Tanz der Vampire einmal anders

~ Die Generalprobe ~

Eine Woche später trafen sich noch einmal alle Mitwirkenden zur Generalprobe. Doch zunächst war Kostümprobe und Schminken angesagt, denn schließlich sollten nun alle noch einmal ihre Rollen so spielen müssen, wie es bei der Aufführung auch der Fall sein würde.

Nach langem Hin und Her – Olivia beschwerte sich unter anderem darüber, dass ihr Kleid nicht so pompös und prächtig war, wie das der weiblichen Vampire – standen Dumbledore schon die Haare zu Berge und er hoffte inständig, dass es bei der Aufführung selbst anders laufen würde. Auch die Probe selbst verlief zu seinem Bedauern nicht ohne Probleme, denn einige kamen entweder nicht mit ihren voluminösen Röcken klar, oder stolperten über die eigenen Füße, da sie Schuhe mit Absätzen tragen mussten. Von der Vampirgarde schaffte es lediglich Severus alle Tücken seiner Verkleidung souverän zu umschiffen, was aber möglicherweise auch daran lag, dass er ohnehin des Öfteren einmal ausladende Umhänge trug. Dennoch fühlte er sich zunächst alles andere als wohl in seinem Kostüm, wofür allerdings vor allem die dick aufgetragene Schminke und die langen Fingernägel verantwortlich waren.

Als die Proben am Nachmittag irgendwann kurz vor dem Ball angelangt waren, war Severus großer Auftritt gekommen, auf den sogar David schon mehr oder weniger sehnsüchtig gewartet hatte. Alleine und im Halbdunkel der Bühne stand er also nun mit gesenktem Kopf auf der Friedhofskulisse zwischen den Steinsarkophagen und begann schließlich leise zu der einsetzenden, melancholischen und traurigen Musik zu singen.

Severus (Krolock):

Endlich Nacht. Kein Stern zu sehn.

Der Mond versteckt sich,

denn ihm graut vor mir.

Kein Licht im Weltenmeer.

Kein falscher Hoffnungsstrahl.

Nur die Stille. Und in mir

die Schattenbilder meiner Qual.

Langsam und ziellos zwischen den Gräbern umherwandernd sang er weiter.

Das Korn war golden und der Himmel klar.

Sechzehnhundertsiebzehn,

als es Sommer war.

Wir lagen im flüsternden Gras.

Ihre Hand auf meiner Haut

war zärtlich und warm.

Sie ahnte nicht, dass ich verloren bin.

Ich glaubte ja noch selbst daran,

dass ich gewinn.

Doch an diesem Tag geschah's zum ersten Mal.

Sie starb in meinem Arm.

Wie immer wenn ich nach dem Leben griff,

bleib nichts in meiner Hand.

Ich möchte Flamme sein und Asche werden

und hab noch nie gebrannt.

Während die Musik und seine Stimme nun anschwollen, sah er zum ersten Mal auf und in das Publikum, welches momentan allerdings nur aus den gebannt zuhörenden Mitwirkenden bestand. Amanda seufzte leise, nach diesen ersten Zeilen. Zwar hatte sie das Lied schon von Severus gehört, aber nun in Kostüm und auf der Bühne, war es noch einmal etwas ganz anderes. Sandra hingegen saß neben David und hörte gebannt zu. Nach ihren gemeinsamen Szenen mit Snape wusste sie ja, dass er sehr anders sein konnte als man ihm sonst zutraute, aber das hatte sie nicht erwartet. Vielleicht war das der Grund, warum sie das Lied bisher nicht gehört hatten. Im Gegensatz zu seiner Freundin sah David Snape skeptisch zu. Ob er nicht etwas übertrieb mit seiner Darstellung? Doch während er darüber nachdachte, sang Snape nicht weniger gefühlvoll weiter.

Ich will hoch und höher steigen,

und sinke immer tiefer ins Nichts.

