Annuket: So wieder zwei Wochen und schon wieder ist es so warm. Aber zum Glück ist es bei mir aushaltbar. Vielen Dank für die Reviews. Ich habe wieder drei bekommen. 'freu' Vielen Dank für deinen Smily, Dax.
An Claudia: Juchu, wieder Verpflegung.
An Heavenfly: Die armen (aktiven) Totengötter. Aber du hast Recht, Anubis ist besonders schlimm dran, da er ja nicht einmal neue Helfer bekam (bis jetzt… oder eher bis bald… denn es passiert ja noch nicht dieses Kapitel). Aber ich bin mir nicht sicher, ob sich Remus gleich freut… Eigentlich ist er ziemlich misstrauisch. Bei seiner Vergangenheit und all den Enttäuschungen finde ich das so aber realistischer, als wenn er Yami gleich mit süßem Welpenblick um den Hals fallen und sagen würde: „Bitte tue es! Jetzt!"
Magician: Hey, du verrätst ja alles vorher. 'schlürft Milchshake' Aaah… Das rettet mir heute mal wieder das Leben. Es ist viel zu heiß!
Annuket: Ist ja schon gut. Du hast Recht. Meine Lippen sind versiegelt. So, aber fangen wir gleich mit dem Kapitel an. Aber vorher haben wir noch einen Gast, der für uns den Disclaimer machen wird. Ich darf präsentieren: 'Trommelwirbel' Der Totengott Anubis. 'Anubis erscheint eindrucksvoll aus Schatten' Danke, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben.
Anubis: Danke, dass ich kommen durfte.
Annuket: Da wir nicht zu viel Zeit vertrödeln wollen, erteile ich Ihnen das Wort.
Anubis: Danke, sehr freundlich. Annuket gehört weder Yugioh noch Harry Potter noch irgendwelche anderen berühmten Geschichten, Märchen, Mythen oder Legenden.
Annuket: Vielen Dank.
Anubis: Und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Ihnen, liebe Leser, zu sagen, dass wir noch immer händeringend Personal im Totenreich suchen. Wenn Sie Interesse haben, wenden Sie sich bitte an meinen Tempel oder an die Werwölfe in ihrer Nähe. Wir bieten Arbeitsplätze mit Zukunft, denn gestorben wird immer. 'setzt einnehmendes Schakallächeln auf' Vielen Dank.
Annuket 'leicht verunsichert': Äh… gut, ich hoffe, Sie finden welche. Nun aber los mit dem Kapitel.

((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..." Gespräch
‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)
Blabla Parsel

Kapitel 25: Werwölfe

Yami folgte dem Schatten des Anubis die Treppe hinunter. Die wenigen Zauberer, die ihnen entgegenkamen, beachteten letzteren nicht, sondern warfen höchstens dem ehemaligen Pharao einen verstohlenen Blick zu. Nachdem sie mehrere Stockwerke tiefer in einen Gang eingebogen waren, hielt der Pharao jedoch abrupt an, als er spürte, dass seine Geliebten versuchten, Kontakt mit ihm aufzunehmen.

/'/Yami? Wo bist du?/'/ fragte plötzlich Kaibas Stimme in seinem Kopf.

Yami lehnte sich an eine Wand und schloss die Augen, um sich auf seine Geliebten zu konzentrieren. /In einem Gang im ersten Stock. Seid ihr schon fertig?/

/-/Ja/-/ ertönte nun die etwas erschöpft klingende Stimme Yugis. Besorgt tauchte der Pharao in den Seelenraum seines kleineren Geliebten. Als er sah, dass Yugi wirklich nur extrem müde war, auch wenn Kaiba ihm etwas von seiner Kraft gegeben hatte, damit er nicht auf der Stelle einschlief, beruhigte er sich.

/'/Da du ja mit deinem Gespräch fertig zu sein scheinst, schlage ich vor, dass du dich mit uns auf der Treppe triffst und wir dann schnell nach Hause fahren./'/

/Tut mir leid, aber ich muss noch etwas erledigen/ antwortete Yami. /Geht schon mal vor, ich komme bald nach./

/-/Sollen wir nicht lieber mitkommen? Oder wenigstens hier auf dich warten?/-/ fragte Yugi besorgt.

/Nein, das schaffe ich allein/ erwiderte Yami leicht amüsiert. /Ich muss nur ein Gespräch führen und ich spüre doch, wie erschöpft du bist./

/-/Ich bin nicht so schwach, dass ich gleich in Ohnmacht falle/-/ antwortete der Kleinere schmollend.

