Tanz der Vampire einmal anders

~ Die Aufführung ~

Am Tag der Aufführung fanden sich alle Schauspieler schon früh in Hogwarts ein, um noch einmal den Ablauf durchzugehen und sich in Ruhe umzuziehen und zu schminken. Alan und Leon hingegen kamen überraschend spät, so dass ihr Aufenthalt in der Maske sehr viel hektischer ausfiel, als geplant.

Je näher der Zeitpunkt des Beginns der Aufführung rückte, desto nervöser wurden die Akteure hinter der Bühne. Amanda versuchte sich irgendwie abzulenken, in dem sie immer wieder ihre Texte und Auftritte durchging, doch so ganz wollte das nicht klappen. Das lag vor allem auch daran, dass der Publikumsraum, je öfter sie hinein sah, immer voller wurde, bis er schließlich kurz vor Aufführungsbeginn vollkommen gefüllt war. Amanda war froh, dass ihr Vater mit seinen beiden Enkeln die von ihr reservierten Plätze in der ersten Reihe gefunden hatte, damit die beiden Kleinen gut sehen konnten. Etwas weiter hinten entdeckte sie auch Harry Potter mit seinen beiden Freunden und noch einige andere ehemalige Schüler die zum Beispiel auch mit ihrem Bruder in der Schule gewesen waren. Langsam ging sie zurück zu Severus, welcher äußerlich einen ruhigen Eindruck machte, doch sie ahnte, dass er eigentlich sehr viel nervöser war. „Mein Vater und die beiden Kleinen sind auch schon da und ganz viele andere", berichtete sie ihm lächelnd. „Schön", entgegnete Severus daraufhin nur kurz angebunden und lächelte flüchtig. Gerade war ihm nicht so nach reden, denn er hatte genug mit sich selbst zu tun, sich zu konzentrieren und die aufkommende Nervosität zu unterdrücken, die ihn aufgrund dieser ungewöhnlichen und neuen Situation zu überkommen drohte. Amanda lächelte ihn an und gab Severus einen kurzen Kuss, bevor sie sich schweigend neben ihm hinsetzte und wartete bis die Vorstellung beginnen würde. Ein wenig später trat auch schon Dumbledore auf die Bühne und begrüßte freudig das zahlreich erschienene Publikum. Nachdem er anschließend das Stück angekündigt und allen viel Spaß gewünscht hatte, verließ er wieder die Bühne und gab sie frei für die Darsteller.

Die Musik setzte ein und der verzauberte Vorhang glitt zur Seite und gab so den Blick frei auf die erste Szene. Alfred und der Professor irrten durch eine verschneite Winterlandschaft und hatten ihren ersten Auftritt. Flitwick ging wie immer völlig in seiner Rolle als schrulliger Professor auf, während Alan seine Rolle als verängstigter Alfred überzeugend spielte.

Eine kleine Weile später wechselte das Bühnenbild und die beiden fanden sich vor dem Chagall'schen Gasthaus ein. David, der Chagall spielte, führte die beiden Gäste durch das Haus, die Treppen hinauf und auf ihr Zimmer und nun begann auch Amandas erster Auftritt.

Nervös saß Amanda in ihrem vermeintlichen Zimmer und wartete, dass David die anderen beiden durch das Haus führte. Schließlich begann sie ihre Bademelodie zu singen. Alan als Alfred bemerkte ihren Gesang und begann dem Professor vorzuschwärmen, was wiederum in der nächsten Szene David als Chagall dazu brachte Amandas Zimmertür zu vernageln. Kurz darauf setzten Alan und Amanda zu ihrem ersten gemeinsamen Lied an, welches von Severus erstem Auftritt gefolgt wurde.

