Nachdem die letzten Updates spät bis verspätet online gegangen sind, bin ich heute mal wieder richtig pünktlich :D Viel Spaß mit dem Kapitel ^^


Kapitel 7: Vor dem Spiel

~ Daren ~

Hmmm, es war so schön warm und weich.

Vorsichtig öffnete er die Augen um nachzusehen, warum er sich so rundherum gut fühlte.

Julie näherte sich ihm, ihre Hände strichen leicht über seine Schultern und dann umarmte sie ihn, drückte sich fest an seinen Körper.

Leicht verblüfft stand er da, bis auch er seine Arme hob und um ihre zierliche Gestalt schloss.

Sie war nackt, stellte er fest, als er sie über ihre Schulter hinweg musterte.

Wirklich verwirrt wurde er erst, als er bemerkte, dass er ebenfalls nichts anhatte.

Wann hatte er seine Kleider abgelegt?

Eine zarte Berührung an seinem Hals hielt ihn davon ab, diesen Gedanken weiter zu verfolgen.

Julies Lippen wanderten weiter über die sensible Haut, zogen eine kribbelnde Spur hinter sich her und näherten sich stetig seinem Kinn.

Auch diese Hürde nahm sie und fand, indem sie sich auf die Zehenspitzen stellte, seinen Mund.

Es war berauschend.

Etwas schüchtern fühlte er die süße Feuchte ihrer Zunge über seine Lippen tasten und öffnete sie bereitwillig, um auf ihr Tun einzugehen.

Viel zu schnell endete der Kuss, als ihre Körper gegen die geminderte Sauerstoffzufuhr protestierten.

Sanft schob er sie an den Schultern etwas zurück, vorher war alles viel zu schnell gegangen, als dass er ihren Anblick bewusst hätte genießen können.

Genau das tat er jetzt und sie stand ruhig vor ihm.

In ihren blauen Augen nistete ein lustvolles Blitzen, ihre vollen Lippen standen leicht geöffnet und schienen ihn einzuladen.

Nass und dunkel ringelten sich ihre – sonst leicht lockigen Haare – um ihren Kopf und ihre Schultern, rahmten ihr strahlendes Gesicht ein.

Erst jetzt bemerkte er, dass sie sich wieder in dem großen Bad befanden und von den Duschköpfen sanfte Tropfen auf sie niederfielen.

Von einer Wasserschicht überzogen schimmerte Julies Haut matt, sobald das gedämpfte Licht der Fackeln auf sie fiel.

Ohne dass er sich dagegen wehren konnte, wurde sein Blick von ihren vollen Brüsten angezogen, ein Anblick der seine Kehle trocken werden ließen.

Dunkel hoben sich die Brustwarzen von der weichen, hellen Haut ab, doch er wanderte weiter, den flachen Bauch hinab.

Der Anblick ihres feucht glänzenden Schamhaares jagte ihm eine Welle der Erregung durch seinen Körper, welche sich langsam aber bestimmt in seinem Unterleib anstaute.

Schluckend trat er einen Schritt auf sie zu, seine Augen angestrengt auf ihr Gesicht fixiert und hob die Hand, um eine der nassen Strähnen hinter ihr Ohr zu streifen.

Schmerz, heiß und scharf, zuckte durch seinen Unterleib.

Instinktiv zuckte er zurück und stemmte sich mit den Armen gegen das plötzlich auftauchende Hindernis.

Es war warm, weich und nachgiebig und er musste noch mehr Kraft aufwenden, um sich aus der Gefahrenzone zu halten.

Verwirrt blinzelte er.

Sein Gesicht lag halb in seinem Kissen vergraben, was die zunehmende Atemnot erklärte.

Rasch riss er den Kopf zurück, stöhnte aber gleichzeitig schmerzerfüllt auf.

Seine Frustration hielt ihn nicht davon ab, sich umständlich auf den Rücken zu wälzen und sich schwer zurück auf die Matratze sinken zu lassen.

