Annuket: Zwei Wochen rum und nur 1 Review. ‚schnief' Keiner mag mich… Oder gab es wieder Probleme mit FFnet? Danke für die Review, Claudia. Ja, sie sind noch bei Weihnachten, aber es geht im nächsten Kapitel auch mit den Werwölfen weiter. Lass dich überraschen. ‚undefinierbares Lächeln'
Jonouchi ‚kommt schwungvoll rein': Hallo. Hier bin ich. ‚schaut sich um' Huch, Ryou und Baku-Ra sind gar nicht hier?
Annuket: Äh… die sind, glaube ich, auf ihrem Zimmer und tun… äh… Dinge…
Jonouchi: Wirklich? Dann gehe ich gleich zu ihnen und mache mit.
Annuket: Aber sag ihnen auch, dass das Kapitel gleich beginnt, und da müssen sie fertig sein.
Jonouchi: Ich sag's ihnen, aber dass Baku-Ra das als Grund zum Aufhören sehen wird, bezweifle ich. Schließlich gehören wir Leute um Yugi dir genauso wenig wie die ganze Harry-Potter-Kiste.
Magician ‚mit einem leicht wahnsinnigen Funkeln in den Augen': Sag ihm, dass ich weiß, wo er seine Waffensammlung aufhebt…
Jonouchi: Ähm… Ok…Annuket: Gut, dann kann das Kapitel ja beginnen… ‚schaut ängstlich zu Magician, die total überarbeitet und deswegen ziemlich gereizt ist'
((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..." Gespräch‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)
Blabla Parsel
Kapitel 26: Die Weihnachtsfeier
Eine Stunde später waren die drei Schattenmagier geduscht und umgezogen. Sie hatten sich alle dazu entschlossen, Kimonos zu tragen, da dies die übliche Kleidung für japanische Magier zu Festen war. Danach trafen sie sich mit Ryou, Baku-Ra und Jonouchi im festlich geschmückten Wohnzimmer. Die beiden Weißhaarigen hatten ihren Geliebten erst spät abgeholt, da er dieses Jahr ausnahmsweise bei seiner Mutter zum Weihnachtsessen eingeladen war, wenn auch nur auf Drängen seiner kleinen Schwester.
Als Yugi und seine beiden Geliebten in den Raum kamen, strahlte der Blonde sie an, und während er Kaiba wegen ihrer gespannten Beziehung einfach ignorierte, umarmte er sowohl Yugi als auch den etwas überrumpelten ehemaligen Pharao stürmisch. Nachdem sie sich alle auf die Sofas verteilt hatten, erzählte Yugi dem Blonden, was bei ihnen so alles geschehen war, und Jonouchi berichtete, was Anzu, Honda und er erlebt hatten. Yami und Ryou beteiligten sich ebenfalls ab und zu am Gespräch, während Kaiba und Baku-Ra nur teilnahmslos zuhörten.
Eine halbe Stunde später kam Sugoroku in den Raum. Auch er trug einen Kimono und hatte sogar sein ansonsten stets präsentes Bandana((1)) abgelegt. „Hey, Jii-san((2))", begrüßte ihn Jonouchi fröhlich.
„Hallo, Jonouchi-kun", erwiderte der alte Mann grinsend. „Hat dir die Karte, die ich dir gegeben habe, bei diesem kleinen Turnier letzten Monat geholfen?"
„Logo, danke nochmal", antwortete der Blonde und salutierte dem alten Mann, während Kaiba verächtlich schnaubte.
„Was denn, heute ohne Tuch?" feixte derweilen Baku-Ra, der sich furchtbar langweilte. „Ich dachte immer, Sie tragen es sogar nachts, um die paar Haare am Kopf zu halten, die Sie noch haben."
„Jii-chan hat keinen Haarausfall", verteidigte Yugi Sugoroku. „Er will nur verstecken, wie grau seine Haare geworden sind." Sofort, nachdem er das gesagt hatte, wurde ihm allerdings bewusst, dass auch das wenig schmeichelhaft für seinen Großvater war und dieser nicht wollte, dass andere Leute es wussten. Erschrocken hob der jüngere Mutou seine Hand vor den Mund und sah den älteren mit großen Augen an.
„Yugi…" sagte der alte Mann mit einer etwas bedrohlichen Stimme. „Du weißt schon, dass ich noch diese Kinder- und Babyfotos von dir habe, von denen du nicht willst, dass sie jemand zu Gesicht bekommt?"