/Das weiß ich doch, aber trotzdem würde ich im Gespräch zu sehr abgelenkt sein, wenn ich mich die ganze Zeit um dich sorgen würde… und du weißt, dass es so wäre/ sagte der ehemalige Pharao liebevoll. /Geht schon vor, und, wie gesagt, komme ich bald nach Hause./

/'/Aber--/'/ begann Kaiba zu protestieren.

/Geht ruhig. Ich kann gut auf mich selbst aufpassen, und außerdem ist im Moment sowieso ein Gott bei mir/ unterbrach ihn Yami.

/'/Ein Gott?/'/ fragte Kaiba, und der ehemalige Pharao konnte die Überraschung seiner beiden Geliebten über ihre Verbindung spüren.

/Ich erzähle euch später alles, aber ich will ihn jetzt nicht länger warten lassen/ erwiderte Yami.

/-/Na gut/-/ stimmte Yugi schließlich zu, wenn auch hauptsächlich nur deshalb, weil er viel zu müde war, um lange zu diskutieren. /-/Aber beeil dich, und wir wollen später wirklich alles wissen. Komm, Seto./-/

Widerwillig erklärte sich der CEO einverstanden, obwohl es ihm Sorgen machte, dass Yami ihnen nicht sofort alles sagte, und sie unterbrachen die Verbindung. Yami konzentrierte sich wieder auf die Welt außerhalb seines Geistes und sah, dass sich der Schattenkopf des Anubis von der Wand gelöst und Substanz bekommen hatte, während er sich fragend zu Yami herunterbeugte. Hektisch schaute sich der ehemalige Pharao um und atmete erleichtert auf, als er sah, dass niemand in ihrer Nähe war, der den Gott hätte sehen können.

‚Was ist? Kommst du?' hörte der Rotäugige den Gott in seinem Bewusstsein sagen, und dieser legte dabei seinen Kopf schief.

„Ja", erwiderte Yami leise und nickte leicht. „Ich habe nur kurz mit meinen Geliebten gesprochen."

Der Kopf des Anubis zog sich wieder in die Wand zurück, und er lief weiter den Gang hinab. Schließlich kamen sie an eine Tür, an der ‚Dangerous - Dai-Llewelly-Station: Schwere Bisswunden' stand. Der Schatten des Anubis schaute kurz zu Yami, ehe er durch den Türspalt ins Innere des Raumes huschte.

Der ehemalige Pharao seufzte leise, straffte seine Haltung und öffnete die Tür. Als er sich umsah, stellte er fest, dass auch diese Station nicht sehr voll war. Nur drei Betten waren belegt. Das Bett, das dem Eingang am nächsten war, beherbergte einen rothaarigen Mann mittleren Alters, der gerade Besuch zu haben schien. Eine etwas mollige Frau schrie gerade empört sowohl den Patienten als auch den Heiler und den Praktikanten an, die versuchten, sie zu beruhigen. „Bitte, Mrs. Weasley…" sagte gerade der erfahrenere Heiler und schützte den Jüngeren, der sich halb hinter ihm versteckte. „Mr. Pye hat mit Einverständnis Ihres Mannes gehandelt--"

„Das ist mir egal!" fauchte sie, und da Yami ein paar Schritte in den Raum gemacht hatte und sie besser sehen konnte, erkannte er sie vage als die Frau, die Harry im September zum Bahnhof gebracht hatte. „Ich will über solche Maßnahmen auch informiert werden!"

„Aber Molly, Liebling", versuchte ihr Mann nun seinerseits, sie zu beruhigen. „Es war wirklich nicht so gefährlich, wie du es dir vorstellst--"

Yami achtete nicht weiter auf die Diskussion und schaute sich weiter um. Eine Frau, deren linkes Bein fest verbunden war, humpelte ihm gerade entgegen und wollte scheinbar vor dem Lärm auf der Station fliehen. Aus dem Augenwinkel sah der ehemalige Pharao den Schatten des Anubis, der sich, von den Hexen und Zauberern unbemerkt, zum hinteren Teil der Station begeben hatte. Dort saß ein elend aussehender Mann in einem Bett. Ein anderer Mann stand angespannt daneben, und wie es aussah, versuchten sie erfolglos zu ignorieren, was sich an dem vorderen Bett abspielte.

Als Yami sich ihnen näherte, spürte er die heilige Aura, die die beiden Männer umgab, auch wenn sie durchtränkt war mit einer gewissen Unreinheit, was vermutlich an den vielen Generationen von Werwölfen lag, die dem Ruf des Gottes nicht hatten folgen können. Während er den Raum durchquerte, betrachtete er die beiden eingehend. Der eine schien erst kürzlich seinen göttlichen Teil bekommen zu haben, während dieser bei dem anderen bereits fest verankert war.

