Annuket: Hier ist Kapitel 24. Warum stelle ich eigentlich immer das offensichtliche fest? Was soll's. Zunächst einmal vielen Dank für die Reviews, wenn es auch dieses Mal nur 2 waren… 'seufzt' Lag bestimmt daran, dass das letzte Kapitel nicht so spannend war… Ich hoffe, dieses ist nicht nur meinem Eindruck nach besser. Immerhin redet Yami die ganze Zeit nur. … Und wird nicht fertig, so dass das letzte von den drei Hauptgesprächen erst nächstes Kapitel kommt. Aber ich will ja nicht allzu weit vorgreifen.
Vielen Dank, Dax, für den Smiley.
An Lilly: Bei der Szene im Buch hätte ich auch Neville am liebsten genommen, ihn ganz fest an mich gedrückt und ihn vor der bösen Welt versteckt. Nicht nur Ron, der Trampel, sondern auch noch die Oma können einen wirklich fertig machen. Nur weil Neville andere Talente als sein Vater hat, muss sie nicht sagen, dass er nicht (so) talentiert ist. Vielleicht war der Vater dafür eine Niete in Kräuterkunde… Na ja, ich will mich auch nicht aufregen. In diesem Kapitel kommt Baku-Ra noch nicht, aber dafür im nächsten (also 25). Du bist immer so ungeduldig… Auch Chetmety und Schutniu sind übrigens auch wieder dabei. Vielen Dank für den Eistee und die Kekse.
… Hab ich noch was vergessen? Irgendetwas war noch, oder? Ach ja, der Disclaimer.
Magician 'kommt mit Schutniu auf der Schulter rein': Hey, Annuket. Schau mal, wer mir gerade zugeflogen ist.
Schutniu 'verlegen und nervös': Einen wunderschönen guten Tag. Wenn ich Sie störe, gehe ich wieder und warte draußen... Ich soll Ihnen zwar etwas von Ryou-san sagen, aber das kann ich auch noch später... Wenn Sie etwas Besseres zu tun haben, versteh--
Magician 'beruhigend': Ist ja gut. Ganz ruhig. Du störst überhaupt nicht, wir freuen uns immer, wenn du uns besuchst. 'stutz' Warte mal... Warst du überhaupt schon mal hier?
Schutniu 'verlegen': ... Um ehrlich zu sein, nein... Ich wollte Sie ja nicht mit meiner Anwesenheit belästigen...
Annuket 'stürzt sich auf Schutniu und knuddelt sie ganz fest': Du kannst so oft kommen wie du willst. Hier hast du einen Keks. Und um dir zu zeigen, wie lieb ich dich habe, darfst du heute den Disclaimer machen.
Schutniu 'mit leuchtenden Augen': Ich darf im Sinne meiner Göttin handeln? 'neigt den Kopf' Es ist mir eine Ehre. 'an Leser wend' Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die Autorin dieser Geschichte gewisse Figuren, Handlungsstränge, Orte und Weiteres nicht Ihr eigen nennen kann bzw. darf. Diese gehören in den meisten Fällen dem Mangaka Kazuki Takahashi, der die Serie 'Yugioh' erfand und J. K. Rowling, die der Weltöffentlichkeit 'Harry Potter' gab.
Annuket: Das hast du sehr schön gesagt. Hier, noch ein Keks. So, liebe Leser und nun viel Spaß beim Kapitel.

((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..." Gespräch
‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)
Blabla Parsel

Muss/Sollte ich eigentlich auch davor warnen, wenn ich Anspielungen auf das Christentum (bzw. andere noch praktizierte Religionen) mache? Es ist nicht direkt dagegen, glaube ich, aber der eine Gott in diesem Kapitel ist nicht so gut darauf zu sprechen. Ich möchte auf jeden Fall jeden warnen, der extrem religiös ist und vielleicht doch etwas dagegen haben könnte. … Andererseits hätten extrem religiöse Menschen vermutlich nicht bis hierher gelesen.

Kapitel 24: Yami muss helfen

In Gedanken versunken ging Yami den Korridor entlang, ohne auf seinen Weg zu achten. Er vertraute den Schatten, ihn zielsicher zu den Frauen zu bringen, da er ihnen den Auftrag gegeben hatte, ihnen zu folgen und ihn dann zu ihnen zu führen.

Über die Treppen leiteten ihn die Schatten ihn nach oben. Die wenigen ihm entgegen kommenden Menschen ignorierte er. Nach einem Absatz war er schließlich in der fünften Etage, in der das Treppenhaus endete. Durch eine Glastür, die sich automatisch öffnete, ging er in den kleinen Flur. Rechts war ein Geschäft, in dem man scheinbar alles Mögliche bekam und über dem ‚Krankenhauskiosk' stand. Über der Fassade des Restaurants auf der linken Seite war der Schriftzug ‚Besuchercafeteria' zu lesen.

Auf den ersten Blick sah er trotz der Glaswände weder in dem einen noch in dem anderen Geschäft die beiden Frauen. Dem Wispern der Schatten folgend betrat er dennoch zielsicher die Cafeteria. Der Raum war groß, freundlich und einladend. Er war im obersten Stockwerk, direkt unter dem Dach und da dieses, genau wie die Wände, aus Glas zu bestehen schien, hatte man einen wunderschönen Ausblick auf London und den Himmel darüber. Am Rand wuchsen an einem Geländer wunderschöne rotblühende Kletterpflanzen, die einen angenehmen Duft verbreiteten. Auf den Tischen standen Weihnachtsbäume in Miniaturformat, über denen kleine Sterne schwebten, von denen Schnee fiel.