Auch wenn es unmöglich schien, wurden Yugis Augen noch größer, und er ließ seine Hand sinken. „Aber Jii-chan, du hast versprochen, sie wegzuschmeißen…"
„Also, ich würde sie gerne sehen", sagte Yami mit einem leichten Grinsen im Gesicht, und Kaiba nickte interessiert.
„Aber ich will nicht, dass jemand sie sieht, nicht einmal ihr", sagte Yugi empört und wandte sich mit einem fordernden Gesichtsausdruck an seinen Großvater.
„Es ist das Privileg eines Erziehungsberechtigten, die Kinder, wenn sie älter sind, mit solchen Zeitzeugnissen zu erpressen", antwortete Sugoroku seinem Enkel, während er sich umdrehte und den Raum verließ, den protestierenden Yugi dicht hinter sich.
Baku-Ra grinste. „Was meinst du, Ryou?" fragte der Grabräuber leise. „Wie viel würden der Pharao und sein Priesterlakai für diese Fotos vom Mini-Pharao, als er noch kleiner war, als er jetzt ist, bezahlen?"
„Du willst doch nicht wirklich diese Fotos stehlen, Baku-Ra, oder?" fragte der kleinere Weißhaarige fassungslos.
„Warum nicht?" fragte der Grabräuber, blinzelte verwundert und setzte seinen ‚Unschuldsblick' auf. „Niemand wird verletzt, und ich mache den beiden Schwachköpfen da drüben eine Freude."
„Aber Baku-Ra", mischte sich Jonouchi flüsternd ein. „Du würdest Yami eine Freude machen."
Ein erschrockener Laut entfuhr dem Grabräuber. „Du hast Recht. Was ich da fast getan hätte… Braver Sklave." Er schauderte, während Ryou seinem blonden Geliebten dankbar zulächelte. Jonouchi verstand es oft besser, Baku-Ra im Rahmen seiner eigenen Gedanken zu manipulieren, als Ryou das vermochte. Der größte der drei zwinkerte ihm daraufhin fröhlich zu.
Der Grabräuber, der in der Zwischenzeit nachdenklich zu Boden geschaut hatte, sah plötzlich auf. „Also hätte ich nur einen Abnehmer. Aber der Priester kann vermutlich eh mehr Geld locker machen." Er schaute zu dem verdutzt aussehenden Blonden. „Zur Belohnung, weil du aufgepasst und mich vor einem Fehler bewahrt hast, darfst du Ryou nachher eine Runde nehmen, ohne dass ich mich einmische. … Ich werde nur zuschauen."
Damit verschwand er in den Schatten, ehe seine überrumpelten Geliebten etwas tun konnten. Die verbleibenden vier jungen Männer starrten einen Moment auf die Stelle, an der der Grabräuber verschwunden war, dann schauten sie einander an. „Was ist denn mit dem?" fragte Yami misstrauisch.
Ryou seufzte und folgte Baku-Ra, während er es Jonouchi überließ, ihnen die ganze Sache zu erzählen. Derweilen kehrten auch Yugi und Sugoroku zurück, die Neville geholt hatten. Der junge Zauberer hatte einen dunkelgrünen Festumhang angelegt, mit dem er nervös spielte, während er, schüchtern lächelnd, Jonouchi vorgestellt wurde. Dank Ryous Nachhilfe konnte sich der Blonde wenigstens halbwegs verständigen und nutzte seine Kenntnisse auch sofort, um den Schwarzhaarigen in ein Gespräch zu verwickeln. Nur wenige Minuten später forderte er ihn bereits zu einem Duell heraus, nachdem er erfahren hatte, dass dieser auch ein Deck hatte und spielte.
Kaiba, der an einem ‚Amateurduell' kein Interesse hatte, ging unterdessen in Mokubas Zimmer, um seinen Bruder von dessen Spielkonsole zu trennen und ihn dazu zu bewegen, sich endlich umzuziehen. Als die beiden Kaibabrüder schließlich unten ankamen, sahen sie, dass inzwischen auch Mystagogus erschienen war und nun mit Yami sprach. „…wirklich die Schätze des Anubistempels?" fragte der ehemalige Pharao gerade.
„Ja, mein Pharao", erwiderte das Duellmonster mit einem würdevollen Kopfnicken. „Ich kann Euch zeigen, wo sie versteckt sind. Als die alten Tempel zerstört wurden, flüchteten die jeweiligen Sphinxen, die sie beschützen sollten, mit ihnen und bewachen sie seitdem in verschiedenen Höhlen. Wenn Ihr es wünscht, erstelle ich Euch eine Liste der Tempelschätze und ihrer Aufenthaltsorte."
