Annuket: Hach, wir gehen so schön im Jahr voran. 'freu' Im nächsten Kapitel wird es dann schon April… Nun, aber zunächst Februar. Aber bevor es losgeht, natürlich vielen Dank für die Reviews. Zunächst natürlich dir, Dax. Du bist wirklich mein treuester Reviewer. 'Dax knuddel'
An Claudia: Mir passiert es ja wie gesagt auch ab und zu, dass ich Kapitel vergesse zu reviewen, die ich mit viel Spaß gelesen habe und auch noch sehnsüchtig drauf gewartet habe. … Oder nie reviewe 'schäm'… Danke auf jeden Fall für das Lob und für die 4 K und das 1 C. 'grins'
So, nun zum Disclaimer. 'Tür öffnet sich und leicht beschwipste Trelawney kommt rein' Huch, Professor Trelawney, was machen Sie denn hier?
Trelawney 'schaut sich etwas desorientiert um, benutzt zum Reden ihre mystische Stimme': Ich habe gesehen, dass meine Anwesenheit heute hier von Nöten ist.
Annuket: Äh, das hat nicht zufällig damit zu tun, dass ich Ihnen mitgeteilt hatte, dass Sie im heutigen Kapitel erwähnt sind, oder?
Trelawney 'versteckt Zettel, wo das draufstand, hinter ihrem Rücken': Aber wie kommen Sie denn darauf? Ich bin eine Seherin! Ich weiß alles. Sogar, dass Ihnen weder Yugioh noch Harry Potter gehört.
Annuket: Gut, da das geklärt ist, husch husch, auf Ihre Position, weil ich mir nämlich trotzdem die Figuren und gewisse Handlungsstränge ausleihe.
((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba
„..." Gespräch
‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)
Blabla Parsel
Ergänzend zu diesem Kapitel sind die Seiten 663-710.
Kapitel 31: Zentauren
Die nächsten Wochen geschah nichts Außergewöhnliches für die Schattenmagier. Kaiba hatte gleich am nächsten Morgen seinen Geliebten von seinem Traum berichtet, und daraufhin hatten sie gemeinsam ihre Tiere nach den Gefahren des Tores und dem Verbleib der anderen gefragt, doch diese teilten ihnen nur mit, dass die Götter meinten, sie wären für die genaueren Informationen noch nicht bereit. Obwohl diese Antwort sie nicht zufrieden stellte, mussten die drei sie schließlich hinnehmen.
Etwas Entspannung lieferte den Schattenmagiern ihr zweites Hogsmeade-Wochenende. Da es am Valentinstag stattfand, konnten sie einen ausgedehnten romantischen Spaziergang durch das kleine, verschneite Zaubererdorf machen. Neville begleitete seine Freunde dabei zunächst ziemlich niedergeschlagen. Er hatte Luna gefragt, ob sie den Tag mit ihm verbringen wollte, doch sie hatte ihm gesagt, dass sie bereits eine Verabredung habe. Der Gryffindor hatte unübersehbar Interesse an dem blonden Mädchen.
Schließlich stießen auch Baku-Ra und Ryou zu den vieren, da Ryou und Yugi Anstandsschokolade((1)) austauschen wollten. Anschließend setzten sie sich in ein relativ verstecktes Café, das nicht so überfüllt war wie das von Madame Puddifoot, doch Neville blieb niedergeschlagen, obwohl er Fröhlichkeit vorzutäuschen versuchte. „Reiß dich endlich zusammen", bellte schließlich der Grabräuber, verärgert darüber, dass Ryou sich mitleidig um den Besitzer des Millenniumsauges kümmerte statt um ihn. „Sie ist schließlich nur irgendeine Hexe, davon gibt es tausende!"
„G-Gar nicht. Sie ist einzigartig", erwiderte der schwarzhaarige Gryffindor. Es hatte seinen ganzen Mut erfordert, dem Geist des Millenniumsringes zu widersprechen, doch Luna war es ihm wert.
„Such dir eine andere und vergiss sie", antwortete Baku-Ra verächtlich und ignorierte Ryous bösen Blick. „Nach dem, was ich beim Lauschen von den anderen Schülern mitbekommen habe, ist sie eh total übergeschnappt."
„Ist sie nicht!" verteidigte Neville sie. Er schaute verträumt aus dem Fenster, während er leise weitersprach: „Du hast ja keine Ahnung. Ich habe zufällig ihre Gedanken gesehen, als ich meine Kräfte noch nicht unter Kontrolle hatte… Bei allen ist das immer ein heilloses Chaos, laut und unruhig, wie ein Hurrikan, der Erde und vieles andere durcheinander wirbelt, aber bei ihr ist es dagegen, als ob man irgendwo ist, wo maximal ein laues Lüftchen weht…"
„Trotzdem ist sie nur ein gewöhnlicher Mensch, nicht wert die Zeit von einem von uns", sagte der Grabräuber mit einem angewiderten Blick auf den Schwarzhaarigen.
Bevor dieser allerdings etwas erwidern konnte, zischte Ryou seinen Geliebten mit finsterem Blick an. „Denkst du so etwas auch von Katsuya?"
Baku-Ra schluckte. Anscheinend war es ihm nicht aufgefallen, dass seine Worte sich auch gegen seinen blonden Geliebten richteten und eigentlich sogar noch mehr als gegen das Mädchen, da der Japaner ja nicht einmal über Zauberkräfte verfügte. „So habe ich das nicht gemeint", versuchte er sich zu wehren.
„Ach ja? Wie dann?" wollte der Kleinere der beiden Weißhaarigen wissen.
„Nun…", begann der Grabräuber, doch mehr bekam Neville nicht mehr mit, denn er sah Luna in das Café kommen. Kurze Zeit später waren die beiden an einem Einzeltisch und unterhielten sich leise, während Baku-Ra nun über die ‚Verliebtenstimmung', die die beiden verbreiteten, grummelte und Ryou neben ihm verträumt seufzte.
