Aloha!! Wie ihr sicherlich wisst gehört, außer der Familie Shrivastav und eventuell auftretenden Freunden, alles J.K. Rowling. Ich plane allerdings einige Stationen aus den Büchern auszulassen weil sie nicht ganz in mein Konzept passen. Welche Stationen das sind wird sich zeigen Für eventuell abweichende Beschreibungen die nicht mit den von JKR beschriebenen Orten übereinstimmen entschuldige ich mich schon jetzt

Das Erwachen und die darauf folgende Einsicht

Bill hätte Sirius schon damals, als er bemerkt hatte dass er an dieses Tagebuch gekommen war, wegnehmen müssen, aber nein er hatte zugelassen dass er es weiter gelesen hatte. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass sie aus lauter Wut auf ihn aus ihren Gedanken verbannt hatte. Doch sie sprach noch immer über ihn als wäre nichts gewesen, er hasste sich dafür, dass er dieses Kapitel gelesen hatte. Doch er musste unbedingt wissen, wie sie über ihn dachte. Er wusste jedoch nun auch dass Devi und die Zwillinge Mary und Ann tot waren. Er hatte sie alle gekannt, jedoch keine so gut wie Parvati, zu der er die engste Bindung hatte.

Er lagt auf seinem Bett im Fuchsbau, Percys ehemaliges Zimmer war ja frei geworden, seither schlief er von Zeit zu Zeit dort und gerade heute hatte er die Nähe bekannte vertrauter Umgebung gebraucht. Es war noch nicht so spät, seine Mutter hatte erst vor fünf Minuten zum Abendessen gerufen. Er hatte es heute einfach nicht fertig gebracht ihr das Tagebuch zu geben, obwohl er es eigentlich schon gestern Abend beschlossen hatte.

Fleur war zum Essen gekommen, sie war bezaubernd, na ja sie war ja auch eine halbe Veela. Sie hatte ihn verzaubert mit ihrem Charme und ihrer nicht abzustreitenden Schönheit. Ihre helle Haut strahlte wie helles Mondlicht, rein und klar ohne Makel, so schien es. Schlank und anmutig war sie, ja er wusste dass sie ihm den Kopf verdreht hatte. Aber in jeden Gedanken an sie mischte sich jetzt auch das Gesicht einer jungen gebräunten Frau, die keinerlei Veela-Abstammung besaß, sie sah exotisch aus, hatte goldbraune Augen, keine leuchtend blauen wie Fleur, aber durchaus reizvoll, dazu die pechschwarzen Haare und ein schlanker hübscher Körper. Er versuchte sie nun mehr denn je sie aus seinen Gedanken zu verbannen, sein Herz schlug doch für Fleur, doch war da dieses unbestimmte Hämmern in der Brust wenn er auch an sie dachte und dann schob er es auf seine Schuldgefühle ihr gegenüber. Doch es schlug so hart dass es fast wehtat. Er wollte nicht mehr an sie denken, ihr wollte sie auch nicht mehr ansehen, er wollte nicht sehen wie sie jetzt aussah, er wollte nicht wissen was geschehen könnte, wenn er ihr gegenüberstehen würde.

Es klopfte an der Tür und Arthur sah herein. „Dad, kannst du nicht warten bis ich „Herein" sage?", fragte Bill leicht mürrisch. „Wir warten auf dich Bill, alle sitzen unten und Fleur will dich endlich begrüßen, du hockst schon die ganze Zeit hier herum", entgegnete Arthur seinem Sohn leicht verärgert. „Was geht unserem Großen durch den Kopf?" fragte er dann als er den bedrückenden Blich seines ältesten Sohnes sah. „Wie kann ich sie vergessen, Dad. Wie kann ich dieses Mädchen aus unseren Gedanken verbannen, ich halte es kaum aus an sie zu denken, ohne dass ich Gefahr laufe durchzudrehen. Wie?", fragte Bill und sah hinaus . Der Himmel war gerade beinahe dunkelrot, verlief vom Horizont, der golden schimmerte und von dort über tief rot bis zu lila und