„Danke, das wäre sehr hilfreich", antwortete der Rotäugige nachdenklich.
„Es ist mir eine Ehre, Euch zu dienen", erwiderte Mystagogus und verneigte sich. „Mit Eurer Erlaubnis werde ich auch einen meiner besten Mitarbeiter auf die Legalisierung des Anubiskultes hier in Großbritannien ansetzen. Er ist äußerst fähig und sollte das Ziel spätestens Anfang oder sagen wir Mitte Januar, falls wirklich Schwierigkeiten auftauchen sollten, erreicht haben."
„Auch dafür danke ich dir", sagte Yami. „Außerdem wäre es sehr gut, wenn du dich um den Bau des Tempelhauses kümmern würdest. Ich werde noch während der Weihnachtsferien den Standort wählen und für den Beginn des Baus Sorge tragen, doch wird er wohl kaum fertig werden, bevor wir nach Hogwarts zurückkehren. Daher wäre ich sehr beruhigt, wenn du und deine Nachkommen das zügige Vorankommen gewährleisten würden."
Mystagogus verneigte sich erneut. „Natürlich. Wenn Ihr mich dann einen Moment entschuldigen wollt, werde ich meinen Vertrauten sofort den Auftrag erteilen."
„Aber heute ist doch ein Feiertag", mischte sich Yugi ein, der kurz nach Kaiba zu der Gruppe gestoßen war, da Jonouchi und Neville ihr erstes Duell gerade mit einem ‚Unentschieden' beendet hatten. „Sie werden doch bestimmt mit ihren Familien feiern. Wir sollten sie dabei nicht mit Arbeit stören. Sicher hat das noch zwei Tage Zeit, oder?"
Das alte Duellmonster lächelte ihn an. „Für uns ist Weihnachten kein Feiertag", erklärte es ruhig. „Heute ist bei uns soviel los wie jeden anderen Tag und jede andere Nacht. Vor allem, da das alte Geschäftsjahr bald endet, haben wir keine Zeit, Pausen einzulegen."
„Dann habt ihr gar keine Feier- oder freie Tage?" fragte Yami besorgt.
„Doch", antwortete der strenge Mystiker. „Wir feiern intensiv die Tag- und Nachtgleichen und sonntags arbeiten wir schichtweise, so dass innerhalb von zwei Wochen jeder Kobold einen freien Tag hat." Als er ihre zweifelnden Blicke sah, fügte er hinzu: „Das genügt uns."
Während sich der Bankdirektor in den Nachbarraum zurückzog, um mit seinen Angestellten Kontakt aufzunehmen, betrat Gerold((3)), der die Gäste empfangen und ins Wohnzimmer geleiten sollte, mit Mrs. Longbottom den Raum. Die alte Dame trug einen samtenen, dunkelroten Festumhang und betrachtete bewundernd die kunstvolle Festtagsdekoration. Nachdem sie kurz von den drei Gastgebern begrüßt worden war, wurde sie den anderen vorgestellt, inklusive Baku-Ra und Ryou, die inzwischen zurückgekehrt waren.
Besonderes Interesse schien sie allerdings an Sugoroku zu haben, da sie sofort versuchte, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, in dem sie alles über ihn erfahren zu wollen schien. Sogar das ‚nutzlose Kartenspiel', wie sie es Neville zufolge ihm gegenüber des Öfteren genannt hatte, schien in ihren Augen sehr viel mehr Anerkennung zu finden, als sie merkte, dass der alte Mann es selbst spielte. Sie war sogar bereit, selbst die Regeln zu lernen.
Dumbledore kam wenig später an, und daraufhin zogen sich die drei alten Leute in einen Winkel des Raumes zurück, um sich bei ein paar Weihnachtsplätzchen und Tee angeregt miteinander zu unterhalten. Kurz darauf trafen auch die Malfoys ein, und damit waren alle, die zugesagt hatten, da.
