in ein riesiges Tor, das sich öffnete und aus dem unter dem vertrauten Läuten der Glocken ein riesiger Schlitten hervorkam. Darauf saß ein großer Yeti, dessen schneeweißes Fell im bunten Licht leuchtete. Auffällig war, dass er um die Augen und auf den Wangen kein Fell hatte, was sein Gesicht sehr rund, freundlich und irgendwie menschenähnlich erscheinen ließ. Er trug eine rote Jacke und Hose, braune Handschuhe und schwarze Stiefel sowie einen schwarzen Gürtel.

Zwischen den Ärmeln und Handschuhen lugte etwas von seinem Fell hervor, ebenso wie aus dem großen Ausschnitt in seiner Jacke, was es erscheinen ließ, als ob er einen Bart hätte. Er winkte fröhlich lachend der Menge zu. Sein Schlitten, der mit schweren Säcken beladen war, begann zu schweben, und er lenkte ihn einmal um den Platz über den Köpfen der jubelnden Elfen, und warf den kleineren Zaubererkindern, die als Gäste da waren, gleich ihre Geschenke zu, die sie mit strahlenden Augen und unter lauten Dankesrufen entgegennahmen.

Anschließend lenkte San Alaus seinen Schlitten gen Eisdecke und seine magischen Rentiere zischten mit ihm davon. Nur wenige Sekunden später war er verschwunden. Das Tor blieb offen, und die Zauberer und Elfen verteilten sich auf dem Platz bzw. in dem Hof hinter besagtem Tor, in dem das Büffet für die nun stattfindende Party stand und wo es auch Karten gab, auf der man verfolgen konnte, wo San Alaus gerade war.

Das Fest ging bis in die frühen Morgenstunden und endete mit der Heimkehr des Yeti-Klami-Mischlings, nur um in eine weitere Party in seinem Beisein überzugehen. Mokuba aber schlief bereits lange vorher ein und wurde von seinem Bruder ins Bett getragen. Die drei Schattenmagier hingegen genossen das bunte Treiben, während sie zusammengekuschelt auf ihrem Balkon saßen, von dem sie einen sehr guten Überblick hatten.

Fortsetzung folgt…

Anmerkungen

((1)) Annuket: Da fällt mir ein…wenn es nur weltweit 3 weiße Drachen gibt, warum sind die dann eigentlich auf japanisch? Und wenn sie es wären, dürfte Kaiba doch eigentlich in weltweiten Turnieren nicht mit ihnen spielen, weil man sich ja auf eine Sprache einigen muss. Sehr merkwürdig…
Magician: Die Regeln des Spiels standen, als der Manga gezeichnet wurde, ja noch gar nicht fest. Deshalb auch die vielen Dinge, die anders sind. Das ganze Regelwerk hat er sich erst hinterher ausgedacht, weil er von vielen Leuten gelöchert wurde, die das spielen bzw. verkaufen wollten. Aber dass Kaibas Blue-Eyes (der von Sugoroku ja auch, es sind ja insgesamt vier) alle auf Japanisch sind, liegt wohl nur daran, dass der Manga eben für Japaner geschrieben wurde. Oder er hat da einfach nicht aufgepasst...

((2)) Magician: Warum gerade die? Weil's so im Buch steht?
Annuket: Es steht nicht direkt drin. Die Jungen der fünften sind im Buch aber definitiv wach, weil Harry und Ron da sind. Bei den anderen steht es nicht, aber ich denke, dass die Jungen der sechsten mitbekommen wie Fred und George geholt werden und die Mädchen der vierten durch Wecken von Ginny.

((3)) Nur noch mal zur Erinnerung, Harry wusste von Nevilles Eltern nur, weil Dumbledore es ihm verraten hatte, und die anderen Schüler denken, dass seine Mutter und sein Vater tot sind. Er bringt es nicht über sich zu erzählen, dass sie wahnsinnig geworden sind, auch wenn es nicht ihre Schuld ist oder so. Daher weiß es Draco nur von seinem Vater.

Annuket: So, das war's schon wieder. Ok, das Kapitel ist eigentlich wieder etwas länger als die letzten gewesen, aber es ist dafür ja nicht wirklich viel passiert. Ich wünsche euch viel Spaß, und in zwei Wochen geht es mit Weihnachten weiter.