Annuket: Hier sind wir also wieder mal mit einem neuen
Kapitel. Es treibt nicht wirklich die Gesamthandlung voran, aber ich
hatte vor langer Zeit die Idee dazu, und Magician fand, dass ich das
ruhig schreiben kann. Et voila, das neue Kapitel. Zunächst aber
natürlich ganz lieben Dank an meine beiden Reviewer. Vielen Dank
für deine Treue, Dax.
An Heavenfly: Gut, dass du nichts gegen Luna-Neville
hast. Die sind eines der wenigen Hetero-Paare, die ich (literarisch,
denn in der Realität ist mir das meistens ziemlich egal)
akzeptiere. Was die Osterferien betrifft, so waren sie mir auch nie
aufgefallen, und ich glaube, Frau Rowling erwähnt sie auch nur
in Band 5, da Harry & Co. sich auf die ZAGs vorbereiten müssen.
… Das sie nur in Band 5 meiner Meinung nach vorkommen, erklärt
allerdings, warum die meisten von diesen Ferien nichts mitbekommen,
da diesen Band nach meiner Erfahrung nur wenige ertragen können.
Ich mag die Berufsberatung, wobei andere vielleicht viel bessere
Ideen gehabt hätten. Ignorieren wollte ich diesen Abschnitt auf
jeden Fall nicht (wieder etwas, was im Film nicht kam... 'seufz'
Warum immer die guten Sachen?). Was Yami dabei betrifft, denke ich,
er ist Umbridge gegenüber zu überlegen, als dass er ihr
wegen so etwas sein Geheimnis anvertrauen würde (aber du hast
Recht, ihr geschocktes Gesicht wäre toll gewesen 'träum').
So, nun aber zum Disclaimer. Da Professor Snape wieder
so viel vorkommt, darf er ihn machen.
Snape 'sieht nicht sehr begeistert aus': Darum haben
Sie mich hierher geschleift? 'Annuket nickt' Und wenn ich nicht
will?
Annuket 'etwas verstimmt': Dann ändere ich das
Ende des Kapitels.
Snape: Das würden Sie nicht wagen.
Annuket 'grinst fies': Nicht dauerhaft, aber
vielleicht könnte ich es bis zum nächsten Kapitel in die
Länge ziehen…
Snape 'schaut sie böse an': Annuket gehört
weder Yugioh noch Harry Potter. So, zufrieden?
Annuket: Ja, danke. Und nun husch auf Ihre Position.
((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician
Gedankenverbindung/.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/
Kaiba
„..." Gespräch
‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch
wörtliche Rede wiedergeben
Tierstimmen:...: Benu (Yamis Phönix, heiliges
Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet);
:':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:--
Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--:
Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…--
Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)
Blabla Parsel
Kapitel 34: Ein schwarzer Tag für Snape
Nur etwa eine Stunde nach Yugis Berufsberatung herrschte in Hogwarts wieder einmal Chaos. Erneut waren die Schuldigen die Weasley-Zwillinge, die in diesen Minuten eine neue Hogwartslegende schufen. Nachdem sie es geschafft hatten, einen ganzen Schulkorridor im Ostflügel in einen Sumpf zu verwandeln, machten sie einen –wie die Schüler es später bewundernd nannten- ‚Weasley'((1)).
Durch die Welle von Streichen, die dem frühzeitigen und überraschenden Schulabgang der beiden Rothaarigen folgte, wurde das Leben für alle in Hogwarts relativ chaotisch. Dennoch versuchten die Lehrer, ihren Unterrichtsstoff, so gut es ging, zu vermitteln, da die Abschlussprüfungen schon sehr nahe waren.
Etwa eine Woche nach den Osterferien schließlich entsprach Snape der Bitte, die Schüler als ZAG-Vorbereitung einen Zaubertrank alleine brauen zu lassen, ganz so als wären sie in der Prüfung. Er ließ die Schüler einzeln sitzen und trug ihnen auf, einen Hamlett-Trank zu brauen, der zum Kurieren von Erkältungen gedacht war. Auf jedem Platz war außerdem eine Unmenge verschiedener Zutaten ausgebreitet, aus denen die Fünftklässler die richtigen und die korrekte Menge derselben bestimmen mussten. Im Gegensatz zur echten Prüfung aber ging der Lehrer durch die Klasse und gab bei vielen Schülern Laute des Missfallens von sich, auch wenn er sich sonst zurückhielt. Nach etwa der Hälfte der Doppelstunde wurde der Unterricht jedoch jäh unterbrochen, da aus der zweiten Reihe eine Explosion zu hören war.
Wutschnaubend drehte sich Snape um und sprach einen Zauber, der die Luft um die ersten Plätze von dem feuerroten Rauch reinigte, der diese umgab. Eher beiläufig stellte er fest, dass Neville stark hustete. Dann jedoch zuckte der Zaubertrankmeister zusammen, als er sah, dass auch Yami, Yugi und Kaiba stark husteten und anscheinend etwas von dem Rauch abbekommen hatten. Er wusste einfach, dass das Ärger geben würde. 'Hoffentlich machen sie mich nicht dafür verantwortlich', dachte er bei sich, während er zu ihnen eilte.
Zum Glück hatte er Neville für das Übungsbrauen in die vordere Ecke gesetzt, so dass nicht noch mehr Schüler beeinträchtig waren von was auch immer der Tollpatsch falsch gemacht hatte. Der Lehrer hoffte inständig, dass der Trank nicht genau das Gegenteil bewirkt und dafür gesorgt hatte, dass sie eine Erkältung bekamen…. Oder Schlimmeres.
Yami und Kaiba, die er zuerst erreichte, weil sie außen in der zweiten Reihe gesessen hatten, legte er behutsam jeweils eine seiner Hände auf die Schulter. „Ist mit Ihnen alles in Ordnung, Mr. Muto und Mr. Kaiba?" fragte er und klang wirklich ein wenig besorgt.