Yami achtete nicht sehr darauf, sondern suchte die beiden Frauen, denen er gefolgt war. Schließlich sah er sie, als sie sich gerade ein Getränk von der sie mitleidig ansehenden Frau hinter dem Tresen holten. Yami trat langsam näher, während die eine der beiden Schwestern in ihrer Tasche nach dem Geld kramte.

„Hier", sagte sie schließlich und zog ein paar Knuts aus der Tasche, die sie vor die Hexe hinter dem Tresen legte.

„Danke", erwiderte diese und gab das Geld in ihre Kasse. Ihr Blick richtete sich wieder anteilnehmend auf die andere Hexe, deren Name Clarissa war, soweit sich Yami an den kurzen Gesprächsfetzen, den er vorher mit seinen Geliebten mitangehört hatte, erinnerte. „Ich hoffe, dass es ihrem Sohn bald wieder besser geht. Aber Heiler Genuer ist wirklich einer der besten, Mrs. Jenaplet. Ihr Kind ist in den besten Händen."

Diese lächelte die andere gequält an und brachte ein verzweifeltes Lächeln zustande. „Danke. Ich hoffe es."

Dann zogen sich die beiden Schwestern an einen der Tische zurück. Yami schaute ihnen nach, unsicher, wie er ein Gespräch beginnen sollte. „Und? Was kann ich für Sie tun, junger Mann?" riss ihn die Hexe am Tresen aus seinen Gedanken.

Etwas überrascht drehte sich Yami wieder zu ihr um. „Ähm… einen Tee bitte", erwiderte er und wandte sich erneut den Schwestern zu, die sich gerade an einen Tisch am anderen Ende des Raumes setzten.

„Schlimm, oder?" meinte die Hexe und klang nachdenklich und auch traurig, während sowohl sie als auch der ehemalige Pharao sahen, wie die Hexe namens Clarissa wieder anfing zu weinen und ihre Schwester sie in ihre Arme schloss und versuchte, sie zu beruhigen. Yami wandte sich wieder der Tresenhexe zu, die gerade frisches Wasser für seinen Tee erwärmte. „Sowas sehe ich ständig. Da können wir so viele Sachen heilen und trotzdem gibt es ständig Menschen, die ihre Liebsten verlieren... Und was führt Sie hierher, junger Mann? Sie scheinen nicht krank zu sein, und es passiert selten, dass jemand hier alleine reinkommt, wenn er nicht krank ist."

Yami musterte die Frau einen Moment, antwortete dann aber doch, obwohl er seinen Kopf schon wieder den beiden Schwestern zuwandte. „Ich wollte eigentlich nur jemanden mit meinen Freunden besuchen, aber nun habe ich meine Meinung geändert."

„Verstehe", sagte die Hexe mit einem Stirnrunzeln und stellte eine frisch gebrühte Tasse Tee vor Yami. „Es kommt vor, dass ein Besucher Angst hat, Kranke zu besuchen. Ich weiß zwar nicht die genauen Umstände, aber oft ist es besser, die Patienten zu besuchen. Die Heiler haben mir verraten, dass das oft die Heilung fördert, wenn die Patienten wissen, dass man sich um sie sorgt, und als Angehöriger oder Freund hat man später kein schlechtes Gewissen, falls eine Heilung doch mal nicht möglich ist."

Der Tresenhexe stockte der Atem, als sich Yami abrupt zu ihr umdrehte und seine rubinroten Augen, die vor Macht, Würde und Überzeugung strahlten, sie durchbohrten. „Ich fürchte, ich habe mich falsch ausgedrückt", sagte er kühl. „Ich möchte helfen."

Er sah auf die Tasse, die sie neben ihn gestellt hatte. „Danke für den Tee. Das macht 10 Knuts, nicht wahr?" fragte er nach einem Blick auf die aushängende Speisekarte und legte die zehn Bronzemünzen auf den Tresen, nachdem die Hexe, die ihn sprachlos mit großen Augen anstarrte, nur ein schwaches Nicken zu Stande gebracht hatte. „Ich wünsche Ihnen noch ein frohes Weihnachtsfest."

In einer vollendeten Bewegung nahm er seine Teetasse und machte sich, ohne auf eine Antwort zu warten, zielsicher zu dem Tisch der beiden Schwestern auf. „--du weißt, dass wir es zumindest probieren können", flüsterte gerade die eine Hexe ihrer inzwischen etwas ruhiger gewordenen Schwester zu.

„Aber eine Flasche Felix Felicis((1)) ist auch wahnsinnig teuer", meinte Clarissa niedergeschlagen. „Du weißt, dass wir uns das nicht leisten können, und zumindest ich kenne niemanden, der so einen schweren Trank brauen könnte."

Die andere seufzte niedergeschlagen. Gerade als sie etwas erwidern wollte, war Yami bei ihrem Tisch angekommen. „Entschuldigen Sie, darf ich mich zu Ihnen setzen?" fragte er höflich.