Nachdem Kaiba ein paar allgemeine begrüßende Worte gesprochen hatte, wurden alle zu Tisch gebeten und aßen ein fünfgängiges Weihnachtsessen. Nach dem Mahl gingen sie erneut ins Wohnzimmer, und es bildeten sich verschiedene Gesprächsgrüppchen. Ryou und Jonouchi unterhielten sich angeregt mit Professor Dumbledore, und während Mrs. Malfoy mit Yugi und Yami, und Mrs. Longbottom mit Sugoroku, Kaiba und Neville redete, kam Mr. Malfoy mit Mystagogus ins Gespräch. „So, so", sagte letzterer nachdenklich, als der blonde Mann sich noch einmal persönlich bei ihm vorstellte, nachdem er mitbekommen hatte, dass er der Direktor von Gringotts war. „Sie sind also Lucius Malfoy. Ich kenne Sie. Verliesnummer 567 und 895 sowie verschiedene Aktien bei ein paar Firmen und einer der Anwärter für Verließ 36."
„Kennen Sie die Verliesdaten und Finanzinformationen zu allen Verliesen?" fragte Mr. Malfoy, der nicht umhin kam, sich darüber zu wundern. Plötzlich wurden seine Augen etwas größer, und er konnte seine Überraschung nicht verbergen, auch wenn er es versuchte. „Moment… Verließ 36? Das kenne ich nicht."
Das alte Duelmonster schenkte ihm den Hauch eines Lächelns, als es antwortete. „Ja, ich kenne alle Verliese in meiner Bank, sonst könnte ich meinen Pflichten nicht nachkommen. Ich kenne nicht ihr derzeitiges Vermögen auf den Knut genau, aber ich habe eine gute Vorstellung, wie hoch es etwa ist, welche Konten sie besitzen und benutzen, und kenne die Geschichte eines jeden Verlieses und die Namen all derer, die sie besaßen… Wir könnten Ihnen, wenn Sie sich dafür interessieren, sogar ihren Familienstammbaum bis zum ersten in ihrer Familie, der bei uns ein Konto eröffnete, erstellen."
„Ach, tatsächlich?" fragte der Mann mit den langen, blonden Haaren interessiert, und ein Leuchten erschien in seinen Augen.
„Tatsächlich", erwiderte Mystagogus würdevoll. „Normalerweise würde diese Art von Dienstleistung 50 Galleonen Aufwandsentschädigung für meine Kinder bedeuten, aber da Sie mit dem ehrenwerten Ph- Yami", er zögerte kurz bei dem Namen, entschied sich aber in letzter Sekunde, ihn nicht bei seinem ehemaligen Titel zu nennen, „befreundet sind, würden wir Ihnen nur 5 Galleonen als Bezahlung für den Bearbeiter in Rechnung stellen. Wenn Sie es wünschen, werde ich Ihnen gleich morgen einen Vertrag zukommen lassen, mit dem Sie dies in die Wege leiten können, und in einer Woche haben Sie dann voraussichtlich Ihren Stammbaum, der bis zu unserer Gründungszeit zurückgeht."
„Wirklich so lange?" murmelte der Blonde mehr zu sich selbst, bevor er an den Bankdirektor gewandt sagte: „Bitte leiten Sie es in die Wege."
„Wie Sie wünschen", erwiderte der Bankdirektor. „Und was Ihre Frage vorhin zu Verlies 36 betrifft, so ist das wirklich ein Ärgernis für mich und meine Kinder. Dieses war eines der ersten Konten, das von ihren Vorfahren genutzt wurde. Damals ließen wir noch abhängiges Erben zu, und das ist das letzte Konto, dass dieses noch berücksichtigt und somit durch die Zinsen, die es damals noch gab, immer mehr und mehr Gold anhäuft."
„Heißt das, dieser Vorfahre von mir wurde nicht gerächt und wenn ich es tue, dann bekomme ich den Inhalt des Verlieses?" wollte Mr. Malfoy wissen, und in seinen Augen konnte man Gier erkennen, wenn es ihm auch gelang, diese fast vollständig zu verbergen.
„Sie haben Recht, diese abhängigen Erbfälle hatten fast immer einen Wortlaut wie: ‚Wer den, die oder das tötet bzw. im Krankheitsfall besiegt, das mich getötet hat, wird mein Erbe…'", stimmte Mystagogus zu. „So konnten wir alle bis auf dieses Verlies mit der Zeit loswerden, aber in diesem Vertrag hieß es dummerweise, dass die Familie bzw. der Familienzweig, der in derart große Armut verfällt, dass sie gar kein Geld mehr haben, es bekommt. Und es zählt nicht, wenn Sie so tun als ob und all Ihr Geld bei uns abheben und die Aktien verkaufen. Wir sind mit einem unbrechbaren Vertrag gebunden, was bedeutet, dass Sie uns nicht betrügen können, egal was Sie tun."
„Denken Sie, ich würde so etwas Erniedrigendes tun?" fragte der Blonde leicht empört.