Bei solchen Träumen sollte man sich nicht von der Rückenlage in die Bauchlage begeben, das war ziemlich unangenehm.

Der Dunkelheit eine Grimasse schneidend verschränkte er die Hände hinter dem Kopf und atmete einige Male tief durch, um den Schmerz zu vertreiben.

Die Bettvorhänge waren noch zugezogen und schotteten ihn von der Außenwelt ab.

Wie spät war es überhaupt?

Faul hob er den Kopf ein wenig an, um auf den Wecker schielen zu können. Half ohne Licht natürlich nicht viel.

Erst als seine Hand auf den Lichtknopf drückte, konnte er etwas erkennen. 8 Uhr…

Hm, noch keine Zeit um aufzustehen, es war ja Sonntag.

Gemütlich kuschelte er sich zurück und döste noch etwas vor sich hin. Der Versuch, die überaus angenehmen Bilder aus dem Traum zurück zu holen, ging leider schief, mehr als verschwommene Erinnerungen bekam er nicht mehr zustande.

Es… war… Sonntag.

Verdammt!

Kerzengerade saß er im Bett und hielt sich den Kopf, entsetzt über seine eigene Vergesslichkeit.

Sonntag, Slytherin, Quidditch!

Ratschend wurde eine Stoffbahn zurückgezogen und er hastete ins Bad.

Wenigstens hatte es etwas Gutes, dass es noch so früh war. So hatte er alle Zeit der Welt, sich unter eine kalte Dusche zu stellen, welche nicht nur seine Gedanken beruhigend sollte.

Raus aus der Dusche, Handtuch um die Hüfte, Zähne putzen, Wasser ins Gesicht spritzen, einmal mit der gespreizten Hand durch die Haare fahren, fertig.

Zurück in den Schlafsaal, wo der Schrankinhalt noch ein wenig mehr zerwühlt wurde, bis endlich passende Anziehsachen gefunden waren.

Besen? Ach ja, die standen bereits in der Umkleidekabine. Okay. Okay.

Sich wieder darauf besinnend leise zu sein, um die Anderen nicht zu wecken, verließ er den Raum und stieg die Treppe in den Gemeinschaftsraum hinunter.

„Hey! Daren!", kreischte eine Gruppe Mädchen und als er die letzte Stufe hinunter war, fand er sich in einer sehr blau-lastigen Gesellschaft wieder.

„Viel Glück Daren! Du schaffst das!", von links.

„Bist du schon aufgeregt?", von rechts.

„Daren, ich glaube ganz fest an dich!", vorne.

„Du bist der Beste!", schrägmittelinkshinten.

Immer schön nickend und lächelnd versuchte er, halb verzweifelt, aus dem Gekreische herauszukommen. Er wollte seine Ruhe haben, mit der Mannschaft sprechen, zu Julie. Frühstück wäre auch nicht schlecht. Vor allem wollte er hier weg.

Während seiner Bemühungen erspähte er, über die Köpfe der plappernden Mädchen hinweg, Julie, welche gerade den Gemeinschaftsraum betrat.

Unter Ellenbogeneinsatz und mit viel Starrsinn entkam er der schwatzenden Traube und flüchtete vorsorglich zu seinen Teamkameraden, welche sich nach und nach vor dem Kamin versammelten.

Einige Mädchen kamen ihm nach, doch Jim, einer der Treiber, erklärte ihnen resolut dass sie Ruhe bräuchten um sich zu konzentrieren.

Dankbar nickte er ihm zu, als diese Kletten endlich verschwanden, und sah sich dann nach Julie um.

Sie war nirgends mehr zu entdecken, vermutlich war sie schon hinunter zum Frühstück gegangen.

Sein Gesicht musste seine Enttäuschung wieder spiegeln, denn Jim klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter.

„Nervös?", fragte er grinsend und Daren antwortete mit einem stummen Nicken.

„Gehen wir runter?", kam es von Greg, dem Sucher.

Obwohl Daren sich im Moment fühlte, als würde er sich schon beim Gedanken an Essen übergeben müssen, stimmte er zu und gemeinsam machten sie sich auf den Weg.