blau verlief. „Wie? Fleur willst du vergessen?", fragte sein Vater verwirrt und setzte sich zu seinem Sohn an die Bettkante. „Nein, Nein", antwortete Bill gequält. „Parvati. Wie kann ich sie vergessen? Sie macht mich noch wahnsinnig, sie braucht nicht mal anwesend zu sein". „Tja mein Sohn entweder du lässt deine Erinnerung an sie löschen oder du besorgst dir ein Denkarium. Aber anders als mit Gewalt wirst du sie nie wieder herausbekommen. Die Frage ist nur, wem nützt es seine Gefühle weg zu sperren? Niemandem, denn selbst wenn deine Erinnerung fort sind, vergisst das hier", und Arthur deutete auf Bills Herz, „nie für wen es schlägt, härter und schneller als du atmen kannst. Irgendwann stehst du ihr gegenüber und dann könntest du ersticken. Aber das musste du wissen", endete Mr. Weasley mit einem wissenden Lächeln. „Ich liebe Fleur", sagte Bill knapp und klang dabei ernst und fest. „Wenn du das sagst", meinte Arthur und verließ seufzend das Zimmer.. Doch dann kehrte er wieder zurück. „Gib ihr das Tagebuch nicht zurück, es könnte Fragen aufwerfen, vergiss nicht, dass sie vergessen hat, dass sie jemals im Grimmauldplatz 12 war. Die ganze Welt hat vergessen, dass es ihn gibt und sie ebenfalls", riet er seinem Sohn. „Du hast Recht. Ich werde es irgendwo verstecken", antwortete Bill.

Ca. zwei Wochen später.

Als Prasad Shrivastav seiner Schwester im Ministerium seit langer Zeit wieder über den Weg lief, fielen ihm beinahe die Akten aus den Armen. Seine eigene Schwester hatte wieder die Hautfarbe, die sie als kleines Kind schon hatte. Naturbraun, ein bisschen wie heller brauner Kandiszucker. Die braunen Augen, wie die seines Vaters, die Haare pechschwarz und an den Enden ein wenig gelockt. Aber sie waren auch kürzer geworden, früher hatte sie hüftlange Haare gehabt, nun reichten sie nur noch bis unter die Schulterblätter.

Sie hielt im letzten Moment die Akten auf, bevor sie ihm aus den Armen zu gleiten drohten. Er lächelte, ein wenig verlegen. „Gefällt mir, gefällt mir sehr was ich da sehe". „Danke antwortete sie ein wenig verhalten und gab ihm die Akten geordnet zurück.

„Lakshman und Priya würden einen riesigen Schrecken bekommen, wenn sie dich so sähen"."Es wäre Ihnen egal wie ich aussähe. Es wundert mich manchmal, dass sie überhaupt noch wissen dass es uns gibt". "Es wird irgendwann der Zeitpunkt kommen da werden sie merken, wie kostbar Familie sein kann. Auch wenn unsere ziemlich auseinandergegangen ist, wir sind der Rest unserer Familie und das ist doch etwas". „Sich nur auf die Blutsbande zu besinnen reicht nicht. Wir müssten uns vertrauen können und wieder häufiger sehen. Ich weiß kaum noch etwas von Lakshman und Priya, ich kenne sie kaum noch, ich kannte sie als Schulkinder, ältere Geschwister, die sich mit uns herumplagen mussten und das sogar mal gern getan haben, aber ich kenne nicht die Personen die sie jetzt sind. Ich weiß wie sie aussehen, aber ich weiß partout nicht was in ihnen vorgeht. Früher war das anders gewesen, wir haben uns nur angesehen und zumindest geahnt was los war".