Während des Wechsels zur nächsten Szene, die vor dem Gasthaus spielte, gab es einen kleinen Zwischenapplaus und die Darsteller, welche sich hinter der Bühne über den Weg liefen, lächelten sich erleichtert über den erfolgreichen Auftakt an. Auf der Bühne begann schließlich der folgende Tag und mit ihm hatte Remus Lupin als Diener Koukol seine Premiere, bei der er mit Amanda ein Treffen am Abend vereinbarte. Sein Erscheinen bewegte Flitwick wiederum dazu, schnell singend über seine Forschungen zu sinnieren. Nach dieser Szene kam wiederum Filch zum Einsatz, der das Bühnenbild erneut wechseln und für den Abend fertig machen musste. Während er umbaute lächelte Amanda Severus hinter der Bühne in freudiger Erwartung ihres ersten gemeinsamen Auftritts an, bevor sie wieder zusammen mit Alan auftreten musste. Während sie sich in der folgenden Szene bei Alan einschmeichelte, um das Badezimmer für sich zu haben, schlich sich Severus durch das Haus und landete zuerst irrtümlich bei Magda der Magd, die er schließlich biss, bevor er Amanda im Badezimmer überraschte und singend seine Einladung zum Ball vortrug. Als Alfred ihn bemerkte verschwand Severus so plötzlich wieder wie er gekommen war und im Chagall'schen Haus setzte große Unruhe und Trubel ein. Nachdem dieser sich beruhigt und Chagall seine Tochter für das nächtliche Baden gehörig bestraft hatte, schlich sich der von David gespielte Gastwirt zu Magda ins Zimmer, die er allerdings vermeintlich schlafend auffand. Deshalb ging er wieder zurück zu seiner Frau ins Bett. Während der Nacht entwischte Sarah dann erneut aus ihrem Zimmer und flüchtete nach draußen. Dort fand sie eine Kette vom Grafen von Krolock und traf auf Alfred. Diesen schickte sie nach einem gemeinsamen Duett schließlich wieder zurück ins Haus, um ihre Badeente zu holen und stahl sich währenddessen davon zum Schloss.

Auf der Bühne wurde es wieder Tag, was die Zuschauer erneut zu einem kleinen Zwischenapplaus veranlasste. Nach dieser kurzen Unterbrechung spielten die Hausbewohner weiter. Sarahs Eltern entdeckten ihr Fehlen und als Chagall noch einmal Magda besuchte, wurde er von ihr gebissen. Nun kamen wieder Alfred und Professor Abronsius ins Spiel, der beim Publikum erneut für den einen oder anderen Lacher sorgte. Die beiden schafften es, den wiedererwachten Chagall dazu zu überreden, sie zum Schloss des Grafen zu bringen und nun erst fing Severus Hauptauftritt an. Er war froh darüber, endlich durchgehender auf der Bühne stehen zu können, denn die elendig lange Warterei hinter der Bühne war langsam unerträglich geworden. Olivia als Frau Chagall hatte indes ihren Auftritt schon hinter sich und zog enttäuscht ein langes Gesicht.

Als Alfred und der Professor mit Chagall das Schloss erreichten, wurden sie vom Grafen freundlich empfangen. Herbert, der Sohn des Grafen, welcher von Leon gespielt wurde, freute sich sichtlich über Alfreds Anwesenheit. Während der Professor auf sein Zimmer gebracht wurde, versuchte Krolock den jungen Alfred davon zu überzeugen, dass der Professor schon alt und senil war und er darüber nachdenken sollte, sich lieber ihm anzuschließen. Der erste Akt schloss schließlich damit, dass sich der Professor und Alfred schlafen legten.

Begeistert klatschte das Publikum, nachdem der Vorhang gefallen war, Beifall und erhob sich dann wild diskutierend, um sich den Pausenverköstigungen hinzugeben. Die Darsteller hinter der Bühne diskutierten ebenfalls wild durcheinander und waren froh, dass der erste Teil so gut gelaufen war. Amanda hingegen ging hinüber zu Severus und reichte ihm lächelnd ein Glas Wasser. „Du warst sehr gut", sagte sie ruhig und setzte sich, um einen Schluck zu trinken. „Danke", lächelte dieser und trank ebenfalls etwas. „Ich denke, ich kann das auch zurückgeben", zwinkerte er dann.

Gefühlt ging die Pause viel zu schnell vorbei und als das Publikum wieder auf seinen Plätzen saß wurde das Licht wieder gedämmt und Amanda irrte als Sarah im nächtlichen Schloss umher. Dieser Szene folgte ihr Duett mit Severus, nach dem, vor allem wegen des Beinahe-Bisses am Ende, einige Frauen im Publikum schmachtend seufzten. Dieser Graf war wirklich sehr gut gespielt und nicht nur eine der Damen hätte gerade nur allzu gerne mit Amanda getauscht. Dementsprechend gab es auch einen lauten und begeisterten Applaus nachdem die letzten Töne des Liedes verklungen waren.