Die beiden Frauen sahen ihn verdutzt an. „Bitte", sagte die Schwester Clarissas mit geröteten Wangen, als sie Yami eingehend betrachtete. Clarissa tat es ihr gleich, doch sie ließ gleichzeitig auch einen verwirrten Blick durch die fast leere Cafeteria gleiten.

Yami stellte seine Tasse ab und setzte sich. „Bitte entschuldigen Sie meine Offenheit, aber ich kam nicht umhin, vorhin Teile Ihres Gespräches zu hören. Ihre Situation bewegt mich sehr, und ich möchte zumindest versuchen, Ihnen zu helfen."

„Ich fürchte, das können Sie nicht, junger Mann", erwiderte Clarissa, die äußerst angespannt wirkte, traurig. „Ich nehme nicht an, dass sie Tote beschwören oder uns soviel Geld leihen können, wie wir benötigen, um uns Wege zu öffnen."

Yami lächelte freundlich. Er fühlte sich an die Zeit erinnert, als er Pharao gewesen war und die Bittsteller täglich zu ihm kamen. Das Gefühl der Freude, wenn er einem seiner Untertanen hatte helfen können, war für ihn oft der Höhepunkt eines ansonsten anstrengenden Regierungstages gewesen. „Nun, genau deswegen spreche ich Sie an. Ich kann Tote beschwören."

„Machen Sie sich nicht über unsere Situation lustig!" sagte die Schwester von Clarissa aufgebracht, jede Spur der Bewunderung für Yami war aus ihrem Gesicht verschwunden. „In Ihrem Alter ist noch kein Schamane mit seiner Ausbildung fertig, und selbst wenn Sie es wären oder jemanden kennen würden, der ausgebildet ist, müssten Sie den vorgeschriebenen Preis verlangen."

„Ich bin kein Schamane", erwiderte Yami. „Aber auch wenn es heute nicht mehr allgemeine Lehrmeinung ist, so gibt es doch andere Wege, Tote zu beschwören und sie nach Dingen zu fragen, ohne Bannkreise und Talismane zu benutzen, auf die die Schamanen angewiesen sind. Und diese Zauber sind nicht illegal oder teuer, weil das Zaubereiministerium sie nicht kennt und sie somit nicht verbieten oder beschränken kann."

„Was würden Sie verlangen, um es zu probieren?" fragte Clarissa gespannt und beugte sich vor.

„Clarissa", ereiferte sich die andere Frau empört. „Du kannst nicht wirklich in Erwägung ziehen, etwas zu tun, das wahrscheinlich voller dunkler Magie ist!"

Besagte Hexe drehte sich zu ihrer Schwester um. „Millissa", sagte sie ruhig, jedoch mit wilder Entschlossenheit in der Stimme. „Um Ilanus zu retten, würde ich auch vor dunklen Künsten nicht zurückschrecken. Du weißt, dass er alles ist, was ich noch von Erik habe."

Missmutig wich die Angesprochene dem eindringlichen Blick Clarissas aus, sagte aber nichts. Diese wandte sich wieder Yami zu, und er sah die verzweifelte Hoffnung in ihren Augen. „Nun? Was würde es mich kosten? Ich habe nicht sehr viel Geld, aber ich würde Ihnen so viel geben, wie ich kann."

Yami schüttelte den Kopf. „Umsonst kann ich es leider wirklich nicht machen." Er ignorierte das abfällige Schnauben Millissas, die ihn verächtlich anschaute. „Aber der ‚übliche Preis' ist heutzutage selbst für eine arme Familie durchaus bezahlbar. Drei Brote, ein Huhn und eine Flasche Milch((2))."

Die beiden Schwestern starrten erst ihn verdutzt an, dann sich und dann wieder ihn. „Und das soll die ganze ‚Bezahlung' sein?" fragte schließlich die Ältere.

Der ehemalige Pharao nickte. „Diese Opfergaben dienen dazu, die Toten und ihre Diener zu ehren, und sie zeigen, dass Sie nicht einfach nur Dinge von den Verschiedenen verlangen, sondern auch bereit sind, etwas für die Toten zu tun. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Beschwörung nicht funktioniert, ist dieser Preis hoffentlich nicht zu hoch für Sie."

„Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht funktioniert?" fragte sie misstrauisch weiter.

„Millissa", zischte die jüngere Hexe.

„Schon gut, das ist eine berechtigte Frage, oder?" meinte Yami, und sein selbstsicherer Blick richtete sich wieder auf Millissa, die scheinbar sehr mit sich kämpfen musste, nicht in diesem Blick zu versinken und ihm nicht blind zu vertrauen. „Eine von etwa achthunderttausend dieser Beschwörungen funktioniert nicht, selbst wenn sie richtig ausgeführt wurde, weil der Geist sich derart in Rachegedanken an den Lebenden, bzw. an den, für den er beschworen wurde, verloren hat, dass er nicht willig ist. Sie müssen wissen, dass die meisten Seelen sich, wenn sie sterben, nur noch an die Fakten in ihrem hiesigen Leben erinnern und nur noch wenig bis gar keine Gefühle mehr dafür haben."