Den anhänglichen Groupies entging diese natürlich nicht und sie stürzten ihnen kreischend nach, was auch die restlichen Ravenclaws auf ihren Aufbruch aufmerksam machte.

In einer langen Schlange wanderten sie, umgeben von ihren Hauskameraden, durch die Flure.

Einmal meinte Daren das wütende Gesicht von Filch zu erkennen, aber er war so eingekeilt und abgeschirmt, dass ihn der Hausmeister nicht störte, geschweige den gefährlich werden konnte.

Johlend und ihre blauen Schals schwenkend zogen sie in die Große Halle ein, wo sie sofort von einem Pfeifkonzert der Slytherin begrüßt wurden.

Ungerührt - höchstens wurden die ‚Ravenclaw'-Rufe noch etwas lauter - schritten sie zu ihrem Tisch, wo sie wiederum lautstark von den schon Anwesenden begrüßt wurden.

Die Spieler – auch Daren – wurden zu ihren Plätzen geführt und sie brauchten sich nur hinzusetzten, schon reichten ihnen helfende Hände die Platten und Schüsseln.

Aber Daren hatte schon zuvor gewusst, dass es mit dem Frühstück heute nichts werden würde.

Lustlos stopfte er sich zwei Brote in den Mund, trank einen großen Becher Kürbissaft und verschlang eine Banane.

Besorgt redete man ihm zu, er könne nicht ohne ein ordentliches Frühstück spielen, aber seine Nervosität stieg mit jeder Minute an und so wies er alle angebotenen Leckereien zurück.

Nur am Rande nahm er die Schmährufe, welche zwischen den Tischen hin und her flogen, wahr.

Und wo war überhaupt Julie?

Suchend blickte er den Tisch auf und ab. Sie musste doch hier irgendwo sein!

Etwas schepperte und seine Hose klebte plötzlich feucht an seinem Bein.

„Oh, entschuldige, wie ungeschickt von mir", flötete eine weibliche Stimme und zerstörte alle seinen Hoffnungen, Julie hätte durch dieses Missgeschick auf sich aufmerksam gemacht.

Enttäuscht sah er auf und in das, von glänzenden blonden Haaren eingerahmte Gesicht derer, welcher das Schlamassel zu verdanken war.

„Schon gut", murmelte er, zuckte mit den Schultern und stellte den – nun leeren – Krug wieder auf. Wenigstens war er nicht zerbrochen und niemand hatte sich an etwaigen Scherben verletzt.

Gerade holte er seinen Zauberstab aus der Tasche, um seine Hose von dem Kürbissaft zu reinigen, als sich eine Hand leicht auf seine Schulter legte.

Julie, endlich.

Erfreut drehte er den Kopf, zog ihn dann aber unwillkürlich ein, als es kalt zischte.

„Wie schön dich hier zu sehen, MontGommery. Tut mir ja leid für dich, das es nicht geklappt hat, unserem Kapitän den Krug an den Kopf zu werfen. Du hast wohl gehofft ihn für die nächsten Stunden außer Gefecht setzten zu können?"

„Ah, Hitches, dich habe ich gesucht", erwiderte die Slytherin mit einem strahlenden Unschuldslächeln.

„Vor dem Spiel sollten doch gerade wir Vertrauensschüler zusammen halten. Schlimm genug, das es immer wieder tätliche Ausschreitungen gibt. Also, auf ein schönes Spiel."

Samaine reichte der Ravenclawvertrauensschülerin, welche sich nicht von ihrem Platz hinter Daren weg bewegt hatte, ihre makellos weiße Hand und behielt weiter ihr zuckersüßes Lächeln bei.

Kurz drückten sich verkrampfte Finger in Darens Schulter, dann nahm Jenny Hitches die Herausforderung an und schlug ein.

Während die Beiden sich mit ihren Blicken erdolchten und langsam aber sicher das Blut aus ihren Fingern quetschten, rutschte Daren möglichst unauffällig über die Bank, um aus der Gefahrenzone zu kommen.

