Nach dem Frühstück erhob sich Herr Ichitaka von seinem Platz und schlug wie bei einer feierlichen Ankündigung mit einem Löffel gegen sein Glas. Augenblicklich wurde es still und alle Schüler schauten ihn neugierig an.

„Wie schön, dass ihr mir alle zuhört. Also heute beginnt unser Programm für die Klassenfahrt. Und wie ihr wisst ist das Thema ‚Vertrauen'. Und deshalb werden wir jede Menge Vertrauensübungen durchführen, um die Gemeinschaft zwischen euch zu stärken…"
Ein lautes Stöhnen ging durch den Raum

„..Jetzt seid doch mal still und lasst mich ausreden. Also, wir werden diese Übungen durchführen. Aber zusätzlich, als Entschädigung, wenn ihr es so nennen wollt, eine Strandmodenschau abhalten."
Alle Neuner sahen Herrn Ichitaka ungläubig an. Dann ging plötzlich ein Tuscheln durch die Runde, niemand konnte sich so wirklich vorstellen, dass Herr Ichitaka, die Neuner freiwillig halbnackt herumstolzieren lassen würde. So, als ob Her Ichitaka ihre Gedanken lesen konnte

„Natürlich war das die Idee eurer Tutoren." Ein lautes

„Ach so" ging durch die Runde.

„Gut, da das nun geklärt ist, fangen wir mit den Vertrauensübungen an." Ein lautes Stöhnen ging durch die Reihen, das durch ein lautes Räuspern von Herr Ichitaka unterbrochen wurde.

„Also wir beginnen mit den Übungen in einer Stunde. Dann treffen wir uns auf dem Hinterhof ." Mit einem Blick zu den Tutoren, der so viel heißen sollte wie: ‚Sorgt dafür, dass ALLE rechtzeitig anwesend sind, sonst passiert was!' verabschiedete er sich. Kaum war der Lehrer verschwunden, hörte man die Schülerschaft aufatmen.

„Seht ihr, ich bin nicht der einzige der meint, dass Herr Ichitaka einem das Gefühl gibt, in größter Gefahr zu sein." Tai wandte sich zu seinen Freunden.

„Ich weiß nicht was ihr alle gegen den Ichitaka habt, der ist doch ein ganz netter Lehrer." Mimi schaute verständnislos durch die Runde

„Das liegt daran, dass er dich mag und du eine seiner Lieblingsschüler bist." Tai schnaufte abschätzig und Mimi verschränkte die Arme vor der Brust.
„Falsch! Wenn, dann WAR ich eine seiner Lieblingsschülerinnen, denn nach der Aktion vor zwei Wochen, hat er mich bestimmt von seiner Liste gestrichen."

„Jetzt stell dich nicht so an, so was kann doch passieren. Ist ja nichts Dramatisches."
„Oh doch, das ist es sehr wohl. Es ist besser, wenn die Lehrer einen lieben, als wenn sie einen hassen. Das solltest DU am besten wissen!"

Tai, der keine Lust mehr hatte zu diskutieren, zuckte nur mit den Schultern und blieb stumm. Ich halte lieber meine Klappe, die dreht sonst noch völlig am Rad.

Als Tai aber nicht konterte, wurde Mimi misstrauisch Irgendwas stimmt nicht. Warum antwortet der nicht?

„Warum sagst du nichts dazu?"

„Was sage ich nicht?"

„Ja, warum konterst du nicht auf meine Anspielung?"

„Keine Lust."

„Wie keine Lust?"

„Ich habe einfach keine Lust zu kontern. Muss ich denn immer kontern?"

„Ja!" Mimi wurde es langsam zu bunt, es gab nur selten Momente, in denen Tai schwieg und wenn er schwieg, plante er meistens irgendetwas um Mimi noch weiter aufzuregen.

„Sag schon! Was planst du?"
Etwas irritiert sah Tai Mimi an.

„Wie planen? Was sollte ich denn bitteschön planen?"
Was hat dieser Mistkerl wieder vor? Als ob der keine Lust hat…Na warte, so einfach legst du mich nicht rein

„Du planst immer etwas!"

„Nein, das tue ich nicht. Du bist doch paranoid."

„Ich und paranoid? Du spinnst wohl."
„Jetzt werd doch nicht gleich hysterisch." Eigentlich wollte Tai die Diskussion so schnell wie möglich beenden, da er spürte, dass sie langsam vom eigentlichen Thema abdrifteten. Doch das Wort „hysterisch" behinderte seinen Plan, denn Mimi regte sich umso mehr auf.