Alfreds nächtlicher Alptraum wurde gefolgt von der Erkundung des Schlosses und schließlich auch der Gruft. Dort entdeckten der Professor und sein Gehilfe den Grafen und seinen Sohn in ihren Särgen, doch Alfred schaffte es nicht ihre Herzen zu durchstoßen. Kurz darauf fanden sie die große Bibliothek und während der Professor vollkommen fasziniert war von den vielen Büchern, bemerkte er nicht, wie Alfred Sarahs Bademelodie folgte und sie in einem großen Badezimmer fand. Doch sein Versuch sie zur Flucht zu überreden scheiterte. Nach seinem sehnsüchtigen Lied an Sarah führte ihn sein Weg zurück in die Bibliothek, wo er schließlich auf Herbert traf, welcher wild mit ihm flirtete. Doch als Herbert versucht war Alfred zu beißen, bekam dieser Panik und floh gemeinsam mit dem Professor auf das Dach des Schlosses, wo sie erneut auf Graf von Krolock trafen. Erneut kam es zu einer Unterhaltung der drei, während der der Graf sein wahres Ich preisgab. Kaum war dieser schließlich wieder verschwunden, beobachteten Alfred und der Professor wie die anderen Vampire langsam und singend aus ihren Gräbern stiegen, um zum Ball zu gehen. Nachdem die Untoten im Schloss verschwunden waren, begaben sich auch die beiden Menschen wieder hinein.

Für einen kurzen Moment herrschte nun völlige Dunkelheit auf der Bühne, welche Severus dazu nutzte, um in der Friedhofsdekoration auf Position zu gehen. Leise fing dann die Musik wieder an zu spielen, während er eindrucks- und gefühlvoll von der unstillbaren Gier zu singen begann. Wie schon bei der Generalprobe der Fall gewesen war, rührte auch diesmal sein Auftritt einige der Anwesenden zu Tränen und wer bisher noch nicht vom geheimnisvollen Grafen vereinnahmt worden war, der war es spätestens jetzt. Unter begeistertem Applaus verließ Severus nach seinem Solo schließlich wieder die Bühne, nur um kurz darauf wieder aufzutreten, als die Szene gewechselt hatte und sich nun alle im Tanzsaal eingefunden hatten.

Nach der Ansprache des Grafen begannen er und Sarah zu tanzen und mit einem sehr spektakulären Biss in den Hals machte er sein schönes Opfer zum Vampir. Während er sich das Blut genüsslich von den Lippen leckte, erwachte Amanda wieder aus ihrer vermeintlichen Ohnmacht und sie begannen erneut zu tanzen. Während dieser Handlung hatten sich Alfred und Herbert immer weiter angenähert, was schließlich dazu führte, dass auch Alfred gebissen wurde. Die übrigen Vampire entdeckten derweil den Professor zwischen sich, welcher gegen die große Übermacht hilflos war und somit von der Meute zum Vampir gemacht wurde. Dann begann die letzte gemeinsame Szene, zu der sich schließlich noch einmal alle Vampire versammelten, um die Aufführung mit dem Tanz der Vampire zu beenden. Als schließlich das Licht auf der Bühne endgültig erlosch, verließen die Darsteller zügig aber glücklich unter tosendem Applaus die Bühne.

Kurze Zeit später ging das Licht wieder an und Professor Dumbledore trat erneut vor die Zuschauer. Glücklich und zufrieden strahlte er in die Menge, die noch immer applaudierte. „So, und nun will ich das Geheimnis lüften, wer alles hinter diesen wunderbaren Kostümen und Masken gesteckt hat", sagte er dann mit laut gezauberter Stimme. „Begrüßen sie mit mir noch einmal die Darsteller auf der Bühne! Als da wären, als Ensemble…" Nun begann er die Namen aufzuzählen, die als Ensemble mitgewirkt hatten. Nacheinander betraten die Aufgerufenen noch einmal unter Applaus die Bühne, verbeugten sich, oder winkten ins Publikum und stellten sich dann etwas im Hintergrund auf, um für die nächsten Platz zu machen. „Als nächstes", erhob dann der Schulleiter wieder die Stimme, „Remus Lupin als Koukol, sowie Sandra Adams als Magda, Olivia Brown als Frau Chagall und David Brown als Herr Chagall!" Erneut gab es begeisterten Applaus für die vier Darsteller.

Lächelnd und winkend betraten die Aufgerufenen die Bühne und verbeugten sich, während die Übrigen ein wenig nervös hinter der Bühne warteten. Amanda hatte Severus Hand genommen, denn sie würden zuletzt auf die Bühne gebeten werden. Auch viele im Publikum waren gespannt wer sich noch alles hinter den Darstellern verbarg und vor allem viele Frauen und Mädchen waren sehr auf Graf von Krolock gespannt. Auch Severus war innerlich angespannt und drückte Amandas Hand leicht, doch zuerst rief Dumbledore noch Alan und Leon auf die Bühne, die Alfred und Herbert gespielt hatten, gefolgt von Professor Abronsius, den einige mittlerweile sicherlich schon als Professor Flitwick erkannt hatten. Alle drei bekamen stürmischen Applaus und Flitwick quiekte immer wieder „Danke! Danke!" vor sich hin, während er begeistert ins Publikum winkte und sich verbeugte. Dumbledore lächelte ein wenig und ließ den Darstellern ein wenig Zeit im Applaus zu baden, doch dann ergriff er wieder das Wort und kündigte die Hauptdarsteller des heutigen Abends an.