Am Sonntag eine Woche später fanden sie dann heraus, warum das blonde Mädchen am Hogsmeade-Wochenende zunächst keine Zeit gehabt hatte. Sie war bei einem Interview von Harry zugegen gewesen, das ihr Vater nun in der neuesten Ausgabe des Klitterers gedruckt hatte. Da Kaiba der einzige Schüler war, der dieses Magazin bezog, wurde er am Montag, als sich die Neuigkeit herumsprach –was angesichts der vielen Leserbriefe, die Harry bekam, nicht lange dauerte- von vielen bestürmt, ihnen den Artikel zu zeigen, vor allem nachdem Umbridge die Zeitschrift per Erlass verboten hatte. Er vervielfältigte die Blätter und versah sie mit Zaubern, die verhinderten, dass Umbridge diese als die Artikel erkennen konnte.((2))
Tatsächlich fand die Großinquisitorin nicht eine Ausgabe des Magazins in der Schule, die sie beschlagnahmen und aufgrund derer sie den entsprechenden Schüler der Schule verweisen konnte. Neville machte es derweilen zu seiner Aufgabe, jede freie Minute mit Luna zu verbringen und sie zu beschützen, da die krötenartige Ministeriumsangestellte ihre Wut darüber, keinen Erfolg bei der Suche nach dem Artikel zu haben, an dem Mädchen auslassen wollte, das sie -zumindest teilweise zurecht- verantwortlich für die Veröffentlichung machte. Zwar schien es Luna relativ gelassen hinzunehmen, wenn Umbridge wieder und wieder wutschnaubend ihre Taschen durchsuchte und nach einer Gelegenheit suchte, ihr Strafarbeiten aufzuhalsen, doch Neville fand das gar nicht gut und mehr als einmal benutzte er seine Schattenmagie dazu, die Professorin mit anderen Gedanken abzulenken, auch wenn ihn diese Art, seine Kräfte zu nutzen noch sehr erschöpfte.
Ende Februar gab es einen weiteren Tumult, dessen Zeuge die Schüler wurden. Als Yugi und Yami eines Abends von der Zaubertrank-Nachhilfe kamen, sahen sie in der Eingangshalle, wie Umbridge versuchte, Trelawney der Schule zu verweisen. Hilflos sahen sich die Schattenmagier an, während sie überlegten, wie sie der Frau helfen konnten. Schließlich wurde die Situation durch Dumbledore gerettet, der als Schulleiter der Wahrsagerin gestattete zu bleiben und gleichzeitig den versammelten Schülern Firenze als ihren neuen Wahrsagelehrer vorstellte.((3))
Yugi war entzückt, einen Zentauren zu sehen und auch noch von ihm lernen zu können. Er hatte zwar nichts gegen den Unterricht bei Trelawney gehabt, obwohl er wusste, dass ihre Gabe nicht sehr ausgeprägt war, doch war er neugierig, wie andere magische Wesen vorgingen. Zwei Tage später endlich war es soweit und während seine beiden Geliebten nach dem Frühstück zu ihren ersten Stunden gingen, machte Yugi sich mit Neville auf den Weg zu ihrem neuen Klassenzimmer im Erdgeschoß.
Sie waren die letzten, die ankamen. Hinter ihnen schloss sich die Tür, und sie setzen sich auf die Baumstümpfe. Einen Augenblick betrachtete der neue Lehrer die beiden eindringlich, als würde ihm irgendetwas an ihnen auffallen, doch schließlich schüttelte er den Kopf und begann seinen Unterricht.
Im Allgemeinen fand der kleine Japaner die Stunde sehr interessant. Auch wenn er selbst nicht viel Talent zur Wahrsagerei besaß und die Millenniumskette ihm nur selten irgendwelche kurzen Blicke in die Zukunft gewährte, so hatte er doch sehr viel über die menschlichen Vorgehensweisen gelesen und folgte fasziniert dem Unterricht des Zentauren, da die Methoden sich so grundlegend voneinander unterschieden. Was dem kleinen Japaner allerdings Sorge bereitete, war, dass der Zentaur von seiner Herde verbannt worden war, nur weil er hier unterrichten und damit Dumbledore helfen wollte((4)).
Am Abend desselben Tages, als Yami, Yugi, Kaiba und Neville von einem Spaziergang am See mit ihren Tieren –außer Trevor, da es ihm zu kalt war- ins Schloss zurückkamen, sahen sie den Zentaur im Dunkeln an einem der Fenster stehen und sehnsüchtig zum Wald schauen. Der Kleinste der drei trat leise zu Firenze, der seine Gegenwart nicht bemerkt hatte, und berührte ihn am Arm.
„Sie vermissen Ihr Zuhause, nicht wahr, Professor?" fragte er sanft.
Der blonde Zentaur fuhr erschrocken zu dem Schüler herum. Als er in die großen traurig-mitleidigen Augen sah, zeigte sich ein ermutigendes Lächeln auf seinem Gesicht, und er beugte sich zu dem Japaner hinunter. „Ja, aber ich habe mich so entschieden und würde es wieder tun. Fohlen sollten sich nicht um so etwas sorgen."
Yugis Gesicht rötete sich, und er verschränkte schmollend die Arme. „Ich bin kein Fohlen."
„Sie sind noch nicht durch ihr Reiferitual gegangen, da ich mich erinnere, Sie heute Morgen bei den anderen Fohlen des fünften Jahres gesehen zu haben, Mr--?"
„Muto", erwiderte Yugi mit einer typisch japanischen Verbeugung. „Ich bin Yugi Muto."
„Oh, dann sind Sie eines der Fohlen, die von sehr weit herkommen, wie mir berichtet wurde?" wollte der Zentaur wissen.
