Ja, Geburtstag haben hat schon was, da ist Daren keine Ausnahme. Doch da sich das letzte Chap hauptsächlich °hust° auf die Glückwünsche konzentriert, muss in diesem nach geholt werden, was bei einem Geburtstag auch auf keinem Fall fehlen darf: die Geschenke ;)


Kapitel 13: … und Geschenke

~ Daren ~

Er wusste, wie bescheuert sein breites Grinsen auf Andere wirken musste. Eigentlich sollte man meinen, dass es, inmitten eines tobenden Sturmes, wenig zu lachen gab.

Aber der Wärmezauber, den er zuvor gesprochen hatte, ließ die Schneeflocken schmelzen, bevor sie sich auf die Kleider legten und diese durchnässen konnten.

Auch der Wind wurde etwas gebremst und blies nur noch sanft gegen seinen Rücken, schob ihn den Hügel hinauf.

Und dann war da noch die kleine Hand, welche warm in der Seinen lag.

Im gedämpften Lumos-Licht, welches sein Zauberstab verströmte, konnte er sehen, dass Julie, trotz seiner Zauber, den Kopf gesenkt und den Blick auf den Boden geheftet hatte. Nicht unbedingt die schlechteste Idee, wenn man nicht im Schnee landen wollte.

Doch auch so brachte ihm ihr Anblick die Bilder, welche sich in der letzten Stunde in seinen Kopf eingebrannt hatten, wieder äußerst lebhaft ins Gedächtnis.

Er merkte, wie sich seine Mundwinkel noch etwas weiter nach oben bewegten.

Es war nicht das erste Mal gewesen, dass sie miteinander geschlafen hatten.

Geschlafen…

Das war irgendwie nicht das richtige Wort, für ihren verdammt heißen Sex in der Umkleide.

Im Geiste dankte er Merlin dafür, dass alle Anderen schon weg gewesen waren.

Jetzt wusste er, dass die zeitraubenden Einzelgespräche, die er mit den Spielern nach dem Training führte und die bewirkten, dass er meist anfing sich umzuziehen, wenn der Rest schon fertig war, bestimmt nicht umsonst waren.

Heute hatten sie sich auf alle Fälle gelohnt.

Und wie.

Wobei er ja nie darauf gekommen wäre, dass der Duschraum so ein Potential hatte.

Was man als Schüler an dieser Schule nicht alles lernt…

Jedenfalls war es sehr praktisch gewesen, da sie sich auch gleich noch haben waschen können. Nicht nur, dass sie ziemlich verschwitzt waren, das Kuscheln und Küssen unter einem warmen Wasserstrahl gestaltete sich als überaus angenehm.

Nicht, dass er sich zu diesem Zeitpunkt noch über irgendetwas beklagt hätte.

Im Gegensatz zu Julie, hatte er auch seinen Zauberstab dabei und konnte sie so trocknen und den Rückweg zum Schloss angenehmer gestalten.

Trotzdem war er froh, als sie das große Portal erreichten und in die stille, schneefreie Eingangshalle treten konnten.

Julie, neben ihm, schob ihre Kapuze zurück und lächelte ihn an. Er konnte sich beim besten Willen nicht daran satt sehen. Auch sie schien erleichtert, wieder in den sicheren Schlossmauern angekommen zu sein.

Am liebsten hätte er sie gleich hier abgeküsst, doch der Gemeinschaftsraum schien ihm da eine geeignetere Kulisse abzugeben. Vor allem, da man dort nicht Gefahr lief, in die Gesellschaft eher unangenehmerer Kerkerbewohner zu geraten.

„Mr. Gender, Miss Sorrey, darf ich fragen was sie um diese Uhrzeit hier zu suchen haben?"

Sie waren nicht einmal die große Treppe hinauf gekommen.

Einige Stufen über ihnen stand, die Hände in die Hüfte gestützt, Professor McGonagall und sah streng auf sie herab.

„Quidditchtraining Professor", antwortete Daren schnell und setzte hinzu: „Julie hat mich abgeholt." Die ältere Dame war noch nicht senil und wusste um die Mitglieder der Hausmannschaften, auch, weil sie jedem Quidditchspiel bewohnte.