Sie waren ein Stück gelaufen während sie sich unterhalten hatten und standen nun vor seinem Büro. Ihm war dieses Thema wohl etwas unangenehm, dennoch ergriff er nicht die Flucht in sein Büro: „Maya, das ist meine Freundin, und ich wir wollen demnächst Onkel Ajay in Indien besuchen. Maya wollte unbedingt mit mir dahin in die Heimat. Du wurdest dort geboren genauso wie Devi, Priya und Lakshman. Mary und Ann kamen ja hier zur Welt. in zwei Monaten geht es los. Wir machen eine Rundreise und enden in Panaji unserer Geburtstätte. Vielleicht können wir ja auch mal bei unseren Großeltern in Mumbai vorbeischauen. Wenn du magst kannst du mitkommen. Es wäre mal ganz gut zu den Wurzeln zurückzukehren. Wer weiß wann wir je wieder die Möglichkeit dazu haben werden. Du musst es nicht jetzt entscheiden, wir können uns in drei Tage bei Florean Fortescues Eisdiele treffen und dann gibst du mir Bescheid. Maya will auch mal ein bisschen was von unserer Familie sehen. Er gab ihr einen Zettel mit dem Datum und der Uhrzeit und verabschiedete sich dann mit einem brüderlichen Augenzwinkern. Sie machte sich auf den Weg zu ihrer Abteilung als ihr Arthur Weasley über den Weg lief. Sie stiegen in denselben Aufzug ein und wurden ganz nach hinten gedrängt. „Parvati Shrivastav? Unsere Güte ich habe dich lang nicht mehr gesehen, das muss ja jetzt schon bald sieben Jahre her sein" lächelte er freundlich und reichte ihr die Hand die sie auch freundlich in ihre nahm. Er war der Vater von Bill Weasley, ihrem einst besten Freund aus der Schule, länger hatte die Freundschaft kaum gereicht. Es war seltsam dass Arthur Weasley sie erst jetzt wieder ansprach, aber sie hatte sich ja auch bis vor wenigen Wochen noch hinter einem falschen Gesicht versteckt.

„Es geht dir doch hoffentlich gut und deinen Geschwistern auch?" fragte er. „Ja ja, es geht …uns gut. Entschuldige Arthur ich muss hier raus", meinte sie und drängelte sich an den anderen vorbei aus dem Aufzug.

Sie saß den ganzen Tag in ihrem kleinen Büro und arbeitet mechanisch vor sich hin. Gott, wie gerne würde sie die anderen wieder sehen, aber wie sollte sie ihnen dann die Todesfälle ihrer Familie erklären? Sie hatte Angst vor diesem Wort Warum. Warum waren drei ihrer Schwestern verstorben? Wie konnte das passieren? Sie hatten einfach nicht genug aufeinander aufgepasst.

Der Feierabend rückte näher und näher und irgendwann waren außer ihr nur noch ein paar andere in der Abteilung. Sie sah um elf zum ersten Mal auf die Uhr. Sie schloss ihre Arbeit ab und lief durch das Menschenleere Atrium. Sie schrieben jetzt schon Anfang Juni und vor wenigen Monaten hatte sie mit Serenus Doyle dieser Stadt den Rücken kehren wollen. Doch er war nun tot und konnte ihr nicht mehr beistehen. Selbst wenn sie es geschafft hätten hier raus zu kommen, wohin hätten sie gehen sollen? Sie hatten kaum einen Plan gehabt. Und wäre es woanders besser gewesen? Sie wollten das Ministerium gerade verlassen als durch die Kamine plötzlich mehrere Personen das Atrium betraten und an ihr vorbeiliefen, als wäre sie nicht da. Kingsley Shaklebolt, Remus Lupin und Nypmphadora Tonks erkannte sie, aber auch Alastor Moody und einige andere Ministeriumsangestellte die hektisch auf den Aufzug zuliefen. Erst als sie mir einem hochgewachsenen Mann zusammenstieß wurde sie wirklich wahrgenommen, sie fiel zu Boden und er hielt an um ihr aufzuhelfen. Sie sah Sirius Black in die Augen, einem etwas gesünder wirkenden Sirius Black. Er rannte weiter zum Aufzug und sah sie erst genau an als er im Aufzug stand und in die Mysteriumsabteilung fuhr. Und in diesem kurzen Moment erkannte er in ihr Parvati Shrivastav, die Besitzerin des Tagebuches. Sie sah anders aus, aber er hatte sie erkannt. Doch er hatte jetzt andere Sorgen, er musste sein Patenkind retten.

