Nachdem das erste Kapitel doch ein wenig 0815 war, hoffe ich, dieses unterhält euch besser :)
Glasschmetterling: Tja, das stimmt, es waren gleich zu Anfang ziemlich viel Charaktere, da ich sie euch kurz vorstellen wollte °g°. Aber keine Angst, diesmal konzentrieren wir uns nur auf unser goldendes Pärchen aus Ravenclaw:
Kapitel 2: Schule für Hexerei und Zauberei
~ Julie ~
Natürlich war Julie nicht ausgeschlafen als sie sich am nächsten Tag neben Daren an den Ravenclawtisch plumpsen ließ und mit halb geöffneten Augen eine Schüssel zu sich heran zog. Ein erstes Lächeln erschien in ihrem Gesicht, als Daren kommentarlos Müsli und Milch vor sie hin stellte. Wirklich praktisch einen Freund zu haben, der einerseits genau wusste was man haben wollte und andererseits über Arme verfügte, die lang genug waren um das Gewünschte herbei zu schaffen.
Geübt panschte sie ihr Frühstück zusammen und aß mit zunehmendem Appetit und abnehmender Schläfrigkeit. Nach dem obligatorischen Glas Kürbissaft kehrten auch ihre letzten entfleuchten Lebensgeister zurück.
Daren war schon in ein Gespräch mit Professor Flitwick vertieft, den Gesprächsfetzen zufolge, die sie aufschnappten konnte, ging es um den Stundenplan und Quidditch, also ließ sie ihren Blick durch die Große Halle wandern.
Sämtliche Hauslehrer standen bei ihren Schülern und teilten Pergamentblätter - die Stundenpläne - aus.
Zu Professor Snape sah sie lieber nicht zu lange hinüber, auf seinen Todesblick konnte sie verzichten. Bei Merlin, war sie glücklich gewesen als sie nach der vierten Klasse Zaubertränke endlich abwählen konnte.
Dafür durfte sie sowohl die Stunden der gestrengen McGonagall, welche gerade einen ihrer Schützlinge scharf zu Recht wies, als auch den Unterricht von Sprout besuchen. Na gut, gegen die Hauslehrerin von Hufflepuff hatte sie an sich nichts, trotzdem war sie froh, sich jederzeit an Flitzwick wenden zu können. Er war einfach lieb.
Deshalb drehte sie sich ihm nun auch mit einem Lächeln zu als er „Miss Sorrey" quiekte.
Der kleine Professor stand auf der Bank, sie saß darauf. So waren sie ungefähr auf selber Augenhöhe.
Flink studierte er ihren Stundenplan und sah sie dann an.
„Immer noch dieselben Fächer wie im letzten Jahr, Sie wollten nichts ändern lassen, nein?", mit diesen Worten reichte er ihr das Pergament und sie überflog es ebenfalls.
„Nein, wollte ich nicht", bestätigte sie.
„Wissen Sie denn mittlerweile welchen Beruf Sie ergreifen wollen?" fragte Flitwick weiter. Einerseits war sie gerührt, dass ihr Professor sich so um sie kümmerte, andererseits brachte er sie damit in Verlegenheit. Beschämt schüttelte sie den Kopf.
„Na na, kein Grund zur Sorge", versuchte er sie aufzumuntern. „Am besten kommen Sie in den nächsten Wochen einmal in mein Büro und wir unterhalten uns noch einmal in aller Ruhe. Und nun gehen Sie lieber, nicht dass Sie noch zu spät zu Ihrem Unterricht kommen." Mit einem freundlichen Nicken wandte er sich dem Nächsten zu.
Tatsächlich zeigte die Uhr bereits kurz vor knapp und auch Daren stand schon in Bereitschaft.
Da ihre Stundenpläne absolut gleich waren - Julie hatte einfach dieselben Fächer belegt wie ihr Freund - gingen sie gemeinsam über die Ländereien, Richtung Wald.
oOoOoOo
Der Unterricht fand in der Regel unweit einer großen Koppel auf dem Rasen statt. Anscheinend gab es heute keinen praktischen Teil, denn die Umzäunung war leer und Professor Kesselbrand stand etwas abseits, an einen Baum gelehnt.