Und genau deshalb hoffte er auch, ohne eine Strafe davon zu kommen. Seine Uhr zeigte schon gegen halb Zehn, dabei hätten sie spätestens um Neun in ihrem Gemeinschaftsraum sein müssen. Aber vielleicht, vielleicht würde die Professorin ja ein Auge zudrücken. Schließlich ging es um Quidditch und sie unterstützte ihre eigene Hausmannschaft wo sie konnte und zudem war sie für ihren Gerechtigkeitssinn bekannt.

„Na gut, aber beeilen sie sich nun in ihren Turm zu kommen. Und ich möchte sie nicht noch einmal zu so später Stunde hier sehen – behalten sie bei ihrem nächsten Training die Uhr im Auge."

Er hätte sie küssen können. Nein, er hätte Julie küssen können! Ach, egal. Juhu!

„Natürlich Professor, kommt nicht wieder vor", antwortete er schnell, ging mit Julie an ihr vorbei und schlug den Weg zum Ravenclaw-Gemeinschaftsraum ein.

„Das war nett von ihr", flüsterte seine Freundin, als sie einige Gänge gewandert waren.

„Ja." Er grinste schon wieder.

Kein Snape, keine Strafe, war das Leben nicht herrlich?

oOoOoOo

„Hey!", schallte es ihnen entgegen, als sie durch die Tür in den Gemeinschaftsraum traten. „Ich dachte schon, ihr hättet euch da draußen verirrt!"

Jim kam auf sie zu und sah sie übertrieben besorgt an. „Nein, scheint alles in Ordnung und die Nasen sind auch noch nicht abgefroren. Schade, ich hab schon gemeint, ich hätte eine Chance auf deinen Posten Kapitän. Mit zugefrorenem Mund kannst du uns ja nicht mehr stundenlang Taktikspielzüge um die Ohren hauen."

„Da ihr ja sowieso nie zuhört, wäre es egal gewesen", gab Daren im selben scherzhaften Ton zurück. „Ich hätte mir einfach Schilder gebastelt und euch damit Anweisungen gegeben. Oder ich hätte sie euch um die Ohren gehauen."

„Au!", Jim zuckte gespielt zusammen und hielt sich sein Ohr, während er Daren mit einem empört-mitleiderregendem Blick ansah.

Neben ihm kicherte Julie leise und ihm ging ein warmes Rieseln durch und durch.

Wie zum Henker machte sie das? Hm… ein Gentleman genießt und schweigt.

Bald darauf lag er bequem auf der Couch, Julies Rücken an seiner Brust und ihren Kopf auf seine Schulter gebettet.

Ihre nassen Kleider hatten sie abgelegt, doch das prasselnde Feuer machte Jacken sowieso überflüssig.

Träge hatte er einen Arm um seine Liebste gelegt und streichelte ab und zu ihre Hüfte.

„Gute Nacht, Daren, schlaf gut!", trällerte es schrill.

„Danke, du auch Miriam.", fertigte er das Mädchen ab, welches ihn aus zwei Metern Entfernung anlächelte. Noch ein Winken, dann verschwand sie endlich aus seinem Blickfeld.

Er mochte sie nicht. Nicht heute.

Ihre Stimme hatte die ganze Behaglichkeit vertrieben und außerdem hatte sie Julie ignoriert.

Genau die bewegte sich gerade und kuschelte sich noch etwas enger an ihn, was ihn sofort wieder besänftigte.

„Hat sie dir auch was geschenkt?", wollte Julie leise wissen und ihre Stimme störte die angenehme Atmosphäre kein bisschen.

„Hm, glaub schon", murmelte er und hatte tatsächlich keine Ahnung.

Im Laufe des Tages hatten ihm einige Mädchen ihre bunten Päckchen überreicht und er war froh, dass er in der Mittagspause kurz in seinen Schlafsaal gekommen war, um seine Schultasche auszuleeren, da die Bücher langsam in Platznot gerieten. Er hatte sich nicht alle Gesichter der Mädchen merken können. Und da er sich schon beim Empfang der Geschenke bedankte, war es seiner Meinung nach auch nicht nötig, dass er noch einmal auf die Schenker zu ging.