Clarissa hatte sich wieder Yami zugewandt, als er begonnen hatte, ihrer Schwester zu antworten. Interessiert lauschte auch sie seinen Worten und nachdem er die Erklärung beendet hatte, sagte sie: „Also gut, einen Versuch ist es wert, und der Preis ist auch nicht so, dass ich es nicht verkraften würde, wenn es nicht funktioniert. Wann können Sie beginnen, Mr.--- Da fällt mir ein, wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Clarissa Jenaplet, und das ist meine Schwester Millissa Mythodo."

Yami blinzelte kurz überrascht, als ihm klar wurde, dass er es ebenfalls völlig vergessen hatte, nahm dann aber die Hand, die ihm die nun knallrote Frau entgegenstreckte. „Verzeihen Sie, dass ich versäumte, mich vorzustellen", begann er mit einem einnehmenden Lächeln. „Mein Name ist Yami Mutou. Was nun Ihre Frage anbelangt, so fürchte ich, muss ich zunächst ein paar Dinge vorbereiten. Aber ich denke, dass wir es noch vor dem Beginn des neuen Jahres versuchen können. Aber vorher müsste ich noch die Einzelheiten dieses Falles wissen. Ich habe gehört, dass Sie ihre Mutter beschwören wollen, da Sie eine Beschwörungsschatulle nicht finden können, oder?"

„Ja", erwiderte Clarissa und starrte in ihren inzwischen fast kalten Kaffee. „Wissen Sie, mein Mann Erik arbeitete mit Drachen und ist kurz nach der Geburt unseres Sohnes gestorben. Millissas und meine Mutter ist aus einer alten reinblütigen Familie, auch wenn wir nie so reich oder einflussreich waren wie andere, und es ist Tradition in unserer Familie, dass, wenn ein Elternteil stirbt, solange das Kind noch ein Säugling ist, ein Teil der Lebenskraft des Kindes von einem unserer stärksten magischen Gegenstände -der besagten Beschwörungsschatulle- aufgenommen wird und sich dort mit der Magie des Verstorbenen vermischt. Bis die Lebenskraft die Magie aufgenommen hat, dauert es in der Regel zwei bis drei Jahre. Ist der Prozess abgeschlossen, wird von dem Familienoberhaupt ein Ritual abgehalten, das dafür sorgt, dass die gestärkte Lebensenergie in das Kind zurückfließt, was dazu führt, dass seine Magie stärker, aber ebenso auch seine Lebenszeit verlängert wird und er oder sie gegen alles immun ist, was der Verstorbene an Krankheiten, Vergiftungen usw. überlebt hat."

„Und ich vermute, dass Sie das für Ihr Kind wollten…", meinte Yami nachdenklich.

„Ja, obwohl ich unsicher war. Doch da der Verdacht bestand, dass er Linarus((3)) von seinem Großvater geerbt hat und wir nicht sicher sein konnten, ob er, wie mein Mann, dagegen immun ist, hat meine Mutter mich überzeugt und das Ritual durchgeführt, um ihm ein normales Leben zu ermöglichen", erwiderte Clarissa niedergeschlagen, und Millissa legte mitfühlend ihren Arm um sie. Ohne nachzudenken, lehnte sich erstere an ihre Schwester. „Aber da ich öfter Dinge verlege, hat Mutter die Schatulle danach an sich genommen."

„Und da es für sie nichts Wichtigeres gab als unsere Familienschätze, hat sie sie zusammen mit den anderen verborgen, so dass wir sie jetzt nicht finden können", erzählte Millissa weiter. „Unsere Mutter war eine hervorragende Hexe, was Schutz- und Verschwindezauber angeht."

Clarissa nickte und fing wieder an zu schluchzen. „Wir haben alles versucht, aber wir können sie einfach nicht finden, und die Lebensenergie, die meinem Sohn noch innewohnt, reicht nicht mehr lange, da er ja noch wächst."

Yami legte seine Hand beruhigend auf die ihre. Er erinnerte sich vage, dass eine sehr gute Freundin und entfernte Cousine von ihm auch fast ihr Kind verloren hatte, wenn auch an eine Krankheit, aber dennoch war diese Situation ähnlich genug, um in ihm den Wunsch zu stärken, der armen Frau und ihrem Kind zu helfen. „Geben Sie mir ein paar Tage, und dann können wir wahrscheinlich herausfinden, wo die Schatulle ist, und ihm helfen. Ich werde Ihnen eine Eule schicken, wenn ich soweit bin und die Beschwörung stattfinden kann."

„Und wir müssen nur das Essen und die Milch mitbringen?" fragte Millissa noch einmal leicht misstrauisch nach.

„Ähm, nein", erwiderte Yami in einem leicht entschuldigenden Tonfall. „Danke, dass Sie mich daran erinnert haben. Wir bräuchten auch noch einen persönlichen Gegenstand von ihr. Am besten ihren Zauberstab, wenn Sie den noch haben. Aber nach der Beschwörung können Sie diesen wieder mitnehmen. Wir brauchen ihn, um den richtigen Geist zu finden. Aber das ist alles."

„Wir haben ihren Zauberstab noch", sagte Clarissa erleichtert. „Gut, dass ihre Beerdigung noch nicht war. Wir--"

Doch hier brach sie ab, denn eine junge Heilerin betrat in diesem Moment die Cafeteria und kam zielstrebig zu ihrem Tisch. Sie ignorierte Yamis Gegenwart völlig und richtete das Wort sofort an die jüngere Schwester. „Ah, hier sind Sie, Mrs. Jenaplet. Heiler Genuer ist nun mit der Untersuchung von Ilanus fertig, und Sie können wieder zu ihm."

