Ähm, eine kleine Warnung wäre wohl angebracht. Es passiert zwar nichts 'Schlimmes' °hust° aber wer Wörter wie 'Errektion' und 'Penis' nicht lesen möchte, sollte dieses Kapitel vielleicht überspringen...
Kapitel 9: Aufgemuntert?
~ Daren ~
Daren war wach.
Jedenfalls fast.
Es war so gemütlich, da blieb er gerne noch länger liegen und döste träge vor sich hin.
Ihn umfing eine heimelige Wärme, das Bett war weich und kuschelig und es war noch stockdunkel, das merkte er selbst mit geschlossenen Augen. Keine Helligkeit durchdrang seine Lider.
Warum also aufstehen?
Verschlafen versuchte er, die Bilder seines Traumes festzuhalten, aber sie wurden langsam verschwommen und verblassten schließlich ganz.
Ihm war es egal.
Alles war perfekt und weder sein Geist noch sein Körper konnten sich aus der angenehmen Lähmung befreien, die sie regungslos verharren ließ.
Müßig schweiften seine Gedanken um belanglose Dinge, nur nach und nach wurden eingehende Informationen angenommen und verarbeitet.
Zuerst war da einmal ein eher unangenehmes Pochen in seiner Körpermitte.
Hmmm… er hatte wieder von Julie geträumt. Von ihrem weichen Körper, ihren samtigen Haaren…
Leichte Druckstellen ließen ihn vermuten, dass er auf der rechten Seite lag.
Ein ganz normaler Morgen. Ach ja, er sollte vor dem Frühstück eine kalte Dusche einplanen.
Wie spät war es überhaupt?
Langsam schüttelte er seine Schläfrigkeit ab und öffnete blinzelnd die Augen.
Ganz so dunkel wie er gedacht hatte war es doch nicht mehr. Der Vorhang dämpfte das Licht, doch man konnte erahnen, wie hell es hinter ihm schon war.
Zudem schimmerte schon so viel Licht durch den Stoff, dass er schemenhafte Umrisse erkennen konnte.
So konnte er sich auch über den großen Schatten vor seinem Gesicht wundern.
Die Zeit, in der er Kuscheltiere im Bett hatte, war lang vorbei und er gehörte auch nicht zu der Sorte von Quidditchfanatikern, welche nur neben ihrem Besen einschlafen konnten.
In seinem Bett lagen normalerweise drei Dinge: Ein Kissen, eine Decke und er selbst.
Das Was-auch-immer-da-vor-ihm-lag gehörte definitiv nicht dazu.
Irritiert bewegte er seinen Kopf zurück, um den Umriss in seiner Gesamtheit erfassen zu können, in der Hoffnung so zu verstehen, was das da war.
Weit kam er nicht.
Schmale Hände tasteten nach seinem Kopf, hielten ihn fest und zogen ihn wieder in seine ursprüngliche Lage.
Na ja gut, nicht ganz, jetzt bekam er keine Luft mehr, weil sein Gesicht gegen das Ding-das-neben-ihm-lag gepresst wurde.
Den Kopf in den Nacken legend beförderte er seine Nase ins Freie und atmete auf.
Okay, erstes Problem gelöst. Das Zweite… auch.
In seinem Überlebenskampf - klar konnte man einige Zeit ohne Sauerstoff auskommen, aber wer tut das schon gerne? - hatte er seine Hände auf das Unbekannte gelegt um sich abzustützen.
Das Unbekannte wandelte sich schnell zu die Unbekannte und am Ende flirrte die Information, dass Julie dort neben ihm in Bett lag, über seine Nervenbahnen.
Derart angeregt ließen ihn seine Speicherzellen auch noch zukommen, was am gestrigen Tag, und vor allem am Abend, passiert war und die gegenwärtige Situation verursacht hatte.
Beruhigt und auch mit genug Atemluft versorgt entspannte er sich wieder und kuschelte sich sogar noch etwas näher an Julie.