Sie stand da vor dem Aufzug und war wie erstarrt. Sie hatte ihn gesehen hier im Ministerium, aber er schien in keiner Weise der Mann zu sein, den alle suchten, den man für einen zwölffachen Mörder hielt. Er war mit anderen Auroren zusammengewesen, aber sie wirkten wie seine Verbündeten. Was wurde hier gespielt? Was suchten sie hier? Was wollten sie dort unten?

Sie rannte die Treppen hinunter bis in die Mysteriumsabteilung, auf den Aufzug hatte sie nicht warten wollen. Sie waren schon lange hinter dieser Tür verschwunden. Sie öffnete sie und trat ein. Es war ein mehreckiger Raum und es gab mehrere Türen. Als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel wurde der Raum stockdunkel und die Türen schienen sich um sie herum zu drehen. Im Stillen wuchs ihre Aufregung, wen sie sich hier verlief fand sie vielleicht nicht mehr hier raus, es waren schon einige Angestellte hier verschwunden weil sie sich verlaufen hatte, bis heute hatte man nicht alle wiedergefunden. Wenn es wirklich irgendjemanden gab, der auf sie Acht gab, so wie es ihre Eltern ihr immer erzählt hatten, sie flehte diesen jemand an, ihr nur einmal ein bisschen beizustehen. Nur einmal. Der Raum wurde wieder hell und die Türen standen wieder still. Sie ging geradeaus auf eine Tür zu und bat diesen irgendjemand weiterhin ihr zu helfen.

Als sie die Tür öffnete sah sie in einen Raum der aus sah wie ein Amphitheater mit seinen Stufen die in einem Kreis um ein Podest mit einem Torbogen angeordnet waren.

Ein Kampf schien entbrannt und anstatt. Sie erkannte mehrere gesuchte Todesser, aber auch einen unmaskierten Lucius Malfoy. Es war keine Neuigkeit, aber er bestätigte den Verdacht, dass er etwas mit dieser Sippe zu tun hatte. Junge Schüler aus Hogwarts darunter auch Harry Potter, kämpften an der Seite von Ministeriumsangestellten mitten in der Mysteriumsabteilung gegen Todesser. Und sie stand über ihnen und sah nur zu. Sie griff nach ihrem Zauberstab in ihrer Jackentasche und ehe sie es sich versah hatte sie den ersten Schockfluch gegen einen Todesser gesprochen, der gerade Kingsley Shaklebolt von hinten angreifen wollte. Der hatte die Hilfe gar nicht mitbekommen Bellatrix Lestrange schon. Sie schickten ihr einen Todesfluch dem sie auswich in dem sie vornüber die Treppe hinunterstürzte. Sie fiel die vielen Treppen hinunter und landete schließlich auf dem Boden. Sie hatte sich wahrscheinlich eine Rippe oder mehr gebrochen, vielleicht auch nur angebrochen, jedoch zum Glück nicht das Genick. Sie landete zu Füßen eines Todessers der ihr sadistisch ins Gesicht grinste. Er erhob den Zauberstab. Sie trat mit beiden Füßen gegen seine Knie, die hässlich knackten und der Todesser nur einen Schmerzensschrei von sich gab. Er fiel zu Boden und sie belegte ihn, noch selbst am Boden liegend, mit einem Fesselfluch. Sie keuchte auf, eine Rippe war mit Sicherheit gebrochen und hinderte sie am freien Atmen. Die Auroren jedoch hatten schon so gute Arbeit geleistet nur noch Bellatrix Lestrange kämpfte gegen Sirius Black, der vor dem Torbogen auf dem Podest stand. Einem der Flüche entging er nur knapp. Er lachte seine Cousine aus und reizte sie. Der zweite jedoch traf ihn mitten in die Brust. Er lachte noch immer aber seine Augen sprachen Entsetzen aus. Ohne weiter nachzudenken hechtete sie zum Podium. Kurz bevor er durch den Torbogen fiel hielt sie ihn an seinem Arm ziehend zurück. Es war doch nur ein Schockfluch gewesen. So fiel er nicht durch den Torbogen sondern blieb davor liegen. Bewegungslos, schwach atmend, aber noch lebend. Bellatrix war so überrascht über ihre letztendliche Niederlage, das sie sich umdrehte und weglief. Doch noch in der Drehung schickte sie Parvati einen hasserfüllten Schockfluch. Er traf sie in den Rücken. Sie spürte einen stechenden Schmerz durch den ganzen Körper und brach genau neben Sirius Black zusammen.