Nun musste Yugi kichern. Zwar mochte er es nicht, als Fohlen bezeichnet zu werden, doch wenn er bedachte, dass auch Yami und Kaiba gerade so genannt worden waren, konnte er nicht anders. Er spürte auch hinter sich die bösen Blicke seiner Geliebten als Reaktion auf die Aussage Firenzes. „Ja", sagte der Kleinere schließlich, um die Frage zu beantworten. „Das könnte man so sagen."
„Dann haben Sie sicher auch Heimweh."
„Nein", erwiderte Yugi ehrlich. „Natürlich vermisse ich meine Freunde dort und vor allem auch meinen Großvater, aber ich weiß, dass ich ihn jederzeit sprechen oder nach Haus kann, wenn ich will. Daher und weil ich meine beiden liebsten Menschen bei mir habe, ist es für mich nicht so schlimm." Sanft lächelte der Kleinste der vier Schattenmagier zu seinem rotäugigen Geliebten auf, da Yami ihn bei seinen Worten von hinten in die Arme geschlossen hatte. Einen Moment später schaute der Amethystäugige wieder zu ihrem Wahrsagelehrer, und sein Lächeln erstarb. Die Traurigkeit in den Zentaurenaugen schmerzte ihn. „Aber für Sie ist es bestimmt viel schlimmer. Sie sind ihrem heimatlichen Wald so nahe und doch dürfen Sie nicht hinein. Glauben Sie, dass sie Sie irgendwann zurücklassen?"
„Nein", erwiderte der Zentaur leise und wuschelte durch Yugis Haar. „Aber wie ich schon sagte, müssen sich Fohlen darum nicht sorgen."
Dann drehte er sich um und trabte langsam in Richtung seines Klassenzimmers davon. Yugi schaute ihm bedrückt hinterher und lehnte sich tiefer in die Umarmung seines Geliebten. „Aber ich dachte, Zentauren wären so ehrenvoll", sagte er.
Firenze drehte sich abrupt zu ihm um. „Das sind wir!"
„Aber einen Unschuldigen, der nur sein Wissen weitergeben will, zu verbannen, ist nicht ehrenvoll", erwiderte Yugi fest. Er schaute in stiller Frage zu seinen Geliebten, und diese nickten beide. „Das ist unrecht!"
Dies gesagt, eilte Yugi entschlossen mit Yami, Kaiba und ihren Tieren an seiner Seite an dem verdutzten Zentauren vorbei zurück in Richtung Eingang des Schlosses. Neville schien einen Moment unschlüssig zu sein, folgte dann aber seinen Freunden.
Als sie nach draußen in die gerade hereinbrechende Nacht traten, fing sich der Wahrsagelehrer wieder und galoppierte ihnen nach, als ihm klar wurde, dass die vier Schüler vorhatten, in den Wald zu gehen. „Warten Sie!", rief er. „Was glauben Sie, wo Sie hingehen?"
„Natürlich in den Wald", erwiderte Yugi entschlossen und ging um den Lehrer herum, der sich ihnen in den Weg gestellt hatte.
Dieser war so erstaunt über die einfache Antwort, dass er sich erst wieder fing, nachdem die Gruppe an ihm vorbeigelaufen war. Erneut galoppierte er vor sie. „Das werden Sie nicht", sagte er. „Es ist viel zu gefährlich. Sie würden nur meine Artgenossen reizen. Ich werde Sie bestrafen, wenn Sie weitergehen!" Yugi ließ sich davon nicht beeindrucken und versuchte erneut, um den Zentauren herumzugehen, doch dieser packte ihn am Arm. „Ich warne Sie! Mir ist bekannt, wie Schüler üblicherweise bestraft werden. 50 Punkte Abzug für Ihr Haus, Mr. Muto!"
In Anbetracht der hohen Hauspunktezahl machte Yugi das nicht wirklich viel aus. Ein kleiner Schock durch die Aktivierung eines seiner Schilde befreite Yugi von dem Griff des Zentauren. „Es gibt Wichtigeres als Hauspunkte, Professor Firenze", erwiderte der kleinste der Schattenmagier und lächelte sanft seinen Geliebten zu, dankbar für die mentale Unterstützung, die sie ihm gewährten. „Zum Beispiel, dass man sich keine Vorwürfe machen muss, weil man nichts gegen ein Unrecht getan hat."
Erneut gingen die Schattenmagier an dem verdutzten Zentauren vorbei. Dieser galoppierte ihnen wie schon vorher nach, doch kurz bevor er sie ein weiteres Mal einholen konnte, bohrte sich plötzlich ein Pfeil vor ihm in den Boden. Sofort hielt er an und trabte ein paar Schritte rückwärts. „Warten Sie!" rief er den vier Jugendlichen hinterher. „Sehen Sie nicht? Der Wald ist zu gefährlich! Kommen Sie sofort zurück!"
Yugi drehte sich noch einmal zu ihm um. „Haben Sie keine Angst, Professor." Der Zentaur hätte schwören können, dass für einen Moment die Augen des Menschen leuchteten, was ihn innehalten ließ. „Uns wir nichts geschehen."
„Wir waren bereits im Wald, und dort gibt es nichts, das uns wirklich gefährlich werden kann", mischte sich anschließend Yami ein, der seinen kleineren Geliebten an der Hand genommen hatte. Seine Stimme war derart überzeugend und selbstsicher, dass Firenze ihnen nur kraftlos hinterher starren konnte, als der Amethystäugige und der Rotäugige mit ihren Begleitern sich wieder umdrehten und das restliche Stück zum Wald zurücklegten, ehe sie alle im dunklen Dickicht verschwanden.
