Tanz der Vampire einmal anders

~ Die Aufführung rückt näher ~

Die nächsten Proben verliefen wiederum ohne größere Ereignisse und ein paar Wochen später näherte sich das ganze Treiben langsam dem Ende. Dumbledore wollte nur noch einmal ein paar Schlüsselszenen proben, bevor beim nächsten Treffen schließlich die Generalprobe stattfinden sollte. Vor allem Severus war in den letzten Proben noch einmal sehr gefordert gewesen, denn in fast alle Szenen lag die Hauptlast auf dem Grafen von Krolock und somit seiner Rolle. Auch in der heutigen, letzten Probe vor der Generalprobe war dies der Fall, doch zuerst waren noch einmal Alan und Leon an der Reihe, um ihre gemeinsame Szene ein weiteres Mal zu proben. Da Leon als Herbert dabei über Alan herfallen durfte, verlief diese Szene auch nie ohne die nötige Ernsthaftigkeit ab, denn Leon hatte zugegebenermaßen keinerlei Mühe, seine Verliebtheit Alan gegenüber zu spielen, denn das war überhaupt nicht nötig.

Auch Severus hatte in der nachfolgend geprobten Szene keinerlei Mühe die Anziehungskraft auszudrücken, die Amanda auf ihn hatte.

Ensemble:

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
fühl ich mich einsam und traurig,
doch ich weiß nicht, was mir fehlt.

Ensemble:

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
hab ich phantastische Träume.
Aber wenn ich aufwach, quält mich die Angst.

Ensemble:
Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
lieg ich im Dunkeln und warte.
Doch worauf ich warte, ist mir nicht klar.

Ensemble:

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
spür ich die unwiderstehliche Versuchung
einer dunklen Gefahr.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit, Sternkind…

Amanda (Sarah):
Ich hör eine Stimme, die mich ruft.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit, Sternkind…

Amanda (Sarah):
Ich kann eine Stimme hörn…

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht

fühl ich die Macht eines Zaubers,

der mich unsichtbar berührt.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht

bin ich so hilflos und wünsch mir,

es käm einer, der mich führt und beschützt.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
kann ich es nicht mehr erwarten,
ich will endlich eine Frau sein und frei.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
möcht ich Verbotenes erleben,
und die Folgen sind mir ganz einerlei.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit, Sternkind…

Amanda (Sarah):
Ich hör eine Stimme die mich ruft.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit, Sternkind…

Amanda (Sarah):
Ich spür eine Sehnsucht, die mich sucht…

Severus war, während Amanda einsam auf der Bühne gesungen hatte, langsam immer mehr aus den Schatten hinter ihr hervor und auf sie zugetreten, bevor er schließlich nur noch einen Meter entfernt von ihr stehen blieb und alleine zu singen begann:

Severus (Krolock):
Sich verliern heißt sich befrein.
Du wirst dich in mir erkennen.
Was du erträumst wird Wahrheit sein.
Nichts und niemand kann uns trennen.
Tauch mit mir in die Dunkelheit ein!
Zwischen Abgrund und Schein
verbrennen wir die Zweifel und vergessen die Zeit.

Ich hüll dich ein in meinen Schatten und trag dich weit.
Du bist das Wunder,
das mit der Wirklichkeit versöhnt.

Während er sang, trat er noch näher an sie heran, bis er schließlich direkt hinter ihr stand und den Duft ihrer offenen Haare riechen konnte. Schon jetzt war er dem Zauber des Moments erlegen und ging völlig in seiner Rolle auf. Amanda musste sich ebenfalls bereits jetzt beherrschen, sich nicht bei Severus anzulehnen, das musste noch ein wenig warten.

Amanda (Sarah):

Mein Herz ist Dynamit,
das einen Funken ersehnt.

Amanda & Severus (Sarah & Krolock):
Ich bin zum Leben erwacht!
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht.
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht.

Bevor Amanda alleine weitersang, trat sie langsam einige Schritte von Severus weg und noch etwas weiter in den Vordergrund der Bühne.

Amanda (Sarah):
Ich hab mich gesehnt danach, mein Herz zu verliern.

