Die schöne alte Zeit

3 Monate nach Serenuss Tod

Parvati saß einem alten Pullover und einer schlabbrigen Hose in ihrer kleinen Wohnung in London. Vor etwa einem Monat war sie ausgezogen, weg von „Little Wing". Der Grund war ein Neffe Ednas gewesen. Er war erst vor kurzem aus dem Ausland zurückgekehrt und hatte keine Unterkunft in London gefunden. So hatte sie Platz gemacht und er war in die Dachgeschosswohnung gezogen. Hier war sie nicht unbedingt glücklicher, Boris, der Ghoul und all die anderen fehlten ihr, sie war hier, in diesem großen Haus mit den vielen Leuten, ganz neu. Sie konnte wiederkommen, sicher, aber nur noch als Besucherin, nicht mehr als Teil dieser Wohngemeinschaft.

Es war spät am Abend, sie hatte sich eines dieser Muggelgeräte, einen Fernseher angeschafft, damit es nicht ganz so still war und ein Radio. Dieses Radio war überhaupt der einzige magische Gegenstand im ganzen Haushalt, abgesehen von ihrem Zauberstab natürlich.

Im Fernsehen lief irgendein Film, sie achtetet nicht darauf. Vor ihr lag ein kleiner Karton, den sie erst beim Umzug wieder in der Hand gehabt hatte. Der Deckel lag daneben. Um sie herum lagen zehn Fotos, eine kleine Schallplatte, ein selbst gebastelter Ball, der schon längst seine Form verloren hatte und völlig platt war. Als sie noch mit Droughnan Belial gespielt hatte in Kindertagen, war dieser Ball ihr Lieblingsspielzeug gewesen. Er war kaputtgegangen las Droughnan ihn einmal versehentlich durch eine Scheibe geworfen hatte. Sogar eine Scherbe steckte noch im vom Spielen angerauten Leder. Sie ließ sie stecken. Ein paar Ohrringe, die schon angelaufen waren, die silberne Farbe war abgegangen. Ein Bilderrahmen mit einem Bild, das elfte, aber das einzige das je eingerahmt worden war. Es zeigte die Familie mit Freunden. Sie war acht Jahre alte gewesen als es gemacht worden war. Sie stand dort neben Belial, rechts, in der zweiten Reihe, er war eher mittig. Doch das Mädchen, das dort lachend stand und winkte, war weit entfernt von der Frau, das es geworden war, vor allem äußerlich. Sie hatte noch schwarze Haare, sie waren wirklich pechschwarz gewesen. Irgendwann hatte sie die Haare dunkelbraun magisch färben lassen. Ihre Augen waren da noch goldbraun mit dunkelbraunen Tupfen gewesen, jetzt schienen sie blau, aber das war nur Magie. Auf dem Foto war ihre Haut doch gebräunt, sie hatte immer leicht braune Haut bekommen. Jetzt war sie hell wie die der normalen Engländer. Sie war zur Engländerin geworden, sie hatte sich eingebildet, so käme sie weiter. Doch ihren Namen hatte sie nicht umgeändert, ihr Name verriet doch wieder alles, dennoch hatte sie ihn nicht verändern können. Mit einem Zauber hatte sie ihre Haut aufgehellt. Sie sah ihren Vater und ihre Mutter an. Azzura war eine halbe Italienerin und Griechin gewesen. Doch von ihr hatte sie kaum etwas an Merkmalen, höchstens die Nase, die nicht ganz so lang war wie bei ihren Brüdern oder Priya. Devi und die Zwillinge hatten auch Mutters Nase gehabt. Doch sie hatte Papas Augen, die gold-braun waren mit denselben braunen Tupfen darin. Ihre Geschwister dagegen hatte alle Mamas dunkelbraune Augen. Er war Inder. Er war stolz darauf gewesen. Die meisten seiner Kinder hatten Namen aus seiner Heimat.