Nachdem sie die vordersten Büsche und Bäume hinter sich gelassen hatten, standen plötzlich zwei Zentauren vor den Schattenmagiern, die anscheinend hier Wache hielten. „Geht zurück zu eurem Heim, Fohlen", sprach der eine sie mit einem finsteren Blick an. „Und sagt dem Verräter, dass unsere Pfeile ihn erwarten, wenn er sich uns nähert."
„Wir sind hierher gekommen, um mit Ihnen darüber zu reden", erwiderte Yugi unbeirrt, aber höflich wie immer.
„Da gibt es nichts zu reden", antwortete der andere Zentaur und stampfte unruhig mit seinem Huf auf. „Und nun tut, was wir euch sagen."
„Wir wünschen eine Vollversammlung der Obersten", sagte hingegen Yugi ruhig.
Die Zentauren schauten sich gegenseitig an und tauschten finstere Blicke aus. „Du hattest also Unterricht bei dem Verräter", sagte der erste verächtlich. „Dass er Fohlen dazu benutzt, um zu versuchen, wieder unsere Gunst zu erwerben, ist wirklich das letzte. Ich hätte nie gedacht, dass er so tief sinken würde."
„Sie haben Recht, ich bin einer von denen, die die Ehre haben, wenigstens einen kleinen Teil der Weisheit der Zentauren zu erlangen", erwiderte der Amethystäugige. „Doch Professor Firenze billigt mein Handeln in dieser Beziehung nicht, und er hat mich ganz sicher nicht geschickt. Ihnen mag vielleicht aufgefallen sein, dass er versucht hat, uns aufzuhalten. Ich bin einzig und allein hier, um Ihnen meine Meinung zu diesem Fall zu sagen, da ich weiß, dass Sie die Ansicht der Unschuldigen nie von vornherein ignorieren."
„Dass du dies weißt, kleines Fohlen, ist Beweis genug, dass der Verräter es dir beigebracht haben muss", sagte der erste Zentaur.
„Es tut mir leid, aber Sie irren sich", antwortete Yugi und ignorierte die Anspielung auf seine Körpergröße. „Was ich über das stolze Volk der Zentauren weiß, habe ich in verschiedenen Büchern gelesen und nicht in der einen Stunde, die ich bisher bei Professor Firenze hatte, gelernt. Und nun möchte ich gerne, wie schon gesagt, eine Versammlung der Obersten."
Die Zentauren sahen sich gegenseitig an, ehe sie sich finster zunickten. Während der eine dann in den Wald lief und bereits Sekunden später im dunklen Dickicht nicht mehr zu sehen war, sagte der andere: „Folgt mir, Fohlen. Ich werde euch zum Versammlungsort führen."
„Vielen Dank", erwiderte Yugi freundlich und folgte ebenso wie seine Begleiter dem Zentauren tiefer in den Wald.
Nachdem sie fast eine halbe Stunde gelaufen waren, erreichten sie eine Lichtung, auf der ein großer flacher Stein lag. Außerdem hielten sich auf ihr mehrere Zentauren auf, unter anderem der, den Yugi und seine Gefährten am Waldrand getroffen hatten. Er sprach gerade leise mit zwei von jenen, die die drei erfahreneren Schattenmagier auf ihrem Weg zum Tempel gesehen hatten und die, soweit sie sich erinnerten, Bane und Magorian hießen.
Als die Zentauren sie kommen sahen, musterten sie sie mit finsteren oder zumindest ernsten Blicken. Der Zentaur vom Waldrand nickte dem Wortführer zu und nachdem dieser die Geste erwidert hatte, galoppierte ersterer an den Schattenmagiern und heiligen Tieren vorbei, wahrscheinlich um seinen Posten am Waldrand wieder einzunehmen.
Nach einem weiteren Nicken ihres Anführers stellten sich die Zentauren in zwei Reihen auf, als würden sie einen Weg markieren, während Bane, Magorian sowie der Zentaur, dessen Name nach Yugis Wissen Ronan war, sich hinter den flachen Stein stellten. Da der Besitzer des Millenniumschlüssels sich mit den Gebräuchen der Zentauren auskannte, ging er, ohne zu zögern, zu dem Stein und stellte sich darauf. Seine Begleiter folgten seinem Beispiel.
„Ich grüße Euch, ehrenwerte Oberhäupter und Älteste der hiesigen Zentaurenherde", sagte der junge Japaner, während er sich verbeugte. „Wir danken Euch, dass Ihr uns gewährt, mit Euch über Angelegenheiten zu reden, die uns beschäftigen."
Bane schnaubte. „Du weiß so gut wie wir, Menschenfohlen, dass nur unsere Ehre euch überhaupt zu Wort kommen lässt. Am besten wäre es, ihr würdet nicht unsere Zeit verschwenden und gleich gehen."
„Bane!" sagte Ronan und schüttelte traurig den Kopf. „Dein Benehmen den Fohlen gegenüber ist äußerst unhöflich. Lass sie doch erst einmal ihr Anliegen vortragen, ehe du über sie richtest."
„Es ist doch wohl klar, was sie wollen", meinte Bane verächtlich und schaute Yugi böse an. „Sicher sehen sie uns als irgendeine Attraktion oder ihre Sklaven, über die sie bestimmen können."
„Dennoch haben sie das Recht, hier zu sprechen. Entehre uns nicht!" mischte sich Magorian ein. Dann wandte er sich an die Schattenmagier. „Wir grüßen euch ebenfalls, Vertreter der Fohlen von Hogwarts. Nennt das Anliegen, das euch hierher führte."