Jetzt verlier ich fast den Verstand.
Totale Finsternis.
Ein Meer von Gefühl und kein Land.
Einmal dachte ich bricht Liebe den Bann.
Jetzt zerbricht sie gleich meine Welt.
Totale Finsternis.
Ich falle, und nichts was mich hält.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
denk ich, ich sollte lieber fliehn vor dir
solang ich es noch kann.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Während Amanda die nächsten Zeilen sang, wandte sie sich wieder zu Severus um und sah ihn sehnsüchtig an, wobei sie diesen Blick wirklich nicht mehr spielen musste. Der erwiderte ihren Blick und sang zusammen mit dem Ensemble, welches aus dem Off zu hören war immer wieder dazwischen.

Amanda (Sarah):
Doch rufst du dann nach mir,
bin ich bereit, dir blind zu folgen.
Selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
gäb ich mein Leben her für einen Augenblick
in dem ich ganz dir gehör.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit!

Amanda (Sarah):
Manchmal in der Nacht
möcht ich so sein, wie du mich haben willst,
und wenn ich mich selber zerstör.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit, Sternkind…

Amanda wandte sich nun wieder dem Publikum zu und sang weiter. Doch kaum hatte sie die ersten Worte ihres Textes gesungen, hörte sie Davids genervten Kommentar: „Bei Merlin, das ist ja so kitschig. Kaum auszuhalten!" Diese Worte brachten Amanda dazu, nicht weiter zu singen, sondern ihren Bruder sehr wütend anzusehen. Dies war eines der wenigen Male, wo wirklich Stimmung aufkam während eines Liedes und was machte er? Mit seinen dummen Kommentaren musste David wieder einmal alles kaputt machen! Durch die Unterbrechung hörten auch die verzauberten Instrumente auf zu spielen.

„Großartig David! War es das was du wolltest? Durch deine kindlichen Äußerungen wieder alles kaputt machen, während wir uns hier bemühen, unser Bestes zu geben?", schrie sie ihren Bruder an, der vor der Bühne stand und einen unschuldigen Eindruck machte.

„Ich? Ich hab doch nur gesagt, dass es kitschig ist." „Du hast es mal wieder albern gemacht! Weil du die Beziehung zu Severus noch immer nicht akzeptieren kannst!" „Ach, das hat damit gar nichts zu tun! Aber wirklich… Wie ihr euch da anschmachtet, ist kaum zum aushalten!" Vernichtend sah Amanda David an. Dann zog sie blitzschnell ihren Zauberstab und schleuderte David einen ungesagten Furunculus-Fluch ins Gesicht, bevor sie wütend die Bühne verließ.

Severus sah David nach Amandas Wutausbruch nur mit unergründlichem, aber deutlich unwilligem Blick an, während Genugtuung über den Fluch seine Lippen ein wenig umspielte. Dann zog er seinen voluminösen Umhang mit einem Ruck näher an sich und verließ mit eiligen Schritten und aufgeblähter Garderobe die Bühne, um Amanda zu folgen. Er fragte sich währenddessen wieso sie so heftig reagiert hatte, denn schließlich war es nichts Ungewöhnliches mehr, von ihrem Bruder derartige Sprüche zu hören zu bekommen und auch wenn sie ihn selbst auch noch ärgerten, war es gerade bei weitem nicht so schlimm gewesen, dass er das dringende Bedürfnis hatte, ihn zu verfluchen. Nichts desto trotz hatte Amanda damit Recht gehabt, dass er mit seinem überflüssigen Kommentar eine einzigartige Stimmung zwischen ihnen zerstört hatte. Dumbledore zog indes seinen eigenen Zauberstab hervor und murmelte etwas aufgebracht unverständliches vor sich her, bevor er den Fluch wieder von David nahm. Dann sah er ihn über seine Brille hinweg an. „Ich denke auch, dass sie sich diesen Kommentar hätten sparen können, Mr. Brown. So lautet nun mal das Drehbuch und ihre Schwester sowie Professor Snape setzen es nur perfekt um. Sie sollten sich darüber freuen, anstatt so zu reagieren."