„Und nun… zu Guter Letzt unsere beiden Hauptdarsteller… Amanda Brown als Sarah Chagall und Graf von Krolock, gespielt von –" Doch weiter kam er nicht, denn kaum war Severus mit wehendem Umhang auf die Bühne getreten, gab es vor allem für die weiblichen Zuschauer kein Halten mehr. Mindestens die Hälfte der anwesenden Gäste sprang von ihren Plätzen auf und applaudierten stürmisch, während sich Severus noch während dem Laufen umdrehte, um Amanda, die ihm nachfolgte, die Hand zu reichen, sie noch einmal eng an sich zu ziehen und um noch einmal so zu tun, als ob er zubeißen wolle. Doch dann ließ er wieder von ihr ab und Amanda drehte sich aus seiner Umarmung und beide verbeugten sich, noch immer an den Händen haltend vor dem Publikum. Lächelnd sah Amanda zunächst Severus und dann das Publikum an. In der ersten Reihe entdeckte sie Christopher, welcher wild auf und ab hüpfte und winkte. Kurz winkte sie zurück, bevor sie sich noch einmal verbeugte und dann Severus Hand los ließ und einen Schritt zur Seite trat, denn sie war ziemlich sicher, dass der Hauptteil des Applauses ihm galt. Dies wurde auch sogleich durch ein Kreischen aus dem Publikum bestätigt: „Beiß uns, Krolock!", riefen Hermine Granger und Ginny Weasley plötzlich aus einer überdrehten Laune heraus laut im Chor, was dazu führte, das Ron und Harry sich irritiert ansahen. Währenddessen bahnte sich Madame Pomfrey einen Weg durch die Menge, denn für zwei junge Schülerinnen war das ganze zu viel Aufregung gewesen und sie waren ohnmächtig geworden.

Als Severus nun alleine vorne stand, verbeugte er sich noch einmal, während ihm das Kreischen seiner beiden ehemaligen Schülerinnen ein amüsiertes Grinsen entlockte. Dumbledore konnte nur noch amüsiert schmunzeln über das, was gerade in der Großen Halle vor sich ging. „Bei Merlin! Der Applaus will gar nicht mehr enden, Severus", sagte er dann und klatschte selbst noch ein wenig in die Hände. Da seine Stimme allerdings noch laut gezaubert war, konnte man, wenn man darauf geachtet hatte, sehr deutlich hören, was er gerade gesagt hatte und so begannen die ersten der Anwesenden sich verwundert anzuschauen und mit dem Klatschen aufzuhören. Hatte Dumbledore gerade Severus gesagt?

Snape zog indes einen Mundwinkel hoch und antwortete dem Schulleiter: „Nun Albus… Das wird sich jetzt ganz schnell ändern, wenn sie dir gerade zugehört haben." Und er behielt Recht. Der Applaus wurde langsam immer weniger, dafür mehrten sich die geschockten, erstaunten, verwunderten und fragenden Gesichter deutlich.

Von dieser ganzen Sache recht unbehelligt war Christopher indes seinem Opa entwischt und zur Bühne vorgelaufen. Da diese allerdings zu hoch war, um hochzuklettern, streckte er flehend die Arme nach seinem Vater aus und rief nach ihm. Severus, der dies registriert hatte, kurz nachdem er Dumbledore geantwortet hatte, ging zu ihm, kniete sich hin und hob seinen Sohn anschließend auf die Bühne. Dort angekommen zog er ihm sein hoch gerutschtes Oberteil wieder zurecht, stand auf und nahm ihn schließlich auf den Arm.

„Nun denn", ergriff Dumbledore währenddessen wieder das Wort und beobachtete nebenbei das Treiben der beiden. „Da sich nun alles wieder ein wenig beruhigt hat, kann ich ja mit meinem Satz von vorhin fortfahren… Graf von Krolock, soweit war ich ja bereits, wurde gespielt von unserem geschätzten Lehrer für Zaubertränke, Professor Severus Snape."

Wer es bis jetzt noch nicht begriffen hatte, dem stand spätestens nun der Schock und die Überraschung deutlich ins Gesicht geschrieben. Snape hatte Krolock gespielt? Das konnte nicht sein! Und wieso hatte der Graf jetzt dieses kleine Kind auf dem Arm?