„Wie hier schon vermutet, geht es um das nun ehemalige Mitglied eurer Herde, das uns an seinem Wissen teilhaben lassen will", erwiderte Yugi und ignorierte das verächtliche Schnauben Banes. „Ich verstehe nicht, warum Ihr so sehr dagegen seid, dass er uns unterrichtet, warum ihr ihn verbannt und ihn sogar töten wollt. Deswegen bin ich hierher gekommen, damit ich zumindest versuchen kann, es zu verstehen. "
„Dass du das fragst, zeigt, dass du keine Ahnung von uns hast", sagte Bane, der wie immer sein Temperament kaum zügeln konnte und seinen Bogen fester packte. „Er entehrt uns, da er sich wie ein Diener der Menschen verhält. Er erniedrigt sich zu einem Packesel!"
„Verzeiht, aber da bin ich anderer Meinung", antwortete Yugi. „Ich denke, seine Anwesenheit hilft dabei, Toleranz für andere magische Lebewesen bei den Zauberern zu fördern. Zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass zumindest einige erwachsene Zauberer unsere Spezies und ihre Bedeutung maßlos überschätzen. Da nun aber einer von euch ein Professor ist und damit die gleichen ‚Rechte' hat wie seine menschlichen Kollegen, also auf einer Stufe mit ihnen steht, ist er eine Person, die die Schüler respektieren müssen und die sie daher nicht als ihren Diener oder etwas Derartiges ansehen können. Auch bei uns Menschen sind die Jugendjahre die, in denen man sehr geprägt wird und wenn wir lernen, dass Zentauren nicht unter uns stehen, wie ihr anscheinend glaubt, dass es bei uns unterrichtet wird, dann wäre Professor Firenzes Unterricht und seine Autorität doch ein perfektes Beispiel dafür, dass solche Denkweisen nicht richtig sind."
Die drei Wortführer, selbst Bane, schauten Yugi entgeistert an. Anscheinend hatte keiner von ihnen damit gerechnet, dass das ‚kleine Fohlen' einen derartigen Scharfsinn an den Tag legen würde. Schließlich fing sich aber Magorian als erster und sagte: „Da magst du Recht haben, aber dennoch hat er nicht das Recht unsere Geheimnisse den Menschen mitzuteilen. Er verstößt damit gegen Gesetze, die weder nur hier gültig sind noch von unserer Herde gemacht wurden."
„Aber dennoch ist es doch ein guter Schritt, damit Menschen und Zentauren sich besser verstehen", meinte Yugi. „Ich bin sicher, auch die Zentauren könnten viel von den Zauberern lernen."
„Es gibt nichts, was wir von den Zauberern lernen müssten", ereiferte sich Bane nun wieder, und einige der umstehenden Zentauren scharrten wie in Anerkennung mit ihren Hufen. „Wir sind ihnen zum Glück weit überlegen."
„Da irrt Ihr Euch", sagte Yami und trat einen Schritt nach vorne, so dass er nun mit Yugi auf einer Höhe stand. „Es gibt immer Dinge, die man lernen kann. Wenn Ihr Professor Firenze gestattet zu unterrichten und somit die Menschen und die Zentauren einander näher zu bringen, dann wäre ich bereit, Euch zumindest Grundlagen der Schattenmagie beizubringen. Ich spüre, dass ihr zumindest zu einfachen Schattenzaubern fähig seid, sie aber nicht benutzt. Ich spüre von Euch die gleiche geschwächte Kraft ausgehen wie von den Kobolden, die die Zaubererbank leiten."
„Du wagst es, uns mit diesen erbärmlichen Kreaturen zu vergleichen?" fragte Bane aufgebracht, und alle anderen Zentauren schienen es auch als Beleidigung aufzunehmen. „Wir sind vom stolzen Volk der Zentauren und haben absolut nichts mit diesen jämmerlichen Kobolden, die sich den Menschen unterwerfen und die ganze Zeit in ihren Höhlen sitzen und ihr Gold zählen."
„Ach ja? Aber Ihr spürt doch das, oder?", fragte der Pharao. Während seiner letzten Worte hob er seine Hand mit der Innenseite nach oben und eine kleine Energie-Schattenkugel erschien in ihr. „Die Kobolde haben sofort gemerkt, dass ich, wie auch meine Gefährten, so etwas beherrsche, und ich weiß, dass ihr es auch könntet, wenn Ihr es lernen wollt."
Die Zentauren wichen alle ein Stück zurück vor der schwarzen Kugel, die aussah, als würde sie mit schwarzem Feuer brennen, bevor jeder von ihnen seinen Bogen beziehungsweise seine Armbrust zückte und auf die Schattenmagier richtete. Einer der jüngeren schoss auch wirklich, wenn auch scheinbar versehentlich, wenn dem überrascht klingenden Laut, den er dabei ausstieß, zu glauben war. Blitzschnell errichtete Yugi einen Schild, doch da sie der Höhle mit dem Tempel relativ nahe waren, beeinflusste das den Zauber und statt einfach abzuprallen und liegen zu bleiben, wurde der Pfeil zurückgeschleudert. Er verfehlte zum Glück den Zentauren und flog gegen einen Baum, der sofort zu Staub zerfiel.
Ungläubig starrten alle einen Moment den Ort an, wo nur Sekunden vorher ein zwanzig Meter hoher Ahornbaum gestanden hatte. Sofort ließ Yugi seinen Schild fallen, in der Angst, jemanden schwer zu verletzen. Fast im gleichen Augenblick richteten sich wieder die Waffen der Zentauren auf die Schattenmagier, wobei sie nun ihre Schusswaffen wegsteckten und dafür Dolche und Schwerter zückten.
Unsicher rückten die Schattenmagier in einem kleinen Kreis dichter zusammen und zückten Karten, die sie hoffentlich besser verteidigen würden als die hier kaum zu kontrollierende Schattenmagie. :':Keine Sorge, überlasst das Kämpfen uns:':, sagte plötzlich Scha, während er seine Seth-Tier-Form annahm.