Severus hatte mittlerweile Amanda eingeholt und seine Schritte verlangsamten sich. Er wusste nicht was er sagen sollte, deshalb blieb er erst einmal nur schweigend stehen und sah sie an. Wütend ging Amanda hinter der Bühne auf und ab, bis sie Severus bemerkte. Sie sah ihn an und wusste nicht, was sie sagen sollte, so wütend war sie. David hatte es diesmal wirklich zu weit getrieben! Hätte er nicht einmal seinen Mund halten können bei der schönen Stimmung, welche gerade zwischen ihr und Severus entstanden war?

„Was genau hat dich jetzt so wütend gemacht?", wollte Severus schließlich mit ruhiger Stimme von ihr wissen und sah sie an. „Das..." Amanda hob sprachlos die Hände. „Er kann es einfach immer noch nicht lassen! Ich meine, wir geben uns wirklich Mühe und es klappt so gut, was ja auch nicht immer so war bisher und was macht er? Mal wieder dumm dazwischen reden und die ganze Stimmung kaputt machen! Man sollte doch wirklich annehmen, dass er langsam mal alt genug ist!" Sie sprach noch immer sehr aufgebracht und wusste nicht so recht wohin mit ihrer ganzen Wut. Severus musste ein wenig schmunzeln, weil sie immer noch so wütend war, dass sie kaum einen Satz komplett hervorbrachte. Dann ging er auf sie zu, nahm sie in den Arm und küsste sie kurz. „Das sollte man annehmen, ja. Allerdings habe ich mittlerweile gelernt zu akzeptieren, dass er in diesem Punkt wohl immer auf dem Stand eines Viertklässlers stehen bleiben wird."

Amanda löste sich etwas von Severus und sah ihn leicht verzweifelt an. „Er ist mein Bruder! Da ist das nicht so einfach!" Noch immer fand sie es schwierig, sich zu beruhigen. Severus verkniff sich nun den Kommentar, dass David ein Schwachkopf war, stattdessen drückte er Amanda nur noch einmal kurz. „Beruhig dich wieder. Vielleicht helfen die Furunkel seinem Gedächtnis jetzt einmal etwas auf die Sprünge und er spart sich das nächste Mal seine überflüssigen Kommentare." „Das sagst du so einfach", meinte Amanda und atmete tief durch, bevor sie sich an ihn drückte. „Mhm", brummte Snape und nahm sie daraufhin fest in den Arm. „Wir sollten uns in solch einer Stimmung nicht von deinem schwachköpfigen Bruder stören lassen", murmelte er dann in ihr Ohr. „Vielleicht auch gar nicht so schlecht", meinte Amanda schließlich grinsend. „Sonst hätte ich dir nach dem Lied noch auf der Bühne die Kleider vom Leib gerissen." Severus grinste. „Und ich hätte dich entgegen des Drehbuchs doch gebissen", raunte er ihr dann ins Ohr und ließ dann seine Lippen etwas über ihren Hals streichen. Leise seufzte Amanda. „Na das kannst du ja immer noch tun." „Da hast du Recht. Noch sind wir nicht fertig mit unserer Szene...", brummte Snape, dann riss er sich wieder etwas von Amandas Hals los und sah sie an. „Wir sollten deinen Bruder quälen und noch einmal möglichst viel wiederholen." Er grinste ein wenig boshaft. Amanda atmete tief durch und sah ihn an. „Ja, lass es uns wiederholen. Wir halten ja nur alle anderen auf, die auf den Ball warten." „Eben. Komm!" Lächelnd nahm Severus nun Amandas Hand und zog sie dann mit sich wieder zurück auf die Bühne. Kurze Zeit später wiederholten sie einen Großteil ihres Textes, bevor es dann wieder mit dem Teil weiterging, bei dem David sie zuvor so rücksichtslos unterbrochen hatte:

Amanda (Sarah):
Ich hör eine Stimme, die mich ruft.

Ensemble & Severus (Krolock):

Sei bereit, Sternkind…

Amanda (Sarah):
Ich spür eine Sehnsucht, die mich sucht.