Die beiden schauten ihn an, nur noch leicht hustend. Sofort als er ihnen in die Augen sah, wich er zurück. Ihre Blicke hatten sich in diesem kurzen Moment verändert und waren nun eindeutig zu glänzend für seinen Geschmack. Die beiden jungen Männer machten auf ihn den Eindruck, als hätten sie gerade erkannt, dass er ihre große Liebe oder so etwas in der Art war. „J-Ja, Professor Snape", sagte Yami schnurrend und schaute ihn lüstern an. „Aber es könnte mir fantastisch gehen, wenn Sie mich Yami nennen würden und ich Sie Severus nennen darf…"
Snape versuchte leicht panisch, noch einige Schritte weiter zurückzuweichen. Die Art und Weise, wie sein rotäugiger Schüler ‚Severus' betont hatte, ließ ihn schaudern. „Das halte ich für keine gute Idee, Mr. Muto", erwiderte er und versuchte dabei, so streng und fest wie möglich zu klingen, was ihm nicht wirklich gelang.
„Genau", sagte die Stimme des CEOs zufrieden von der anderen Seite. „Verkauf dich nicht unter Wert, Serverus", fuhr er vertraut fort und machte sich nicht einmal die Mühe, um das 'Du' zu bitten. Dann schloss er den erschrockenen Lehrer in eine fordernde Umarmung. „Warum er, wenn ich dir so viel mehr bieten kann…"
Während Snape noch seinen Schock zu überwinden versuchte, standen die restlichen Schüler des Zaubertrankkurses mit offenen Mündern um sie herum und schauten zu, wie der große Japaner ihren Lehrer am Ohr leckte. Dieser stieß den CEO entsetzt weg, der darüber nicht sehr glücklich war, dank Yami aber von dem Zaubertrankmeister abgelenkt wurde, da sich der Rotäugige zwischen Snape und Kaiba stellte und sich mit letzterem ein Blickduell lieferte. „Hier gibt es nichts zu sehen", fuhr der Lehrer die Klasse an. „Unterbrechen Sie ihre Arbeit, sobald die Vorgaben für den Trank es erlauben! Sie können in der nächsten Stunde damit fortfahren. Unser Unterricht ist für heute beendet. Gehen Sie schon einmal zum Mittagessen und entschuldigen Sie Ihre Mitschüler danach in ihrer nächsten Stunde, falls erforderlich. Ich werde sie auf die Krankenstation bringen und zusehen, dass sie schnellstmöglich wieder am Unterricht teilnehmen können."
Zufrieden sah Snape, dass die restlichen Schüler ihre Tränke für die nächste Stunde präparieren und ihre Sachen zusammenpackten. Er drehte sich wieder zu den Schattenmagiern um und da Yami und Kaiba für den Moment noch beschäftigt waren, nutzte er die Gelegenheit, sich nach Neville und Yugi umzuschauen und zu sehen, ob diese beiden Hilfe benötigten. Neville schaute verträumt einen Punkt zwischen Wand und Decke an, als ob er etwas sehen konnte, was die anderen nicht sahen. Doch als der Lehrer zu Yugi blickte, fielen ihm fast die Augen aus dem Kopf. Der Junge mit den amethystfarbenen Augen küsste Draco Malfoy gerade äußerst leidenschaftlich. Der blonde Zauberer schien sich noch nicht einmal groß zu wehren.
Sofort schritt Snape ein. „Bitte reißen Sie sich zusammen", befahl er gebieterisch und stieß die beiden auseinander.
„Bitte trennen Sie uns nicht", flehte Yugi verzweifelt und versuchte, in die Arme des Blonden zurückzukommen.
„Dazu ist jetzt nicht die Zeit, wir müssen auf die Krankenstation", sagte der Braumeister.
„Krankenstation?" fragte Yugi mit einem andeutungsvollen Blick auf Malfoy, und dieser grinste lüstern zurück. „Ok…"
Allerdings konnte der Lehrer nicht darauf eingehen, da ihm plötzlich Yami von hinten ins Ohr schnurrte. „Darf ich mit?" Snape zuckte zusammen und sah sich um. Der Rotäugige stand so dicht hinter ihm, dass der Tränkemeister sich fragte, wie er das geschafft hatte, ohne dass er es merkte.
„Du gehst keinesfalls ohne mich, Severus!" sagte der CEO bestimmt. „Ich vertraue diesen hormongesteuerten Jungs nicht, mit dir zu gehen, ohne die Situation auszunutzen und nicht schon auf dem Weg in irgendeinem abgelegenen Raum über dich herzufallen."
Das Funkeln in den blauen Augen, das genau das implizierte, was er gerade als Absicht den anderen unterstellt hatte, gefiel Snape überhaupt nicht, doch er entschied sich, dieses und die letzten Worte des Japaners zu ignorieren. „Ich bestehe sogar darauf, dass Sie mitgehen", gab Snape mit knirschenden Zähnen zurück. „Aber holen Sie auch Mr. Longbotton."
„Oh, ein Sechser?" fragte Yami, und seine Hand wanderte über die Taille des Lehrers. „Und dann noch im Krankenflügel? Wie aufregend…"
„Solange du dabei bist und es wünschst, teile ich auch mit den anderen", stimmte Kaiba hastig zu, um sicherzugehen, dass er wenigstens ‚ein Stück des Kuchens' abbekam, wenn schon nicht den ganzen. Er trat näher und schickte seine Hand ebenfalls auf Wanderschaft.
Snape ließ Yugi und Draco los, um die Hände der anderen beiden aufzuhalten. „Holen Sie einfach Longbotton und folgen Sie mir auf die Krankenstation!" befahl er in einem leicht resignierten Tonfall.