Ich will ein Engel oder ein Teufel sein,

und bin doch nichts als eine Kreatur,

die immer das will, was sie nicht kriegt.

Mit einer gewissen Verzweiflung in der Stimme sang er weiter und wurde dabei immer lauter und kraftvoller, bis seine Stimme plötzlich wieder leiser und trauriger wurde, er sein Haupt erneut ein wenig senkte und wieder langsam durch die Reihe der Gräber ging.

Gäb's nur einen Augenblick des Glücks für mich,

nähm ich ew'ges Leid in Kauf.

Doch alle Hoffnung ist vergebens,

denn der Hunger hört nie auf.

Eines Tages, wenn die Erde stirbt,

und der letzte Mensch mit ihr,

dann bleibt nichts zurück

als die öde Wüste einer unstillbaren Gier.

Zurück bleibt nur die große Leere.

Eine unstillbare Gier.

Nachdem er zum Schluss der Textzeile Stimme und Gesicht erneut ein wenig erhoben hatte, blieb er nun an einem der Grabsteine sehen, sah ihn kurz an und sang melancholisch weiter, während ihn seine Schritte schließlich wieder langsam weiter in Richtung Publikum trugen.

Des Pastors Tochter ließ mich ein bei Nacht,

siebzehnhundertdreißig nach der Maiandacht.

Mit ihrem Herzblut schrieb ich ein Gedicht

auf ihre weiße Haut.

Und des Kaisers Page aus Napoleons Tross…

Achzehnhundertdreizehn stand er vor dem Schloss.

Dass seine Trauer mir das Herz nicht brach,

kann ich mir nicht verzeihn.

Nun wurde Severus Stimme wieder lauter, kräftiger und vor allem verzweifelter und er blickte mit einem Gesicht, das genau das widerspiegelte was er gerade sang, wieder direkt ins Publikum.

Doch immer wenn ich nach dem Leben greif,

spür ich, wie es zerbricht.

Ich will die Welt verstehn und alles wissen,

und kenn mich selber nicht.

Ich will frei und freier werden,

und werde meine Ketten nicht los.

Ich will ein Heiliger oder ein Verbrecher sein,

und bin doch nichts als eine Kreatur,

die kriecht und lügt und zerreißen muss,

was immer sie liebt.

Nun verlieh er der Hoffnungslosigkeit seiner Figur noch zusätzlich zu seiner erhobenen Stimme durch Gestik Ausdruck. Er zog seinen Umhang an sich und ballte verzweifelt eine Faust, bevor seine Stimme plötzlich wieder leiser und trauriger wurde und er das Gesicht erneut für einen Moment sinken ließ und ein paar kleine Schritte Richtung Bühnenrand ging.

Lange hatte Amanda sich bemüht, aber nach diesen Zeilen, konnte sie die Tränen einfach nicht mehr zurückhalten. Leise schluchzend hörte sie weiter zu, was Alan neben ihr dazu bewegte, ihr schweigend und selbst sichtlich gerührt ein Taschentuch zu reichen.

Jeder glaubt, dass alles einmal besser wird,

drum nimmt er das Leid in Kauf.

Ich will endlich einmal satt sein,

doch der Hunger hört nie auf.

Manche glauben an die Menschheit,

und manche an Geld und Ruhm.

Manche glauben an Kunst und Wissenschaft,

an Liebe und an Heldentum.

Nun blieb Severus erneut stehen und sang mit anschwellender Stimme das Finale seines Solos.

Viele glauben an Götter verschiedenster Art,

an Wunder und Zeichen, an Himmel und Hölle,

an Sünde und Tugend und an Bibel und Brevier.

Mit zwei ausladenden Schritten und kraftvoll singend ging er nun wieder in die Bühnenmitte und zog seinen Umhang mit sich, der sich schließlich rauschend um ihn herum ausbreitete. Er sah über das Publikum hinweg, als ob er in diesem Moment nur für sich singen würde und hob langsam seine linke Hand an, um noch mehr Stimmvolumen zu bekommen, während seine Stimme immer weiter anschwoll und der Gier Ausdruck verlieh, die er gerade besang:

Doch die wahre Macht, die uns regiert,

ist die schändliche, unendliche,

verzehrende, zerstörende,

und ewig unstillbare Gier.