Nachdem sich Amanda zuvor wieder ein paar Schritte von ihm entfernt hatte, kam Severus nun wieder auf sie zu und trat hinter sie. Im Duett sangen sie schließlich weiter:

Severus & Amanda (Krolock & Sarah):
Sich verliern heißt sich befrein.

Du/ich wirst/will dich/mich in mir/dir erkennen.

Was du/ich erträum(st), wird Wahrheit sein.

Nichts und niemand kann uns trennen.

Tauch mit mir in die Dunkelheit ein!

Zwischen Abgrund und Schein

verbrennen wir die Zweifel und vergessen die Zeit.

Ich/Du hüll/st dich/mich ein in meinem/deinem Schatten und trag/trägst dich/mich weit.

Severus (Krolock):
Du bist das Wunder, das mit der Wirklichkeit versöhnt.

Amanda (Sarah):
Mein Herz ist Dynamit, das einen Funken ersehnt.

Amanda & Severus (Sarah & Krolock):
Ich bin zum Leben erwacht!

Die Ewigkeit beginnt heut Nacht.

Die Ewigkeit beginnt heut Nacht.

Amanda (Sarah):
Ich hab mich gesehnt danach,

mein Herz zu verliern.

Jetzt verlier ich fast den Verstand.

Amanda & Severus (Sarah & Krolock):
Totale Finsternis.

Ein Meer von Gefühl und kein Land.

Amanda (Sarah):
Einmal dachte ich, bricht Liebe den Bann.

Severus (Krolock):
Jetzt zerbricht sie gleich deine Welt.

Amanda & Severus (Sarah & Krolock):
Totale Finsternis.

Wir fallen, und nichts was und hält.

Totale Finsternis.

Ein Meer von Gefühl und kein Land.

Amanda (Sarah):
Totale Finsternis!

Ich glaub, ich verlier den Verstand…

Nach ihren letzten Sätzen seufzte Amanda leise und legte mit geschlossenen Augen genüsslich den Kopf zur Seite und sie konnte nicht leugnen, dass sie sich wünschte, Severus würde entgegen des Drehbuchs wirklich zubeißen. Doch dieser hatte sich trotz dieses Wunsches noch soweit unter Kontrolle, dass er mitten im Zubeißen wollen wieder inne hielt, von ihr abließ und sinnierte:

Severus (Krolock):
Nein - es wär verkehrt,

den Kopf zu verliern.

Wir wolln nicht vor der Zeit

den Genuss ruiniern.

Mit jeder Stunde des Wartens

wird die Lust mehr entfacht.

Ich lasse dich fühlen,

was dich unsterblich macht.

Wenn wir zwei tanzen,

auf dem Ball morgen Nacht.

Als die letzten Töne verklungen waren, seufzte Sandra leise. Ihr gefiel Snape als Graf wirklich sehr gut und er und Amanda spielten ihre Rollen wirklich sehr überzeugend. Zwar bemerkte David das Seufzen seiner Freundin, doch er ging lieber nicht näher darauf ein, da auch sie noch wütend auf ihn war, aufgrund seines vorangegangenen Kommentars.

Nachdem Severus zu Ende gesungen hatte, ging Amanda zu ihm und zog ihn an sich, um ihn kurz, aber innig zu küssen. Severus erwiderte diesen Kuss in diesem Falle nur zu gern, da er sie schon nicht beißen durfte. Während er Amanda noch küsste, fing Leon etwas übermütig und spaßend an zu pfeifen und klatschte begeistert ein wenig. Auch ihm hatte die Szene gut gefallen und er hatte es bedauerlich gefunden, dass David den Zauber so gestört hatte. Dennoch hatten sich Amanda und Severus nach dieser Störung wieder prima eingefunden, wie er fand. Flitwick kicherte daraufhin ein wenig und Dumbledore klatschte auch kurz. „Prima! Wunderbar! Wenn das an der Vorführung auch so läuft – ohne den Kuss natürlich – dann bin ich sehr zufrieden. Und nun der Ball… Alle auf die Bühne!" Mehr oder weniger zügig folgten alle der Aufforderung des Schulleiters und begaben sich auf die Positionen, die er ihnen anschließend eingab, während Filch und McGonagall noch etwas an der Dekoration hin und her schoben. Dann erhob sich die Musik und es ging los. Severus erschien am oberen Ende der aufgestellten Wendeltreppe, die in den Tanzsaal und somit auf die Bühne hinunterführte, wo schon die anderen Vampire warteten, und begann zu singen:

Severus (Krolock):

Seid willkommen, Brüder, in diesem Saal!