Als er sich umdrehte, sah er, dass nicht wenige der anderen Schüler zwar ihre Sachen gepackt hatten, die Szene vor sich aber noch immer gebannt beobachteten. Snape funkelte sie böse an. „Und worauf warten Sie noch? Ich sagte raus!"
Augenblicklich folgten die aufgeschreckten Schüler der Anweisung und hasteten aus dem Zaubertrankklassenraum, gefolgt von ihrem Tränkemeister. Dieser hatte enorme Mühe damit, Malfoy und Yugi auseinander zu halten, dafür zu sorgen, dass sie ihm folgten, gleichzeitig Neville hinter sich herzuziehen, der total neben sich zu sein schien und weiterhin versuchte, den Punkt hinter sich an der Wand nicht aus den Augen zu verlieren, und außerdem Kaiba und Yami auf Abstand zu halten.
Sobald das Klassenzimmer leer war, versiegelte Snape es und machte sich dann mit den fünf Schülern im Schlepptau eiligst auf den Weg zur Krankenstation. Obwohl sie nur etwa zehn Minuten brauchten, kam es dem Lehrer wie eine Ewigkeit vor.
Schließlich erreichten sie ihr Ziel, und der Tränkemeister wies die Schüler an, in dem großen Bettensaal zu warten. Danach ging er in das Büro von Madame Pomfrey, die gerade ältere Tränke in ihrem Schrank auf ihre Haltbarkeit überprüfte. Er berichtete ihr kurz, was geschehen war.
Als die beiden aus dem Büro traten, sahen sie zunächst Yami und Kaiba, die versuchten, sich gegenseitig mit Blicken in die Knie zu zwingen. Als die beiden jedoch Snape und die Schulkrankenschwester bemerkten, richteten sich ihre Blicke, die mörderisch waren, auf letztere. Diese ließ sich davon aber nicht allzu sehr beeindrucken, sondern scheuchte die beiden weiter in den Saal hinein. „Setzen Sie sich auf das Bett dort", wies sie sie an und deutete auf das neben dem, auf dem sich gerade Yugi und Draco leidenschaftlich küssten.
„Und Sie beide, Mr. Muto und Mr. Malfoy", rief die alte Frau aufgebracht. „Auseinander!"
Die beiden sahen sie jedoch nur kurz an und machten dann einfach weiter, und so benutzte Madame Pomfrey einen Zauber, um sie zu trennen. Dann ignorierte sie den Blonden und den Amethystäugigen, die sich herzzerreißende Blicke zuwarfen, um sich zunächst um Kaiba und Yami zu kümmern. Nach mehreren Diagnose- und Analysezaubern sowie einer Menge Fragen der Krankenschwester, wollte Snape schließlich wissen, was los war. „Und?"
Madame Pomfrey nahm ihn beiseite, was sowohl dem Blau- als auch dem Rotäugigen ein Grollen entlockte, und sagte: „Nun, Professor, wie Sie schon vermutet haben, stehen sie unter Wirkung eines Liebeszaubers allein durch das Einatmen des Rauches. Doch nicht nur das: Sie können sich nicht an echte Gefühle dieser Art, die sie einmal für andere hatten, erinnern und ihre Lust für gewisse Aktivitäten steigert sich durch die Wirkung des Trankes auch immens."
„Ja", erwiderte Snape ungeduldig. Soviel war ihm auch klar, da er bei der Untersuchung gerade zugegen gewesen war. „Aber was für einen Gegentrank soll ich brauen? Ich kann mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, was Longbottom falsch gemacht haben könnte, um auf der Grundlage des Hamlett-Trankes und den gegebenen Zutaten das zu bewirken."
„Nun", antwortete die Schulschwester. „Ehrlich gesagt, ich weiß es auch nicht. Zudem kenne ich nur einen Heilexperten in Sachen Liebeszauber und –tränke, dem ich eine schnelle Lösung zutrauen würde, aber soweit ich dem Tagespropheten letzten Monat entnehmen konnte, ist er überraschend an Herzversagen gestorben."
Die Miene des Zaubertrankmeisters versteinerte. „Und was schlagen Sie jetzt vor zu tun?"
„Wir müssen herausbekommen, was in dem Trank nun letztendlich enthalten war, und dann müssen Sie dementsprechend ein Gegenmittel brauen", erwiderte die Schwester ernst. „Sie sind schließlich unserer Zaubertrankmeister. Oh, und da wir gerade dabei sind, vergessen Sie nicht, auch gleich die Tränke nachzubrauen, um die ich Sie vor drei Tagen bat. Und nun lassen Sie uns versuchen, die Zutaten zu erfahren."
Sie wartete gar nicht erst die Antwort des schwarzhaarigen Lehrers ab, sondern wandte sich wieder ihren Patienten zu. Während Snape nach einem weiteren, körperliches Vergnügen versprechenden Blick von Yami und Kaiba sein Leben verfluchte, trennte die erzürnte Madame Pomfrey erneut Yugi und Malfoy. „Wie sind die beiden nur wieder zueinander gekommen?" murmelte sie dabei.
Mit einem kleinen Diagnosezauber vergewisserte sie sich, dass es den beiden aber, abgesehen von dem Liebeszauber, gut ging, wobei sie feststellte, dass die Dosis, die der Blonde abbekommen hatte, bei weitem geringer war als die der anderen. Daher vermutete sie, dass der Slytherin nur den Rauch eingeatmet hatte, den Yugi ausgehustet hatte. Nachdem sie ihre Untersuchung dieser beiden beendet hatte, wandte sie sich Neville zu, der verträumt aus dem Fenster schaute. „Mr. Longbottom?" fragte Madame Pomfrey, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, während sie auch ihn schnell untersuchte. Sie musste ihn dreimal ansprechen und dazu noch auf seine Schulter tippen, ehe er sie missmutig anschaute.