Noch einmal leiser und ruhiger werdend sah er nun direkt ins Publikum und deutete mit seinen schlanken und auf tot geschminkten Fingern auf einige Anwesenden, während er weiter sang. Dann griff er mit beiden Händen erneut für einen Moment an den Saum seines Umhangs, bevor er noch einmal die Linke und seine dunkle Stimme erhob und gedehnt und kraftvoll die letzten drei Wörter sang:

Euch Sterblichen von morgen

prophezeih ich heut und hier:

Bevor noch das nächste Jahrtausend beginnt,

ist der einzige Gott, dem jeder dient,

die unstillbare Gier.

Kaum hatte Severus die letzte Silbe zu Ende gesungen, endete auch die Musik und es war für einen Moment totenstill in der Großen Halle. Langsam und leise seufzend, so als ob er gerade aus einer Art Trance erwacht war, ließ Severus wieder die Hand sinken und zog seinen Umhang sachte ein wenig an sich, als plötzlich ein lautes Schnäuzen die Stille durchbrach. Es war Flitwick, der da gerade in sein Stofftaschentuch trompetet hatte und es nun gerade wieder in eine seiner Jackentaschen verschwinden ließ. Dann klatschte er verzückt, aber noch sichtlich gerührt in die Hände und rief: „Wunderbar! Einfach wunderbar!" Auch Dumbledore klemmte sich nun sein dickes Drehbuch unter den Arm und klatschte ein wenig mit. Auch er fand dieses Stück ungemein ans Herz gehend und wenn er sich so umsah, ging es nicht nur ihm und Flitwick so. Auch Lucius atmete gerade lang gezogen aus, als ob er die ganze Zeit die Luft angehalten hätte und sah seine Frau an, während Leon es ihm gleich tat, allerdings aber Alan mit großen und etwas glasigen Augen anstarrte. Auch Remus, der etwas abseits gesessen hatte, stimmte nun höflich in den Applaus mit ein, denn er musste seinem alten Schulkameraden wirklich zugestehen, dass dieser Auftritt gerade grandios gewesen war. McGonagall tupfte sich kurz flüchtig ein paar kleine Tränen mit einem karierten Taschentuch weg und selbst Filch machte eine verdächtige Handgeste in Richtung seines Gesichts.

Nun fand auch Severus langsam wieder zu sich und ließ zunächst seinen Blick flüchtig zu Dumbledore und Flitwick gleiten, bevor er schließlich weiterwanderte und an Amanda hängen blieb. So richtig realisieren konnte er die Reaktionen des kleinen Publikums noch nicht. Als Severus sie ansah, lächelte Amanda ihn mit Tränen in den Augen an. Wenn er das Lied so während der Aufführung singen würde, würde ihm anschließend wenigstens die Hälfte der Frauen zu Füssen liegen. Zumindest Sandra tat das jetzt schon, auch wenn David neben ihr sie deutlich spüren ließ, dass er alles andere als begeistert über ihre Reaktion war. Dennoch konnte sie nichts gegen die Tränen der Rührung tun, welche ihre Wangen hinunter liefen.

Allesamt überrascht sah das restliche Ensemble auf die Bühne und Snape an. Vor allem seine und Amandas ehemaligen Schulkameraden und Steven hatten ihm bei Weitem so viele Emotionen nicht zugetraut und konnten sich ebenfalls nicht gegen ihre eigene Rührung wehren. Nach einem Moment der Stille fielen sie dann aber alle mit in Dumbledores und Flitwicks Applaus ein. Alan hingegen seufzte hörbar und nahm Leons Hand, um sie kurz zu drücken, während Narcissa ihren Mann anlächelte, selbst über Severus aber auch Lucius Emotionen überrascht.