„Matt, ich glaube wir sollten unseren Plan so langsam in die Tat umsetzen. Die Beiden werden immer schlimmer." Sora und Matt standen etwas abseits von Tai und Mimi.

„Na ich weiß nicht. Zwar streiten die Beiden sich jetzt wieder, aber eben beim Frühstück, da waren sie ein Herz und eine Seele. Die Atmosphäre vorhin war fast schon idyllisch. Ich glaube, dass das Streiten einfach dazu gehört. Die können gar nicht anders."
Etwas nachdenklich beobachte Sora kurz die beiden Streitenden und stimmte schließlich Matt zu.

„Du hast Recht. Aber sollten die Beiden sich nicht bis zum bunten Abend gefunden haben. Dann wird gehandelt, okay?"

„Wenn dir das so wichtig ist, dann machen wir es so." Matt nahm seine Freundin in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
Die Stunde verging und nachdem Mimi und Tai sich wieder einigermaßen vertragen hatten, trotteten die Tutoren zusammen mit den Neunern auf den Hinterhof.
Als nun auch die Letzten den Hof erreicht hatten, klatschte Ichitaka zufrieden in die Hände.

„So, wie angekündigt beginnen jetzt die Vertrauensübungen. Und dies hier…" Herr Ichitaka deutete auf die Leiter, die hinter ihm auf dem Boden lag „…wird ein wichtiges Hilfsmittel sein, um die Vertrauensbasis unter euch zu stärken."

„Und wie soll uns diese Leiter dabei helfen?" Davis sprach die Frage, die alle anderen sich in dem Moment gedacht hatten, laut aus und Herr Ichitakas Gesicht zierte ein leichtes Lächeln.

„Ganz einfach. Ihr werdet euch in einer Gruppe von 20 Leuten zusammenfinden und jede Gruppe bekommt einen Leiter. Dann werden 19 Leute die Leiter fest halten und die mutigste Person unter euch wird versuchen, bis ganz nach oben zu klettern."
Nachdem Herr Ichitaka geendet hatte, mussten alle schlucken. Ganz nach oben zu klettern und die Leiter wurde nur von den Mitschülern gehalten, dass schien selbst für die mutigsten Schüler riskant zu sein.
Zufrieden schaute Herr Ichitaka durch die Runde, sein Ziel war erreicht. Die ganze Schülerschaft war eingeschüchtert und schaute sich ängstlich um. Genauso wollte er sie haben, still und verschüchtert. Um noch eins drauf zu setzen zählte er die Schüler durch, so dass die einzelnen Cliquen getrennt wurden und die Schüler waren so ziemlich mit ‚fremden' Leuten in einer Gruppe.

„So und jetzt viel Erfolg mit der Übung. Und vergesst nicht, die Leiter hat 30 Sprossen! Wenn also jemand hinfallen sollte, wäre es gut wenn die Mannschaft unten die Person auffangen würde, ansonsten könnte das üble blaue Flecken geben."
Mit diesem letzten Hinweis und dem Schweigen der Schüler, setzte Herr Ichitaka sich auf die nächstgelegene Bank und genehmigte sich eine Tasse Kaffee.
Die Neuner hingegen blieben stehen und betrachteten zögerlich die Leiter.

„Findet ihr nicht auch, dass Herr Ichitaka ein wenig übertrieben hat? Die Neuner haben richtig Angst vor der Aufgabe." Sora blickte durch die Runde.

„Ich wusste es, der Ichitaka liebt es Schüler zu quälen. Sowas ist doch nicht mehr normal!" Tai regte sich wieder einmal auf und diesmal fühlte er sich von Sora bestätigt.

„Wenn du der Meinung bist, dann tu doch was dagegen und nimm den Neunern die Angst vor der Aufgabe." Mimi war hinzu gekommen, schlug Tai leicht gegen die Schulter und deutete auf die Neuner.
Tai wirkte eher genervt von ihrer Aufforderung

„Ach was, die schaffen das auch ohne mich."

„Das ist wieder mal typisch für dich. Erst den Mund aufreißen und sich beschweren, aber nichts dagegen tun. Wir sind Tutoren, Tai. Wir müssen die Schüler unterstützen!" Mit diesen Worten ging Mimi gezielt auf eine Gruppe zu. Und zu Tais Entsetzen ging sie genau auf die Gruppe zu, in der auch Davis war.

