Die Tage vergingen und Eric hatte nicht sonderlich viel Zeit für mich. Das Einzige, was ich mitbekam, war, dass der von ihm erwähnte Sheriff vermisst würde und sie sich ziemlich sicher wären, die „Gemeinschaft der Sonne" hätte ihn gekidnappt.

Jessica war so ziemlich die Einzige, die mir Gesellschaft leistete, hin und wieder wechselte ich auch mal mit Sookie das eine oder andere Wort, der menschlichen Freundin Bills.

Die Ganze Situation spitzte sich zu, als herauskam, dass Sookie zusammen mit Isabels Menschen vermisst wurde, nachdem die beiden die Gemeinschaft infiltrieren sollten.

Ich fühlte mich fehl am Platz, für mich waren es eigentlich nur Menschen, wobei mir Eric jedoch größtenteils zustimmte, mit der Ausnahme, dass er sich darin verrannt hatte, Sookie sei etwas Besonderes und schien tatsächlich mehr Aufmerksamkeit zu verdienen als ich.

Es vergingen ganze zwei Tage, bevor tatsächlich etwas unternommen wurde. Natürlich erfuhr ich nicht einmal, was sie vorhatten und blieb so im Hotel zurück und verzog mich in das gigantische Hotelzimmer.

Es dauerte nicht lange, bis ich überall am Körper ein Brennen spürte, als hätte man mir Silberketten um den Hals und auf all meine Gelenke gelegt, es war Eric. Er war in Gefahr. Er dachte wohl, das Versprechen, auf sich aufzupassen würde nicht mehr gelten, nur weil ich jetzt mitgekommen war.

Ich saß in meinem Bett, versuchte mich zu beruhigen und massierte die schmerzenden Stellen so fest, dass ich mir fast die Knochen selbst zermalmte und so nichts besser machte, aber das Gefühl war schrecklich.

Sobald die Schmerzen verschwunden waren, spürte ich eine Art fremde Wut in mir und wusste, dass es ihm besser ging.

Zum Glück dauerte es nicht lange, bis Eric vor meiner Zimmertür stand und klopfte.

„Eric, du... Was zur Hölle ist passiert?" Er blieb mir die Antworte schuldig, stattdessen machte er mir einen Vorschlag; „Hey, willst du Godric kennenlernen? Ich war die letzten Tage weder sonderlich ehrlich zu dir, noch war ich für dich da. Also, komm mit, sie warten schon alle im Nest auf uns."

Eric fuhr mit mir in zu einem Haus, das ein kurzes Stück entfernt war. Noch im Auto gestand er mir dann endlich, warum dieser Godric ihm soviel bedeutete.

„Dana. Ich muss dir etwas gestehen. Godric ist nicht irgendein Freund. Ja, ich kenne ihn schon lange, aber das ist etwas untertrieben. Ich habe keinen lebenden Freund, den ich länger kenne. Dana, er ist mein Macher." Ich sah ich mit offenem Mund an. Das hatte ich irgendwie nicht erwartet. „Nun, außerdem ist da etwas, was du noch über ihn wissen solltest. Er ist zwar gut doppelt so alt wie ich, jedoch war er bei seinem sterblichen Tod gerade so alt wie du warst." Zwei neue Informationen, die mich befürchten ließen, meinen Mund gar nicht mehr zu zu bekommen.

Das Haus, wo er mich hinbrachte, was von außen fast komplett aus Glas, sodass man das recht moderne Innere gut sehen konnte; es war alles Weiß und in hellem Beige gehalten.

„Komm schon." Er hielt mir eine Hand hin und half mir aus dem Auto.

Etwas verunsichert lief ich ihm hinterher zum Eingang, wo er schon von allem begrüßt wurde.

Nach ein paar Ecken standen wir dann wohl indem Raum, den ich von außen gesehen hatte. Es stand eine weiße Couch darin und an der Wand hing ein riesiger Flachbildfernseher.

In einer Ecke saß auf einer Art Sesseln ein Junge. Er sah tatsächlich aus wie maximal 16 oder 17, doch merkte man schon an seinem Blick und seiner Kleidung, dass er viel älter war, als er aussah. „Godric. Ich möchte dir gerne jemanden vorstellen. Das ist Dana. Sie ist mein Abkömmling."

Jetzt, wo er so vor mir stand(oder eher saß), fiel mir erst auf, dass dieser Junge so eine Art Vampir Großvater für mich war, was mich etwas hysterisch auflachen ließ.