„Guten Tag", begrüßte Yami sie, als er an das Bett trat. Da sie ihn offensichtlich nicht bemerkt hatten, zuckten beide zusammen, und Yami fühlte, wie zwei Paar Augen ihn mit misstrauischen Blicken durchbohrten, während er einen Zauber um das Bett legte, so dass nichts von ihrem Gespräch nach außen dringen würde.

„Guten Tag" erwiderte der Braunhaarige höflich, wenn auch etwas unsicher, nach einem kurzen Seitenblick auf den im Bett Sitzenden, der keinerlei Anstalten machte, irgendetwas zu ihm zu sagen.

„Verzeihen Sie, wenn ich Sie störe", sagte Yami mit einer angedeuteten Verbeugung. „Mein Name ist Yami Mutou, und ich möchte etwas von höchster Dringlichkeit mit Ihnen beiden besprechen, wenn Sie gestatten und mir ein paar Minuten Ihrer Zeit schenken wollen."

„Remus Lupin", erwiderte der Stehende. „Und dies ist Mr. Forrest((1))."

Der Blick des Mannes im Bett war während Yamis Rede glasig geworden, und er sah auf seinen bandagierten Arm. Verwirrt und besorgt legte der ehemalige Pharao ihm eine Hand auf die Schulter, woraufhin der Mann zusammenzuckte. „Ist mit Ihnen alles in Ordnung? Wenn Sie wollen, kann ich später wiederkommen…"

„Alles in Ordnung?", fragte Mr. Forrest und lachte humorlos auf. Dann starrte er Yami böse an. „Sicher. Also, was wollen Sie von mir? Nur raus damit. Ich habe schon das meiste in den letzten zweieinhalb Wochen verloren."

„Aber Sie haben auch etwas erhalten, und darüber möchte ich mit Ihnen sprechen", sagte Yami ruhig.

„Pah, ich habe nichts erhalten", erwiderte der junge Werwolf verächtlich. „Meine Familie lässt mich im Stich und enterbt mich, meine Verlobte verlässt mich, alle meine ‚Freunde' meiden mich wie die Pest, ich habe meinen Job verloren, und ein Großteil meines Ersparten wird für das Krankenhaus draufgehen. Also, was soll ich, bitteschön, erhalten haben?"

„Das werde ich Ihnen sagen, aber zunächst möchte ich, dass Sie mir versprechen, mir zumindest zuzuhören", antwortete Yami. Fragend schauten die beiden den Rotäugigen an, dann sich, nickten aber schließlich.

„Gut", erwiderte Yami und überlegte kurz, wie er anfangen sollte. „Zunächst einmal möchte ich Ihnen mein Mitgefühl aussprechen, dass Sie derart von der Zauberergesellschaft behandelt werden. Es ist unerhört, was mit Ihnen gemacht wird."

Lupin runzelte die Stirn, und sein Blick wurde finster. „Was wollen Sie? Glauben Sie etwa, dass Sie das ändern können?"

Yami war innerlich einen Moment verwirrt über die Reaktion des älteren Werwolfes, ignorierte es dann aber. „Die Einstellung der Zaubererwelt zu Ihnen? Nein, vermutlich nicht. Aber ich möchte Ihnen Arbeit geben--"

„Oh, verstehe", ertönte plötzlich die wütende Stimme Forrests. „Ich habe schon davon gehört. Die einzigen Jobs, die Werwölfe noch machen dürfen, sind gefährliche, auf Expeditionen ins Ausland. Nein danke."

Yami seufzte. „Ich bat Sie darum, mich ausreden zu lassen. Nein, es ist keineswegs eine solche Anstellung, wie Sie jetzt denken, und sie ist für Sie mit keinerlei Gefahren verbunden. Vielleicht haben Sie schon einmal von dem Totengott Anubis--"

„Was? Geht es etwa um verbotene Künste?" fragten nun beide, Forrest aufgebracht und Lupin verächtlich.

Dem ehemaligen Pharao riss der Geduldsfaden. „Würden Sie mir bitte endlich zu Ende zuhören und danach erst Ihre Fragen stellen?" fragte er mit einem scharfen Ton in seiner Stimme, die keinen Widerspruch duldete, und ein paar seiner Schatten umspielten kaum merklich seinen Körper.