„Mr. Longbottom", wiederholte sie noch einmal. „Können Sie mir sagen, was Sie in Ihren Trank getan haben?"
„Trank?" fragte er verwirrt.
„Ja, der, der im Unterricht vor Ihnen explodiert ist", fuhr Snape ungeduldig dazwischen.
„Oh, stimmt, ich erinnere mich wage. Wir hatten ja Zaubertränke", erwiderte der Gryffindor verträumt.
Die Brauen des Zaubertrankmeisters zogen sich gefährlich zusammen, als der Schüler sich anschickte, wieder aus dem Fenster zu schauen, anstatt auf die erste Frage zu antworten. „Nun? Was haben Sie in den Trank getan?" fragte er scharf.
„Oh…", erwiderte Neville, „ich weiß nicht genau. Um ehrlich zu sein, ich war etwas abgelenkt im Kurs."
„Und wie, wenn ich fragen darf?" fauchte Snape. „Es war absolut still, und ich war nicht einmal in Ihrer Nähe während der ganzen Zeit, weil ich Sie ja angeblich immer ablenke!"
„Schon", erwiderte Neville mit errötendem Gesicht. Seine nächsten Worte waren so leise, dass die Schwester und der Lehrer sie kaum hören konnten. „Aber Luna hatte gerade Kräuterkunde. Wie sie mit den Bubotublern umgeht… Haa… Ich bin ja so neidisch auf die. Ich will auch so von ihr angefasst werden… Oder mich wenigstens mit ihr zusammen um die Turtops in Gewächshaus 10 kümmern. Die sind in dem Alter so stimulierend…"
Snape und Madame Pomfrey warfen sich fragende Blicke zu. „Und woher wollen Sie wissen, was Miss Lovegood im Gewächshaus gemacht hat, wenn Sie im Kerker Zaubertränke hatten?" erkundigte sich die Schulkrankenschwester, den letzten Teil seiner Aussage ignorierend, auch wenn ihr Gesicht leicht errötete in Erinnerung an das, was sie über Turtops wusste.
Neville schaute sie verwundert an, wobei sein Gesicht trotzdem nicht die rote Farbe verlor. „Na, ich habe sie mit meinem Auge im Geist beobachtet."
„Sicher", meinte Madame Pomfrey nur mit ihrer ‚geduldigen Beruhigungsstimme'. Sie vollführte noch einmal verschiedene Diagnosezauber, während derer Neville wieder anfing, seinen Tagträumen nachzuhängen. Als sie sich von dem Gryffindor abwandte, flüsterte sie Snape zu: „Diese Wahnvorstellungen könnten vielleicht davon kommen, dass er eine andere Dosis von dem Rauch abbekommen hat als die Herren Muto und Mr. Kaiba. Ich dachte zunächst, er könnte etwas von dem explodierten Kessel abbekommen haben, aber ich konnte keine Verletzungen feststellen."
Snape bezweifelte diese Erklärung, da er wusste, dass Neville viel Zeit mit den drei Austauschschülern verbrachte, die in seinen Augen mindestens ebenso sehr ein Magnet für Schwierigkeiten waren wie ein gewisser grünäugiger Gryffindor und seine Freunde, doch er sagte nichts dazu. Die Schulkrankenschwester schien auch keine Erwiderung zu erwarten, da sie sich sofort, nachdem sie das gesagt hatte, zu Yugi und Malfoy umdrehte, um auch sie zu befragen.
Nachdem die entrüstete Schwester die beiden ein weiteres Mal getrennt hatte und auch keiner von ihnen ihr sagen konnte, was schiefgelaufen war, meinte sie an Snape gewandt: „Ich fürchte, alles, was ich tun kann, ist, meinen Patienten etwas Blut abzunehmen, das Sie dann untersuchen müssen, um die Bestandteile des Trankes herauszufinden und dann dementsprechend ein Gegenmittel zu brauen."
„So etwas kann Monate dauern!" erwiderte Snape entsetzt und aufgebracht. „Sie kennen meine Abneigungen gegen Liebestränke. Ich habe mich nie mehr als unbedingt nötig mit ihnen befasst, und sämtliche Bestandteile eines unbekannten Trankes herauszufinden, ist schon für einen Kenner eine langwierige Angelegenheit, selbst wenn er die zur Verfügung stehenden Zutaten kennt. Sollen die etwa so bleiben bis dahin?"
„Nun, wenn die Wirkung des Trankes nicht von selbst nachlässt, werden sie wohl solange so bleiben", antwortete Madame Pomfrey. „Ich schlage also vor, dass Sie sich schnell an die Arbeit machen."
Nachdem die Schwester Neville und Malfoy Blut abgenommen hatte und gerade bei Yugi war, öffnete sich plötzlich hinter ihnen die Tür zum Krankenflügel. Verwundert blickten sich der Lehrer und die Krankenschwester um und sahen, dass Luna hereingeschwebt kam. „Miss Lovegood?" fragte die ältere Frau erstaunt. „Sind Sie verletzt?"
„Nein" erwiderte die blonde Ravenclaw verträumt. „Ich wollte nur Neville zum Essen abholen. Er kann doch mitkommen, oder?"
„Ähm, nun ja", erwiderte die Schwester unsicher und sah von Luna zu Neville und wieder zurück zu Luna. Dann ging sie zu ihr und flüsterte dem Mädchen zu, während dieses seinen Blick nicht von dem es anschmachtenden Gryffindor nahm: „An sich bin ich erst einmal mit ihm fertig, aber er hat etwas von einem Liebestrank abbekommen, und ich fürchte, dass Sie das Ziel seines Verlangens sind. Ich halte es also für keine gute Idee, wenn Sie mit ihm allein sind."