Kurze Zeit später waren alle um ihn versammelt und er bedeute ihnen, sich zu setzten.
Erfreut stellte Julie fest, dass sie diese Stunde mit den Hufflepuffs hatten und nicht mit den Slytherins, wie letztes Jahr. Zwar war es ungerecht zu pauschalisieren, aber man konnte nicht bestreiten, dass die meisten Störenfriede nun mal aus den Reihen der Grünen kamen.
Dabei mochte Julie Magische Geschöpfe eigentlich recht gerne, zumindest solange die Wesen nicht zu Monstern wurden, und absolut unnötige, provozierende Zwischenfragen machten den Unterricht nicht besser.
So aber ließen sie sich gemeinschaftlich auf dem weichen, trockenen Gras nieder und lauschten der unvermeidlichen Rede ihres Professors, der sich lang und breit über die bevorstehenden Prüfungen ausließ.
Anschließend folgte eine recht entspannte Wiederholung des letzten Jahres, gefolgt von einer Hausaufgabe welche das Lesen einiger Seiten beinhaltete.
Danach ging Julie nur ungern ins Schloss zurück. Die Spätsommersonne entfaltete langsam ihre Wärme und draußen duftete es herrlich nach süßem Graß und Blumen. Ein miefiges Klassenzimmer war dagegen nicht besonders verlockend. Apropos Klassenzimmer.
„Was haben wir jetzt?", fragte sie an Daren gewandt, der prompt in seiner Tasche nach dem Stundenplan kramte und ihn heraus zog.
„Och Schade, Geschichte der Zauberei", verkündete er und machte schon einmal vorsorglich ein gelangweiltes Gesicht.
Auch Julies Stimmung fiel rapide ab, trotzdem hakte sie sich bei Daren ein und zog ihn zurück zum Schloss.
„Komm, wenn wir uns beeilen bekommen wir vielleicht wenigstens Plätze am Fenster." Nebeneinander, das verstand sich von selbst.
Ganz so schnell ging es dann aber doch nicht, da Julie die Altweibersommerstimmung etwas zu Kopfe gestiegen war. Übermütig wurden die Bewohner sämtlicher Porträts, die ihren Weg säumten, begrüßt.
Erstaunlicherweise kamen sie trotzdem noch rechtzeitig und sicherten sich geradezu ideale Plätze: Ziemlich weit hinten und am Fenster.
Daren durfte ihre Stellung halten, während Julie einen Kampf mit altmodischen Öffnungsmechanismen austrug, bis endlich frische, warme Luft in das klamme Zimmer strömte.
Nun wurde noch ihr Stuhl etwas näher an den Darens geschoben, sie setzte sich darauf und es war perfekt.
Als Binns mit seinen Tiraden anfing stahl sich ihre Hand unauffällig unter der Bank in die Darens. Lächelnd zwinkerte sie ihm zu, legte ihren freien Arm auf den Tisch und bettete den Kopf darauf.
Für ihre offensichtliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Unterricht erntete sie von ihrem Freund nur ein amüsiertes Kopfschütteln.
Leicht erstaunt beobachte sie wie er Pergament und Feder hervor holte - einhändig und ohne sie los zu lassen - und scheinbar allen Ernstes vor hatte, Binns zu zuhören!
Das hatte es auch noch nicht gegeben.
„Was wird denn das?", flüsterte sie ihm neugierig zu, nachdem sie ihren Kopf näher zu seinem manövriert hatte.
„Na, ich schreibe mit, was den sonst?", kam eben so leise die Antwort, während er auch noch wirklich etwas notierte!
„Seit wann das denn? Ich meine, du hast doch sonst auch nie… ?!?" Ihre Verblüffung war nicht zu überhören.
Diesmal war ein Schulterzucken, gepaart mit einem schiefen Grinsen die ganze Antwort, ehe er sich wieder voll auf Binns konzentrierte.
Verwundert setzte sie sich wieder in ihre leidlich bequeme Schlafposition zurück und musterte ihn weiter von schräg-unten. Ein Hauch von schlechtem Gewissen regte sich in ihr. Eigentlich sollte sie auch aufpassen, immerhin musste auch sie in knapp einem Jahr Prüfungen in diesem Fach absolvieren und nach Möglichkeit auch bestehen.