„Danke, Miss Miller", erwiderte Clarissa. Während die Heilerin die Cafeteria wieder verließ, wandte sich die Mutter noch einmal an Yami. „Müssen Sie sonst noch etwas wissen?"

„Nein, das war eigentlich alles", antwortete der ehemalige Pharao. „Ich werde Ihnen, wie gesagt, schreiben, wenn ich soweit bin."

„Danke. Ich werde Ihren Brief voll Sehnsucht erwarten", erwiderte Clarissa und neigte ihren Kopf höflich vor ihm.

„Ich werde die Vorbereitungen so schnell erledigen, wie es die Sorgfalt mir erlaubt", erwiderte Yami und neigte ebenfalls leicht den Kopf vor ihr.

Die beiden Schwestern erhoben sich. „Dann wünsche ich Ihnen noch frohe Weihnachten, Mr. Mutou", sagte Clarissa und ein Lächeln, das nicht ganz so gequält aussah wie das letzte, zierte ihre Lippen. Millissa schloss sich den Worten ihrer Schwester an.

Nachdem Yami den Abschiedsgruß erwidert hatte, verließen die beiden Frauen die Cafeteria. Der ehemalige Pharao erlaubte seinen angespannten Muskeln, sich ein wenig zu strecken. Ein prüfender Blick auf seinen Tee, den er nicht angerührt hatte, zeigte ihm, dass dieser inzwischen kalt geworden war, und ließ ihn jegliche Lust darauf verlieren.

Kurz schloss er die Augen und zog sich in seinen Seelenraum zurück. Schnell stellte er fest, dass es seinen beiden Geliebten gut ging und dass Yugi mit Neville einen Geist besuchte. Da er die Konzentration Yugis, aber auch Kaibas, nicht ablenken wollte, entschied er sich dazu, nicht selbst einen Blick in den fremden Seelenraum zu werfen, den Yugi sah, um herauszufinden, ob es Nevilles Mutter oder Vater war.

Entschlossen, seine Zeit zu nutzen, während die anderen noch beschäftigt waren, und schon damit zu beginnen, der kleinen Familie zu helfen, verließ er die Cafeteria. Im Treppenhaus stellte er zufrieden fest, dass er allein war, und verschwand in den Schatten. Er sank auf die Knie und fing an, auf Altägyptisch zu beten((4)). „Ich rufe dich, Herr des heiligen Landes. Ich rufe dich, Sohn des Osiris und der Nephtis. Ich rufe dich, der du von der Mutter verlassen, von der Schwester und rechtmäßigen Ehefrau des Vaters aufgezogen wurdest. Ich rufe dich, der du vor der Gotteshalle bist. Ich rufe dich, der du deinen Vater bestattet hast.

Ich bin der rechtmäßige König Ober- und Unterägyptens. Ich bin der Sohn des Re. Ich bin der, den die Maat liebt und der sie hochhebt und kreisen lässt. Ich bin die Majestät des Horus, der starke Stier. Ich bin der Verteidiger der beiden Länder.

Ich rufe dich, Öffner der Wege, Anubis((5))!"

Schon während er die ersten Zeilen sprach, spürte er das Nahen des Gottes. Im Schattenreich erhörten die Götter Gebete schneller, und daher war auch ihre Reaktion auf solche schneller, das wusste Yami. Der ehemalige Pharao öffnete seine Augen und verfolgte den Gott in Form eines riesigen Schakals mit ihnen.

Dieser schien seinen Geruch und seine Macht zu prüfen, während er langsam um ihn kreiste. Schließlich schien er zufrieden zu sein mit dem, was er von Yami wahrnahm, hielt vor ihm an und nahm seine menschliche Gestalt an. „Ich grüße dich, Kind Ägyptens, Sohn des Re, sterbliche Geburt meines Halbbruders Horus."

„Ich grüße auch dich, großer Gott der Nekropolen", erwiderte Yami und verneigte sich.

Der Gott senkte wohlwollend sein Haupt ein wenig. Da die offizielle Begrüßung damit vorüber war, ließ der Gott zwei thronartige Sessel erscheinen und setzte sich mit einem leisen Laut, der einem menschlichen Seufzer ähnlich war. Der ehemalige Pharao sah ihn fragend an, stand aber auf und setzte sich.

„Du scheinst erschöpft zu sein, Anubis", begann Yami, nachdem er den Gott einen Moment betrachtet hatte. Er war sich darüber im Klaren, dass die meisten anderen Menschen und sogar einige der Pharaonen für einen solchen Kommentar ihr Leben verloren hätten, doch hatte sich der Totengott ihm gegenüber stets wohlwollend gezeigt.

„Du hast ja keine Ahnung, was bei uns los ist", erwiderte der Gott und lehnte sich in den Sessel. „Viele der anderen Totengötter der Fremdländer haben sich zurückgezogen, weil sie ihrer Meinung nach nicht mehr genug verehrt werden, und daher müssen wir die Arbeit von denen mitmachen. Dabei sind auch wir total unterbesetzt."