„Darüber brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen", antwortete Luna. „Er wird mir nichts antun. Erstens ist er ein Gentleman, und zweitens sind wir Partner und da ich der Yami in unserer Beziehung bin, kann er mich nicht überwältigen. Hikaris machen selten den ersten Schritt."
Der Blick Madame Pomfreys zeigte deutlich, dass sie keine Ahnung hatte, wovon Luna redete, doch entschied sie sich nach kurzem Zögern dazu, nicht weiter nachzufragen, da sie wusste, dass das Mädchen seit seinem ersten Schuljahr ständig merkwürdige Geschichten verbreitete. „Nun gut, aber ich rate dennoch zur Vorsicht", sagte die Schulkrankenschwester schließlich.
Luna lächelte ihr zu und ging zu Neville, der sie schüchtern und mit leicht geröteten Wangen anstarrte. Nachdem sie ihm ihre Hand angeboten hatte, nahm er sie behutsam und folgte ihr aus der Krankenstation. Währenddessen hatte die Schwester auch Yami und Kaiba Blut abgenommen und gab es Snape, der den Austausch zwischen der Ravenclaw und dem Gryffindor beobachtet hatte und nun zusah, wie sie Hand in Hand hinausgingen.
„Können Sie denen nicht irgendein Schlafmittel geben?" fragte der Hauslehrer der Slytherin Madam Pomfrey flehend, da er, als er die Proben entgegennahm, erneut die Blicke von Yami und Kaiba gesehen hatte. „Damit sie nichts anstellen und mich ablenken, so lange ich versuche, ein Gegenmittel zu finden."
„Seien Sie nicht albern, Professor", erwiderte die Krankenschwester missbilligend. „Erstens können wir sie nicht auf unbestimmte Zeit schlafen lassen, da sie bald Prüfungen haben, zweitens zählen Schlaf- und Beruhigungstränke zu denen, die sie mir nachbrauen sollten, da ich ohnehin nur noch sieben Fläschchen habe, und außerdem sind das nur Kinder! Sie als Hauslehrer von Slytherin werden doch wohl mit zwei verliebten Teenagern fertig werden. Sie können die Krankenstation jetzt verlassen."
Mit diesen Worten drehte sie sich um und marschierte zurück in ihr Büro, um weiter ihre Vorräte zu kontrollieren. Snape schaute ihr wie versteinert nach. Plötzlich schlangen sich ein paar starke Arme um ihn und ein Blick nach hinten verriet ihm, dass es Yami war. „Endlich ist sie weg", flüsterte der Pharao in das Ohr des Tränkemeisters, dem nie bewusst gewesen war, wie empfindlich dieses Körperteil war.
„Ja", stimmte Kaiba, der Yami durch einen gezielten Stoß hatte zur Seite schubsen können und nun in Snapes anderes Ohr flüsterte, zu. „Und Neville sind wir auch losgeworden. Warum gehen wir nicht in deine Räumlichkeiten, Serverus, damit wir beide allein sein kön-?"
Das letzte Wort des Blauäugigen war schon nicht mehr vollständig, da Yami ihn nun seinerseits geschubst hatte und ihn nun anfunkelte. „Severus gehört mir", zischte er wütend.
„Das hättest du wohl gerne", erwiderte Kaiba ebenso wütend.
Der Zaubertranklehrer überlegte kurz, dass es gut wäre, wenn die beiden sich gegenseitig ablenken würden, doch spürte er, dass die Magie um sie herum angespannter wurde. Schon wenn die beiden mit Zaubern gegeneinander kämpfen würden, wäre das sicher nicht ohne Gefahr für andere und vermutlich die ganze Schule, erkannte Snape. „Mr. Muto und Mr. Kaiba", sagte er daher nach kurzer fieberhafter Überlegung. „Wenn Sie magisch oder physisch miteinander kämpfen, werde ich Ihnen das nie verzeihen und dann auch nie wieder auch nur ein Wort mit ihnen wechseln."
„Dann entscheide dich für einen von uns und zwar für mich", verlangte Kaiba gebieterisch.
„Warum sollte er dich nehmen, wenn er mich haben kann?" mischte sich Yami ein.
„Ruhe. Ich werde mich für keinen von Ihnen entscheiden!" sagte Snape mit zu Schlitzen verengten Augen. Dann kam ihm eine Idee, wie er Yami und Kaiba beschäftigen und gleichzeitig dafür sorgen konnte, dass sie ihn später, wenn sie wieder normal waren, nicht aus Zorn aufsuchen würden. „Ich zweifle an der Aufrichtigkeit Ihrer Gefühle. Sie suchen nur nach einem Grund, miteinander zu kämpfen."
„Das stimmt nicht", rief der Pharao entsetzt. Kaiba und er sahen den Tränkemeister nun verzweifelt an, ihn still anflehend, ihnen zu sagen, wie sie ihn überzeugen konnten.
„Nun, wenn ich Ihnen glauben soll, dann müssen Sie zusammenarbeiten", antwortete der Hauslehrer von Slytherin, innerlich erleichtert, dass sein Vorhaben aufzugehen schien. „Ich will, dass Sie dafür sorgen, dass Mr. Malfoy und der andere Mr. Muto nicht mehr ihren Gelüsten nachgeben können."
Kaiba und Yami wechselten einen misstrauischen Blick miteinander. „Und warum, wenn ich fragen darf?" fragte der erste schließlich. „Du bist doch nicht an einem oder an beiden interessiert, oder?"
„Nein", erwiderte Snape empört, der sich schon bei der Vorstellung extrem unwohl fühlte. „Aber leider stehen die beiden unter einem Liebeszauber und da man vermutlich mich dafür verantwortlich machen würde, wenn sie diese erzwungenen Gefühle ausleben, brauche ich jemanden, der die beiden auseinander hält."