„So Leute, dann packen wir es mal an. Die Vertrauensübung wird ein Klacks."
Mit ihrer fröhlichen und aufmunternden Art schaffte es Mimi, die Sorge und das Bangen der Schüler zu verdrängen. Doch trotzdem meldete sich keiner freiwillig um die Leiter empor zu steigen. Mimi seufzte auf:

„Okay, Leute. Ich mache den Anfang. Und dann werdet ihr sehen, dass es gar nicht so schlimm ist, wie alle behaupten."
Die Schüler nickten zustimmend und so stellten die Schüler die Leiter auf und hielten sie von allen Seiten, so gut es ging fest. Gerade als Mimi auf die Leiter zugehen wollte wurde sie zurück gehalten.

„Das ist nicht dein Ernst oder?" Tai war hinter ihr und hielt sie zurück.

„Doch Tai, das ist mein voller Ernst. So schlimm kann das doch nicht sein. Du brauchst dir keine Sorgen machen, die Neuner werden die Leiter schon sicher genug festhalten."
Tai schüttelte den Kopf.

„Dass die Neuner die Leiter sicher festhalten werden ist mir klar. Ich rede auch eher von deinen Schuhen. Willst du wirklich mit diesen Schuhen da hoch klettern?"
Mimi sah an sich herunter. Sie trug ihre neuen Sandalen mit Absatz, die sie extra für Spanien gekauft hatte.

„Was stimmt mit den Schuhen nicht?"

„Du wirst jede Wette hinfallen."
Empört blickte Mimi Tai wieder ins Gesicht.

„Jetzt übertreib doch nicht. Die geben festen Halt."

„Wenn du das sagst. Aber sag nicht, dass ich dich nicht gewarnt habe."

„Soweit wird es gar nicht kommen."
Warum kann dieser Trottel nicht einfach sagen: Mimi, pass auf dich auf! Oder: Viel Glück! Ist das denn zu viel verlangt?
Mimi ging auf die Leiter zu und atmete nochmals tief ein und aus, bevor sie darauf kletterte.
Ganz ruhig Mimi, einfach Stufe für Stufe hoch klettern und bloß nicht nach unten schauen. Sich diesen Satz immer wieder im Kopf sagend, kletterte Mimi die Leiter stück für Stück hoch. Als sie das Ende oben erreicht hatte, schaute sie nach unten und rief den Neunern zu:

„Seht ihr, das ist gar nicht schwer hierauf zu klettern. Man muss sich nuuuuu…" Plötzlich rutschte Mimi mit ihrem Absatz auf der Sprosse aus und da sie sich nur noch mit einer Hand fest gehalten hatte, verlor sie den Halt und flog rückwärts auf die Schüler.
Tai der dies mitbekommen hatte stürmte auf die Stelle zu, auf die Mimi gefallen war.

„Hey Mimi alles in Ordnung?" Bei der Unfallstelle angekommen musste er mit ansehen, dass Mimi zwar weich gelandet war, doch leider auf Davis.
Ehe Mimi wusste was mit ihr geschah, wurde sie plötzlich hoch gehoben und sie fand sich in Tais starken Armen wieder.

„Tai du kannst mich runter lassen. Mir geht es gut, ich bin nicht verletzt."

„Halt bloß deine Klappe! Wie kann man nur so naiv sein? Und ich habe dich noch gewarnt!" Gerade wollte Mimi etwas erwidern, doch dann sah sie Tais besorgten Blick.
Kann es sein, dass er sich Sorgen gemacht hat? Um mich? Mimis Vermutung wurde bestätigt, als Tai sie sanft auf einen Stuhl absetzte und sie von oben bis unten betrachtete. Sein Blick hatte sich nicht verändert, noch immer schauten seine braunen Augen sie eindringlich an und sie bekam ein schlechtes Gewissen.

„Tut mir leid." Tai sah sie überrascht an, zwar wollte er genau das von ihr hören, aber er hatte nicht erwartet, es so plötzlich von ihr gesagt zu bekommen. Doch um sie weiter schmoren zu lassen, antwortete er ihr nicht, sondern sah sie nur stumm und fordernd an.

„Was willst du denn noch von mir hören?" Immer noch antwortete ihr Tai nicht.