:-:Ja:-: bestätigte Miut, die gleichzeitig zu der schwarzen Löwin geworden war. :-:Wir haben unsere Kräfte völlig unter Kontrolle. Niemand schießt auf Kinder und kommt damit davon, wenn ich dabei bin!:-
Doch ehe es zum Kampf kam, schnellte plötzlich ein weiterer Zentaur aus dem Dickicht des Waldes. Er war größer und sein Oberkörper sah noch menschenähnlicher aus, als es bei den anderen Zentauren der Fall war. Er trug eine riesige Hellebarde bei sich und stellte sich bedrohlich zwischen die Schattenmagier und ihre Begleiter und die Zentauren. „Schluss!" befahl er respekteinflößend. „Wagt es nicht, unseren Pharao und seine Freunde anzugreifen!"
„Hippotam", sagte Magorian fassungslos. „Was tut Ihr hier? Warum habt Ihr Euer Heim in Griechenland verlassen?"
„Ich bin hier, um meine Aufgabe zu erfüllen", erwiderte der Zentaur, von dem die Schattenmagier eindeutig spürten, dass er ein Duelmonster war((5)).
„Aufgabe?" fragte der Führer der Herde des Verbotenen Waldes verwundert.
„Ja", bestätigte der Größere, wandte sich Yami zu und verneigte sich tief. „Es ist mir eine Freude und ein Privileg, Euch nach so vielen Jahrhunderten, ja, Jahrtausenden erneut sehen zu dürfen, mein Pharao. Als ich die Wiedererweckung des Tempels der Schatten in diesem Wald spürte, wusste ich, dass ich Euch hier treffen würde."
„Es tut mir leid, ich erinnere mich noch immer an sehr wenig", erwiderte der Pharao betrübt. „Du und die anderen seid mir weit über mein Verlassen dieser Welt hinaus treu, und ich erinnere mich kaum. Du warst einst einer meiner engsten Leibwächter, nicht wahr?"
Die Augen Hippotams leuchteten. „Ja. Ihr glaubt gar nicht, wie gerührt ich bin, dass Ihr Euch noch daran erinnert. Ihr habt mir die Chance gegeben, weiter in dieser Welt wandeln zu dürfen, wenn ich Eure Bibliothek sicher verwahre. Ich bin zusammen mit einigen meiner Nachkommen dieser Aufgabe sehr gründlich nachgekommen. Verzeiht, dass ich erst so spät hier bin, doch es ist keine kurze Strecke von Griechenland, wo wir Eure geistigen Schätze bewahren, bis hier. Vor allem weil es von den Zauberern nicht gerne gesehen wird, wenn Zentauren einfach so herumlaufen, besonders wenn sie die von den Menschen gezogenen Grenzen überschreiten…"
„Ich danke dir vielmals für deine Mühen", sagte Yami, und die Dankbarkeit in seiner Stimme ließ das Duelmonster verlegen mit dem Huf scharren.
„Kein Ursache", sagte er. Dann blickte er sich in der Versammlung um. „Aber sagt mir bitte… Was ist hier eigentlich los?"
„Sie wollen einen Verräter rehabilitieren", erklärte Magorian, da sich die Augen Hippotams auf ihn richteten.
„Verräter?" fragte er und schaute zu den Schattenmagiern.
„Er hat sich nur dazu bereit erklärt, Menschenkinder in der Schule zu unterrichten", erwiderte Yugi.
„Dennoch werden wir ihn nicht wieder aufnehmen", antwortete Magorian an den kleinsten der Schattenmagier gewandt fest, wobei er nicht halb so hasserfüllt klang wie Bane. „Er übertritt damit unsere Gebote und muss daher bestraft werden. Selbst in dem Fall, dass Hippotam auf Eure Bitte hin für Ihn eintreten würde."
Yugi schaute traurig zu Boden. Er hätte so gerne dem Professor geholfen. „Nun, da anscheinend alles geklärt ist", meint Hippotam munter, „werde ich Euch bis zum Waldrand bringen."
:-:Hm:-: meinte Miut, als sie sich, wie Scha auch, zurückverwandelte. :-:Dann eben kein Blutbad heute. Aber nur ausnahmsweise, weil ich mein Fell gerade erst mal wieder richtig sauber bekommen habe.:-:
„Zu der Menschenschule geht es da lang, oder?" erkundigte sich Hippotam bei den Zentauren des Waldes. Diese nickten. „Wundervoll."
Er trabte langsam durch den Wald, gefolgt von den Schattenmagiern und ihren Tieren. Das Duelmonster erzählte dem interessierten Pharao von seinem Heim und den Schriftrollen, die es aufbewahrte. Doch trotz allem entging dem ehemaligen Herrscher natürlich nicht, wie bedrückt sein kleinerer Geliebter war. Schließlich fragte er Hippotam, als sie fast am Waldrand waren: „Kannst du wirklich nichts für den Professor tun?"
„Nein", erwiderte der große Zentaur bedrückt. „Ich habe schon vor langer Zeit meinen Nachfahren gestattet, sich ihre eigene Gesellschaft aufzubauen. Daher wissen die meisten auch nichts von der Schattenmagie oder von euch. Sie sind frei von meinem Einfluss, das geheime Wissen, das sie von Generation zu Generation weitergeben, haben sie selbst entdeckt und sich erarbeitet. Ich habe kein Recht, mich darin einzumischen. Verzeiht." Das letzte Wort schien besonders an Yugi gerichtet zu sein, da er diesen traurig anschaute.
Der nahm die Hand des Duelmonsters und drückte sie sanft. „Schon in Ordnung. Ich habe wenigstens meine Meinung sagen können, und Ihr, Hippotam, habt mit Eurem Auftauchen immerhin verhindert, dass es Verletzte gab, wegen denen ich mir Vorwürfe machen müsste. Danke."