„Ich mache Sie nur mit den Fakten vertraut", erwiderte das alte Duelmonster ruhig.
„Wie hoch wäre denn das Vermögen?" fragte der Zauberer, nachdem er etwas nachgedacht hatte.
„Das fällt leider unter das Bankgeheimnis", erwiderte der Direktor Gringotts emotionslos. „Da ein anderer, sehr entfernter Zweig Ihrer Familie im Moment sehr viel näher daran ist, das Gold zu bekommen, kann ich Ihnen diese Information leider nicht geben."
„Verstehe…" antwortete der blonde Mann etwas enttäuscht. Damit war für Mystagogus alles gesagt, und das Gespräch wandte sich anderen Themen zu.
Währenddessen schlich sich Mokuba unbemerkt aus dem Raum. Er war eine Weile von Grüppchen zu Grüppchen gewandert, in der Hoffnung auf ein interessantes Gespräch, doch sie alle waren, seiner Meinung nach, fürchterlich langweilig. Die Unterhaltung zwischen Mr. Malfoy und Mystagogus fand er einschläfernd, Mrs. Longbottom war ihm unsympathisch in ihrer Art, sich auf Sugoroku zu konzentrieren, und Mrs. Malfoy schien von Yugi und Yami alles über die Traditionen der japanischen Zauberer wissen zu wollen. Selbst das Gespräch um Jonouchi konnte nur kurz das Interesse des Kleinen wecken, da Dumbledore mit ihm darüber philosophierte, in welchen Beziehungen das Leben wie bestimmte Süßigkeiten sei. Daher hatte er beschlossen, sich anderweitig zu beschäftigen, und schaffte es tatsächlich, in Richtung seines Zimmers zu entwischen, ohne dass sein Bruder es merkte. Auf dem Weg traf er Draco((4)), der gerade von der Toilette wiederkam. „Hey, wohin des Wegs?" fragte der Blonde plötzlich hinter Mokuba, der zusammenzuckte in der Befürchtung, erwischt worden zu sein.
„Sh", machte der Elfjährige und schaute sich fieberhaft um. „Du willst mich doch nicht verraten, oder?"
„Wieso?" wollte Draco neugierig und triumphierend wissen. „Was tust du denn?"
Der japanische Junge zögerte kurz, gab dann aber leise zu: „Ich will lieber meine neuen Spiele spielen…"
„Was denn für Spiele" fragte Draco neugierig.
„Kimisu 2((5))", antwortete er aufgeregt. „Wenn du willst, kannst du mitspielen."
„Noch nie gehört", erwiderte der Engländer. „Ist das spannend?"
„Und wie!" sagte der Japaner prompt und seine Augen leuchteten, während er den Blonden in sein Zimmer führte. „Wir können noch mal von vorne anfangen, damit du die ganze Geschichte mitbekommst."
„Geschichte?"
„Ja", antwortete der Junge. „Man ist Diener am Hof des Dämonenfürsten Höllius und soll eigentlich zunächst die Grenzen beschützen und versuchen, sie auszudehnen, aber dann zerstören aufrührerische Wasserwesen einen Hades-Kristall, der es ermöglichte, in diesem Gebiet die dunklen Kräfte zu nutzen. Daher müssen wir ihn zuerst wieder zusammensuchen und zusammensetzen und dann… aber ich will ja nicht zu viel verraten. So, hier ist mein Zimmer. Komm rein und mach die Tür zu, aber sei bloß leise… Nii-sama will nicht, dass ich spiele, solange die Feier unten stattfindet."
Draco folgte der Anweisung, während Mokuba schon aufgeregt durch den Raum lief und seinen Fernseher und die Spielkonsole einschaltete. Zögernd kam der Blonde zu ihm. „Was ist das?" fragte er erstaunt, während er den Vorspann betrachtete.
„Na, Kimisu 2", sagte Mokuba ungeduldig. „Nun setz dich schon. Hier ist dein Controller."
Der Zauberer ließ sich auf das Sofa fallen und nahm mit einem fragenden Blick das Gerät in die Hand. „Benutzen wir nicht unsere Zauberstäbe?" fragte er verwirrt.
„Nein, Baka((6))", antwortete Mokuba kopfschüttelnd. „Das Spiel ist schließlich so, dass Muggel es spielen können."
Draco schaute ihn entsetzt an und ließ vor Schreck seinen Controller fallen, der zum Glück sanft auf einem der Kissen, die auf dem Boden lagen, landete. „Das ist ein Muggelspiel?"