„Mensch Tai, jetzt sag doch was!" Als sie noch immer keine Antwort von ihm bekam, wurde es ihr zu bunt und sie drehte sich beleidigt weg. Ist mir doch egal. Ich hab mich entschuldigt, wenn er noch was will, soll er gefälligst den Mund auf machen. Trotz diesen abweisenden Gedanken, beobachtete Mimi Tai aus den Augenwinkeln und sah, dass Tai aufseufzte und gerade weggehen wollte. Da reagierte ihr Körper wieder einmal schneller als ihr Verstand und sie griff nach seinem T-Shirt und hielt ihn zurück.

„Nein, jetzt geh nicht weg!" Überrascht sah Tai sie an.

„Wie? Hast du also doch noch etwas zu sagen?"
Mimi biss sich auf die Lippe, sie wusste nicht so recht, was genau Tai noch von ihr hören wollte, doch als dieser sich sanft von ihr losriss und ohne sich umzudrehen Richtung Sora und Matt aufmachen wollte, sprang sie vom Stuhl auf und umarmte Tai von hinten, so dass dieser Bewegungsunfähig war.

„Es tut mir Leid, du hattest Recht. Ich bin selbst schuld, dass ich runtergefallen bin. Ich hätte auf dich hören sollen, ich hätte andere Schuhe anziehen sollen, ich hätte vielleicht erst gar nicht da hoch klettern sollen, da es immerhin eine Aufgabe für die Neuner war. Ich hätte gar nichts tun sollen. Ich sehe es ein, aber bitte sprich mit mir und verzeih mir."
Mimi dachte bei ihren Worten nicht nach, sie wollte nur, dass Tai sich umdrehte und sie ansah. Bei der Entschuldigung überschlug sich ihre Stimme und sie spürte wie ihr die Tränen kamen. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund war es ihr unglaublich wichtig, dass Tai sie ansah und ihr verzeiht. Auch wenn sie in ihn verliebt war, war es ihr bis zu diesem Zeitpunkt egal ob Tai eingeschnappt oder sauer auf sie war, denn sie hatten es immer geschafft, sich wieder zu vertragen. Aber jetzt war es anders, irgendwas in ihr sagte, dass sie an ihm dran bleiben musste.
Tai hingegen war von dem plötzlichen Gefühlsausbruch geschockt, er wollte Mimi nur etwas reizen, dass sie gleich zu weinen anfangen würde, war nicht geplant. Er drehte sich um und streichelte ihr sanft übers Haar. Mimi blickte zu ihm auf und war erleichtert, als seine braunen Augen sie voller Wärme anschauten.

„Ich wollte nur sicher gehen, dass du deinen Fehler eingesehen hast. Mit so einem Gefühlsausbruch habe ich nicht gerechnet." Er warf ihr sein berühmtes Taichi-Lächeln zu.

„ Du bist ein Idiot, du hast mir richtig Angst gemacht. Ich dachte, du würdest nie wieder mit mir reden."

„Als ob das gehen würde. Bei deinen naiven Aktionen muss man dich einfach im Auge behalten und dich vorwarnen, auch wenn das meistens nichts bringt, wie man eben gesehen hat."
Etwas beschämt boxte Mimi Tai in den Magen.

„Ich hasse dich."

„Das meinst du nicht ernst."

„Bist du dir sicher?"

„Ja bin ich mir. Ansonsten würdest du mich für das hier umbringen."
Ehe Mimi Tai fragen konnte, für was sie ihn umbringen würde, beugte Tai sich zu ihr runter und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Augenblicklich verdunkelte sich Mimis Gesicht und nahm einen intensiven Rotton an.

„Siehst du, ich hatte Recht gehabt. Würdest du mich hassen, wärst du längst auf mich losgegangen."
Mimi war bewegungsunfähig. Sie berührte mit ihrer Hand die Stelle an der Tais Lippen ihre Wange berührt hatten und schwor sich innerlich ihr Gesicht nie wieder zu waschen. So erwachte sie erst wieder aus ihrer Starre als Tai ihre Hand nahm, sie fest umklammerte und sie zu den anderen zwei Tutoren zog.

Dort angekommen, traute sie sich nicht Sora, Matt, geschweige denn Tai in die Augen zu schauen. Hätte sie Sora ansehen müssen, hätte diese sofort geahnt was gerade passiert war, da Mimi sich sicher war, dass ihr Gesicht immer noch rot war. Die Tatsache, dass Tai die ganze Zeit über ihre Hand festhielt, machte es ihr nicht leichter ihre normale Gesichtsfarbe wiederzuerlangen.