„Das klingt ja ziemlich anstrengend", sagte Yami mitfühlend.

„Ist es auch", erwiderte der Gott. „Ich muss meine Diener, die sich eigentlich schon längst ihre ewige Ruhe verdient haben, zur Arbeit heranziehen, weil es sonst einfach nicht zu schaffen ist, und selbst so herrscht absolutes Chaos bei uns, und wir kommen nicht hinterher. Wir sind immer noch mit Toten beschäftigt, die vor ein- bis zweihundert Jahren gestorben sind, und das war knapp vor der Bevölkerungsexplosion((6))!"

„Aber sie werden doch gar nicht mehr nach unseren Sitten bestattet, und viele werden sogar verbrannt", wandte Yami ein. „Wie könnt ihr dann überhaupt dafür zuständig sein?"

„Letztendlich ist die Mumifizierung nicht ganz so wichtig", erklärte Anubis. „Sie dient nur dazu, dass der Körper nach dem Tod einfacher wieder mit den Lebenden in Kontakt treten kann, und beherbergt einen kleinen Teil der Energie des Verstorbenen. Aber auch wenn er zerstört ist, bleiben die restlichen Bestandteile und sie können sich doch nicht alle in der Vorhalle des Gerichtes sammeln. Das würde nur im Chaos enden und wäre sehr verantwortungslos. Schließlich haben wir gewählt, Totengötter zu werden, und die Macht willkommen geheißen, die wir damit bekamen, und daher finde ich das Verhalten der Totengötter, die uns verlassen haben, extrem unwürdig. Leider ändert das nichts daran, dass wir in Arbeit fast ersticken."

„Dann hast du ja vermutlich gar keine Zeit für mich", sagte Yami und bekam ein schlechtes Gewissen. „Ich halte dich ja nur von der Arbeit ab und wollte dir sogar noch zusätzlich welche machen."

Anubis beugte sich vor und legte seine Hand auf Yamis, die er in seinem Schoß gefaltet hatte. „Entschuldige, ich wollte nicht, dass du dich schlecht fühlst. Wobei ich zugeben muss, dass ich deinem Ruf auch so schnell gefolgt bin, weil ich dich um deine Hilfe bitten will. Aber sage du zuerst, warum du mich gerufen hast."

Der ehemalige Pharao schaute unsicher zu ihm auf. „Nun, ich wollte eine kürzlich Verschiedene etwas fragen. Sie hat ein Ritual begonnen, dass nun ihren Enkel das Leben kosten kann, wenn ihre Töchter nicht den Aufenthaltsort eines bestimmten Objektes erfahren, den nur sie kennt."

„Verstehe. Normalerweise ist das wirklich ein kleines Anliegen", erwiderte Anubis nachdenklich. „Aber wie gesagt, ich kann im Moment eigentlich niemanden entbehren, und eine solche Suche in der total überfüllten Vorhalle, denn immerhin könnten wir sie darauf beschränken, würde wahrscheinlich ein- bis zwei Stunden dauern, selbst wenn wir ihren Geruch aufnehmen können."

„Das habe ich befürchtet seit dem Beginn unseres Treffens", antwortete Yami. „Aber mach dir keine Sorgen. Schlimmstenfalls kann ich immer noch mit meiner Magie nach dem Objekt suchen oder-", er schauderte, als könnte er selbst nicht glauben, was er gerade im Begriff war, vorzuschlagen, „-den Grabräuber bitten, es mit seinem Ring zu finden."

„Ich denke, das wird nicht nötig sein", sagte Anubis, und zum ersten Mal, seit er den Gott gerufen hatte, spürte Yami echtes Vergnügen in ihm. So erinnerte er ihn schon eher an den frechen und witzigen Gott, den er früher gekannt hatte und der sich immer über das Verhältnis zwischen ihm und Baku-Ra hatte amüsieren können. „Zumindest nicht, wenn du meine Bitte erfüllst, von der ich nicht denke, dass du sie ausschlagen wirst, obwohl es erst einmal auch für dich Arbeit bedeutet."

Neugierig betrachtete Yami ihn. „Wie kann ich dir denn helfen?"

„Ich brauche mehr Diener, die mir helfen, wieder Herr über die Lage im Totenreich zu werden", erwiderte Anubis. „Denn dass ich einen Pharao brauche, der als Mittler zwischen mir und meinen Gezeichneten eine Verbindung herstellt, hat sich noch immer nicht geändert, obwohl so viel Zeit vergangen ist."

„Hast du deshalb so wenig oder gar keine Diener?" wollte Yami nachdenklich wissen. „Soweit ich weiß, waren doch früher auch die Priester selbst zumindest in bestimmten Situationen dazu fähig, als Mittler zwischen dir und den Priesteranwärtern zu dienen. Ich hatte angenommen, dass es auch heute noch deine Priester gibt und dass diese nur sehr zurückgezogen leben."

„Nein. Lebende Priester habe ich schon lange nicht mehr. Ich fürchte die letzten standen auf relativ verlorenem Posten", erklärte Anubis traurig. „Es hatte sich diese aggressive Religion verbreitet, die nur einen Gott anerkannte. Dieser Gott war der Götterkönig einer entlegenen Religion und nachdem er sich mit seinen Untergebenen zerstritten, ihnen einen Großteil ihrer Macht genommen und sie zu mächtigen Zwischenwesen, halb göttlich halb sterblich, gemacht hatte, suchte er sich ein kleines Volk und von dort aus ließ er die Gebiete der anderen Götter erobern. Aber ich fürchte, ich komme vom Thema ab. Die Zahl meiner Priester nahm auf jeden Fall immer weiter ab, bis der letzte schließlich unter dem Druck wahnsinnig wurde."