Lupin erschrak zutiefst als die Retterin seines besten Freundes wie tot neben ihm zusammenbrach, von einem letzten Schockfluch dieser Hexe Bellatrix getroffen. Doch genau wie Sirius atmete sie schwach und unregelmäßig. Sirius wurde mit einem Portschlüssel in den Grimmauldplatz gebracht, gemeinsam mit Remus Lupin, wo Madam Pomfrey ihn würde behandeln können. Ihre eigenen Verletzten versorgten sie so gut es ging. Kingsley überwachte Parvati. Sie war blass unter ihrer braunen Haut, die großen braunen Augen verschlossen. Und erst als er ihren Ausweis las, der in ihrer Tasche war, erkannte er sie als diejenige wieder die sie vor einigen Monaten beschützt hatten und dann diese Erinnerung an die Zeit gelöscht hatten. Aber damals hatte sie hellere Haut und eine andere Augenfarbe gehabt, auch die Haare waren länger und braun gewesen, der Ausweis hatte jedoch schon ein neues Foto.

Sie hatte Sirius Black damals auch kennen gelernt, was eigentlich nicht geplant war. Doch sie hatte keine Angst gezeigt, was alle überrascht hatte, wahrscheinlich sogar Parvati selbst. Aber sie waren gut miteinander klargekommen. Er, Kingsley, hatte sie damals unter den Schutz des Phönixordens gestellt, weil sie die Todesser schon gesehen hatte, als Voldemorts Rückkehr noch gar nicht offiziell gewesen war.

Jetzt hatte sie Srius Black das Leben gerettet, jemand den sie eigentlich vergessen hatte und der eigentlich ihr „Feind" hätte sein müssen.

Aurorenkollegen kamen in die Mysteriumsabteilung und sahen die Verletzten. Sie sagten ihn kurz was passiert war und die anderen sahen sich gegenseitig an. Es war jetzt also offiziell, der Dunkle Lord, dieses Ungeheuer, Voldemort würde zurückkehren. Endlich mussten sie der Wahrheit ins Auge sehen.

Parvati wurde in das St. Mungos Hospital gebracht, wo man feststellte, dass sie zwei gebrochene Rippen hatte, die fachmännisch behandelt wurden. Ihre Geschwister waren zu dritt gekommen und zum ersten Mal seit langem hatten sie die Arbeit weggelegt als Prasad ihnen sagte, wenn sie jetzt gingen, bräuchten sie weder ihm noch ihr je wieder unter die Augen zu treten.

Als Parvati wieder wach wurde, war sie ein wenig erstaunt ihre Geschwister an ihrer Seite zu sehen und zwar alle drei. Aber sie war sehr erleichtert darüber. Nach wenigen Tagen konnte sie schon wieder nach Hause.

Doch sie blieb stumm, sagte kaum ein Wort. Sie hatte Angst. Angst vor dem was jetzt kommen würde. Voldemort war offiziell wieder da und jetzt schon war überall die Panik ausgebrochen.

Als Sirius Black im Grimmauldplatz wieder erwachte, war er völlig verwirrt gewesen, er wusste nicht mehr was passiert war, nur dass seine verfluchte Cousine ihn versuchte hatte zu töten und auch mit einem Fluch getroffen hatte. Niemand erzählte ihm was wirklich passiert war. Sie erzählten ihm er habe einfach nur viel Glück gehabt.

27. August 1994

Dies hier ist mein letzter Eintrag in diesem Tagebuch. Danach verstecke ich es irgendwo, weit weg von mir selbst.