„Na gut" sagte Yami mit einem siegessicheren Grinsen. „Kein Problem. Aber natürlich verlange ich eine Bezahlung."
Ehe Snape reagieren konnte, hatte der Pharao ihn an sich gedrückt, sein Gesicht zu sich hinuntergezogen und küsste ihn fordernd auf den Mund. Geschockt öffnete der Lehrer seine Lippen und gestattete so unwillentlich das Eindringen der fremden Zunge. Der Kuss wurde schnell von einem grollenden Kaiba beendet, der nun seinerseits den geschockten Zustand des Tränkemeisters ausnutzte und ebenfalls einen kleinen Kuss stahl, den nun Yami unterbrach.
Dann leckten sich beide über die Lippen, bevor sie Yugi und Malfoy trennten und mit den beiden im Schlepptau den Krankenflügel verließen. Bis sie draußen waren, war Snape zu geschockt, um irgendetwas anderes zu tun, als starr dazustehen. Als die Tür sich hinter den Schülern schloss, sank er schließlich zu Boden und starrte ein paar Minuten nur vor sich hin, ehe er wieder auf die Blutproben in seiner Hand aufmerksam wurde, um die er sich kümmern sollte, wenn er diese Situation schnellstmöglich bereinigen wollte.
Mit zitternden Beinen erhob er sich und eilte, so schnell es ihm möglich war, in das Klassenzimmer für Zaubertränke. Er dankte im Stillen jeder überirdischen Macht, dass er an diesem Tag nur noch die Sechst- und Siebtklässler hatte, die durchaus in der Lage waren, die Anweisungen an der Tafel zu befolgen, ohne dass er sie ständig kontrollieren und verbessern musste. Daher war er zuversichtlich, dass er zumindest die Zusammensetzung des Trankes noch am selben Tag herausfinden würde, auch wenn der schwierigere Teil, nämlich die Analyse, wie welche Zutat mit den anderen reagiert hatte, und dann das Schaffen des Gegenmittels, wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.
Somit widmete Snape sich in den nächsten Stunden, mit nur kurzen Unterbrechungen, um die beiden Kurse anzuweisen und um zwei knappe Kontrollgänge zu machen, der Trankanalyse. Erst etwa in der Mitte der letzten Doppelstunde, die er geben musste, wurde er in seiner Arbeit gestört, da die UTZ-Schüler zu tuscheln angefangen hatten. Irritiert darüber, dass die sonst ruhigen und fleißigen Schüler so etwas in seinem Unterricht wagten, schaute er auf und war schon im Begriff, gereizt zu fragen, was ihr Problem sei, als er es, oder besser sie, auch schon entdeckte. Offensichtlich waren Yami und Kaiba in seine Klasse gekommen und beobachteten jede seiner Bewegungen. Als sie sahen, dass er sie anschaute, warfen sie ihm verführerische Blicke zu.
„Zurück an Ihre Arbeit" befahl der Tränkemeister den Siebtklässlern, die auch prompt gehorchten, und nur ein oder zwei ganz mutige und sehr neugierige wagten es ab und an, zu ihrem Lehrer und den Austauschschülern zu lugen.
Letzterer winkte die beiden Fünftklässler zu sich heran und als sie bei ihm waren, flüsterte er gereizt: „Was machen Sie hier?"
Yami und Kaiba wechselten einen kurzen Blick, ehe der Blauäugige dem Kleineren zunickte, und dieser an Snape gewandt antwortete: „Seto und ich hatten vor kurzem eine Aussprache und wollten dir das Ergebnis mitteilen."
Als der Tränkemeister nur verständnislos von einem zum anderen schaute, fuhr der CEO fort: „Wir haben uns deine Worte durch den Kopf gehen lassen und entschieden, dass es kein Wunder ist, dass du keinen von uns bevorzugst, da du unsere Stärken und Schwächen nicht kennst. Daher haben wir uns entschieden, dass es erst einmal das Beste ist, wenn du uns besser kennenlernst und dann entscheidest. Bis dahin werden wir eine Dreierbeziehung mit dir führen."
Der Blick des Lehrers verfinsterte sich. „Und warum sollte ich mich darauf einlassen? Sie erfüllen schließlich nicht einmal eine kleine Aufgabe für mich. Ich dachte, Sie hatten mir versprochen, auf ihre beiden Mitschüler Acht zu geben, und nun vernachlässigen Sie das nach nur zweieinhalb Stunden."
„Ach", winkte Yami ab. „Yugi und Draco können im Moment nichts miteinander tun, da wir jetzt Verteidigung gegen die dunklen Künste haben, und da können sie natürlich nichts miteinander machen, da sie viel zu weit auseinander sitzen."
„Das wird ja immer besser", fauchte Snape. „Dann schwänzen Sie also auch noch Unterricht und sogar den der momentanen Schulleiterin."
„Keine Sorge, sie hat es uns erlaubt", erwiderte Kaiba. „Der Kurs ist ohnehin fast leer wegen all den Schülern, die die Nasch-und-Schwänz-Leckereien essen und da wir ihr mehrfach bewiesen haben, dass wir das, was sie an Stoff vermittelt, bereits wissen, hat sie uns erlaubt zu gehen, als wir ihr sagten, dass wir dich noch etwas zu einem Trank fragen wollten."
„Ja, und da wir nun also noch ein bisschen Zeit für uns haben, während Draco und Yugi im Unterricht festsitzen, sollten wir die Zeit für angenehme Dinge nutzen, findest du nicht?" schnurrte Yami.