„Hey ihr beiden, wo wart ihr denn schon wieder?" Sora blickte erst neugierig zu Tai, dann zu Mimi und schließlich fiel ihr Blick auf Tais Hand die Mimis immer noch festhielt.

„Kann es sein, dass ihr Beiden nun endlich ein Paar seid?" Sora klatschte begeistert in die Hände.
Doch Tai und Mimi sahen sie geschockt an und schüttelten heftig die Köpfe.

„Nein! Wir sind nicht zusammen. Ich habe Mimi nur wieder hier her gezogen, weil sie sich nicht mehr bewegt hatte."
Damit hatte Tai nicht einmal gelogen, doch trotzdem hätte er am liebsten Soras Vermutung bestätigen wollen. Nach dieser Aussage, ließ Tai sehr zu seinem Bedauern auch Mimis Hand los und Mimi merkte erst jetzt , dass sie die Berührung genossen hatte.

„Schade."
Etwas enttäuscht lies Sora die Hände sinken.
Um schnell vom Thema abzulenken machte Matt einen Vorschlag.

„Ich finde, wir sollten wieder etwas näher an die Gruppe und den Neunern helfen. Seht doch, Herr Ichitaka steht auch bei den Neunern."
Bei diesen Worten wandten sich die anderen drei Köpfe in die Richtung in die Matt deutete und sahen, dass Herr Ichitaka anscheinend genervt den Neunern Anweisungen zum Klettern gab. Und als sie näher herantraten bestätigte sich ihr Verdacht.

„Nicht herunterschauen, sondern einfach weiter eine Sprosse nach der anderen hinaufklettern. Keine Angst, deine Mitschüler würden es nicht wagen, die Leiter loszulassen, sonst müssten sie damit rechnen auf der Stelle nach Hause geschickt zu werden."
Anscheinend hatte die beiläufige Drohung ihre Wirkung erreicht, denn die Schüler hielten die Leiter krampfhaft fest und konzentrierten sich voll und ganz auf ihre Aufgabe.

„Hab ich es doch gewusst, dass der Ichitaka so einen Trumpf im Ärmel hat, dann hätte ich nicht hochklettern müssen." Tai nickte zustimmend, als er gerade wieder zu einer seiner Beschwerdephasen zu Herrn Ichitaka ansetzte verstummte er, als er sah, dass genau dieser auf sie zu kam.

„Geht es Ihnen gut, Mimi?" Genau wie Tai zuvor betrachtete Herr Ichitaka Mimi von oben bis unten, um mögliche Verletzungen zu erkennen, doch bei seinem Blick fühlte sie sich sichtlich unwohl.
Das ist ein Röntgenblick. Es ist fast so als ob er meine Gedanken lesen und analysieren könnte.

„Ja. Mir geht es gut. Aber wie geht es eigentlich Davis?"

„Davis?" Fragend blickte Herr Ichitaka zu Mimi.

„Ja. Immerhin bin ich auf ihn gelandet, als ich gestürzt bin."

„Ach so, da brauchen Sie sich mal keine Sorgen zu machen. Denn Davis geht es sehr gut, sehen Sie?" Er deutete nach oben zur Leiter und tatsächlich Davis war derjenige der die Leiter heraufgeklettert war. Er schien unversehrt, denn als er oben war machte er kurz eine Siegespose und als er Mimi entdeckte, winkte er ihr kurz mit einem Lächeln zu, bevor er sich daran machte wieder vorsichtig herunterzuklettern.

„Da bin ich aber beruhigt." Herr Ichitaka nickte zustimmend bevor er sich auf den Weg zu der nächsten Gruppe machte.

„Ich auch. Immerhin musste er ganz schön was wegstecken, als du auf ihm gelandet bist."

„Was soll das bitteschön heißen?" Mimis linke Augenraue begann gefährlich zu zucken, doch Tai ließ sich davon nicht beeindrucken.

„Du kannst es dir schon denken, was das bedeuten soll. Du bist dick und nicht gerade ein Fliegengewicht."
Zwar stellte Tai sich auf Schmerzen ein, doch mit einem Schlag in den Bauch, gefährlich weit unten hätte er nicht gerechnet und so kam es das er Minuten nach dem Schlag immer noch am Boden lag und sich krümmte.
Mimi war währenddessen schon voraus gegangen und hatte bereits das Ende der Übung erklärt, da es schon Zeit für das Mittagessen war.