Als wir versammelt war'n, beim letzten Mal,

war uns're Mahlzeit ein Bauer,

ausgemergelt und bleich.

Ihr wart betrübt, aber ich sagte euch:

Ist ein Jahr mager, wird das nächste Jahr reich."

Langsam ging er nun die Treppe hinunter und sang weiter, während die anderen ihm nun antworteten:

Wir, die ewig leben,

verzehrt die Sucht nach frischem Blut.

Haben wir je davon genug?

Ensemble:

Wir haben davon niemals je genug!

Severus (Krolock):

Jedes Opfer das und nährt,

vermehrt auch uns're Brut.

Haben wir je davon genug?

Ensemble:

Wir haben davon niemals je genug!

Nichts macht uns satt.

Die Gier kommt nie zur Ruh,

denn die Leere in uns drin

wächst jeden Tag.

Die Angst vorm Nüchternsein

verfolgt uns immerzu.

Als Severus schließlich unten angekommen war, lief er ein wenig durch die Reihen der anderen Mitspielenden und nachdem diese ihm erneut geantwortet hatten, ging er wieder langsam auf die Wendeltreppe zu, vor der er schließlich stehen blieb und erneut solo sang:

Severus (Krolock):

Doch ich heiße euch hoffen!

Wie von mir prophezeit,

ist ein Gast eingetroffen,

geschmückt und bereit,

sich der Dunkelheit zu weihn.

Kaum hatte Severus diese Zeilen gesungen, erschien nun auch Amanda am oberen Ende der Treppe und während er weiter sang und zu ihr empor sah, kam sie langsam die Stufen hinab.

Eine Schönheit mit den Augen der Nacht,

ein verschwunsch'nes Sternenkind,

zärtlich wie der Wind

und für mich bereit,

verzaubert unser'n Mitternachtsball!

Doch sie gehört nur mir!

Keine Sorge! Auch an euch ist gedacht.

Denn seit gestern Abend sind

hier in meinem Labyrinth

und für euch bestimmt

zwei Sterbliche zum Bleiben verdammt!

Verdammt!

Ensemble:

Gott ist tot.

Nach ihm wird nicht mehr gesucht.

Wir sind zum ewigen Leben verflucht.

Es zieht uns näher zur Sonne,

doch wir fürchten das Licht.

Wir glauben nur Lügen, verachten Verzicht.

Was wir nicht hassen, das lieben wir nicht.

Während das Ensemble sang, kam Amanda zu Severus, der ihr seine Hand hinhielt, und sah ihn gespielt schüchtern an. Als sie seine Hand ergriff und er sie zum Tanz an sich zog, lächelte sie sanft und sie begannen zur Musik zu tanzen. Je länger sie tanzten, desto verträumter wurde Amandas Blick und sie freute sich insgeheim schon darauf, was gleich noch folgen würde. Nachdem Severus ein wenig mit ihr getanzt und Amanda schließlich beim leiser werden der Musik willig den Kopf zur Seite geneigt hatte, biss er ihr schließlich filmreif in den Hals. Genießerisch verharrte er einige Sekunden in dieser Position, während die Musik wieder dramatisch anschwoll und Amandas Körper in seinen Armen erschlaffte, weil sie gespielt das Bewusstsein verlor. Doch dann löste er sich wieder von ihrem Hals, der nun blutbefleckt war, legte den Kopf ein wenig zurück und leckte sich genießerisch und zufrieden das künstliche Blut von den Lippen. Kurze Zeit später erwachte Amanda auch schon wieder aus ihrer vorgetäuschten Ohnmacht und klammerte sich noch ein wenig benommen an ihm fest. Nun begannen die anderen wieder zu singen:

Ensemble:

Sie ist zum Leben erwacht!