Aber gegen Binns eintönigen Vortrag, der so zuverlässig einschläferte wie ein eigens dafür konzipierter Trank, kam sie nicht an.
Ihre Lider wurden schwerer, sanken herab und bald döste sie, trotz des harten Tisches, friedlich vor sich hin.
oOoOoOo
Daren weckte sie erst am Ende der Stunde, mit einem sanften Stoß in die Seite. Verschlafen rieb sie sich die Augen während er seine Sachen wieder zusammen packte. Den eng beschriebenen Pergamentblättern nach, hatte er wirklich die ganze Stunde mit notiert.
Binns entschwebte durch die Tafel, die Schüler zogen den widerstandsfreieren Weg durch die Tür vor.
„Schreibst du jetzt immer mit in Geschichte?", wollte Julie wissen, als sie schon beim Nachtisch - Pudding mit Kirschen - angelangt waren. Zuvor war so gut wie kein Gespräch möglich gewesen, da sich alle wie ausgehungert auf das Mittagessen gestürzt hatten.
Das ‚Hm', welches ihr Liebster, selbst sehr intensiv mit seinem Dessert beschäftigt, als Antwort von sich gab, war nicht besonders aussagekräftigt. Rechnete sie aber sein Kopfnicken mit ein, so konnte man es getrost als ‚Ja' auslegen.
Wieder regte sich ihr Gewissen.
„Vermutlich sollte ich das auch machen", murmelte sie betrübt. Guter Vorsatz, aber bestimmt nicht durchzuhalten. Weder Fleisch noch Geist waren willig, wenn Binns seine ‚Gutenachtgeschichten' runter leierte.
„Es reicht doch wenn einer mitschreibt", grinste Daren und schob sich den letzten, angehäuften Löffel in den Mund.
„Ja, aber das wäre ungerecht!", wandte sie ein. Sicher konnten sie beide aus denselben Aufzeichnungen lernen, aber er hatte die Arbeit während sie schlief.
Kopfschüttelnd und lächelnd tätschelte er ihr den Kopf und erhob sich dann.
„Bereit für eine Runde Verteidigung? Im Zweifelsfall gegen den neuen Professor!", überging er ihre Bedenken und streckte eine Hand aus, um sie hoch zu ziehen.
Seine Rechnung ging auf, Geschichte war Vergangenheit und ihre Gedanken kreisten um die noch unbekannte Größe des Lehrerkollegiums.
„Toll das wir ihn heute schon haben", freute sie sich auf dem Weg hinauf in den dritten Stock.
Darens Augen blitzten amüsiert. „Ob wir uns nach der Doppelstunde immer noch darüber freuen?"
„Ach komm, schlimmer als Snape kann er kaum sein!", lachte Julie, nichts desto trotz hatte sie ihre Stimme bei dem letzten Satz gesenkt, denn man konnte nie wissen, hinter welcher Statue der genannte Schrecken lauerte, um wie ein Gewitter über ahnungslose Schüler herein zu brechen.
Allerdings konnte man nur Vermutungen über den Charakter des neuen Lehrers anstellen, womöglich war er doch Snapes Zwilling? Vorsichtshalber waren alle pünktlich vor dem Klassenzimmer erschienen und trotteten lammfromm hinein, um sich ihre Plätze zu suchen.
Er war nicht so schlimm wie Snape. Er war besser - viel besser.
„Tag zusammen, ich werde euch dieses Jahr in Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten, mein Name ist Professor Jones", begrüßte er sie launig, als alle saßen.
„In den letzten Jahren habe ich als Fluchbrecher für Gringotts gearbeitet, unter anderem, um mit dem Alphabet vorne anzufangen, in Ägypten und Äthiopien. Ihr dürft also annehmen dass ich, was Flüche und andere Gefährlichkeiten angeht, einiges auf dem Kasten habe, sonst stände ich nicht mehr vor euch sondern würde schon einen netten kleinen Sarg mein Eigen nennen." Belustigt zwinkerte er ihnen zu.
„Ganz so überragend wie ich es gerne hätte bin ich aber leider doch nicht, sonst hätte ich mir bei meiner letzten Mission keine Verletzung eingehandelt. Kurz und gut, ich muss mich - kleiner Tipp am Rande: Legt euch nie mit einer Medihexe an, ihr verliert! - ein Jahr schonen und deshalb bin ich hier."