Sie fuhr sich über das Gesicht. Es hatte eine gesunde Hautfarbe, aber diese hier gehörte eigentlich nicht zu ihr.

Sie erinnerte sich daran, was man von ihr verlangt hatte. Sie sollte sich verändern, sich anpassen. Vielleicht würde man ihnen den Fehler, welchen auch immer sie begtangen hatten, verzeihen. So hatte es ihre Schwester Priya verlangt. Eine Tarnung, die nie wirklich geklappt hatte. Dolores Umbridge hatte es damals irgendwie herausbekommen, doch sie hatte es nie öffentlich gemacht, nur die unterschwellige Bedingung gestellt, dass sie keine Wellen machen sollte, als sie einmal angefangen hatte sich aufzuregen, über einen Fall, indem es um einen ihrer Meinung unschuldig verurteilten Werwolf ging.

Eine unnötige Tarnung , die nicht notwendig gewesen wäre. Warum musste man sich verstecken, warum sich selbst wegschließen? Warum hatte sie da mitgespielt? Warum hatte sie das Leben einer Person gespielt? All die Jahre lang hatte diese Person nur noch unterschwellig existiert. Sie wusste schon gar nicht mehr was zu ihr gehörte und was nicht, aber es war garantiert nicht die Gleichgültigkeit, die all die Jahre zuvor gelebt hatte und die nur verflogen war als Serenus bei ihr gewesen war, da war sie ein wenig aufgetaut. Und jetzt war er tot, es gab niemanden mehr der sie ein wenig aus ihrer Hülle heraus zu locken vermochte. Jetzt musste sie es selbst schaffen, wenn sie es denn wollte. Aber warum nicht? Was sprach dagegen? Es waren viele Fragen, die sich zu vielen anderen hinzu gesellt hatten, die sich in den Jahren angesammelt hatten.

Sie ging zum Spiegel. Nie hatte sie diese Zauber gelöst, eher ab und an wiederholt damit die Wirkung nicht nachließ. Sie hob ihren Zauberstab und sah ihn an. Dann schaute sie noch ein letztes Mal in den Spiegel, sah sich an wie sie jetzt aussah, schloss die Augen und schwang den Zauberstab. Der Zauber auf ihrer hellen Haut löste sich auf und gab Stück für Stück sie ein bisschen gebräunte Haut frei. Da sie jedoch lang kein direktes Sonnenlicht abbekommen hatte, schien sie eher die Farbe von hellem Cappuccino zu haben, was sich jedoch noch ändern könnte. Ein wenig dunkler würde sie noch werden. Sie öffnete die Augen und richtet die Zauberstabspitze auf Augenhöhe. Sie schwenkte wieder den Zauberstab und murmelte die Formel die den Zauberspruch, den sie aus einer Zeitschrift für Hexen auf geschnappt hatte. Ebenso wie den Zauber der die Haare färbte. Ihre Schwester und die Brüder hatten dieselben Zauber, aber Priyas Haare waren blond, während die anderen ebenfalls dunkelbraune Haare hatten.

Es sah aus als ob sich das Blau ihrer Iris in die Pupille zurückziehen würde und ein dunkles braun mit dunkelgrünen Tupfen hinterlassen würde. Die Haare verdunkelten sich bis ins tiefste schwarz als sie auch deren Zauber auflöste.

Die Maskerade war verschwunden, zumindest die äußere. Die innere war ni8cht so einfach zu bewältigen. Dafür gab es keine Zauber, dagegen gab es nur Taten. Allerdings fehlten ihr erst einmal jegliche Vorstellung wie diese aussehen sollten. Aber es musste ja auch nicht mehr heute oder morgen sein.

Sie ging zurück zur Couch, die auch zugleich ihr Bett war. Sie nahm die Ohrringe in die Hand es waren tropfenförmige Hänger, einst waren sie golden. In ihrer Mitte jedoch war ein Rubin eingelassen, was die Ohrringe sehr wertvoll machte. Sie waren schon seit über zwölf Generationen im Besitz der Familie ihres Vaters gewesen. Zumindest konnte man die Geschichte soweit zurückverfolgen.