Sie verabschiedeten sich von dem großen Zentaur und kehrten ins Schloss zurück, da es mittlerweile schon sehr spät geworden war. Auf dem Platz vor dem Tor sahen sie Firenze, der unglaublich erleichtert war, sie gesund wiederzusehen. Er hatte scheinbar gerade Hagrid gefunden und dem Halbriesen alles erzählt. Letzterer kam in diesem Moment aus seiner Hütte, seinen riesigen schwarzen Hund an der Seite, um sich auf die Suche nach den Schülern zu machen.
Auch ihm schien ein Stein vom Herzen zu fallen, als er sie sah. Nachdem er sie mindestens ein Dutzend Mal gefragt hatte, ob sie auch nicht verletzt seien, beruhigte er sich endgültig. Er ermahnte sie, nicht mehr allein in den Wald zu gehen, bevor er sich in seine Hütte zurückzog. Firenze begleitete die vier bis ins Schloss und schickte sie sofort auf ihre Zimmer.
Zwei Tage später hatten die Fünftklässler erneut Wahrsagen. Als sie sich alle auf den künstlichen Waldboden gesetzt hatten, öffnete sich allerdings nochmals die Tür. Erstaunt drehte sich die Klasse um, und die meisten Blicke verfinsterten sich beziehungsweise richteten sich besorgt auf den Lehrer, als sie sahen, dass Umbridge mit ihrem Klemmbrett in der Tür stand((6)).
„Guten Tag", begrüßte die Großinquisitorin die Anwesenden, wobei sie Firenze verächtlich musterte. „Ich bin wegen Ihrer Unterrichtsinspektion hier."
„Natürlich", erwiderte der Zentaur ruhig. „Ich wurde darüber informiert. Setzen Sie sich irgendwo hin, dann kann ich meine Stunde beginnen."
Umbridge betrachtete angewidert das Klassenzimmer, das dem Wald nachempfunden war. „Keine- Stühle-", sagte sie deutlich, während sie sich Notizen machte. „Schüler- werden- gezwungen- auf- dem- Boden- zu- sitzen- wie- Tiere."
Die Blicke der Schüler verfinsterten sich noch mehr, während Firenze ruhig blieb. „Dies ist eine Nachbildung meines natürlichen Lebensraumes", sagte er. „Um die Lehre der Zentauren zu erfahren, ist es nur recht, wenn die Schüler dabei in der gleichen Umgebung unterrichtet werden wie unsere Fohlen."
Umbridge verzog ihr Gesicht, bevor sie ihren Zauberstab zückte und sich einen Stuhl zauberte. Der Wahrsagelehrer wedelte nur ruhig mit seinem Schweif, und wie immer wurde es in dem waldartigen Klassenzimmer Nacht. „Oh", ertönte sofort die Stimme der Großinquisitorin und nachdem sie an der Spitze ihres Zauberstabes einen Lumos-Zauber aktiviert hatte, schrieb sie weiter auf ihr Klemmbrett. „Sie nehmen Astrologie durch? Soweit ich weiß, hatte diese Klasse das schon."
„Ich lehre sie die Art der Zukunftsdeutung, wie sie mein Volk praktiziert", antwortete Firenze gelassen. „Sie hat kaum mit dem zu tun, was die Menschen unter dem Namen Astrologie betreiben."
„Nun, dann benutzen Sie einmal Ihre Methode, um mir etwas vorherzusagen", verlangte Umbridge in einem Tonfall, den man erwarten würde, wenn man einen Erstklässler nach seinem ersten Schultag fragte, und der deutlich zeigte, dass sie die Zentaurenmethode grundsätzlich als primitiv ansah.
Doch auch davon ließ sich der Zentaur nicht aus der Ruhe bringen. „Zentauren beschäftigen sich nicht mit schnellen Vorhersagen für alltägliche Dinge", konterte der Professor in einem ruhigen Tonfall, den gute Grundschullehrer benutzen, um Schülern auch ein fünftes Mal zu erklären, dass eins und eins zwei ergibt.
„Ach ja?" fragte die Großinquisitorin spitz. „Ich glaube nicht, dass das Ministerium Vorhersagemethoden duldet, die nicht einmal nachprüfbar sind."
„Sie sind nachprüfbar, doch braucht man gewöhnlich sehr viel mehr Geduld als für die Vorhersagen der Menschen", erwiderte der Zentaur.
„Aber der Lehrplan sieht das nicht vor", sagte Umbridge.
„Soweit ich weiß, steht nichts in diesem Lehrplan, dass vorschreibt, welche Methoden der Zukunftsschau benutzt werden müssen", antwortete Firenze. „Doch nun wäre es schön, wenn Sie mir gestatten würden, mit dem Unterricht anzufangen."
Danach unterließ die Großinquisitorin tatsächlich für den Rest der Stunde ihre Zwischenfragen. So schrieb nur viel auf ihr Klemmbrett, während der Zentaur ruhig zwischen den Schülergruppen umherging und ihnen Hinweise zu dem gab, was sie im Rauch der verbrennenden Kräuter sahen sowie was am Sternenhimmel zu sehen war.
Nach dem Unterricht, für alle des Kurses außer Yugi die letzte Stunde am Freitag, sprach Umbridge ein paar der Schüler vor dem Klassenzimmer an, um ihnen Fragen zum Unterricht zu stellen. „Wie finden Sie es, Unterricht bei einem Halbblüter zu haben?" fragte sie Parvati Patil.
Das Mädchen und ihre beste Freundin tauschten einen verträumten Blick aus, ehe sie mit einer völlig überzeugten Stimme verkündeten: „Er ist ganz entzückend. Der Unterricht ist sehr gut."
„Aber stört es Sie nicht, dass Sie auf dem Boden sitzen müssen?" fragte die Großinquisitorin weiter und versuchte, extra freundlich zu sein. „Sie können ruhig ehrlich zu mir sein."