„Ja, natürlich", erwiderte der Schwarzhaarige in einem altklugen Tonfall. „Und sei bitte vorsichtig, die Technik ist empfindlich."
„Wie kannst du ein Muggelspiel spielen?" fragte der Blonde und sah angewidert auf das Spiel, die Controller und den Fernseher, als würden diese ihn im nächsten Moment anspringen.
Mokuba legte seine Stirn in Falten. Er hatte davon gehört, dass viele der alten europäischen Familien gegen alle Muggeldinge und besonders deren Technologie waren, hatte es aber nicht glauben können. „Wenn dir Muggelspiele zu kompliziert sind, dann kannst du ja zuschauen oder wieder runter zu den anderen gehen."
„Nichts, was Muggel erfinden, ist zu kompliziert für einen Malfoy", erwiderte Draco mit Nachdruck.
„Ja, sicher…" erwiderte der Junge, auch wenn man nicht heraushörte, wie berechnend diese Aussage wirklich war. Er sah das als Chance, einem der sturen Zauberer zu beweisen, dass Technik durchaus ihre guten Seiten hatte.
Seine Erwartung erfüllte sich auch tatsächlich, da der Engländer nun wirklich seine Ehre in Gefahr sah. „Ich werde dieses primitive Spiel mit dir spielen und beweisen, dass es so ist!" fauchte er.
Mokuba grinste und reichte ihm den Controller. „Tu das", forderte er ihn heraus. Zögerlich und mit einem angewiderten Gesichtsausdruck nahm der Blonde das Gerät entgegen. Anschließend erklärte der japanische Junge ihm die Funktion und Bezeichnung der Knöpfe. „So, und nun müssen wir beide eine Figur wählen. Ich nehme Gladorus. Er hat nicht so viel Kraft wie Mallius oder Bötius, aber dafür kann er sich und seine Mitstreiter heilen. Am besten wäre es, wenn du Mania nimmst. Sie ist die stärkste der Magierinnen und hat ziemlich coole Attacken drauf, auch wenn sie Heilmagie erst sehr spät erlernt. Aber du kannst natürlich auch jemand anderes nehmen, wenn dir das lieber ist. Die Infos zu den Charakteren findest du dort…"
Nachdem Draco sich widerwillig für die Magierin entschieden hatte, begann das Spiel mit dem Probekampf der ‚Abschlussprüfung am Ausbildungszentrum des Dämonenhofes' und das Abenteuer begann. Nach nur wenigen Minuten war auch der englische Zauberer derart in das Spiel vertieft, dass er kaum bemerkte, dass nach drei Stunden ein gewisser missgelaunter älterer Kaiba in das Zimmer kam und seinem Bruder einen sehr bösen Blick zuwarf, weil er nicht nur die Feier schwänzte, die ihn eigentlich auf spätere Geschäftsfeiern vorbereiten sollte, sondern auch noch dafür gesorgt hatte, dass sich die Malfoys seit einiger Zeit um den Verbleib ihres Jungen sorgten.
Schweren Herzens speicherten die beiden ihr Spiel, und Mokuba versprach Draco, dass er vorbeikommen konnte, wann immer er wollte, um das Spiel mit ihm weiterzuspielen. Während der nächsten Tage kam der blonde Slytherin dann auch täglich, verschanzte sich mit Mokuba von früh bis spät in dessen Zimmer, und sie spielten ein Videospiel nach dem anderen. Ab und zu schlossen sich ihnen auch Yami und Yugi dabei an, sofern sie Zeit dazu hatten, was bei der vielen Arbeit, die sie mit dem Aufbau des Anubistempels, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne, hatten, eher selten vorkam. Trotz der tatkräftigen Hilfe der Kobolde gab es immer wieder Probleme, die sich teilweise als enorm zeitraubend erwiesen.
Der erste Tag nach den Weihnachtsfeiertagen brachte noch einmal etwas Aufregung. Der Morgen begann zwar friedlich, doch nachdem der Tagesprophet eingetroffen war, verschwand die friedliche Stimmung durch die Meldung, dass am Nachmittag des 25. eines der führenden Geschäfte für magische Waffen auf bisher ungeklärte Weise ausgeraubt und dabei ein paar sehr gefährliche Gegenstände entwendet worden waren. Sofort zeigte Kaiba Yami den Artikel, der in Yugi gab, der ihn wiederum zögerlich an Ryou weiterreichte.