Die Ewigkeit beginnt heut Nacht.

Die Ewigkeit beginnt heut Nacht!

Während nun Amanda und Severus wieder gemeinsam zu singen begannen, näherten sich etwas im Hintergrund auch Leon und Alan immer weiter an, bis Leon schließlich voller Freude auch seine magisch verlängerten Eckzähne in Alans Hals versenkte. Endlich durfte auch er seinen Liebsten beißen, dachte er sich.

Severus (Krolock):

Du hast dich gesehnt danach,

dein Herz zu verliern.

Jetzt verlierst du gleich den Verstand.

Amanda & Severus (Sarah & Krolock):

Totale Finsternis.

Ein Meer von Gefühl

Und kein Land.

Amanda sah Severus sehnsüchtig an, während sie gemeinsam sangen. Danach wandte sie sich für ihr Solo wieder dem Publikum zu, während Severus von hinten an sie herantrat.

Amanda (Sarah):

Einmal, dachte ich,

bricht Liebe den Bann.

Severus (Krolock):

Jetzt zerbricht sie gleich deine Welt.

Amanda & Severus (Sarah & Krolock):

Totale Finsternis.

Wir fallen, und nichts was uns hält.

Nach diesen letzten beiden gemeinsamen Zeilen begannen sie wieder zu tanzen, woraufhin sich die übrigen Vampire zunächst anschlossen, aber dann Professor Abronsius entdeckten. Zunächst schlichen sie langsam um ihn herum, doch dann fielen sie gemeinschaftlich über ihn her. Flitwick, der sich nun mit einer Horde blutdurstiger Vampire konfrontiert sah, quiekte nur noch entsetzt auf und rief „Hinfort! Hinfort ihr Blutsauger!", doch gegen diese Übermacht hatte er keine Chance. Nachdem nun auch er zum Vampir geweiht worden war, probten alle gemeinsam noch den Schlusschor, bevor sich Dumbledore bei allen bedankte und die Probe für den heutigen Tag beendete.

Während alle anderen langsam ihre Umhänge anzogen, wunderte sich David doch noch über eine Sache. „Was ist eigentlich mit Professor Snapes Solo? Alle mussten singen, nur er nicht!" „Sind sie etwa so scharf darauf, es zu hören, Brown?", kam Severus in leicht bissigem Ton Dumbledore zuvor und sah David forschend an. Was wollte er nun wieder mit dieser Frage bezwecken? Vor kurzem hatte er sich schließlich noch beschwert wie schnulzig er mit Amanda zusammen sang und jetzt wollte er noch sein melancholisches Solo hören?

„Es ist einfach nicht ganz fair, wo wir alle alleine singen mussten und sie nun mal als Einziger nicht", meinte David. Seine Schwester hingegen war von dieser Frage schon wieder leicht genervt und zog sich lieber ihren Umhang zu Ende an. „Nun, dann kann ich sie beruhigen, Mr. Brown", mischte sich nun Dumbledore ein, der sah, dass Severus und auch Amanda durch Davids Frage erneut gereizt wurden. Auf einen zweiten Streit konnte er heute Abend getrost verzichten, deshalb fuhr er fort: „Professor Snape wird noch singen und zwar auf der Generalprobe. Damit wäre das, denke ich, geklärt." Severus nickte daraufhin nur noch kurz angebunden und warf sich seinen Umhang um. Heute ging ihm Amandas Bruder gehörig auf die Nerven. Da Dumbledore sich nun eingemischt hatte, wagte David nicht mehr zu widersprechen, sondern zog sich lieber ebenfalls an, um kurz darauf zusammen mit Sandra zu gehen. „Komm, lass uns Chris abholen gehen", meinte Amanda schließlich sanft zu Severus, nachdem sie ihren Schal umgebunden hatte. „Ja", antwortete Severus nur noch, dann verabschiedete er sich von den Verbliebenen und verließ mit Amanda das Schloss.