Ich will auch heute den wohl wichtigsten Eintrag machen, denn er betrifft den Verbleib unserer Eltern. Wir alle haben sie all die Jahre lang vermisst und ihr Fortbleiben führte letztendlich zu unserer jeweiligen Entwicklung, glaube ich. Manchmal wünschte ich mir ich könnte mit unseren Eltern, lachen, weinen, streiten ,über solche Sachen wie Jungs zum Beispiel, gut das war bei mir eher selten Thema, aber wenn, dann wäre es bestimmt für unseren Vater eine mittlere Katastrophe gewesen, wenn ich einen Weißen als Freund gehabt hätte. Ein Moslem wäre der Weltuntergang gewesen, für ihn. Er war eben Inder. Unsere Mutter hätte sich auch etwas darüber aufgeregt, aber sie wusste stets, dass sie mit der Heirat mit unserem Vater selbst die Grenze ihrer Eltern überschritten hatte, die ihre Tochter lieber mit einem jungen Mann aus Griechenland oder Italien verheiratet hätten. Das sich Azzura über den willen ihrer Eltern hinweg gesetzt hatte, führte schließlich auch zum Bruch mit der gesamten Verwandtschaft, egal ob von italienischer oder griechischer Seite.

Unsere Großeltern habe ich noch nie gesehen, jedenfalls nicht die mütterlicherseits, ich habe nur eine Adresse, die unsere Mutter uns Kindern mal gegeben hat. Falls sie jemals das Bedürfnis hätten ihre Großeltern kennenzulernen. Sie leben auf der Insel Santorin.

Die Eltern unseres Vaters hingegen akzeptierten sie zumindest, auch noch als sie kurz nach Lakshmans Geburt zur Werwölfin wurde. Doch sie wurden immer freundlicher mit der Zeit.

Für kurze Zeit gingen unsere hochschwangere Mutter nach England, bracht dort Mary und Ann zur welt (eigentlich heißen sie richtig: Meri und Anjali, wir nannten sie nur so weil sie als einzige von uns in England zur Welt gekommen waren). Wir wissen nicht was unsere Eltern dort wollten und haben es auch nie herausgefunden. Bis dann unsere Eltern weggebracht wurden, an einen ort, der heute angeblich nicht existiert, in diese Gewahrsamslager. Manche streiten sie ab, manche bestätigen sie. Ich habe sie nie wieder gesehen, obwohl sie nur kurz vor Voldemorts Fall abgeholt wurden. Ich habe inzwischen herausgefunden warum sie nicht wiederkamen, Voldemort hatte eines dieser Lager überfallen. Ihr Lager. Ich fand einen Bericht irgendwo im Aktendschungel in einem Raum, der sich ganz in der Nähe der Ministeriumsabteilung befindet. Darin stand er habe alle umgebracht die sich nicht doch noch ihm anschließen wollten, all die dunklen Nachtgestalten die er für seine Armee haben wollte und die durch Aufstände gegen das Ministerium dort eingesperrt wurden. Weil Azkaban chronisch überfüllt war, weil es nicht genug Dementoren gab, ich weiß es nicht. Jedenfalls tötet er jene, die sich ihm nicht anschließen wollten, so auch unsere Eltern. Dieser Bericht war angeblich streng geheim, aber ich kam heran. Wahrscheinlich dachten sie, niemand würde jemals in diesen dunkeln staubigen Kellerraum gehen. Ich selbst habe mich je eher verlaufen und als ob das Schicksal mir zugewunken hätte, fiel dieser Bericht aus irgendeinem Schrank vor unsere Füße. Ein Ort den es angeblich nicht gab, Menschen die angeblich einfach nur verschwunden waren. In diesem Bericht stand alles, ein Wächter von dort hatte wohl alles gesehen. Sie vergruben die Leichen heimlich, aber sie notierten die Namen, wahrscheinlich hatten sie Nummern oder so, die später erst den Namen zugeordnet wurden. So erfuhr ich vom Tode unserer Eltern, endlich bestätigt, nach vierzehn Jahren. Lakshman und Priya habe ich es erzählt, die hatten nichts weiter übrig als „Na endlich ist es aufgeklärt", sie hatten zum Glück nie gefragt woher ich das wusste, Onkel Ajay und Prasad (!) haben geheult. Sie haben mir zum Glück geglaubt was ich sagte und keine Beweise angefordert. Ich habe den Bericht kopiert, das original wieder eingeordnet und die Kopie mitgenommen und sicher verwahrt.

