„Guten Abend." Ich öffnete leicht verschlafen die Augen und sah Godric an, der nur in einer weißen Leinenhose bekleidet auf der Bettkante saß und mich lächelnd ansah.
Wenn er nicht so lebendig(wenn man einen Vampir so nennen konnte...) vor mir gesessen hätte, hätte ich die ganzen Erlebnisse der vorigen Nacht als Traum angesehen. „Hey. Wie spät ist es denn?" Fragte ich noch immer etwas benommen.
„Kurz nach Sonnenuntergang, also etwa halb neun, schätze ich." Vorsichtig legte er eine Hand wieder an meine Wange und beugte sich vor, um mir einen Kuss zu geben.
„Ich werde unten in der Lobby auf dich warten." Sagte er und verschwand mit einem Zischen, sobald er sich sein Oberteil wieder angezogen hatte.
Vor mich hin murmelnd und schrecklich in Gedanken über die vergangene Nacht versunken, stieg ich aus dem Bett und direkt unter die Dusche. Es fühlte sich an, als würde ich endlich wieder in die Realität zurückkehren, als wäre das alles nicht passiert.
Nach der Dusche kramte ich mir einige Klamotten aus den inzwischen hoffnungslos chaotischen Koffern zusammen. Sobald ich angezogen war, ging auch ich runter zur Lobby.
„Hey, Dana. Bevor... Bevor du zu ihm gehst, würde ich gerne kurz mit dir reden." Eric nahm mich zur Seite, kaum war ich aus dem Fahrstuhl getreten.
„Dana, Godric ist ein sehr alter Vampir und ich will, dass du weißt, dass er anders ist als die meisten Vampire, die du schon kennen gelernt hast." Schien er mich warnen zu wollen.
„Ja, ich weiß. Genau das ist ja der Grund, warum. Er ist besonders und scheint mich ebenfalls so zu sehen." Erwiderte ich. „Oh, und Dana? Eins noch. Danke. Du hast ihm das Leben gerettet hast und ich kann dir dafür nicht genug danken. Ich wüsste nicht, was ich ohne ihn tun würde." Sagte er noch, als ich mich bereits einige Schritte entfernt hatte.
„Dana." Dieser Junge hatte den Spruch „Blicke sagen mehr als tausend Worte" wohl mehr als verinnerlicht. Er musste mich nur mit einem bewundernden Blick von oben bis unten ansehen, damit ich mich geschmeichelt fühlte. Ein weiterer Kuss später kam gerade Isabel um die Ecke.
„Godric. Ich... Dana, hallo. Was war denn da gestern los? Du hast mit Eric gesprochen und bist danach nicht mehr zurück gekommen." Ich wollte ihm das lästige erklären sparen, also gab ich ihm vor Isabels erstaunten Augen einen schnellen, aber leidenschaftlichen Kuss.
„Er war bei mir." Ich grinste sie an und lief dann davon, um die beiden allein zu lassen.
„Du und Godric also, ja?" Plötzlich stand wieder dieser Junge neben mir, den ich zuvor in der Schlange deren gesehen hatte, die meinem neuen Freund etwas zu sagen gehabt hatten.
„Jason Stackhouse, stimmt's? Sookies Bruder... Ja, ich und Godric." Ich hatte ehrlich gesagt keine große Lust, ihm jetzt irgendwas zu erklären, also beließ ich es dabei.
„Das ist aber ein ganz schöner Altersunterschied." Meinte er falsch grinsend.
„Naja, möglicherweise ist der Unterschied zwischen uns noch wesentlich größer, aber deine eigene Schwester ist mit einem Mann zusammen, der gute 150 Jahre älter ist als sie." Meinte ich leicht gehässig. Zum Glück verstand er meine Andeutungen und verschwand wortlos.
„Hey, Eric. Hast du zufällig Isabels Blick gesehen, als ich Godric geküsst hab?" Er schien auf eine seltsame Art zu versteifen, als ich dass Wort „geküsst" benutzte. Irritiert musterte ich ihn.
„Was zur Hölle ist mit dir los, sag mal?" Fragte ich ihn leicht genervt. Als er mir die Antwort schuldig zu bleiben schien, packte ich seinen Arm und schleifte ihn aus der Tür heraus auf den Parkplatz, wo wir ungestört waren.
„Eric, raus mit der Sprache, was ist los?" Die letzten drei Wörter sprach ich abgehakt und überdeutlich. „Nichts, ich habe dir alles gesagt. Godric ist nun einmal alt und er hat eine Einstellung entwickelt, die ihn zu dem gebracht hat, wovor du ihn gerade um ein Haar noch retten konntest. Selbst wenn er sowas nicht noch einmal versucht, habe ich ehrlich gesagt Angst um dich. Ich möchte nicht, dass er dich da reinzieht."
Was war in den letzten Tagen nur mit Eric los? Er wurde plötzlich so sentimental und zeigte ständig seine Gefühle, wenn auch nicht offen und vor jedermann Augen, aber es war so schon außergewöhnlich genug.
„Nein, Eric. Ich glaube, er war nur zu lange Zeit allein. Ich meine nicht, dass er niemanden um sich hatte, aber ihm hat jemand gefehlt, der mehr für ihn ist als ein Freund oder gar ein Untergebener. Godric braucht einfach Gesellschaft, die ihn auch mal Dinge vergessen lässt, denke ich." Eric sah mich mit unergründlichem Blick an. „Ich hoffe, dass du Recht hast."