Die beiden Werwölfe sahen ihn schockiert und ängstlich an. „Gut", sagte er, und die Schatten verschwanden wieder. „Also versuche ich es noch einmal, aber dieses Mal ganz von vorn. Lykanthropismus((2)) ist keine Krankheit. Es ist ein Zeichen, dass Sie von Anubis, einem der wichtigsten ägyptischen Totengötter gesegnet sind und somit bereit sein sollten, seine Priester zu werden. Genau das möchte ich Ihnen hiermit anbieten. Als Werwölfe haben Sie kaum eine sehr rosige Zukunft, aber als Anubispriester schon."

„Aber wir dürfen nicht dafür angestellt werden", wand Lupin niedergeschlagen ein, obwohl er von Yamis strengem Blick zunächst doch etwas eingeschüchtert wurde.

Die Augen des ehemaligen Pharao wurden wieder eine Spur sanfter, als er antwortete: „Es ist Werwölfen nicht gestattet, andere Arbeit zu machen als die vorhin beschriebene, aber wenn Sie sich bereit erklären, Priester zu werden, werden Sie nach der Priesterweihe kein Werwolf mehr sein."

„Kein Werwolf mehr?" fragte Forrest leise und sah Yami ungläubig, aber dennoch hoffnungsvoll an.

Der ehemalige Geist nickte ernst. „Aber dafür werden Sie nie wieder einem anderen Beruf nachgehen können. Der Gott wird ein wichtiger Teil Ihres Lebens werden."

„Inwieweit?" fragte Forrest, während Lupin das Ganze nur misstrauisch beobachtete.

„Oh, verstehen Sie mich nicht falsch", antwortete Yami, dem gerade bewusst geworden war, was man in seine Worte hineininterpretieren konnte. „Sie werden nicht zu gehirnlosen Sklaven des Gottes oder dergleichen. Aber Sie werden sich dem göttlichen Teil in Ihnen während der Weihe bewusst werden und damit die Wünsche von Anubis kennen."

„Dann ist die Werwolfstimme dann trotzdem weiterhin in mir?" wollte Forrest unsicher wissen.

„Ja, aber Sie wird sich verändern, so weit ich weiß", erwiderte Yami. „Und dafür werden Sie dann auch andere Fähigkeiten besitzen. Ihre Sinne werden sehr viel schärfer, Sie haben die Kraft eines Werwolfes, ohne sich in einen solchen zu verwandeln, also ohne die Schmerzen und ohne Ihren Verstand zu verlieren, und Sie werden zu heiligen Boten des Anubis selbst. Als solche können Sie, ohne zu sterben, in die Zwischenwelt gehen und somit Kontakt zum Jenseits aufnehmen in einer Weise, in der es nicht einmal Schamanen möglich ist."

„Und woher wissen Sie das alles so genau?" fragte Forrest, nachdem er kurz überlegt hatte. Als er weitersprach, schüttelte er den Kopf. „Das klingt alles viel zu gut. Was haben Sie davon, selbst wenn das alles stimmt?"

„Ich weiß es, weil ich bereits Anubispriester gesehen habe und weiß, wozu sie fähig sind", antwortete Yami ruhig. „Und was ich davon habe, wenn Sie zu welchen werden? Nun, zum einen können Sie mir dabei helfen, ein Versprechen zu erfüllen, und andererseits bin ich es dem Gott schuldig."

Plötzlich warnten Yami die Schatten, dass noch mehr Zauberer in den Raum gekommen waren. Aus dem Augenwinkel sah der ehemalige Pharao außerdem, dass sich der Heiler nun zu ihnen bewegte. „Nun gut", sagte er daher. „Ich muss nun langsam gehen. Denken Sie bitte darüber nach, was ich Ihnen vorgeschlagen habe. Ich würde Sie aber darum bitten, es bald zu tun, möglichst bis Ende nächster Woche. Die Weihe sollte kurz vor Vollmond stattfinden, was ja Ende nächster Woche ist((3)). Wollen Sie noch irgendetwas Wichtiges sofort wissen?"

Beide schüttelten leicht den Kopf. Mithilfe der Schatten ließ er schnell zwei Energiesteine((4)) in seiner Tasche erscheinen. Er holte sie hervor und reichte sie den beiden Werwölfen. Diese betrachteten verwirrt die schwarzen Kugeln, in deren Innerem eine merkwürdige Pyramide war. „Mit diesen Kugeln können Sie mich erreichen, falls Sie Fragen haben. Nehmen Sie sie einfach in die Hand und flüstern Sie meinen Namen, dann kann ich versuchen, Ihnen zu antworten."

„Danke", sagte Forrest und presste den Stein an sich, wobei er Yami nicht aus den Augen ließ. Auch Lupin nickte, während er nachdenklich seinen Stein betrachtete.