Sie war noch nicht aufgewacht, weder von seinem Gezappel noch von ihrer ‚Umarmung'.
Diese war deshalb etwas verrutscht ausgefallen, da er im Laufe der Nacht etwas nach unten gerutscht war und sie nicht mehr auf gleicher Höhe lagen.
Apropos Höhe, wenn ihr Kopf da oben war, dann hieß das ja…
Ein vorsichtiges Kopfschütteln bestätigte seine Vermutung und rückte ein neues Problem in den Vordergrund.
So versetzt wie sie da lagen, einander zugewandt und wie sie seinen Kopf immer noch zu sich her zog, war derselbe genau zwischen ihren Brüsten platziert.
Nicht, dass es ihn sonderlich gestört hätte.
Wenn er den Kopf leicht bewegte dann fühlte er das weiche, nachgiebige Fleisch an seinen Wangen, welches nur durch eine dünne Stoffschicht von seiner Haut getrennt war.
Ein süßlicher Geruch, der ihn entfernt an Milch mit Honig erinnerte, umschmeichelte seine Nase.
Merlin noch Mal, die Dusche war verdammt nötig! Eiskalt. Mindestens.
Warum bei allen Chimären lag seine Hand jetzt auf ihrem Po?
Hatte er die nicht gerade noch auf ihrer Hüfte platziert gehabt?
Waren das da Rüschen an ihrem Höschen?
Schnell schob er seine Hand höher und ließ sie erst auf ihrem Rücken ruhen, als er die Gefahrenzone verlassen hatte.
Dabei schob er aber – leider – das Shirt etwas nach oben.
Nicht, dass er viel gesehen hätte, dazu war das Licht einfach zu schwach, aber er konnte sich noch gut daran erinnern, wie weich und glatt Julies Haut über ihrem Bauch…
Bis jetzt hatte er versucht, die hartnäckigen Bilder, welche sich ihm aufdrängten, zu ignorieren, aber jetzt schaffte er das nicht mehr.
Frustriert stöhnend vergrub er sein Gesicht noch weiter zwischen ihrem Busen und schloss die Augen.
Julie, die nackt vor ihm lag, in eben diesem Bett, Julie, die unten am See im Gras lag und ihre Hände einladend nach ihm ausstreckte, Julie, die unter der Dusche stand, nur von Schaum bedeckt…
Bei Merlin, warum wollte sein Körper genau das Gegenteil von dem, was sein Verstand ihm sagte?
Schon als er mit Julie in dem Badezimmer war, hatte er sich fast nicht beherrschen können. Nur weil sie ihm damals deutlich gemacht hatte, dass sie, nach den anstrengenden Stunden mit Filch, nichts außer duschen und schlafen wollte, hatte er sich zurück gehalten.
Und jetzt?
Lagen sie beide in seinem Schlafsaal, in seinem Bett, zusammen mit vier seiner Kumpels und nur eine Stoffbahn schützte sie vor Blicken, doch etwaige Geräusche konnten sie allenfalls dämpfen.
So würde Julie sicher nicht mit ihm schlafen wollen und er wollte es auch nicht. Kein bisschen. Auf keinen Fall. Nein!
Von ihrem letzten Freund, dem Gryffindor, hatte sie sich getrennt weil er sie bedrängt hatte.
Verabscheute er sonst die hogwart'schen Klatschbasen, in diesem Fall hatte er begierig zugehört.
Er würde nicht den Fehler machen und Julie verlieren, nur weil er versuchte sie dazu zu bringen etwas zu tun, das sie nicht wollte. Er nicht!
Julie bewegte sich im Schlaf und dabei rieb ihr Oberschenkel über seine Erregung.
Nur mit äußerster Selbstbeherrschung gelang es ihm, ruhig liegen zu bleiben. Die Zähne zusammen gebissen und die Hände geballt lag er da und atmete tief durch.