Ich denke nicht, dass ich jemals noch mehr über diese Zeit nachforschen werde, zumal ich es gar nicht will. Es ist nicht gut so wie es ist, aber ich habe eine Erklärung, auch wenn sie nicht freiwillig gegeben wurde.

Es gibt viele Dinge die in meiner Familie die ungereimt sind und bleiben, wie zum Beispiel die Tode meiner drei Schwestern, aber ich bin keine Detektivin und ich bin noch nicht bereit dazu in der Geschichte herumzustochern zumindest nicht in meiner eigenen. Denn zurück bringen kann man sie mir dann auch nicht mehr. Sie kommen nicht wieder und sagen „Gut gemacht". Vielleicht wenn ich mutiger bin, dann kann ich diese Tode aufklären, denn trotz allem geistert dieser verdacht in meinem Hinterkopf umher. Das waren keine Zufälle. Aber ich weiß sie wären mir nie böse wenn ich es nicht schaffen würde. Denn das Letzte, was sie wollen würden, wäre meine eigene Lebensgefahr.

Aber ich werde Hilfe brauchen, jemand der mich unterstützt und auch vorantreibt, wenn ich mal aus Angst vor dem nächsten Schritt haben sollte.

Vielleicht, vielleicht irgendwann einmal wird alles gut oder besser als jetzt.

Ich habe viel Zeit in Trauer verbracht und auch irgendwie oft zugelassen dass sie mein Leben bestimmt. Ich kann die zeit nicht zurückdrehen, aber wäre das überhaupt gut?

Trauer ist wichtig wenn man Menschen, die einem wichtig sind und waren, verliert, Trauer ist ein Prozess in dem man den Verlust so weit wie möglich bewältigt und dann wieder zurück ins Leben startet ohne jedoch diesen Menschen zu vergessen.

Der Tod ist nicht das Ziel, ein notwendiges Übel eher, von meinem Standpunkt aus gesehen. Bei manchen Menschen kommt er viel zu früh. Ich gebe zu, ich habe angst vor dem Tod, jetzt zumindest noch, wo ich immer noch nicht meinen Platz im Leben gefunden habe, meinen Platz zwischen all diesen Menschen. Viele sind wahrscheinlich schon gestorben, bevor sie ihn gefunden haben, überhaupt davon etwas ahnten. Ich wünscht jeder Mensch könnte die Chance erhalten seinen Platz zu finden und ihn auch etwas auszuleben. Aber leider ist das nicht allen Menschen vergönnt. Ich werde aber nicht durch mein Leben sprinten. Ich werde Leben, nicht mehr irgendwie. Das Leben hat nicht nur gerade Strecken, es geht bergauf und bergab. Im Moment bin ich in einer Art Tal wenn man so will und ich suche nach einem Weg nach oben und komme ich wieder bei dieser etwas altklugen Weisheit an: Der Weg ist das Ziel.

Es gibt so viele Möglichkeiten zu leben und jeder mag das Leben anders sehen und erleben. Vielleicht hilft es aber auch ein bisschen dieses dumme T- Wort mal zu vergessen, die Vergangenheit ein bisschen beiseite zu schubsen und die Zukunft nicht zu sehr zu planen (Kleine Lebenspläne sind nie falsch. Große schritte in Richtung Zukunft können einen schnell verzweifeln lassen, ob man sein Ziel auch erreicht, vielleicht bringen die kleinen einen ja auch ans Ziel. Verplempere aber dabei nicht deine Zeit, geht kontinuierlich diese kleinen Schritte, aber gehe nicht stur und ohne nach links und rechts zu schauen. Vielleicht findet man neue Wege zum Ziel.

Das hört sich ja planmäßig alles ganz gut an, mal sehen ob es klappt, dennoch finde ich, dass ich ein wenig wie diese Kummerkastentanten klinge. Nun ja, es ist eben mein Kummerkastenmagazin, dieses Tagebuch. Als ich es anfing hätte ich nicht gedacht, dass ich es so beenden würde.

Und nun wirklich zum Ende dieses Eintrages. Ich bin dankbar und das mag sich komisch anhören.