Der ehemalige Pharao nickte ihnen zu, während er schnell den Schild löste, der ihre Unterhaltung für die anderen unhörbar gemacht hatte. „Ich wünsche Ihnen beiden dann noch ein frohes Weihnachtsfest, oder zumindest so gut es geht."

Sie erwiderten den Abschiedsgruß, und Yami ging an dem Heiler vorbei, der nun endlich zu seinem Werwolfpatienten kam, nachdem ihn überraschend die Frau mit dem Beinverband aufgehalten hatte. Der Zauberer bedachte den Rotäugigen mit einem fragenden Blick, doch Yami ignorierte ihn.

Erstaunt sah er, dass zwei der vorher angekommenen Zauberer Fred und George waren. Da sie aber gerade mit ihrer Mutter etwas diskutierten, schienen sie ihn nicht zu bemerken. Als er die Flügeltür zur Station fast erreicht hatte, ging diese auf, und Harry, Ron, Hermine und Ginny kamen hinein. Verdutzt sahen sie den ehemaligen Pharao an, dessen Überraschung sich nicht auf seinem Gesicht zeigte.

„Hallo, Yami", sagte Harry schließlich.

„Hallo zusammen", erwiderte dieser, während er an der Gruppe vorbeiging. „Ich würde ja gern noch länger bleiben, aber ich bin leider im Moment etwas unter Zeitdruck. Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Weihnachtsfest."

„Danke, gleichfalls", brachten die Gryffindors gerade noch heraus, ehe sich auch schon die Flügeltüren hinter Yami schlossen.

Der ehemalige Pharao ging den Gang noch ein Stückchen hinunter und als er sicher war, dass er allein und unbeobachtet war, verschwand er in den Schatten. Anubis, der ihn als Schatten nicht aus den Augen gelassen hatte, stand nun wieder als Gott vor ihm. „So, der nächste Schritt liegt bei den beiden", sagte Yami. „Ich werde aber auf jeden Fall alle Vorbereitungen treffen, damit ich für das Ritual bereit bin."

„Danke, mein sterblicher Bruder", erwiderte Anubis. „Ich werde versuchen, sie von der Aufrichtigkeit deiner Worte zu überzeugen, auch wenn ich derzeit höchstens in ihren Träumen Kontakt mit ihnen aufnehmen kann."

Dann heulte der Gott und verschwand. Der ehemalige Geist hingegen teleportierte sich durch die Schatten zu dem Ort, wo er seine Geliebten spürte. Er fand sie auf dem Sofa in Kaibas Arbeitszimmer. Der CEO hatte es sich mit einem Kissen gemütlich gemacht, sein Hemd offen, und Yugi lag auf ihm und schlief friedlich. Der Größere hielt einen Stapel Papiere, die er lesen wollte, mit Magie über sich in der Luft, da er keine Hand dafür frei hatte. Die Linke lag um Yugis Schultern und drückte den Schlafenden liebevoll an Kaibas Brust, während er ihm mit der Rechten immer wieder sanft durch das Haar strich.

Sofort als er Yami bemerkte, ließ er seine Papiere zum nahe gelegenen Tisch schweben und sah den Rotäugigen erwartungsvoll an. /'/Und?/'/ fragte der CEO schließlich ungeduldig, wobei er darauf achtete, dass nur Yami ihn hören konnte und Yugi nicht geweckt wurde.

/Und was?/ fragte Yami neckisch zurück.

Kaiba funkelte ihn halbherzig an. /'/Du weißt, was ich wissen will. Also, was war los mit diesen beiden Frauen und das mit dem Gott?/'/

Yami lächelte mit einem lustvollen Schimmer in den Augen. /Du bist so sexy, wenn du wütend bist. Hab ich dir das schon mal gesagt?/ fragte er.

Kaiba grollte leise, unterdrückte es jedoch sofort wieder, da Yugi sich dadurch scheinbar in seinem Schlaf gestört fühlte und sich mit einem unverständlichen Murmeln fester an die Brust des CEOs schmiegte. Beruhigend fuhr dessen Hand erneut durch die dreifarbigen Haare seines kleineren Geliebten, und dieser entspannte sich fast augenblicklich wieder. Nachdem das geschehen war, trafen fordernde saphirblaue Augen erneut auf rubinrote.

/Schon gut/ reagierte Yami auf den Blick und übermittelte der Wiedergeburt seines Priesters das, was er gehört hatte.