Er musste irgendetwas tun, bevor er etwas anderes tat, das er später bereuen würde.
Vorsichtig löste er den Klammergriff ihrer Hände und zog seinen Kopf zurück.
Ihre Arme legte er sanft auf der Matratze ab und rutschte dann langsam von ihr weg.
So ging es besser.
Aufatmend streifte er die Decke ab und fischte dann mit einer Hand unter dem Bett nach ihren Kleidern.
Mit ein wenig suchen und strecken lagen diese auch bald in bequemer Griffweite, woraufhin nun der schwierigere Teil folgen konnte: Das Aufwecken dieses wunderhübschen und leider auch verdammt heißen Geschöpfes in seinem Bett.
Nachdem er sich schon damit abgefunden hatte, dass er heute nur mit Hilfe von kaltem Wasser Erleichterung bekommen würde, achtete er nun darauf, Julie nicht mehr allzu nahe zu kommen. Schließlich wollte er bei seinem Beschluss bleiben.
Sanft fuhr er ihr über die Haare und die Schultern, um sie wecken.
Wann genau sie die Augen geöffnet hatte konnte er nicht sehen, doch als sie sich bewegte und leise gähnte, wusste er, dass sie wach war.
Leicht amüsiert sah er zu, wie sie ihren Kopf hin und her bewegte, anscheinend musste auch sie sich erst einmal orientieren.
Als sie dies aber geschafft hatte, rutschte sie näher zu ihm und umschlang ihn mit ihren Armen und Beinen.
Nicht gut!
Natürlich hatte er wirklich nichts dagegen mit ihr noch gemütlich zu kuscheln, aber wenn sie so dicht an ihn heran rückte dann konnte von gemütlich keine Rede mehr sein.
Hastig griff er nach ihrer Hüfte und schob sie so weit von sich weg, dass ihr Schoß nicht mehr gegen seinen harten Penis drückte.
Wenn jetzt die Kleider nicht wären… Impulsiv drängte er sie noch weiter von sich. Gar. Nicht. Gut.
„Ohhhh", hauchte Julie an seinem Ohr, als sie begriff warum er sie so auf Abstand hielt.
Verlegen nahm er eine Hand von ihrer Hüfte und strich ihr über die Haare.
„Warte, ich gebe dir deine Sachen. Es ist besser du gehst bevor die Anderen…"
Schnell löste er sich ganz von ihr und reichte ihr zuerst ihre Jeans, sicher war sicher.
Es war einfach verdammt erotisch wie sie sich anzog.
Sehen konnte er leider nicht viel, doch dafür vernahm er das Rascheln des Stoffes und das leise Geräusch, wenn er über ihre Haut glitt, umso deutlicher.
Dass sie zudem auch noch genau wusste, wie erregt er war, machte das Ganze nicht einfacher.
Wenn die Schnarchzapfen in den Betten rund herum nicht wären…
Ganz ruhig! Sie waren nicht allein und zudem durfte Julie nicht hier sein. Es ging eben nicht, fertig, aus, basta!
Aber vielleicht wollte sie auch…?
„Daren? Hast du meinen Pulli?", flüsterte sie und unterbrach damit seinen inneren Disput gerade noch rechtzeitig, ehe die falsche Seite – warum falsch? – richtig Fuß fassen konnte.
Fahrig gab er ihr auch noch das letzte Kleidungsstück und versuchte nicht hinzuhören, wie sie es überstreifte. Nicht erwähnenswert, dass er kläglich scheiterte.
Wenn sie nicht bald ging dann… Dusche!
Eh? Was wollte er denn mit einer Dusche?
„Okay", murmelte sie und riss ihn erneut aus seinen Gedanken.
Vorsichtig streifte er den Vorhang zurück und linste umher.
Es war noch früh, doch wie vermutet drang schon fahles Licht durch die Fenster in den Raum und erhellte ihn ausreichend.