Offenbar hatte er seine Sache gut gemacht, dachte sich Snape, als er nun fast alle applaudieren und teilweise sogar weinen sah. Dennoch war ihm die Situation, jetzt wo er sie völlig begriff, etwas unangenehm, da alle Augen nach diesem Seelenstriptease nun auf ihn gerichtet waren. Deshalb verließ er nach einem kurzen Zögern schließlich die Bühne, um den Blicken und Emotionen ein wenig zu entgehen, denn auch in ihm selbst sah es gerade alles andere als ruhig aus. Dieses Lied verlangte ihm jedes Mal wenn er es sang einiges ab. Nachdem Severus die Bühne verlassen hatte, begannen seine Zuhörer sich über seine furiose Vorstellung zu unterhalten. So fiel es auch nicht weiter auf, dass Amanda sich erhob, um Severus zu folgen. Hinter der Bühne angekommen, blieb sie schließlich mit etwas Abstand hinter ihm stehen. Er drehte sich zu ihr um, als sie stehen blieb, denn er hatte sie kommen hören. Allerdings sagte er nichts.

„Alles in Ordnung?", wollte Amanda ruhig von ihm wissen. „Mhm", brummte Severus und sah sie weiter an. „Ich wollte nur kurz alleine sein." Dann kam er ein paar Schritte auf sie zu und wischte ihr sanft und vorsichtig, um sie mit seinen langen, künstlichen Fingernägeln nicht zu verletzen, ein paar Tränen aus dem Gesicht. Dumbledore, der sich mittlerweile wieder gefangen hatte, scheuchte währenddessen die anderen Mitwirkenden wieder auf, um die noch fehlenden Szenen zu proben.

Amanda lächelte kurz, als er ihr so durch das Gesicht strich. „Soll ich wieder gehen?" „Nein... Schon gut." Er lächelte ein wenig zurück. „Gut", meinte Amanda und umarmte ihn dann sanft. „Das war ziemlich bewegend", sagte sie schließlich noch leise. „Schön, wenn es dir gefallen hat", antwortete Severus leise. „Du machst nicht so den zufriedenen Eindruck." Sie sah in an und strich sanft über seine Wange. Daraufhin lächelte er etwas. „Es war nur eine seltsame Situation." „Ich glaube du hast einige ganz schön überrascht." „Dich auch?" Vorsichtig zog Severus Amanda näher an sich. Sie lächelte. „Was denkst du?" „Ich weiß nicht. Ich hoffe, du warst nicht so überrascht, wie manch andere." Er sah sie an. „Nein, so überrascht natürlich nicht. Aber dass du es so überzeugend singen kannst, hätte ich nicht gedacht. Solltest über einen Berufswechsel nachdenken", meinte sie noch lächelnd. Nun musste Severus ein wenig grinsen. „Nein, ich glaube, das wäre nichts für mich." Dann küsste er sie kurz.

Amanda konnte sich Severus auch nur schwer als Sänger in irgendeinem Theater vorstellen. So viel Rummel um seine Person passte einfach nicht zu ihm. Während sie sich küssten, zuckte Amanda plötzlich zurück und sah Severus schmerzverzerrt an. „Aua! Deine blöden Zähne", erklärte sie die Situation und grinste etwas schief. Severus musste etwas lachen, dann lächelte er sie an. „Gut, dass die nicht immer so sind. Ich hab mich auch schon ein paar Mal selbst gebissen." Amanda stimmte in sein Lachen ein. „Sonst hätten wir beide nachher keine Geschmacksnerven mehr und na ja ich nachher noch anderes nicht mehr." „Das wäre schade", grinste Severus verschlagen, dann küsste er sie noch einmal, aber diesmal extra vorsichtig. „Sehr schade." Zärtlich erwiderte sie seinen Kuss. „Meinst du wir können weiter machen?", wollte sie schließlich von ihm wissen. „Weitermachen, mit was?", fragte Snape nun ein wenig zweideutig, obwohl er wusste, was sie meinte. „Mit der Probe, Severus." Lächelnd strich sie seinen Oberkörper entlang. „Schickes Kostüm. Solltest du öfter tragen." „Schade", raunte er ihr nun leise ins Ohr, dann sah er sie an. „Findest du? Na ja komm... Gehen wir zurück zu den anderen." „Ja finde ich. Gut, gehen wir."