Außerdem war ihm das alles herzlich egal, wenn er Julie in den Armen hielt.

Leise und regelmäßig ging ihr Atem, ihre Haare kitzelten ihn etwas am Kinn und er konnte ihre Wärme, selbst durch die Kleidung hindurch, fühlen.

Eine kleine Bewegung, mit der sie ihr Gewicht etwas verlagerte, ging ihrer nächsten Frage voraus.

„Was wollte Jones heute von dir?" Ihre Stimme klang genauso satt, zufrieden und etwas schläfrig, wie er sich fühlte. Gefühlt hatte.

Schnell versuchte er sich wieder zu entspannen, damit sie nicht bemerkte, wie unangenehm ihm diese Frage war.

„Nichts besonderes, ich habe ihm einmal eine Frage zu einem Aufspürzauber gestellt und er hat mir heute ein Buch dazu empfohlen." Er fühlte sich mies, kaum dass er diese Lüge ausgesprochen hatte und hoffte gleichzeitig, sie würde sich damit zufrieden geben.

Fieberhaft suchte er nach einer Ablenkung und irgendeine Macht schien ihm wohl gesonnen.

Während ihrer Unterhaltung hatte er sie weiter gestreichelt und unabsichtlich – wirklich! - ihren Pullover etwas nach oben geschoben, so dass seine Finger nun ihre kühle Haut streiften.

„Ist dir noch kalt?", flüsterte er in ihr Ohr, schlüpfte mit der ganzen Hand unter den Stoff und legte sie auf ihrer Hüfte ab.

„Nein, nicht mehr", antwortete sie leise und es kam ihm so vor, als bewegte sie sich seiner Hand etwas entgegen.

Liebkosend streichelte er über die glatte Haut, die ihn immer wieder auf das Neue faszinierte.

Da waren keine harten Muskeln. Weiches, nachgiebiges Fleisch verlockte ihn, es mit seinen Finger zu erforschen und er wehrte sich nicht dagegen.

Bedächtig wanderte er von ihrer Hüfte zu ihrem Bauch, einmal seine ganze Handfläche nutzend, dann glitten nur wieder seinen Fingerspitzen über sie.

„Gehst du morgen zu Madam Pomfrey?", fragte er und wollte sie gleichzeitig daran erinnern.

Aus den Augenwinkeln sah er ihr Nicken.

„Soll ich mitkommen?", bot er daraufhin an, doch diesmal bewegte sie ihren Kopf verneinend.

Es war auf Hogwarts zwar nicht gerne gesehen, wenn Schülerinnen es nötig hatten, zu verhüten. Doch damit sie keine selbstgepanschte Tränke schluckten - oder noch Schlimmeres mit sich anstellten - verteilte die Krankenschwester bei Bedarf einen wohldosierten und korrekt gebrauten Verhütungstrank.

Und bei all dem Spaß den sie hatten, er wollte auf keinen Fall, dass Julie am Ende noch ein Kind bekam.

Darüber sinnierend streichelte er sie weiter und zog unsichtbare Kreise um ihren Bauchnabel.

Sie stieß einen leisen, hohen Laut aus, der wie ein kleiner Blitz durch seinen Körper fuhr.

Merlin, dieses Mädchen machte ihn einfach wahnsinnig!

Schon wieder versank er in seinen Erinnerungen und verwöhnte ihre weiche Haut weiter, während er sich konzentriert ihr Gesicht vorstellte, wie es noch vor einer Stunde ausgesehen hatte.

Ihr Mund leicht geöffnet, rot und feucht von den vielen Küssen, ihre Augen geweitet, mit einem Schimmer, der ihm durch Mark und Bein ging. Wild flossen ihre Haare um ihren Kopf, ihr Atem ging unregelmäßig, immer wieder von ihrem Stöhnen getragen.

„Ich habe auch noch ein Geschenk für dich!", drang ihre Stimme leise an sein Ohr.

„Noch eines?", meinte er geistesabwesend, völlig gefangen von dem Bild, welches er festzuhalten versuchte.