Auf der Schallplatte war das Lied, dass bei der Hochzeit ihrer Eltern gespielt wurde, es war sogar dieselbe Schallplatte. Das Lied war von einem Zauberer: Peter Gabriel „The Book of Love".

Sie hatte keinen Plattenspieler. Aber früher hatte sie es oft gehört. Sie mochte es sehr.

Ganz besonders jedoch seit sie die Geschichte die damit verbunden war erfahren hatte. Ihre Eltern hatten nämlich erst kurz vor Devis Geburt geheiratet, genauer gesagt einen Tag davor. Ihre drei älteren Geschwister und sie selbst waren unehelich geboren worden, hinterher hatten sie jedoch den Namen ihres Vaters erhalten. Es war eine kleine Hochzeit gewesen. Nur Ajay, der auch Trauzeuge war, der Priester und derjenige der es überhaupt erst möglich gemacht hatte, dass sie heiraten konnten. Albus Dumbledore hatte sich damals für ihre Mutter und ihren Vater beim indischen Ministerium eingesetzt und schließlich die Erlaubnis zur Heirat eingeholt. Es wurde zwar heute nicht mehr gern gesehen, wenn ein Werwolf heiratete und man musste auch Anträge stellen die, wenn man Glück hatte, auch bewilligt worden waren. Das allerdings grenzte damals an ein Wunder, denn es waren die Zeiten Voldemorts gewesen, selbst in Indien. Und Albus Dumbledore hatte es ermöglicht, dass ihre Eltern heiraten durften.

Es waren so viele Erinnerungen in dieser kleinen Kiste, auch wenn sie die Geschichte dieser Schallplatte nur gehört hatte, so war sie ein großes Stück ihres eigenen Lebens. Das Hochzeitsfoto zeigte ihre Eltern, ihr Mutter mit dem schon kugelrunden Bauch und ihr Vater mit einem glücklichen und liebevollen Lächeln sah zu ihr herauf. Auf dem Bild sah man sie als Kleinkind auf den Armen ihrer Mutter.

Sie legte die Erinnerungen zurück in die Kiste, bis auf das gerahmte Foto, und verstaute sie wieder hinter die vielen Kisten in ihrem Schrank.

Dann legte sie sich ins Bett löschte das Licht schaltete den Fernseher aus und legte sich schlafen. Das Bild erhielt einen Platz neben ihrem Wecker und der Nachttischlampe, die auf der kleinen einfachen Holzkommode neben der Schlafcouch stand.

Sirius Black saß noch wach vor dem Kamin, vor ihm ein weiteres Kapitel des Tagebuchs.

Er sah zuerst nur auf die feminine Schrift, kunstvoll geschwungen, als hätte sie versucht ein Bild zu malen. Es war eines geworden, aber es war eines, das man erst zusammensetzen musste aus vielen kleinen Teilen.

Erst dann las er den Eintrag:

26. Juli 1994

Dear Unknown,

was war am 26. 7. 1981 geschehen? An diesem Tage haben wir unsere Eltern zum letzten Mal lebend gesehen. Heute ist es 13 Jahre her. Ich glaube nicht mehr, dass sie leben.

Allerdings wäre mir wohler wenn ich wüsste wo, wann, vielleicht auch wie sie gestorben sind. Andererseits hätte ich Angst vor der Antwort, was wenn sie mir nicht gefallen, sie können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Gewahrsamslager werden von vielen für ein Mythos gehalten, keiner weiß so richtig wofür sie nützlich hätten sein sollen. Eigentlich hatten sie keinen Sinn, nur wie sollte man ohne viel Aufwand so viele halbmenschliche Wesen beobachten, die unter Verdacht standen eine eigene kleine Revolution auf die Beine zu stellen , zu einer Zeit als Voldemort das Ministerium und die ganze Zauberwelt, aber auch einen Teil der Muggelwelt wie man hörte, in Atem hielt. Das konnte niemand gebrauchen. Also sperrte man sie einfach zusammen.