Seiner guten Laune zufolge schien ihm diese Übergangslösung aber nicht besonders viel auszumachen.
„Weiter im Text: Man hat mir gesagt dass ihr, alles in allem, über dunkle Geschöpfe und über Flüche einigermaßen Bescheid wisst. Das ist gut, denn ihr müsst am Ende dieses Jahres eure Abschlussprüfung absolvieren. Trotzdem gibt es noch viel dafür zu lernen, nicht für die Schule sondern für s Leben, diese Noten stellen die Weichen für eure Zukunft und so weiter und so fort, ihr wisst was ich meine." Wieder zwinkerte er ihnen zu.
„Ich schätze mal ihr dürft euch solche Sprüche von euren anderen Professoren zur Genüge anhören, also muss ich es euch nicht noch einmal herbeten."
Zustimmendes Gemurmel aus den Schülerreihen, einige verwegene klopften mit den Knöcheln auf ihre Tische. Grinsend nahm er den Beifall entgegen und wartete ab, bis wieder Ruhe herrschte um fort zu fahren.
„Ihr kennt also die Gefahren, die auf euch lauern, wenn ihr diese Schule verlassen werdet. Auch kennt ihr eure Möglichkeiten ihnen entgegen zu treten. Aber sich etwas bewusst sein bedeutet nicht zwangsweise, dass man es auch erkennt. Stellt euch vor ihr dringt in ein unterirdisches Höhlensystem ein, auf der Suche nach einem sagenumwobenen Schatz. Natürlich wird er durch Fallen und Zauber geschützt, möglicherweise durch mächtige, schwarze Magie. Hinter jeder Ecke könnte eine Chimära lauern, jeder weitere Schritt könnte euch in eine Grube, gefüllt mit Skorpionen, stürzen lassen und vielleicht bringt euch jeder Atemzug dem Tod näher, wenn die Luft mit einem tödlichen Gift geschwängert ist."
Mittlerweile war es so ruhig das man eine Feder hätte fallen hören.
„Ihr müsst jedes Zeichen, das euch retten könnte, nicht nur bemerken sondern auch richtig interpretieren. Ein Kratzer an der Wand oder ein kleiner Stein auf dem Boden, beides kann auf eine unmittelbare Gefahr hindeuten. Was sagt euch, ob eine Kette, die euch verlockend entgegen funkelt, nicht verflucht ist und ihr eure Arme einbüßt, sobald ihr sie berührt?
Wenn wirklich nichts mehr hilft, könnt ihr euch nur noch auf euer Gefühl verlassen. Doch soweit sollte es möglichst nicht kommen.
Ich will euch beibringen, wie man Zauber analysiert und neutralisiert. Mein Ziel ist es das, wenn ihr euch wirklich einmal einer Gefahr gegenüber seht, diese erkennen und beseitigen könnt.
So, damit genug palavert, jetzt geht es ans Eingemachte!"
Auf ein Schnippen seines Zauberstabes hin, setzte sich ein Schachtelberg, der auf dem Pult thronte, in Bewegung.
Zielsicher landete je ein Karton auf einem Tisch und sofort reckten sich neugierige Schülernasen hinein.
Julie erkannte drei völlig gleich aussehende Schreibfedern.
„Äußerlich sind diese Federn nicht zu unterscheiden, aber ich habe je Eine mit einem Zauber belegt. Überlegt euch wie ihr diesen aufspüren könnt und versucht es dann. Ihr habt eine halbe Stunde Zeit, dann besprechen wir es gemeinsam. Und Los!"
oOoOoOo
Nach der Stunde standen die Münder nicht mehr still, ausführlich wurde der neue Lehrer und sein Unterricht diskutiert.
Daren und Julie schlossen sich der einhelligen Meinung an, dass sie dieses Schuljahr einen Glückstreffer gelandet hatten. Langweilig würde es bestimmt nicht werden.
Dann verbrachten sie den restlichen Tag damit, draußen das schöne Wetter zu genießen. Es konnte ja keiner wissen, wie lange es noch anhalten würde.