Zwei Betten hatte er im Blick und ihre Vorhänge waren geschlossen.
Leise zog er den Stoff noch weiter zurück und stieg aus dem Bett. Mit einer Handbewegung bedeutete er Julie vorerst dort zu bleiben, wo sie war.
Barfuß umrundete er sein Bett um die beiden übrigen zu inspizieren, doch alles deutete darauf hin, dass auch ihre Besitzer noch schliefen.
Also tapste er wieder zurück und winkte Julie nun, zu ihm zu kommen.
Während sie seiner Aufforderung folgte, bückte er sich um ihre Schuhe aufzunehmen, welche er ihr dann überreichte als sie neben ihm stand.
Als sie diese noch in einer Hand hielt, nahm er flugs ihre Andere und führte sie zur Tür, möglichst leise natürlich.
Froh, dass die Scharniere in den Schlafsälen immer gut geölt waren, drückte er die Klinke nieder.
Fast, fast lautlos schwang die Tür zurück und er stoppte sie rechtzeitig, ehe sie mit der Rückseite gegen die Wand donnerte.
Vorsichtshalber behielt er seine Hand am Knauf und Julie trat vor ihm auf die Schwelle.
Dort blieb sie stehen und drehte sich noch einmal zu ihm um.
Erst jetzt konnte er mehr von ihr erkennen, als nur Schatten.
Sie sah noch sehr verschlafen aus, ihre Haut war noch leicht gerötet, die Augen noch nicht ganz geöffnet und sie blinzelte mehr als sonst.
Trotzdem war sie für ihn einfach unglaublich schön und begehrenswert – das vor allem – als sie so vor ihm stand.
Er sah wie sie sich ihm entgegen streckte und senkte den Kopf, um ihre Lippen auf halbem Wege zu treffen.
Natürlich war es viel zu schnell vorbei, doch das liebevolle Lächeln, mit dem sie ihn bedachte, entschädigte ihn fast für das schnelle Ende.
Dann drehte sie sich um und verschwand stückchenweise aus seinem Blickfeld, als sie die geschwungene Treppe nach unten stieg.
Leise zog er die Tür ins Schloss und machte sich dann, mit einem grimmigen Lächeln, auf den Weg ins Bad.
Im Moment hatte er zwei Probleme zu bewältigen. Ersteres würde er mit der schon oft bedachten kalten Dusche vorerst aus der Welt schaffen.
Das Zweite erforderte mehr Aufwand, aber nun war er zuversichtlich, auch dies zu schaffen.
Trübsal blasen brachte ihn ja doch nicht weiter.
Außerdem wollte er nicht, dass sich Julie Sorgen um ihn machte.
Als Kapitän seiner Quidditchmannschaft hatte er die Niederlage gegen Slytherin zu verantworten und daraus die nötigen Schlüsse zu ziehen. Sich im Bett zu verstecken um seine Wunden zu lecken gehörte nicht dazu.
Heute Abend würde er sich mit Jim zusammensetzen und neue Trainingspläne ausarbeiten.
Aber nicht zu lange, für ein wenig Kuscheln mit Julie musste auch noch Zeit sein.
Im neuen Jahr sollte es gegen Gryffindor gehen, das war seine nächste große Herausforderung.
Sobald er sich beim nächsten Spiel ein Bild davon gemacht hatte, was die Taktiken der Löwen waren, würden sie sich gezielt auf ihr Aufeinandertreffen vorbereiten können.
Bis dahin würde er versuchen, die Schwächen seines Teams zu beseitigen, so gut er konnte.
Sie brauchten mehr Koordination, mehr Geschwindigkeit, mehr Kreativität… Er brauchte eine Dusche.
Voller Ideen und guter Vorsätze drehte er das kalte Wasser auf, damit er sich später ganz auf Quidditch konzentrieren konnte.