„Ich habe aber keine Zeit für so etwas, weder jetzt noch in naher Zukunft", erklärte Snape fest. „Wie Sie sehen, muss ich im Moment meine Klasse beaufsichtigen, den Liebestrank analysieren und ein Gegenmittel finden und dann verlangt Madame Pomfrey auch noch Nachschub für viele ihrer Tränke im Krankenflügel, für die ich sogar noch einige Zutaten brauche. Also tun Sie mir einen Gefallen und lassen Sie mich meine Arbeit machen."
Kaiba grinste anerkennend. „Eine gute Einstellung", erklärte er. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ich bin vollkommen deiner Meinung."
Mit Erleichterung sah der Zaubertrankmeister, dass die beiden ohne weitere Diskussion sein Klassenzimmer verließen. Mit einem finsteren Blick durch die Reihen der Siebtklässler vergewisserte er sich, dass diese sich gemäß seiner Anweisung mit ihren Tränken beschäftigten, woraufhin er sich auch wieder seiner Analyse widmete.
Auch nachdem der Unterricht beendet war und die letzten Schüler nach dem Säubern ihrer Plätze gegangen waren, arbeitete der Professor fieberhaft weiter. Als er mit der Analyse fertig war und sie nur noch einmal sicherheitshalber überprüfte, schreckte er auf, da sich plötzlich jemand neben ihm räusperte. Blitzschnell drehte er sich um, den Zauberstab gezückt, in der Erwartung, dass es wieder Yami und Kaiba waren, die ihn erneut belästigen wollten, doch als er sah, wer tatsächlich vor ihm stand, weiteten sich seine Augen vor Überraschung.
„Hallo, Snape", grüßte der Mann ruhig.
„Lupin", erwiderte Snape die Begrüßung mit einem leichten Kopfnicken und senkte seinen Zauberstab, auch wenn seine Miene nicht freundlicher wurde. „Was machen Sie hier?"
Der Anubispriester lächelte ihn sanft an. „Ich soll mit Ihnen sprechen", antwortete er. „Zunächst haben wir erfahren, dass Sie die Privatstunden von Harry aufgegeben haben. Daher lässt Albus ausrichten, dass Sie wieder anfangen sollen, ihm Okklumentik beizubringen."
Der Zaubertrankmeister starrte sein Gegenüber böse an. „Der Bengel hat weder Talent noch Interesse daran, diese hohe Kunst zu erlernen", stieß er mit knirschenden Zähnen hervor. „Er ist absolut respektlos und muss seine Nase immer in Dinge stecken, die ihn nichts angehen. Warum sollte ich also meine Zeit mit ihm verschwenden?"
Lupin seufzte leise. „Harry muss es lernen. Sie wissen, wie gefährlich diese Verbindung sein kann. Bitte überdenken Sie es noch einmal, Snape."
„Er will nicht lernen", beharrte Snape auf seinem Standpunkt und schaute stur in eine andere Richtung. „War das alles? Dann können Sie ja jetzt gehen. Ich bin im Moment äußerst beschäftigt."
Der ehemalige Lehrer seufzte erneut. „Ja, mit einem Gegenmittel für den Liebestrank, den Neville gemacht hat, nicht wahr?"
Ruckartig drehte sich der Tränkemeister um und schaute sein Gegenüber einen Moment überrascht an, wobei ihm zum ersten Mal auffiel, um wieviel gesünder, glücklicher und kräftiger als früher dieser aussah. „Woher wissen Sie-?"
„Das ist der zweite und wichtigere Grund, warum ich heute hier bin", erwiderte Lupin, und seine Gestalt straffte sich. „Mein Gott hat mich beauftragt, Ihnen zu helfen, schnell eine Lösung zu finden."
„Ihr Gott?" fragte Snape spöttisch. Er hatte die Gerüchte um den Anubiskult gehört, doch war die ganze Götterverehrung in seinen Augen reiner Unsinn, und er hätte nie gedacht, dass sich sein ehemaliger Schulkamerad, den er stets für intelligent gehalten hatte, so leicht von dieser Sekte überzeugen lassen würde.
„Ja", erwiderte dieser fest.
„Sicher", entgegnete der Tränkemeister in einem ähnlich ungläubigen Tonfall wie der Madame Pomfreys Neville gegenüber. „Und wie wollen Sie mir helfen? Sind Sie inzwischen auch ein Tränkemeister geworden, ohne dass ich es mitbekommen habe oder beschränkt sich Ihre Allwissenheit nur auf Liebestränke?"
Lupin lächelte nur traurig über die Bemerkungen Snapes. „Ich fürchte, ich werde Ihnen nur mit den Diensten meines Gottes helfen können. Die anderen Götter haben ihn in seinem Urlaub gestört und darüber informiert, dass die von den Göttern Gesegneten hier in Hogwarts einen Experten für Liebestränke brauchen, der in Frage kommende aber vor kurzem gestorben ist."
„Sie sind ja gut informiert", sagte Snape misstrauisch. „Woher wissen Sie das alles so genau?"
„Lange Geschichte", erwiderte Lupin.
„Ich denke, dafür hätte ich Zeit", antwortete Snape und verschränkte seine Arme vor der Brust.
Der ehemalige Lehrer seufzte erneut, doch ehe er etwas sagen konnte, ertönte eine dunkle Stimme, die das Blut des Tränkemeisters zu gefrieren drohte. „Ich werde es ihm erzählen, mein Kind. Hole du schon einmal das Ka", befahl sie.