Kaiba nickte nachdenklich. /'/Weißt du, was da alles an Arbeit auf dich zukommt/'/ fragte er schließlich. /'/Du wirst zunächst einiges für das Ritual brauchen, und einige der Gegenstände müssen ja selbst erst geweiht werden, was Zeit und Kraft erfordert. Und du musst einen Ort schaffen, an dem die Priester im Diesseits bleiben können. Und du musst ihre Versorgung sicherstellen. Du musst dafür sorgen, dass du gegen keine Gesetze verstößt, also musst du alle Gesetze kennen und vermutlich zig Anträge stellen, um einen ‚neuen' Magiezweig hier zu etablieren./'/

/Sh…/ flüsterte Yami ihm sanft zu, während er seinen Finger auf die sinnlichen Lippen des CEOs legte. Der war so in seine Aufzählung vertieft gewesen, dass er nicht bemerkt hatte, wie der Rotäugige die wenigen Schritte zu ihm zurückgelegt und es sich auf dem Couchtisch gemütlich gemacht hatte, und so sah er nun überrascht zu ihm auf. /Ich weiß. Mach dir darüber keine Sorgen. Du hast genug Arbeit. Ich werde das auch alleine schaffen, wobei Yugi mir auch sicherlich gerne helfen wird./

Gerade als der CEO protestieren wollte, dass auch er bereit war, Yami zu helfen, sprach dieser weiter, während er sich umschaute. /Wo ist eigentlich Neville? Er wollte doch mit euch herkommen./

/'/Er wollte ins Gewächshaus, um sich die Pflanzen dort anzusehen und die tanzenden Feen kennenzulernen./'/

/Na gut/ sagte Yami, streckte sich und schaute auf die Uhr. Da noch etwas Zeit war, ehe sie Yugi wecken mussten, holte sich Yami die wenigen Bücher über die Gesetze der Zaubererwelt, die sie hatten, und setzte sich damit auf den Boden neben dem Sofa, so dass er seinen Kopf an Kaibas Arm anlehnen konnte.

Etwa eine Stunde später erwachte Yugi und blinzelte seine beiden Geliebten einen Moment verschlafen an. Dann fiel ihm wieder ein, dass Yami ja noch berichten wollten, was er getan hatte und war sofort putzmunter. Nachdem der Ältere es auch ihm erzählt hatte, bot der Kleinere sofort an, ihm zu helfen.

Nachdem sie noch ein paar friedliche Minuten zusammen genossen hatten, tauchte Baku-Ra auf. Lässig grinste er sie an. „Na ihr? Stör ich etwa?" fragte der Grabräuber in einem Tonfall, der bezeugte, dass es ihn freuen würde, sollte es so sein.

Ehe einer der drei etwas erwidern konnte, tauchte ein wütender Ryou aus den Schatten auf. „Hör mir gefälligst zu und verschwinde nicht mitten in der Unterhaltung!" zischte er aufgebracht seinen Freund an, scheinbar ohne die drei anderen Schattenmagier zu bemerken.

„Wieso? Sie war zu Ende", erwiderte der Ältere lässig und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf, während er den Jüngeren abschätzend betrachtete.

„Bak-kun…", grollte der sonst so sanfte Weißhaarige und näherte sich drohend dem Grabräuber.

Baku-Ra entspannte seine Haltung wieder und schüttelte mit theatralischer Enttäuschung den Kopf. „Ryou… Man kann aber auch nirgendwo mit dir hingehen", sagte er. „Dass du dich so vor anderen Menschen benimmst… tz, tz, tz…"

Verwirrt sah sich Ryou um, bemerkte nun die drei anderen Schattenmagier, die ruhig die Szene vor ihnen beobachteten, und wurde rot. „Entschuldigt", sagte er und verbeugte sich hastig. „Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Fest bis jetzt."

„Hallo Ryou", erwiderte Yami zuerst, und die anderen beiden nickten ihm begrüßend zu. Als der Rotäugige weiter sprach, wich sein misstrauischer Blick nicht mehr von dem Grabräuber, der versuchte, unschuldig auszusehen. „Was ist los? Was hat er angestellt?"

„Ja", stimmte Yugi zu. „Und wolltet ihr nicht eigentlich noch eine Stunde länger bei deinem Vater bleiben und mit ihm Weihnachten verbringen?"

„Doch, wollten wir eigentlich", sagte Ryou und schien sich wieder etwas auf seinen Ärger zu besinnen. „Wir waren extra zu seiner Ausgrabungsstätte gekommen, um mit ihm zu feiern. Doch dann hat erst ein anderes Zelt ganz zufällig Feuer gefangen und danach haben die Arbeiter ganz rein zufällig einen kleinen Extraraum in dem Grab gefunden, das sie gerade untersuchen, mit einer Anubisbahre((5)) darin, so dass mein Vater keine Zeit mehr für uns hatte, sondern sofort arbeiten musste."