Dessen Augen verschwanden hinter seinen Haaren, und er zitterte kaum merklich, während er auf die Zeitung starrte. „Baku-kun…", flüsterte er schließlich.
Der Grabräuber, der den ganzen Vorgang mit Argwohn beobachtet und, als sein Geliebter sich über die Zeitung beugte, über dessen Schulter mitgelesen hatte, sah ihn nervös an. „Ja, Ryou, mein geliebter Hikari?"
„Hast du mir nicht was zu beichten?" fragte der Jüngere unbeeindruckt von Baku-Ras Versuch, ihn versöhnlich zu stimmen. „Vielleicht etwas, dass du nicht über deinen ersten Toilettenbesuch, als wir bei meinem Vater waren, erzählt hast?"
„Ähm… nun ja, jetzt da du es erwähnst", erwiderte Baku-Ra, da er erkannte, dass er es lieber gleich zugeben sollte, um seinen weißhaarigen Geliebten wenigstens etwas zu besänftigen, während Jonouchi Ryou vorsichtig die Zeitung abgenommen hatte und nun selber las. „Es könnte sein, dass ich vergessen habe zu erwähnen, dass ich auf dem Weg zu diesem Geschäft war, um mir ein… äh… Weihnachtsgeschenk von denen zu holen."
„Ich dachte, du hättest da deine Schlange gefüttert", sagte Jonouchi nachdenklich und sah ihn forschend an, nachdem er zumindest die Zwischenüberschriften kurz gelesen hatte.
„Nun ja", antwortete der Grabräuber, verschränkte seine Arme und starrte böse auf die Wand. ‚Dieses neugierige Vieh taucht immer aus dem Nichts auf, wenn ich alleine und ohne euer Wissen irgendwo hin will. Natürlich habe ich ihn gefüttert, um ihn zum Schweigen zu bringen…'
Laut allerdings sagte er: „Er hatte mich gesehen und da er sich dann immer Ryou oder dieser Plaudertasche Schutniu gegenüber verplappert, hielt ich es für das Beste, so als fürsorglicher Tierfreund, ihm auch ein Weihnachtsgeschenk zu machen und ihn ordentlich zu füttern. Während er fraß, bin ich dann in das Geschäft gegangen." Als er weitersprach, glänzten seine Augen, und er bekam einen verträumten Gesichtsausdruck. „Oh, ihr hättet all die Waffen sehen sollen, die alle ein neues, liebevolles Zuhause wollten, wo sie ihre Bestimmung erfüllen können und mit der Liebe und dem Respekt behandelt werden, die sie verdienen, anstatt einfach nur dumm in diesem Geschäft angegafft zu werden oder nach dem Kauf irgendwo zu versauern."
„Fein, wenn du ihnen ein solches Zuhause geben willst, dann tu es", sagte Ryou bedrohlich leise und hatte ein merkwürdig sanft-bösartiges Lächeln auf seinem Gesicht.
„Wirklich?" fragte der Grabräuber unsicher und wich ein paar Schritte zurück. „Du verlangst nicht, dass ich sie zurückbringe?"
„Aber nein", erwiderte der Weißhaarige immer noch mit diesem Lächeln im Gesicht. „Kümmer dich ruhig um deine neuen Lieblinge, wie du es möchtest. Katsuya und ich werden dir die nächsten drei Tage allen Freiraum geben, den du brauchst, so dass du in Ruhe dein Bett mit Ihnen statt mit uns teilen kannst."
„Das kannst du nicht machen!" sagte Baku-Ra aufgebracht. Als er weitersprach, war Triumph in seinen Worten: „Damit verletzt du nur dich selbst. Ohne mich könnt ihr gar nicht so viel Spaß haben und werdet nicht befriedigt sein, weil ich allein euer Oberseme bin!"
Ryous Wangen färbten sich ein wenig rot, doch das Lächeln blieb und auch sonst änderte sich nichts an seinem Gesichtsausdruck. „Nun, ich denke, wir werden es schaffen. Schließlich haben wir ja noch uns beide und da du ja was Wichtigeres zu tun hast…"
Nachdem er diese Worte im Raum hatte verklingen lassen, stand er vom Tisch auf. Jonouchi folgte hastig seinem Beispiel, und sie gingen Hand in Hand zur Tür. Der Grabräuber sah ihnen einen Moment fassungslos hinterher. Er brauchte ganze drei Anläufe, bevor tatsächlich Worte aus seinem Mund kamen, und er fragte mit einem Hauch Entsetzen in der Stimme: „Was? Das könnt ihr nicht machen…"
Ryou drehte sich an der Tür noch einmal um und schaute seinen älteren Geliebten böse an. „Können wir nicht? Nun, das wirst du ja sehen", sagte er ruhig. „Vielleicht und nur vielleicht darfst du zuschauen, aber unser Bett bleibt dir versagt."