Als Ginny und Hermine nun realisierten, wen sie da gerade angehimmelt hatten, ließen sie sich fassungslos und knallrot im Gesicht auf ihre Stühle sinken. So ging es nicht nur ihnen, sondern auch viele andere konnten die Situation noch nicht ganz fassen. Amanda hingegen hatte mit so einer Reaktion bereits gerechnet und sah Severus etwas unsicher an. Würde ihn die Reaktion des Publikums verletzten? Doch erst einmal war er mit Christopher beschäftigt, der Amanda von seinem Arm aus nun zuwinkte, bevor er wieder in das große Publikum sah und sich freute einen so tollen Vater zu haben.

Severus ging indes ungerührt von seiner Umgebung zurück und stellte sich zu Amanda. Nach außen hin gab er sich souverän wie immer, denn schließlich hatte auch er mit solch einer Reaktion des Publikums gerechnet, andererseits fragte er sich auch, wieso alle immer alles von seiner Person und nicht von seiner Leistung abhängig machten. Er wollte es nicht, aber es ließ sich nicht vermeiden, in irgendeiner Form enttäuscht zu sein. Dennoch zeigte er dies nach außen hin in keinster Weise. Stattdessen sah er noch einmal zu Ginny Weasley und Hermine Granger, die nun knallrot im Gesicht wieder auf ihre Stühle gesunken waren. Diese Gelegenheit konnte er sich nicht entgehen lassen. „Nun, Miss Granger, Miss Weasley...", erhob er noch einmal seine Stimme und man konnte seine Worte in der recht stillen Halle gut genug hören. „Wollen sie jetzt immer noch von mir gebissen werden?" Dann kräuselten sich seine Lippen in alter Manier, bevor er sich wieder seinem Sohn widmete und ihn leise fragte: „Und dir? Hat es gefallen? Hast du noch Angst gehabt, vor den Vampiren?"

Hermine und Ginny wurde nur noch etwas roter und sahen auf den Boden, während ihre beiden Freunde sie noch immer schockiert ansahen. Christopher hingegen lächelte seinen Vater an und schüttelte den Kopf. „Nein. Es war toll!" Amanda lachte ihn an. „Du warst ja auch sehr brav, habe ich gesehen." Daraufhin strahlte ihr Sohn nur noch mehr. Im Publikum hatten sich vor allem die Älteren langsam wieder gefangen und begannen erneut zu klatschen, denn immerhin war die Darstellung des Grafen trotzdem sehr beeindruckend gewesen. Dumbledore ließ nun noch verlauten, dass sein besonderer Dank auch noch Mr. Filch und Professor McGonagall galt, die sich beide für Bühne und Garderobe verantwortlich gezeigt hatten, danach bat er noch einmal alle Mitwirkenden nach vorne und das Publikum noch einmal um einen kräftigen Applaus.

„Freut mich, dass es dir gefallen hat", sagte Severus zu Christopher, während er mit ihm auf dem Arm, zusammen mit den anderen, noch einmal nach vorne trat. „So, jetzt wollen wir mal sehen, ob der Opa auch brav klatscht", sagte er dann, allerdings eher nur so zum Spaß, um seinen Sohn ein wenig zu unterhalten. Kichernd sah Christopher erst seinen Opa und dann seinen Vater wieder an.

Der Applaus ebbte erst nach einigen Minuten wieder ab und nachdem sich alle Darsteller noch einmal verbeugt hatten, machten sie sich auf den Weg hinter die Bühne, um sich für die anschließende Feier umzuziehen. Während sich die meisten anderen Darsteller damit beeilten, ließen sich Amanda und Severus jedoch Zeit, denn sie hatten nicht vor zu der Feier zu gehen, sondern wollten lieber einen schönen Abend zu dritt verbringen. Da es bereits spät war, war Christopher auch schon müde und musste bald ins Bett, auch wenn er selbst das natürlich niemals zugegeben hätte. Als die kleine Familie schließlich gemeinsam wieder die Große Halle betreten hatte, in der inzwischen die Feierlichkeiten begonnen hatten, erregten sie erneut die Aufmerksamkeit der meisten Anwesenden. Gefolgt von Tuscheleien und vielen Blicken durchquerten sie die Halle. Amanda hatte den halb schlafenden Christopher auf dem Arm und bis auf ein kurzes Gespräch mit Dumbledore wurden sie auf ihrem Weg nicht gestört, so dass sie daheim noch einen friedlichen Abend zu dritt genießen konnten.