„Und warum machst du mich dafür verantwortlich?" fragte der Grabräuber scheinheilig.

Ryou warf ihm einen bösen Blick zu. „Und ich vermute, es war auch ganz zufällig, dass du kurz vor beiden Vorfällen ‚auf der Toilette' warst."

„Ich hatte viel von diesem furchtbaren Gesöff getrunken, das ihr Tee nennt", verteidigte sich der Grabräuber und starrte seinem Geliebten böse in die Augen. Ryous finsterer Blick änderte sich nicht, aber er sagte nichts. Nachdem sie sich etwa eine Minute nicht gerührt hatten, wich der Ältere schließlich dem Blick seiner sanften Hälfte aus. „Na schön, ich war's", gab der Grabräuber endlich grummelnd zu. „Aber Feuer gehört schließlich zu eurem merkwürdigen Fest dazu, und mit der Bahre habe ich dem alten Trot—äh, deinem alten Herrn", verbesserte er sich, als er spürte, dass Ryous Blick noch finsterer geworden war, „nur einen Gefallen getan. Weihnachten ist schließlich das Fest der Liebe."

Die Art und Weise, wie er das letzte Wort betonte, jagte allen Anwesenden einen Schauer über den Rücken. „Na, war es so schwer, es zuzugeben?" fragte Ryou schließlich. „Du weißt, ich will wenigstens Ehrlichkeit mir gegenüber von dir. So, und jetzt erzählst du mir noch, was du bei deinem allerersten Toilettenbesuch gemacht hast. Da ist zwar nichts Spektakuläres passiert, aber ich kenne dich."

„Äh… weißt du, Ryou…", begann der Ältere der beiden zaghaft. In dem Augenblick tauchte Chetmety aus den Schatten auf, der halb von Schutniu am Schwanz gezogen wurde. Er hatte eine längliche, dicke Beule in seinem sonst schmalen Körper und konnte scheinbar kaum die Augen offen halten.

--:Au:-- sagte er schläfrig. --:Zieh doch nicht so!:--

--Verzeihung, Chetmety-san-- entschuldigte sich der weiße Vogel, der ganz außer Atem war, weil er die viel schwerere Schlange gezogen hatte. --Aber Sie können doch dort nicht schlafen. Was ist, wenn die Menschen Sie sehen und Sie verletzen?--

--:Mir egal. Ich will nur meinen Verdauungsschlaf halten:-- sagte er und blinzelte das heilige Tier der Maat verschlafen an. --:Das war so lecker… Danke für die Mahlzeit, Baku-Ra.:-- fügte er hinzu, als er den Grabräuber sah. Dann schloss er seine Augen und schlief wieder ein, während Schutniu zu Ryou flatterte und sich erschöpft auf seine Schulter hockte.

Da Yami als einziger einen Blick auf Baku-Ra warf, bemerkte auch nur er, wie der Grabräuber einen Moment mit finsterer Miene zu überlegen schien und dann so aussah, als würde er einen Plan haben. Doch der Gesichtsausdruck war nur eine Sekunde später wieder weg, so dass Yami sich fragte, ob er es sich nur eingebildet hatte.

„Baku-Ra…", flüsterte der sanftmütige Weißhaarige entsetzt. „Was hast ihm zu fressen gegeben. Doch nicht etwa…"

Der Grabräuber sah ihn einen Moment fragend an, aber als sein Freund seinen Satz nicht beendete, sagte er grinsend: „Sagen wir es mal so… Dieser Typ, der uns vorhin die ganze Zeit so angestarrt hat, hat jetzt zwei Ziegen weniger, mit denen er angeben kann."

Als er sah, dass Ryou zumindest etwas erleichtert war, verfinsterte sich nun das Gesicht des Grabräubers. „Wieso?" fragte er. „Was hast du denn gedacht, dass ich Chetmety gegeben habe?"

„Ich muss mich jetzt umziehen", erklärte der Jüngere der beiden Weißhaarigen und ignorierte die Frage seines Geliebten. „Wenn ihr mich dann jetzt entschuldigen wollt…" Nachdem er dies gesagt hatte, verließ er das Zimmer mit Schutniu, die inzwischen auf seinem Arm saß, und Baku-Ra folgte ihnen, Ryou weiter ausfragend.