Damit verschwanden die beiden erhobenen Hauptes aus dem Esszimmer. Baku-Ra starrte noch einem Moment die Tür an, dann warf er den restlichen drei Schattenmagiern einen Blick zu, der sagte: ‚Wagt es nie, mich darauf anzusprechen oder es jemandem zu verraten!', dann lief er grummelnd aus dem Raum.
Danach verlief der Tag relativ ruhig bis zum frühen Nachmittag. Dann kam Dumbledore sie besuchen, um mit Yami zu sprechen. Der alte Mann berichtete, dass er am Vormittag von Remus Lupin aufgesucht worden war und dass dieser ihm von der Begegnung im Krankenhaus erzählt hatte. Der Werwolf war besorgt und glaubte, dass Yami ein Diener Voldemorts sei, der für den Dunklen Lord Anhänger unter den Werwölfen mit dem Versprechen auf Heilung warb. Nach der Beschreibung und dem Namen hatte sich Dumbledore gedacht, dass es sich um den ehemaligen Pharao handelte und hatte den anderen Mann zumindest dahingehend beruhigen können, dass er nicht für Du-weißt-schon-wen arbeitete.
Da er dem altehrwürdigen Zauberer vertraute und dieser um seine Vergangenheit wusste, berichtete Yami ihm zumindest grob, was aus seiner Sicht geschehen war und was er vorhatte. Dumbledore hörte aufmerksam und interessiert zu und wurde dadurch vollends beruhigt, dass Yami nichts plante, was direkt verboten war. Er verabschiedete sich mit dem Versprechen, noch einmal mit dem Werwolf zu reden und ihm zu sagen, dass er dem ehemaligen Pharao vertrauen könne und dass die Heilung in der Art möglich sei, wenn sie auch dafür sorgen würde, dass er ein völlig neues Leben hatte.
Fortsetzung folgt…
Anmerkungen
((1)) Hier an dieser Stelle habe ich mich für das englische Wort entschieden, da ‚Kopftuch', was ja die Übersetzung wäre, mich nur an diese Kopftücher von alten Frauen denken lässt, und das passt nun wirklich nicht zu Sugoroku.
((2)) Ich war mir unsicher, aber Magician sagt, dass die ganze Clique um Yugi Sugoroku mit ‚Jii-san' anredet. Also lassen wir das so.
((3)) Für die, die es vergessen haben, das war einer der vier Hauselfen (und zwar der größte von ihnen).
((4)) Da Lucius Malfoy im Moment wieder im selben Haus ist, nenne ich ihn an dieser Stelle wieder Draco.
((5)) Da ich keine Werbung machen will, habe ich den Spieltitel frei erfunden. Es soll aber ein Rollenspiel sein.
((6)) Annuket: Hatte ich das Wort schon mal? Das ist Japanisch und heißt soviel wie ‚Idiot'. Obwohl sie hier eigentlich beide Englisch reden, ist es ja möglich, dass sich ab und zu japanische Wörter bei Mokuba einschleichen (ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wieviele englische Schimpfwörter/Beleidigungen man in Japan in der Schule lernt.
Magician: Ähm, Schimpfwörter sind etwas, das, soweit ich weiß, in Japan praktisch nicht existent ist. Nimm ‚baka' beispielsweise. Die Übersetzung mit ‚Idiot' ist durchaus zutreffend, aber meist wird es durch die Art, wie es gesagt wird, stark abgeschwächt, so dass es dann mehr ein freundliches, beinahe liebevolles Foppen ist. Am besten zu verstehen ist das, wenn man sich vorstellt, dass der beste Freund sich einem selbst gegenüber entschuldigt, weil er denkt, er wäre gemein gewesen oder so und man das selbst gar nicht als so schlimm empfunden hat. Und wenn man dann sieht, dass er ein wahnsinnig schlechtes Gewissen hat und dann mit einem sanften Lächeln im Gesicht „Du bist so ein Dummkopf." sagt. Das meint man ja auch nicht böse. Ähm, war das verständlich?
Annuket: Ich denke schon. Wobei es in Animes ja gelegentlich auch dazu benutzt wird, wenn Charakter A sich über Charakter B aufregt.
Annuket: Ok, dann wieder bis in zwei Wochen.