„Das muss eine schwere Zeit für dich gewesen sein", sagte Yami. „Aber wie willst du mir zeigen, welchen Menschen du als deinen Priester willst? Muss du mit mir nicht in die Menschenwelt kommen und sie erst einmal segnen?"

Anubis schüttelte den Kopf. „Es gibt sehr viele, die gezeichnet sind, und daher muss ich es nicht extra tun. In dem Gebäude, in dem du warst, waren zum Beispiel zwei davon. Ich werde dich zu ihnen bringen, wenn du willst, damit du nicht erst lange suchen musst. Die beiden könnten mir dann sowohl helfen, als auch andere Gesegnete finden, da sie sie im Gegensatz zu dir auch aus weiterer Entfernung spüren können. Dann musst du sie nur noch weihen."

„Das ist ja dann alles nicht so schwer", erwiderte Yami nachdenklich. „Ich bin froh, dass sie schon gesegnet sind. Aber was passiert eigentlich mit denen, die von dir gezeichnet sind und dann nicht zu einem deiner Priester geweiht werden? Haben sie dann nur einen stärkeren Appetit auf Fleisch und mehr Körperbehaarung als üblich?"

„Nun ja, um ehrlich zu sein, ich fürchte, die Nebenwirkungen sind schon etwas extremer", antwortete Anubis traurig. „Vor allem, da mein letzter Priester wahnsinnig war und denen, die er als meine Diener gezeichnet hat, nie gesagt hat, was mit ihnen passierte. Ich bin auch ziemlich sicher, dass du schon von denen gehört hast, die gesegnet sind, es aber nicht wissen. Die Zauberer nennen sie Werwölfe, soweit ich weiß."

„Werwölfe?" fragte Yami, und seine Augen weiteten sich vor Erstaunen. Natürlich hatte er mehrere Bücher über diese… ‚Krankheit'… gelesen, aber ihm war nie die Idee gekommen, sie mit Anubis in Verbindung zu bringen. Doch jetzt, als er sich nochmals in Erinnerung rief, was die Werwölfe von normalen Wölfen unterschied, fiel ihm auf, dass sie tatsächlich eher Schakalen ähnelten.

„Ja", sagte der Gott, und die Bitterkeit in seiner Stimme war nicht zu überhören. „Und der Teil von mir, der, solange sie nicht mir geweiht sind, von mir nicht kontrollierbar ist, spürt mein Verlangen nach neuen Helfern und lässt sie durch die Länder dieser Welt streifen, nach mir suchend und andere beißend, um mir mehr Priester zu verschaffen. Und das Tragischste ist wohl, dass ich sie nicht ohne einen Menschen, der als Mittler dient, zu mir holen kann."

„Und als Menschen verstehen sie den göttlichen Teil in sich nicht und versuchen, ihn zu unterdrücken anstatt zu versuchen zu verstehen, was er eigentlich wirklich will, und dieser wird immer wütender und verzweifelter, was die Werwölfe aggressiver macht", erwiderte Yami, dem mit einem Schlag das ganze Ausmaß der Situation klar geworden war.

„Ganz genau", antwortete Anubis.

„Das macht die Sache natürlich ziemlich schwer", sagte Yami und fühlte sich jetzt schon erschöpft. Werwölfe dazu zu bringen, ihm zu glauben und zu vertrauen, würde wirklich nicht einfach sein. Besonders die ersten würden schwer zu überzeugen sein.

„Es tut mir leid, sterblicher Bruder", erwiderte Anubis. „Aber leider kann ich niemanden sonst darum bitten. Vor allem, weil sonst auch niemand mehr die alten Gebräuche kennt. Ich hatte versucht, mit anderen Mittlern zwischen Tod und Leben Kontakt aufzunehmen, wie den Schamanen, aber die verstehen unser Konzept nicht so schnell, und sie arbeiten gewöhnlich für einige der wenigen anderen Totengötter, die noch aktiv sind, und daher ist auch ihre Zeit extrem begrenzt."

„Das verstehe ich", antwortete Yami und schenkte ihm ein ermutigendes Lächeln. „Ich werde mein Möglichstes tun, um diesen beiden Werwölfen so schnell wie möglich klar zu machen, wie wichtig ihre Aufgabe ist und dass sie geweiht werden müssen. Schon allein, weil sie sich ja dann nicht mehr einmal im Monat in Wesen verwandeln, über die sie keine Kontrolle haben. Ganz abgesehen davon, dass sie sowieso keine bezahlte Arbeit haben dürfen, so weit ich weiß, und ich ihnen immerhin eine Alternative zu ihrer ‚Krankheit' bieten kann."

„Danke", sagte der Gott und klang unglaublich erleichtert.