Gemeinsam betraten sie wieder die Bühne, wo schon die meisten für die Ball-Szene versammelt waren und Dumbledore sie nun beide begrüßte und bat, auf ihre Positionen zu gehen, damit sie mit der letzten Szene beginnen konnten. Als sie schließlich den Schluss des Stücks noch geprobt und Dumbledore zufrieden gestellt hatten, löste dieser die Generalprobe mit einem Dank an alle Beteiligten und mit den Worten, dass man sich nun am Aufführungstag wieder sehen würde, auf. Severus ging daraufhin gleich hinter die Bühne, um sich wieder umzuziehen und merkte deshalb nicht, dass gerade Carl mit seinen beiden Enkeln erneut auf Besuch vorbeigekommen war. Christopher, der natürlich gleich zu seinen Eltern wollte, war schon auf dem Weg hinter die Bühne, um seine Mutter und seinen Vater zu suchen. Er lief zwischen den vielen fremden Menschen umher und suchte nach seinen Eltern. Dabei rannte er um eine Ecke und stieß mit einem großen, sehr gruselig aussehenden Vampir zusammen. Erschrocken schrie er auf und drehte sich um, um wieder wegzurennen. Doch kaum hatte er einige Meter zwischen sich und dieses Monster gebracht, lief er seiner Mutter in die Arme. „Mama!", rief er weinend und drückte sich an sie. Amanda war sehr überrascht, als Christopher ihr so aufgelöst in die Arme lief. Um ihn zu beruhigen nahm sie ihn auf den Arm. „Was ist denn los, Chris?" „Da ist ein Vampir", meinte er aufgeregt und drückte sich an sie.

Als ihm etwas an die Füße stieß, sah Severus nach unten. Es dauerte allerdings einen Moment bis er schaltete, dass ihm gerade sein Sohn gegen die Beine gelaufen war. Deshalb war dieser, als er ihn ansprechen wollte, auch schon wieder einige Meter weggerannt. Mit eiligen Schritten lief er ihm daraufhin hinterher und rief seinen Namen. Einige Meter weiter traf er allerdings auch schon auf Amanda, die seinen nun weinenden Sohn im Arm hielt. Ein wenig die Stirn runzelnd kam er auf sie zu. Weinte er etwa wegen ihm? „Christopher", begann Amanda sanft. „Guck doch mal, der Vampir ist Papa. Der ist gar nicht echt, das ist bloß Farbe im Gesicht." „Nein! Der ist echt", bestand ihr Sohn auf seinem Standpunkt und sah sich auch nicht um, als er hörte wie jemand hinzu kam. „Christopher", sagte Severus nur und blieb vor Amanda stehen. Unsicher sah er sie kurz an, denn er war sich nicht sicher, wie er nun reagieren sollte. Am liebsten wollte er seinen Sohn in den Arm nehmen, oder ihm wenigstens mit der Hand über Kopf oder Rücken streicheln, aber offenbar hatte er wirklich Angst vor ihm und das wollte er nicht noch zusätzlich verstärken. „Ich bin kein echter Vampir", sagte er schließlich noch, in der Hoffnung, dass sein Sohn wenigstens seine Stimme als die seines Vaters erkannte.