Wir gingen wieder rein, wo Godric an einen Billardtisch gelehnt wartete. Als ich neben ihm auf der Kante des Tisches saß, nahm er meine Hand in seine und sah mich an. „Ich hab zufällig gehört, was du zu Eric gesagt hast. Ich glaube du hast Recht. Gesellschaft ist mehr als das, was ich das letzte Jahrhundert und auch davor fast dauerhaft hatte. Es sind gute Freunde, sie sind loyal, natürlich, jedoch gibt es Wichtigeres." Er drückte mir einen Kuss auf die Wange, bevor er mich zu einem Sofa zog, wo wir uns hinsetzten.
Sein sanfter Griff fand wieder einmal meine Haare und holte mich so durch leichten Druck auf meinen Hinterkopf zu sich her. Ich war auch vor dem Vorfall vor fünf Jahren nie in den Genuss von etwas gekommen, das dem hier auch nur ähneln könnte. Ich spürte wirklich, wie sich mein Innerstes wärmte, wenn ich seine Lippen spürte, das Kribbeln, das sie hinterließen und die Angst, die ich hatte, als ich dort auf dem Dach neben ihm stand.
Kurz durchgeatmet sagte ich etwas, das in jeder Beziehung eine Art Startschuss war und ohne diese Wörter konnte es nicht funktionieren.
„Ich liebe dich." Leise, so leise, dass nur er es hören konnte, flüsterte ich es in sein Ohr. Er erwiderte es ohne zu Zögern, was in mir einen Hüpfer auslöste, dass ich dachte, mein Herz wäre gerade wieder angesprungen.
Danach lehnte ich meinen Kopf auf seine Schulter und genoss es, wie er meinen Arm streichelt und mit meinen Haaren spielte.
Kaum jemand, der an der Couch vorbei kam, starrte uns nicht verwirrt an, doch es war mir egal. Ich fand es nur lustig, wie die Leute uns im Vorbeigehen Blicke zuwarfen, als wären wir von einem anderen Stern.
Als es gerade Mitternacht vorbei war, durchzuckte es mich schrecklich, was mich ordentlich zum fluchen brachte.
„Hat der Kerl schon mal was von Handys gehört? Oder einfach herkommen und fragen?" genervt stand ich auf und hinterließ einen grinsenden Godric, dem die Worte „So ist er." ins Gesicht geschrieben standen.
„Eric, zum Teufel. Was sollte das?" Fluchte ich, als ich ihn in einem Sessel sitzend fand.
„Dana, Süße, du weißt, dass wir erledigt haben, wofür wir kamen, oder? Das Fangtasia wartet auf uns, genauso wie Pam. Bill und Sookie sind heute Abend schon gegangen." Erklärte er mir.
„Er hat Recht. Ihr könnt nicht noch länger auf euch warten lassen." Er stand neben Eric und sah mich mit einem unterdrückt verletzten Gesichtsausdruck an.
„Nein! Ich... Ich geh nicht einfach weg und lass dich hier. Was sollte das Ganze dann bitte?"
Die Tränen konnte ich mir nicht zurück halten, deshalb flitzte ich an den ganzen Leuten in der Lobby vorbei und ließ den Fahrstuhl lieber aus.
„Halt." Godric stand direkt neben mir und hielt meine Hand fest, als ich gerade die Tür öffnen wollte. „Was willst du, was ich tue? Was hast du erwartet? Es gibt nichts, was ich lieber täte, als mit dir zusammen zu bleiben, aber Eric wird dich niemals hier lassen und..." „Du bist der Sheriff, du kannst hier nicht weg, natürlich." Unterbrach ich ihn.
Er lächelte ein etwas bedauerndes Lächeln. „Eigentlich... Wurde ich sozusagen gefeuert. Was in der Gesellschaft der Sonne passiert ist, hat wohl gewisse Leute verärgert." Es verwirrte mich, doch ich fand schnell meine Stimme wieder. „Na dann, was hält dich hier?" Meinte ich einfach direkt.
„Nein. Ich kann hier nicht einfach weg. Es tut mir leid." Er nahm mich sanft und vorsichtig in seine Arme, erst zögerlich, um zu sehen, ob ich mich wehren würde, dann schloss sich seine Umarmung fester.
„Dana. Ich muss hier noch einiges klären, ich werde alles tun um dich sobald es geht wiederzusehen. Ich werde versuchen, dafür zu sorgen, dass Isabel der neue Sheriff wird." Er legte mir eine Hand in den Nacken und zog mich sanft zu sich, um mir einen Kuss auf die Stirn zu geben.
Gerade als er wieder verschwinden wollte und meine Tür endlich offen war, flüsterte ich „Warte."
Er blieb so plötzlich stehen, als hätte ich das Wort geschrien. Er stand auf einmal so nah vor mir, dass ich regelrecht eingeschüchtert wurde. Ich ergriff die Initiative und küsste ihn, es war ein zärtlicher, doch leidenschaftlicher Kuss, der uns beide ins Zimmer transportierte.
Zuerst saßen wir auf der Bettkante und wollten den andauernden Kuss nicht unterbrechen, als ich mich jedoch von ihm löste, ihm einen Arm um den Hals schlang und uns zusammen ins Liegen brachte. Godric führte den Kuss fort, dann wanderten seine Lippen, erst den Hals hinunter, verharrten dort kurz und wanderten dann weiter, bis er den Ausschnitt meines Schnüroberteils erreichte, das er geschickt mit den Zähnen öffnete.
Vorsichtig hob ich meine Hände und strich ihm ebenfalls das Oberteil ab. Trotz, dass ich es zuvor schon gesehen hatte, verharrte ich kurz, um ihn zu bewundern. Dann fuhr meine Hand wieder nach unten und streifte seine Hose ab...
Meine Kapitel scheinen ihre Länge wohl zu behalten...
Keine Ahnung, was mit mir los ist :/
Naja, ich würde mich echt freuen, wenn ihr mir eure Meinung sagt :)