Jim hatte da mehr Voraussicht bewiesen, er stand schon und mit einem Blick war Daren klar, das sie beide das Selbe vor hatten.

Leise stand er auf und nickte seinem Freund zu.

„Nichts wie weg hier", flüsterte dieser und sie machten der Mannschaft mit Gesten verständlich, dass sie gehen wollten.

Zwar schafften sie es den beiden Vertrauensschülerinnen, die immer noch in derselben Stellung verharrten, zu entkommen, aber es waren genug Mitschüler übrig, die sich ihnen wieder anschlossen.

Erneut tauschte man, in alter Tradition, Schmährufe, während es am Slytherintisch vorbei und aus der Großen Halle hinaus ins Freie ging.

oOoOoOo

Erst, als sie die sichere Umkleide erreichten, entkamen sie den Fängen der Mädchen und den schiefen Gesängen, welche schon vor dem Spiel angestimmt wurden.

Krachend fiel die Tür hinter Daren ins Schloss und eine wohltuende Stille umgab ihn, nur unterbrochen von leisem Rascheln bewegten Stoffes.

Die Anderen waren alle schon dabei sich umzuziehen, also beeilte er sich, es ihnen gleich zu tun. Als Kapitän wollte er schließlich ein Vorbild sein und nicht derjenige, auf den alle warten mussten.

Das einzige Problem an der Stille war, das sein Herzschlag plötzlich in seinen Ohren dröhnte.

Auch wurmte ihn, dass er Julie nicht gefunden hatte.

Seit sie zusammen waren, hatte sie ihn noch vor jedem Spiel ‚viel Erfolg' gewünscht und geküsst.

„Das soll Glück bringen", hatte sie einmal gemeint und seitdem war dieser Kuss für Daren zur Tradition geworden. Er gehörte einfach dazu, Julie gehörte einfach dazu!

Missmutig griff er nach seinem Hemd, das zusammengefaltet im Regal lag.

Ruckartig zog er es heraus und schüttelte es in der gleichen Bewegung auf, damit er es leichter überwerfen konnte.

Etwas Rundes rollte über den ebenen Regalboden, auf die Kante zu, und fiel Richtung Boden.

Mit den schnellen Reflexen eines Hüters hatte Daren seine freie Hand ausgestreckt und unter dem Was-auch-immer platziert, um so dessen Fall zu stoppen.

Verwundert sah er es an, in dem Regal sollten eigentlich nur die Spielertrikots liegen.

Doch langsam breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus, für einen Moment vergaß er seine Anspannung.

Flugs wanderte der Fang in seine Tasche und er streifte sein Hemd über den Kopf.

„Okay Leute…"

Mit einem Blick überzeugte er sich davon, dass alle bereit waren.

Jim reichte ihm seinen Besen und er dankte knapp.

„Ich weiß, wir haben die Slytherins schon seit Jahren nicht mehr geschlagen. Genau genommen habe ich es noch nie erlebt, dass wir gegen sie gewonnen haben. Nicht in meinen sieben Jahren. Sie sind gut, das ist klar, aber wir werden ihnen das Leben so schwer wie möglich machen!"

Er musste sich räuspern, so trocken war sein Mund inzwischen.

Doch das zustimmende Nicken seiner Kammeraden machte ihm Mut.

„Also dann… fliegen wir", schloss er und versuchte, Entschlossenheit in den Worten mitklingen zu lassen.

Sein Herz klopfte gegen seine Rippen, als er vortrat um die Tür zu öffnen.

Kurz streiften seine Finger die kleine Ausbuchtung in seiner Tasche.

Es gab keinen Grund zur Sorge, er hatte schließlich seinen Glücksbringer dabei.

Auch wenn ihm ein richtiger Kuss lieber gewesen wäre als eine Sirupkirsche.


Sirupkirschen an alle austeil wer sich bis hierher durch mein Geschreibsel gekämpft hat, hat eine Belohnung verdient :D