Tatsächlich erkannte Christopher Severus Stimme und drehte sich deswegen vorsichtig um und sah ihn an. „Papa?", fragte er vorsichtig. so ganz konnte er die Situation noch nicht einordnen. Amanda hielt Christopher einfach fest und sah ihn aufmunternd an. „Ja, ich bin's." Nun lächelte Severus ein wenig. „Ich hab mich nur verkleidet, so wie alle anderen auch." Kurz deutete er auf einen Vampir der gerade vorbeilief und sich bei näherem Hinhören als Lucius Malfoy entpuppte, der sich darüber beklagte, dass die Schminke nicht restlos zu entfernen war. „O...okay", sagte Christopher dann und wischte sich mit der kleinen Hand einige Tränen aus dem Gesicht. Amanda lächelte ihn an und half ihm dabei sein Gesicht zu trocknen. „Schön", sagte Severus dann und streichelte ihm kurz mit der Hand über den Kopf. „Wenn du willst, können du und Mami mitkommen und mir beim Umziehen zusehen. Dann siehst du, dass ich nur verkleidet bin. Was sagst du dazu?" Christopher nickte nur. „Gut, dann gehen wir besser, bevor du deinen Papa noch mehr erschreckst", meinte Amanda schmunzelnd. Noch einmal lächelte Snape kurz, dann drehte er sich um und ging voran in den Umkleidebereich, wo er dann schließlich begann, seine aufwändige Kostümierung abzulegen. Kaum hatte er den Umhang sowie die Langhaarperücke abgelegt, konnte man schon eher erahnen, wer sich hinter der Kostümierung verbarg. Nach weiteren zehn Minuten waren auch die langen Nägel sowie die Zähne wieder auf Normalgröße geschrumpft und Hände und Gesicht hatten wieder ihre normale, blasse Hautfarbe angenommen. „So...", sagte er schließlich zufrieden und erleichtert, denn ohne Kostümierung fühlte auch er sich wohler.

„Das ist aber eine gruselige Verkleidung", meinte Christopher und kletterte von Amandas Schoß, um sich die lange Perücke anzusehen. Seine Mutter lachte. „Na, aber der Papa ist ja nicht so gruselig." Chris schüttelte nur den Kopf und sah sich etwas weiter zwischen den Sachen seines Vaters um. Severus sah ihm dabei zu. „Ein Vampir ist doch aber auch gruselig, nicht wahr? Dann muss die Verkleidung auch so sein." Verschmitzt grinste Christopher und sah ihn an. „Stimmt. Darf ich auch?" „Was?" Severus musste kurz lachen und sah seinen Sohn fragend an. „Vampir sein."

Amanda musste lachen. „Na vielleicht nächstes Jahr zu Halloween." „Ja. Du darfst auch, aber nicht heute. In Ordnung?" „Hm... okay. Kommst du heute mit nach Hause?", wollte Christopher dann wissen, woraufhin auch Amanda Severus fragend ansah. „Soll ich das?" Lächelnd nahm er seinen Sohn auf den Arm und gab ihm einen kurzen Kuss. Dann sah er ihn fragend an. „Ja! Mitkommen!", rief Chris daraufhin lachend. „Tja, Severus. Da ist wohl Widerrede zwecklos", meinte Amanda nur grinsend. Severus lachte. „Also gut... Wenn du das sagst, dann komm ich mit", grinste er schließlich und küsste seinen Sohn noch einmal. „Ich hoffe mal Mami freut sich genauso wie du." Mit einem scherzenden Gesichtsausdruck sah er zu Amanda und dann wieder Christopher an. Natürlich wusste er, dass auch sie sich darüber freute, wenn er mitkam. „Ja sehr! Dann bekommt Chris seinen Teddy wieder", grinste sie ihn zwinkernd an. „Geschichte! Geschichte!", freute sich Christopher und hopste auf Severus Arm hin und her. „Ach so... Hat dir Mami wieder den Teddy weggenommen, damit sie schlafen kann?", scherzte Snape. „Ja, eine Geschichte gibt es dann auch noch vor dem Schlafen. Aber erst gehen wir zusammen heim." Während diesen Worten ging er zu Amanda und dann weiter Richtung Tür der Großen Halle.