Als sie die Tür öffneten, flatterte Benu herein. :Du bist ja wirklich schon da, kleiner Bruder: piepste er vergnügt, als er die Riesenschlange sah. :Dann habe ich es also richtig gespürt.:

Er stürzte sich auf den gedehnten Körper der Schlange, was dieser ein gezischtes Stöhnen entlockte und dafür sorgte, dass sie wieder ihre Augen zumindest einen Spalt breit öffnete. :Was ist los?: fragte Benu verwirrt. :Warum bist du so dick? Bist du krank, kleiner Bruder? Wenn ja, werde ich dich gesund pflegen, weil ich jetzt nämlich schon groß bin!:

--:Nein, ich brauche nur etwas Schlaf, weil ich zu viel gegessen habe, großer Bruder:-- erwiderte Chetmety. Und obwohl er schon wieder fast eingeschlafen war, nuschelte er: --:Lass mich einfach etwas schlafen, ja? Ich spiele dann später wieder mit dir.:--

:Wann ist später?: wollte der Phönix neugierig wissen und begutachtete den dicken Bauch der Schlange. :Du musst ja wirklich gaaaaaaaanz viel gegessen haben…:

„Sh", sagte Yugi zu dem Vogel. Als er weitersprach, flüsterte er: „Ja, das hat er. Schlangen machen das oft so. Sie fressen seltener, aber dafür sehr viel, manchmal mehr als sie selbst wiegen, wenn sie es dann tun. Daher braucht dein Bruder jetzt ganz viel Ruhe und Schlaf, damit sein Körper die Nahrung verdauen kann. Das wird aber auch vermutlich ein paar Tage dauern."

„Yugi hat Recht", stimmte Yami flüsternd zu. „Was meinst du, soll Chetmety in deinem Zimmer schlafen, damit du merkst, wenn er aufwacht und bei ihm schlafen kannst, wenn du willst?"

:Ja: jubelte Benu, erinnerte sich aber nur wenige Sekunden später wieder, dass er ja leise sein wollte, um den Schlaf der Schlange nicht zu stören. :Ich meine: ‚Ja': flüsterte er dann.

Yami erhob sich, ebenso wie seine Geliebten, da es sowieso Zeit für sie war, sich für ihre Weihnachtsfeier umzuziehen. Mithilfe der Schattenmagie brachte der ehemalige Pharao die Riesenschlange in das Zimmer Benus, wo er die beiden heiligen Tiere zurückließ, um sich zu seinen Geliebten zu begeben.

Fortsetzung folgt…

Anmerkungen

((1)) Der Name des Mannes wird meines Erachtens nicht erwähnt, und er wird auch kaum beschrieben. Er wird auf S. 573 zunächst nur als ‚grün und elend aussehender Mann' beschrieben bei Harrys erstem Besuch in St. Mungo, und beim zweiten Mal wird nur in einem kurzen Satz erwähnt, dass Lupin zu ihm geht, als Molly die ersten Anzeichen von ihrer Strafpredigt zeigt. Kurz darauf gehen dann Harry, Ron, Hermine und Ginny aus dem Zimmer und man erfährt nichts über den neuen Werwolf.

((2)) Ich weiß nicht, ob ich man das wirklich so nennt, aber Lykanthrop bedeutet immerhin im griechischen ‚Werwolf', und ich finde, so klingt es immerhin nach einer Krankheit. Da fällt mir ein, ich hoffe, jeder weiß, dass ‚wer' das germanische Wort für Mann ist, genau wie ‚gam' aus ‚Bräutigam' auch von einem germanischen Wort kommt, das ‚Mann' heißt.

((3)) Zumindest so in etwa, da, wie erwähnt, Mr. Weasley beim ersten Besuch sagte, dass Vollmond in zwei Wochen wäre (auch wenn das theoretisch nicht ganz mit meinem Kalender hinhaut, aber egal).

((4)) Mir ist nichts Besseres eingefallen. ‚Pechschwarzer Energiestein' ist eine Fallenkarte, die nichts mit dem Effekt zu tun hat, den ich brauche, aber das ist egal.

((5)) Annuket: Sorry, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Ich meine das, was bei der Fallenkarte ‚Fluch des Anubis' drauf ist.
Magician: Na ja, sieht halt aus wie eine große Truhe oder eine Art Schrein mit schakalförmigem Deckel. Da drunter dann noch eine Art... ich denke schon, dass ‚Bahre' das richtige Wort ist, auf der vier Leute das ganze Ding auf den Schultern rumtragen können. Aber ein richtig passendes Wort fällt mir auch nicht ein.
Annuket: Dann belassen wir es bei diesem Ausdruck.

Annuket: Das war's schon wieder. Bis in zwei Wochen dann.