Leider zerstörte sie es, indem sie seine Hand umfasste und von sich weg schob, um gleich darauf von ihm herunter zu rutschen und aufzustehen.

Wäre es nach ihm gegangen, hätten sie das Geschenk Geschenk sein lassen. So wichtig war das nun wirklich nicht und er verzichtete gerne darauf, wenn er sie dafür weiter halten durfte.

Aber nach ihm ging es ja nicht und so sah er ihr seufzend hinterher, wie sie die Treppe, hinauf in den Mädchenschlafsaal, entschwand.

Etwas steif rappelte er sich auf und setzte sich normal hin, das Gesicht den Flammen zugewandt.

Das Training war heute kein Zuckerschlecken gewesen und er hatte mehr als einen blauen Fleck bekommen, als er ein paar Mal fast vom Besen geweht worden wäre.

Wenn er es nüchtern betrachtete, dann war dieser Tag einfach perfekt gewesen. Geburtstag haben war wirklich nicht übel.

Zufrieden fuhr er sich mit einer Hand durch die Haare und blickte dann müßig umher, bis Julie wieder zu ihm kam und sich neben ihm nieder ließ.

Mit einem gemurmelten „hier" drückte sie ihm ein kleines Päckchen in die Hände.

Tatsächlich, noch ein Geschenk. Als ob sie ihm nicht schon mehr als genug gegeben hätte.

Neugierig strich er über das blaue zerknitterte Papier, welches an manchen Stellen schon eingerissen war, so dass der dunkle Inhalt durchschimmerte.

Spaßeshalber versuchte er zu erraten was darin war, ohne es aufzumachen.

„Weich", stellte er fest und sie nickte zustimmend.

Okay, weich und Offensichtlicherweise unförmig.

Besonders groß war es auch nicht, in etwa so, wie seine Hand.

Genug gerätselt, jetzt wollte er es wissen.

Schnell riss er die Verpackung auf und legte sie beiseite, als zwei dunkle Gegenstände heraus fielen.

Vorsichtig hob er sie vor seine Augen, um im schwachen Licht des Kaminfeuers Einzelheiten zu erkennen.

„Handschuhe", sagte er verblüfft.

Tatsache, es waren Handschuhe. Schwarze. Fingerlose. Quidditchhandschuhe.

Und oben, wo der Stoff den Handrücken bedecken würde, waren zwei verschlungene Buchstaben eingestickt, goldgelb, und schienen zu leuchten: DG

Seine Initialen.

„Ich weiß ja, dass du schon welche hast, aber diese hier sind mit einem Wärmezauber belegt. Der Verkäufer meinte, dass sie auch die Finger warm halten", erklärte Julie. „Weil du doch mal gesagt hast, dass deine Hände nach dem Training wie vereist sind."

„Das hast du gehört?", murmelte er leise und strich andächtig die kunstvolle Stickarbeit nach.

„Ja", meinte sie schlicht. „Gefällt es dir? Die Buchstaben habe ich selber gemacht, deswegen sehen sie wohl nicht so toll aus…" Ihr entschuldigender Tonfall brachte ihn dazu, sie anzusehen.

„Sie sind wundervoll, ich danke dir", sagte er fest und lächelte sie an.

Das strahlende Gesicht seiner Freundin, welches seinen Worten folgte, hätte sogar einen Werwolf aus den Socken geschmissen.

„Probier sie an", forderte sie ihn auf und er streifte einen der Handschuhe über.

Der Stoff war glatt und schmiegte sich um seine Hand, ohne irgendwie einengend oder gar unangenehm zu sein.

Hier war es nicht kalt, dennoch konnte er die Wärme fühlen, welche von dem Stoff selbst auszugehen schien.

Es war… perfekt.

Na gut, er hatte sich geirrt.

Julie griff nach der behandschuhten Hand, um sie hoch zu heben, daran herum zu zupfen und sie genau zu inspizieren.

Dann legte sie ihre Handfläche gegen seine und verschränkte ihre Finger ineinander.

Und zum ersten Mal zweifelte er daran, ob Quidditch wirklich so ein tolles Spiel war.

Immerhin saß man dabei ganz allein auf einem Besen.