„Nichts zu danken", wehrte Yami ab. „Schließlich ist das meine Pflicht den Göttern gegenüber, auch wenn ich sonst keine Macht mehr als Herrscher über Ägypten habe." Er erhob sich mit der ganzen Würde und Ausstrahlung, die ihm als Kind beigebracht worden war. „Ich will dich dann auch nicht länger von deinen Pflichten abhalten, und je schneller du mir die Werwölfe zeigst, desto schneller kann ich versuchen, sie zu überreden, mitzumachen, und dir und somit auch der vorhin erwähnten kleinen Familie helfen."

Anubis nickte und erhob sich ebenfalls. Er sah zufrieden aus. Yami verließ die Schatten und fand sich einen Augenblick später im Treppenhaus des Sankt Mungo wieder. Als er an die Wand schräg vor sich schaute, sah er dort den Schatten eines Schakals, der sich zunächst zu ihm umschaute, bevor er in einer fließenden Bewegung an der Wand entlang die Treppe hinab glitt. Der ehemalige Pharao folgte ihm.

Fortsetzung folgt…

Annmerkungen

((1)) Das ist ein Trank, von dem Harry in Band 6 erfährt und er bekommt da auch eine kleine Flasche davon. Das ist ein äußerst schwieriger Trank, aber wenn man ihn richtig braut und nimmt, hat man wahnsinniges Glück (für kurze Zeit).

((2)) Ich dachte hier an Totenopfer. Natürlich gibt es da eigentlich nichts ‚Übliches', also sind die hier von mir gegebenen relativ willkürlich gewählt. Aber neben Wasser, das wohl am häufigsten geopfert wurde und das sich auch die Ärmsten leisten könnten, war das Brot auch ziemlich verbreitet. Ein Huhn bzw. Milch wären vermutlich eher bei höher Gestellten als Opfer zu erwarten (und vermutlich auch nicht jeden Tag). Aber um ehrlich zu sein, kenne ich mich mit den Feinheiten nicht wirklich gut aus. Entschuldigung.

((3)) Eine frei erfundene Zaubererkrankheit. Nicht weiter wichtig.

((4)) Ich weiß dazu kein Gebet. Also ist das Ganze frei erfunden… Ok, nicht direkt alles, denn schließlich gab es den Gott, und er hatte ja auch diese bestimmten Titel, ebenso wie der Pharao, und Ägypter arbeiteten gern mit solchen Wiederholungen und haben sich gerne selbst vorgestellt, um ihr Anliegen zu rechtfertigen usw. … Egal, auf jeden Fall entschuldige ich mich dafür, dass das Gebet scheußlich geworden ist und irgendwie zu… theatralisch….
Magician: Also, ich find's klasse.
Annuket: Dann ist ja gut. Und es ist immerhin nicht so lang wie einige Kirchenlitaneien. Ich erinnere mich nur an die Heiligenlitanei, die einer unserer Dozent uns vorgelesen hat (bzw. den Anfang). Das war sooo anstrengend mit dem Zuhören. „(a) bitte für uns, (b) bitte für uns, (c) und alle (…) bittet für uns…" Priester haben's schwer…

((5)) Das ist auch wieder ein ziemlich bekannter Gott. Entweder ist er als Schakal/Hund dargestellt oder als Mensch mit Schakal-/Hundekopf. Er ist ein Totengott, der, nachdem sich der Osiriskult als Totenkult durchgesetzt hat, zu dem bekanntesten Helfer/Untergebenen des Herrschers der Toten wird. Anubis wird zum Beschützer der Toten, der sie einbalsamiert, sie vor Osiris geleitet und dabei ist, wenn ihre Herzen geprüft werden. Meiner Meinung nach gehört er wohl auch zu den am meistbeschäftigten Göttern des ägyptischen Pantheons.
Magician: Tja, die Toten kann man eben nicht einfach ignorieren, wenn sie im Totenreich aufkreuzen. Mit den Bitten der Lebenden ist das schon eher möglich. ‚lach'

((6)) Magician: Ähm, meine Geschichtskenntnisse sind in der Hinsicht ein bisschen eingerostet. Bist du dir in dem Punkt ganz sicher? Ich frag lieber einmal zuviel als einmal zu wenig...
Annuket: Ich dachte, das extrem starke Bevölkerungswachstum hatte seinen Anfang Mitte-Ende des 19. Jh. und noch mal am Anfang des 20.Jh. und dauerte dann ziemlich lange an, oder liege ich falsch? ‚verunsichert sei' Wir befinden uns 2003 wenn ich mich richtig erinnere und da wäre ja dann im 19.Jh. Ich gebe zu, dass auch davor auch immer sehr viele Menschen gestorben sind, aber immerhin war die Kindersterblichkeit so hoch und ich denke, dass diese vielleicht in Jenseits eine Sonderbehandlung bekommen.Magician: Tja, ich weiß das auch nicht, aber ich dachte, ich frag sicherheitshalber mal nach. Aber selbst wenn's nicht stimmt, dann liegt das halt daran, dass der arme Anubis völlig überarbeitet ist. Da kann man schon mal ein paar Jahrzehnte/Jahrhunderte danebenliegen. ‚lach'

Annuket: So, dass war's wieder für heute. In zwei Wochen redet Yami dann (u.a.) mit den zwei Werwölfen. Hm... Wer die wohl sind... 'scheinheilig frag' Wer in Band 5 schmult, wird es schon wissen... Also bis dann...