Daher wurden still und heimlich ganz Organisationen in Gewahrsamslager eingesperrt. Selbst gegen Wesen nichtmenschlicher, halbmenschlicher oder einfach nur menschlicher Abstammung reichte der kleinste, noch so unbegründete Hinweis, dass sie mit einigen anderen Personen einen möglichen Aufstand ausheckten, um sie in eine solches Lager zu stecken und zu „untersuchen". Ich kann selbst nicht sagen , ob meine Eltern vielleicht doch in solch einer Sache drinsteckten. Aber selbst wenn, hätte ich es Ihnen niemals verübeln können.

Das Halbmenschen und Nichtmenschen Aufstand probten war nicht ganz unbegründet. Das Ministerium hatte ihnen wohl viele Freiheiten genommen, zu viele fanden die meisten. Ich war immerhin erst 8 und wurde erst in diesem Jahr 9. Ich war am 24. Dezember nur eine Stunde vor Mitternacht geboren, freilich nicht in England. Ich war immer ein wenig stolz auf meine Herkunft. Ich hatte den dunklen Teint meines Vaters, seine schwarzen welligen Haare, die bei seinen kurzen Haaren immer zu kleinen Locken an den Enden wurden. Von meiner Mutter hatte ich die Nase, lang ein wenig stupsig, aber noch nicht ganz so lang wie die meines Vaters, allerdings war seine Nase auch kein hervorstehender riesiger „Gesichtserker" gewesen.

Jedenfalls kamen irgendwann Leute vom Ministerium, Auroren, in unsere kleine Wohnung gestürmt, verhafteten meine Eltern, sprachen irgendetwas, wovon ich nur das Wort Gewahrsamslager verstand. Ich konnte es durch das Treppenhaus hören. Ich konnte dann nur noch den letzten Worte meines Vaters hören, der durch die ganze Gasse hätte schallen können, so laut war er gewesen: „Die Freiheit ist gestorben, die Hoffnung stirbt zuletzt, unsere Liebe stirbt nie. Vergesst das niemals."

Ich denke er hat nicht nur uns damit gemeint, er meinte eigentlich all jene die unterdrückt wurden. Er glaubte immer nur an die eine Macht, die der Liebe. Aber genutzt hat es ihm nichts.

Parvati Shrivastav, 23 Jahre alt.

Sirius stutzte. Sie erzählte nun zum ersten Mal von dem Tag, an dem ihre Eltern verschwanden, aber etwas stimmte nicht. Obwohl in die Offenheit ein wenig berührte gab es eine Ungereimtheit. Natürlich das beschriebene Aussehen. Er holte das Foto hervor. Sie hatte keine braune Haut, keine schwarzen Haare und auch keine gold-braunen Augen.

Sie war auf dem Foto genauso wie alle einheimischen Engländerinnen. Eben hellhäutig. Warum beschrieb sie sich hier anders?

Er blätterte weiter, zum nächsten Eintrag:

24 August 1994

Dear Unknown,

wie ging die Geschichte nun weiter? Könnte das deine Frage sein?

Onkel Ajay versorgte uns so gut es ging. Man glaubt ja immer, das Ministerium hätte sich um solche Fälle wie uns kümmern müssen, immerhin waren wir nicht mal volljährige Zauberer, wir waren Schutzbefohlene für sie. Es gibt einen Grundsatz im Ministerium : Kinder, egal welcher Herkunft, werden vom Ministerium versorgt, wenn den Eltern etwas zustößt (Mord oder Unfall mit Folgeschäden) oder die Eltern inhaftiert wurden, und wenn sie keine näheren Verwandten mehr habe oder diese nicht imstande sind angemessen für sie zu sorgen.