„Also, ich finde das Klassenzimmer toll so", verkündete dieses Mal Lavender Brown. „Es ist was anderes und hilft beim Konzentrieren, und das ist wichtig für Vorhersagen, wissen Sie?"
„Und man kann besser atmen", murmelte Ron zu Harry, während sie sich an ihren Mitschülern vorbeidrängten, und viele der Jungen, die dies hörten, mussten zustimmend nicken.
Umbridge schien nicht erfreut darüber zu sein, dass die Schüler scheinbar nichts gegen ihren neuen Lehrer hatten. Doch bevor sie weiterfragen konnte, ergänzte Yugi: „Außerdem ist diese Art der Vorhersage auch besser für den Unterricht. Man kann wirklich dafür lernen. Bei dem normalen Wahrsagen ist es wichtig, dass man die Gabe dafür besitzt, sonst hat man keine Chance. Aber bei diesem hier dauert es zwar länger und ist ungewisser, aber es kann absolut jeder erlernen."
„Meinen Sie das wirklich, Mr. Muto?" fragte Umbridge mit ihrer süßen Stimme. Es war mehr als deutlich, dass sie sich, wenn Yugi den Unterricht tatsächlich für gut befand, allem Anschein nach dazu durchringen konnte, Firenze und seine Art zu lehren zu akzeptieren.
Yugi setzte sein süßestes Lächeln auf, das er immer in der Öffentlichkeit benutzte, um seine Fans auf Abstand zu halten. „Aber natürlich, Frau Großinquisitorin. Außerdem bringt es dieser Schule sicher Anerkennung, dass sie die ansonsten geheime Lehre der Zentauren verbreitet. Andere Möglichkeiten kann man in vielen Büchern nachlesen oder überall lernen, aber das nicht."
Auf Umbridges Gesicht sah man deutlich, dass der kleinste der Schattenmagier sie überzeugt hatte, so dass sie den Wahrsagelehrer akzeptieren konnte. „Nun gut, ich denke, ich habe die wichtigsten Informationen", sagte sie und streckte sich stolz, auch wenn es bei ihr kaum einen Unterschied machte. „Ich muss nun meinen Bericht schreiben. Wenn Sie mich also entschuldigen wollen?"
Während die alte Hexe davonstolzierte, verabschiedete sich Yugi schnell von Neville, ehe er den Gang in die andere Richtung zu Alte Runen davoneilte. Wie er durch die mentale Verbindung zu seinen Geliebten wusste, begann der Kurs bereits, als er gerade in den Korridor, der zum Klassenzimmer führte, einbog. Zaghaft klopfte er und öffnete leise die Tür.
Sofort traf ihn ein finsterer Blick von Madame Sousey. „Gewähren Sie uns heute auch die Ehre Ihrer Anwesenheit?" fragte sie streng.
„Entschuldigen Sie bitte, Professor", erwiderte der Japaner. „Ich hatte gerade Wahrsagen, und Professor Umbridge hat ihre Inspektion abgehalten und einige von uns nach dem Unterricht noch befragt."
Der Blick der Lehrerin für Alte Runen wurde noch um ein paar Nuancen kälter, wobei sie aber eher die Tür anstarrte, als wäre sie die Großinquisitorin. „Nun gut", sagte sie schließlich. „Dann setzen Sie sich schnell, damit wir anfangen können. Ihre ZAGs rücken schließlich immer näher, und wir haben keine Zeit zu verlieren. Wenn Sie dann auch gleich die ersten fünf Sätze ihrer Hausaufgaben vortragen würden--"
Fortsetzung folgt…
Anmerkungen
((1)) Für diejenigen, die es nicht wissen: In Japan schenken die Mädchen/Frauen nicht nur den Jungen/Männern, die sie mögen Schokolade zum Valentinstag, sondern auch noch anderen. Insbesondere können das nahe Verwandte, gute Freunde, Arbeitskollegen und Chefs sein. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit auch Jungs/Männer Schokolade verschenken und ob sie es nur an andere Männer verschenken, doch dass das zumindest ab und zu vorkommt, kann man schon in verschiedenen Mangas nachlesen (ich erinnere mich auf Anhieb an ‚Kizuna' und ‚Card Captor Sakura' … Beide gehören mir natürlich nicht…).
((2)) Der Anfang des Interviews mit Rita Kimmkorn ist auf den Seiten 663-669. Das mit den Reaktionen auf den Artikel ist dann auf den Seiten 679-686.
((3)) Das sind die Ereignisse, die nach einer weiteren Stunde Okklumentik für Harry passieren, S. 697-702.
((4)) Die Unterrichtsstunde ist vollständig auf den Seiten 704-709. Danach redet Firenze noch kurz mit Harry, dass er Hagrid sagen soll, dass dieser seinen ‚Versuch' aufgeben soll.
((5)) Es handelt sich hier um das Duelmonster ‚Mystischer Reiter', ATK 1300/DEF 1550.
((6)) Dazu gibt es in HP – OdP keine Stelle, aber ich dachte mir, Umbridge wird ihn bestimmt testen wollen und warum nicht bei den Fünftklässlern. Außerdem denke ich, dass sie ja irgendetwas davon abhalten muss, ihn später sofort rauszuschmeißen, wenn sie Leiterin von Hogwarts wird.
Annuket: Gut, dass war's wieder einmal. So lang geworden… Bis in zwei Wochen dann. Dann auch das letzte Mal mit Magician direkt bei mir… 'schnief'
Magician: Hey, was soll ich da sagen… Ich bin noch zu Hause und habe trotzdem schon Heimweh…
Annuket: Dann müssen wir noch ganz viel Spaß haben, ehe du weg musst 'flüster' Nicht, dass du dich dann freust, dass du mich nicht mehr sehen musst… 'schleift Magician zum Mangaregal'