Die grün-grauen Augen musterten mich interessiert und blieben dann an meinen Augen kleben.

„Ich freue mich sehr, dich kennenzulernen, Dana. Fühle dich wie zuhause." Er lächelte ein Lächeln, dass einen leicht vergessen ließ, dass er wohl älter war als die Zeitrechnung, er sah wieder aus wie ein Junge.

„Ich... Ebenfalls. Ich freue mich auch..." Ich wollte eigentlich hinzufügen 'dich kennenzulernen', aber wusste nicht, ob ich ihn nun siezen oder duzen sollte, also blieb der Rest des Satzes in der Luft hängen.

Eric spürte wohl meine Nervosität, also erlöste er mich. „Also, du hast wohl noch andere Gäste, wie ich sehe."

In der Schlange stand ein junger Mann, vielleicht gerade Ende 20, der mich ansah, als würde er mich mit seinen Blicken entkleiden.

„Ignoriere ihn. Jason Stackhouse. Ja, Sookies Bruder. Versuche es lieber nicht." Meinte Eric warnend.

„Also, du hast gehört, was Godric gesagt hat. Fühle dich wie zuhause." Leider kam es nicht dazu, denn Isabel schleifte einen Mann durch den Raum und warf ihn Godric regelrecht vor die Füße.

Sie meinte, er sei der Verräter und Godric fragte sie, ob sie ihn liebe. Als sie es bestätigte, ließ er den Mann einfach gehen. Alle Umstehenden waren empört, doch ich wusste nicht, ob ich es jetzt gut oder schlecht finden sollte.

An diesem Abend sollten wir bei besten Willen keine Ruhe finden. Eine Vampirin fing einen Streit mit Sookie an, an dessen Ende sie diese angriff und daraufhin von Godric herausgeworfen wurde.

Auch wenn wir danach etwa zwei Minuten hatten, um durchzuatmen, schritt plötzlich ein junger Mann in das Zimmer. Er war ein Mensch und hatte zuerst eine merkwürdig dicke Jacke an, dafür dass wir eine heiße Sommernacht in Texas hatten. Er bat erst für Aufmerksamkeit, nur um zu verkünden, er sein von der „Gemeinschaft der Sonne" und hätte eine Botschaft von diesem widerlichen Steve Newlin. Daraufhin öffnete er seine Jacke und darunter kam eine Art Schutzweste aus Silber und Bomben zum Vorschein.

Bevor irgendjemand reagieren konnte, drückte der Mann auf einen Knopf und seine Bomben explodierten.

Das, was übrig war, war ein schreckliches Chaos. Ein Glück hatte ich ein Stück entfernt gestanden, sodass ich keine Kugel abbekommen hatte, die durch die Bomben durch die Gegend geflogen waren.

Godric meinte, sie könnten wiederkommen, also sollten wir alle ins Hotel gehen, da sie dort Bescheid wüssten.

Es waren wie durch ein Wunder nicht zu viele Leute gestorben, dafür, dass der ganze Raum voller Blut war.

„Eric. Bleib bitte noch kurz hier, ich brauche dich noch. Dein Kind kann gehen, wenn sie will." Er sah mich fragend an. „Vergiss es. Ich bleibe." Ich hörte mich trotziger an, als ich vorhatte, trotzdem grinsten beide Vampire nur darüber.

„Die Vampire konnten sich alle selbst heilen, um die überlebenden Menschen wird sich gekümmert." Meinte Godric nachdenklich. „Was denken die sich eigentlich dabei, ein Nest voller Vampire anzugreifen? Das gibt..." „Nein, Eric. Gewalt erzeugt Gegengewalt und das geht immer weiter. Du weißt, sie wollen einen Krieg. Bitte gib ihnen keinen Grund, einen zu beginnen."

Ich sah diesen Vampir an und bewunderte in einer Art seine Art, die Dinge zu sehen. Vielleicht war es, weil Eric es mir so beigebracht hat, vielleicht war ich selbst einfach zu herzlos, um so zu sein wie er, aber ich bewunderte es.

„Na gut. Eric, geh. Ich komme später vielleicht auch noch vorbei." Meinte Godric, woraufhin ich und Eric das Haus verließen.

„Ich... Was soll ich sagen, das war mal 'ne Nacht!" Und kein lächeln kam über meine Lippen.