Dieser Grundsatz schien für uns nicht zu gelten, unser Onkel Ajay war ja noch am Leben, aber ob er sich um uns sorgen konnte hat niemanden wirklich interessiert, es gab Wichtigeres zu tun. Allerdings änderte sich das als wir ins Schulalter kamen und Onkel Ajay auf seine finanziellen Nöte hinsichtlich der Schulgelder bei Ministerium auf uns Aufmerksam machte. Man gab uns fortan finanzielle Unterstützung für Kleidung, Lehrbücher und so weiter, aber nur das Nötigste. Onkel Ajay war dennoch mit sieben Kindern, davon fünf Mädchen, heillos überfordert. Es hieß für uns: Werdet schnell erwachsen. Das taten wir. Wir büffelten für die Schule, jede freie Minute, wenn wir in den Ferien nach Hause kamen halfen wir Onkel Ajay bei allem was so anfiel. Waschen, kochen, das Haus putzen, wir hatten eine alte Bruchbude zu einem Spottpreis gekauft und soweit wieder hin bekommen, dass wir nicht mehr Gefahr liefen von herabstürzenden Dachgiebeln erschlagen zu werden oder durch den morschen Holzboden in den Keller zu fallen. Darüber vergassen wir unsere Träume , tagsüber zumindest, aber nachts im Schlaf haben wir alle geträumt, denke ich zumindest, ich jedenfalls, habe immer geträumt, von einer schönen Zeit und anfangs waren auch Vater und Mutter immer da gewe3sen, aber mit den Jahren verschwanden sie und ich begann selbst von einem Leben ohne sie, mit meinen Geschwistern und Ajay zu träumen. Ich liebte dieses Haus irgendwann, ich nenne es noch Heute „Zu hause" und ich sagte gern „ ich bin daheim". Onkel Ajay wohnt immer noch darin.

Ich spreche von einem Ort namens Ottery St. Catchpole . Es war nicht allzu weit von einem Haus einer anderen Familie entfernt, dem Fuchsbau, wie man ihn nannte, weil dort nur rothaarige Menschen lebten, die Weasleys eben, eine warmherzige, gütige Familie. Ich habe angefangen das Ministerium zu hassen, aber Arthur Weasley ließ mich das im nu vergessen, er war der einzige von ihnen zu denen ich Vertrauen fand. Ob sie mich heute noch erkennen würden?

Bill Weasley kümmerte sich ab meinem ersten Jahr in Hogwarts um mich. Er beschützte mich vor Hänseleien über meine abgetragenen Sachen, ab dem Jahr , da er Schulsprecher wurde. Ihn hatte ich von allen Brüdern am liebsten.

Charlie war der Zweitälteste der Familie. Schlichtweg ein cooler Typ und begnadeter Quidditchspieler. Aber auch er wuchs mir sehr ans Herz. Wegen mir musste er mal Strafarbeiten verrichten. Er hatte sich mit ein paar Jungs geprügelt, die über meine Kleidung und über meine allgemein bekannte Herkuft gelästert hatten und mich mit Dreck bewarfen.

Percy war kurzum, noch bevor er in die Schule kam ein Streber. Er war wissbegierig, was ich ihm zugute halten will, jedoch nicht seine Überheblichkeit die er ab und an an den Tag legte. Aber eigentlich war auch er liebenswert und auch schüchtern. Die Weasley- Zwillinge schienen schon von Geburt an geschworen zu haben, ihr ganzes Leben mit Streichen zu versüßen. Ich war mir sicher, auch die Lehrer von Hogwarts oder auch die Einrichtungen der Lehranstalt vor ihnen sicher sein würden. Waren sie auch nicht. Ron war damals noch der jüngste, Ginny aber auch schon unterwegs, gewesen.

