Es kamen schreckliche Tage voller Sehnsucht und auch voller Streits mit Eric, da er regelrecht allergisch auf das Thema meiner Beziehung reagierte, wobei ich zugucken durfte, wie er auf hinterhältige Weise versuchte, Sookie für sich zu gewinnen.

Nach einer Woche schien er es einfach geschehen zu lasse, ohne ein Wiederwort, selbst das seltsame Versteifen besserte sich. Leider war da immer noch meine Sehnsucht, die mit jeder Nacht, jeder Minute, die ich allein war schlimmer wurde.

In einer Nacht, von Mittwoch auf Donnerstag, als Eric beschlossen hatte, die Bar zu schließen bekamen wir Besuch. Die Tür öffnete sich langsam und ich sah den Jungen reinkommen. Der Junge, der so viel älter war als er aussah und außerdem derjenige, den ich seit so vielen Tagen schon vermisste. „Godric!" Ich stand da und sah zu, wie er zu mir flitzte, um mich erst einmal zu umarmen, dann mir einen Kuss zu geben. Es war mir klar, das er nicht zu weit gehen wollte, da meine gesamte Vampirfamilie anwesend war.

„Pam. Das ist Godric. Du hast ihn ja bisher noch gar nicht getroffen." Stellte Eric Pam Godric vor. Ihr innerer Kampf war regelrecht zu greifen, so offensichtlich war es. Sie wusste nicht, ob sie ihn für den Jugendlichen halten sollte, oder als der 2000 Jahre alte Vampir und nebenbei Erics Macher.

Da sie schon vor Eric großen Respekt hatte, der außerdem nicht nur auf ihrer speziellen Beziehung beruhte, entschied sie sich scheinbar dafür, ihn als den Vampir anzusehen, der er war. „es freut mich, dich kennenzulernen. Ich habe viel von dir gehört." Godric lächelte Pam freundlich an.

„Ich glaube, wir sollten euer... Wiedersehen nicht herauszögern, nicht wahr?" Verwundert sah ich Eric an. Was war nur passiert, dass seine Meinung sich so geändert hatte? Ich wollte den Sinneswandel nicht gefährden, also nahm ich meinen Freund an der Hand und zog ihn davon.

„Endlich. Ich dachte schon, du kommst nicht mehr." Meinte ich, sobald wir in meinem Zimmer waren. „Na hör mal, das waren kaum zwei Wochen." Ich konnte nicht ausmachen, ob das ein sarkastischer Unterton war.

Bevor ich etwas erwidern konnte, lagen seine Lippen schon auf meinen und er drückte mich sanft auf das Sofa, da ein Bett leider in dem Zimmer fehlte. Seine Küsse waren begieriger als jemals zuvor, sie wanderten wie beim letzten Mal meinen Hals hinunter und wieder hinauf, bis er wieder meine Lippen fand. So aufgeregt ich war, kamen meine Fangzähne zum Vorschein. Erschrocken starrte ich Godric an. Er lächelte nur und ließ seine Zähne ebenfalls herauskommen.

Vorsichtig schob ich meine Hände unter sein weißes Hemd und zog es ihm über den Kopf. Ich hatte schon fast(!) vergessen, wie gut er aussah. Mit einem Rauschen drehte ich mich so, dass ich nun auf ihm lag und er es mir gleich tun konnte und mir mein lila Shirt ausziehen konnte.

In dem Moment schien mir der Zeitpunkt gekommen, den einen Satz zu sagen. Die drei Wörter, die entscheiden sollten, ob das Ganze ernsthaft wurde.

„Godric... Ich liebe dich." Ich hauchte es ihm fast nur ins Ohr, während nun meine Küsse wanderten und inzwischen seinen Hals erreichten. Da nahm er mein Gesicht in seine Hände und meinte zwar überzeugt und zweifellos ehrlich, doch selbstverständlich „Ich liebe dich, Dana." und küsste mich ein weiteres Mal.

Ich hatte die letzten Tage einige Male überlegt, ob das ganze denn nicht vielleicht der Traum eines Dauersingles gewesen war. Doch diese Nacht sollte mich ein für alle Mal vom Gegenteil überzeugen. Vergessen war, wie es angefangen hatte, ich, die weinend vor Angst dagesessen hatte und danach Godric, der auf dem Dach des Hotels gestanden hatte und auf die Sonne gewartet hatte.

Recht kurz vor Sonnenaufgang lagen wie da, mein Kopf auf seiner Schulter und sein Arm um mich gelegt, strich ich leicht mit meinen Fingern seine Tattoos nach. Uralte Zeichen, die sein eigenes Alter noch unterstrichen.

Es war kein Scherz gewesen, als ich gesagt hatte, ich wüsste manchmal nicht, ob ich ihn küssen solle oder vor ihm auf die Knie fallen. Ich hatte vor ihm einen so tiefen Respekt, wie ich ihn mir nie hätte vorstellen können.

Mit Eric war das anders, er war mein Macher und auch sehr alt, aber es war nicht dasselbe.

„Worüber denkst du nach?" Fragte Godric auf einmal, wodurch er mich aus den Gedanken riss. „Über etwas, das ich vor kurzem zu Pam gesagt habe. Ist aber nicht wichtig, es..." Ich kam mich komisch vor, im Bett mit ihm zu liegen und über irgendjemanden anders zu reden.

„Das Zimmer ist doch licht dicht, oder? Der Tag müsste bald hereinbrechen und da drin könnte es zu zweit eng werden." Er deutete auf meine Sarg und ich bestätigte: „Ich glaube, das ganze Fangtasia besitzt nicht ein Fenster. Sogar jede Tür, die nach draußen führt, ist so gut isoliert, dass da nichts durchkommt." Sagte ich.

„Na dann. Du hast doch nichts dagegen, wenn ich den Tag hier verbringe, oder?" Fragte er mit einem atemberaubenden Lächeln im Gesicht. „Das will ich dir geraten haben, Süßer." Antwortete ich und musste mir ein lautes Lachen unterdrücken.

Ein Gähnen entwich mir und sagte mir außerdem, dass es draußen allmählich hell wurde, sodass ich es mir in Godrics Armen bequem machte und zufrieden die Augen schloss...


Das erste etwas kürzere Kapitel :)
Wie immer, würde mich über ne kurze Review sehr freuen :)
Bis bald, SmilyLily