Lupin verneigte sich zu einem großen Schattengebilde neben ihm, das ihn mit großen, roten Augen betrachtete, ehe er zu Snapes Schock seine Anubisgestalt annahm und in dem dunklen Gebilde verschwand. Sofort richteten sich die beiden großen Augen auf Snape. „Sei gegrüßt, Menschenkind. Sei dir der Ehre bewusst, die dir zuteil wird, denn ich bin Anubis. Aber um auf deine Frage an meinen Diener zu antworten, er erfuhr es von mir. Da er ohnehin mit dir reden wollte, wählte ich ihn als meinen Boten, um euch zu helfen. Vor kurzem kam nämlich Thot zu mir, der mich in Ras Auftrag davon unterrichtete, dass das heilige Tier des altehrwürdigen Götterpaares Hu und Hauet zugegen war, als der menschliche Sohn unseres Götterkönigs und seine Geliebten und Vertrauten unter den Einfluss eines unglücklichen Zaubers gerieten, der die Maat empfindlich stört."
Snape sah nicht so aus, als würde er irgendetwas von dem glauben, was er gerade sah und hörte, geschweige denn es verstehen. „Ok…", war alles, was er sagen konnte.
In diesem Moment kehrte auch schon Lupin zurück, dem eine kleine, elfenartige Feuergestalt((2)) folgte. Neugierig schaute sich das kleine Wesen um. „Darf ich vorstellen, das Ka-Monster von Meister Licabe", verkündete die Stimme des Anubis. „Nun, Licabe, kannst du mit einem Gegenmittel zu diesem Zaubertrank dienen?"
Das kleine Wesen, das sich anscheinend gerade einen Spaß daraus machen wollte, einen der Tische zu verbrennen, ließ von diesem Vorhaben ab und schwebte zu dem Tisch mit dem Trankextrakt, den Snape aus dem Blut hatte gewinnen können, und zu seinen Aufzeichnungen. Es besah sich alles genau und nach etwa zehn Minuten gab es eine Reihe von Lauten von sich, die Snape nicht verstand, doch auf die Lupin verstehend nickte, woraufhin es sich eine Feder und einen Bogen Pergament nahm und irgendetwas schrieb.
„Er sagt, dass ein Trank basierend auf Mondkraut helfen würde", übersetzte der Priester des Anubis. „Er schreibt Ihnen das Rezept auf, auch wenn Sie es wahrscheinlich nicht brauchen werden. Der Gegentrank braucht etwa fünf Monate, bis er fertig ist, während die Wirkung des Liebestrankes nach nur einem bei normalen Menschen verfliegt."
„Aber ich ertrage es nicht, wenn das Ganze hier einen Monat dauert!" rief Snape entsetzt.
„Die Wirkung sollte bei denen, die die Schatten kontrollieren können, um vieles schneller verfliegen", sagte Anubis' Stimme beruhigend.
„Wenn Ihr das sagt", erwiderte Lupin mit einer leichten Verbeugung. „Auf jeden Fall sagte Licabe auch, dass es das Einfachste wäre, den Trank noch einmal zu brauen und gezielt so zu verabreichen, dass die Beteiligten sich wieder in die verlieben, in die sie vorher verliebt waren, so dass die Wirkung des Trank ohne spätere Unannehmlichkeiten verfliegen kann."
Snape sah erleichtert aus, da das bedeutete, dass das ‚Heilmittel' innerhalb von etwa einer Stunde hergestellt werden konnte. Sofort machte er sich daran, den Trank zu brauen, während Lupin mit dem Ka-Monster und seinem Gott wieder verschwand. Kurz bevor der Trank fertig war, unterbrach Snape seine Arbeit und suchte die drei Austauschschüler und Draco auf.
Der Tränkemeister erklärte Yami und Kaiba, dass der Trank Yugi und Draco heilen würde, so dass sie bald allein sein konnten, wenn sie seinen Anweisungen folgten, und er versprach den anderen beiden, dass er dafür sorgen würde, dass sie die ganze Nacht nicht gestört würden, wenn sie ebenfalls taten, was er sagte. So konnte er sie dazu bringen, dass Yugi, Yami und Kaiba einander anschauten und Malfoy sich selbst, da Snape nicht wusste, ob oder in wen der Blonde verliebt war.
Nachdem er sich von der korrekten Wirkung des Trankes überzeugt hatte, schickte der Tränkemeister die Schüler zurück in ihre Schlafsäle. Er selbst begab sich müde und ausgepowert, aber dennoch unglaublich erleichtert in seine Gemächer. Auf dem Weg dorthin beschloss er, die von Madame Pomfrey geforderten Tränke erst am nächsten Tag zu brauen, doch als er sein Wohnzimmer betrat, fand er auf dem Tisch statt dem Bestellzettel der Schulkrankenschwester all die Dinge, die auf der Liste gestanden hatten, sorgfältig abgefüllt und sortiert.
Instinktiv wusste er, wer diese Tränke gebraut hatte, und zum ersten Mal seit der Explosion des Kessels musste sich der Slytherin in ihm eingestehen, dass es durchaus auch Vorteile hatte, gerade von diesen beiden Schülern geliebt und verlangt zu werden. Erschöpft verdrängte er den Gedanken und ging, nachdem er einen Hauselfen gerufen hatte, der Madame Pomfrey ihre Tränke bringen sollte, ins Bett, um diesen Tag so schnell wie möglich zu beenden und zu vergessen.
Fortsetzung folgt…
Anmerkungen
((1)) Einer der Höhepunkte des fünften Bandes, meiner Meinung nach. Nachzulesen auf den Seiten 791ff. Harry benutzte übrigens den Vorfall als Ablenkungsmanöver, um durch den Kamin in Umbridges Büro (da nur der nicht überwacht wird) mit Sirius über seinen Vater und Snape zu sprechen.
((2)) Keine Ahnung, wie ich ihn beschreiben soll. Das ist eine meiner Lieblingskarten: "Kobold der tobenden Flammen", ein Effektmonster mit ATK 100 und DEF 200, aber trotzdem sehr praktisch.
Annuket: So, das war's wiedermal. Bis zum nächsten Mal. Dann wird es übrigens endlich Zeit für die Prüfungen sein. ‚freu'