Und Molly Weasley, die Gute Seele, der ganzen Familie, liebevoll aber auch streng. Sie war die Mutter aller Weasleys und ihr Mann Arthur wenigstens dem Namen nach das Familienoberhaupt. Doch im Hintergrund war es Molly, die das Chaos in Grenzen hielt und es zumindest in geordnetes Chaos wandelte. Wir waren häufig dort und haben mit den Kindern gespielt, in den Ferien haben wir manchmal dort gegessen, einige Male auch übernachtet.

Meine Schulzeit war, so kann ich sagen, trotz einiger Hindernisse gut verlaufen und eigentlich so weit es ging, waren wir auch glücklich. Ich lernte , wie meine Geschwister auch, Leute kennen, die sich um unser Herkunft nicht scherten. Ich hatte Maggien und Noir, die schon während ihrer Schulzeit ein Paar wurden und dann auch heirateten.

Ich bereue nichts und ich denke mit Freuden an diese Jahre zurück.

Parvati Shrivastav, 23

Sirius stand auf und ging in die Küche dort hockten noch Bill, seine Mutter Molly und Arthur, der gerade eben erst von Arbeit gekommen war. Sie sahen ihn verwirrt an. Er stand mit einem fordernden Blick in der Tür und sah sie an.

„warum habt ihr sie nie erkannt?", fragte er plötzlich. Ratlos und noch verwirrter sahen sie ihn an. „Von wem sprichst du , Sirius?", fragte Arthur leicht müde. „Von Parvati Shrivastav, die damals hier war, zu ihrem Schutz. Wir haben ihr dann das Gedächtnis wieder gelöscht, weil sich die ganze Sache als unnötig herausgestellt hatte", half Sirius ihrem Gedächtnis auf die Sprünge. Während Bill bedrückt zu Boden starrte, sahen Molly und Arthur ihn noch perplexer an als vorher. „Wir kannten sie vorher nicht", sagte Molly. „Ihr kanntet sie. Sie war das Mädchen, dessen Onkel Ajay Shrivastav immer noch in der Nähe eures Hauses wohnt. Das Mädchen, das ihr mit ihren Geschwistern immer so herzlich, bei euch aufgenommen habt, zum Essen, Spielen oder Übernachten". „Aber die Parvati die hier war, war doch hellhäutig und hatte blaue Augen und braunes Haar gehabt. Sie war höchstens eine Namensverwandte. Das Mädchen, das wir kennen, aber leider nie wieder gesehen haben, hieß zwar auch so, aber ihre Haare waren schwarz, ihre Augen wundervoll braun und die Haut war leicht gebräunt. Aber woher weißt du von diesem Mädchen, wir erzählten nie etwas davon". Molly war verblüfft, Arthur sah ihn geschafft, aber ebenso verwirrt wie seine Frau an. Sirius hielt das Tagebuch hoch. „Ihr Tagebuch", sagte er. „Aber das ist unmöglich, sie sahen sich gar nicht ähnlich", sagte Molly und ihr Mann nickte zustimmend. „Doch sie sah ihr ähnlich, sie mag ihre Haut magisch aufgehellt haben, ihre Augenfarbe verändert haben, ihr Harre gefärbt, aber sie hatte noch Merkmale die niemals vor mir hatte verstecken können. Ihr Blick war noch immer derselbe, tief und sehr eindringlich, beinahe sogar etwas altklug manchmal. Ich konnte sie erkennen, ich habe recht viel Zeit mit ihr verbracht. In ihrem Schicksal habe ich auch ein wenig das meinige gesehen, es hätte uns auch so ergehen können". er sah sein Eltern an, „ Ihr hättet ebenso gut im Gewahrsamslager sein können, auch wenn ihr keine Werwölfe wart. Ihr habt damals, als ich noch viel zu klein war um im Phönixorden zu kämpfen, auch einen leisen Widerstand gegen das Ministerium gehegt, der ganze Orden hat die Autorität des Zauberministeriums untergraben indem ihr auf eigene Faust gegen Voldemort gekämpft, aber auch Leuten geholfen habt, die vom Ministerium verdächtigt wurden, auch wenn sie unschuldig waren. Ihr wart nicht unbedingt beliebt, möchte ich mal so anmerken, dass sie Euch nicht entdeckt haben war reiner Zufall und pures Glück. Glück, dass ihren Eltern verwehrt blieb. Als ich sie traf, war mir dass nicht klar, erst als ich älter war und sie mir in meinem letzten Jahr erst alles von ihrer Familie erzählte, wurde mir das klar". „Mein Sohn es gibt keinen Beweis für die Existenz dieser Gewahrsamslager", sagte Arthur. „Ich glaube, dass es sie gab. Ich glaube auch, es wird sie wieder geben. Ich befürchte es zutiefst, weil wir jetzt schon wieder so tief in der Materie drinstecken.