Ich habe nicht viele große schöne Erlebnisse gehabt, aber so einige Kleinigkeiten an die ich mich sehr gerne erinnere. Es werden vielleicht noch viele schlimme Sachen passieren, Geschehnisse die einen niederreißen können, Dinge die einen prägen. Aber dann gibt es so viele kleine Dinge, die einfach nur schön und angenehm sind, die einen wieder aufmuntern, keine großen Dinge vielleicht. Was ich eigentlich sagen will, schätze die kleinen Dinge um dich herum, die dich glücklich machen und aufmuntern können. Schätze sie mehr als das was die Momente die dich unglücklich gemacht haben, vergiss sie nicht, aber denke nicht nur an sie.

Parvati Shrivastav, 23

Eine Woche später

Parvati griff noch am späten Abend zum Hörer ihres Telefons, sie lebte wirklich schon fast wie eine Muggel und es gefiel ihr. Ihr Bruder besaß auch eine Telefon, er meinte man sei damit jederzeit besser erreichbar und auf jeden Fall eine bessere Tarnung, da sie ja unter Muggeln lebten.

Es klingelte viermal ehe er abnahm. „Prasad Shrivastav?!", meldete sich ihr Bruder. „ich bin es. Parvati. Hör zu. Was hältst du davon: Wenn alles vorbei ist, gehen wir nach Indien besuchen dort unsere Großeltern und Ajay und all die anderen Onkel und Tanten, die wir haben und danach gehen wir nach Santorin", sie biss sich danch vor Anspannung ein wenig auf die Unterlippe. „Santorin?", fragte er verwirrt. Und dann: „ Du meinst doch nicht etwa…" „Doch das meine ich". Sie war erleichtert dass ihr Bruder selbst daraufgekommen war. „Sie wollten nie etwas von uns wissen", erwiderte ihre Bruder, er klang nach wie vor überrascht. „Ja ,aber nur weil sie nie die Chance hatten uns kennenzulernen und nicht wussten was ihnen entging. Wir sind ihre Enkel und sie sind trotz allem noch die Eltern unserer Mutter. Du hast doch auch gemerkt wie unglücklich sie manchmal war, weil ihre eigene Familie nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte. Mutter zuliebe könnten wir doch versuchen das Band etwas zu kitten. Wenn die uns nicht anhören bevor, sagen wir, zwei Wochen nicht verstrichen sind, dann sehe ich die Sinnlosigkeit meines Planes auch ein". „Sagen wir mal es würde klappen. Was erhoffst du dir von einer Versöhnung?". „Nichts, außer vielleicht Friede und ein bisschen von unserer Familie zurück. Sie gehören dazu. Ich weiß das sie stur sind, aber ich werde nichts unversucht lassen, vielleicht doch ihre dumme Sturheit zu brechen, denn sie ist wirklich unangebracht". „Nun ja, du sagtest wenn das alles vorbei ist, meintest du damit das Problem Du-weißt-schon-wer?" „Du meinst Voldemort. Hör zu, ich werde keine Angst mehr haben, nicht vor diesem Namen, ich tue ihm damit einen Gefallen, wenn ich das täte. Ich habe Angst vor diesem Mann, diesem Ungeheuer, aber ich werde ihm nicht den Gefallen tun, auch noch vor seinem Namen zurückzuschrecken.". „Gut, dann Voldemort. Aber was ist wenn…" „Ich brauche Hoffnung, Prasad. Ich will jetzt einmal nicht über Was-wäre-wenn nachdenken". Sie hörte ihn am anderen Ende tief durchatmen. „Wir werden das tun. Wir werden nach Indien gehen, wir werden zu Mutters Familie gehen und zwar nachdem wir Voldemort und seine Bande entweder tot oder hinter Gittern ist, zumindest seine Bande, den man muss der Schlange den Kopf ja immerhin abschlagen. Wir bekommen unser persönliches Happy End". Er sagte das nicht nur so dahin, er war überzeugt, dass es so und nicht anders geschehen würde. Sie lächelte, es war kein trauriges Lächeln, sondern etwas Gerührtes und auch etwas Heiteres steckte darin. „Danke dass es dich gibt, Prasad."

Ich hoffe es gefällt euch ein wenig. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich manchmal etwas altklug klinge (oder ich bilde mir das ein). Aber so bin ich eben