Sirius ich bitte dich gib mir das Buch. Ich werde es Parvati wiedergeben". Bill sah Sirius fest an. Er wusste wie sehr Sirius sich dagegen sträubte, doch gab dieser ihm das Buch, knurrend, aber immerhin gab er es ihm.

Bill presste das Buch fest an sich beim Hinausgehen, doch dann drehte er sich noch einmal um bevor er den Raum verließ. „Sirius, lag ein Bild dabei?", fragte er noch. „Ja, aber es liegt drin, du kannst es nachsehen, zwischen der ersten und zweiten Seite". Bill sah hinein und nahm das Bild in die Hand.

„Dieses Bild ist eine Lüge. Ich hoffe sie sieht das irgendwann wieder selbst ein", meinte er halblaut.

Er verschwand durch die Tür und klinkte sie vorsichtig wieder hinter sich ein. Er wusste nicht wo sie wohnte, aber wo sie arbeitete. Er würde morgen im Ministerium nach ihr fragen.

Wie hätte er sie vergessen können? Wie hätte er solche Augen je vergessen können? Solche Lippen? So ein Gesicht, so ein Lachen? Lachte sie überhaupt noch? Wenn ja, wie viel? Sie hatte eigentlich gerne gelacht, nur hatte es immer wenig Grund für sie zum lachen gegeben. Aber wenn sie daheim war unter ihren Geschwistern, Freunden, von denen es allerdings nicht viele gegeben hatte.

Sie hatten sich lang nicht mehr gesehen, beide hatten sich aus den Augen verloren, er hätte dies damals nie für möglich gehalten aber es war geschehen. Sie hatte ihm Briefe nach Ägypten geschickt, während seiner Ausbildung, aber er hatte selten geantwortet, irgendwann hatte er es nicht mehr geschafft und als er wieder schreiben wollte, hatte er gezweifelt, dass sie überhaupt noch einen Brief von ihm erwartete. Sie war sicher enttäuscht gewesen. Wie sollte er das wieder gutmachen? Da wurde ihm klar, dass dies nie möglich sein würde und er rang schon jetzt nach Worten , wie er ihr am morgigen Tage gegenübertreten sollte.

Er war sich bewusst das sie Fragen stellen würde, woher er das Buch hatte. Und diese Frage bereitete ihm die meisten Kopfschmerzen, dieses Haus war immer noch durch den Fidelius-Zauber geschützt, niemand wusste mehr wo der Grimmauldplatz 12 war. Für viele existierte er nicht mehr, aber galt das auch für Menschen die ihr Tagebuch und damit einen großen Teil ihrer Selbst in diesem Gebäude zurückgelassen hatten? Er würde es herausfinden und zur Not, sollte sich wieder Erwarten doch erinnern, gab es noch den Gedächtniszauber, auch wenn er es ungern tun würde.

Peter Gabriel ist kein Zauberer, aber es gibt ihn wirklich und auch dieses Lied „The Book of Love"